VW nach Piëch: Und jetzt? Wie weiter?

  • Nachdem der greise VW-Konzernlenker Ferdinand Piëch zusammen mit seiner Ehefrau, die schon als designierte Nachfolgerin an der Aufsichtsratsspitze gehandelt wurde, sich gründlich verstolpert und abgedankt hat, stellt sich die Frage, wie es weitergeht mit VW. Zur Stunde tagt die Hauptversammlung. Aktionäre bemäkeln den Aktienkurs, niedrige Ausschüttungen, das US-Geschäft lahmt, und überhaupt gibt es Leute, die VW-Chef Martin Winterkorn den Turnaround nicht zutrauen.


    http://www.spiegel.de/wirtscha…-kommentar-a-1029068.html


    http://www.manager-magazin.de/…n-hannover-a-1032067.html


    Winterkorn setzt auf Wachstum bei gleichzeitiger Dividenden-Erhöhung, was nicht nur in der Automobilbranche normalerweise zu Lasten der Beschäftigten geht. Demgegenüber steht die VW-Belegschaft, nach allem, was ich las, anscheinend großteils hinter ihm. Oder tat es zumindest während des Machtkampfs mit Piëch. Was glaubt Ihr, wie es weitergeht mit Deutschlands automobilem Vorzeigekonzern? Ist VW Eurer Einschätzung nach auf Dauer zukunftsfähig oder eher ein Auslaufmodell?


    ps Müßig zu erwähnen, aber insbesondere @Kater: Dies ist kein Toyota-Thread. Ich möchte hier über VW diskutieren und keine altgewohnten Lobgesänge auf Deine Lieblingsautomarke lesen. Bitte nicht, wenn's geht!

  • .................Zur Stunde tagt die Hauptversammlung. Aktionäre bemäkeln den Aktienkurs, niedrige Ausschüttungen, das US-Geschäft lahmt, und überhaupt gibt es Leute, die VW-Chef Martin Winterkorn den Turnaround nicht zutrauen. .......................... Ist VW Eurer Einschätzung nach auf Dauer zukunftsfähig oder eher ein Auslaufmodell? ........


    Liebe Anouk, VW ist auf den absteigenden Ast, das hat Piech exakt erkannt. Das was VW als innovativ verkauft, ist im wesentlichen Stand der Technik aus den 30er / 40er Jahren des vorigen Jahrhunderts, aufgepeppt mit etwas Elektronik und einigen Features der neueren Entwicklungen, ohne die sich heute kein Auto verkaufen lässt. Und qualitativ kann man VW sowieso vergessen, es ist und bleibt Mittelmaß, man bekommt bei anderen Herstellern Besseres fürs Geld! Grüsse vom grauen kater

  • (..)Und qualitativ kann man VW sowieso vergessen, es ist und bleibt Mittelmaß, man bekommt bei anderen Herstellern Besseres fürs Geld! Grüsse vom grauen kater


    Mein Eindruck ist das nicht (aus Erfahrung), aber die Preise sind vergleichsweise fürstlich. Der Marke hat es nicht unbedingt geschadet. Nur frage ich mich, wie ein Unternehmen mit dieser überkommenen, altertümlich wirkenden Struktur (Porsche- vs. Piëch-Clan bzw umgekehrt) auf Dauer so innovativ sein kann, sich gegen Billig-Konkurrenz am Markt zu behaupten. Wenn ich es richtig kapiert habe, setzen sie in USA jetzt auf SUVs. Sonderlich fortschrittlich klingt das nicht. Nun fahren die Amis gern große, breite Autos, von daher müssten sie da wohl nicht um Nachfrage bangen .. aber wie wär's denn mal mit erschwinglicheren Fahrzeugen für den breiten Markt?

  • Nun fahren die Amis gern große, breite Autos, von daher müssten sie da wohl nicht um Nachfrage bangen .. aber wie wär's denn mal mit erschwinglicheren Fahrzeugen für den breiten Markt?


    Dazu nutzt man Skoda, Renault hat Dacia.

  • Dazu nutzt man Skoda, Renault hat Dacia.


    Skoda ist als "Billigmarke" zu teuer, zudem sind Skoda oft besser als die Kernmarke VW. Dacia ist Technik von gestern, für Entwicklungsländer und Schwellenländer noch bedingt marktfähig, der Erfolg der Marke beruht AUsbeutung in Rumänien und in den entwickelten Staaten nur darauf, dass viele Menschen ins Prekariat abgedrängt worden sind und sich kaum noch einen Neuwagen auf dem Stand der Technik leisten können.

  • Mit lt. Deinem Tortendiagramm 3,7 % Marktanteil hat das gesamte VW-Konglomerat keine Relevanz in den USA!


    Warum sollte es mit VW in den USA besser gehen als Toyota in Deutschland?

  • Warum sollte es mit VW in den USA besser gehen als Toyota in Deutschland?


    Ich bitte dich, Toyota hat eine 2 vor dem Komma, was Marktanteile in Deutschland betrifft, selbst Hyundai steht besser da. :p

  • Warum sollte es mit VW in den USA besser gehen als Toyota in Deutschland?


    Wenn die Autos vom VW Konzern das halten würden, was die Autojournalisten in Deutschland ihnen an Qualitäten andichten, während sie Toyota systematisch verunglimpfen, dann müssten VW Produkte in den USA eine Führungsrolle im Markt behaupten können. Dem ist aber nicht so, Toyota verkauft in den USA sechseinhalb mal so viel Autos wie die VW-Stammmarke und mehr als dreimal so viele wie der VW Konzern insgesamt !

    Einmal editiert, zuletzt von grauer kater ()

  • Ich bitte dich, Toyota hat eine 2 vor dem Komma, was Marktanteile in Deutschland betrifft, selbst Hyundai steht besser da. :p


    Der Marktanteil von VW Stammmarke liegt in den USA auch bei 2 % !!!

  • Ich bitte dich, Toyota hat eine 2 vor dem Komma, was Marktanteile in Deutschland betrifft, selbst Hyundai steht besser da. :p


    Ausser im Saarland und in Mecklenburg-Vorpommern. Da steht die 4 davor.

  • ............ps Müßig zu erwähnen, aber insbesondere @Kater: Dies ist kein Toyota-Thread. Ich möchte hier über VW diskutieren und keine altgewohnten Lobgesänge auf Deine Lieblingsautomarke lesen. Bitte nicht, wenn's geht!


    Liebe Anouk, ich war ernsthaft bemüht, Deiner Bitte zu entsprechen, aber es geht anscheinend nicht, denn Wudi und Verbalwalze haben halt nicht anderes zu tun als Lobgesänge auf VW gegenüber zu stellen. Nur wenn VW als Konzern wirklich gut aufgestellt wäre, hätte es Herr Dr. Piech nicht nötig gehabt, so markant sich durchsetzen zu wollen. Nun beginnt die Götterdämmerung und VW wird zu dem gestutzt, was der Konzern immer seit Gründung war: ein politisch gestütztes mittelmäßiges Unternehmen!

  • Liebe Anouk, ich war ernsthaft bemüht, Deiner Bitte zu entsprechen, aber es geht anscheinend nicht, denn Wudi und Verbalwalze haben halt nicht anderes zu tun als Lobgesänge auf VW gegenüber zu stellen. Nur wenn VW als Konzern wirklich gut aufgestellt wäre, hätte es Herr Dr. Piech nicht nötig gehabt, so markant sich durchsetzen zu wollen. Nun beginnt die Götterdämmerung und VW wird zu dem gestutzt, was der Konzern immer seit Gründung war: ein politisch gestütztes mittelmäßiges Unternehmen!


    Na ja, mittelmässiges Unternehmen? :smilewinkgrin:

  • Na ja, mittelmässiges Unternehmen? :smilewinkgrin:


    Wenn es der EU-Kommission endlich gelänge, das VW-Gesetz zu kippen, wäre es mit VW sowieso weitgehend vorbei. Mittelmäßigkeit ist an sich noch ein Euphemismus hinsichtlich der Beurteilung von Produkten und Management!

  • Liebe Anouk, ich war ernsthaft bemüht, Deiner Bitte zu entsprechen, aber es geht anscheinend nicht, denn Wudi und Verbalwalze haben halt nicht anderes zu tun als Lobgesänge auf VW gegenüber zu stellen.

    Da es sich um einen reinen VW-Thread handelt, wäre unangemessenes Lob der Marke sicher anders zu kontern gewesen…
    Die sehr kurzfristige Personalie mag ja recht medienwirksam inszeniert worden sein, die Niederlegung sämtlicher Ämter Piechs stiftet natürlich ein wenig Unruhe, aber Winterkorn scheint ja recht souverän jetzt erst einmal die Wogen glätten zu wollen, so dass Aktionäre, Belegschaft und Kunden, gerade, weil nichts überstürzt wird, vertrauensvoll abwarten dürfen, wie Konzernstrategie und Tagesgeschäft mittelfristig entwickeln bzw. dem sich beständig verändernden Marktumfeld anpassen werden.

  • Piech steht irgendwie für Forschung, Innovation und Familiendynastie.
    Er war schon ein Kapital. Allein sein Name.
    Winterkorn geht eher in Richtung Bauernadel. Mal sehen, ob der Chic bleibt.
    Ich mag es kaum erwähnen, aber der gute Ruf Volkswagens in der Welt hängt auch mit dem Autobahnmythos zusammen. Genau den hat Piech bedient.

  • ...Wenn ich es richtig kapiert habe, setzen sie in USA jetzt auf SUVs. Sonderlich fortschrittlich klingt das nicht. Nun fahren die Amis gern große, breite Autos, von daher müssten sie da wohl nicht um Nachfrage bangen .. aber wie wär's denn mal mit erschwinglicheren Fahrzeugen für den breiten Markt?


    Mir hat man es aus kundigen Kreisen so erklärt, dass die Amis mit dem Konzept Golf nur wenig anfangen können. Aus irgendeinem Grund verfängt dort das Modell Kompaktklasse-Kombilimousine nicht. Das hat auch schon BMW mit dem 1er-Serie erleben müssen. Und dann ist da auch noch der Preis. Für den Preis eines Grundausstattungsgolf bekommt man auch eine vergleichbare Limousine mit wesentlich besserer Ausstattung. Und die Ausstattung ist in den USA ein sehr wichtiges Verkaufsargument.

  • Mir hat man es aus kundigen Kreisen so erklärt, dass die Amis mit dem Konzept Golf nur wenig anfangen können. Aus irgendeinem Grund verfängt dort das Modell Kompaktklasse-Kombilimousine nicht.

    Nun kann, wer die in Europa so beliebte Kompaktklasse nicht mag, ja eine konventioneller gestylte Stufenheckvariante ordern… der Jetta scheint ja auf einigen Märkten tatsächlich den GOLF abgehängt zu haben, welcher seinerseits, in seiner ersten Generation (in den USA als "Rabbit") amerikanischen Käufern durchaus gefallen zu haben scheint. Und der Volkswagen-Listenpreis schaut in den USA doch etwas anders aus als in Deutschland (es empfiehlt sich, die Bilderstrecke wenigstens ein paar Klicks weit "durchzuklicken")