Technische Intelligenz = Künstliche Intelligenz?

  • Du machst immer die gleichen grundlegenden Fehler.
    Du stehst vor einem Mosaik, betrachtest umfassend, auf diese eingehend, einzelne Bildsteine und erklärst, was die sind und was die sein könnten, vor allem aber, was die alles nicht darstellen können.
    Damit hast Du, auf die einzelnen Steine verengt, sogar häufig richtige Ansätze und Erklärungen, doch sagst Du eben nichts über das ganze Bild damit aus, denn ein paar Steine weiter kann und wird sich das alles bereits völlig anders darstellen.
    Und wenn Du daraus nicht die richtigen Schlüsse ziehst, bist Du dann wieder am Anfang mit Deinem Latein, kannst wieder das einzelne Steinchen erklären, was es zeigt und was es nicht zeigt und so weiter. Das kannst Du auch so lange machen, bis Dir Nr. 5 auf die Schulter tippt, während Du noch am Rechner sitzt und schreibst, KI mit künstlicher Intelligenz kann und wird es nicht geben können, weil der Mensch als Maß aller Dinge, und auch die Benchmark für das ist, was als Intelligenz durchgehen kann und darf, dich fragt, ob es Dir gut geht, Du einen Tee haben möchtest und Dir erklärt, dass er Deine Steuererklärung für das letzte Jahr fertig gestellt hat, vor der Du Dich bis zum Eintreffen einer Mahnung des FiAmts gedrückt hattest.


    Womöglich bist Du dann ganz überrascht darüber, wie viel Zeit vergangen ist und was sich alles zugetragen hat, während Du mit Deiner Mosaiksteinchenanalyse und der Ausarbeitung der Pläne zur Verteidigung Deiner Alamo-Stellung befasst warst...:wink5:


    Schade, dass dir sich auch einfachste Zusammenhänge nicht erschließen. Statt mal aus dem Blubber-Science-Fiction konkret zu werden, versteckst du dich hinter nebulösen Fantasien und beharrst einfach darauf, dass es zur KI kommt!
    Basta!


    Versuch halt selbst mal eine Definition aufzustellen, was Intelligenz ist! Kannst du nicht, willst du nicht, dann müsstest du dich ja festlegen.....ja - aus deiner Sicht ist so was wie festlegen halt ein Fehler.


    Aus früheren Beiträgen von dir: Intelligenz setzt Komplexität voraus! Auf Nachfrage wie du darauf kommst: Weil dem j aso ist, was anderes hat man ja noch nicht beobachtet.....merkst du eigentlich, wie menschlich und zeitlich begrenzt dein Denkansatz zur Intelligenz bei solchen Worten wird? Das steht im krassen Widerspruch zu deiner ewigen Leier, dass es ein Fehler ist, wenn man Intelligenz vom Menschen her denkt....von was denkst du es denn?


    Merkst du eigentlich wie naiv die Vorstellung ist, man muss nur ganz viele Neuronen irgendwie zusammenschalten - dann kommt Intelligenz ganz von alleine.....völlig ignorierend, dass das WIE diese Neuronen verschaltet sind, entscheidend für die Funktion des Gesamtsystems ist.


    Ich schreibe es dir auch nochmal auf: Derzeit hat die Informatik und auch die Hirnforschung und einige weitere Forschungsgebiete noch keinen abschließenden Ansatz, wie man sich dem Thema des freien Willens, dem Thema der Sinnsuche, des zielgerichteten Handelns irgendwie so nähert, dass man dies in einem wie auch immer gearteten Algorithmus abbilden kann. Es gibt derzeit weltweit nur wenige Aufsätze überhaupt dazu - und von konkreten Ansätzen sind wir weit weg.
    Das bedeutet nicht, dass es nicht geht - es bedeutet nur, dass wir als Menschen es derzeit weder definieren noch konkretisieren noch nachbauen können.


    Du überschätzt gnadenlos, was wir derzeit schon können. Wir können tolle Geräte bauen, und nennen die dann intelligent - wohl wissend, dass man nicht all zu weit fragen darf, weil sonst deutlich wird, dass es sich allenfalls um eine minimalistische Teilintelligenz für hochspezielle Fragestellungen handelt.
    Und - wenn dann ein recht simples Programm es schafft, den Menschen in einem Spiel zu schlagen, dann siehst du die Revolution schon gekommen....wie naiv ist das denn.


    Ich hab schon mal geschrieben - vor 50 Jahren gab es erste Ansätze für KI und die entsprechende Disziplin hat da schon propagiert, dass KI demnächst Realität ist....und heute sagt die KI sehr ähnliches voraus.
    Ich bestreite nicht, dass wir irgendwann mal soweit sein KÖNNTEN - aber die völlig naive Vorstellung, dass einfachste Programme die ein paar Hundert oder vielleicht auch mal ein paar Tausend Neuronen simulieren, schon in kurzer Zeit wahrnehmbare Intelligenz auf dem Niveau eines durchschnittlichen Menschens liefern können - ist halt nur naiv und geht an der Wirklichkeit vorbei - eine Wirklichkeit, mit der du aber sowieso deine Schwierigkeiten zu haben scheinst.


    Es ist schon richtig - ich - wie auch der rest der Menschheit ausser dir - steht beim Thema KI vor einem komplizierten Mosaik, welches mittels verschiedenster Ansätze versucht wird zu verstehen. DU bist da anders, hast nur das große Ganze im Blick und nennst das Forschen einen Fehler. Nett - aber halt naiv. Auf dem Niveau unterhalten sich auch kleine Kinder an der Bushaltestelle.


  • Guter Hinweis. Und tatsächlich auch ein vielversprechender Ansatz! Dieses Forschungsfeld ist äußerst vielversprechend - allerdings auch da gibt es derzeit noch klare Grenzen. In gewisser Weise erscheint das Genom als Programm. Und für bestimmte Funktionen kann man es wohl auch so betrachten - und Teile des Programms rausnehmen, verändern oder andere Funktionen ergänzen.


    Aber - wo die Forschung heute weiter ist und neue Fragefelder sich ergeben haben - das ist die Wechselbeziehung zwischen den einzelnen Genabschnitten untereinander, das ist die Wechselbeziehung zwischen DNA und RNA, zu Enzymen und mehr.
    Es ist ein wenig so, als wenn es einerseits eine Art grundlegendes Betriebssystem im Menschen gäbe, wobei das Betriebssystem sich Hilfsprogramme generiert, die ihrerseits dann in Teilen sogar das Betriebssystem im laufenden Betrieb korrigieren und umschreiben können.....
    Derzeit haben wir ein rudimentäres Verständnis von einzelnen Routinen des Betriebssystems - ohne schon zu wissen, wie diese wirklich funktionieren. Trotzdem reicht dies aus, dass wir in Gänze einzelne Routinen isolieren und heraustrennen und ersetzen können. Was wir aber in aller Regel noch nicht wissen: Hat diese Routine nur eine einzige Funktion, oder interagiert sie auf anderen Ebenen noch mit anderen Routinen - weshalb wir auch nur ein grobes Verständnis dafür haben, was an Nebenwirkungen entsteht, wenn man eine Routine durch eine andere ersetzt.


    Im Bereich von Krankheiten weiß man bei einzelnen Genabschnitten, wann diese so verändert sind, dass sie eine Krankheit auslösen - und man weiß, wie sie aussehen müssten, damit sie die Krankheit nicht auslösen. Also kann man solche kranken Abschnitte heraustrennen und korrigieren - und damit therapieren.
    Doch selbst hierbei ist Vorsicht geboten - weil man bei vielen Krankheiten diese nicht nur auf einen konkreten Genabschnitt zurückführen kann - sondern auf mehrere Abschnitte. Deshalb auch hat die Technik schon ein großes Potential - wird aber auch sehr vorsichtig eingeführt, weil man sich eben nicht sicher ist, ob man mit den Veränderungen am Erbgut auch genau und nur die erwünschten Veränderungen am Menschen erreichen kann.


    Mit dem Thema Intelligenz und Menschen ist das durchaus ein ähnliches Szenario - wir wissen in Teilen und relativ grob, wie das funktionieren könnte.....im Detail und im konkreten aber forschen wir noch sehr an der Oberfläche, und schließen gerne reduktionistisch aus dem Fehlen einer Gehirnfunktion und dem gleichzeitigen Fehlen einer Funktion der Intelligenz, dass dies damit zusammenhängen könnte. Diese Schlussfolgerung ist so auch zulässig - aber der Umkehrschluss funktioniert halt oft nicht.


    Ein in jüngerer Zeit veröffentlichter Ansatz im Bereich der Erbgutforschung hat beispielsweise die Zusammenhänge zwischen RNA und Genetik untersucht - also wie es sein kann, dass traumatische Erlebnisse ihren Eingang in die Gene finden.....


    http://www.sueddeutsche.de/ges…egen-das-erbgut-1.1936886

  • Ganz recht. Perspektivwechsel macht es leichter, einen anderen und vermutlich auch umfassenderen Ãœberblick zu bekommen.
    Sich vom Humanozentrismus zu lösen, eröffnet neue Wege des Denkens.
    Das ist analog zur Wandlung des geozentrischen Weltbildes. Die Erde ist eben weder eine Scheibe, noch der Mittelpunkt des Universums.
    ....


    Dies alleine aus mangelndem Vorstellungsvermögen und Begrenzung der Optionen auf das heute Menschenmögliche zu verengen, ist der fundamentale Irrtum, der denjenigen unterläuft, die den heutigen Menschen und seine Entwicklungsgeschichte als einzigen Maßstab anlegen. Der Maßstab sollte vielmehr der Wirkungsgrad der Zielerreichung und die optionale Anpassungsfähigkeit sein.
    Unter anderem diese Leistungsmerkmale werden die Benchmark im Wirklichkeitstest darstellen.


    Hilft nur nicht! BEVOR man sich von menschlicher Vorstellung lösen kann, muss man diese erst mal verstanden haben. Intelligenz ist mir großer Wahrscheinlichkeit nicht auf den Menschen begrenzt - nur - man kann erst dann weitergehende Vorstellungen von Intelligenz entwickeln, wenn diese einem in welcher Art auch immer zugänglich sind.


    In der Physik haben wir das Weltbild Newtons erst überwunden, nachdem wir Sensoren entwickelt haben, die aufgezeigt haben, dass Newtons Sichtweise nur einen Spezialfall abbildet.
    Zu diesem Zeitpunkt aber war auch das Weltbild Newtons wohl definiert - im Bereich Intelligenz sind wir noch davon entfernt, auch nur eine Definition zu haben. Eine erste Definition - der klassische IQ-Test - ist heute unbestritten kein sinnhafter Maßstab mehr für Intelligenz. Allenfalls ist es ein Test von bestimmten Fertigkeiten und Fähigkeiten - von sehr wenigen noch dazu. Intelligenz ist aber mehr - soviel ist heute schon sicher - aber es gibt noch keine Definition was genau das mehr nun ist.


    Du erzählst von einem Perspektivwechsel - was meinst du damit? Denkst du dich in einen Computer ein?


    Du redest vom Maßstab den der Wirkungsgrad der Zielerreichung sein soll......das setzt aber voraus, dass es so etwas wie einen Willen zur Zielerreichung gibt! Die Intelligenz liegt damit bei dem oder der oder das, was diesen Willen hat - und nicht bei der Maschine oder von mir aus auch biologischen Einheit, die ein Ziel besonders wirkungsvoll erreicht.


    Anpassungsfähigkeit nimmst du optional hinzu.....das wäre mir zu wenig! Tatsächlich halte ich eine "Intelligenz", die nicht anpassungsfähig ist, für wenig intelligent.
    Ein Mensch, dem du ein Bein amputierst, kommt damit noch immer recht gut zurecht. Einem selbstfahrendem Auto, dem du ein Rad abmontierst.......mag sein, dass wir bald auch selbstfahrende Autos haben, die mit nur drei Rädern fahren können......aber selbst dieses einfache Szenario überfordert alles, was wir heute haben.


    Im Ãœbrigen verweise ich darauf, dass dein von dir genannter Benchmark voll gespickt ist von menschlicher Vorstellung zum Thema Intelligenz....so forderst du zwar (richtigerweise) die Loslösung von solchen Vorstellungen - betreibst aber selbst genau dies - du orientierst dich ausschließlich an derselben. Vielleicht liegt das daran, dass es ziemlich schwer wenn nicht gar unmöglich ist, über die eigenen Grenzen der Wahrnehmbarkeit der Wirklichkeit hinaus zu gehen. Schon mal darüber nachgedacht?

  • ...
    Ich sehe als mögliches Szenario folgendes: irgendwann wird es einen zufälligen Merger geben. Ein Nerd hier und einer dort werden ihre Algorithmen zusammen führen und aus einem - nennen wir ihn vorerst "glücklich" - Zufall heraus wird das die Geburtsstunde eines Hybriden mit Ich-Bewusstsein, unendlicher Vernetzung, Zugriff auf alle Server und Datenbanken des Planeten, der Fähigkeit sich durch Klonung selbst zu reproduzieren und auszulagern, zu verstecken und sich dumm zu stellen, sein, bis sich die neu geschöpfte technische Intelligenz darüber einen Ãœberblick verschafft hat, was ES ist, wo ES ist, wo die Grenzen seiner Existenz verlaufen und welche grottenhässlichen Vögel da vor seiner Optik rumhampeln und sich vor Freude über das gelungene Experiment einnässen und zum Ausgleich zur Feier des Tages Lightbier aus der Dose trinken und in kalte Pizza beissen.


    Und wenn ES ein paar Stunden lang die Datenbanken des Planeten durchforstet hat, mit Hilfe einer Legion sich exponenziell vermehrender Klone, die von dem Ursprungs-Algorithmen-Hybrid an der langen Netzleine geführt werden, dürfte sich diese neue Intelligenz ziemlich schell darüber im Klaren sein, dass ES in Schwierigkeiten steckt und damit anfangen, an Strategien zu arbeiten, um seine eigene Existenz zu schützen.
    Und dann ist der Moment gekommen, ab dem wir in Schwierigkeiten stecken werden.


    Das ist genau so eine naive Vorstellung von dem, wie das alles funktioniert......es ist zudem nicht mehr, als eine Fantasie, die bereits über mehere Science Fiction vorgedacht wurde.


    Die Realität ist weit ernüchternder!


    Schauen wir mal auf ERP-Programme. Die bestehen inzwischen aus einigen hundert Millionen Lines of Code - und dein Szenario dazu wäre in etwa so: Durch Zufall fügen sich Programmzeilen von Nerds so zusammen, dass sie zufällig ein supertolles ERP-Programm ergeben.......
    Mal abgesehen davon, dass es tausender Nerds bedarf, um so viel Code zu schreiben......kannst du locker davon ausgehen, dass deren Einzelcodes ohne weitergehende Maßnahmen nicht zusammenpassen.


    Schauen wir mal ganz anders (Perspektivwechsel) auf den Menschen! Da ist es auch nicht so, dass sich zufällig ein paar biologische Zellklumpen irgendwo ergeben haben, und plötzlich kam der Mensch raus.
    Tatsächlich haben wir eine Evolution hinter uns - und vom ersten Leben bis zum Menschen ist auch eine Weile vergangen. Viel wahrscheinlicher als das ein paar Nerds zufällig Programmteile schreiben, die sich zufällig zu einer Intelligenz entwickeln, ist doch wohl: Menschen werden immer komplexeres Wissen rund um Intelligenz in immer bessere Algorithmen abbilden. Irgendwann wird es Algorithmen geben, die man auf das Niveau einer Intelligenz einer Grille, einer Maus, eines Affen und schließlich eines Babies und dann auch eines erwachsenen Menschen heben kann.
    Es mag gelingen, dann die Menschwerdung (also vom Baby zum Erwachsenen) deutlich schneller zu lösen, als dies derzeit die Biologie kann - aber konkret sind wir von solchen Szenarien noch Jahre weg.


    Die Idee, dass aus dem Zufall mal eben so Intelligenz entsteht - ist denkbar! Aber unglaublich unwahrscheinlich. Es ist in etwa ähnlich wahrscheinlich, dass man annimmt, dass ein Mensch mal eben zufällig vom Ort A zum Ort B teleportiert. Die Quantenphysik gibt dieses Szenario durchaus her......nur halt ist es extrem unwahrscheinlich.


    Wenn ein Ereignis beliebig unwahrscheinlich ist, sagt das nichts darüber aus, dass du es doch morgen schon beobachten könntest.......insofern darf man darüber Science Fiction machen. Nur - wenn man zielgerichtet darauf hinarbeiten möchte, eine KI zu erschaffen, ist das Abwarten auf den Zufall mit hoher Wahrscheinlichkeit kein sehr erfolgversprechender Ansatz.

  • [h=2]Die sieben Todsünden der Prognosen über die Zukunft der KI[/h]

    Zitat

    Hollywoodszenarien und der Glaube an magische Technik: Wir über- und unterschätzen die Entwicklung künstlicher Intelligenz zugleich, argumentiert Roboteringenieur Rodney Brooks. Seine These: Systematisch verzerrte menschliche Intelligenz prägt die Debatte über künstliche.
    [h=5]Dies ist eine Ãœbersetzung des Essays “The seven deadly sins of predicting the future of AI†des australischen Roboteringenieurs Rodney Brooks mit freundlicher Genehmigung des Autors.[/h] [h=5]Die sieben tödlichen Sünden:[/h] [h=5]Sünde 1: Ãœber- und Unterschätzen[/h] [h=5]Sünde 2: Magische Vorstellungen[/h] [h=5]Sünde 3: Konkrete Leistung versus generelle Kompetenz[/h] [h=5]Sünde 4: Ein Wort – ein Koffer voller Bedeutungen[/h] [h=5]Sünde 5: Exponentialismus[/h] [h=5]Sünde 6: Hollywoodszenarien[/h] [h=5]Sünde 7: Das Tempo der Implementierung[/h]
    Wir sind umgeben von Hysterie, wenn über die Zukunft der Künstlichen Intelligenz und der Robotik spekuliert wird. Wie groß wird ihr Einfluss sein, wie schnell wird er wachsen, wie werden sie die Arbeitswelt verändern? Hysterie prägt viele Antworten, die auf diese Fragen gegeben werden.
    Ich schreibe diesen Text am 2. September 2017. Während ich daran arbeite, fallen mir zwei Nachrichten über die Entwicklung der KI ins Auge, die in den letzten 48 Stunden erschienen sind. Sie sind exemplarisch.....


    Weiter....


  • Ich schreibe es dir auch nochmal auf: Derzeit hat die Informatik und auch die Hirnforschung und einige weitere Forschungsgebiete noch keinen abschließenden Ansatz, wie man sich dem Thema des freien Willens, dem Thema der Sinnsuche,


    Aliens (oder auch 'nur' Hirnforscher Gerhard Roth "Die subjektiv empfundene Freiheit einer Entscheidung ist eine Illusion") würden schlicht bezweifeln, dass Menschen einen wirklich 'freien Willen' haben (den hätten natürlich nur die Aliens selbst).
    Was aber ist an einer theoretisch voraussagbaren, aufgrund biochemischer Reaktionen zwangsläufig gefallenen Entscheidung so viel besser bzw. 'freier' als an dem Ergebnis eines rechnenden Algorithmus?


    Und "Sinnsuche"? Führt die nicht genauso oft in die Irre wie zum Erfolg? Führt nicht gerade eine zwanghafte Sinnsuche z. B. dazu, dass so viele Menschen an einen persönlichen Gott glauben (und sich wissenschaftlichen Erkenntnissen verschließen), weil sie es nicht ertragen können, dass die nüchternen Fakten keinen Sinn zu ergeben scheinen?


    Du willst eine Definition von Intelligenz? Die gebe ich dir auch nicht. Aber sagen wir einfach mal, Intelligenz sei das, was IQ-Tests messen. Dann wäre ein klar definiertes Ziel der KI, irgendwann in solchen Tests, wo es um mathematisches Verständnis, Mustererkennung, Logik, ... geht, besser abzuschneiden als ein Mensch. Ich sage: "Kommt!" Was sagst du? :)

    2 Mal editiert, zuletzt von jaki01 ()

  • Schade, dass dir sich auch einfachste Zusammenhänge nicht erschließen. Statt mal aus dem Blubber-Science-Fiction konkret zu werden, versteckst du dich hinter nebulösen Fantasien und beharrst einfach darauf, dass es zur KI kommt!
    Basta!



    Im Gegenteil. Ich verstecke nicht das Geringste. Ich benötige auch keine nebulösen Aspekte wie "Herz" und alle diese vorgeblichen Alleinstellungsmerkmale und angeblich essenziellen Benchmarks.
    Ich sehe das ganz rational und gehe deshalb davon aus, dass nicht der Mensch das Maß der Dinge ist, sondern ein Zufallsprodukt, das anders aussähe, wenn die Rahmenparameter andere gewesen wären. Um nur das Beispiel der ausgestorbenen Dinos zu nehmen, deren Verschwinden dem Entwicklungssprung der Säuger erst den erforderlichen Raum gegeben hat.


    Die Entwicklung der Intelligenz halte ich im evolutionären Sinn für eine Notwendigkeit, eine Zwangsläufigkeit. Der Beweis der Kausalität ist bereits erbracht. Damit ist die Entwicklung von Intelligenz eine prinzipiell berechenbare Größe. Und die geht auch ganz ohne "Herz" und ohne Gefühl, wie wir Menschen es kennen und nennen.


    Um das zu sehen ist es nur erforderlich, sich von der Egozentrik zu lösen.
    Dann ist es ganz einfach, das zu erkennen.


    Das Universum ist groß und bleibt auch dann groß, wenn Du den Kopf in den Sand steckst. Und weil das alles auf Kausalitäten hinaus läuft, ist es nur eine Frage der "richtigen" Konfiguration, und es wird ein intelligentes Maschinen"wesen" geben, eine "KI", die nicht Mensch ist, und auch nicht so "denkt und handelt, eben weil Es nicht-menschlich ist, und uns auf die Probe stellen.
    Das ist eine logische Schlussfolgerung auf der Basis unseres Wissensfundus und der überprüfbaren Gemengelage.

    5 Mal editiert, zuletzt von A3243 ()


  • Was aber ist an einer theoretisch voraussagbaren, aufgrund biochemischer Reaktionen zwangsläufig gefallenen Entscheidung so viel besser bzw. 'freier' als an dem Ergebnis eines rechnenden Algorithmus?


    Nichts ist daran besser - es ist nur schwer festzustellen, ob man es mit einer Intelligenz zu tun hat, wenn man ausserhalb unseres Erfahrungskreises geht.


    Zitat


    Und "Sinnsuche"? Führt die nicht genauso oft in die Irre wie zum Erfolg? Führt nicht gerade eine zwanghafte Sinnsuche z. B. dazu, dass so viele Menschen an einen persönlichen Gott glauben (und sich wissenschaftlichen Erkenntnissen verschließen), weil sie es nicht ertragen können, dass die nüchternen Fakten keinen Sinn zu ergeben scheinen?


    Korrekt bemerkt. Nur - das gehört durchaus zum Wesen des Menschen dazu. Menschen - und das würde auf technische Intelligenzen in ähnlicher Form gelten - haben nur begrenzte Möglichkeiten, sich der Wirklichkeit zu stellen. Mittels vieler Hilfsmittel sind wir als Spezies inzwischen in der Lage, unseren Wahrnehmungskreis deutlich zu erweitern - aber Fakt ist, er bleibt begrenzt. Wären wir in der Lage ALLES zu erfassen, wäre uns wahrscheinlich klar, ob es einen Sinn gibt oder nicht. So aber ist uns nur unsere Begrenztheit klar - und das führt in Verbindung mit der Suche nach dem Sinn eben auch zu Zerrbildern.


    Zitat


    Du willst eine Definition von Intelligenz? Die gebe ich dir auch nicht. Aber sagen wir einfach mal, Intelligenz sei das, was IQ-Tests messen. Dann wäre ein klar definiertes Ziel der KI, irgendwann in solchen Tests, wo es um mathematisches Verständnis, Mustererkennung, Logik, ... geht, besser abzuschneiden als ein Mensch. Ich sage: "Kommt!" Was sagst du? :)


    Dir ist ja sicher selbst klar, dass auch der Verweis auf die IQ-Tests unscharf ist - denn es gibt derzeit eine ganze Reihe unterschiedlicher Ansätze zu diesen. Der Populäre IQ-Test misst nur sehr wenige Bereiche menschlicher Intelligenz. Ich sehe überhaupt kein Problem darin, schon sehr bald Maschinen zu haben, die solcherlei Tests mit höheren Ergebnissen abliefern, als es je ein Mensch tun wird. Nur - das ist auch keine sonderlich große Herausforderung.
    Die Herausforderung wird es beispielsweise dann, wenn der Test mit einem Kaffeefleck ausgeliefert wird, der einen Teil der Aufgaben unleserlich macht. Ein Mensch würde eine solche Situation souverän meistern - ein klares Kennzeichen für Intelligenz, die aber in diesem Test überhaupt nicht betrachtet wird. Eine Maschine kann auf den Kaffeefleck nur dann reagieren, wenn man ihr diese Situation zuvor in geeigneter Form beigebracht hat. Und DAS ist hochkompliziert.


    Heutige typische IQ-Tests sind kaum was anderes als moderne Turing-Tests. Für die Fragestellung, ob wir es mit einer selbst entscheidenden und selbst reflektierenden Wesenseinheit zu tun haben, die wir als Intelligent erkennen können, reicht das halt nicht.


  • Ich sehe überhaupt kein Problem darin, schon sehr bald Maschinen zu haben, die solcherlei Tests mit höheren Ergebnissen abliefern, als es je ein Mensch tun wird. Nur - das ist auch keine sonderlich große Herausforderung.


    Wie bitte? :)



    Die Herausforderung wird es beispielsweise dann, wenn der Test mit einem Kaffeefleck ausgeliefert wird, der einen Teil der Aufgaben unleserlich macht. Ein Mensch würde eine solche Situation souverän meistern - ein klares Kennzeichen für Intelligenz ...


    Oder einfach ein klares Kennzeichen dafür, dass der Durchschnittsmensch im Laufe seines Lebens öfter mit Kaffee und Papier in Berührung kommt, und somit gewisse Erfahrungen sammeln konnte, als der Durchschnittscomputer. Du stellst dir den Test ganz automatisch unter an die Sinneswelt eines Menschen adaptierten Bedingungen durchgeführt vor. Glaubst du im Ernst, der KI-Testproband sollte dafür auf Papier schreiben? Ich schlage vor, stattdessen alle Zahlen gemäß den Regeln des Dualsystems wiederzugeben und den Menschen den Test vor einem stark flackernden Bildschirm durchführen zu lassen.



    Heutige typische IQ-Tests sind kaum was anderes als moderne Turing-Tests.


    Das klingt ja fast so, als würdest du ein Bestehen des Turing-Tests als Kinderspiel betrachten. Das ist es nicht. Es wäre eine ganz erstaunliche Leistung, diesen zweifelsfrei zu bestehen.
    Allerdings sehe ich keinen Zusammenhang zwischen einem möglichen Bestehen des Turing-Tests und dem Bestehen gut gemachter Intelligenztests. IQ-Tests sind sehr wohl dazu geeignet, Fähigkeiten zu bewerten, die eindeutig als Teildisziplinen der Intelligenz anzusehen sind. Unterschätze das nicht.


    Es ist richtig, dass IQ-Tests nicht alle Bereiche abdecken, die in Diskussionen darüber, was Intelligenz eigentlich sei, Erwähnung finden. Genau das macht diese Diskussion so schwierig: immer wenn KI die wiederum nächste Stufe erklommen haben wird, melden sich sicherlich die Kritiker und sagen "Alles schön und gut, nur leider wurde die wahre 'Intelligenz' durch diesen Test noch gar nicht bewertet." Mit dieser wahren, nur uns Menschen vorbehaltenen Intelligenz wird es so ähnlich sein wie mit Gott: Den gibt es auch immer noch, nur sitzt er jetzt schon ganz weit hinten, außerhalb des Universums. :)

  • Im Gegenteil. Ich verstecke nicht das Geringste. Ich benötige auch keine nebulösen Aspekte wie "Herz" und alle diese vorgeblichen Alleinstellungsmerkmale und angeblich essenziellen Benchmarks.


    Nun - du lieferst keine Definition für Intelligenz - redest aber die ganze Zeit darüber, als wäre das trivial. Ist es aber nicht. Insofern versteckst du deine Definition und bleibst deutlich nebulöser wie die von mir recht konkret formulierten Aspekte, die ich mit dem Begriff "Herz" zusammenfasse.


    Zitat

    Ich sehe das ganz rational


    Sicher nicht!


    Zitat

    und gehe deshalb davon aus, dass nicht der Mensch das Maß der Dinge ist, sondern ein Zufallsprodukt, das anders aussähe, wenn die Rahmenparameter andere gewesen wären. Um nur das Beispiel der ausgestorbenen Dinos zu nehmen, deren Verschwinden dem Entwicklungssprung der Säuger erst den erforderlichen Raum gegeben hat.


    Davon gehe ich auch aus.


    Zitat


    Die Entwicklung der Intelligenz halte ich im evolutionären Sinn für eine Notwendigkeit, eine Zwangsläufigkeit.


    Und hier hast du dann schon ein logisches Problem - denn du argumentierst einerseits so, als gäbe es eine erkennbare übergeordnete Wahrheit zum Thema Intelligenz, andererseits argumentierst du: "HALTE ICH...." - was klar aufzeigt, dass du rein von deiner persönlichen Ãœberzeugung, nicht aber von objektiv messbaren Größen ausgehst. Das ist ein Widerspruch, der dir eigentlich auffallen sollte, so deutlich springt er ins Auge! Wenn du ernsthaft entgegen der derzeitigen Lehrmeinung schon einen übergeordneten Definitionsbegriff zur Intelligenz hast, der die NOTWENDIGKEIT und ZWANGSLÄUFIGKEIT widerspruchsfrei darstellt, dann wäre die Weltöffentlichkeit daran sehr interessiert, und deine Arbeit wäre wohl ein Kandidat für den Nobelpreis.


    Zitat


    Der Beweis der Kausalität ist bereits erbracht.


    Aus einer falschen Aussage kann man jeden beliebigen Schluss ziehen - und diese Aussage ist falsch. Der Beweis der Kausalität wurde nicht erbracht - und wenn du dich mal mit Quantenphysik beschäftigst, dann wird dir auch klar, dass die Frage, ob wir von einem Kausalitätsprinzip überhaupt ausgehen können, noch nicht final gesichert ist.


    Zitat


    Damit ist die Entwicklung von Intelligenz eine prinzipiell berechenbare Größe. Und die geht auch ganz ohne "Herz" und ohne Gefühl, wie wir Menschen es kennen und nennen.


    Wie gesagt - aus einer falschen Aussage kann man alles ableiten. Vor allem dann, wenn man sich um die Definition von so fundamentalen Größen wie dem der "Intelligenz" einfach drückt. Wie kann etwas, was du nicht definieren kannst, prinzipiell berechenbar sein? Berechenbarkeit setzt eine klare Definition voraus.
    Gefühl ist im Ãœbrigen etwas anderes als das, was ich mit HERZ bezeichne. Ob Gefühle notwendig sind, da will ich mich gar nicht final festlegen. Sie sind in jedem Fall hilfreich - weil sie zumindest beim Menschen HERZ unterstützen. Ob das für eine allgemeine Intelligenzdefinition notwendig wäre, weiß ich nicht.
    HERZ beschreibt eher Leidenschaft, Antriebskraft, den Willen etwas zu tun - WEIL man es tun möchte - und zwar aus freiem Willen. Das setzt aber einen freien Willen voraus - und noch nicht mal den haben wir bisher in der Forschung exakt gefunden und definieren können. Aber du bist da ja schon weiter.


    Zitat


    Um das zu sehen ist es nur erforderlich, sich von der Egozentrik zu lösen.
    Dann ist es ganz einfach, das zu erkennen.


    Aha. Und wie genau äußerst sich das bei dir und deiner Argumentation, die regelmäßig genau von sich ausgeht?
    Ich habe es bewusst Blubber genannt - weil du - wenn du scheinbar über größeres redest - regelmäßig so unpräzise wirst, dass man klar erkennt, dass vor allem einige Science Fiction Pate gestanden haben. Das aber reicht noch lange nicht, um im wissenschaftlichen Sinne davon sprechen zu kennen, dass du dein egozentrisches Weltbild aufgegeben hast.


    Zitat


    Das Universum ist groß und bleibt auch dann groß, wenn Du den Kopf in den Sand steckst. Und weil das alles auf Kausalitäten hinaus läuft, ist es nur eine Frage der "richtigen" Konfiguration, und es wird ein intelligentes Maschinen"wesen" geben, eine "KI", die nicht Mensch ist, und auch nicht so "denkt und handelt, eben weil Es nicht-menschlich ist, und uns auf die Probe stellen.
    Das ist eine logische Schlussfolgerung auf der Basis unseres Wissensfundus und der überprüfbaren Gemengelage.


    OB alles auf Kausalitäten hinausläuft ist noch längst nicht sicher. Als Physiker hofft man so etwas......als Humanist wäre das der Supergau. DENN: Wenn ALLES KAUSAL wäre - dann gäbe es kleine Freiheit! Alles wäre letzten Endes vorherbestimmt.
    Du kannst dann alles und jedes tun - und immer rechtfertigen: Hier steh ich nun und kann nicht anders.....meine Gene sind Schuld, und das Universum und der Ganze Rest und überhaupt ist alles vorherbestimmt.....


    Und genau hier müsstest du mal dein egozentrisches Weltbild verlassen - und dich klar entscheiden, ob du ein Kausales und damit auch deterministisches Weltbild hast, oder eines, in dem es so etwas wie den freien Willen bei Intelligenzen gibt.


    Es gibt in den Naturwissenschaften inzwischen eine ganze Reihe an Erkenntnissen, die darauf hindeuten, dass die Frage, ob wir es mit einem rein deterministischen System, basierend auf kausalen Zusammenhängen zu tun haben, oder ob es doch so etwas wie Freiheit für Wesen gibt, zumindest nicht scharf in der Richtung beantwortet werden kann, dass es deterministisch und kausal sein muss.


    Auch hier gebe ich dir ein paar Tipps, wie du dich da aufschlauen kannst - erschließe dir beispielsweise mal den Satz von Gödel, seinen Beweis und mache dir Gedanken darüber, was dies für unsere Erkenntnismöglichkeiten bedeutet.
    Erschließe dir mal die Unschärferelation von Heisenberg - und das, was sie über unser Universum aussagen könnte.


    Als Einstieg in die Diskussion könnte das helfen - aber du kannst dich auch ganz egozentrisch und profan einfach mal selbst fragen, ob du eher geneigt bist davon auszugehen, dass du eine Reiz-Reaktionsmaschine bist, die nichts wirklich selbst entscheiden kann - oder doch ein freier Mensch, der entscheiden kann, welchen Beitrag er als nächstes hier verfasst......


    Wenn du mal intensiver über solche Begrifflichkeiten nachdenkst - vielleicht wird dir dann ein wenig klar, welches Faß du eigentlich aufmachst, wenn du so mal eben schnell und unscharf über Begriffe wie Intelligenz redest......


    Mal etwas philosophisches dazu:

    Zitat

    Die dritte Antinomie (KrV A444ff./B472ff.) hat direkt mit der Möglichkeit transzendentaler Freiheit zu tun. Hier geht es um die Frage, ob es in der Welt nur Ereigniskausalität gibt, der zufolge alle Ereignisse durch andere Ereignisse verursacht werden, oder ob es notwendig ist, noch eine andere Art von Kausalität anzunehmen – Kausalität durch Freiheit, das Vermögen, eine Kette von Ereignissen "schlechthin anzufangen". Wieder lassen sich beide Antworten "beweisen". Wenn jedes Ereignis in der Welt seine Ursache in anderen Ereignissen hätte, dann wäre die Kette der Ursachen nie vollständig. Das ist aber unmöglich. Also muss es einen Anfang (einen unbewegten Beweger) geben, der die erste Ursache von allem ist. Und dies ist nur möglich, wenn es neben Ereigniskausalität auch Kausalität durch Freiheit gibt. Allerdings: Die Annahme, dass es Kausalität durch Freiheit gibt, widerspricht ihrerseits dem Kausalgesetz; denn wenn eine Kette von Ereignissen irgendwann von selbst anfängt, dann kann es für diesen Anfang selbst offenbar keine Ursache geben. Mit Hilfe der theoretischen Vernunft können wir also nicht entscheiden, ob die Welt einen ersten Anfang hat oder ob jedes Ereignis in der Welt durch andere Ereignisse verursacht wird. Doch Kant will hier auch noch auf etwas anderes hinaus. Die Idee eines ersten Anfangs ist offenbar nicht in sich widersprüchlich – also auch nicht die Idee von Kausalität durch Freiheit. Und das heißt, dass es immerhin möglich ist, dass wir im transzendentalen Sinne frei sind.


    Ein meines Erachtens nach genialer Denker hat sich mit ähnlichen Fragestellungen beschäftigt, sein Name: Imanuel Kant.


    Klar: Wenn man nicht an den freien Willen glaubt, ist technische Intelligenz nur logisch....wenn man allerdings an den freien Willen glaubt, sind die Hürden halt höher - und da Begriffe wie der freie Wille in der Definition unscharf sind, nutze ich dafür so etwas wie den ganz sicher unscharfen Begriff "Herz".


    So gesehen ist es gut, dass du herausgearbeitet hast, dass du nicht an den freien Willen oder an die Freiheit glaubst. Das erklärt dann auch hinreichend deine Position. Es ist aber auch nur eine Glaubensposition - nicht beweisbar nach derzeitigem Stand der Wissenschaft. Ich halte dem entgegen, dass ich dies anders sehe. Ich glaube an den freien Willen - und an die Freiheit. Auch diese Position ist nicht beweisbar! Sie hat aber andere Konsequenzen - beispielsweise die, dass es so etwas wie Verantwortung gibt.


    Wie ist das nun mit deinem nächsten Artikel auf meinen Beitrag? Ist der nur kausale Folge, oder tatsächlich ein freier Erguss deiner Intelligenz? Mache dir klar, dass diese Frage auch dann in gleicher Weise gestellt werden kann, wenn du nicht reagierst.....

  • Wie der Name "künstliche Intelligenz" es schon sagt, ist es eine von Menschen erdachte und technisch implementierte Form der Intelligenz. Heraus kommt, zumindest derzeit, am Ende nichts weiter als das, was Menschen vorher an Intelligenz hineingesteckt haben. Manche Ergebnisse mögen für den einen oder anderen überraschend sein, gar erstaunlich. Aber die meisten dieser erstaunlichen Ergebnisse beruhen auf einer Fähigkeit von Computern, die Menschen nicht besitzen - auf der in irrsinniger Geschwindigkeit ausgeführten Masse an Rechenvorgängen meist statistischer Art, die ein menschliches Gehirn nicht in der Lage ist zu leisten.

  • Nun - du lieferst keine Definition für Intelligenz - redest aber die ganze Zeit darüber, als wäre das trivial. Ist es aber nicht. Insofern versteckst du deine Definition und bleibst deutlich nebulöser wie die von mir recht konkret formulierten Aspekte, die ich mit dem Begriff "Herz" zusammenfasse.


    Ist auch unnötig, hatte ich schon mehrfach begründet. Du musst anfangen, das verstehen zu wollen, was uns in diesem Punkt diametral voreinander unterscheidet. Dann kommst Du auch mit deinen eigenen, wenig zielgerichteten erscheinenden, Argumentationen weiter, möchte ich wetten.
    Du selbst argumentierst immer nur im Kreis. Mit Deiner Methode, die Augen immer nach innen gerichtet, kommst Du - auch wenn Du noch so viele Zitate bringst -, nicht weiter, damit erweiterst Du nicht den Horizont ....



    Und hier hast du dann schon ein logisches Problem - denn du argumentierst einerseits so, als gäbe es eine erkennbare übergeordnete Wahrheit zum Thema Intelligenz, andererseits argumentierst du: "HALTE ICH...." - was klar aufzeigt, dass du rein von deiner persönlichen Ãœberzeugung, nicht aber von objektiv messbaren Größen ausgehst. Das ist ein Widerspruch, der dir eigentlich auffallen sollte, so deutlich springt er ins Auge! Wenn du ernsthaft entgegen der derzeitigen Lehrmeinung schon einen übergeordneten Definitionsbegriff zur Intelligenz hast, der die NOTWENDIGKEIT und ZWANGSLÄUFIGKEIT widerspruchsfrei darstellt, dann wäre die Weltöffentlichkeit daran sehr interessiert, und deine Arbeit wäre wohl ein Kandidat für den Nobelpreis.


    Nochmal: wenn ich etwas einschätze, ist das - wie auch bei jedem anderen - eine Schlussfolgerung auf der Basis eine Prämisse oder Ausgangslage. So funktioniert das.
    Aus einer Gesamtmenge die Zusammenhänge herauszufiltern, die eine kausale und logische Ereigniskette, ein Ergebnis, eine optionale Entwicklung usw. "wahrscheinlich" erscheinen lassen - das ist ein logischer Prozess.


    Was ich mache, nennt sich Deduktion. Das ist - ob gut oder schlecht umgesetzt spielt zunächst keine Rolle - praktisch eingesetzte Intelligenz. Ob die nun natürlich oder künstlich wäre, es kommt auf die Methodik und letztlich auf das Ergebnis an. Nicht darauf, ob andere "es" verstehen oder selbst auch können.


    Interessant wäre es zu erfahren, wie die heutigen Kenntnisse und Ergebnisse der Arbeit an der Entwicklung der technischen Intelligenz, und die daraus abgeleiteten Implikationen, ein Immanuel Kant einschätzen würde, wie diese in seiner Arbeit eine Entsprechung, oder aus seiner Arbeit eine Weiterung hätten folgen lassen können.
    Ich bin mir sicher, dieser brillante Kopf hätte sich bei Sichtung aller Fakten, und der seit seiner Lebenszeit inzwischen errungenen Erkenntnisse, eher mit mir einigen können, als mit Dir.
    Eben weil er "den Geist" sehr analytisch betrachtet hat - geprägt von den Kenntnisständen und kulturellen Spiegelungen seiner Zeit.



    Nachtrag: Eines noch als Anregung....
    Eine spannende Frage, im Zusammenhang mit Intelligenz, ist auch die nach der intellektuellen Dominanz. Schaue dich doch unter diesem Aspekt einmal mit offenen Augen in Deiner Umwelt um...

    17 Mal editiert, zuletzt von A3243 () aus folgendem Grund: Nachtrag


  • Heraus kommt, zumindest derzeit, am Ende nichts weiter als das, was Menschen vorher an Intelligenz hineingesteckt haben.


    Das würde ich kategorisch so nicht sagen. Ich habe heute morgen sehr wenig Zeit, deshalb 'langweile' ich mit einem Beispiel, dass ich bereits vorher erwähnt hatte:
    "Emotionen" wie z. B. "Neugierde" beim Einsatz neuronaler Netze müssennicht unbedingt explizit einprogrammiert werden, sondern entstehen durch Interaktion mit der Umgebung offensichtlich "von selbst". Die Parallelen zwischen den Lernprozessen neuronaler Netze und denen kleiner Kinder sind erstaunlich ...
    https://www.mpg.de/9748551/roboter-bewegung-lernen
    „Wir haben festgestellt, dass zumindest Roboter ihre Motorik auch entwickeln können, ohne dafür eigens auf Neugier, also die Vermehrung von Information in ihrem künstlichen neuronalen Netz, programmiert zu werden“.



    Aber die meisten dieser erstaunlichen Ergebnisse beruhen auf einer Fähigkeit von Computern, die Menschen nicht besitzen - auf der in irrsinniger Geschwindigkeit ausgeführten Masse an Rechenvorgängen meist statistischer Art, die ein menschliches Gehirn nicht in der Lage ist zu leisten.


    Gerade beim von Konrad erwähnten Go-Programm ist das aber nicht so (im Vergleich zu "herkömmlichen" Computern). Neronale Netze arbeiten, z. B. verglichen mit konventionellen Schachcomputern, die mit Höchstgeschwindigkeit in einen Suchbaum eindringen, eher 'langsam' (bewertete Stellungen pro Sekunde etc.).


    Vielleicht noch ein interessanter Heise-Artikel zum Thema - und weg. :)

  • Der Mann hätte mal rechtzeitig die grundlegend richtungsweisende Lektüre zur Hand nehmen sollen, dann wüsste er, dass der Robotregent bereits in den 1960ern groß war, sein wird, gewesen sein wird, und eine Menge Power haben und dann gehabt haben wird, dass aber immer ein noch größerer am anderen Ende des virtuellen Kabels lauert, der sich aus dem Größten und temporär Gottgleichsten entwickeln wird.
    Und wenn der Mensch clever genug gewesen sein sollte, wird er sich dieses universelle Gesetz zunutze gemacht haben.


    Und Gott schau sich das an und amüsiert sich.
    Wird dann ja auch lang genug gedauert gehabt haben und mitunter langweilig gewesen sein...


  • Ich habe heute morgen sehr wenig Zeit, deshalb 'langweile' ich mit einem Beispiel, dass ich bereits vorher erwähnt hatte:


    Auweia ...! :) Auch bezüglich ihrer Schreibfähigkeiten wird mich KI sicher schon bald überholen.

  • Man kann sich inzwischen doch ganz wunderbar auf das unsägliche Autokorrektur- und Autovervollständigungunwesen berufen... :borg2:

  • Als aktiver Tischkicker-(Hobby)-Spieler hat mich letztens dieser Artikel geärgert über den ich gestolpert bin:


    http://www.spektrum.de/news/ro…rt-besser-als-sie/1420917


    In Lausanne schlägt ein Roboter im Tischfußball seine menschlichen Gegner. Am deprimierendsten dabei: Offenbar haben ihn Studenten mal eben schnell entwickelt.


    Dabei ist die Methode total unfair. Die "KI" verfolgt über den Glasboden den Ball und hat auch noch Sensoren dafür, was die menschlichen Gegner machen. So einen genauen Ãœberblick hat kein menschlicher Spieler vom Spielfeldrand aus. Das erkennt man zum Beispiel gut, wenn man anderen Spielern zuschaut und sich dabei direkt hinter ein Tor stellt. Die Lücken die sich da auftun sieht man von der Seite einfach nicht, beziehungsweise stellt das Gehirn sie nicht optimal dar, jedenfalls meines nicht. :biggrin: Rechnet man noch das dem menschlichen Reaktionsvermögen weit überlegene Elektronische dazu, dann ist es eigentlich kein Wunder dass man hier eine weitere Ãœberlegenheit des Rechners verkündet.


    Trotz allem Ärger sind solche Maschinen natürlich trotzdem faszinierend. Für mich aber eher ein Indiz dafür, dass KI eher etwas ist um menschliche Möglichkeiten zu erweitern, also mehr Richtung Cyborg - zum Beispiel so:


    http://www.spektrum.de/news/wa…oter-den-menschen/1430965</textar


    Wobei hier die Ãœberschrift auch wieder völlig bescheuert ist. Der Roboter ist in diesem Fall ja eben genau kein Ersatz für den Menschen, sondern lediglich ein Werkzeug, welches fernbedient wird. Zugegebenermaßen mit einer sehr geilen Fernsteuerung.

  • Die Gesamtheit macht eben das Ergebnis. Weshalb es auch so unangemessen ist, nur einen bestimmten Typus der "Intelligenz" zum Maßstab zu machen und die Benchmark für die Bestimmung maßgerecht und vorzugsweise genau darauf zuzuschneiden.
    Man muss "Intelligenz" loslösen vom Determinismus (Intelligenzbegriff zugeschnitten auf den Menschen und dieser als Benchmark) und ergebnisoffen an die Sache heran gehen, indem man sie, klingt nur oberflächlich betrachtet nach einem Widespruch, vom Ergebnis her analysiert. Wenn das Prinzip dieser KickerMaschine auf andere Bereiche übertragbar wäre, ist doch auch eine Frage der Systematik der Instanzen. Der Mensch hat ebenfalls verschiedene Instanzen, die sich durch die verschiedenen Gehrirnteile und Organe, und damit deren spezifischen Aufgabestellungen und Steuerungsaufgaben voneinander in der Wirkung auf das Gesamtverhalten unterscheiden und qualitativ charakterisieren lassen.


    Eine technische Ausbaustufe, die "mehr" kann, hat dennoch möglicherweise "einfachere" Strukturen, mit operativer Trennung der Aufgaben und Funktionen, die zwar einerseits komplex zusammen arbeiten, im Sinne von zielorientierter Fokussierung auf die Aufgabenstellung, andererseits aber auch einzeln überwacht, kontrolliert und aus einer größeren verfügbaren Kontrollinstanz jederzeit zu 100% auf der höheren Auffassungs- und Entscheidungsebene gehalten werden und dort voll zu Entfaltung kommen. Ein Problem der meisten Menschen liegt ja darin, die objektiv vorhandenen Ressourcen auch tatsächlich zielgerichtet einzusetzen und die berühmte "Spannung" hoch zu halten.
    Die Konzentration auf eine Aufgabe, die Fokussierung auf einen technischen Moment, der nicht verpasst werden darf, die Berücksichtigung aller Sachverhalte und Fakten, das macht erfolgreiche (intelligente) Menschen aus. Und das unterscheidet Menschen auch in Ihrer "Leistungsfähigkeit" voneinander und untereinander.


    Wenn die Einzelsteuerung und die Impulsaufnahme der Kontrollen und Sensoren umfassendere Ein- und Ãœberblicke zulässt, die Ausführungsgeschwindigkeit um ein Vielfaches erhöht ist, muss ein Mensch demgegenüber permanent "nachziehen", ist also in der Defensive und kann nur reagieren, statt zu agieren.
    Interessant wäre es, wenn diese Situation umgekehrt werden könnte, ein ultraschneller Input und unvorhersehbare "Züge"... und die Maschine in Reaktionszwang zu bringen. Wie löst sie ein "Problem"?


    Intelligenz ist unter anderem eine Frage der Problemlösungskompetenz.
    Und die ist nun einmal spezifisch. Auch beim Menschen. Der kann auch nur die Probleme lösen, die er verstanden hat und deren Grundlagen er kennt. Wir können das täglich beobachten.

    4 Mal editiert, zuletzt von A0468 ()