Kein einziger DAX-Konzern in den neuen Bundesländern

  • Warum sollte ein Dax30-Unternehmen seinen Standort auch wechseln?
    Schließlich verbindet man Unternehmen wie Bayer, VW, Beiersdorf und Co. mit bestimmten Städten, was auch durchaus marketingtechnisch verwendet wird.
    Der Mensch ist halt ein Gewohnheitstier und wird sich nur schwer an Bayer Görlitz gewöhnen, wenn er Bayer mit Leverkusen verbindet.
    (ganz davon abgesehen, dass Städte wie Wolfsburg und Leverkusen auch gewerbesteuertechnisch den Großunternehmen entgegenkommen)


  • nichts ist so uninteressant wie der erfolg von gestern, denn wer nicht mit der zeit geht, geht mit der zeit - und zwar den weg in die bedeutungslosigkeit. und das hat nicht mit dem standort im osten zu tun, sondern mit erfahrung, innovation und weitblick - und nicht zuletzt damit, gegen welche wettbewerber es zu welchen konditionen und rahmenbedingungen anzugehen gilt. und manche kämpfe sind nicht zu gewinnen.


    Erfahrung, Innovation und Weitblick sind Standortmerkmale oder?

  • Erfahrung, Innovation und Weitblick sind Standortmerkmale oder?

    Wie bitte? Erfahrung, Innovation und (unternehmerischer) Weitblick sind doch nicht standortabhängig!

  • Erfahrung, Innovation und Weitblick sind Standortmerkmale oder?


    nein, das sind mobile faktoren, denn die hängen direkt am wissensfundus und dem verfügbaren humankapital und das ist ortsungebunden und damit flexibel.
    ich kann an jedem ort der welt richtige oder falsche entscheidungen treffen, wenn ich beispielsweise beschließe, bestimmte realitäten nicht zur kenntnis nehmen zu wollen. eine standortvariable ist an den standort gebunden, einen klugen kopf kann ich in ein flugzeug setzen und überall hin bringen und mit geld und perspektiven zum bleiben bewegen.

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  • ...Oder noch anders gefragt: Könnte es vielleicht sein, wenn sich nicht nur die Goldgräber gen neuer Länder aufgemacht hätten, sondern auch das Großkapital, daß der Demokratieprozeß besser vorangekommen wäre?

    Das Großkapital war doch unterwegs, und ohne Kapitaleinsatz hätte kein Produkt dort überlebt. Aber interessant, ob Großkapital und Demokratieprozeß zusammenhängen. Ich vermute mal ja

  • Eindeutig ja.


    eindeutig nein im sinne der fragestellung in #62.
    aber vllt sollten wir erst mal den begriff eingrenzen.
    wenn es um die entscheidungsebene geht, sieht es anders aus, als wenn es um die belegschaftsebene geht.
    human capital ist flexibel, soweit es die entscheidungsebenen betrifft. das sollte eigentlich nicht weiter erklärungsbedürftig sein.
    und gemeint war diese leitungs- oder entscheiderebene, wo erfahrung, innovation (im sinne innovative schaffenskraft) und weitblick den unterschied machen und zum entscheiderhandwerk gehören, wenn die entscheidungen zur substanzerhaltenden und zukunftsfähigen unternehmensführung beitragen sollen.
    es ist kein standortfaktor. ein blick in die chefetagen der multinationalen konzerne genügt, um das zu verifizieren.

    4 Mal editiert, zuletzt von A0468 ()

  • Ich denke schon, und kenne die Kosten der "mobilen Faktoren" und die Anstrengungen des Großkapitals im Osten.



    du kennst die strukturen und negierst gleichzeitig die mobilität und standortunabhängigkeit der entscheiderebene? wie schaffst du denn diesen geistigen spagat.

  • beispiesweise henkel ist durch die übernahme von ost-marken enorm gewachsen.
    spee ist inzwischen eine der umsatz-säulen des waschmittel-segmentes geworden.
    es ist nicht so einfach, wie es ohne ein blick hinter die kulissen zu werfen zu sein scheint.

    Vor der Wende 80% Marktanteil, danach fast null, Jahre nach der Wende immer noch so gut wie null und erst durch die Innovation und das Kapital aus dem Westen gerettet.

  • Warum sollte ein Dax30-Unternehmen seinen Standort auch wechseln?

    Stell dir mal vor, der FC Bayern München wollte in den Osten ziehen.:triumphant:So schnell kannst du gar nicht gucken, wie das qualifizierte und motivierte Humankaptal über die Berge flüchtet.

  • Ãœber was soll jetzt hier nochmal diskutiert werden?


    Z. B. darüber, daß der Soli deshalb immer noch notwendig ist, weil die Großkonzerne sich in den neuen Bundesländern noch nicht ausreichend niedergelassen haben?
    Oder darüber, wie man Standortnachteile beseitigt?
    Oder darüber, ob man gar keine Großkonzerne will?
    Vieles ist möglich.

  • Z. B. darüber, daß der Soli deshalb immer noch notwendig ist, weil die Großkonzerne sich in den neuen Bundesländern noch nicht ausreichend niedergelassen haben?
    Oder darüber, wie man Standortnachteile beseitigt?
    Oder darüber, ob man gar keine Großkonzerne will?
    Vieles ist möglich.


    Liest du auch mal Post, die hier so verfasst werden?
    Es wurde genug Fragen zum Thema gestellt, auf die du nicht mal im Ansatz eingegangen bist.


    Klar gibt's in den neuen Bundesländern Großkonzerne. BMW, VW, HENKEL, Müller Milch, Bayer etc.


    Und wenn ich frage, welche Standortnachteile/vorteile? Also mal konkret wissen möchte, was du als Standort Vor oder Nachteil bezeichnest, kommt nix.


    Es fehlt auch immer noch eine Erklärung, warum es überhaupt so wichtig ist, dass sich hier Konzerne MIT ihrem Sitz ansiedeln und wo der Vorteil ist und warum sich das gesellschaftlich auswirken soll.


    Auf fast nichts wurde eingegangen. Lediglich irgendwelche kruden und implizierende Fragen, ob eine gesellschaftliche Entwicklung an der Tatsache festzumachen ist, dass sich keine DAX Konzerne gründen oder ihren Firmensitz aus den gerbrauchten Bundesländern in die neuen Bundesländer verlegen.


    Und wenn Prom hier völlig richtig Mechanismen der Wirtschaft erklärt, kommt nur Dünnpfiff als "Antwort". Ich kann seine Erklärung zu 99% unterschreiben, was Faktoren und Motivation und letztlich daraus resultierende Mechanismen und Strategien betrifft.


    Und letztlich hab ich hier sehr wohl DAX Unternehemen aufgelistet. Sin die zu popelig und unbedeutend, weil die nicht zu den Top 30 gehören? Zählen diese Firmen und deren Leistungen nicht?


    Hier wird bis jetzt gar nichts diskutiert und das liegt mMn daran, dass der Ersteller noch nicht die Antworten bekommen hat, die ihm vorschweben. Oder die Ebene noch nicht erreicht wurde, auf die dieses Thema hier anscheinend gezogen werden soll.
    Denn ein wenig kommt mir deine Verbindung DAX Konzerne und gesellschaftliche Situation, Zusammenhänge, hat man was falsch gemacht..... etc konstruiert vor und auf einen Punkt ausgerichtet. Aber weil der noch nicht erreicht wurde, stellst du immer wieder neue Zusammenhänge zur Frage und kommst sogar mit den Soli!! Was hat der eigentlich in dieser Diskussion zu suchen? Welchen Zusammenhang siehst du zwischen Soli und den Profitinteressen eines Konzerns?


    Du möchtest einen Zusammenhang, dann liefer ich dir einen.


    Wenn sich hier Filialen der großen Konzerne der alten BL ansiedeln, dann leiden die Kommunen unter Einnahmen die ihnen fehlen und die die Konzerne nicht ausgeben müssen (Bilanzverschönnerung). Daher fehlt den Kommunen Geld für ihre sozialen Pflichten und das wirkt sich fast 1:1 auf die aus, die von solchen sozialen Leistungen profitieren, nämlich die Einwohner der Kommunen.
    Um aber nun ihren Verpflichtungen nach zu kommen, müssen Schulden gemacht werden, die man mindern oder hätte vermeiden können, wenn die Konzerne ihre Steuern in voller Höhe bezahlt hätten. DHL in Schkeuditz hat über 5 Jahre keine Gewerbesteuer bezahlt. Als die Frist vorbei war, barmten sie rum und drohten gen PL oder CZ abzuwandern oder mindestens in Teilen zu verlager. Promt wurde festgelegt, dass denen jetzt die Ausbildung ihres Nachwuchses übernommen wird (finanziell).


    Was bleibt ist der bittere Nachgeschmack, dass DHL zwar versprach Arbeitsplätze zu schaffen, de facto aber nur Zeitarbeit und schlecht bezahlte Angestellte unterm Strich stehen.


    Also, was sind denn nun Standortnachteile? Das geschaffene Steuerparadies, dass Konzerne den Kommunen regelmäßig die Pistole auf die Brust legen können und mit Abwanderung droht, dass sie durch ihre "Macht" agieren können wie sie wollen?


    mfg

  • Z. B. darüber, daß der Soli deshalb immer noch notwendig ist, weil die Großkonzerne sich in den neuen Bundesländern noch nicht ausreichend niedergelassen haben?
    Oder darüber, wie man Standortnachteile beseitigt?
    Oder darüber, ob man gar keine Großkonzerne will?
    Vieles ist möglich.


    Was erwartest du? Viele Regionen waren schon vor 1945 strukturschwaecher als der Westen, nach 1945 starteten ostdeutsche Firmen im Westen neu, das was uebrigblieb wurde nach 1990 meist nicht saniert sondern aufgeloest und fuer ein Appel und Ei verscherbelt. Spekulationsobjekte, mehr nicht.
    Investitionen grosser Konzerne helfen, sind aber nicht die Loesung.
    Die Industrie des Ostens muss sich selbst regenerieren, eigene Wege finden.


  • wie viele dax-konzerne wurden denn zum vergleich in den letzten 25 jahren im westen gegründet?


    Wenn ich das richtig sehe ist in den aktuellen Top 25 kein Unternehmen dabei, das sich vor weniger als 50-60 Jahren neugegründet hat. Die jüngeren Neuzugänge sind entweder uralte Firmen, die ihre Unternehmensform geändert haben oder Tochtergesellschaften bzw. ausgegliederte Sparten internationaler Konzerne.


    Schaut man sich die geografische Lage, der Firmensitze an lässt sich feststellen, dass sich 22 von 25 auf Bayern, NRW, B-W und Hessen verteilen. D.h. auch ein guter Teil des Westens geht DAX-mäßig leer aus. Ebenso Berlin. Und selbst das stinkreiche Hamburg hat nur einen einzigen Vertreter. Trotzdem heult niemand deswegen.

    2 Mal editiert, zuletzt von Zippo ()

  • Wir sprechen von einem Teil Deutschlands, der etwa ein gutes Drittel des Gesamtpakets ausmacht. Was ist z. B. mit den DAX-Unternehmen, deren Wurzeln eigentlich im Osten liegen? Warum gab oder gibt es kein back to the roots?