Kein einziger DAX-Konzern in den neuen Bundesländern

  • Warum sollten sie das tun? Wer sollte das tun?
    Würde mit Kursabschlägen belohnt, wenn unnötige Kosten entstehen würden und das Konzernergebnis schmälern...:s

  • Warum gab oder gibt es kein back to the roots?


    Dann nenne mir einen Grund wieso es ein Comeback geben soll. "Pratiotismus" zur Region der Vorvaeter? Zudem ist durch Verkaeufe, Fusionen, .... von den Konzernen in ihrer Form von 1945 nicht mehr viel uebrig.

  • Schaut man sich die geografische Lage, der Firmensitze an lässt sich feststellen, dass sich 22 von 25 auf Bayern, NRW, B-W und Hessen verteilen. D.h. auch ein guter Teil des Westens geht DAX-mäßig leer aus. Ebenso Berlin. Und selbst das stinkreiche Hamburg hat nur einen einzigen Vertreter. Trotzdem heult niemand deswegen.


    Muss man auch beruecksichtigen. Die grossen Konzerne sind in wenigen Regionen konzentriert. Strukturschwache Gegenden im Westen haben in Sache Investoren gegenueber dem Osten sogar verloren.

  • Wir sprechen von einem Teil Deutschlands, der etwa ein gutes Drittel des Gesamtpakets ausmacht. Was ist z. B. mit den DAX-Unternehmen, deren Wurzeln eigentlich im Osten liegen? Warum gab oder gibt es kein back to the roots?


    Welche DAX-Unternehmen mit Wurzeln im Osten kennst Du denn? Mir ist als einziges Beispiel BMW bekannt, das (unter anderem Namen) in Chemnitz gegründet wurde, sich aber bereits vor 1920 nach München orientierte.

  • Warum sollten sie das tun? Wer sollte das tun?
    Würde mit Kursabschlägen belohnt, wenn unnötige Kosten entstehen würden und das Konzernergebnis schmälern...:s


    Aus Patriotismus. Um den neuen Ländern eine Chance zu geben. Um den Soli überflüssig zu machen. Um der öknomischen und politischen Balance willen. Um der so leidenschaftlich gefeierten deutschen Einheit willen. Meinetwegen um der sozialen Marktwirtschaft willen oder um der Internationalisierung willen. Es gibt viele gute Gründe, die neuen Bundesländer selbständig zu machen.

  • Welche DAX-Unternehmen mit Wurzeln im Osten kennst Du denn? Mir ist als einziges Beispiel BMW bekannt, das (unter anderem Namen) in Chemnitz gegründet wurde, sich aber bereits vor 1920 nach München orientierte.


    Z. B. die Dresdener Bank. Die Commerzbank, in Hamburg gegründet, hatte ihren Hauptsitz während der Weimarer Republik in Sachsen. Also das sind schon mal zwei dicke Riesen, die mir stantepede einfallen.

  • Wir sprechen von einem Teil Deutschlands, der etwa ein gutes Drittel des Gesamtpakets ausmacht. Was ist z. B. mit den DAX-Unternehmen, deren Wurzeln eigentlich im Osten liegen? Warum gab oder gibt es kein back to the roots?


    du scheinst es wirklich nicht verstehen zu wollen...


    eigentlich bist du in der pflicht, nach all deinen fragen nach einem grund warum nicht geschieht, was du für sinnvoll hältst, nun deine guten und stichhaltigen argumente vorzutragen, warum die das aus deren sicht und interessenlage machen sollten.
    was also könnte der wirtschaftliche anreiz sein, den du als verantwortlicher berater vorzutragen gewillt wärst?

    2 Mal editiert, zuletzt von A0468 ()

  • Z. B. die Dresdener Bank. Die Commerzbank, in Hamburg gegründet, hatte ihren Hauptsitz während der Weimarer Republik in Sachsen. Also das sind schon mal zwei dicke Riesen, die mir stantepede einfallen.


    Die Dresdner Bank existiert bereits seit 6 Jahren nicht mehr. Aber Du hast recht: Die Commerzbank hatte eine ostdeutsche Vergangenheit. Würde sie aber nach dem "Back to the roots"-Prinzip handeln müsste sie nach Hamburg und nicht gen Osten ziehen. :wink5:

  • Aus Patriotismus.


    Die heutige Fuehrung der Konzerne hat mit "Ostdeutschem Patriotismus" soviel am Hut wie die Nachkommen der Vertriebenen aus Osteuropa zu ihren Wurzeln.
    Ich glaube auch kaum meine Enkel, falls ich welche bekomme, entwickeln patriotische Gefuehle zu Deutschland. Faende ich auch uebel.

  • Die heutige Fuehrung der Konzerne hat mit "Ostdeutschem Patriotismus" soviel am Hut wie die Nachkommen der Vertriebenen aus Osteuropa zu ihren Wurzeln.
    Ich glaube auch kaum meine Enkel, falls ich welche bekomme, entwickeln patriotische Gefuehle zu Deutschland. Faende ich auch uebel.


    Niemand spricht von ostdeutschem Patriotismus. Eher vom bundesrepublikanischen Patriotismus. Der ist zwar nicht so gefühlvoll, dafür aber pragmatisch.

  • Die Commerzbank hatte eine ostdeutsche Vergangenheit. Würde sie aber nach dem "Back to the roots"-Prinzip handeln müsste sie nach Hamburg und nicht gen Osten ziehen. :wink5:


    Stimmt, urspruenglich hanseatisch. Nur, wieso sollte die Verwaltung vom Bankenzentrum Frankfurt weg? Um zwischen einer ostdeutschen Stadt und Ffm zu pendeln?

  • Niemand spricht von ostdeutschem Patriotismus. Eher vom bundesrepublikanischen Patriotismus. Der ist zwar nicht so gefühlvoll, dafür aber pragmatisch.


    Patriotismus dieser Art wird man von internationalen Konzernen wohl nicht erwarten koennen.

  • Z. B. darüber, daß der Soli deshalb immer noch notwendig ist, weil die Großkonzerne sich in den neuen Bundesländern noch nicht ausreichend niedergelassen haben? […]

    Der Solidaritätszuschlag ist ein Zuschlag in Höhe von gegenwärtig 5,5% auf das zu versteuernde Einkommen, den der Fiskus wegen der finanziellen Lasten aus der Wiedervereinigung für notwendig und angemessen hält… der Witz ist, dass seit 1995 also auch die in den neuen Bundesländern erwirtschafteten bzw. zu versteuernden Einkommen bzw. Einnahmen mit diesem Zuschlag belastet werden… es handelt sich also nicht, wie viele Bundesbürger nur zu gern annehmen, um einen reinen Zahlungstransfer von West nach Ost.
    Der Investiiionsbedarf in den neuen Bundesländern ist in der Zeit der Wiedervereinigungseuphorie grundlegend falsch eingeschätzt worden - viel schlimmer jedoch hat sich ausgewirkt, dass die in den jeweiligen Kommunen eingegangenen und sogleich in Bauprojekte geflossenen Gelder oftmals nutzlos verschwendet wurden - beispielsweise in die Erschließung von Bauland, auf dem dann doch keine Gewerbeansiedlung folgte - oder in Einkaufsparadiese vor den Toren schrumpfender Städte, deren bleibende Bevölkerung nach kurzem Kaufrausch wohl schon 1991 nicht mehr solvent war und deswegen als potentielle Kundschaft kaum noch infrage kam. Öffentliche Hand und "Investoren" haben zumeist gehandelt, als wären ihnen die üblichen Vorgehensweisen zur Planung und Marktforschung gänzlich unbekannt…

  • Aus Patriotismus. Um den neuen Ländern eine Chance zu geben. Um den Soli überflüssig zu machen. Um der öknomischen und politischen Balance willen. Um der so leidenschaftlich gefeierten deutschen Einheit willen. Meinetwegen um der sozialen Marktwirtschaft willen oder um der Internationalisierung willen. Es gibt viele gute Gründe, die neuen Bundesländer selbständig zu machen.


    Also wenn BMW ihre Konzernzentrale wieder nach Chemnitz verlegt hätten.......


    Sag mal, ist dieser Post dein Ernst oder hast du den Ironie Smiley vergessen?
    Denkst du auch mal was in der Konsequenz bis zum Ende?

  • […] Es fehlt auch immer noch eine Erklärung, warum es überhaupt so wichtig ist, dass sich hier Konzerne MIT ihrem Sitz ansiedeln und wo der Vorteil ist und warum sich das gesellschaftlich auswirken soll. […]

    Naja, der Threadauslöser war ja der Teil eines Artikels der Wirtschaftswoche, in der ein Wirtschaftsminister und die Beratungsfirma Roland Berger zu Wort gekommen sind. Und Roland Berger findet Gelegenheit, dort zu wirken, wo die Chefetagen großer börsennotierter Unternehmenszentralen sind. Sind solche östlich der ehemaligen Demarkationslinie nicht anzutreffen, verdient Roland Berger in den neuen Bundesländern auch kein Geld… auch der Wirtschaftsminister gewänne mit der Ansiedlung größerer Bürotürme an Wichtigkeit seines Amtes; jedenfalls mehr, als wenn in seinem Wirkungsbereich allenfalls Kleinbetriebe und Idealisten, deren Geschäftsgründungen noch nach Jahren der (öffentlich geförderten) Anschubfinanzierung keinen Gewinn abwerfen, das Wirtschaftsleben ausmachen.

  • Nö, ich bin der Doofmann der Kompanie :) Und wenn nicht das, dann ein Nebelkerzenleger.


    wenn das so ist, ist auch ein lob fällig: du gibst dir hier erkennbare mühe, diesen anschein zu bestätigen ... :wink5:

  • […] auch ein guter Teil des Westens geht DAX-mäßig leer aus. Ebenso Berlin […]

    Und dabei gab's in Berlin mal einen Firmensitz: AEG! Auch Siemens hatte ursprünglich in Berlin und Umland begonnen.

  • Z. B. darüber, daß der Soli deshalb immer noch notwendig ist, weil die Großkonzerne sich in den neuen Bundesländern noch nicht ausreichend niedergelassen haben?
    Oder darüber, wie man Standortnachteile beseitigt?
    Oder darüber, ob man gar keine Großkonzerne will?
    Vieles ist möglich.

    Die Finanzierung der Einheit hat schon zu einem Leistungsdefizit geführt, und wir konnten nicht "abwerten":)