Schwein(e) in den Landtag

  • Da ist die CDU-Fraktion im Kieler Landtag aber sehr ungeschickt vorgegangen. Bei der Bedienung ihrer landwirtschaftlichen Klientel hat sie lautstark die Schweinefleischpflicht für der Kantine des Landtages und anderer öffentlicher Einrichtungen gefordert.


    Gerade in diesen Zeiten kann es nur ein Schelm sein, der darin die Verteidigung der abendländischen Werte gegen die Islamisierung teutscher Wursttheken vermutet.


    Nein, nein, nein, der Lobbyismus versteckt sich hinter den aktuellen Unübersichtlichkeiten der Zeitläufte.


    Allein und ausschließlich aus diesem Grund erscheint mein Beitrag unter "Wirtschaft".

    2 Mal editiert, zuletzt von Wieben Klas ()

  • Da ist die CDU-Fraktion im Kieler Landtag aber sehr ungeschickt vorgegangen. Bei der Bedienung ihrer landwirtschaftlichen Klientel hat sie lautstark die Schweinefleischpflicht für der Kantine des Landtages und anderer öffentlicher Einrichtungen gefordert.


    Gerade in diesen Zeiten kann es nur ein Schelm sein, der darin die Verteidigung der abendländischen Werte gegen die Islamisierung teutscher Wursttheken vermutet.


    :lol:


    Die Initiative ist so albern wie sonstwas, trug aber zur folkloristischen Unterhaltung im Landtag bei.


    Zitat

    Es ging auch recht heiter im Plenum zu: Gejohle, Gelächter und Wortspiele rund ums Schwein prägten die Debatte nach der Mittagspause. Die Abgeordneten hatten zuvor in der Kieler Landeshauskantine zwischen Matjes, Entenkeule und Schweinenacken wählen können.

    Der SPD-Abgeordnete Martin Habersaat erklärte ironisch-spöttisch: [INDENT]"Wir stehen auf einem neuen Höhepunkt des jahrtausendealten Kulturkampfes zwischen Orient und Okzident. Heute kommen die muslimischen Flüchtlinge bekanntlich zu keinem anderen Zweck nach Mitteleuropa, als uns, Seite an Seite mit Vegetariern, Veganern und Rheumatikern, das Schwein madig zu machen. Hier gilt es, den Anfängen zu wehren und unsere Freiheit am Schwenkgrill zu verteidigen."[/INDENT]


    http://www.spiegel.de/politik/…ich-lustig-a-1081521.html


    Die Sache ist inzwischen vom Tisch oder vielmehr: gegessen. Man wird sich weiterhin nach Gusto ernähren dürfen. ; )
    Wer die Kantine des Landeshauses an der Förde kennt, weiß auch, dass das Angebot mindestens so breit, wenn nicht besser und vielfältiger ist als in anderen Kantinen Schleswig-Holsteins.
    Bei solchen Ideen fragt man sich bloß, was die CDU im hohen Norden sonst noch zu tun hat. Anscheinend nichts Wesentliches.

  • Da es nie eine Aufforderung zur Schweinefleischpflicht gab, sehe ich diesen Thread als reine Comedy an...


    http://www.cdu.ltsh.de/media/16-03-01-Antrag_Ernaehrung.pdf


    Nicht nur Rechtspopulisten scheinen für eine bestimmte Form von Debattenverkürzung anfällig zu sein.



    Die populistische "Debattenverkürzung", um es mal so auszudrücken, liegt im Antrag selbst. Der behauptet nämlich lustigerweise, Schweinefleisch sei gleichsam eine bedrohte Art auf dem Speiseplan öffentlicher Kantinen, Schulen und Kitas in S.-H. Tatsächlich verhält es sich nicht nur meines Wissens überwiegend umgekehrt, - es sei denn, Schul- und Kitagremien entscheiden es anders. Was dann ihr gutes Recht wäre.
    Aber dafür müssten die Dam- und Herrschaften vielleicht mal im Landeshaus und in anderen Kantinen essen (statt um die Ecke Austern zu schlabbern oder ins vegetarische Edelbistro zu gehen) und sich davon überzeugen.


    Wie schreiben sie noch gleich so richtig? "Toleranz bedeutet in einer pluralistischen Gesellschaft auch die Anerkennung und Duldung anderer Esskulturen und Lebensweisen." Eben. Da könnten sie gleich mal bei sich selbst anfangen. :wink5:

  • Da es nie eine Aufforderung zur Schweinefleischpflicht gab, sehe ich diesen Thread als reine Comedy an...http://www.cdu.ltsh.de/media/16-03-01-Antrag_Ernaehrung.pdf
    Nicht nur Rechtspopulisten scheinen für eine bestimmte Form von Debattenverkürzung anfällig zu sein.


    Ja ist klar. Aus deinem Anhang:


    Der Minderheitenschutz – auch aus religiösen Gründen - darf nicht dazu führen,
    dass eine Mehrheit aus falsch verstandener Rücksichtnahme in ihrer freien Entscheidung
    überstimmt wird. Toleranz bedeutet in einer pluralistischen Gesellschaft auch
    die Anerkennung und Duldung anderer Esskulturen und Lebensweisen....


    Nur haben die pluralistischen CDU'ler und Ihre Lobbyisten schamhaft vergessen warum Schweinefleisch aus so manchen Kita's, fernab jeglichem religiösen Hintergrund vom Mittagstisch in den letzten Jahren mehr und mehr entfernt wurde, bzw. einen extrem miesen Ruf sich verdient hat.
    Anlass hierfür, gern von den Agrarlobbyisten und den anhängigen Pharmalaboren verschwiegen das ein Stück Schweinefleisch mehrheitlich zum anabolischen Witz verkommen ist.


    Also, diese Negierung haben nämlich die mehrheitlich biodeutsche Eltern zu verantworten die Ihre Kleinen nicht mit zusammengeschmolzenen Fleischwitzen konfrontieren wollten sondern mit einigermassen Gesundem.


    Und daher ist zu oft Biogeflügel die einzig bezahlbare Alternative....

    Einmal editiert, zuletzt von Bicyclerepairmen ()

  • […] Tatsächlich verhält es sich nicht nur meines Wissens überwiegend umgekehrt […]

    Sorry, aber nördlich der Elbe beliefert der größte Caterer von Schul- und Kita-Essen, die Porschke Menü-Manufaktur, überwiegend vegetarisch, ggf. gibt's bestenfalls ein wenig Geflügelwurst… in Schleswig-Holstein lebt sicher ein Teil der verbliebenen Landwirte vom Verkauf des Schweinefleischs und hat seit Jahren mit drohendem Nachfragerückgang zu kämpfen. Schließlich liest man ja regelmäßig, wie gefährlich Fleischverzehr sei. Lang, lang ist's her, dass der Slogan kursierte "Fleisch ist ein Stück Lebensqualität". Auf politischer Ebene bot sich der Antrag natürlich an, von der Oppositionsbank aus in Gelächter auszubrechen.

  • Schließlich liest man ja regelmäßig, wie gefährlich Fleischverzehr sei. Lang, lang ist's her, dass der Slogan kursierte "Fleisch ist ein Stück Lebensqualität"....



    Stimmt, der Spruch fehlte mir... Aber ob nun im Endeffekt gefährlich oder nicht, ein Stück Discounterschwein ( oder wo von reden wir ?) ist halt ein nach nichts schmeckendes, in der Pfanne zusammengeschrumpftes fades Stück irgendwas.

  • Stimmt, der Spruch fehlte mir... Aber ob nun im Endeffekt gefährlich oder nicht, ein Stück Discounterschwein ( oder wo von reden wir ?) ist halt ein nach nichts schmeckendes, in der Pfanne zusammengeschrumpftes fades Stück irgendwas.


    Der Verfall der Schlachtschwein- und Milchpreise wird kaum gestoppt werden können, wenn im Kieler Landtag ein paar "Volksvertreter" mehr Schwein essen und mehr Milch trinken! Die gesamteuropäische Agrarpolitik gehört auf den Prüfstand, zusätzlich die irre Sanktionspolitik gegenüber Russland u.a. Staaten, wenn man wieder zu ordentlichen Erzeugerpreisen kommen will, die die Bauern nicht in den Ruin treiben. Wenn nichts passiert, werden herausragende züchterische Leistungen, die sich in den Tierbeständen der Stamm- und Herdbuchzucht manifestiert haben, ernsthaft Gefahr laufen, als europäisches Kulturgut unterzugehen. Den Handelsketten muss endlich mal gesetzlich vorgeschrieben werden, wie mit den Primärerzeugern zu verfahren ist, dass Preisdumping gegenüber den Erzeugern kriminell ist, zumal sie die überbordenden Margen auch nicht an die Kunden weitergeben.

  • Meine Güte. Offenbar geht es den Deutschen immer noch bestens. Wie anders soll man sich erklären, dass man sich mit solchen "Problemen" beschäftigt und sich allen Ernstes in Landtagen damit befasst. Unglaublich. Jedenfalls unter dem vorgetragenen Tenor. Ich habe ja nichts dagegen, Ernährung zu thematisieren. Absolut nicht. Im Gegenteil. Angesichts der in Massen verzehrten, ungesunden, mit Hormonen, Medikamenten und Pestiziden verseuchten Nahrung wird viel zu wenig darüber debattiert.

  • Meine Güte. Offenbar geht es den Deutschen immer noch bestens. Wie anders soll man sich erklären, dass man sich mit solchen "Problemen" beschäftigt und sich allen Ernstes in Landtagen damit befasst. Unglaublich. Jedenfalls unter dem vorgetragenen Tenor. Ich habe ja nichts dagegen, Ernährung zu thematisieren. Absolut nicht. Im Gegenteil. Angesichts der in Massen verzehrten, ungesunden, mit Hormonen, Medikamenten und Pestiziden verseuchten Nahrung wird viel zu wenig darüber debattiert.


    Wenn die agrarischen Erzeugerpreise durch die Monopolketten derart gedrückt werden, wie in der EU, bleibt den Bauern und Primärerzeugern gar keine Möglichkeit gesunde Nahrungsmittel fruchfolge- und tiergerecht zu produzieren. Seit rund vierzig Jahren leidet die Agrarwirtschaft unter einem wirtschaftlichen Druck, der die Fehlentwicklungen verursacht. Und der Glyphosatskandal belegt, ebenso wie die vielen Hormonskandale, dass die Chemieindustrie und andere Lobby-Vereine mehr Einfluss auf die Politik zu nehmen in der Lage sind als der Souverän, der Bürger, der sich mit dem Zeug ernähren muss.

  • Und was bleibt von der vom TO erwähnten Schweinefleischpflicht übrig?


    Richtig, ein trockener Furz eines Ebers :)

  • Ich muss mich korrigieren: In der Slogan-Datenbank steht, dass die CMA 1967 mit dem Slogan geworben hat: Fleisch ist ein Stück Lebenskraft. Heute gibt's ja nur noch Vollkornprodukte - als Allheilmittel gegen Zivilisationskrankheiten…


    Die sind schwer verdaulich, haben eine mangelhafte Proteinzusammensetzung und schmecken selten gut!

  • Und was bleibt von der vom TO erwähnten Schweinefleischpflicht übrig? […]

    Natürlich ging es nie um eine "Pflicht" zum Schweinefleischverzehr; sondern um die schleichende Halalisierung unserer Essgewohnheiten. Dass sich kommerzielle Anbieter bei entsprechender Kundenstruktur umstellen, ist ja verständlich - wenn aber in Schulen oder Amtsgebäuden die Speisepläne vorauseilend angepasst werden, ist das schon ein Problem. Das Hamburger Abendblatt hat einen netten Artikel zu diesem neuen Streitpunkt im Kieler Landtag veröffentlicht, der auch zeigt, wie übertrieben die Aufregung wieder mal ist.

  • Wenn die agrarischen Erzeugerpreise durch die Monopolketten derart gedrückt werden, wie in der EU, bleibt den Bauern und Primärerzeugern gar keine Möglichkeit gesunde ......


    Nun, so oft eine Suada gegen Monopole gerechtfertigt ist, wird hier das Thema etwas komplexer sein. Jahrzehntelang war dem Durchschnitt der "Erzeuger" nämlich die ernährungstechnische Qualität seines Produkts für den Endverbraucher, die Haltung des Tieres als solches (etc.) sowas von scheißegal und seine Freude nur am Ertrag gestillt.


    Der schlechte Ruf dieser Chemiebomben auf 4 Beinen ist schon weit vor der vorherrschenden, ungesunden Marktkonzentration entstanden. Und die haben sich die Agrarökonomen und entsprechenden Zuchtbetriebe im jahrelangen eigenen Zutun hart erarbeitet.


    Sorry, diese Mär von Fruchtfolgenden und Tierzucht/Artgerechten Landmann versus Argrarindustrie ist extrem einseitig, schon fast hanebüchend. Aber das ist auch hier etwas zu OT.

  • .................. Und die haben sich die Agrarökonomen und entsprechenden Zuchtbetriebe im jahrelangen eigenen Zutun hart erarbeitet........................Sorry, diese Mär von Fruchtfolgen und Tierzucht/artgerechten Landmann versus Argrarindustrie ist extrem einseitig, ..................................


    Westliche Agrarökonomen musst Du hier definieren, denn die Agrar-Wissenschaft im Osten orientierte sich auf die Ausschöpfung der Gratispotentiale, wie eben Fruchtfolgen mit Zwischenfruchtanbau und 12- bis 14 feldrigen Fruchtfolgen, Einhaltung optimaler agrotechnischer Termine etc. sowie exakte wissenschaftliche Zuchtwahl in der Stamm-und Herdbuchzucht, gesunde Aufzucht der Tiere, artgerechte Haltung, optimale Fütterung und Pflege. Chemie war oft zu teuer, und wenn verfügbar, kam sie nur in spezifischen Fällen zum Einsatz, unter der Leitung studierter Diplompflanzenschutzagronomen, bei Tieren nur durch Tierärzte oder veterinärmedizinischer Fachkräfte.

  • Natürlich ging es nie um eine "Pflicht" zum Schweinefleischverzehr; sondern um die schleichende Halalisierung unserer Essgewohnheiten. ......



    Würde ich nicht unbedingt sagen. Denn wie im von Dir beigefügten Affenblattartikel aufgezeigt, das ist unter anderen auch eine Generationsfrage. Bis auf Schweinefleisch im Aufschnitt oder evtl. mal als Kassler geht das Kotelett et al halt am Zeitgeschmack vorbei. In meinem Freundeskreis, fast alles Christen -:) ist dieses Produkt seit Jahren kein Thema mehr.


    Aufgrund des Preises ist es natürlich ein billiges Füllfleisch.


    Am Geschmack kann es ja nicht liegen, es sei den es ist aus Bioproduktion oder edelrassig.

  • Sorry, aber nördlich der Elbe beliefert der größte Caterer von Schul- und Kita-Essen, die Porschke Menü-Manufaktur, überwiegend vegetarisch, ggf. gibt's bestenfalls ein wenig Geflügelwurst…


    In Hamburg und Speckgürtel (jedenfalls laut Hamburger Abendblatt). Ansonsten nicht.


    Zitat

    in Schleswig-Holstein lebt sicher ein Teil der verbliebenen Landwirte vom Verkauf des Schweinefleischs und hat seit Jahren mit drohendem Nachfragerückgang zu kämpfen.


    Ein lediglich laut Link "befürchteter" Rückgang ist noch keiner - auch nicht in der Ära der seinerzeit gerade erst entdeckten Schweinegrippe, also anno tobak. Tatsächlich sind die Erzeugerpreise laut Schweinereport der Landwirtschaftskammer zurückgegangen, und zwar wegen Ãœberproduktion und schwankender Exporterlöse. Nachzulesen bei der Landwirtschaftskammer S.-H.: http://www.lksh.de/landwirtschaft/tier/schweine/


    Zitat

    Auf politischer Ebene bot sich der Antrag natürlich an, von der Oppositionsbank aus in Gelächter auszubrechen.


    Die CDU, in S.-H. in der Opposition, hat über ihren eigenen Antrag gelacht? :D
    Das würde sie ja direkt mal sympathisch machen - aber das glaube ich nicht; so viel Selbstironie haben die normalerweise nicht. Noch nicht mal in Hedwig-Holzbein. ; )


    Und was bleibt von der vom TO erwähnten Schweinefleischpflicht übrig?


    TO? Neue Sprachregelung ? :confused:


    Die Sache ist doch ganz einfach: wenn Kita- und Schulgremien mehrheitlich für eine schweinefleischfreie und ergo gesündere Ernährung stimmen, kann das nach guten demokratischen Gepflogenheiten getrost respektiert werden.
    Auch von der politischen Lobby der Schweinezüchter und sonstigen Tiererzeuger. ^^


    (..)Das Hamburger Abendblatt hat einen netten Artikel zu diesem neuen Streitpunkt im Kieler Landtag veröffentlicht, der auch zeigt, wie übertrieben die Aufregung wieder mal ist.


    In der Tat. Aus deinem HA-Link:


    Zitat

    Die Kita- und Schulverpflegung ist jedoch in der Fleischdebatte nur ein Aspekt. Schaut man sich die Gesamtzahlen für den Fleischverzehr in Deutschland an, sieht es nicht so aus, als ob das Schweinefleisch in näherer Zukunft ganz von Tellern verschwindet. Im Gegenteil. Nach einer Statistik des Agrar-Marktforschungsinstituts AMI nimmt Schweinefleisch nach wie vor den größten Anteil ein. 38 Kilo sind es demnach pro Kopf und Jahr. Zum Vergleich: Bei Geflügel sind es 11,6 Kilogramm, bei Rind- und Kalbfleisch 9,1. Allerdings ist beim Schweinefleisch ein leichter Abwärtstrend erkennbar. 2004 wurden noch 38,9 Kilo verzehrt, 2011 sogar 40,1 Kilogramm. Der Fleischkonsum generell ist mit 60,6 Kilo im Jahr 2015 recht stabil geblieben.
    In Hamburgs Großkantinen steht Schweinefleisch nach wie vor auf dem Speiseplan. Bei der Kantine der Finanzbehörde am Gänsemarkt nachgefragt, stutzt Inhaber Luzian Graun bei der Frage nach einem möglichen Rückgang bei der Nachfrage von Schweinefleisch etwas. "Wieso sollte das so sein?", fragt er. "Das ist doch nach wie vor der Renner."


    Dehoga + Fleischerinnung Hamburg äußerten sich im selben Tenor. In S.-H. ist es nicht anders. Ergo war der CDU-Antrag einfach für die Wurst.

  • Wenn die agrarischen Erzeugerpreise durch die Monopolketten derart gedrückt werden, wie in der EU, bleibt den Bauern und Primärerzeugern gar keine Möglichkeit gesunde Nahrungsmittel fruchfolge- und tiergerecht zu produzieren. Seit rund vierzig Jahren leidet die Agrarwirtschaft unter einem wirtschaftlichen Druck, der die Fehlentwicklungen verursacht. Und der Glyphosatskandal belegt, ebenso wie die vielen Hormonskandale, dass die Chemieindustrie und andere Lobby-Vereine mehr Einfluss auf die Politik zu nehmen in der Lage sind als der Souverän, der Bürger, der sich mit dem Zeug ernähren muss.


    Das ist mir zu einseitig. Denn neben dem Erzeuger gibt es auch den Verbraucher. Und der bestimmt selbst, was er isst oder was er nicht isst, ob es ihm in Bezug auf die Ernährung eher um Quantität als um Qualität geht. Dem Deutschen ist Nahrung nichts wert. Im Vergleich mit anderen europäischen Ländern geben Deutsche bedeutend weniger Geld für Lebensmittel aus. Und das liegt nicht an niedrigen Durchschnittsgehältern. Den meisten ist es egal, welche Qualität das Schweinefleisch auf dem Teller hat. Hauptsache es ist billig. Und es ist viel.
    Der Verbraucher hat es in der Hand. Die Nachfrage regelt das Angebot.


    Glücklicher Weise regt sich jedoch hier und da etwas. Siehe Brandenburg:


    http://www.rbb-online.de/polit…lksentscheid-17-juli.html