Videotheken sterben.... was als nächstes?

  • Was Filmbetrachtung und Informationsangebot betrifft, erleben wir bereits heute, dass "der Trend" zum schnellen Häppchen geht - Nachrichten beschränken sich auf Schlagzeilen und aufgeregte Handkamerabilder vom Schauplatz, auf Bilder von den Ansammlungen der Schaulustigen oder der später herbeigeeilten Rettungsdienste. Die Vertwitterung der menschlichen Rezeptionsfähigkeit wird uns eine weitere Beschleunigung d.h. Verkürzung redaktioneller Zusammenfassung dessen, was für mitteilenswert erachtet wird, bescheren.


    Ich finde das auch bedauerlich. Zumal ein sehr guter Freund so vom Fotoladen in einer Touristenhochburg nach H4 gekommen ist. Ich sehe allerdings auch die Vorteile abseits des schnellen Häppchens oder der Bilder vom Essen, die in die Welt gepostet werden. Die neue Technik macht es insgesamt einfacher und vor allem billiger, auch anspruchsvolle Fotos zu generieren. Sie schont Ressourcen. Ich möchte jedenfalls meine D10 und die D550 nicht mehr missen. So gern ich vor 20 Jahren meine Lomo und die teuer erworbene 6x6 hatte.

  • Ich finde das auch bedauerlich. Zumal ein sehr guter Freund so vom Fotoladen in einer Touristenhochburg nach H4 gekommen ist.

    Als Klartextbevorzuger muss ich mir das erst einmal übersetzen: Dein guter Freund ist mit seinem Fotofachgeschäft also nach Mannheim umgezogen?

    Ich möchte jedenfalls meine D10 und die D550 nicht mehr missen. So gern ich vor 20 Jahren meine Lomo und die teuer erworbene 6x6 hatte.

    Auch hie und da wären kleine, weiterführende Hinweise, wovon Du eigentlich sprichst, sicher für die meisten hier Mitlesenden ganz nützlich gewesen.

  • Der Klamotten-Einzelhandel, so denke ich.
    ...


    Der Klamotten-Einzelhandel wird nicht aussterben, er wird allerdings ausgedünnt. Das hat mMn mehrere Gründe. Die Einzelhändler jammern immer über den Internetversandhandel (Otto, Zalando, etc...), wobei es diese Konkurrenz schon früher gab, allerdings in Katalogform. Ich glaube was den Einzelhändlern in den Innenstädten viel mehr schmerzt sind die großen Einkauszentren auf der grünen Wiese nach amerikanischem Vorbild, die dann alle Geschäfte unter einem Dach anbieten und auf dem Land der demographische Wandel - Renter kaufen einfach nicht mehr so viele Klamotten wie junge Leute.

  • Der Klamotten-Einzelhandel wird nicht aussterben, er wird allerdings ausgedünnt. Das hat mMn mehrere Gründe. Die Einzelhändler jammern immer über den Internetversandhandel (Otto, Zalando, etc...), wobei es diese Konkurrenz schon früher gab, allerdings in Katalogform.


    Richtig. Tatsache ist einfach, dass viele Geschäftsmodelle, die vor 20-30 Jahren noch rentabel waren es heute nicht mehr sind. Das Internet ist dabei zwar ein Faktor, aber die arbeiten keineswegs profitabler, sondern drücken ohne Rücksicht auf Verluste die Preise. Z.B. steckte Zalando bis letztes Jahr dauerhaft in tiefroten Zahlen und wäre ohne die Beteiligung der operativ noch defizitäreren "Rocket Internet"-Firma vermutlich längst pleite.


    Es ist m.E. nicht der Vertriebsweg und auch nicht die Produktion die die Preise macht. Die ist ja gerade im Textilgewerbe mittlerweile weitgehend "kostenoptimiert", so dass es am Ende hauptsächlich am Auftragsvolumen geht. Und um die Arbeitsverträge der VerkäuferInnen. D.h. im Klartext: Klamotten für Ottonormalverbraucher zu verkaufen ist als Kleinunternehmer nicht möglich.


    Ich glaube was den Einzelhändlern in den Innenstädten viel mehr schmerzt sind die großen Einkauszentren auf der grünen Wiese nach amerikanischem Vorbild, die dann alle Geschäfte unter einem Dach anbieten und auf dem Land der demographische Wandel - Renter kaufen einfach nicht mehr so viele Klamotten wie junge Leute.


    Das ist unlogisch, denn konsumgeile Teenies kaufen trotzdem nicht weniger Klamotten und fahren dafür auch ins Gewerbegebiet am Stadtrand.

  • Habe noch einen fast ausgestorbenen Fall: Der Kaugummiautomat


    Früher standen die selbst im piefigsten Nest. Selbst wenn man wusste wie furchtbar sie schmecken und dass man wegen sowas im Supermarkt nie seine Mutter beim Einkauf genervt hätte: Die Tatsache dass es aus einem Automaten kam, hat es vergessen lassen. Aber irgendwann ließ die Faszination allgemein nach, auch manch ein Versuch die Dinger mit Chinamüllspielzeugen zu befüllen fruchtete anscheinend nicht. Die Euroeinführung haben nur wenige überlebt, zumindest in Schland.

  • Als Klartextbevorzuger muss ich mir das erst einmal übersetzen: Dein guter Freund ist mit seinem Fotofachgeschäft also nach Mannheim umgezogen?
    Auch hie und da wären kleine, weiterführende Hinweise, wovon Du eigentlich sprichst, sicher für die meisten hier Mitlesenden ganz nützlich gewesen.


    Wenn du mit dieser Masche hier weiter machst, werde ich beim nächsten, ähnlich gelagerten Post deinerseits bei der Moderation einen Antrag auf Ausschluß aus dem Fred stellen. Und hättest du beanstandest, dass DU die von dir nachträglich in ein Zitat eingeführten Links brauchst, um zu wissen von was der Schreiber schreibt, hätte ich mit deinem Hinweis leben können aber maße dir nicht an für andere zu sprechen.


    Danke.

  • Habe noch einen fast ausgestorbenen Fall: Der Kaugummiautomat

    Zumindest regional scheinen jene, an der Taschengeldkaufkraft partizipierenden Automaten doch noch relativ zahlreich vertreten zu sein; der Umsatz ist zwar rückläufig, mancher Automat steht längst leer, und wegen einer EU-Richtlinie dürfen wohl keine unverpackten Lebensmittel oder Süßigkeiten mehr aus dem Automaten gezogen werden - im Gegenzuge breiten sich die Heiß- und Kaltgetränkeautomaten aus. Bloß nicht mehr im öffentlichen Raum, sondern im Innern von Bürogebäuden, wo sie von Mitarbeitern, den Kunden der dort ansässigen Firmen und von dort eingesetzten Handwerkern frequentiert werden.

  • Wenn du mit dieser Masche hier weiter machst, werde ich beim nächsten, ähnlich gelagerten Post deinerseits bei der Moderation einen Antrag auf Ausschluß aus dem Fred stellen.

    Es ist nicht deutlich, was die in Deinem Beitrag geäußerte Drohung jetzt mit dem Threadthema zu tun hätte. Im übrigen halte ich's für unwahrscheinlich, dass ein Antrag auf Ausschluss meinerseits aus dem Thread moderationsseitig durchgesetzt würde.


    Zumal meine Antwort an Dieter59, das Verschwinden von Fotofachgeschäften betreffend, keineswegs "off topic" gewesen ist. Denn die Schließung oftmals langjährig betriebener, inhabergeführter Läden, ist leider an der Tagesordnung. Fatalerweise liegt's nicht einmal nur an der Miethöhe für Ladenflächen und an der Personalintensität, die kompetente Beratung mit sich bringt, die Digitalisierung der Fotografie hat praktisch alle Bereiche (Verbrauchsmaterialverkauf, Handabzüge, Gebrauchthandel von Kameras) des Geschäfts schrumpfen lassen - selbst die einstigen Marktführer (Agfa, Kodak) sind mittlerweile von der Bildfläche verschwunden bzw. haben die Sparte nichtdigitaler Fotografie aufgegeben.

  • Videotheken sterben.... was als nächstes?


    Als nächstes ? Bzw schon voll im Gange !


    * Die kleinen Einzelhandels Läden - Autarke Bäckereien , Metzgereien , Gemüse/Obst Läden .
    * Pommesbuden ala witzig umgebauten Wohnanhänger mit ner 1A Currywurst mit Pommes rot/weiß und Flasch Bier .
    * Kioske , mit Zeitungen, Tabak , Lotto , Brötchen , Getränke und jede menge Schnickschnack .
    * Der Schuster -Elektro/ Elektronik - Nähereien -Reinigungen - Eisenwaren - KFZ Reparatur usw Läden im Carre .
    * So wie Handwerksbetriebe - Sanitär - Tischler - Maler und sonstiges an Speziellen .
    * Das Reisebüro.
    * Der Buchladen .
    * Der Blumenladen
    * Ein gut sortierter Fahrradladen .
    * Freie Tankstellen .
    * Banken -Zweigstellen .
    * Die Post .
    * Getränkehändler.
    * Telefonzellen
    * Zigaretten Automaten
    * usw usw usf


    Also , es löst sich alles auf und peu a peu verschwindet alles auf leisen Sohlen .


    Der Konsumer wird immer mehr und mehr dazu gedrängt die großen Discounter an zu steuern , oder andere Mega Stores.
    Bei denen ist die Vielfalt ihrer Waren sehr groß im Angebot * Die verkaufen alles auch ihre Seele * , Beratung und Persönlichkeit bleibt auf der Strecke nach dem Motto alles muß raus * Just now * und der Umsatz muß Täglich klingeln und das massiv . Sonst gibt es Ärger mit der Konzernleitung an den Marktleiter ..


    Aber , wenn das Persönliche im Täglichen bei dem Discounter Einkauf stirbt , und es gibt nicht mehr die alt bekannten kleinen Läden wo man sich vllt. sonst bedient hat .
    Wird es sehr Armselig in der Gesellschaft , was schon sehr lange zu bemerken ist .


    BB

    4 Mal editiert, zuletzt von BON BOX ()

  • Die kleinen Einzelhandels Läden - Autonome Bäckereien , Metzgereien , Gemüse/Obst Läden . Wenn sie qualitätsmäßig gut sind, werden sie auch in Zukunft weiter bestehen(obqohl die Bäcker mittlerweile auch mehrheitlich industriell gefertigte Rohlinge anbieten)
    * Pommesbuden ala witzig umgebauten Wohnanhänger mit ner 1A Currywurst mit Pommes rot/weiß und Flasch Bier . Nein, bei uns an jedem Baumarkt/Elektrogroßmarkt
    * Kioske , mit Zeitungen, Tabak , Lotto , Brötchen , Getränke und jede menge Schnickschnack . Nein, eigenltich nicht
    * Der Schuster -Elektro/ Elektronik - Nähereien -Reinigungen - Eisenwaren - KFZ Reparatur usw Läden im Carre . Diejenigen, die noch da sind, scheinen ganz gut zu laufen(Trend zum Fachhandel als bewusster Gegensatz zum Billiganbieter)
    * So wie Handwerksbetriebe - Sanitär - Tischler - Maler und sonstiges an Speziellen . Nein, wer ein Mal so eine Dienstleistung in Anspruch nehmen muss, wird sehen, dass die Wartezeit auch mal vier Wochen betragen kann
    * Das Reisebüro. Nein, zumindes die qualitativ Guten nicht
    * Der Buchladen . Auf keinen Fall, Umsatz bei E-books ist zwar gestiegen, aber noch immer marginal
    * Der Blumenladen Wenn man sich dort am Wochenende hintraut, dann sieht man das Gegenteil
    * Ein gut sortierter Fahrradladen . Bedingt, der Ein-Mann-Betrieb mit Sicherheit, der große Fachhändler mit gut ausgebildeten Mitarbeiter nicht
    * Freie Tankstellen . Nein
    * Banken -Zweigstellen . In der Fläche ja, ansosnten eher nicht
    * Die Post . siehe Bank
    * Getränkehändler.
    * Telefonzellen Ja, aber wozu auch, wenn statistisch gesehen jeder Bundesbürger 1,5 Handys besitzt
    * Zigaretten Automaten
    * usw usw usf


    Fazit - Fachhändler werden nicht aussterben, auch Nischengewerbe nicht.

  • Oh sorry, kann ich aber nachholen.


    Als Klartextbevorzuger muss ich mir das erst einmal übersetzen: Dein guter Freund ist mit seinem Fotofachgeschäft also nach Mannheim umgezogen?


    Nein, er ist mit seinem Fotoladen in der Hochphase der Umstellung auf digital schlicht pleite gegangen und bezieht heute Hartz4. Und er hat sich wahrlich bemüht, mit der Zeit zu gehen.


    Auch hie und da wären kleine, weiterführende Hinweise, wovon Du eigentlich sprichst, sicher für die meisten hier Mitlesenden ganz nützlich gewesen.


    D10 und D550 sind digitale Spiegelreflexkameras von Canon, wie Du schon richtig vermutet hast. Eine Lomo ist eine Kult- Kleinbildkamera russischer Produktion. Mit eine der ersten im Ostblock, die zu einem erschwinglichen Preis Vollautomatik geboten hat. Immer mit dabei, klein und zuverlässig, für die damalige Zeit genial. Und eine 6x6 ist eine Mittelformatkamera, welche hinsichtlich der Bildqualität und Gestaltungsmöglichkeiten des analogen Formats geniale Fotos ermöglicht.


  • Fazit - Fachhändler werden nicht aussterben, auch Nischengewerbe nicht.


    Ist auch mein Eindruck. Und was die Discounter angeht, so ist eine Aldifiliale heute genauso groß wie vor 10-20 Jahren und das Angebot ist ähnlich geblieben. Die in den USA inzwischen längst gescheiterte Mallkultur der 90er hat bei uns nie richtig Fuß gefasst. Auch Walmart hat nach wenigen Jahren den Betrieb in Deutschland eingestellt. Mag nicht überall so sein, aber zumindest in Lüneburg erfreuen sich die Branchen aus BBs Liste großem Kundenverkehr. Wir haben einen Laden, der nur Käse verkauft, einen der Nudeln herstellt und verkauft, Schokolade, bunte Süßigkeiten, Dekogedöns aus Treibholz, Koffer und Taschen, (mindestens) 4 gut besuchte Fahrradläden, ebenso viele Blumenhändler, KFZ-Werkstätten, Änderungsschneidereien usw.


    Nur bei Buchläden haben vor kurzem 2 dichtgemacht, war aber m.E. eher normale Konkurrenzverdrängung wegen Ãœberangebots. Und die Krise der Münzautomaten betrifft auch Telefonzellen und Zigarettenautomaten. Letztere sieht man hier kaum noch am Straßenrand, sind aber in einigen ländlichen Regionen noch durchaus verbreitet.

  • Ist auch mein Eindruck. Und was die Discounter angeht, so ist eine Aldifiliale heute genauso groß wie vor 10-20 Jahren und das Angebot ist ähnlich geblieben.


    Bin zwar auch nicht der richtige Aldiexperte aber das halte ich nun eher für ein Gerücht. Ich kenne diese Läden noch als die Ware nur aus Pappkarton heraus verkauft wurde und Frischmilch war schon ein Highlight. Da hat sich in den letzten Jahren nun gewaltig was getan.



    Die in den USA inzwischen längst gescheiterte Mallkultur der 90er hat bei uns nie richtig Fuß gefasst. .....


    Sprechen wir von dem welches wir hier in Hamborch profan EKZ bezeichnen ? Denn das hat sich hier so richtig durchgesetzt, jedes "Quartier" hat so eins und wenn keins da ist wird ein neues Quartier drum herum gebaut. Sogar wurde unsinnigerweise mitten in die HH Innenstadt eins hingeschissen ( Europapassage ) und mit die letzten, noch vom Bombenterror verschonten Bürohäuser geopfert. Alles dafür das das X-te Flagschifflager in der City eine Warenvielfalt vorgauckelt die es gar nicht gibt.



    Was gibt es immer weniger ? Z.B. Eisenwaren und Farbengeschäfte. Und zwar welche mit Auswahl. Dank der Konzentration auf dem Baumarktsektor ( Pleite Max Bahr z.B. ) hat man hier als Konsument von sowieso noch weniger Auswahl - Auswahl zwischen 3 Eigenmarken und einer anderen "freien" Marke ist ja nun Hose - und ist preislich noch anhängiger. ( Kauf einer mal 00 Stahlwolle und er weiß Bescheid..)

  • Im Baumarkt kann ich mir jede Farbe der Welt individuell erstellen lassen.
    Mir war gar nicht bekannt, dass es solche Fachgeschäfte überhaupt gibt/gab.

  • Im Baumarkt kann ich mir jede Farbe der Welt individuell erstellen lassen.
    Mir war gar nicht bekannt, dass es solche Fachgeschäfte überhaupt gibt/gab.


    Ähmm ...ob Du Dir Dein Mokkabraun noch kackiger anrühren lassen kannst so wie Du es magst sagt doch überhaupt nichts über die Qualität der Farbe aus....

  • Ähmm ...ob Du Dir Dein Mokkabraun noch kackiger anrühren lassen kannst so wie Du es magst sagt doch überhaupt nichts über die Qualität der Farbe aus....


    genau ... der war gut .....:lol:


    BB

  • genau ... der war gut .....:lol:
    BB



    Es hätte aber auch genauso gut ..Gelb noch Spargelpissiger.. sein können. Also überhaupt nix in einer gewissen Richtung. Es ging alleinig um die einem angebotene Qualität.

  • genau ... der war gut .....:lol:


    BB


    Dachte, dass wäre deine Lieblingsfarbe...


    Aber der Tipp ist nicht verkehrt....würde mich an die mokkafarbenden Schönheiten in der Karibik erinnern...(allerdings nicht besonders gut mit meinem Mahagoniholzmöbeln korrespondieren):thinking-020:

  • Auch so eine Branche, die nicht aussterben wird - sind die Antiquitätenhändler, ganz im Gegenteil, die scheinen wie Pilze aus dem Boden zu schießen.
    Auch hier gilt wieder, dass sich Fachkompetenz auszahlt, die Trittbrettfahrer halten sich nur ein paar Monate.

  • Es hätte aber auch genauso gut ..Gelb noch Spargelpissiger.. sein können. Also überhaupt nix in einer gewissen Richtung. Es ging alleinig um die einem angebotene Qualität.


    Wie gesagt, mir war nicht einmal bewusst, dass es solch eine Branche überhaupt gibt/gab.