VW nach Piëch: Und jetzt? Wie weiter?

  • […] die Autobild erleuchteten Deutschen, die noch immer glauben, VW sei schon "Premium" […]

    Man muss nicht einmal die schönen Illustrierten, die den aktuellen Automobilmarkt spiegeln, lesen, um im direkten Vergleich wahrzunehmen, dass sich Verarbeitungsqualität und Materialanmutung markenspezifisch unterscheidbar sind. Ich erinnere mich, dass mir in den 90er Jahren beim bloßen Probesitzen im Showroom eines Citroenhändlers zwei Schalter am Armaturenbrett abgebrochen sind, kaum dass ich sie mit den Fingerspitzen berührt hatte… in einem VW ist mir sowas noch nicht passiert. Deswegen habe ich auch, wenn ich gelegentlich mal auf einen Mietwagen zurückgreifen musste, stets Marken des VW-Konzerns bevorzugt; einmal habe ich allerdings einen Renault 19 erhalten, und mit dem zu fahren war für ein Wochenende auch mal ganz reizvoll.

    […] und Massen von Chinesen, die VW für "DAS AUTO" halten.

    Man darf nicht vergessen, dass die Volksrepublik China schon zu Maos Zeiten - aber eigentlich bis heute - die Bevölkerung gegenüber der Informationsflut, welcher wir hier im Westen ausgesetzt sind, recht wirksam abgeschottet hat, und da China sich mittlerweile zwar den Segnungen des Marktes und des Konsums geöffnet hat, jetzt über Messeauftritte, Werbung und die Zweitverwertung älterer Fernsehserien ein leicht verzerrtes Bild der Lebenswirklichkeit westlicher Nationen auf ein Massenpublikum trifft, das ja längst all die Dinge produziert, die uns selbstverständlich sind… übrigens gerade auch die Produkte deutscher Vergangenheitsverklärung (wie etwa in den Marktsegmenten Souvenirs und Modellautos). Und natürlich sind deswegen die Automobile und Markennamen der Wirtschaftswunderjahre dem chinesischen Handelsfachpacker vermutlich geläufiger als einem deutschen Studenten der Wirtschaftswissenschaften. Es sollte mich nicht wundern, wenn ein Chinese auf Deutschlandreise Ausschau hielte nach einer Verkaufsniederlassung von Lloyd oder Goggomobil… zugegebenermaßen war ich während einer Englandreise auch mal kurz davor, zu fragen, ob ich eine Probefahrt mit einem Reliant Robin unternehmen dürfe.

  • So eine Rückrufaktion ist für den Kunden kostenlos - ....

    Nicht ganz. Ansprüche müssen die Kunden erstreiten. Entstehende Kosten (organisatorische) trägt der Kunde. Auch Kosten für Ersatzwagen sind nicht auszuschließen. Ein Bekannter von mir, Betroffener, durfte die 36€ für einen Tag selbst bezahlen.

  • .................... um im direkten Vergleich wahrzunehmen, dass sich Verarbeitungsqualität und Materialanmutung markenspezifisch unterscheidbar sind. Ich erinnere mich, dass mir in den 90er Jahren beim bloßen Probesitzen im Showroom eines Citroenhändlers zwei Schalter am Armaturenbrett abgebrochen sind, kaum dass ich sie mit den Fingerspitzen berührt hatte… .............................


    Dienstlich habe ich auch des öfteren Peugeot und Citroen gefahren, da ist selbst bei älteren Fahrzeugen nie was abgebrochen und gerade die "Göttin" war auch in der Verarbeitung, allerdings in der gehobenen Ausstattungslinie einem vergleichbaren VW hoch überlegen, ganz zu schweigen vom Fahrverhalten und den wesentlich besseren Motoren.


    Und bei meiner Lieblingsmarke stimmt sowieso alles, da passiert es auch nicht, wie oft bei VW, dass man eine Verkleidung abnehmen muss und dann auf gratiges Blech mit Verletzungsgefahr oder auf Verarbeitungsmängel im Einzelnen trifft. Und selbst der pingelige Spaltmaßfetischist Dr. Winterkorn musste bei Hyundai zugeben, dass deren Verarbeitung besser ist als beim abgeblichen "Klassenprimus Golf"!

  • Und selbst der pingelige Spaltmaßfetischist Dr. Winterkorn musste bei Hyundai zugeben, dass deren Verarbeitung besser ist als beim abgeblichen "Klassenprimus Golf"!


    Nun, dieses überaus charmante Video weißt jetzt nicht unbedingt auf (die von dir so gern unterstellten...:) ) Fertigungsmängel von VW hin sondern eigentlich auf das Problem VW's in Sachen Winterkorn. Wer in den heutigen Zeiten alle Welt an seinem autoritären Führungsstil mit dem Schwarm Ihm ergebener Kim Il Jong Notizblock haltener Atlaten teilhaben lässt musste sich über nichts mehr wundern das etwas in diesem Weltkonzern im Argen liegt.....

  • Dienstlich habe ich auch des öfteren Peugeot und Citroen gefahren, da ist selbst bei älteren Fahrzeugen nie was abgebrochen und gerade die "Göttin" war auch in der Verarbeitung, allerdings in der gehobenen Ausstattungslinie einem vergleichbaren VW hoch überlegen, ganz zu schweigen vom Fahrverhalten und den wesentlich besseren Motoren. […]

    In den 90er Jahren stand im Showroom des Citroenhändlers aber keine DS, sondern ein AX aus damals aktueller Produktion. Und dessen Verarbietung war nicht mal auf FIAT-Seicento-Niveau.

  • Nun, dieses überaus charmante Video weißt jetzt nicht unbedingt auf (die von dir so gern unterstellten...:) ) Fertigungsmängel von VW hin sondern eigentlich auf das Problem VW's in Sachen Winterkorn. Wer in den heutigen Zeiten alle Welt an seinem autoritären Führungsstil mit dem Schwarm Ihm ergebener Kim Il Jong Notizblock haltener Atlaten teilhaben lässt, musste sich über nichts mehr wundern, dass etwas in diesem Weltkonzern im Argen liegt.....


    Du hast Recht, doch die Rückwirkungen eines miesen Führungsstils wirken sich signifikant auf die Qualität der Produkte eines Unternehmens aus. Was mich allerdings noch immer verwundert, ist, dass bei Opel nach den Auswirkungen der Aktivitäten des Herrn Lopez ein Verkaufseinbruch erfolgte, der das Unternehmen fast vom Markt gefegt hat, jedoch bei VW der Lopez fast unterging und sämtliche Skandale des Konzerns bisher noch immer zu keinen größeren Abstinenzen der Käufer führten. Der faschistische Nimbus des "Volkswagen" muss wohl noch immer in den Hirnen spuken, ebenso wie angeblich "dt. Wertarbeit" und ähnlicher Unsinn.

  • […] ähnlicher Unsinn […]

    […] wie der im teilweise zitierten Beitrag geäußert, führt leider dazu, dass Gespräche, wie sie doch eine Threaderstellung anzuregen beabsichtigt, einzuschlafen oder abzusterben drohen. Dieser Thread ist seinerzeit gestartet worden, als es zum Skandal "hochsterilisiert" wurde, dass Aufsichtsratsvorsitzender Piech "seinem" Vorstandsvorsitzenden Martin Winterkorn das Vertrauen entzog und daraufhin selbst geschasst wurde, bis er seinen Rücktritt verkündete und sich auch aus dem Rampenlicht der Öffentlichkeit weitestgehend zurückzog… Winterkorn hatte als Markenvorstand von Audi deren Siegeszug zum ernstzunehmenden BMW-Konkurrenten gelenkt und ist deswegen in den Vorstand des Konzerndachs berufen worden, vergeigte dort aber anscheinend das wichtige US-Geschäft. Der Abgas-Skandal hat nur die medialen Begleiterscheinungen eskalieren lassen, so dass er kurze Zeit nach seinem hausinternen Machtkampf schließlich untragbar wurde.


    Die Ära Lopez (sie liegt ohnehin 20 Jahre zurück) spielt längst keine Rolle mehr - der Preisdruck, den Unternehmen auf ihre Lieferanten ausüben, ist heutzutage quer durch so ziemlich alle Branchen des produzierenden Gewerbes weitaus druckvoller, als es Lopez je vorschwebte.

  • # 167: Es ist immer wieder erstaunlich, wie Du grenzwertig zur Kriminalität getroffene Entscheidungen von Managern großer Unternehmen oder sogar nachgewiesenen Betrug an Millionen Kunden, wie beim VW-Konzern durch Abgassteuerungsmanipulationen, zu verniedlichen oder kleinzureden versuchst.

  • # 167: Es ist immer wieder erstaunlich, wie Du grenzwertig zur Kriminalität getroffene Entscheidungen von Managern großer Unternehmen oder sogar nachgewiesenen Betrug an Millionen Kunden, wie beim VW-Konzern durch Abgassteuerungsmanipulationen, zu verniedlichen oder kleinzureden versuchst.


    Da befindet er sich ja in "allerbester Gesellschaft".
    http://www.t-online.de/wirtsch…en-von-fake-news-vor.html


    Weshalb wurde Piëch als Aufsichtsratsvorsitzender von SPD/ Weil und den Gewerkschaftsfunktionären abgelöst?
    Damals meinte er man müsse mit den Verbrechern in den eigenen Reihen aufräumen. Das war extrem unbequem, spricht aber für Ferdinand Piëch.


    Fakt ist, daß über die Vorstandsassistenten alle wesentlichen Informationen über den Arbeitsablauf eines Unternehmens der Führungsetage bekannt sind, ansonsten könnte der Vorstand nicht agieren.


    Jetzt versucht also ein Herr Ministerpräsident Stephan Weil den Bürger für Dumm zu verkaufen.
    Fakt ist: In einem Konzern geschieht nichts, aber auch gar nichts ohne das Wissen der Geschäftsleitung. Alles andere sind windige Schutzbehauptungen verantwortlicher die ihrer Verantwortung nicht nachkommen wollen und mit allen juristischen Tricks ihren Hals aus der Schlinge ziehen wollen. Erbärmlich.
    Noch erbärmlicher genau jenen Ferdinand Piëch jetzt zu diskreditieren um vom eigenen schändlichen Verhalten abzulenken.

    Einmal editiert, zuletzt von Durch Blick ()

  • Ist doch klar, dass alle, die auf der Seite der Haupt-Kapitaleigner stehen - und das sind nun einmal per se deren leitende Angestellte und der Aufsichtsrat, der im Auftrag der Kapitaleigner agiert - nun alles daran setzen, um Schadensbegrenzung zu betreiben, und im Zuge dessen versuchen, alles, was die Mitwisserschaft und Mittäterschaft wesentlicher Akteure bestätigen würde, zu deckeln, denn das Offenlegen ginge diesen Interessen naturgemäß zuwider.
    Es geht um brisante Haftungsfragen, solche Haftungsfragen gehen zu Lasten der Anteilswerte und bei Konkretisierung zu Lasten des operativen Betriebsergebnisses. Die Devise lautet nun verständlicherweise, dass alles getan wird, um die Angelegenheit, ohne weitere schwere Wunden zu erleiden, überwunden wird. Und Piechs Vorwurf schlägt nochmal tief in die gleiche Kerbe, die schon ein paar Milliarden gekostet hat. Der wird folgerichtig von allen nun in die Schmuddelecke gestellt und diffamiert.
    Ich persönlich gehe davon aus, dass in einem derart zentralistisch geführten Konzern keine Maßnahmen dieser betrügerischen Tragweite ohne klare Anweisungen von oben in Angriff genommen worden wären, was für mich zur Schlussfolgerung führt, dass die wesentlichen Spieler von Anfang an in vollem Umfang eingeweiht waren und letztlich auch den Auftrag für die Umsetzung gegeben haben. Heute heißt es folgerichtig: Rette sich wer kann und rettet die Milliarden.

    4 Mal editiert, zuletzt von A3243 () aus folgendem Grund: Absatz

  • Ich halte es für unglaubwürdig, dass Piëch erst vom israelischen Geheimdienst davon erfuhr. Das einzige, was er von denen neues erfuhr, war die Tatsache, dass die amerikanischen Behörden am Thema dran sind.

  • Die ganze VW-Kiste ist inzwischen derartig krass und allumfassend gegen die Wand gefahren, dass wir inzwischen aufhören dürften, uns an weiteren Spekulationen zu beteiligen. Ich schätze, da hängen alle ehemaligen und gegenwärtigen "Entscheider" mehr oder weniger mit drin. Das sind Fälle der Staatsanwaltschaften, der Ermittler, Beweise, etc.

  • Ist doch klar, dass alle, die auf der Seite der Haupt-Kapitaleigner stehen - und das sind nun einmal per se deren leitende Angestellte und der Aufsichtsrat, der im Auftrag der Kapitaleigner agiert […]

    Komisch. Ich dachte, Herr Piech wär' einer dieser Haupt-Kapitaleigner…

    Einmal editiert, zuletzt von I'm a Substitute () aus folgendem Grund: Link nachgereicht

  • Nur dann wirklich "komisch", wenn die Hintergründe nicht geläufig sind. Lesen Sie die von Ihnen verlinkte Quelle.
    Das Wesentliche ist: es geht um viel Geld, auf welches vor allem das Land Niedersachsen (besondere Beziehung zu VW qua Vertrag) nicht verzichten kann, denn die vormals prognostizierten Ausschüttungen sind bereits verplant oder gar ausgegeben worden.


    Piech ist einer von mehreren (Minderheits-)Anteilseignern von Porsche SE. Seine Beweggründe sind vielfältiger Natur, sicher ist er nicht auf jeden Euro angewiesen, der aus Wolfsburg kommt. Er hat längst mehr als nur ausgesorgt und ist im Ãœbrigen unabhängig
    Wenn die Puzzleteile richtig zusammenlegt werden, hat er seinen seinen Posten aufgrund eines verlorenen Machtkampfes mit eben dem Winterkorn verloren, der für den Skandal nicht nur der logische Hauptverantwortliche ist, sondern auch mit abstruser Argumentation seine Mitwisserschaft, oder gar die ganze Aktion nicht nur gebilligt, sondern womöglich sogar angeordnet zu haben, bestreitet. Und die Auseinandersetzung der beiden muss etwa in dem Zeitraum gewesen sein, als der groß angelegte Betrug Thema der Leitungsebenen gewesen sein müsste. Womöglich gibt es also auch hier noch thematische Zusammenhänge, auch wenn andere Gründe als Erklärung kolportiert und kommuniziert wurden.


    Piech kennt die Interna zu genau, um nicht zu wissen, dass diese aktuelle Version, die Winterkorn erzählt, eine absurde Darstellung ist. Eine konzernweit durchgeführte Manipulation essenzieller Werte, die gesetzliche Relevanz haben und mit speziell angepasster Software, die von einem externen Entwickler und Mitwisser (Bosch) zugekauft worden ist, anzuordnen und durchzuführen, ist, in diesem zentralistisch strukturierten Konzern, der von einem Kontrollfreak geleitet wird, nur dann vorstellbar, wenn der Chef über Verlauf und Stand der Dinge und Ergebnisse auf dem Laufenden gehalten wird - nachdem er die hausinterne Freigabe erteilt hat.


    Dass Piech mit dem Mann noch ein Hühnchen zu rupfen hat, schmälert nicht seine Authentizität, wenn er auf die konzerninternen Strukturen und üblichen Vorgehensweisen hinweist. Dass Ihm nun in die Seite gefahren wird, ist nur zu verständlich, im Gesamtzusammenhang. Im Ãœbrigen werden seine Aussagen inzwischen vorsätzlich in Zusammenhängen zitiert, die weder ausgesagt wurden, noch inhaltlich passend sind (israelischer Geheimdienst), dies wird sehr geschickt eingefädelt und platziert. All das kann nur dem Zweck dienen, seine Glaubwürdigkeit zu unterminieren.


    Piech hat sich nun mit einer ganzen Reihe sehr potenter Gegner und ihren Hilfstruppen - aus welchen Motiven heraus auch immer die sich auf die Seite von VW stellen - angelegt. Ich vermute, dass er darüber gründlich nachgedacht und sich nach reiflicher Ãœberlegung entschlossen hat, in seinem hohen Alter noch diesen letzten großen Kick mit- und durchzumachen, denn er dürfte sich genau vorgestellt haben, worauf er sich da einlässt.
    Nötig hat er das offenbar nicht, es ist also eine Ãœberzeugungstat. Reine Rache halte ich für möglich, aber weitgehend abwegig. In dem Alter und mit dem Status macht das wenig Sinn. Auszuschließen ist es allerdings nicht. Doch steht auf der anderen Seite der unumstößliche Umstand, dass es sich bei dieser Annahme um die einfachste und bequemste aller Erklärungen handelt, die auch nicht zu weiterem Nachdenken und tieferem graben führt. Sie ist also vor allem für diejenigen gut passend, die den Deckel drauf und einen Strich drunter machen wollen. Sich das Insider-Problem namens Piech auf diese Weise vom Hals zu schaffen, ist geradezu elegant.

    12 Mal editiert, zuletzt von A3243 () aus folgendem Grund: ergänzt