Tajikistan: Ein Land mit muslimischer Majorität wird sekular

  • Nachdem der Wahabismus und damit der Terrorismus in alle Länder vorgedrungen ist, zog der Präsident Tajikistans nun radikal die Notbremse.




    Tajikische Polizisten rasierten fast 13.000 Männern die Bärte ab und schlossen 160 Geschäfte, in denen islamische Kleidung verkauft wurde, um ausländische Einflüsse zu revidieren.



    Wie Al Jazeera heute berichtete, hat die Polizei in dem zentralasiatischen Land zudem 1.700 Frauen überredet, keine Kopftücher mehr zu tragen, um die Einflüsse aus dem benachbarten Afghanistan zu unterbinden.



    Letzte Woche hat das tajikische Parlament arabische Namen verboten sowie die Heirat zwischen Cousins und Cousinen 1. Grades, Heiraten, die sonst im Islam erlaubt sind.



    Vergangenes Jahr verbot das oberste Gericht Tajikistans die einzige registrierte politische Partei, die Islamic Renaissance Party nach Monate langen Gewalttaten im Lande.



    http://timesofindia.indiatimes…/articleshow/50667357.cms

  • [quote='Kojo no Tsuki','http://politopia.de.w018f524.kasserver.com/forum/index.php?thread/&postID=848171#post848171']Nachdem der Wahabismus und damit der Terrorismus in alle Länder vorgedrungen ist, zog der Präsident Tajikistans nun radikal die Notbremse........................(Quote)


    Und nun meinst Du, verehrte Frau Kojo, dass der staatsterroristische Eingriff in die Persönlichkeitsrechte der Menschen in Tadjikistan, ausgeführt von umgefärbten Apparatschiks des ehemaligen Sowjetsystems, die sich die politische und wirtschaftliche Macht ursupiert haben, zu einer Verbesserung der Lage in diesen Land führt????? Träume weiter! Grüsse vom grauen kater.

  • [quote='Kojo no Tsuki','http://politopia.de.w018f524.kasserver.com/forum/index.php?thread/&postID=848171#post848171']Nachdem der Wahabismus und damit der Terrorismus in alle Länder vorgedrungen ist, zog der Präsident Tajikistans nun radikal die Notbremse........................(Quote)


    Und nun meinst Du, verehrte Frau Kojo, dass der staatsterroristische Eingriff in die Persönlichkeitsrechte der Menschen in Tadjikistan, ausgeführt von umgefärbten Apparatschiks des ehemaligen Sowjetsystems, die sich die politische und wirtschaftliche Macht ursupiert haben, zu einer Verbesserung der Lage in diesen Land führt????? Träume weiter! Grüsse vom grauen kater.


    Wenn sich immer wieder herausstellt, dass die Religion das Grundhindernis für Entwicklung ist (und Tajikistan ist seit der Unabhängigkeit vor 20 Jahren wirtschaftlich sehr schlecht gestellt), dann ist es an der Zeit, die Religion in ihre Grenzen zu verweisen.

  • ..................dann ist es an der Zeit, die Religion in ihre Grenzen zu verweisen.


    Dagegen wäre ja nichts zu sagen, doch mittels solcher Methoden erreicht man das Gegenteil. Der Staat hat doch das Bildungsprivileg! Da läge der Schlüssel zum Erfolg. Wenn man jedoch die Männer in ihrer Ehre krängt, ihnen den Bart abschert, ihnen die Kleidung verbietet, die über hunderte Jahre Tradition hat, macht man sich unerbittliche Feinde und forciert alle Möglichkeiten, Rekruten für den Islamismus zu finden.

  • Dagegen wäre ja nichts zu sagen, doch mittels solcher Methoden erreicht man das Gegenteil. Der Staat hat doch das Bildungsprivileg! Da läge der Schlüssel zum Erfolg. Wenn man jedoch die Männer in ihrer Ehre krängt, ihnen den Bart abschert, ihnen die Kleidung verbietet, die über hunderte Jahre Tradition hat, macht man sich unerbittliche Feinde und forciert alle Möglichkeiten, Rekruten für den Islamismus zu finden.


    Wäre es "nur" die tajikische Tradition - das Land wäre auch vor einigen Jahrhunderten stehengeblieben -, aber es waren die Araber, die sich im Lande einnisteten und den Djihadismus/Terrorismus predigten.


    Ich sehe den tajikischen Präsidenten als einen Nachfahren Atatürks in Bezug auf Sekularisierung an.


    Er kann nur gewinnen.

  • .....................Ich sehe den tajikischen Präsidenten als einen Nachfahren Atatürks in Bezug auf Sekularisierung an.Er kann nur gewinnen.


    Dann schau Dir mal den Werdegang dieses Diktators an! Der Volkszorn wird diesen Herrn hinwegfegen. Und seine Methoden schüren diesen Zorn erheblich.

  • Wäre es "nur" die tajikische Tradition - das Land wäre auch vor einigen Jahrhunderten stehengeblieben -, aber es waren die Araber, die sich im Lande einnisteten und den Djihadismus/Terrorismus predigten.


    Ich sehe den tajikischen Präsidenten als einen Nachfahren Atatürks in Bezug auf Sekularisierung an.


    Er kann nur gewinnen.

    Atatürk hat auch nicht gewonnen. Schau Dir Frau Erdogan an. Nichts ist so hartnäckig wie der Glaube, der Glaube ließe sich an restriktiven Äußerlichkeiten erweisen.

  • @ Tajikistan


    Warum benennst du das Land in englischer Schreibweise?


    In deutscher Schreibweise ist es Tadschikistan.


    In russischer Schreibweise ist es ТоҷикиÑтон.

  • Wäre es "nur" die tajikische Tradition - das Land wäre auch vor einigen Jahrhunderten stehengeblieben -, aber es waren die Araber, ..........................................


    Du solltest mal die Geschichte Tadschikistans rekapitulieren, wann haben denn die Araber das Land dominiert und den Tadschiken Islamismus und Dschihat gepredigt oder aufgezwungen? Der ganze "weiche Unterleib" der ehemaligen UdSSR ist muslimisch beeinflusst und das schon seit Dshingis Khan und Timur. Bis zum Zerfall des Ostblocks durchaus zur Freude des Westens, denn dort wurde besonders der Islam genutzt, um zu destabilisieren. Und in Afghanistan ist die UdSSR auch noch in die Falle gegangen, von den Folgen hat sich die GUS bis heute nicht erholt!

  • Du solltest mal die Geschichte Tadschikistans rekapitulieren, wann haben denn die Araber das Land dominiert und den Tadschiken Islamismus und Dschihat gepredigt oder aufgezwungen?


    Gut, dass mal jemand das Land mit "dsch" schreibt, statt mit dem in diesem Falle unsinnigen englischen j! :)

  • In Tajikistan hat die säkulare Regierung einfach Angst vor den Islamisten und einem erneuten Bürgerkrieg wie man ihn schon einmal hatte und den man gewonnen hat. Das Problem ist, dass durch die Exklusion vieler ehemaligen Akteure des Bürgerkriegs und die Monopolisierung der Macht durch Leute im Umfeld des Staatspräsidenten Emonmalij Rahmon durchaus Konfliktpotenzial im Land da wäre. Die eigentlichen Fronten im Land sind dazu weniger religiös als ethnisch bedingt:

    Zitat

    Nach dem Zerfall der Sowjetunion begann in Tadschikistan der Bürgerkrieg; die Hochlandtadschiken aus dem Pamirgebirge und Garmtal kämpften gegen die Clans der Tieflandtadschiken aus Kuljab um die Macht.
    Der Krieg wurde besonders am Anfang mit inner-ethnischer Brutalität geführt. Als die siegreiche Volksfront der Kuljabis die tadschikische Hauptstadt stürmte, begann eine regelrechte Hetzjagd auf die Abkömmlinge des Hochlandes und die Pamiris. Wer sich durch den gutturalen Akzent der Pamiris verriet oder ein bestimmtes Wiegenlied nicht kannte, wurde an Checkpoints aus dem Bus gezerrt und erschossen.


    Die Opposition der Hochlandtadschiken führte von Afghanistan aus den Krieg gegen die Zentralregierung, während die Kuljabis die Unterstützung Russlands und Usbekistans genossen, und 1994 Emomali Rachmonow, einer der ihren, als Präsidenten einsetzte, der bis heute regiert. Die Pamiris, denen als Ismailiten jeder religiöser Fanatismus fremd ist, gingen gleichwohl eine Allianz mit der von islamistischen Sunniten dominierten Opposition ein.


    Das Gespenst des Bürgerkriegs



    Man versucht meinem Eindruck nach daher durch eine Anti-Islamische Politik das Entstehen einer von der Regierung unabhängigen "islamischen Zivilgesellschaft" zu verhindern, in der sich dann eine echte Opposition zum herrschenden System bilden könnte, die weite Teile der Gesellschaft ansprechen kann. Dabei geht man natürlich gegen eine Entwicklung in der gesamten ehemaligen Sowjetunion an, in der überall ein Revival der Religion zu beobachten war. Sowohl in christlichen wie auch muslimischen Gebieten.
    https://en.wikipedia.org/wiki/…istan#Recent_developments


    Das führt dazu, dass Tajikistan einerseits weniger öffentlich sichtbaren Islam hat, andererseits massenhaft IS-Selbstmordattentäter exportiert:
    Tajikistan's Deadly Export



    Ist keine schöne Situation. Aber es ist sicherlich nicht so, dass das Land "säkular wird", vielmehr gibt es einen autoritären Staat der sich aus innenpolitischen Gründen gegen eine Re-Islamisierung der Gesellschaft stemmt.



    (ab 30:08 geht es um das Strangthema)

    6 Mal editiert, zuletzt von DerSeher ()

  • Ich glaube auch nicht das man Säkularisierung erzwingen kann, wenn sie nicht in der Bevölkerung verankert ist.

  • Ich glaube auch nicht das man Säkularisierung erzwingen kann, wenn sie nicht in der Bevölkerung verankert ist.


    Sieht man m.E. auch an der Rückwärtsrolle der Türkei in den letzten zehn, zwölf Jahren. Leider, denn ich hielt das Bekenntnis zum Laizismus für glaubhaft, aber ErdoÄŸans AKP musste im Verein mit den Gülenisten nur die islamischen Kräfte stärken, die sich teils vom stürmischen Tempo von Atatürks Reformen überrollt und regelrecht abgehängt gefühlt hatten- .. schon schwang das Pendel zurück. Das war's dann. Für viele natürlich nicht. Aber solange die wirklich säkular oder laizistisch gesinnten Geister keine tragfähige Mehrheit auf die Beine stellen (können), solange ErdoÄŸan sich des Sunnitentums nach arabischen Folien bedient, um seine Machtansprüche mit neo-osmanischen Großmannsphantasien und (im Wortsinne) "fabelhaften" Wirtschaftszahlen zu festigen, dürften die tatsächlich und/oder vorgeblich Frömmelnden die politische Oberhand behalten. Aber das nur am Rande. :wink5: