Deutsche Wirtschaftsethik?

  • Ich lebe auch nicht superkorrekt, bemüh mich aber nach Kräften.


    Davon ab würde mich aber schon immer noch interessieren, wie warum so einfach hingenommen wird - in der breiten Masse, denn es ist ja nicht breites Thema in der Öffentlichkeit - dass die Außenpolitik, die eigentlich ideal ausgerichtet sein sollte (neben aller Bodenhaftung in der Ralität) und unverhandelbare Werte vetreten sollte, im Hinblick auf die Anbahnung von Wirtschaftsprojekten diese ganz schnell vergißt, so dass sogar Menschenrechte auf einmal gar kein Thema sind .....


    Außenpolitik dient staatlichen Interessen, der Wirtschaft und der Geopolitik des Staates. Warum sollte die Außenpolitik der einheimischen Wirtschaft schaden ? Das wäre doch ziemlich dumm, außer der Staat wäre sich selbst völlig genug, also autark, reich, unabhängig von Rohstoffen und militärisch unangreifbar.

  • Ich lebe auch nicht superkorrekt, bemüh mich aber nach Kräften.


    Davon ab würde mich aber schon immer noch interessieren, wie warum so einfach hingenommen wird - in der breiten Masse, denn es ist ja nicht breites Thema in der Öffentlichkeit - dass die Außenpolitik, die eigentlich ideal ausgerichtet sein sollte (neben aller Bodenhaftung in der Ralität) und unverhandelbare Werte vetreten sollte, im Hinblick auf die Anbahnung von Wirtschaftsprojekten diese ganz schnell vergißt, so dass sogar Menschenrechte auf einmal gar kein Thema sind .....


    Geht es nun um Wirtschaftspolitik oder um Außenpolitik schlechthin? Außerdem finde ich nicht, dass Wirtschafts- und Außenpolitik keine breiten Themen in der Öffentlichkeit sind. Die Medien sind voll davon; in den gedruckten muss man nur mal einen Blick in den Wirtschaftsteil werfen. Und gerade Dinge wie der Rüstungsexport oder wenn Verträge mit Ländern wie China geschlossen werden, haben stets ein großes Echo einschließlich Kritik. Selbst hierzuforum gibt es Threads dazu. Das mal zum einen.


    Zum anderen: "unverhandelbare Werte vertreten sollte". Was sind denn diese unverhandelbaren Werte konkret für Dich? Und zu welchem Zeitpunkt sollen diese Werte unverhandelbar sein? Bei Vertragsschluss? Okay. Was ist, wenn sich die Werte beim Vertragspartner verändern, schließlich sind Gesellschaft keine statischen Gebilde? Sollen Verträge dann sofort gekündigt werden?


    Ich bin ebenfalls der Meinung, dass Menschenrechte möglichst weltweit gewährleistet sein sollten. Und dass ein Land wie Deutschland bei der Auswahl seiner Vertragspartner sehr wohl ein Auge darauf haben sollte, wie es dort aussieht in Bezug auf Menschenrechte, die Lebensbedingungen der Menschen. Wohlwissend, dass es unrealistisch ist zu glauben, irgendein Land auf dieser Welt könnte absolut ethisch (also auf der Grundlage der internationalen Menschenrechte) handeln. Die Verflechtungen sind einfach zu riesig, Abhängigkeiten zu komplex. Ich für meinen Teil freue mich schon, wenn deutsche Politiker in Russland oder China deutliche Worte der Kritik am dortigen System finden. Allerdings könnten sie sich auch gut an die eigene Nase fassen, wenn es um gerechte Bezahlung in Deutschland geht beispielsweise oder die Ausweitung von Maismonokulturen, die erforderlich sind, um unsere Autos mit "Ökosprit" (was für ein Hohn, denn hier werden nicht nur Naturflächen zerstört, sondern auch noch Nahrungsmittel geistlos verschwendet) zu füttern. Das nur mal so ...

  • Geht es nun um Wirtschaftspolitik oder um Außenpolitik schlechthin? Außerdem finde ich nicht, dass Wirtschafts- und Außenpolitik keine breiten Themen in der Öffentlichkeit sind.


    Ich spreche von der Doppelbödigkeit. Die ist kaum Thema - außer teilweise in Sachbüchern zum Thema.


    Zitat

    Zum anderen: "unverhandelbare Werte vertreten sollte". Was sind denn diese unverhandelbaren Werte konkret für Dich?


    Die Werte, auf denen Europa gründet: Freiheit, Demokratie, Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit.


    Zitat

    Und zu welchem Zeitpunkt sollen diese Werte unverhandelbar sein? Bei Vertragsschluss?


    Das ist die Frage. Für mein Werteverständnis könnte man die deutsche Wirtschaftskraft dazu nutzen, in dieser Hinsicht Druck auszuüben und Veträge erst zu schließen, wenn sie in den Staat was geändert hat. Und nicht: Veträge abschließen und hoffen, dass sich was ändert. Warum sollt es da, wenn die Machthaber nbun vertragsbedingt noch mehr Geld haben als zuvor?


    Zitat

    Okay. Was ist, wenn sich die Werte beim Vertragspartner verändern, schließlich sind Gesellschaft keine statischen Gebilde? Sollen Verträge dann sofort gekündigt werden?


    Was spräche dagegen, in Veträge Passi aufzunehmen, die besagen, wann der Vertrag sofort gekündigt wird und dieses Sonderkündigungsrecht auch festgeschrieben wird? Ich habe den Eindruck, der eine oder andere Staat ruht sich durchaus darauf aus, dass wir uns ins eigene Fleisch schneiden, wenn wir gehen würden und der Tatsache, dass Deutschland das nicht tut.


    Zitat

    Wohlwissend, dass es unrealistisch ist zu glauben, irgendein Land auf dieser Welt könnte absolut ethisch (also auf der Grundlage der internationalen Menschenrechte) handeln.


    Natürlich, was ist schon "absolut"? Aber es muss einen Weg geben und es sollte der Wille dasein, den zu gehen. Lippenbekenntnisse allein sollten nicht genügen.


    Zitat

    Allerdings könnten sie sich auch gut an die eigene Nase fassen, wenn es um gerechte Bezahlung in Deutschland geht beispielsweise oder die Ausweitung von Maismonokulturen, die erforderlich sind, um unsere Autos mit "Ökosprit" (was für ein Hohn, denn hier werden nicht nur Naturflächen zerstört, sondern auch noch Nahrungsmittel geistlos verschwendet) zu füttern. Das nur mal so ...


    Niemand ist unfehlbar. Aber ein Mangel A kann keine Entschuldigung, kein Freibrief sein für Mangel B, C, D, ......

  • Na sowas: Im Thread über "Bildung/Wohlstandsverwahrlosung" ist von Scampis zu lesen, weswegen ich spaßeshalber mal nach "Scampi mit Abitur" gegoogelt habe - erstaunlicherweise wurde ich fündig - und stieß auf einen (leider nicht auf einer anzuzeigenden, sondern auf vier Seiten aufgeteilten) Artikel, in dem auf Benedikt Herles Buch "Die kaputte Elite" hingewiesen bzw. sein Autor vorgestellt wird, eine Abrechnung mit Managementnachwuchs und dem aktuellen Berufsbild des Unternehmensberaters, bei dem ich nicht so 100%ig sicher bin, ob besser an dieser Stelle darauf hinzuweisen ist oder im Thread mit den aktuellen Analysen zur wirtschaftlichen Situation in Deutschland.

  • Nachdem er explizit von fehlender Ethik spricht: Hier, würde ich sagen.


    Kannst Du zusammenfassen, was er zu Ethik sagt? Ich habe nur die erste Seite gelesen und dank superlangsamem Internet und irgendwelcher Plugins auf der Seite komm ich jetzt nicht weiter.

  • ...
    Kannst Du zusammenfassen, was er zu Ethik sagt? ...


    Es geht mehr um die Ausbildung von Wirtschaftsfachleuten. Hier ein paar Zitate zur Ethik:


    Optimiert würde von den Absolventen vor allem die eigene Karriere, sagen die Kritiker: Mit drei bis fünf Jahren pro Station, sonst gelte man als inflexibel. Loyalität und Bindung an eine Firma könne so kaum wachsen.


    "Der Kern der Ausbildung hat sich kaum geändert", sagt Priddat. "Wirtschaftsethik wird meist nur so vermittelt, dass man sie im Sinne des Unternehmens optimal einsetzen kann."


    Er wechselt von der WHU zum Studium der Volkswirtschaftslehre nach München. Doch statt der erhofften Debatten über die Folgen der Globalisierung erlebt er Wirtschaftsprofessoren, die die Tafeln im Hörsaal mit Formeln füllen, an den "Homo oeconomicus" glauben und weit davon entfernt sind, mit ihren Theoriegebilden die Realität zu erklären.

  • Es geht mehr um die Ausbildung von Wirtschaftsfachleuten. […]

    Eigentlich muss man doch den Hut ziehen, wie die Wirtschaft die Kundenbedürfnisse wahrnimmt und darauf eingeht - verlangen die Verbraucher nach "biologischem Anbau", kreiert man ein Ökosiegel, fällt dem Verbraucher ein, regionale Produkte zu bevorzugen, deklariert man das vorhandene Sortiment eben um… man verkauft dem Kunden also als moralischen Nährwert gleich noch ein gutes Gewissen als Gratiszugabe!

  • Eigentlich muss man doch den Hut ziehen, wie die Wirtschaft die Kundenbedürfnisse wahrnimmt und darauf eingeht - verlangen die Verbraucher nach "biologischem Anbau", kreiert man ein Ökosiegel, fällt dem Verbraucher ein, regionale Produkte zu bevorzugen, deklariert man das vorhandene Sortiment eben um… man verkauft dem Kunden also als moralischen Nährwert gleich noch ein gutes Gewissen als Gratiszugabe!


    Ich finde an Deinem Beispiel etwas anderes bemerkenswert, die antiglobale Gesinnung nämlich die hier durchschimmert. Die Leute begreifen instinktiv oder weil sie es wissen, dass es ganz egoistisch Sinn macht die heimische Wirtschaft zu erhalten, indem man deren Produkte bevorzugt. Dass man dabei übers Ohr gehauen werden kann, ist die andere Seite.


  • Ich kann dieser Sichtweise folgen. Vin der Pieke auf werden heutige Betriebswirtschaftler auf einen Tunnelblick eingestellt, der ethische Prinzipien oft außer Acht lässt. Kunden und Mitarbeiter gelten in dieser Methodik als Objekte, die auf maximale Effizienz zu trimmen wären. Wer da nicht in diese Schemata passt soll bisweilen auf die extrem billige Tour dem operativen Geschäft fern gehalten werden.


    Diesem Verdachtsmoment setzt sich die "Geo-Reisecommunity" aus:


    Am Freitag, 06. Januar 2017 sendet die meiner Wenigkeit folgende Rückmeldung:



    Ok, mir konnte es egal sein, aber als ich per Zufall diese noch nicht von mir gelöschte mail im Mai 2017 wiederentdecke, empfinde ich die im zitierten Text erbrachte Erklärung doch recht einfältig und unglaubwürdig. Ich frage deswegen bei GEO am 22. Mai 2017 nach:



    Unseriöserweise hat GEO die Einstellungen so vorgenommen dass sich eine andere Antwortadresse
    als die Versendeadresse der Ursprungsmail einstellt = der klassische depperte Versuch
    Dialoge mit Menschen zu unterbinden, die das eigene Unternehmen mit seiner Werbung ungefragt behelligt. :reddevil:


    Das finde ich mal wieder reichlich respektlos und verlogen,
    so dass ich Geo und den Gruner und Jahr Verlag meine diesbezügliche Kritik anzeige:



    2 Wochen später habe ich von den Herrschaften aus Hamburg nichts gehört,
    werde also vermutlich auch nichts mehr von denen aus m.E. unguten Prinzip hören -
    also hören die noch mal was am 06.06.2017 von mir:


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  • Die nächste Schwachmatie in Sachen Werbung und versuchtem Konsumzwang:
    Am 10.Mai 2017 versucht die IT-Firma Jimdo etwaige Neukunden mit einer befristeten Rabattaktion zu ködern:


    Zitat


    Gesendet: Samstag, 10. Juni 2017 um 16:41 Uhr
    Von: Jimdo <no-reply@jim.do>
    An: kleinlok@gmx.de
    Betreff: Nur noch 48 Stunden: Jetzt 40% Rabatt sichern


    (...)



    Ich antworte den Panikmachfritzen:


    3 Mal editiert, zuletzt von Kleinlok ()

  • Ich bin beeindruckt. Das wird sicher Wirkung erzielen.


    Wenn die dermaßen billig angeworbenen Verbraucher sich ähnlich äußern
    und dementsprechend verhalten würden (kein Eingehen auf sinnlose und unnötige Manipulationen)
    würde das locker Wirkung zeigen, Irgendeiner muss ja mal den Anfang machen. :)

  • Wenn die dermaßen billig angeworbenen Verbraucher sich ähnlich äußern
    und dementsprechend verhalten würden (kein Eingehen auf sinnlose und unnötige Manipulationen)
    würde das locker Wirkung zeigen, Irgendeiner muss ja mal den Anfang machen. :)


    Wird sicher einschlagen wie eine Bombe und alles ändern.....viel Erfolg....

  • Wird sicher einschlagen wie eine Bombe und alles ändern.....viel Erfolg....



    Deine Ironie kannst dem Hasen geben.


    Wenn man eine Meinung hat, dann darf man die in einem System,
    dass formal sich als Demokratie bezeichnet, auch sagen,
    wenn nicht unmittelbar mesnchenverachtende Aussagen mit dieser Meinung erfolgen (z.B. Volksverhetzung etc.).


    Und da lasse ich mir meine mir wichtige Meinung nicht durch verzagte Kleingeister ausreden,
    die sich seit Jahren keine eigene Meinung abseits des mainstreams trauen
    und damit eine der Grundsäulen der Demokratie zu Fall gebracht haben.


    Ich erwarte nicht, dass mein Meinungsausdruck wie eine "Bombe einschlägt",
    ich erwarte dass er ernst genommen wird.
    Die feige Wegpisserei, die da oft in diesem deutschen Duckmäuserstadel zu erfahren ist,
    ist dann ein Problem, für das ich nicht verantwortlich bin, das ich denen zurechne,
    die sich da feige wegpissen!


    Deren peinliche Duckmäuserei bremst mich bestimmt nicht aus und davon lasse ich mich nicht zu einem der vielen hiesigen Gartenzwerge machen, die egal was man sagt,
    sofort wieder als artig abgerichtete Meinungsverbieter einem jedem die freie Rede
    streitig machen wollen, der sich nicht den Mainstream vorschreiben lässt.


    Die vielen Kläffer wider die freie Meinung erinnern mich an die eingesperrten Hunde,
    die ausflippten, wenn ich mit unserem Gassi ging.

    Einmal editiert, zuletzt von Kleinlok ()

  • Die nächste Schwachmatie in Sachen Werbung und versuchtem Konsumzwang: Am 10.Mai 2017 versucht die IT-Firma Jimdo etwaige Neukunden
    mit einer befristeten Rabattaktion zu ködern:



    Ich antworte den Panikmachfritzen:


    Na klar. die Hirnies von Jimdo machen genau den gleichen Quatsch, den viele inline- Verkäufer betreiben: Am besten offensiv und teils aggressiv millionenfach Werbung raushauen, aber für eventuelle Antworten nicht erreichbar sein.


    Die Versendeadresse von Jimdo.de ist auch als no-reply-Sackgasse ausgelegt,:
    mein E-Mail-Provider meldet:



    Na dann bekommen die Jimdo-Fuzzies meine mir wichtige Post dann an die richtige Adresse:



    Als automatische Antwort erhalte ich diese Nachricht:



    Ist doch mal was.
    Mal sehn was da so in den nächsten 4 Tagen von Seiten Jimdos kommt. :)

    6 Mal editiert, zuletzt von Kleinlok ()

  • Am 16.06.2017 teile ich der Firma DPD Deutschland GmbH mit, dass ich einen Fahrer/in desselbigen Unternehmens verdächtige, zu schnell unter Missachtung der Vorfahrtsregeln gefahren zu sein:


    Da ich bis zum Mittwoch, 28. Juni 2017 keine Reaktion seitens DPD erkennen kann,
    sende ich am gleichen Tag eine Erinnerung:


    Zitat


    Sehr geehrte Damen und Herren,


    ich erinnere an mein Schreiben vom Freitag, 16. Juni 2017 (s. Anlage 1).
    Ich bitte um Beachtung und Rückmeldung.


    Mit freundlichen Grüßen, Thomas Schüller


    Da ich bis zum Dienstag, 04. Juli 2017 immer noch nichts von DPD in benannter Angelegenheit gehört habe, sende ich diese abschließende Beschwerde an diesen Saftladen:


    5 Mal editiert, zuletzt von Kleinlok ()

  • […] Ich erwarte von Ihrem Unternehmen eine Prüfung, ob ein Fahrzeug Ihres Unternehmensbereiches zu benannter Zeit im benannten Bereich unterwegs gewesen ist […]

    Wenn, wie Du schreibst, das Fahrzeug "im Auftrag des DPD" unterwegs gewesen ist, dann ist es kein firmeneigenes Fahrzeug gewesen, sondern ein Subunternehmer, dessen Fahrtenbuch ganz gewiss nicht Sekunde für Sekunde nachzeichnet, wann sein Fahrer wo und in welcher Geschwindigkeit unterwegs war… elektronische Fahrtenschreiber sind m.W. erst ab einem zulässigen Gesamtgewicht, wie es ein Kleintransporter niemals legal erreicht, vorgeschrieben. Im Ãœbrigen stehen Auslieferungsfahrer unter erheblichem Zeitdruck auf ihren Touren, und eine von Dir geschätzte Ãœbertretung der erlaubten Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h um etwa 10 km/h stellt keine erhebliche Ãœberschreitung dar, sondern würde nach dem derzeit gültigen Bußgeldkatalog mit EUR 15,- zu Buche schlagen. Und so idyllisch Dreieichenhain auf den ersten Blick erscheinen mag: Es scheint ein überaus gefährliches Pflaster schon zu Zeiten lange vor Beginn der Massenmotorisierung gewesen zu sein!

  • […] Damit scheidet Ihre Firma für mich persönlich als ehrbares Unternehmen aus […]

    Der bedauernswerte Geschäftsführer wird vor Scham gezwungen sein, Harakiri zu begehen…