Globale Gutmenschelei

  • Vieles auf dieser Welt liegt im Argen:



    • rund 1 Milliarde Menschen hungern
    • Menschen verhungern
    • es herrscht vielfach Krieg, Korruption, Folter und Unterdrückung
    • die Armut bleibt bestehen und nimmt in den reichen Ländern zu


    Diese Welt kann einem als Saustall vorkommen und ich persönlich empfinde sie auch als solchen.
    Und das, obwohl diese Welt rund und bunt ist und eigentlich für alle Erdbewohner
    zu einem guten Leben taugen kann und sollte.


    Warum gibt es dann die oben benannten Probleme?


    Diese Frage kann auch in diesem Thread bearbeitet werden.


    Ich sehe in allererster Verantwortung die Eliten von Politik und Wirtschaft,
    gefolgt von denen von Kirchen, Gesellschaft und Medien.
    Meines Erachtens versagen die fast vollständig, wenn es um die Frage
    geht, wie die oft himmelschreienden Ungerechtigkeiten aus der Welt geschafft werden können.
    Diese Eliten sind fast alle gekauft oder infiziert von der Macht des Kapitals,
    das ihnen privat ein hübsches Zubrot garantiert, dafür aber verlangt,
    dass die Eliten ihre soziale Intelligenz runterfahren
    und der gernzenlosen Vermehrung des überschüssigen Kapitals
    in den Händen weniger Menschen zuarbeiten.


    Es gibt durchaus Menschen, Institutionen und Gruppen, die sich teils aktiv für
    die dringend notwendigen Verbesserungen in der Welt einsetzen.
    Leier zumindest nicht mit dem durchschlagenden Erfolg,
    dass die Welt sich grundsätzlich bessert.


    Dann gibt es auch einige Scharlatane, die noch privates Kapital aus ihrer
    vielleicht ehemals gut gemeinten Arbeit schlagen,
    z.B. in Form unseriöser Spendenpolitik.


    Und dann gibt es auch einiges an Aktionen, die m.E. mehr von Naivität
    und mangenden Durchsetzungsvermögen gekennzeichnet sind.


    So tummelt sich einige an Gutmenschelei auf diesem Planeten,
    ohne dass es diese in den letzten 30 Jahren wirklich umfassend geschafft hätte,
    die Welt zu bessern. Darüber sollten wir nachdenken und diskutieren.


    Das folgende aktuelle Beispiel erscheint mir z.B. naiv angelegt
    und setzt sich dem Verdacht einer nicht wirklich nachhaltigen Gutmenschelei aus:


    Am 24.05.2015 erreicht mich folgener Aufruf
    der Organisation Globalcitizen:



    Ich funke heute (25.05.2015) an die Absender einschließlich
    ca. 100 Kopien an Adressen aus Politik, Kirche, Medien und Gesellschaft zurück:


    5 Mal editiert, zuletzt von Kleinlok ()

  • Wohl wahr, nix ändert sich wirklichzum Wohle der Menschheit. In D sind die Amtsstuben und Einrichtungen des öffentlichen Rechts, gefüllt, mit Mitläufern die der Parole “Wachstum und Gewinne“ (um jeden Preis) dank Kostendämpfungsgesetz, den Poschi pudern. Abwimmeln was geht,abgreifen was das Zeugs hält, unterm Mantel der Nächstenliebe und Barmherzigkeit wie der Wolf im Schafspelz. Wo bitte, kann unsere Kanzlerin darauf stolz sein, ein Christ zu sein?!
    Nun trifft sich die Göttin von Europa erneut mit ihres gleichen um des Kaisers neue Kleider zu bestaunen.Da wird sie dann wieder zelebriert, die einzig wahre Sünde dieser Welt: Ignoranz!
    Da wird die “Marie“ verteilt und die Marie von einst, deren Kopf dem Kuchen zum Opfer fiel, wäre stolz auf die heutige Zeit, wo die DSDS Zombis zur Party rufen um die neue Form des Kotau zu trainieren.


  • Seit wann präsentieren sich die Eliten als Gutmenschen?
    Der Begriff Gutmensch wurde von Nazis als Sammelbegriff für Sozialstaat, Sozialpädagogen und christliche Umweltschützer erfunden. Nazis bezeichnen Arbeiterführer, Armenseelsorger, Umweltaktivisten und dergleichen als Gutmenschen. Und nun kommst du und redest den Nazis ins Gemächt?
    So langsam können wir hier in Politopia einen Pegida-Vorstand wählen.

  • Seit wann präsentieren sich die Eliten als Gutmenschen?
    Der Begriff Gutmensch wurde von Nazis als Sammelbegriff für Sozialstaat, Sozialpädagogen und christliche Umweltschützer erfunden. Nazis bezeichnen Arbeiterführer, Armenseelsorger, Umweltaktivisten und dergleichen als Gutmenschen. Und nun kommst du und redest den Nazis ins Gemächt?
    So langsam können wir hier in Politopia einen Pegida-Vorstand wählen.



    Dein Antifa-Tunnelbick geht mir langsam aber sicher auch auf den Senkel.


    Ich kenne den Begriff "Gutmensch" seit etwa 10 Jahren aus der langläufigen politischen Diskussion
    im eher bunt-politischen Spektrum. Kann sein, dass die Nazis diesen Begriff benutzt haben,
    aber ich sehe den deswegen noch lange nicht so diskreditiert, wie das andere Begriffe dann eher zu Recht im Zusammenhang mit der Nazi-Vergangenheit sind.


    Genauso sehe ich das auch mit dem Begriff "Lügenpresse".
    Wir haben eine Lügenpresse, nicht nur, aber in einem Ausmaß, dass ich kotzen kann.
    Mag sein dass die braunen Vollpfosten diesen Begriff auch verwendet haben (bis sie an die Macht kamen, danach musste die Presse in ihrem Sinne lügen und galt bestimmt nicht mehr als Lügenpresse).


    Kurzum:


    Wir haben auch heute Gutmenschentum und Lügenpresse
    und ich erkläre dir was ich darunter verstehe:


    Menschen und Institutionen die oft eine sehr verengte Sicht auf die Dinge präsentieren,
    sich selber als das Wahre und Gute begreifen wollen und abweichende Haltungen zu der ihrigen
    per se als böse sehen.


    Oder Menschen bzw. Gruppen, die mit m.E. weichgespülten (und deswegen nutzlosen) Aktionen sich und anderen suggerieren wollen, sie würden damit die Welt besser machen können.
    Genau diesen Vorwurf erhebe ich gegenüber der Idee von der Beitrag #1 kritisierten Veranstaltung.

    Einmal editiert, zuletzt von Kleinlok ()

  • Ich denke mal das nur jemand diese Kombi - globale Gutmenschelei verbinden kann der selbst niemals irgendwo in einem armen Land gelebt oder gearbeitet hat.


    Denn dort - und damit meine ich wo Menschen wirklich in der Scheiße sitzen - sind es zumeist völlig naive Gutmenschen, oft genug Ausländer ( da der heimischen Oberschicht ihre eigenen Ärmsten noch wesentlich brutaler am Arsch vorbei geht als in unserem vielgescholtenen Landen ) und nicht staatliche Organisationen die diesen das Ãœberleben oder die menschliche Würde garantieren.


    Siehe den Nebenthread. Brasilien mit Hundertausenden von Cracksüchtigen. Wer meinst Du kümmert sich da um diese menschlichen Wracks ? Die brasilianische Caritas oder irgendeine staatliche Organisation ?


    Nach 15 Jahren Brasilienerfahrung und vorher Asien bin ich zumindest über "globale" Gutmenschen recht froh. Und selbst über die, die eine Kutte oder sosntige Insignien ihrer Religiösität tragen.....

    Einmal editiert, zuletzt von Bicyclerepairmen ()


  • Da hast du mich scheinbar missverstanden. Ich kritisiere nicht Menschen bzw. Gruppen, die vor Ort im Rahmen ihrer Möglichkeiten versuchen, eine gute Arbeit zu leisten, die den Betroffenen hilft. Ich kritisiere naive Zugänge zu gesellschaftlichen und politischen Problematiken, die über den Kern des Problems hinwegsehen.


    Dieses Problem sehe ich bei der Veranstaltung am 6.Juni 2015 in München gegeben.


    https://www.globalcitizen.org/…rmut-am-06-juni-in-munch/


    Das ganze ist eine Party kombiniert mit einer Kundgebung. Per se keine schlechte Idee, aber kommen werden eh mal wieder vorwiegend die pflegeleichteren Kid aus gutem Hause, die sich die Fahrt nach München leisten können. Klare konkrete politische Forderungen werden in der Einladung m.E. nicht benannt:


    Zitat

    Und wenn ich 'wir' sage, dann meine ich damit DICH und DICH und DICH auch. Jawohl, ihr seid alle eingeladen! Und wir brauchen euch - denn nur gemeinsam sind wir laut genug, damit Angela Merkel und die anderen Staats- und Regierungschefs uns bei dem anstehenden G7-Gipfel hören können. Wir fordern konkrete Entscheidungen von den G7, um extremer Armut, Hunger und vermeidbare Krankheiten in Entwicklungsländern endlich ein Ende zu setzen.


    In dem von mir gefetteten Satz werden zwar "konkrete Entscheidungen von den G7" verlangt, nur leider kommen die Organisatoren selber nicht auf den Punkt, einmal solche konkreten Entscheidungen zu benennen. Nicht einmal eine Hausnummer derart, wie viel Geld diese 7 reichsten Nationen der Welt für die globale Entwicklung locker machen sollen, ist zu hören. Das finde ich lächerlich.


    Jede/r, der nur ein klein wenig das politische Spiel von Merkel, Obama & Co kennt, sollte wissen, dass ein knallharter Finanz- und Wirtschaftslobbyismus diese Herren und die Dame anleitet und dass ein witzig buntes Happening mit Openair-Charakteristik bestenfalls von diesen gutlaunig goutiert, aber konsequenzlos abgenickt werden wird. Bourgoussie -Töchterchen Claudia Roth, die in 7 Jahren Rot-Gründ nichts dagegen erkennbar unternommen hat, dass unter Schröder die deutsche Entwicklungshilfe etwas verringert wurde, darf sich vermutlich wieder echauffieren, ihre Widersprüchlichkeit und keifende Stimme, möchte ich nur mit gratis Ohrenschützern und gegen Zahlung eines Schmerzengeldes von 200 Euro ertragen.


    Abgemildert gilt die Kritik auch für Jan Josef Liefers, von dem ich persönlich noch kein deutliches Wort Kapitalismuskritik vernommen habe, vermutlich weil er als zur Wendezeit junger DDR-Regimekritiker satt in diesen Raubritter-Kapitalismus durchstarten konnte.


    Kurzum, außer Party und pseudo- weltverbessernden Gelaber erwarte ich mir nichts von dieser Veranstaltung. Sollte ich mich da irren, können die Organisatoren mich als Redner einladen.... :)

    3 Mal editiert, zuletzt von Kleinlok ()

  • Seit wann präsentieren sich die Eliten als Gutmenschen?
    Der Begriff Gutmensch wurde von Nazis als Sammelbegriff für Sozialstaat, Sozialpädagogen und christliche Umweltschützer erfunden. Nazis bezeichnen Arbeiterführer, Armenseelsorger, Umweltaktivisten und dergleichen als Gutmenschen. Und nun kommst du und redest den Nazis ins Gemächt?
    So langsam können wir hier in Politopia einen Pegida-Vorstand wählen.



    Meines Wissens gibt es den Begriff "Gutmensch" bereits seit dem Ende des 19. Jahrhunderts.
    Man streitet sich darüber, ob er damals schon im selben Sinne verwendet wurde als heute
    und außerdem darüber. ob es Goebbels und Julius Streicher waren, welche ihn
    in den heutigen Sinne umgedeutet haben.

  • Der Begriff "Gutmensch" bezeichnet m.E. vowiegend den Charity-Adel, der sich in einem ungehemmten Anflug von Selbstbeweihräucherung mit überdimensionalen Barschecks ablichten läßt, vor dem Diner versteht sich.
    Studenten, die sich in Gruppen zusammenfinden, um einen Protest zu unterstützen, gehören für mich nicht dazu.
    Ich denke, wir würden bei jedem einzelnen, den wir fragen, wie er "Gutmensch" erklären würde, ein anderes Ergebnis erhalten.
    Ein Grund, diesen Begriff nicht zu verwenden.
    Die Ãœberschrift irritiert recht stark, wenn ich das Thema richtig verstanden habe.

  • Ich glaube nicht, dass die Bandbreite dessen, was die Menschen heute mit dem Begriff "Gutmensch" verbinden,
    besonders groß ist.

  • Ich glaube nicht, dass die Bandbreite dessen, was die Menschen heute mit dem Begriff "Gutmensch" verbinden,
    besonders groß ist.


    Warum nicht als das sehen, was da steht? Gut Mensch.... ein Mensch der gut ist.


    Und nur weil die Nazis diesen (und viele andere) Begriff zu dialektisch zu einem abwertenden Schimpfwort mißbrauchten, verlieren nicht die Worte ihre Bedeutung, aus denen dieser Begriff besteht.
    Deshalb sehe ich einen Zynismus in widerwärtigster Form darin, ihn als Schimpfwort zu verwenden. Wer sich dieser Interpretation anschließt, der trötet in die Fanfahre, die gern zu Fahnenbeschwenkten Fackelzügen geblasen wird.


    KL hat deutlich gemacht worum es ihm geht. Es sind die, die zwar helfen, das vllt auch gern und aus Ãœberzeugung aber die nichts gegen die eigentlichen Ursachen tun. Aus welchen Gründen auch immer. Und da gibt es bestimmt mehr als nur Unwissenheit oder Desinteresse. Bei einigen ist es schlicht Verweigerung. Ein Nicht-außeinandersetzen-wollen.


    Mich kotzen diese Nervenberuhigenden monatlichen 10 € Spender an, die das nur machen, damit sie es als Beweis ihres Engagements nutzen können.


    mfgf


  • Ich weiß nicht, ob ich nicht missverstehe.
    Nenne mir einfach einmal eine öffentlich bekannte Person,
    welche für Dich ein Gutmensch ist und begründe das!


    Damit ich verstehe, was Du meinst.

  • Ich weiß nicht, ob ich nicht missverstehe.
    Nenne mir einfach einmal eine öffentlich bekannte Person,
    welche für Dich ein Gutmensch ist und begründe das!


    Damit ich verstehe, was Du meinst.


    Jane Goodall! Und sie war auch jemand, der versuchte die Umstände/Ursachen zu bekämpfen/ändern.

  • Dein Antifa-Tunnelbick geht mir langsam aber sicher auch auf den Senkel.


    Damit kann ich gut leben.


    Aber finde dich damit ab: Pegida ist gescheitert. Unter anderem deshalb, weil das Autobahnargument "es war ja nicht alles schlecht unter Hitler", so wenig zieht wie "es ist nicht alles falsch ist, was Pegida gröhlt".
    Hier schließe ich mich Byciclerepairman an: wer immer Not lindert, und sei es aus Naivität, ist denjenigen vorzuziehen, die hinter jedem Sozialprogramm oder jeder Umweltaktivität nur die Verschwörung einer sorglosen Bohème wittern, die nur in die eigene Tasche wirtschaftet.
    Du schürst Ressentiments und rechtfertigst Egozentrik. Gefragt ist aber Solidarität, also gesellschaftlicher Zusammenhalt. Und der ist in Deutschland gar nicht mal so schlecht. Sonst ginge es bei uns nicht so "paradiesisch" zu im Vergleich zu anderen Ländern. Das gilt auch für unsere Problemviertel.

  • Der Begriff "Gutmensch" bezeichnet m.E. vowiegend den Charity-Adel, der sich in einem ungehemmten Anflug von Selbstbeweihräucherung mit überdimensionalen Barschecks ablichten läßt, vor dem Diner versteht sich.


    Ich habe den Begriff "Gutmensch" zum ersten Mal im Zusammenhang mit PI als politischen Begriff bewußt wahrgenommen (zuvor stand er schlicht für Bigotterie im vorwiegend protestantischen Milieu).
    Der Begriff Charity-Adel stehr in gleichem Zusammenhang. Ich wundere mich, daß Kojo dir noch kein "Danke" geschickt hat.

  • Der Begriff "Gutmensch" bezeichnet m.E. vowiegend den Charity-Adel, der sich in einem ungehemmten Anflug von Selbstbeweihräucherung mit überdimensionalen Barschecks ablichten läßt, vor dem Diner versteht sich.
    Studenten, die sich in Gruppen zusammenfinden, um einen Protest zu unterstützen, gehören für mich nicht dazu.
    Ich denke, wir würden bei jedem einzelnen, den wir fragen, wie er "Gutmensch" erklären würde, ein anderes Ergebnis erhalten.
    Ein Grund, diesen Begriff nicht zu verwenden.
    Die Ãœberschrift irritiert recht stark, wenn ich das Thema richtig verstanden habe.


    Ich sehe das nicht so eng.


    Die Ãœberschrift mag zunächst einmal Erstaunen, evtl. Ablehnung oder Fragen bedingen,
    soll und kann sie von mir aus- ein gewisses provokatives Element war durchaus ntendiert.


    Mein Grund: Mich kotzt Heuchelei an.


    Wir alle sind keine Engel, darauf kommt es auch nicht so an.
    Aber ich erwarte von mir und anderen Glaubwürdigkeit und Anstand.
    Und den lässt z.B. der oben benannte Charity-Adel komplett vermissen.
    Die feiern sich und ihre vorgebliche Gutherzigkeit obwohl sie permanent von der Ausbeutung anderer Menschen profitieren(wollen).

  • Damit kann ich gut leben.Aber finde dich damit ab: Pegida ist gescheitert. Unter anderem deshalb, weil das Autobahnargument "es war ja nicht alles schlecht unter Hitler", so wenig zieht wie "es ist nicht alles falsch ist, was Pegida gröhlt".Hier schließe ich mich Byciclerepairman an: wer immer Not lindert, und sei es aus Naivität, ist denjenigen vorzuziehen, die hinter jedem Sozialprogramm oder jeder Umweltaktivität nur die Verschwörung einer sorglosen Bohème wittern, die nur in die eigene Tasche wirtschaftet.Du schürst Ressentiments und rechtfertigst Egozentrik. Gefragt ist aber Solidarität, also gesellschaftlicher Zusammenhalt. Und der ist in Deutschland gar nicht mal so schlecht. Sonst ginge es bei uns nicht so "paradiesisch" zu im Vergleich zu anderen Ländern. Das gilt auch für unsere Problemviertel.



    Ausgeleiert, aber ich nehme, weil hier ja Global unterstrichen wurde, noch mal Brasilien als Beispiel. Dort ist "Gutmenschen" und Mäzenatentum so gut wie unbekannt.


    D.H. allein jemand wie http://de.wikipedia.org/wiki/Helmut_Greve der seiner Heimatstadt Hamburg ca. 70 Mill. Euro "schenkt" und der Weltpfeffersackknauserstadt überhaupt ädequate Uniräumlichkeiten ermöglicht, wäre in Sambaland ein Trottel, ein Idiot, nicht ganz dicht. Denn dort, in diesem immens reichen Land gilt warum sollte man einen -Sozial-staat privat alimentieren oder generell der Gesellschaft etwas zurückgeben wenn ich mir 10 Wachleute oder die korrupten Bullen kaufen kann die für mich Law and Order garantieren.

  • ...Helmut_Greve der seiner Heimatstadt Hamburg ca. 70 Mill. Euro "schenkt" und der Weltpfeffersackknauserstadt überhaupt ädequate Uniräumlichkeiten ermöglicht, wäre in Sambaland ein Trottel, ein Idiot, nicht ganz dicht. Denn dort, in diesem immens reichen Land gilt warum sollte man einen -Sozial-staat privat alimentieren oder generell der Gesellschaft etwas zurückgeben wenn ich mir 10 Wachleute oder die korrupten Bullen kaufen kann die für mich Law and Order garantieren.


    Je multikultureller umso weniger gesellschaftlicher Zusammenhalt könnte man dabei denken, oder ? ^^

  • Ausgeleiert, aber ich nehme, weil hier ja Global unterstrichen wurde, noch mal Brasilien als Beispiel. Dort ist "Gutmenschen" und Mäzenatentum so gut wie unbekannt.


    D.H. allein jemand wie http://de.wikipedia.org/wiki/Helmut_Greve der seiner Heimatstadt Hamburg ca. 70 Mill. Euro "schenkt" und der Weltpfeffersackknauserstadt überhaupt ädequate Uniräumlichkeiten ermöglicht, wäre in Sambaland ein Trottel, ein Idiot, nicht ganz dicht. Denn dort, in diesem immens reichen Land gilt warum sollte man einen -Sozial-staat privat alimentieren oder generell der Gesellschaft etwas zurückgeben wenn ich mir 10 Wachleute oder die korrupten Bullen kaufen kann die für mich Law and Order garantieren.


    Im Prinzip droht jede Uneigennützigkeit zur Trottelei zu verkommen, sobald diese ausgenutzt wird bzw. der uneigennützige Akteur sich ausnutzen lässt. Solidarität ist keine Einbahnstraße, ich denke jede/r kann und will etwas seinem sozialen Stand angemssen beitragen.


    Das möchte ich mal auf Deutschland anwenden: Dieses Land kann als wirklich unermesslich reich gelten. Die Fehlpolitik aber von über 40 Jahren hat die öffentlichen Haushalte in eine gewaltige Unterfinanzierung mitsamt hohen Schuldbeständen geführt. Ãœberll ließ und lässt sich eine mangelnde Haushaltsdisziplin beobachten, die Augen und die Profilsucht der Politik waren und sind oft größer als es die eigentliche Haushaltslage je erlaubte.


    Die finanzielle Schieflage vieler öffentlicher Kassen hat zu teils erhebliche Einsparungen im Bereich Sozialstaat, Kultur und Bildung (und noch einigem mehr) geführt. Den Rückzug des deutschen Staates aus solchen Bereichen kritisiere ich heftig, da ich es absolut nicht einsehe, dass die von dieser Sparpolitik betroffenen Menschen die Zeche für die von einer korrupten Politik betriebene Geldverschwendung bezahlen sollen.


    Aus diesem Grund lehne ich die vielfach zu beobachtenden Versuche grundsätzlich ab, die darauf abzielen, mit Hilfe von unbezahlter Arbeit (Ehrenamt/Freiwilligenarbeit) staatliche Aufgaben zum Schnäppchenpreis erledigen zu lassen. Die Promotion solcher unbezahlter Arbeit ist meist hochgradig verlogen und zündet m.E. nur noch bei gutmütigen aber leider strunzdummen Bürger(inne)n, die in ihrer ganzen bürgerlichen Angepasstheit die Ungerechtigkeiten des deutschen Wirtschaftssystems und die Plünderung der deutschen Staatshaushalte nicht erkennen (wollen) und mit ihrer genauso angepassten gutmütigen Ehrenamtsarbeit diesen Beschiss unterstützen.


    Wirklich reiche Akteure wie florierende Wirtschaftsunternehmen und finanziell extrem stark aufgestellte Einzelpersonen können sich wegen einer verringerten Unternehemnsbesteuerung, fehlender Vermögesnsteuer und weiterer zahlreicher Steuerprivilegien teils völlig vor ihrer Steuerpflicht drücken und nutzen das teils schamlos aus. Hoeneß ist nicht nur ein Einzelfall.


    Meines Erachtens soll der Staat für gerechte Bedingungen in Wirtschaft, Bildung, Steuersystem und Sozialstaat sorgen und das nicht dem vereinzelten Goodwill der Bürger/innen überlassen. Da versagt der deutsche Staat, spart z.B. seit Jahren in übelster Weise an der Bildung - im OECD-Vergleich liegt Deutschland in der Wirtschaftsleistung zwar auf den vordersten Plätzen, schwächelt aber bei den Bildungsausgaben abgeschlagen auf Platz 17 von 32 betrachteten Staaten.


    Es ist Aufgabe des Staates ein ausreichendes Bildungssystem zu finanzieren, nicht der Job von einigen Unternehmern - die dann zu allem Ãœberfluss ihre oft öffentlich zelebrierte Gutwilligkeit noch von der Steuer absetzen, so dass letztendlich der Staat nicht wirklich unterstützt wird, weil dieses vermeintliche Mäzenantentum oft ein Nullsumenspiel für den Staat ergibt.


    Greve hat Hamburg z.B. auch die Elbphilharmonie mit 30 Millionen Euro mitfinanziert, wovon er sicher einiges steuerlich geltend machen konnte, d.h. er dürfte also im Endeffekt den Staat deutlich weniger als mit diesen 30 Millionen Euro beglückt haben. Greve schmückt sich hier möglicherweise mit größeren Federn als die, die ihm zustehen, einmal abgesehen davon, dass seine angeblich so generöse Geste in Verbindung mit einer der größten Geldverbrennungen in Hamburg steht:


    Zitat

    Durch massive Kostensteigerungen und starke zeitliche Verzögerungen gilt der Bau mittlerweile als Skandalprojekt. In der Grundlagenermittlung wurden 77 Millionen Euro Kosten für die Freie und Hansestadt Hamburg veranschlagt. Bei Vertragsabschluss 2007 wurden bereits 114 Millionen Euro als durch die Stadt zu tragende Bausumme vereinbart. Nach mehrmaligen Nachverhandlungen einigte sich der Hamburger Senat im Dezember 2012 mit dem Generalunternehmer Hochtief auf eine Netto-Endbausumme von 575 Millionen Euro - inklusive der Planungskosten. Am 23. April 2013 verkündete Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz, dass das Projekt die Steuerzahler insgesamt 789 Millionen Euro kosten würd


    http://de.wikipedia.org/wiki/Elbphilharmonie


    Meine Vermutung: Würde Kleve ordentlich Steuern zahlen wie jede Putzfrau auch, dann könnte er sich seinen ganzen Stiftungsrummel schenken.


    Und das kotzt mich an dem Gutmenschentum an: Man holt sich öffentlich einen runter, wie toll man doch ist und dass man doch nur für alle das Beste will, aber de facto fällt eine eigentliche Verbesserung aus, weil man zu feige, zu bequem oder schlichtweg zu doof sich anstellt um nach wirklichen Lösungen zu suchen. Vieles von dem was diejenigen anstellen, die ich hier eher verächtlich als "Gutmenschen" bezeichne, hat nur einen verlogenen Alibicharakter, ist nicht wirklich von diesen Akteuren durchdacht und bestenfalls halbherzige und untaugliches Flickwerk.


    12 Millionen Menschen in Deutschland leben in Armut, mit Sicherheit wird kein einziger von denen auf der oben benannten Polit-Party in München dabei sein, die A. Merkel an ihre Pflicht gegenüber den Ärmsten dieser Welt erinnern will. Schon das zeigt die Verlogenheit dieser Veranstaltung: Wohstandskiddies machen einen auf Weltverbesserungen und feiern sich zusammen mit Jan Josef Liefers in die politische Bedeutungslosigkeit. Dem deutschen Kleinspießer wird man das alles als bunt, friedlich und unverdorben präsentieren, während gleichaltrige Artgenossen, die noch nicht so politisch gehirnamputiert sind, es in Elmau knallen lassen und sich mit 17 000 unterbezahlten frustrierten Polizisten rumstreiten werden (was de facto genauso deppert kommt wie die blöde Partymeile in Münschen).


    Und so bleibt alles beim beschissenen Staus Quo: Merkel & Co verkaspern 170 Millionen Euro in Elmau aber es wird wieder nichts substanzielles an Beschlüssen kommen, das in Richtung mehr globaler Gerechtigkeit und Befriedigung gehen könnte. Und daran werden die Partylöwen in München mit ihrem angepassten nichtssagenden Auftritt nichts ändern.


    Anstatt also das die G7 gemeinsam 500 Milliarden Dollar für ein Jahr stemmen, um die globale Entwicklungsarbeit voranzubringen (das wäre mal eine konkrete Forderung), gibt es zwei, max. dreistellige Millionenbeträge für Alibiprojekte. In München wird der Müll von den Partyhanseln zusammengekarrt und in Elmau haben dann hoffentlich alle Beteiligten das dortige Schmierentheater überlebt, während das unnötige Sterben in der Welt weitergeht....

    8 Mal editiert, zuletzt von Kleinlok ()