Endlich wieder Klassenkampf

  • Es sei denn, man hat eine Bundesregierung, für die alles "völlig alternativlos" ist.....dann ist das doch normal, oder?


    Was will man erwarten, wenn man seine Souveränität nicht einfordert?

  • in den schein-demokratien wirtschaften die an der macht sind auch in die eigene taschen und es gab diktatoren die relativ bescheiden gelebt haben-in einer scheindemokratie koennen sich die lumpen viel leichter verkriechen und ihre dreckigen spiele spielen als ein diktator.ich bin der meinung das man den dann eher zur verantwortung ziehen kann wenn das fass am ueberlaufen ist

    Und bis dahin?

  • Es geht um den Konflikt um die Besetzung des Personalvorstands,
    in dessen Verantwortung Tarifverhandlungen geführt werden,
    einen Vorstandsposten, welchen die Gewerkschaft weiterhin für sich beansprucht.


    Stimmt.:thumbsup:

  • letzte woche hat ein spanischer demonstrant 4 jahre gefaengnisstrafe erhalten-in den deutschen medien haben es nur telepolis und die nachdenkseiten erwaehnt(in der heutigen ausgabe)

  • Ich habe gelesen, dass die Postführung behauptet, während des Streiks kämen immer noch 80% der Briefe pünktlich an.
    Ich bekomme nur noch einmal pro Woche Post und dann einen ganzen Stapel.
    Wie ist es bei Euch?

  • Den letzten Brief habe ich Mitte vergangener Woche bekommen. Seitdem tut sich nix mehr.

  • Die Streiks in Deutschland sind doch harmlos.
    Die niederländische Polizei unterstützt ihre Gehaltsforderung mit aktiven Schikanen.
    http://www.spiegel.de/sport/so…inderungen-a-1040467.html


    Die Polizei da hat es drauf.


    In Deutschland fast nur erbärmliches Popokriechen und sich von depperten Arbeitgebern verarschen lassen. Das Abendland würde angeblich untergehen, wenn mal was nicht wie am Schnürchen kappt
    aber wie es den Menschen geht, die mit ihrer Arbeit dafür sorgen, dass alles so schön wie am Schnürchen klappt, das soll kein Schwein interessieren.


    Sozial unbefindliche Gartenzwerglokonien unter deutscher Flagge
    entblöden sich als gehirnamputierte Konsumidioten während
    ähnlich angepasste Arbeitssklaven (die den angepassten Gartenzwergen deren Schrott-Konsum ermöglichen) sich nicht trauen aufzumucken.


    In solch einem Drecksland ist Arbeiten Horror.
    Dafür macht es richtig Spaß den gehirnamputierte Konsumidioten
    und blinden Gartenzwergen einen ordentlich virtuell in deren Weicheier zu treten,
    damit die endlich mal wieder "Aua" rufen lernen. :thumbsup:

    2 Mal editiert, zuletzt von Kleinlok ()

  • Ich habe gelesen, dass die Postführung behauptet, während des Streiks kämen immer noch 80% der Briefe pünktlich an.Ich bekomme nur noch einmal pro Woche Post und dann einen ganzen Stapel.Wie ist es bei Euch?


    Das ist wohl ein Witz, was die Postführung von sich gibt! Wir haben seit 14 Tagen keine einzigen Brief oder Paketsendung mehr bekommen. (Westmecklenburg) Dennoch unterstützen wir den Streik, denn bei den Portogebühren kann der Konzern es sich wohl leisten, seine Leute anständig zu vergüten. Wenn man sich vor Augen führt, was ein Paket oder Einschreibebrief kostet, ist es mitunter günstiger, selbst die Zustellung zu übernehmen.


  • Diese „Merkwürdigkeiten“ gehen noch weiter.


    https://de.wikipedia.org/wiki/Andrea_Kocsis


    Die Verdi-Verhandlungsführerin für die Tarifverhandlungen mit der Deutschen Post heißt Andrea Kocsic und sie ist
    (man höre und staune) gleichzeitig stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende der Deutschen Post.
    Das ist -gelinde gesagt- äußerst delikat.


    Auch wenn die Aufsichtsräte von AGs zu 50% mit Vertretern der Arbeitnehmerseite besetzt sind, sind sie funktionell natürlich zur Neutralität verpflichtet.


    Man darf fragen: Wessen Herrn dient Andrea Kocsic mehr und wessen Herrn weniger?


    Kann es sein, dass sich hier wieder einmal streikende Gewerkschaftsmitglieder vor einen Karren spannen lassen, obwohl das Ergebnis des Tarifstreits längst feststeht?

    2 Mal editiert, zuletzt von A2813 ()

  • Eine interessante Entwicklung, welche dieser Tarifkonflikt genommen hat mit einem noch interessanteren Abschluss.
    Wenn man die Geschichte ein wenig verfolgt hat, dann fiel auf, dass die Arbeitgeber ursprünglich sogar ein besseres
    Angebot unterbreitet hatten als das, was Verdi schließlich unterschrieb. Dafür hat man das Fußvolk dann in einen wochenlangen
    Streik geschickt. Mir fiel schon einmal auf, wie plötzlich, so scheinbar aus den Nichts, die Verhandlungsführerin von Verdi
    neue Verhandlungen angeboten hatte und zwar ohne, dass ein Mindestmaß an Kompromissbereitschaft beim Arbeitgeber
    gegen die Kernforderungen von Verdi erkennbar gewesen war. Und dann unterschreibt Verdi etwas, das einer beinahe kompletten Aufgabe der eigenen Kernforderungen entspricht.
    Ich würde sagen, die Verdiverhandlungsführerin wird in die Wirtschaft wechseln. Man wird noch ein wenig warten, bis die Sache mit
    diesem Arbeitskampf im Orcus der Vergessenheit verschwunden ist.

  • Mich wunderte während des Tarifstreits bei der Post, dass die Verdiführung nie konkret erklärte, um was es eigentlich bei ihrer Kritik an der Auslagerung in 49 Regionalgesellschaften geht.


    Es hieß immer nur lapidar, dass der Postvorstand gegen einen Tarifvertrag verstoßen habe, ohne das der Presse näher zu erläutern. Der unbedarfte Zuhörer kann sich dann denken „na ja, das entscheiden dann halt Gerichte, ob es einen Verstoß gab, Verdi verliert ja schon die anderen Rechtsentscheidungen wie die Sache mit den Beamteneinsätzen während der Streiks, die können viel erzählen“


    Worum ging es hier:


    Der Postvorstand hatte vor Jahren schon damit begonnen, Paketzustellbezirke fremd zu vergeben, d.h. out zu sourcen, um weniger Lohn zahlen zu müssen als im Posttarifvertrag festgelegt ist.


    Verdi war darüber natürlich not amused, wusste aber, dass der Arbeitgeber das durchaus machen darf, es ist nicht ungesetzlich.


    Man verhandelte mit dem Vorstand und einigte sich schließlich auf eine zahlenmäßig festgelegte Grenze dieser Fremdvergabe. Im Gegenzug verzichteten die anderen Postbeschäftigten auf 2 bisher freie Tage und zusätzlich auf die Hälfte ihrer bisherigen tariflichen Pausen.



    Mit der Gründung jener Regionalgesellschaften hat nun der Arbeitgeber Post nach Ansicht von Verdi diese Vereinbarung untergraben, weil er damit das Lohnoutsourcing in der Paketzustellung weit über die tariflich vereinbarte Höhe hinaus überschreitet.



    Das meinte Verdi damit, dass der Arbeitgeber Post gegen einen bestehenden Tarifvertrag verstößt.



    Verdi hat in Folge der Gründung dieser Regionalgesellschaften jenen Tarifvertrag zu den Arbeitszeiten zum Ende des laufenden Jahres konsequenterweise gekündigt, zumal eine gerichtliche Entscheidung über einen möglichen Tarifbruch des Arbeitgebers letztinstanzlich ohnehin ein paar Jahre dauern würde.



    Dies hätte dazu geführt, dass die Postbeschäftigten ab dem 1. Januar 2016 automatisch wieder zwei freie Tage mehr und den doppelten Ansatz an tariflichen Pausen gehabt hätten, und zwar unabhängig davon, ob man sich im bisher bestehenden Tarifkonflikt einigt oder nicht. Indirekt in Lohn umgerechnet wären das einige Prozent mehr gewesen als Verdi nunmehr absegnete. Und wie gesagt, diese Verbesserung für die Beschäftigten hätte es auch ohne Einigung mit dem Postvorstand in anderer Sache gegeben.



    Der normale Postbeschäftigte hatte nach diesem Opfer zuletzt bei einer 8-Stunden-Arbeitsschicht einen tariflichen Pausenanspruch von etwa 17 Minuten. Dieser hätte sich ab nächstes Jahr wieder knapp verdoppelt.



    Ich habe in der Presse bisher nichts darüber gelesen, ob die Verdiverhandlerin mit der Tarifeinigung auch die Kündigung des Tarifvertrags zu den Arbeitszeiten zurück genommen hat. Das wäre natürlich die Krönung.



    Mich interessierte dieser Tarifkonflikt vermutlich auch deshalb, weil ich vor etwa zwei Jahrzehnten einmal knapp 4 Jahre lang im öffentlichen Dienst beschäftigt war. Wenige Wochen nach meiner Einstellung gab es einen scharfen Tarifkonflikt im ÖD, der schließlich in einen zweiwöchigen Streik mündete. Das war in den 90er Jahren. Ich trat aus Solidarität in die Gewerkschaft ein.



    Monika Wulf-Mathies war damals die Verhandlungsführerin der ÖTV, Nachfolgerin des berühmten Heinz Kluncker und SPD-Mitglied.
    Das Ergebnis, was sie nach zwei Wochen Streik unterzeichnete, wich nach meiner Erinnerung nur um 0,1% von dem ab, was der Arbeitgeber vor dem Streik angeboten hatte. Das wenige Streikgeld, was man damals bekam und die 0,1% mehr durch den Streik standen in keinem vernünftigen Verhälnis zueinander.



    Ich glaube, es war noch im selben Jahr, als Monika Wulf-Mathies plötzlich einen Job als EU-Kommissarin bekam und später eine leitenden Posten im Vorstandsbereich der Post.



    Ich trat nach diesem Tarifkonflikt wieder aus dieser Gewerkschaft aus. Verarschen kann ich mich selber.



    Korruption ist innerhalb der Gewerkschaften leider keine Seltenheit.



    Natürlich lässt sie sich im Zweifelsfall für Außenstehende nicht beweisen. Aber 1 und 1 zusammenzählen kann man schon.