Technische Intelligenz = Künstliche Intelligenz?

  • AlphaGo ist längst entthront worden. "Es" hatte seinen Meister gefunden, in der nächsten Ausbaustufe, passend genannt: "Master". Master hatte dann in einem Go-Event alle etablierten Go-Spieler vom Brett gefegt. Ein Spaziergang...
    VZ


    Nr.5 nimmt Speed auf!



    Mehr INPUT Stephanie...mehr INPUT!

  • Wollen wir hoffen, dass diese Systeme in einem Sinn weiter lernen, der nicht zu dem Schluss kommt, dass ein radikaler Reboot sinnvoller ist, als das lineare Patchen.


    https://www.nature.com/article…g_referrer=www.spiegel.de
    http://www.spiegel.de/wissensc…er-kolumne-a-1175130.html


    Das eigentlich interessante an solchen Artikeln ist wie immer die Reaktion der Leser.


    Die Gewissheit, dass das Prinzip biologisches "Leben" (und alles was damit zusammenhängt) das einzig maßgebliche Prinzip ist fasziniert mich.Ist es einprogrammierter Selbstschutz?


    Nun muss ich ja zu "unserer" Verteidigung sagen, dass wir ja nicht anders können (denken) wie wir selbst konstruiert sind und das wir ja durch Irrationalität zumindest ein kleines Update bekommen haben dieser Gewissheit manchmal zu entfliehen (einige Zeitgenossen zumindest).Allein diese Aussage ist ja schon paradox (siehe vorherigen Satz).


    Da draußen liegt ein Universum- wir wissen nichts!


  • Und wie rasant die Entwicklung ist, ohne dass auch nur noch der Hauch eines Zusammenrückens ersichtlich wird wie unsere eigentlichen Grundfesten, auf die wir doch immer mal zurückgreifen konnten, wie Moral im Zusammenhang mit Philosophie und Ethik. Unsere "Ethik" (zumindest wie ich es im Zusammenhang mit dem autonomen Fahren mitbekomme), ist reduziert auf die Haftungsfrage und die tendiert zu "Betreten auf eigene Gefahr".


    Frdl. Grüße
    Christiane

  • Mädels und Jungs,


    ich habe die bisherigen Beiträge mehr oder weniger intensiv diagonal gelesen und noch nicht gefunden, worauf wir uns beim Begriff "Intelligenz" einigen sollen.


    Offensichtlich ist die Intelligenz gemeint, die wir uns Menschen zumessen, und die ist nach den allgemein anerkannten Maßstäben durch die Fähigkeit zur Selbstreflexion ausgezeichnet. Das habe ich in den Beiträgen nicht so recht entdecken können ...

  • Ach, Wieben, bevor wir uns über die Definition geeinigt haben, ist die Selbstreflexion wieder den Bach hinunter ...
    Bei mir ist es ganz einfach eine Mischung aus purem Neid, den Fortgang vielfach zu verpassen und die Angst, noch viel davon mitzukriegen". Das wäre mein, wie sagt Konrad, Stück für die Suppe.
    :)


    Frdl. Grüße
    Christiane

  • Mädels und Jungs,


    ich habe die bisherigen Beiträge mehr oder weniger intensiv diagonal gelesen und noch nicht gefunden, worauf wir uns beim Begriff "Intelligenz" einigen sollen.


    Offensichtlich ist die Intelligenz gemeint, die wir uns Menschen zumessen, und die ist nach den allgemein anerkannten Maßstäben durch die Fähigkeit zur Selbstreflexion ausgezeichnet. Das habe ich in den Beiträgen nicht so recht entdecken können ...


    Und genau das ist der Fehler, den die meisten Leser bei SPON machen, nach meiner Meinung.Sie projezieren "uns" auf etwas anderes mögliches Neues, weil es ja keine Alternative als Vergleichsparameter kennen.

  • Von Künstlicher Intelligenz sind wir heute noch sehr sehr weit entfernt! Das Phänomen KI hat ein wenig Ähnlichkeit mit Fusionsreaktoren - prinzipiell wissen wir, wie es eventuell gehen könnte, im Detail sind aber noch viele Probleme zu lösen. Seit 50 Jahren wird konstant alle paar Jahre prognostiziert, dass wir in 50 Jahren soweit sein werden......wahrscheinlich wird diese Aussage so auch noch in 50 Jahren getroffen werden.....


    Ein Programm, was Menschen in Schach, GO, oder anderen Disziplinen schlägt.....na und? Ist das schon Intelligenz? Diese Programme sind nicht in der Lage, ein Glas Wasser zu trinken, oder den Einkauf für morgen zu organisieren......sie können nur das, was man ihnen beigebracht hat.....Intelligenz ist was anderes - sich auf neue, völlig veränderte Rahmenbedingungen immer wieder einlassen zu können.


    Turing hat seinen Turing-Test ins Spiel gebracht....und ja, es wird nicht mehr lange dauern, bis in anonymen Sessions die ersten Programme den Turing-Test gewinnen. Nur - haben wir es dann schon mit Intelligenz im menschlichen Sinne zu tun? Wohl eher nicht. Noch immer wird keines der Programme in der Lage sein, nach dem Turing-Test aufzustehen, und eine Tasse Tee zu kochen. Die meisten Menschen aber wären dazu locker in der Lage.....


    Die Philosophie bietet uns ein gutes Modell für den Menschen an. Dieser besteht aus Geist, Herz und Hand. Der Geist steht dann für die Ratio, die Vernunft, die Logik. Das Herz steht für die Seele, die leidenschaft, die Emotionen. Und die Hand steht für die Tat - also die Fähigkeit auch was umzusetzen. Alle drei Komponenten machen den Menschen aus.


    Den Geist kann man vielleicht mit Computern in absehbarer Zeit ergänzen oder auch ersetzen - die Hand können Roboter übernehmen. Aber das, was das Herz übernehmen soll - das ist derzeit noch gar nicht erfunden. Die IDee, dass es nur genug Geist braucht, um in Ergänzung mit tollen Robotern auch sowas wie Herz, Leidenschaft, Emotion, Seele entstehen zu lassen......ist derzeit noch vor allem Science Fiction. Noch nicht einmal die zugrunde liegenden Konzepte sind auch nur annähernd erforscht.....


    Vielleicht kann bald schon ein Schreibroboter tolle Nobelpreisverdächtige Texte hinausposaunen - und vielleicht unterstützen und Haushaltsroboter schon bald äußerst umfänglich bei allen Arbeiten des täglichen Tuns......
    Mit wirklicher Intelligenz hat all das nichts zu tun. Ohne Herz und Seele, ohne Leidenschaft wird das nichts.


    Es mag sein, dass eine wie auch immer geartete Rechnereinheit unseren Staat supereffektiv verwalten kann......aber die Leidenschaftliche Rede, warum wir Menschen uns als Menschheit aufmachen sollten, um den Mars zu besiedeln.....die wird ein Mensch halten müssen.



    Nein - ich kenne die Branche - und ich halte das meiste was da auch derzeit an Ängsten von wegen KI löst Arbeitsplätze ab geschürt wird, für ziemlichen Bullshit. Vor lauter Rationalisierung beschäftigen wir heute weltweit mehr Menschen als je zuvor......und das obwohl wir schon mindestens 50 Jahre intensivst dabei sind, immer mehr Lebensbereiche und Fabrikationsbereiche durch Automatisierung und Rationlaisierung auch mit Hilfe von immer mehr Computern durchzuorganisieren.


    Auch die nächsten 50 Jahre werden wir revolutionäre Entwicklungen nur in Nischen erleben.....der Rest ist einfach normale Veränderung.

  • Du projizierst Deine Vorstellungen von Intelligenz. Leiste die Abstraktion, davon los zu kommen. Auch scheinst Du mit Deinem Kenntnisstand der tatsächlichen Entwicklung bereits ein Jahrzehnt hinterher zu hinken. Ein Zeichen von Intelligenz wäre es, sich gründlich ins Thema einzulesen... :wink5:


    Es gibt hier im Forum weitere Freds zum Thema.
    Beispielsweise hier: http://politopia.de/threads/17…ersuch-quot-der-Evolution

    2 Mal editiert, zuletzt von A3243 ()

  • Ein Programm, was Menschen in Schach, GO, oder anderen Disziplinen schlägt.....na und? Ist das schon Intelligenz? Diese Programme sind nicht in der Lage, ein Glas Wasser zu trinken, oder den Einkauf für morgen zu organisieren......sie können nur das, was man ihnen beigebracht hat.....Intelligenz ist was anderes - sich auf neue, völlig veränderte Rahmenbedingungen immer wieder einlassen zu können.



    Ich greife diese Punkte einmal heraus.
    Rollen wir von hinten auf, hast Du den entscheidenden Punkt, um den es in den letzten Beiträgen ging, entweder überlesen, oder ignoriert.
    Der womöglich entscheidende Sprung, von der von Menschen programmierten Reproduktionmaschinerie zum selbstlernenden Neuronalen Rechenwerk, ist gerade getan. Und der Prüfling hat sich gut geschlagen.
    Nun, selbstverständlich ist es nur Go und "Es" musste das Spiel lernen, um dann aber in dieser Disziplin das befähigtste spielfähige Etwas zu werden, dass es jemals gegeben hat - bis heute.
    Und jetzt kommt der entscheidende Punkt: "Es" hat das alles völlig selbstständig ohne weiteren menschlichen Input erlernt. Was unterscheidet diese Maschine hinsichtlich dieser Befähigung von einem Menschen?


    Wozu soll ein Programm ein Glas Wasser trinken wollen? Ist das nicht ein wenig platt argumentiert? Ergibt das einen Sinn? Und wäre es sinnvoll, was sollte ein System davon abhalten, wenn der Zugriff auf die erforderlichen Ressourcen ermöglicht ist, und entsprechende Manipulatoren vorhanden sind, dies doch zu tun? Wäre das dann ein Upgrade hin zum ...- was eigentlich ist es, das Du definieren willst? Wie weit kommst Du mit deiner Argumentationskette?


    Kann Stephen Hawking selbstständig und ohne Hilfe von außen seinen Einkauf für morgen "organsieren"?
    Und falls er das nicht könnte, hieße das, er wäre unintelligent?
    Sind Psychopathen unintelligent, weil sie aufgrund ihrer Störungen emotional kompromitiert sind oder mit Emotionen nichts anfangen können, weil sie beispielsweise keine verspüren?
    Wie sieht es mit anderen sozio-kognitiven Störungen aus. Sind diese Menschen gar keine? Oder einfach "abartig"?


    Erkennst Du das Problem Deiner Argumentation?
    Du nimmst einen egozentrischen (humangenetisch und soziologisch vorgeprägten) Standpunkt ein und definierst auf dieser Basis Eigenschaften als Voraussetzungen, die Du selbst nicht konsistent durchdeklinieren kannst und dich daher immer wieder zu Einschränkungen und Abwandlungen gezwungen sehen wirst, so lange, bis du zugestehst, dass diese Methode nicht zum Ziel führen kann.


    Nicht Deine oder meine Definition ist ausschlaggebend, sondern die faktenschaffenden Eigenschaften einer sich entwickelnden Technologie, die sich jenseits des menschlichen Begriffshorizonts abspielt und uns eines Tages mit Entwicklungssprüngen überraschen dürfte, die besser rechtzeitig antizipiert, als ignoriert gehören. Aus Eigeninteresse.

    3 Mal editiert, zuletzt von A3243 ()

  • ...Der womöglich entscheidende Sprung, von der von Menschen programmierten Reproduktionmaschinerie zum selbstlernenden Neuronalen Rechenwerk, ist gerade getan. Und der Prüfling hat sich gut geschlagen.....


    Aber in einem sehr begrenzten, in sich geschlossenen System mit vorgegebenen Regeln. Ein gut programmierter Algorithmus zur Berechnung statistischer Werte.


  • Seit 50 Jahren wird konstant alle paar Jahre prognostiziert, dass wir in 50 Jahren soweit sein werden......wahrscheinlich wird diese Aussage so auch noch in 50 Jahren getroffen werden.....


    Seit 1967 sind die erzielten Fortschritte ja auch zweifellos enorm ...in weiteren 50 Jahren wird eine Menge passieren. Es ist ja nicht so, dass schon seit Jahrhunderten erfolglos an KI geforscht würde. :)



    Es gibt hier im Forum weitere Freds zum Thema.
    Beispielsweise hier: http://politopia.de/threads/17…ersuch-quot-der-Evolution


    In diesem Thread lieferte ich ein Beispiel dafür, dass KI heute schon mehr vermag als nur genau das zu tun, was ihr einprogrammiert wurde:
    http://politopia.de/threads/17…174&viewfull=1#post945174


    Es ist natürlich richtig, dass das erst die ersten Ansätze zu echter künstlicher Intelligenz sind (abgesehen mal vom Definitionsproblem, was Intelligent genau sei), aber ich glaube, dass die Geschwindigkeit, mit der maschinelle Intelligenz zunimmt, immer höher wird. Es ist oft so, dass bahnbrechende Entwicklungen/Technologien oft lange Zeit scheinbar zögerlich unter der Oberfläche schwelen, bis es plötzlich zu einem eruptionsartigen Ausbruch kommt.
    Man denke an die Evolution selbst: wie lange hat es gedauert, bis es Leben auf dem Planeten gab? Wie lange war 'Leben' dann gleichbedeutend damit, ein Einzeller zu sein? Wie schnell entwickelten sich die Organismen dann aber immer weiter als erst einmal die Hürde zum mehrzelligen Organismus überwunden war?
    Ich nenne ein weiteres Beispiel aus dem Bereich der Technologie: Wie lange dauerte es, bis die Menschheit endlich das Telefon erfand? Dann der schon kürzere Zeitraum vom Festnetztelefon mit Wahldrehscheibe bis hin zu den ersten klobigen Mobiltelefonen? Dann die erwähnte Explosion: Heute würde einem vermutlich jeder zweite Teenager glauben, wenn man ihm erzählte, dass bereits die Urmenschen Mobiltelefone besessen hätten, so selbstverständlich scheinen diese Geräte inzwischen geworden zu sein. :)
    Ach so, "meinen" Bitcoin sollte ich nicht vergessen: von 2009 bis 2011 bewegte sich der Preis im Bereich zwischen Null und einem Dollar, 2015 waren es deutlich mehr als 200 Dollar, dieses Jahr dann 'explodierten' die Kryptowährungen und der Bitcoinpreis stieg von schon beachtlichen > 1000 auf über 6000 Dollar. Ich denke, das ist erst der Anfang (wobei im Gegensatz zu den anderen Beispielen dieses deutlich spekulativer ist, da das von mir erwartete Ereignis - noch höhere Preise - in der Zukunft liegt, so dass ich mir nicht sicher sein kann, ob es tatsächlich eintritt).


    Tja, und die rasante Entwicklung der KI als weiteres Beispiel des immer ähnlichen Musters, ist m. E. schlicht nicht mehr aufzuhalten.

  • Du projizierst Deine Vorstellungen von Intelligenz. Leiste die Abstraktion, davon los zu kommen. Auch scheinst Du mit Deinem Kenntnisstand der tatsächlichen Entwicklung bereits ein Jahrzehnt hinterher zu hinken. Ein Zeichen von Intelligenz wäre es, sich gründlich ins Thema einzulesen... :wink5:


    Es gibt hier im Forum weitere Freds zum Thema.
    Beispielsweise hier: http://politopia.de/threads/17…ersuch-quot-der-Evolution


    Wenn du von einem Jahrzehnt sprichst....meinst du da die Zeit, kurz nachdem das iPhone auf den Markt kam?


    Auch in dem zitierten Thread habe ich einige Beiträge geschrieben - die ich im Grunde genommen hier nur aktualisiert und präzisiert habe. An meiner grundsätzlichen Sichtweise auf das Thema KI im Allgemeinen hat sich nicht wesentlich was verändert, nur weil ein paar neue kleinste Erfolge unter quasi Laborbedingungen erreicht werden konnten.


    KI in der Breite - das ist heute eher Alexa, Siri und Cortana - sowie das, was daraus im Weiteren gemacht wird. Schon Initiativen wie Watson sind weit davon entfernt, ein reales reifes Szenario zu bilden. Tatsächliche Einsatzszenarien von etwas, was man irgendwie KI nennt, hat man bei der Virenerkennung - tatsächlich aber handelt es sich um Rechenknechte, die riesige Datenmengen nach Mustern absuchen.


    Ich habe keine Zweifel daran, dass es nicht mehr lange dauert, bis Maschinen bessere Ãœbersetzungen machen, als die meisten Abiturienten je in der Lage sein werden. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir einiges an Prognosen wunderbar hinbekommen - weitaus besser, als dies dem Menschen im Allgemeinen gelingt. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass die Zeit nahe ist, in der KI in der Lage ist neue mathematische Beweise zu formulieren, oder neue Abhängigkeiten zwischen Größen der Naturwissenschaften zu entdecken.


    Nur - ist das INTELLIGENZ?


    Mir gefällt folgende Näherung:


    Zitat

    Den meisten Theorien ist aber gemeinsam, dass sie Intelligenz als eine Fähigkeit sehen, sich in neuen Situationen durch Einsicht zurechtzufinden oder Aufgaben durch Denken zu lösen. Entscheidend ist aber, dass dies nicht durch Erfahrung, sondern die schnelle Erfassung von Beziehungen ermöglicht wird. Mit anderen Worten: Intelligentere haben im allgemeinen schneller den Ãœberblick über ein unbekanntes Gebiet. (Stangl, 2017)


    Verwendete Literatur
    Stangl, W. (2017). Intelligenz - was ist das?. [werner stangl]s test & experiment.
    WWW: http://www.stangl-taller.at/TE…intelligenzwasistdas.html (2017-11-01).


    Ich kann nicht erkennen, dass es derzeit auch nur einen einzigen Ansatz gibt, bei dem sogenannte technische Intelligenz in welcher Form auch immer Einsichtsfähig wäre.
    Intelligentere haben im allgemeinen schneller den Ãœberblick über ein unbekanntes Gebiet......führt zu meiner Kritik am Turing-Test - der zu kurz greift, weil er so triviale Dinge wie das Trinken eines Glases Wasser nicht erfasst.....


    Wenn du willst, kannst du gerne so letzten Endes noch relativ triviale Phänomene wie das Gewinnen eines GO-Spiels durch ein technisches Konstrukt, welches sich die Regeln selbst beibringt, als technische Intelligenz bezeichnen - und in diesem Sinne spricht dann auch nichts dagegen, dies als künstliche Intelligenz zu bezeichnen.


    Allerdings weise ich dann darauf hin, dass für menschliche Intelligenz (und Intelligenz im Tierreich schließe ich hier mal ein) höhere Maßstäbe angesetzt werden. Im Sinne menschlicher Intelligenz sind auch die neuesten Ergebnisse im Labor der Informatiker noch weit davon entfernt, die umfassende Intelligenz eines Delphins oder auch eines Schimpansens zu erreichen - und die eines Menschen ist nochmals ausgeprägter.


    Trotzdem wird technische Intelligenz große Veränderungen mit sich bringen - weil Rechner auf bestimmte Phänomene weitaus besser und durchaus auch mit einer höheren Dynamik reagieren können, als Menschen.


    Nun forderst du mich auf, meinen Intelligenzbegriff weiter zu greifen......


    Das ist ein wenig schwierig - weil ich naturgemäß bei diesem Thema die menschliche Intelligenz erst mal als Maßstab habe. Es wäre durchaus denkbar, dass es im Universum ganz andere Formen der Intelligenz gäbe, die in einer weiteren Sichtweise wesentlich weiter entwickelt sind, als das, was wir Menschen so üblicherweise noch uns ausdenken können - und doch könnte es gut sein, dass eine solche "Intelligenz" noch nicht mal den Turing-Test bestehen würde. Was aber ist sie dann im Sinne dieser Diskussion wert?


    Wenn ich eine höhere Intelligenz nicht als solche erkennen kann - wenn ich sie nicht messen kann, sie nicht im Verhältnis zu meiner Intelligenz setzen kann - dann ist sie außerhalb meiner Reichweite.


    Bei der technischen Intelligenz kommt halt noch dazu, dass zumindest bis heute wir Menschen klar bestimmen, auf welche Themen wir die Technik loslassen. Wird uns das zu heiß, werden wir die Finger davon lassen. So gesehen kann ich nicht erkennen, dass es überhaupt zur technischen Intelligenz im eigentlichen Sinne von menschlicher Intelligenz kommen kann und kommen wird.


    Nur weil die Technik in der Lage ist, eine Leuchtdiode zum leuchten anzuregen, was wir Menschen mit unserer Biologie nicht können, bedeutet das noch nicht, dass Leuchtdioden bereits dem Menschen überlegene technische Organismen wären - die sich durch geschickte Anhäufung dann auch noch zu Fernsehern und mehr zusammentun können.....


    Der Mensch ist keine Maschine - und was Leben zu Leben macht, haben wir trotz vieler Forschung nicht wirklich abschließend herausgefunden. Ob sich irgendwann herausstellt, dass dies gelingt, und wir den Menschen als reduktionistischen Automaten begreifen können.....ich weiß es nicht - aber ich habe meine Zweifel, dass ich das noch erleben werde.
    Ob es umgekehrt gelingt, Automaten zu bauen (oder Programme....neuronale Netze.... ... ...) die hinreichend im Kernsinne Intelligent sind - auch da glaube ich nicht mehr daran.


    Schon 1980 habe ich erste Berichte zu künstlichen Intelligenzen gelesen....und war damals noch begeisterter Anhänger - heute bin ich stark ernüchtert - weil ich nahe genug dran bin. Dass das Thema KI immer wieder mal gehypt wird, hängt eher damit zusammen, dass dieses hypen in der IT inzwischen ein lästiges aber regelmäßig wiederkehrendes Phänomen ist. Das "intelligente" Auswerten großer Datenmengen wurde dabei mal als DataWarehouse, mal als Business Intelligence, mal als KI vermarktet - die Datenmengen wurden größer, die Algorithmen raffinierter und vielfältiger......und dennoch wurde die goldene Nadel im Heuhaufen, die die IT-Industrie immer wieder verspricht, faktisch noch nicht gefunden. Der Heuhaufen ist größer, die Algorithmen sind besser, mehr Menschen als je zuvor arbeiten daran, und mehr Rechnerkapazität als je zuvor ist damit beschäftigt.......und immer währt der Tag des Murmeltieres, und das ewige Versprechen, wenn wir nur lang genug und intensiv genug daran arbeiten, dann wird das schon......


    Wenn ich dir sage, dass Herzblut (Leidenschaft, Seele, .... ... ...) zur Intelligenz dazugehört, dann erwiederst du mir, dass mein Begriff von Intelligenz nicht genügend abstrahiert.....
    Mag sein.....oder dein Begriff von Intelligenz hat mehr mit Technik denn mit Intelligenz zu tun.


    Zeige mir eine Maschine mit Herz (also nicht einer Pumpe.....), dann gewinnst du mich für deine Definition. Solange kannst du definieren, was du willst - ich werde dennoch nicht zu überzeugen sein, dass ein toller Algorithmus schon eine Intelligenz ist.


    Allerdings glaube ich nicht, dass es bei dem Diskurs um Definitionen geht....denn wenn du mich fragst, ob ich der Meinung bin, dass Technik in den nächsten Jahren dramatische Change-Prozesse bewirken wird - dann bin ich sofort dabei. Wenn aber das erste Haus anfängt, mir mit seiner Intelligenz Vorschriften zu machen, die ich einhalten muss, damit es ein gutes "Leben" hat - dann hole ich den Vorschlaghammer......

  • Keine Ahnung worauf Du hinaus willst.


    Ich habe die technischen Fortschritte in den Mittelpunkt gestellt, die auf eine Entwicklung, hin zu einer neuen Qualität, deuten und die Ergebnisse, im angeführten Beispiel neueren Datums, als "Sprung" bezeichnet.
    Nämlich den, dass sich erstmals eine Maschine völlig selbstständig in dem komplexen und mit wesentlichen eigenständigen Merkmalen (Geometrie und Psychologie) und höchst variabel ausgestatteten Erkenntnis- und Entscheidungsraum, in dem sie sich "bewegen" musste, nicht nur zurecht gefunden hat, sondern auch noch als unschlagbarer Meister daraus hervor gegangen ist.


    Und Du antwortest auf diesen höchst beachtlichen und diskussionswürdigen Prozess mit dem Verweis auf ein nicht vorhandenes "Herz" (vermutlich meinst Du damit die Emotionen), um Intelligenz nach Deiner Lesart zu definieren?


    Würden wir als Wissenschaftler einen Test mit Probanden zur Ermittlung ihrer Intelligenz durchführen und ihre Reaktionen bei der Lösung von Problemen (Annäherung an das Thema "technische Intelligenz") und im Dialog beobachten, und uns anschließend wertfrei über unsere Eindrücke und Beobachtungen austauschen, wie würden wir, aus der Beobachterebene darauf blickend, diese Annäherung an die "Problemlösung" bewerten?
    Ist das ein Zeichen von ausgeprägter Intelligenz?



    Lies noch einmal die Zeilen, die dir "gefallen".


    Mir gefällt folgende Näherung:


    Nun, "Gebiet" muss nicht nur geographisch determiniert sein. Der Autor kann auch ein Sachgebiet, einen Entscheidungsraum und/oder Erkenntnisraum damit gemeint haben.


    Doch bleiben wir bei der Betrachtung und Bewertung von Umwelt und Raum und machen folgendes Gedankenexperiment:
    Einem hochintelligenten Menschen werden das Augenlicht genommen, die Zunge heraus geschnitten, die Hände angehackt und die Ohren und die Nase ausgebrannt. Nehmen wir weiter an, das würde völlig schmerzfrei und ohne weitere gesundheitliche Konsequenzen bleiben.
    Alleine das Ergebnis ist in diesem Zusammenhang wichtig: Die Sensorik ist auf die Resonanzen und Empfindungen angewiesen, die durch seine Haut übertragen werden.


    Und dann wird dieser fiktive Proband irgendwo Mitten im Dschungel ausgesetzt.
    Gehirn und "Herz", selbst die Erinnerungen, sind intakt. Die Intelligenz Deiner Lesart ist es damit auch.


    Versetze Dich für die Durchführung kurz in diese Lage, und nun zeige mir im Gedankenspiel, wie Du einen Ãœberblick über Deine Umwelt im unbekannten Gebiet erlangen und diese mitteilen würdest. Denn das ist ja eines der entscheidenden Merkmale der Intelligenz nach Deiner bevorzugten Lesart, richtig?




    Ich kann nicht erkennen, dass es derzeit auch nur einen einzigen Ansatz gibt, bei dem sogenannte technische Intelligenz in welcher Form auch immer Einsichtsfähig wäre.
    ...
    Wenn ich dir sage, dass Herzblut (Leidenschaft, Seele, .... ... ...) zur Intelligenz dazugehört, dann erwiederst du mir, dass mein Begriff von Intelligenz nicht genügend abstrahiert.....
    Mag sein.....oder dein Begriff von Intelligenz hat mehr mit Technik denn mit Intelligenz zu tun.
    ...
    Zeige mir eine Maschine mit Herz


    Das alles, Deine selektive Betrachtung und Berwertung, ist für die Beantwortung der Frage nach dem Schritt zur Intelligenzbefähigung völlig irrelevant, weil zum einen eingeschränkte und unangemessen vermenschlichte Sichtweise, und zum anderen stellst Du abwegige neue Zusammenhänge her und forderst von Dir subjektiv als grundlegend behauptete Zusatzmerkmale, die weder ich andiskutiert habe, noch für den Schritt hin zur Intelligenz objektiv als notwendig einzuordnen sind. Eine Hütte ist auch dann ein Haus, wenn sie nicht mit einem Whirlpool ausgestattet ist. Wenn Du etwas anderes behauptest, musst Du auch den Beweis erbringen.
    Deine persönlichen Maßstäbe haben hier keinen definitiven Wert.
    Was Du damit allerdings zeigst ist Dein Problem damit, das tatsächlich zugrunde liegende Problem zu erfassen. Reden wir doch noch mal über die Orientierungsfähigkeit in unbekanntem Gebiet als Zeichen von Intelligenz... :wink5:

    21 Mal editiert, zuletzt von A3243 () aus folgendem Grund: Form

  • Keine Ahnung worauf Du hinaus willst.


    Ich habe die technischen Fortschritte in den Mittelpunkt gestellt, die auf eine Entwicklung, hin zu einer neuen Qualität, deuten und die Ergebnisse, im angeführten Beispiel neueren Datums, als "Sprung" bezeichnet.
    Nämlich den, dass sich erstmals eine Maschine völlig selbstständig in dem komplexen und mit wesentlichen eigenständigen Merkmalen (Geometrie und Psychologie) und höchst variabel ausgestatteten Erkenntnis- und Entscheidungsraum, in dem sie sich "bewegen" musste, nicht nur zurecht gefunden hat, sondern auch noch als unschlagbarer Meister daraus hervor gegangen ist.


    Wusste die Maschine, dass sie eine Maschine ist?
    Konnte sie über sich selbst sinnieren?


    Ansonsten habe ich durchaus Respekt vor technischen Meisterleistungen - ich bin nur nicht bereit gleich alles leichtfertig intelligent zu nennen, nur weil eine Maschine nach langer Entwicklungszeit genau das tut, was man mit ihr erreichen wollte.


    Zitat


    Und Du antwortest auf diesen höchst beachtlichen und diskussionswürdigen Prozess mit dem Verweis auf ein nicht vorhandenes "Herz" (vermutlich meinst Du damit die Emotionen), um Intelligenz nach Deiner Lesart zu definieren?


    Den Begriff "Herz" verwende ich im Antroposophischen / Philosophischen Sinne - du kannst ihn durch Seele, Leidenschaft, Emotion (wobei es das nicht ganz trifft) ersetzen - das kommt dann schon näherungsweise hin.



    Zitat


    Würden wir als Wissenschaftler einen Test mit Probanden zur Ermittlung ihrer Intelligenz durchführen und ihre Reaktionen bei der Lösung von Problemen (Annäherung an das Thema "technische Intelligenz") und im Dialog beobachten, und uns anschließend wertfrei über unsere Eindrücke und Beobachtungen austauschen, wie würden wir, aus der Beobachterebene darauf blickend, diese Annäherung an die "Problemlösung" bewerten?
    Ist das ein Zeichen von ausgeprägter Intelligenz?


    Damit wären wir dann wieder beim Turing-Test. Ist eine Maschine intelligent, wenn der Mensch nicht mehr unterscheiden kann, ob es sich bei der Maschine um eine solche oder um einen Menschen handelt?


    Oder wir sind bei dem Begriff "Technische Intelligenz" - der wunderbar so für sich selbst sprechend im Raum steht - der aber genau genommen längst noch nicht definiert ist. Und wenn du ihn einführst - dann darfst du das natürlich. Es steht dir frei, eine Maschine, die sich so verhält, dass es dich begeistert, halt technisch intelligent zu nennen. Ich teile diese Definition nicht, weil mir das "Herz" fehlt, was ich als Bestandteil der Intelligenz für notwendig erachte.


    Zitat


    Lies noch einmal die Zeilen, die dir "gefallen".


    Das habe ich gerne gemacht.


    Zitat


    Nun, "Gebiet" muss nicht nur geographisch determiniert sein. Der Autor kann auch ein Sachgebiet, einen Entscheidungsraum und/oder Erkenntnisraum damit gemeint haben.



    Davon bin ich ausgegangen.


    Zitat


    Doch bleiben wir bei der Betrachtung und Bewertung von Umwelt und Raum und machen folgendes Gedankenexperiment:
    Einem hochintelligenten Menschen werden das Augenlicht genommen, die Zunge heraus geschnitten, die Hände angehackt und die Ohren und die Nase ausgebrannt. Nehmen wir weiter an, das würde völlig schmerzfrei und ohne weitere gesundheitliche Konsequenzen bleiben.
    Alleine das Ergebnis ist in diesem Zusammenhang wichtig: Die Sensorik ist auf die Resonanzen und Empfindungen angewiesen, die durch seine Haut übertragen werden.


    Und dann wird dieser fiktive Proband irgendwo Mitten im Dschungel ausgesetzt.
    Gehirn und "Herz", selbst die Erinnerungen, sind intakt. Die Intelligenz Deiner Lesart ist es damit auch.


    Würdest du also dem Menschen in diesem Zustand die Intelligenz absprechen, nur weil ihm die Möglichkeit genommen wurde, übliche Turing-Tests zu bestehen?
    Wohl eher nicht - was ein wunderbarer Beleg dafür ist, dass Turing-Tests gerade keine gute Aussagekraft haben, um Intelligenz von Nicht-Intelligenz zu trennen. Ganz gleich, wie du den Turing-Test auch auslegst.


    Klar - wir sind damit in einem Wahrnehmungsdilemma - wir haben keine Sensoren, um abschließend und zweifelsfrei feststellen zu können, ob etwas intelligent ist oder eben nicht.


    Denn: Einerseits ist uns nicht möglich, Intelligenz festzustellen, die außerhalb unserer Wahrnehmungsmöglichkeiten liegt, und andererseits ist es nicht abschließend möglich zweifelsfrei festzustellen, ob ein was auch immer, was einen wie auch immer gearteten Turing-Test besteht, tatsächlich intelligent ist.


    Wir können allenfalls eine gewisse Näherung machen - beispielsweise Rahmenbedingungen definieren, ab wann wir von einer ausreichenden Wahrscheinlichkeit ausgehen, dass etwas anderes intelligent ist. Ein von uns beobachtetes Verhalten könnten wir als Intelligenz empfinden - so wie du es ja gegenüber dem selbst lernenden Algorithmus irgendwie zu empfinden scheinst (zumindest deutet deine Schreibweise eine gewisse Leidenschaft in diesem Sinne an....). Nur - wiederum werfe ich ein: Wird etwas schon allein deshalb intelligent, weil dieses etwas sich genau so verhält, wie wir es von etwas Intelligentem erwarten würden? In diesem Sinne wären dann die Projektionen von Schauspielern in Kinofilmen auch irgendwie intelligent - also nicht die Schauspieler, sondern die gerechneten Bilder?


    Wohl eher nicht - das reicht also nicht! Also braucht es mehr. Allein die Beobachtung von Außen (als neutralem Beobachter) wird eher nicht reichen, um Intelligenz von Nicht-Intelligenz wirklich unterscheiden zu können.


    Was ändert sich, wenn wir aber in Interaktion treten? Wenn wir den Dialog suchen?
    Dann können wir das Objekt auf immer wieder neue Art und Weise kennenlernen - können es also auch mit unerwarteten Ereignissen konfrontieren, und hoffen, daraus die Erkenntnis zu bekommen, ob das Gegenüber intelligent ist oder nicht......


    Wir könnten uns so nähern.....aber in letzter Konsequenz können wir auch so nicht feststellen, ob es sich um Intelligenz handelt, oder nicht. Es ist ein nicht entscheidbares Problem.


    Goethe (also jetzt mal der Wissenschafter...) hat sich mit solchen Fragestellungen immer wieder mal herumgeschlagen. Ihn hat die typischerweise reduktionistische Methode der Wissenschaft immer irgendwie gestört. Also die Idee: Wenn ich eine Blume genau beobachte, sie in Blätter, Stengel und immer mehr Teile zerlege...und sie schließlich ganz "analysiert" habe - habe ich dann verstanden, was eine Blume ist?
    Noch fundamentalistischer könnte man heute sagen: Wenn wir das Universum in immer kleinere Bausteine zerlegen, und dann jeden kleinen Baustein exakt beschreiben können - haben wir dann verstanden, was das Universum ist?
    Oder auf die Intelligenz: Wenn wir noch so genaue Tests formulieren, und die Vielseitigkeit von Intelligenz analytisch beschreiben - haben wir dann verstanden, was Intelligenz ist?


    Goethe hat in seinem wissenschaftlichen Ansatz deshalb einen anderen Zugang gewählt (der sich allerdings auch nicht durchgesetzt hat, weil man mit dem Reduktionistischen Ansatz unglaubliche Erfolge erzielen konnte und kann!) - und hat vorgeschlagen, sich quasi empathisch zu nähern - also eine Blume versuchen dadurch zu begreifen, dass man sich in eine Blume hineinversetzt.......also quasi versucht die Welt aus der Sicht einer Blume zu begreifen.


    In der modernen Wissenschaft nähert man sich an verschiedenen Stellen inzwischen wieder dem theoretischen Denken von Goethe an. (Beispielsweise Systemisches Denken.....) Beim Begriff der Intelligenz könnte das ggf. auch helfen, um ein Verständnis dafür zu bekommen, was genau Intelligenz ist.


    Und genau hier sind wir dann mitten im Geschehen - zur Intelligenz gehört sicherlich die Fähigkeit, auf sich verändernde Umweltbedingungen reagieren zu können. Das kann ein Parkautomat eines Autos auch - weshalb auch da schon oftmals überschwenglich von intelligenten Fahrzeugen geredet wird. Nur - recht das schon?


    Verhaltensforscher kommen dann auf Abstufungen der Intelligenz - also beispielsweise werden Organismen, die in der Lage sind, sich selbst im Spiegel zu erkennen, als intelligenter bezeichnet, als andere, die dies noch nicht können.
    Kann der Go-spielende Algorithmus sich im Spiegel erkennen?


    Und doch führt dieser Ansatz dahin, dass man dazu kommt, dass die Fähigkeit zur Selbstreflektion (inklusive dem bewussten Wahrnehmen seiner Selbst) zur Intelligenz dazu gehört. Kann das der GO-Algorithmus schon?


    Nach der Selbstwahrnehmung kommt dann auch noch die Bewertung dessen, was wahrgenommen wird - im Sinne von Emotion - und es führt noch weiter hin zu dem, dass daraus eine zielgerichtete Handlung abgeleitet wird, um beispielsweise etwas zu erreichen, was man sich selbst als SINN erschlossen hat (Griechisch und besser: Logos)


    Und damit sind wir dann schon nah dran an einer Antroposophischen Sichtweise auf deine Fragen. Und in diesem Sinne lehne ich es klar ab, von einem technischen Meisterwerk mal eben schnell als Intelligenz zu sprechen. Mir fehlt da "Herz", Leidenschaft, Emotion, Begeisterungsfähigkeit.......alles Dinge, die du bei biologischen Intelligenzien, die so üblicherweise betrachtet werden, schon in relativ einfachen Stadien erkennen kannst.


    Eine komplexe Maschine bleibt eine Maschine - selbst dann, wenn sie sich scheinbar intelligent verhält. Es fehlt ihr das "Herz". Und schlimmer noch: Sollte sie "Herz" haben - wir sind als Menschen nicht in der Lage, den Unterschied festzustellen - wurde nur "Herz" simuliert, oder gibt es tatsächlich "Herz" ?




    Zitat


    Das alles, Deine selektive Betrachtung und Berwertung, ist für die Beantwortung der Frage nach dem Schritt zur Intelligenzbefähigung völlig irrelevant, weil zum einen eingeschränkte und unangemessen vermenschlichte Sichtweise, und zum anderen stellst Du abwegige neue Zusammenhänge her und forderst von Dir subjektiv als grundlegend behauptete Zusatzmerkmale, die weder ich andiskutiert habe, noch für den Schritt hin zur Intelligenz objektiv als notwendig einzuordnen sind. Eine Hütte ist auch dann ein Haus, wenn sie nicht mit einem Whirlpool ausgestattet ist. Wenn Du etwas anderes behauptest, musst Du auch den Beweis erbringen.
    Deine persönlichen Maßstäbe haben hier keinen definitiven Wert.


    Ich hoffe, du konntest diesmal erkennen, dass es mir nicht darum geht, dir einen Whirlpool zu verkaufen! Sondern darum, klar aufzuzeigen, dass es keine objektiven Kriterien für Intelligenz gibt - dass unsere Erkenntnisfähigkeit als Menschen dazu auch begrenzt ist - und dazu, dass das Nachdenken darüber, was genau Intelligenz ist, dazu führen kann, dass man über mehr als nur sinnhafte Reiz-Reaktionsverhalten nachdenkt.


    Zitat


    Was Du damit allerdings zeigst ist Dein Problem damit, das tatsächlich zugrunde liegende Problem zu erfassen. Reden wir doch noch mal über die Orientierungsfähigkeit in unbekanntem Gebiet als Zeichen von Intelligenz... :wink5:


    Vielleicht liegt es an meiner fehlenden Intelligenz, vielleicht bin ich auch nur ein intelligent geschriebener Bot, oder vielleicht liegt es an deinem fehlenden Willen, dich auf etwas unbekanntem philosophischeren Terrain einzulassen.....


    Weder du noch ich noch beobachtende Dritte werden je in der Lage sein, effektiv zu entscheiden, ob dein Hang zu unterschwelliger Provokation ein Zeichen von Intelligenz ist, oder mein Hang, dir zwingend darauf zu antworten.....vielleicht ist alles nur Fiktion....und vielleicht unterhalten sich eh nur technische Intelligenzien hier, die allenfalls meinen, sie wären echt......


    Wer ganu kann das schon wissen......:joker:



    Ach ja - und nur weil ich das goldene Kalb eines Go-Spiel-gewinnenden Algorithmus nicht gleich vergöttere und als geheiligte Intelligenz verehre - bedeutet das nicht, dass ich mich genötigt sehe, gegenüber Intelligenz den Respekt zu verlieren!

  • Was für eine Tapete... erneut ...
    ... und wieder so wenig Fleisch und Verständnis am Knochen. :rolleyes:
    Du missverstehst und fehlinterpretierst sogar das Offensichtliche. Hast Du mein Beispiel wirklich nicht verstanden? Damit liefertest Du allerdings keine sonderlich beeindruckende Intelligenzdarstellung. Herz hin oder her.


    Was genau kann man wissen?
    Das, was "man" erlernt, sich erarbeitet, verstanden und "erfahren" hat und natürlich das, was "man" hinterfragt.
    So funktioniert lernen und so funktioniert auch Entwicklung. Nennen wir es systemimmanente Logik und analytische Systematik. Darauf bauen die Grundlagen unseres Verständnisses unserer Umwelt auf. Und unsere Selbsteinordnung in diese definiert uns im System als Teil des Ganzen. Macht uns "bewusst". Und genau darauf aufbauend wird in einer späteren Verfeinerungsstufe auch die Künstliche Intelligenz "funktionieren". Und es entbehrt, meiner Auffassung nach, der Zeichens ausgefeilter Intelligenz, Intelligenz nur deshalb nicht anerkennen zu wollen, weil sie anders zu ihren Schlussfolgerungen kommt, als ein Mensch "mit Herz". In dem Fall fehlte es an den Grundelementen logischer Ausschussverfahren und Implikationen. Was nutzt schon Herz, wenn der Verstand hinterher hinkt?


    Und es ist stets eine gute Empfehlung, sich mit den begrifflichen und inhaltlichen Grundlagen befasst zu haben, auf denen eine Ãœberlegung und deren Weiterführung basiert.


    https://www.alexanderthamm.com…-das-thema-kuenstliche-i/

    20 Mal editiert, zuletzt von A3243 () aus folgendem Grund: korr.

  • Und es entbehrt, meiner Auffassung nach, der Zeichens ausgefeilter Intelligenz, Intelligenz nur deshalb nicht anerkennen zu wollen, weil sie anders zu ihren Schlussfolgerungen kommt, als ein Mensch "mit Herz". In dem Fall fehlte es an den Grundelementen logischer Ausschussverfahren und Implikationen. Was nutzt schon Herz, wenn der Verstand hinterher hinkt?


    Und es ist stets eine gute Empfehlung, sich mit den begrifflichen und inhaltlichen Grundlagen befasst zu haben, auf denen eine Ãœberlegung und deren Weiterführung basiert.


    Und wann hast du die soweit verstanden, dass du dich mal mit dem inhaltlich auseinandersetzt, was ich schreibe - denn das setzt auf diesen Grundlagen - die ich wohl fälschlicherweise bei dir vorausgesetzt habe - auf.


    Aus dem von dir genannten Artikel:

    Zitat

    Noch sind wir weit entfernt davon, eine Künstliche Intelligenz zu schaffen, die annähernd der Komplexität und universellen Einsetzbarkeit des Menschen nahe kommt. Vielmehr sind es Spezialaufgaben, in denen Maschinen den Menschen überlegen sind.


    Hast du die Analogie überlesen, als ich genau davon geschrieben habe?


    Zitat

    Artificial Intelligence (AI) sind die allgemeinen Oberbegriffe, wenn man von Phänomenen dieser Art spricht. Die Anfänge der KI-Forschung datieren in die 1950er Jahre zurück, insbesondere auf die Ãœberlegungen, die Alan Turing in seinem Aufsatz „Computing Machinery and Intelligence“ im Jahr 1950 vorgelegt hat. Auf Turing geht auch der nach ihm benannte Turing-Test zurück, der dazu dient zu unterscheiden, ob eine Maschine ein gleichwertiges Denkvermögen hat wie ein Mensch oder nicht.


    Und - habe ich nicht davon geschrieben, dass es analog zur Kernfusion ist.....In 50 Jahren sind wir soweit...


    Und ich hatte angenommen, dass so etwas (wieder zitiere ich deinen Artikelverweis):

    Zitat

    Bei dem Oberbegriff Künstliche Intelligenz muss jedoch genauer differenziert werden. Es gibt nämlich einen grundlegenden Unterschied zwischen einer KI, die dazu in der Lage ist, einen Menschen im Schach oder Go zu schlagen, und einer KI, mit der man sich auf natürliche Art unterhalten kann, als wäre sie ein Mensch. Nur um letzteres ging es Turing. Doch wenn wir heute von bestimmten Algorithmen als KI sprechen, geht es in der Regel um eine „abgespeckte“ Version. KIs in diesem Sinne sind intelligente Programme, die bestimmte, komplexe Aufgaben, zu deren Bewältigung unter normalen Umständen ein hohes Maß an Intelligenz notwendig ist, z.T. sogar besser als Menschen beherrschen.


    bekannt wäre. Die Annahme war dann wohl falsch.



    Und dann habe ich mir erlaubt, mal genauer den Begriff der Intelligenz unter die Lupe zu nehmen - auch um zu zeigen, dass man gerne darüber spricht - allerdings ohne Verstand, weil man den Begriff selbst kaum definiert.


    Und ich habe dann darauf verwiesen, dass KI einen übertragenen und erweiterten Turing-Test zwar bestehen kann, aber du dennoch nicht wissen kannst, ob es sich um eine Intelligenz handelt - im eigentlichen Sinne - oder doch nur um ein Rechenwerk.


    Wenn du natürlich komplexe Bauteile, die eine intelligent wirkende Funktion beherrschen, gleich als DEN Durchbruch bezeichnen willst - dann steht dir das frei.


    In Kenntnis dessen, was KI heute leistet, und wie weit wir noch davon weg sind, dass KI auch nur einen erweiterten Turing-Test annähernd bestehen könnte, bleibe ich dabei, dass du gerne euphorisch sein darfst - aber bitte habe auch Verständnis, wenn die, die ein wenig dahinter blicken, nicht sofort in die Luft springen, wenn mal wieder durch das Blätterrauschen der Durchbruch bei der Künstlichen Intelligenz beschrien wird.


    Mit echter Intelligenz hat all das noch immer sehr wenig zu tun - denn die - und da bleibe ich dabei - braucht Herz. Und wir haben in der Informatik noch keine wirkliche Ahnung davon, wie wir Herz in Algorithmen oder Hardware abbilden sollen.


    Zum besseren Verständnis empfehle ich durchaus das Lesen von Büchern - aber wenn dir schon ein paar Zeilen wie eine Tapete vorkommen, wird das ins Leere gehen.


    Einen schönen Tag noch.

    Einmal editiert, zuletzt von Atue ()


  • Mit echter Intelligenz hat all das noch immer sehr wenig zu tun - denn die - und da bleibe ich dabei - braucht Herz.


    Warum? Braucht ein Computer Siegeswillen (bzw. Freude über einen Sieg), um im Schach zu gewinnen? Nein, er gewinnt völlig herzlos. Trotzdem verfolgt er sein Zeil, zu gewinnen, gnadenlos. Ich sehe überhaupt keinen Grund, warum das Erreichen anderer Ziele Emotionen oder ein "Herz" vorraussetzen sollte?
    Letztlich könnte man sogar so argumentieren, dass unsere Emotionen möglicherweise nichts weiter sind, als bestimmte Handlungsweisen bestärkende oder dämpfende Parameter: Das Grobhirn rechnet, während zugleich seine Entscheidungen ständig mit in anderen Hirnregionen parallel dazu errechneten Werten (die wir Emotionen nennen) abgeglichen werden, was dann zu endgültigen Entscheidungen führt.


    Ähnliches könnte prinzipiell auch ein Computer mit verschieden arbeitenden aber parallel zueinander ablaufenden Bewertungsfunktionen erzielen.


  • VZ



    Jaki hat es treffend bebeispielt. Eine entsprechend weiter entwickelte emotionslose Intelligenz, die mittels (mehrerer) paralleler Kontrollinstanzen sich selbst in Frage zu stellen in der Lage wäre, und so zu einer zielgerichteten Lösung auf der Basis der höchsten Erfolgsaussichten/Wahrscheinlichkeiten für die zu lösende Problemstellung kommt, ist möglicherweise dem von vorne herein emotionell kompromitierten Intellekt, der sich zudem auch noch triggern, provozieren und damit zu unüberlegten Reaktionen, zu Unvernunft und Trotzverhalten, alleine durch das Bedienen von ein paar simplen Reaktions-Auslösern, hinreissen lässt, weit überlegen. Man muss nicht einmal weit schauen, die Beispiele finden sich im Alltag.


    "Es kann nicht sein was nicht sein darf" hat noch nie als stabile Plattform für das Verteidigen von lieb gewonnenem Nimbus und Status getaugt. Im Zweifel siegt immer die normative Kraft des Faktischen.

    5 Mal editiert, zuletzt von A3243 () aus folgendem Grund: gekürzt

  • Du bewegst Dich in einem sehr begrenzten intellektuellen Laufstall, wenn Du Deine Position, auch gegen Sachverstand und gute Argumente, mit den immer gleichen untauglichen Argumenten zu verteidigen versuchst, ohne auf die Weiterungen des Themas angemessen seriös einzugehen...VZ


    Hatten wir nicht vor einigen Monaten erst das man zwei Chat-Roboter abgeschaltet hat, da diese anfingen eine eigene Sprache zu entwickeln, die ihren "eigenen" Anforderungen besser entsprach.


    Atue bemüht ja immer den Turing Test und dieser versucht herauszufinden ob das Denkvermögen der Maschine der des Menschen gleichwertig ist.Turing starb übrigens 4 Jahre nach der ersten Formulierung seines Tests.
    Alle weiteren Bestrebungen seiner Nachfolger wollen aus der "intelligenten" Maschine einen Menschen machen und darin liegt die fehlerhafte Festlung was eine KI in Zukunft sein soll und ist.


    Sie wird kein Mensch werden!


    Zitat

    Es ist eine Reihe von Argumenten vorgebracht worden, die den Turing-Test als ungeeignet zur Feststellung von Intelligenz ansehen:

    • Der Turing-Test prüfe nur auf Funktionalität, nicht auf das Vorhandensein von Intentionalität oder eines Bewusstseins. Dieses Argument wurde unter anderem von John Searle in seinem Gedankenexperiment des Chinesischen Zimmers ausgearbeitet. Turing war sich dieser Problematik bereits bei der Formulierung seines Tests bewusst, war allerdings der Ansicht, dass dieser auch als Nachweis für ein Bewusstsein gelten könne.[1] Searle lehnt dies hingegen ab.[2]


    Zitat

    [h=2]Erweiterte Konzepte[/h]Um den grundsätzlichen Mängeln des Turingtests zu begegnen wurden alternative, umfassendere Konzepte vorgeschlagen, z. B.

    • Lovelace-Test – eine KI müsse Kreativität beweisen und originäre Leistungen erbringen.[8]
    • Metzinger-Test – eine KI müsse mit eigenen Argumenten in die Diskussion um künstliches Bewusstsein eingreifen und überzeugend für ihre eigene Theorie des Bewusstseins argumentieren.[9]


    Ich stelle mir aber die Frage ob es irgendwann auf seine Art und Weise dem des Menschen überlegen ist und nicht gleichwertig.