Kein einziger DAX-Konzern in den neuen Bundesländern

  • Es hat ordentliche Steuervorteile in den neuen Bundesländern gegeben und dennoch hat es keinen Konzern dorthin getrieben? Warum nicht?

    Weil die Verlagerung einer Firmen-/Konzernzentrale recht aufwendig ist - und kein "Standortvorteil" damit verbunden wäre. Die Produktion manchen Unternehmens ist ja vom alteingesessenen Standort in der BRD verlagert worden, bisweilen auch noch weiter in östlicher Richtung.

  • Es hat ordentliche Steuervorteile in den neuen Bundesländern gegeben und dennoch hat es keinen Konzern dorthin getrieben? Warum nicht?

    Weil keine Fachkräfte in die Provinz gehen würden.:)

  • ... wie gut dass eine ostdeutsche Managerin im Vorstand der Deutschen Börse sitzt.

    Das müsste dann also Hauke Stars sein, deren Lebenslauf tatsächlich Merseburg als Geburtsort ausweist. Sie hatte halt das Glück, zum Zeitpunkt von Wende und Wiedervereinigung gerade als Studentin in Magdeburg immatrikuliert zu sein und folglich im richtigen Moment mit guter Ausbildung dem Arbeitsmarkt zur Verfügung zu stehen. Und die wissenschaftlich-technische Ausbildung an den Hochschulen der ehemaligen DDR war ja, trotz allem, was dem Staat nach seiner Auflösung vorgeworfen wird, hochwertig und auch von kapitalistischen Entscheidern bestens angesehen.


    Womit Prometheus Gegenfrage aus Beitrag #17 geklärt wäre: Sie hält das Banner hoch für die Chancen, die ungeachtet der Herkunft aus dem Gebiet der "neuen Bundesländer" hat, aufzusteigen… wobei in der Tat gesamtwirtschaftlich auffällt, dass es mehrheitlich so ausschaut, als seien die Menschen mit "Ost-Vergangenheit" in den Chefetagen unterrepräsentiert.

  • Dass der Osten nichts zu bieten hat ist schlicht weg falsch. Ich hab was gefunden, was die Situation recht gut beschreibt.
    http://www.sueddeutsche.de/wir…r-der-osten-lebt-1.366106


    Die Frage warum das keine DAX Unternehmen sind, ist doch für die Beurteilung eines erfolgreichen Unternehmens nicht relevant.


    Und nochmal die Frage: Welche Vorteile soll es denn auch haben? Was ist so wichtig daran, im "Club" drin zu sein? Dazu zu gehören?

  • l[…] es geht um die nominale marktkapitalisierung und den orderumsatz an frei valutierenden aktien.

    Das hast Du korrekt dargestellt. Um in den DAX aufgenommen zu werden, ist der Umsatz nicht des gewöhnlichen Geschäftsbetriebes relevant, sondern börsengehandelter Wertpapiere.

  • Weil keine Fachkräfte in die Provinz gehen würden.:)


    Sorry aber das was ich in Teilen an "Fachkräfte aus dem Westen" erlebt habe, war gelinde gesagt Blenderei vom feinsten, gemischt mit einer Arroganz, die durch Schaumschlägerei begründet wurde und natürlich immer mit dem Nebensatz, dass wir Ossis das ja nicht wissen können, was so an eloquentes von Vollpfosten verordnet wurde.


    Ungefähr so wie unser wudi Ahnung von Marx hat. :lol:

  • Womit Prometheus Gegenfrage aus Beitrag #17 geklärt wäre: Sie hält das Banner hoch für die Chancen, die ungeachtet der Herkunft aus dem Gebiet der "neuen Bundesländer" hat, aufzusteigen… wobei in der Tat gesamtwirtschaftlich auffällt, dass es mehrheitlich so ausschaut, als seien die Menschen mit "Ost-Vergangenheit" in den Chefetagen unterrepräsentiert.

    Nun, sie wäre auch nicht in die westdeutsche ländlich strukturschwache Provinz gegangen um eine derartige Karriere zu machen. Die Quote müßte immer noch bei sage und schreibe 3 Vorstandsmitgliedern sein mit DDR Vergangenheit.

  • Sorry aber das was ich in Teilen an "Fachkräfte aus dem Westen" erlebt habe, war gelinde gesagt Blenderei vom feinsten, gemischt mit einer Arroganz, die durch Schaumschlägerei begründet wurde und natürlich immer mit dem Nebensatz, dass wir Ossis das ja nicht wissen können, was so an eloquentes von Vollpfosten verordnet wurde.


    Ungefähr so wie unser wudi Ahnung von Marx hat. :lol:

    Sag ich ja, Fachkräfte gehen nicht in die Provinz.

  • […] Welche Vorteile soll es denn auch haben? Was ist so wichtig daran, im "Club" drin zu sein? Dazu zu gehören?

    Wahrscheinlich denkt der thüringische Wirtschaftsminister einfach daran, dass vom Glanz der alltäglichen Berichterstattung über den Aktienmarkt und die prominentesten Börsenwerte ein paar Fünklein auf "sein" Bundesland herabregnen - und an eine mögliche Anschlusskarriere, wenn er sich nur oft genug mit Größen aus der Wirtschaft hat zusammen fotografieren lassen.

  • was ist daran falsch, daß es in den neuen Ländern kein Daxunternehmen gibt?

    Nichts - Diese Aussage ist ja belegbar; allerdings ist der Diskussionsbedarf in diesem Punkte fragwürdig… Beklagt wurde der "Fehlbestand" an Firmenzentralen in den neuen Bundesländern schon öfters in den Medien, beispielsweise vor drei Jahren vom Berliner Tagesspiegel. Oder erst letztes Jahr von der Zeitschrift Capital. Also würde ich vorschlagen, dass wir doch erst einmal einen Blick auf die bedeutenderen Unternehmen mit Sitz in den neuen Bundesländern werfen, auch wenn das verfügbare Zahlenmaterial nicht ganz aktuell ist.

  • was ist daran falsch, daß es in den neuen Ländern kein Daxunternehmen gibt?
    Und eine Prämisse habe ich bereits aufgestellt: die Treuhand wars nicht.


    stellt sich diese frage? ich kann nicht erkennen, an welcher stelle. ich kann damit nichts anfangen. und wenn auch sonst niemand eine solche frage gestellt sieht und/oder deinen prämissen folgen will, wirst du dir die von dir konstruierten fragen, die das problem eher verzerren, als einer lösung zuzuführen, womöglich selbst beantworten müssen.
    einiges wurde ja bereits konkret aufgegriffen - von dir aber ignoriert. du ignorierst den kahlschlag und wischt mit einem nebensatz einen wesentlichen faktor weg. die ursachen zu leugnen nimmt dem thema die diskussionsgrundlage dann endgültig, und zeugt darüber hinaus auch von elementarer unkenntnis.
    wenn du die diesbezüglichen beiträge und antworten nicht zur kenntnis nimmst, willst du vllt. nur eine bestätigung (d)einer einschätzung und keine diskussion... :wink5:

  • Was fällt auf? Weiter oben in der Auflistung finden wir Energieversorger - und Tochterunternehmen bzw. ausgelagerte und verselbständigte Standorte der nicht ortsansässigen DAX-Konzerne.

    Mir fällt auf:"Der Mangel an qualifizierten Jobs bewirktdie Abwanderung von Teilen der „kreativen Klasse“. Dieskommt auch in den Schwierigkeiten zum Ausdruck, Studierendeaus dem Westen für die ostdeutschen Hochschulenzu gewinnen"

  • Nichts - Diese Aussage ist ja belegbar; allerdings ist der Diskussionsbedarf in diesem Punkte fragwürdig…


    Für mich nicht. Denn diese Meldung hat mich sehr erstaunt. Sachsen war mal bis zum Ende des zweiten Weltkriegs eine Hochburg der Technologie.
    Und was ist von dieser Hochburg geblieben?


    Und die Frage stellt sich: was hat ein Standortnachteil mit Säxit zu tun? Auch das war Thema heute im WDR. Die AfD Vorsitzende hat solches offenbar ins Gespräch gebracht.

  • Also nochmal und gaaaaanz langsam: Was ist so erstaunlich an der Tatsache, dass es kein ostdeutsches DAX Unternehmen gibt?


    Warum sollte eine Firma das anstreben? Und warum sollten die, die es in Betracht ziehen, nicht aus den Erfahrungen anderer (Q-Cells) lernen?


    Einfache Fragen von jemandem, der den Artikel aus dem Eingangsbeitrag nicht sonderlich erhellend findet. Denn auch dem Verfasser würde ich diese Fragen stellen.

  • Sachsen war mal bis zum Ende des zweiten Weltkriegs eine Hochburg der Technologie.

    Der Zweite Weltkrieg ist ja nun über 70 Jahre lang vorbei und die Hochburg lag zuletzt in Trümmern…

    was hat ein Standortnachteil mit Säxit zu tun? […] Die AfD Vorsitzende hat solches offenbar ins Gespräch gebracht.

    Das heißt also, die AfD ist auf Wählerfang in den neuen Bundesländern, wo die Bereitschaft, aus "Protestbereitschaft" den größeren Parteien es mal zu zeigen… Sachsen liegt geographisch ja keineswegs ungünstig und dürfte verkehrswegetechnisch mittlerweile gut erschlossen sein. Es stellt sich allerdings die Frage, weswegen ein DAX-Konzern sich von den medienwirksamen Pegida-Aktivitäten so stark angezogen fühlen sollte, die Firmenzentrale in deren Hochburg zu verlegen? Ein Mindestmaß an Internationalismus und Diversity sind im Zeitalter der Globalisierung existenzsichernd.

  • Der Zweite Weltkrieg ist ja nun über 70 Jahre lang vorbei und die Hochburg lag zuletzt in Trümmern… Das heißt also, die AfD ist auf Wählerfang in den neuen Bundesländern, wo die Bereitschaft, aus "Protestbereitschaft" den größeren Parteien es mal zu zeigen… Sachsen liegt geographisch ja keineswegs ungünstig und dürfte verkehrswegetechnisch mittlerweile gut erschlossen sein. Es stellt sich allerdings die Frage, weswegen ein DAX-Konzern sich von den medienwirksamen Pegida-Aktivitäten so stark angezogen fühlen sollte, die Firmenzentrale in deren Hochburg zu verlegen? Ein Mindestmaß an Internationalismus und Diversity sind im Zeitalter der Globalisierung existenzsichernd.


    Auch zu DDR-Zeiten war Sachsen wohl noch ein bedeutender Wirtschaftsstandort im Ostblock.
    Und die Erklärung, daß die Treuhand es vermurkst hat, ist mir zu einfältig.
    Und Pegida dürfte ein Resultat des Standortnachteils sein.
    Was wurde verpaßt? Was wurde ausgeblendet?

  • Auch zu DDR-Zeiten war Sachsen wohl noch ein bedeutender Wirtschaftsstandort im Ostblock.
    Und die Erklärung, daß die Treuhand es vermurkst hat, ist mir zu einfältig.
    Und Pegida dürfte ein Resultat des Standortnachteils sein.
    Was wurde verpaßt? Was wurde ausgeblendet?

    Rentabilität.

  • […] die Erklärung, daß die Treuhand es vermurkst hat, ist mir zu einfältig […]

    Ich wüsste jetzt nicht, wer diese Erklärung geäußert haben sollte. Zur industriellen Vormachtstellung des heute im Bundesland Sachsen zusammengefassten Gebiets gegenüber anderen Wirtschaftsstandorten mag die geographische Lage in Grenznähe der Nachbarstaaten Polen und der Tschechoslowakei beigetragen haben.