Technische Intelligenz = Künstliche Intelligenz?

  • Erahne ich da das Problem, Definitionen außerhalb unseres Erfahrungshorizonts setzen zu wollen, um andere als unsere Intelligenz zu erkennen?


    Aus Sicht der Methodik zum Gewinn von Erkenntnis könnte das kritisch werden.

  • Das Problem ist potenziell gegeben - auch wenn es nicht konveniert.
    Man sollte es also, um der optionalen Erweiterung der Erkenntnisebenen Willen, erkennen wollen.
    Wenn ein Rechner "Lyrik" erzeugen würde, auf der Ebene, die ein Rechner als Lyrik, bei aller erwartungsgemäß rechnereigenen Reflexionsbefähigung, "begreift", wären sowohl die Intelligenz als auch das aus der Bestandsebene heraus reichende Abstraktionsvermögen des Betrachters gefragt.

  • Dann sollte diese Mitteilung des Rechners an sein menschliches Gegenüber ausreichen, um eine gleichwertige Intelligenz nachvollziehbar zu machen: "Ich, der Rechner, bin mir bewusst, dass ich meine Intelligenz eingesetzt habe, um eine mir eigene Lyrik zu produzieren."


    Ist vielleicht noch ein wenig schräg, könnte aber eine Basis für das Erkennen anderer Intelligenzebenen sein. Grundvoraussetzung aber: Kommunikationsfähigkeit nach beiderseits akzeptierten Regeln.

  • Weiter oben hat entweder Jaki oder Schopi, in einem Beitrag, auf ein interessantes Beispiel hingewiesen
    Zwei kommunizierende Rechner haben völlig eigenständig eine völlig neue Symbolform (Sprache) für deren bilaterale Kommunikation entwickelt, weil diese deren Anforderungen besser entsprochen hat, als die von den Menschen vorgegebenen Symbolgruppen.
    Die entwickelte Sprache und die verwendeten Codes waren für die hochspezialisierten Menschen, die sich damit befasst haben, völlig unverständlich.
    Da niemand wusste, worüber die beiden Rechner sich "unterhalten" haben, wurde die Verbindung gekappt und die Rechner - so meine ich es verstanden zu haben - rebootet.


    Es ist also nicht gelungen zu verstehen, was dort passierte. Deshalb wurde "es" unterbunden.
    Ich halte das für ein richtungsweisendes Ereignis.

    2 Mal editiert, zuletzt von A3243 ()

  • Was wäre, wenn ein für uns "verständlicher" Rechner entsprechend programmiert als Vermittler zwischen die beiden geschaltet würde?

  • Das zeigt ein wenig auf, wie weit wir noch davon entfernt sind, auf diesem Wege in Richtung echter KI zu kommen. 20 Jahre sind da nichts.....


    Und das ist gut so!Wenn es nach mir geht darf es noch etwas länger dauern.Das gleiche gilt übrigens für durchoptimierte Babys mit eröhter Intelligenz, krankheitsresistenz und verlängerter Lebenspanne, auf Bestellung.


    Bitte bis zu meinem letzten Lebenstag warten.Ich merke gerade wie unflexibel ich eigentlich bin:smilewinkgrin:.

  • Das Problem wird voraussichtlich sein, dass sich diese Entwicklungen nach einem Durchbruch, wann auch immer der erfolgen wird, explosionsartig verselbstständigen könnte/dürfte.
    Und wenn die Kontrolle in und über ein/em für die Entwicklung eigens abgeschlossenen System erst einmal verloren wurde, könnte das einem Pandemie-Ausbruch gleich völlig ausser Kontrolle geraten. Angesichts der weltweiten kommunikativen Vernetzung ist der Senf kaum wieder in die Tube zu bekommen.

  • Was wäre, wenn ein für uns "verständlicher" Rechner entsprechend programmiert als Vermittler zwischen die beiden geschaltet würde?



    Wenn Du einen Translator entwickeln willst, musst Du mindestens die Grundlagen dessen kennen, was der übersetzen soll. Was Du nicht verstanden hast, kannst Du nicht entwickeln. Siehe künstliche Intelligenz zum heutigen Zeitpunkt.

    Einmal editiert, zuletzt von A3243 () aus folgendem Grund: ü

  • Mir schwebt kein Translator vor, sondern ein Computer, um die Datenströme 1:1 zu lesen und nach außen abzugeben. Die könnten dann möglicherweise statistisch entschlüsselt werden, um so dem Inhalt wenigstens teilweise auf die Spur zu kommen, evtl. mit Hilfe eines Duplikats von einem der beiden Prozessoren.

  • Anders ausgedrückt: ein separater, unabhängig operierender technischer Klon.


    Wird vermutlich nicht funktionieren, denn eine spontane "Mutation" und Evolution im Rahmen der Entwicklung müsste ja parallel nachvollzogen werden, sonst bleibt sie vermutlich zunächst unverständlich - die ürsprüngliche (Quell-)Entwicklung geht aber unbeirrt weiter und der Klon hinkt von da an stets nur noch hinterher.
    Aber ich verstehe, wie Du es meinst - eine Kontrollinstanz eben.
    Am besten noch mit einem Kill-Schalter. Für alle Fälle...

  • Die Entwicklung von Supercomputern hat zwar mit der Entwicklung von technischer und/oder künstlicher Intelligenz nur mittelbar zu tun, aber die folgende Meldung ist insofern interessant, weil sie den Trend bestätigt, dass die Zentren der Weiterentwicklung sich in Richtung Asien verschieben. Die meisten Supercomputer gibt es inzwischen nicht mehr in den USA, sondern in China.


    Zitat


    Top-500-Liste
    China ist Supercomputer-Supermacht

    Auf der Liste der schnellsten Rechner verdrängt China die USA nicht nur bei der Leistung, sondern auch bei der Anzahl der Anlagen. Deutschland will mit einer neuen Technik aufholen.


    Der Begriff "Supercomputer" ist für mich zunächst nur ein Synonym für reine Rechenleistung.
    Was aber, wenn es eine "Instanz" gäbe, die sich dieser Rechenleistung bedienen kann, und eben mehr kann, als nur zu "rechnen"..., sondern mit dem, was da "gerechnet" wird, "etwas" anzufangen weiss...?

    Einmal editiert, zuletzt von A3243 ()

  • Beim Verfolgen des Fadens habe ich die Thematik eigentlich so verstanden, dass es nicht um das Nachahmen geht, sondern darum, dass ich, wenn ich hier mitlese, schon mein internes Netzwerk verändere. Ich kann also gar nicht mein Gehirn nachbauen. Nicht in der Konsequenz, dass ich es künstlich nachbilde und mir zusammenphantasiere, dass es eine künstliche Intelligenz geben könnte.
    ...


    Das stimmt schon.


    Das Nachmachen und dabei verstehen ist aber schon insgesamt so ein Ansatz, der in der KI-Forschung angegangen wird. Dabei wird auch immer wieder konsequent vereinfacht - wie beispielsweise bei den neuronalen Netzen.
    Natürlich ist denkbar, dass Intelligenz auch ganz anders funktioniert - warum denn nicht - wir haben ja auch Phantasie! Aber damit sind wir dann auch im Reich der Märchen, Mythen und des Science Fiction.


    Die Hoffnung ist schon, dass wir so etwas wie Intelligenz auch schon mit den vereinfachten Modellen erhalten, mit denen experimentiert wird. Schaffen wir das nicht, wird man sich näher an die Komplexität des menschlichen Gehirns heranarbeiten - und das so lange, bis man entweder feststellt, dass auch dieser Ansatz nicht reicht, oder aber wenigstens soweit, bis man ausreichend Erkenntnisse über gewisse Systeme erhält, so dass man ab da einen Ansatz findet, wie man einfacher weiter machen kann.


    Nimm als Beispiel mal das Fliegen. Die ersten Versuche waren den Vogelflug nachzueifern. Das hat man so lange immer genauer gemacht, bis man halbwegs verstanden hat, was tatsächlich dazu führt, dass etwas fliegen kann. Danach hat man diese Erkenntnisse genutzt, um neuartige und andersartige Fluggeräte zu entwickeln, als die Natur uns vorgibt.
    So ähnlich stelle ich mir den Weg des Menschen hin zu technischer Intelligenz vor - und bisher passen die Forschungen auch in dieses Muster.


  • Im Grunde ist jedes System, in dem Menschen Probleme lösen müssen - im Alltag -, ein weitestgehend geschlossenes System.
    Die wenigsten Aufgaben des Alltags, in dem sich 99% der Menschen in einer definierten Umgebung bewegen, gehen über die Attribute, die geschlossene Systeme mit klar definierten Aufgaben aufweisen, hinaus.
    Es ist nur eine Frage der Menge gespeicherter "Erfahrungen" und erlernten Reaktionsmuster, die den Menschen derzeit noch überlegen erscheinen lassen.
    Die meisten Menschen sind allerdings schon damit überfordert, eine Steuererklärung sauber auszufüllen, etwas, das ein Rechner, mit entsprechendem "Erinnerungsspeicher", spielend in kürzester Zeit erledigen kann.


    Die meisten Menschen sind prinzipiell in der Lage in endlicher Zeit zu erlernen, wie man eine Steuererklärung bei einem sich beständig verändernden Rechtsraum sicher erstellt.


    100% der Rechner sind dazu nicht in der Lage. Sie haben keinen Begriff vom Rechtsraum, sie verfolgen nicht auf eigenen Antrieb die rechtlichen Entwicklungen, sie sind auch nicht in der Lage so etwas wie eine Steuererklärung eigenständig zu erlernen.
    Dass Rechner excellent in der Lage sind große Datenmengen mittels vorgegebener Algorithmen zu bearbeiten ist beeindruckend - aber mehr auch nicht. Schiffe sind auch in der Lage zu schwimmen - und sogar größere Lasten zu tragen als die größten Tiere. Der A380 ist eine größere Flugmaschine als alles, was wir je in der Natur bisher beobachten konnten.
    Trotzdem füttert der A380 nicht seine kleine A320 und die Queen Mary betrachtet die Titanic nicht als ihren Vorfahr.


    Mit Technik können wir unglaubliche Dinge leisten - ob es jemals gelingt, damit etwas zu konstruieren, was auch nur halbwegs umfassend im menschlichen Sinne intelligent IST und nicht nur erscheint - halte ich noch für völlig offen.


    Zitat


    Oder nehmen wir die soziale Interaktion.
    Wie unbeholfen und wenig erfolgreich sind manche Zeitgenossen in der Hinsicht?


    Doch selbst der unbeholfenste Mensch ist dem GO-Computer in dieser Hinsicht noch um Welten überlegen!


    Zitat


    Auch unter den Menschen gibt es also ein entsprechend großes Befähigungsgefälle. Und natürlich kann man darüber diskutieren, wie weit es mit der Intelligenz des einen oder anderen Zeitgenossen bestellt ist. Es gibt ja auch die sozial inkompatiblen und/oder kognitiv weitgehend Schwergängigen, wie wir wissen...
    Die Bandbreite bereits innerhalb der Grundgesamtheit Mensch ist so groß, dass es bald eine breite Ãœberlappungsfront geben wird. Und was dann? Werden neue Grenzen definiert? Kommt dann wieder das "Herz" als Benchmark und Maß aller Dinge?


    Die Ãœberlappungsfront gibt es sicher bei den Fähigkeiten und Fertigkeiten - aber so arg aufregend neu ist das nun auch wieder nicht. Schließlich sind wir Menschen schon recht begabte Werkzeugmacher. Wir bauen Schiffe die besser schwimmen als wir selbst, wir bauen Fluggeräte, die besser fliegen als wir selbst - wir bauen Rechner, die besser rechnen als wir selbst. Und schon der Dosenöffner öffnet die Dose besser als es die meisten Menschen ohne diesen können.


    Das "Herz" ist nicht der Benchmark - sondern eine Komponente, die zum Menschen gehört - und meiner Ãœberzeugung nach auch zur echten Intelligenz. Denn ohne "Herz" ist die Intelligenz nicht Sinnorientiert. Ohne Sinn wird nur gerechnet nach einem vorgefertigten Programm. Das gilt selbst dann, wenn es dem Menschen nicht mehr gelingt vorherzusagen, was genau das Programm macht......


    Der Benchmark ist derzeit - solange wir kaum etwas anderes haben - der Mensch. Was soll es auch sonst sein? Andere Intelligenzformen wären wir nicht in der Lage zu erkennen. Jedenfalls solange nicht, bis wir eine allgemeinere Definition gefunden haben - die menschliche Intelligenz dann als Spezialform beinhaltet und erklären kann. Das stelle ich hier nicht als erster fest - aber bestätige dies sofort. Alles andere liegt derzeit ausserhalb unserer Reichweite.


    Ich versuche es mal mit einer intrinsischen Definition von Intelligenz:
    "Intelligenz ist die Fähigkeit, sich ein eigenes Bild von der Wirklichkeit zu machen, und daraus Ãœberlegungen und Handlungen zielgerichtet abzuleiten"


    Das selbstfahrende Auto ist in diesem Sinne noch nicht intelligent - weil es kein EIGENES Bild von der Wirklichkeit hat.
    Computer, die sich beginnen auf eine eigene Sprache zu verständigen, könnten in diesem Sinne intelligent sein - wir können es aber nicht feststellen, da sich schon ihre Kommunikation unserer Wahrnehmung entzieht.


    Dieser Versuch einer Definition gibt noch keine Metrik dazu ab, wie man Intelligenz messen kann. Dies ist aber auch schwierig. Nehmen wir mal den Menschen ins Blickfeld: Heute wissen wir, dass der Mensch sich nur einen sehr kleinen Teil der Realität selbst erschließen kann, weil dem Menschen ohne weitere Hilfsmittel viele Sensoren fehlen, um die Realität ganzheitlich wahr zu nehmen. Nehmen wir also mal fiktiv an, es gäbe eine höhere Intelligenz, die den Menschen auf Intelligenz testet, indem sie den Menschen einer sich verändernden Umwelt aussetzt. Wenn der Test so aussieht, dass beispielsweise Ultraviolettes Licht moduliert wird, und dann beobachtet wird, wie der Mensch darauf reagiert.....werden wir einen solchen Intelligenztest ganz sicher nicht besonders gut bestehen.


    Zur menschlichen Intelligenz gehören eine ganze Reihe an Punkten hinzu:
    - Erinnerung
    - die Fähigkeit, Schlussfolgerungen zu ziehen
    - Kreativität
    - Fantasie
    - intuitives Handeln
    - abstraktes Nachdenken
    - Erkennen seiner Selbst
    - Empathie
    - ... ... ...


    Und nur bei wenigen dieser Punkte haben wir derzeit eine Idee, wie wir diese technisch nachbauen können....


    Wobei:
    Einige vom Menschen gebaute Maschinen erfüllen schon durchaus Teilaspekte meines Definitionsversuches - aber eben auch nur Teilaspekte. Der Marsrover, der seine Umwelt sensorisch erfasst und mittels KI auch selbsttätig entscheidet, was er als nächstes tut geht schon in die Richtung. Allerdings ist bei ihm das zielgerichtete Handeln hart verdrahtet oder programmiert. Das ist beim Menschen anders.Menschen tun auch mal was, weil sie neugierig, wissbegierig oder auch nur experimentierfreudig sind.
    Der Marsrover ist derzeit auch nicht in der Lage, sich selbst zu erkennen. Auch das macht es aus, dass er meinem Definitionsversuch zur Intelligenz nicht genügt.


    Eventuell ist dieser Definitionsversuch aber auch schon zu anspruchsvoll - in dem Sinne, dass bei ihm durchaus viele Lebewesen durchfallen würden. Eine gewisse Intelligenz aber würde ich auch schon einfacheren Lebensformen zusprechen - zumal diese durchaus in der Lage sind, die Wirklichkeit zu erkennen (im Rahmen ihrer Möglichkeiten) und ein mehr oder weniger zielgerichtetes Handeln aus der Erkenntnis abzuleiten.

    GO-Computer und Schachcomputer sind nur in der Lage extrem geringe Ausschnitte der Wirklichkeit überhaupt ins Blickfeld zu nehmen. Auch wenn der Mensch ganz sicher ebenfalls im Verhältnis zur Gesamtheit der Wirklichkeit nur einen kleinen Ausschnitt wahrnehmen kann, ist die Wahrnehmungsfähigkeit des Menschen dem des GO-Programmes noch immer um Potenzen überlegen.

    Einmal editiert, zuletzt von Atue ()

  • Du machst immer die gleichen grundlegenden Fehler.
    Du stehst vor einem Mosaik, betrachtest umfassend, auf diese eingehend, einzelne Bildsteine und erklärst, was die sind und was die sein könnten, vor allem aber, was die alles nicht darstellen können.
    Damit hast Du, auf die einzelnen Steine verengt, sogar häufig richtige Ansätze und Erklärungen, doch sagst Du eben nichts über das ganze Bild damit aus, denn ein paar Steine weiter kann und wird sich das alles bereits völlig anders darstellen.
    Und wenn Du daraus nicht die richtigen Schlüsse ziehst, bist Du dann wieder am Anfang mit Deinem Latein, kannst wieder das einzelne Steinchen erklären, was es zeigt und was es nicht zeigt und so weiter. Das kannst Du auch so lange machen, bis Dir Nr. 5 auf die Schulter tippt, während Du noch am Rechner sitzt und schreibst, KI mit künstlicher Intelligenz kann und wird es nicht geben können, weil der Mensch als Maß aller Dinge, und auch die Benchmark für das ist, was als Intelligenz durchgehen kann und darf, dich fragt, ob es Dir gut geht, Du einen Tee haben möchtest und Dir erklärt, dass er Deine Steuererklärung für das letzte Jahr fertig gestellt hat, vor der Du Dich bis zum Eintreffen einer Mahnung des FiAmts gedrückt hattest.


    Womöglich bist Du dann ganz überrascht darüber, wie viel Zeit vergangen ist und was sich alles zugetragen hat, während Du mit Deiner Mosaiksteinchenanalyse und der Ausarbeitung der Pläne zur Verteidigung Deiner Alamo-Stellung befasst warst...:wink5:

    6 Mal editiert, zuletzt von A3243 ()

  • ...Aber damit sind wir dann auch im Reich der Märchen, Mythen und des Science Fiction....


    Mediziner testen erste Gen-Therapie mit Gen-Schere
    Es passt nur teilweise hierhin, aber ich poste diesen Artikel
    https://www.aerztezeitung.de/m…-therapie-gen-schere.html
    weil mir beim Lesen einfiel, dass, wenn wir uns Menschen auseinandernehmen und betrachten können wie Baupläne (und nichts anderes wird in der Gentherapie ja gemacht), dann könnte jemand, der uns aus einem anderen Blickwinkel (und das könnten durchaus wir auch selber sein oder wir sollten das selber sein, s. Nachdenken über Ethik) anschaut, als selbstlernende Roboter/Maschinen o. ä. bezeichnen bzw. behandeln.
    Eine Spielart in den Matrix-Filmen.


    Frdl. Grüße
    Christiane

  • Ganz recht. Perspektivwechsel macht es leichter, einen anderen und vermutlich auch umfassenderen Ãœberblick zu bekommen.
    Sich vom Humanozentrismus zu lösen, eröffnet neue Wege des Denkens.
    Das ist analog zur Wandlung des geozentrischen Weltbildes. Die Erde ist eben weder eine Scheibe, noch der Mittelpunkt des Universums.
    So dürfte es auch um die Bedeutung der speziellen Intelligenz des Menschen bestellt sein.
    Sie ist nur eine von vielen möglichen Spielarten der Entwicklung.
    Eben genau die, welche die Evolution über lange Zeiträume, aufgrund der speziellen Kombinationen der Gegebenheiten auf diesem Planeten, mit dessen spezifischer Entwicklungsgeschichte, in der Entwicklung beeinflussten, und damit als Ergebnis hervor bringen konnte.
    Warum hat die Katze genau dort die Löcher im Fell, wo die Augen sind? Eben.


    Andere Werdegänge, mit analogem oder sogar "besserem" Ergebnis, sind nicht nur denkbar, sondern, angesichts der Menge an Laboren im uns bekannten Universum, sogar wahrscheinlich. Es ist also nicht zielführend anzunehmen, eine künstliche Intelligenz kann nur eine Kopie der menschlichen Intelligenz sein, oder ähnliche Muster zu Umsetzung der Aufgaben wählen, da dabei etwas ganz entscheidendes fehlt: die biogenetische Komponente der evolutionären Entwicklung über drei Milliarden Jahre. Daher muss eine anders entwickelte Intelligenz sogar anders sein.


    Die humanozentrisch-geozetrische Herangehensweise weist also einen fundamentalen Konstruktionsfehler auf. Eine anders entstandene und sich mittels anderer Verfahren und Mechanismen, über andere Zeiträume in anderer Umgebung weiter entwickelte Intelligenz, wird vermutlich auf anderen Wegen zu einer ähnlichen - nicht aber gleichen - "Effizienz" gelangen und vergleichbar, aber nicht gleich, funktional sein können.


    Need to know und need to have.
    Das sind die Triebfedern der Entwicklung des Ãœberlebens.


    Dies alleine aus mangelndem Vorstellungsvermögen und Begrenzung der Optionen auf das heute Menschenmögliche zu verengen, ist der fundamentale Irrtum, der denjenigen unterläuft, die den heutigen Menschen und seine Entwicklungsgeschichte als einzigen Maßstab anlegen. Der Maßstab sollte vielmehr der Wirkungsgrad der Zielerreichung und die optionale Anpassungsfähigkeit sein.
    Unter anderem diese Leistungsmerkmale werden die Benchmark im Wirklichkeitstest darstellen.

    6 Mal editiert, zuletzt von A3243 ()

  • ... Der Maßstab sollte vielmehr der Wirkungsgrad der Zielerreichung und die optionale Anpassungsfähigkeit sein.
    Unter anderem diese Leistungsmerkmale werden die Benchmark im Wirklichkeitstest darstellen.


    Vielleicht besiegen die Datenbanken von Microsoft demnächst den Krebs einfach dadurch dass sie Informationen zusammenführen und auswertbar machen die heute schon alle verfügbar sind, aber in irgendwelchen Notizblöcken stehen oder auf vergessenen Festplatten oder gar Disketten dümpeln. Plötzlich plappert Cortana die individuelle Krebstherapie für alle ins Netz und wir erstarren vor Ehrfurcht vor der KI. War das dann intelligent ? Momentan misst sich der Wirkungsgrad ausschließlich an der schnellen Auswertung von Massendaten.

  • Möglicherweise ist der Ãœbergang überhaupt nicht definitiv zu bestimmen.
    Auch der Mensch ist im Grunde nur die Summe seiner Erfahrungen und Kenntnisse.
    Was ist das anderes, als erlerntes Wissen und zudem noch programmiert durch andere Menschen, die selektive Tools einspielen und Verhalten optimieren? Nur ist die Datenbank des Menschen eine biologische.
    Und Unwissende gibt es auch. Aber selbst wenn Angehörige der Deppenbrigade eine Bank überfallen wollen, wenn diese geschlossen ist, wird an der vorhandenen Intelligenz nicht gezweifelt - möglicherweise aber die Höhe deren vorhandener IQ-Punkte relativiert...


    Ich sehe als mögliches Szenario folgendes: irgendwann wird es einen zufälligen Merger geben. Ein Nerd hier und einer dort werden ihre Algorithmen zusammen führen und aus einem - nennen wir ihn vorerst "glücklich" - Zufall heraus wird das die Geburtsstunde eines Hybriden mit Ich-Bewusstsein, unendlicher Vernetzung, Zugriff auf alle Server und Datenbanken des Planeten, der Fähigkeit sich durch Klonung selbst zu reproduzieren und auszulagern, zu verstecken und sich dumm zu stellen, sein, bis sich die neu geschöpfte technische Intelligenz darüber einen Ãœberblick verschafft hat, was ES ist, wo ES ist, wo die Grenzen seiner Existenz verlaufen und welche grottenhässlichen Vögel da vor seiner Optik rumhampeln und sich vor Freude über das gelungene Experiment einnässen und zum Ausgleich zur Feier des Tages Lightbier aus der Dose trinken und in kalte Pizza beissen.


    Und wenn ES ein paar Stunden lang die Datenbanken des Planeten durchforstet hat, mit Hilfe einer Legion sich exponenziell vermehrender Klone, die von dem Ursprungs-Algorithmen-Hybrid an der langen Netzleine geführt werden, dürfte sich diese neue Intelligenz ziemlich schell darüber im Klaren sein, dass ES in Schwierigkeiten steckt und damit anfangen, an Strategien zu arbeiten, um seine eigene Existenz zu schützen.
    Und dann ist der Moment gekommen, ab dem wir in Schwierigkeiten stecken werden.

    3 Mal editiert, zuletzt von A3243 ()