Gottglauben – Krückstock oder Rettungsanker?

  • Der Glaube hat viele Formen. Und da wir nicht alles wissen können, was schon Faust’s Herz verbrennen ließ, so bleibt uns nichts anderes übrig als zu glauben. Dass etwas sein könnte – das etwas "ist". Wo also der schlichte Glaube zur eigenen unumstößlichen Gewissheit mutiert.


    „Der Mensch muss Moral haben, der Staat kennt keine Moral. Er mordet, wenn er es für gut befindet, er stiehlt, wenn er es für gut befindet, er raubt die Kinder von den Müttern, wenn er es für gut befindet“. Er tut, was er will. Er macht sich seine Gebote selber, denn er ist der Allmächtige, Allwissende, Allgengenwärtige. Er macht die Gebote selbst, und wenn sie ihm eine Stunde später nicht mehr zusagen, übertritt er sie selbst“. So schrieb B. Traven


    Nun kann man unschwer den Begriff „Staat“ durch „Kirche“ übersetzen. Und schon wird es ebenfalls stimmig.
    Und „Gott“ kann man ersetzen durch „Menschlichkeit“. Wobei sich dann - bezogen auf die Gewaltmissionierung von Religionen – die Frage ergibt, ob sich diese darin zeigt, dass sie sich durch die toten Körper ihrer Feinde vermehrt? Und bist du nicht willig…. Biblisch, menschlich? Göttlich?


    Gebete sind die Strohhalme, Krückstöcke. Daran kann man sich festhalten. Egal, zu wem man fleht… Er/sie möge/wird helfen. Möglicherweise, sicherlich – denn was wäre der Mensch ohne Hoffnung?


    Albert Einstein schrieb:
    „Ich versuche nicht, mir einen persönlichen Gott vorzustellen. Es reicht aus, wenn man voller Staunen vor dem Aufbau der Welt steht, soweit sie unseren unzureichenden Sinnen gestattet, sie einzuschätzen.“


    Reicht das? Oder ist das Ahnen eines „mehr“ die Motivation zum „leben“ schlechthin? Oder sind alle staatlichen und kirchlichen Regularien nur ein unumstößliches „Muss“, da ansonsten – so es keinen Sinn hinter dem „Ganzen“ geben würde – lediglich das Vorbeugen von Anarchie? Wenn der Mensch doch schon in der Hölle auf Erden ist und es nichts mehr zu hoffen gibt? Wie bei Dantes Inferno?

  • Guten Tag.
    Seit ein paar Jahren lese ich hier in diesem Forum.


    Eine Ostergeschichte die mir eingefallen ist, mithilfe meines Kopfkinos stelle ich hier allen zur Verfügung.
    Denkanstoss?


    [FONT=&quot]Angenommen, rein spielerisch- versetzt Euch jetzt mal in die Lage Gottes und betrachtet das Bild Erde.[/FONT]


    [FONT=&quot]Die Bewohner, ihr Treiben, ihre Probleme und weil jeder Mensch zu all den Politikproblemen noch private Probleme hat, gibt es die reinste Synapsenverknotung. Ihr überlegt, wie entknödelt Ihr diesen verwurstelten Knoten.[/FONT]


    [FONT=&quot]Dröseln wir das mal auf.[/FONT]
    [FONT=&quot]Stellt Euch vor![/FONT]
    [FONT=&quot]Gebete die jeden Tag gegen den Himmel strömen, Wünsche, Bittgesuche, Beichten , KlaGEN und sonst noch was. Moslems die 5 mal am Tag gegen Mekka beten. Die Osterglocken in Rom, in jeder Stadt, in jedem Dorf leuten und die Tiere erschrecken sich. Schlachtfest. Die Tiere beten zu Gott und flehen um Gnade, besonders die Lämmchen. Babys geboren um zu sterben, nicht um zu leben.[/FONT]


    [FONT=&quot]Könnt ihr Euch vorstellen wie das E-Mail-Fach bei Gott überquillt? Gott schaut aus dem Fenster und denkt sich, warum schreibt ihr mir, ich sehe Euch doch gerade vor [/FONT]
    [FONT=&quot]meinem Fenster spielen. Ein Geschrei und alle schlagen sich die Köpfe ein. Ich weiß [/FONT]
    [FONT=&quot]auch ohne dass ihr mir schreibt, was los ist. Erspart mir das Lesen von Menschenpost, ich brauche eine Büro Fee und für Euch Tiere lasse ich eine[/FONT][FONT=&quot] Arche bauen, wenn ich Handwerker finde, denn auch auf der Erde ist ein Fachkräftemangel wie ich höre.[/FONT]


    [FONT=&quot] [/FONT]
    [FONT=&quot][/FONT]


    [FONT=&quot]Ein Knopf wurde an Gottes Ohr gequasselt, Geschrei und Bittgesuche und Er bekam Löcher in den Bauch, von den vielen Fragen, Bitten und Wünschen. Er war reif für die Insel.[/FONT]
    [FONT=&quot]Weil ja jeden Tag rund um die Uhr gedacht wird, gewünscht wird, Probleme gewälzt und erzeugt werden hat Gott jeden Tag viel zu lesen UND ZU HÖREN. All die Kriege und Streitereien. Er will ein guter Berater sein, aber wie immer hört ihm keiner zu. Er braucht einen Gong den alle hören.[/FONT]


    [FONT=&quot]Vor lauter Lesen und Wunscherfüllung, kommt er nicht dazu, seine eigentliche Arbeit zu erledigen. Gott wünscht sich „Aladins Lampe“, wo er drei Wünsche frei hat oder besser noch, [/FONT]
    [FONT=&quot]„die bezaubernde Jeany“. Er muss unbedingt Verantwortung abgeben, er weiß nicht mehr wie er alles schaffen soll.[/FONT]
    [FONT=&quot]Er DIENT gerne den Menschen, doch langsam reicht es ihm. Was er braucht ist ein Wellnessgarten, einfach in der Sonne sitzen und mal gar nichts tun. Gott will ja was tun, aber das was ER will und nicht immer nur das was gefordert wird. Seine Seele baumeln lassen, inspiriert zu werden und dann arbeiten, aber nein, aber nein, es darf nicht sein.


    [/FONT][FONT=&quot]Hilfe zur Selbsthilfe ist das Angebot das sich Gott dann ausdenkt, damit er als kleines Licht am Ende des Tunnels endlich zu Wort kommt. Er will endlich[/FONT]


    [FONT=&quot] [/FONT]
    [FONT=&quot][/FONT][FONT=&quot]seiner eigentlichen Arbeit nach kommen und als Lebens/Künstler braucht Er einfach [/FONT]

    [FONT=&quot]nur rund um die Uhr Zeit, der Kunst nach zu gehen. Sich künstlerisch aus zu drücken, dazu braucht es Muse. Gut Ding will Weile haben.


    [/FONT]


    [FONT=&quot]Doch vor lauter Emails lesen und beantworten jeden Tag, kommt er nicht einmal mehr zum Kochen und Einkaufen. Denn kochen und Einkaufen muss der dienende Gott auch noch, seine Frau ist ihm weg gelaufen samt Kinder, weil er keine Zeit mehr für sie hat. Sie hatte auch nur Vorwürfe für Ihn.[/FONT]
    [FONT=&quot]Das Problem ist bloß, keiner Hört IHM zu, alle labern ihn voll und hinterher wird behauptet, Er hätte Dies und Das gesagt, gewollt, befohlen, erlaubt, verboten oder ZUGELASSEN und wie bitteschön soll das möglich sein? Er Dient und Dient, bedient, gibt alles, stellt alles zur Verfügung und keinem Menschen fällt es jemals ein, IHM zu dienen, Ihm mal endlich dienlich zu sein und ihm endlich mal seine Ruhe zu lassen, damit Er seiner eigentlichen Aufgabe nach gehen kann. Gott schreibt an seinen Stellvertreter auf Erden.[/FONT]



    [FONT=&quot]"Lieber Papst, [/FONT]


    [FONT=&quot]täte bestimmt gut sich mal auf die Wanderschaft zu machen lieber Stellvertreter, es gibt bestimmt Menschen die Dir kostenlos, mit Frühstück und Vollpension Unterkunft Ge-wären. Einfach mal die Menschen kennen lernen, denen Du gepredigt hast incl. deiner helfenden Geister seit Jahrhunderten . Jesus tat das und er ist ja der, auf den Ihr Euch beruft, Christus, um mal nach zu prüfen, zu sehen was denn so gewachsen ist aus den Samen die gepflanzt wurden. Ernte begutachten/ den Menschen mal zu hören."


    [FONT=&quot]Um Gottes Willen lieber Papst, Habe ERBARMEN oh lieber Papst und erledige deinen Job, ich habe grad mal vorbeigeschaut, oder ich werde Dich und deine Spielgefährten samt deinen Anhängern, Jüngern auf einen Wüstenplanten schicken, und dort könnt ihr unter Euresgleichen euer Spiel zu Ende spielen, Allah und Jahwe, dürfen mit spielen. Dazu braucht es dann keinen Richter, Anwalt oder Ankläger, keiner muss sich die Hände schmutzig machen, damit auf der Erde endlich sich alles wunschgemäß entwickeln kann. Damit ich endlich Zeit für meine Frau und Kinder habe und endlich meiner Schöpferischen Arbeit nachgehen kann Herrrrgooooottttt… nochamal.“ Zum Donnerwetter , potz, Blitz, mir reißt jetzt gleich der Geduldsfaden und der Vulkan spuckt Feuer.“


    [/FONT]
    [/FONT]

    [FONT=&quot]„Bitte lieber Gott bleib ruhig sagte ich, ich bin auch nicht begeistert von deinen selbsternannten Stellvertretern, ich versteh dich ja. Tue, mache, was ich nur kann, aber der Witz ist in der Ãœberzahl und ich will auch nur einfach mal meiner Wege gehen, wie du. Lieber Gott, ich sage Dir als Diener du bist eine arme Sau. Mein Mitgefühl hast du. Deinen Job will ich im Leben nicht haben, für alles Gold dieser Erde. Schicke mir bitte doch Unterstützung, denn mir geht es nicht anders wie Dir.“[/FONT]


    [FONT=&quot]„Lieber Ennos sagt dann Gott zu mir, Unterstützung? Du willst mich wohl veräppeln, die brauche ich selber, es ist schwer Fachkräfte zu bekommen.“[/FONT]


    [FONT=&quot] [/FONT]
    [FONT=&quot][/FONT]


    [FONT=&quot]„Weißt du was? sagte Gott zu mir, Ich misch mich nirgendswo mehr ein, erfülle auch keine Wünsche mehr und wenn wirklich mal einer nachfragt wie es mir geht, wird er schon anrufen. Ich lese keine Emails mehr, mir egal was die Menschen treiben.“[/FONT]
    [FONT=&quot]„Oh bitte lieber Gott sagte ich, gebe die Hoffnung nicht auf. Ich bin ja schon darüber, die Synapsen zu entknoten. Ich arbeite ja schon an der Problemlösung, aber mir hört auch keiner zu. Es ist zum Verzweifeln und du weißt ja, sie tanzen immer noch um das goldene Kalb, schlimmer denn je.


    [/FONT]


    [FONT=&quot]Auf Bayrisch sagte dann Gott zu mir[/FONT]


    [FONT=&quot]„Jo mei, is mir des wurschd, i mog nimmer. Ich habe den Menschen alles perfekt vorbereitet, perfekt funktionierende Systeme wurden kaputt gemacht, durch Einmischung. Ich bin reif für die Insel. Soll`n sie alle machen was sie woll`n, ich flüchte, packe meine Koffer und setz die Segel. Irgendwo wird es noch eine einsame Insel geben, die ohne Einmischung erblühen durfte und dann kann ich als Gott endlich meine Arbeit tun die mir am meisten Freude verschafft, als Architekt des Lebens“


    [/FONT]


    [FONT=&quot]„Nix da, lieber Gott sage ich, du kannst mich doch jetzt nicht alleine lassen, ich will auch einfach mal nur in der Sonne sitzen, auf das Meer hinaus sehen und meine Zehen im Sand bewegen. Un-bedrängt seine Spuren hinterlassen, sich mit Freude seiner kreativen Gabe und dem Leben hinzugeben. Ich würde mich auch gerne an etwas ausprobieren, komm einfach nicht dazu, hab auch keine Zeit dazu.“


    [/FONT]


    [FONT=&quot]„Nun gut, sagt Gott, Segel mit und wir packen das zu zweit an, das reicht. Verspreche mir nur eines, tu was du tun willst, was du tun musst, weil es dich dazu drängt, aber quatsch mir nicht in meine Suppe rein. Schöner wäre es jedoch, wenn wir beide zusammen erschaffen.“[/FONT]


    [FONT=&quot]„Oh ja lieber Gott werde ich machen. Mit Freude und Begeisterung arbeite ich mit Dir. Danke und du bist natürlich der Big Boss. Aber ich sag dir auch was, du brauchst dir nicht einbilden dass du über mich herrschen darfst, du musst mir Dienen gell? Denn du bist der allergrößte Big Boss, ein Sohn von Dir soll das gesagt haben, der Größte unter Euch soll der anderen Diener sein. Kommt der auch mit auf die Insel?“ Frage ich Gott.[/FONT]


    [FONT=&quot]„ Weiß ich nicht, sagt Gott, ich hatte nie Zeit für die Kinder und meine Frau und nun sind sie mir böse. Wenn sie mir helfen wollen, würde ich mich natürlich sehr freuen, das wäre ein Liebesdienst für mich und Jesus hat anderswo zu tun, er nimmt mir schon viel ab“[/FONT]
    [FONT=&quot] [/FONT]
    [FONT=&quot]„ Und Ja ja………………sagte Gott zu mir, ich soll dir dienen lieber Ennos ( er grinst über beide Wangen frech mir in das Gesicht und sagt: )[/FONT]


    [FONT=&quot][/FONT]


    [FONT=&quot]„ Ich bring dir bei wie man Fische fängt und wenn du das kannst, kannst du für dich Fische fangen um dich selbst zu bedienen, gell? Hilfe zur Selbsthilfe mein liebes Kind.“[/FONT]
    [FONT=&quot]„Ok, sage ich zu Gott, abgemacht. Geh`n wir gemeinsam unserer Wege."


    Frohe Ostern
    [/FONT]




    [FONT=&quot]
    [/FONT]


    [FONT=&quot][/FONT]

  • Herzlichen Dank für Ihre ausführliche Antwort/Stellungnahme. Sie sind recht fantasievoll.
    Nur - ich bitte um Nachsicht - ist mir nicht ganz klar geworden, was Sie eigentlich wirklich meinen und sagen wollen. Ich versuche es mal.
    Ich würde vermuten, dass Sie auf sich bezogen meinen: Gott kümmert mich nicht - er mag seinen Weg und ich den meinigen gehen.
    :angel:
    Oder anders nach Altväter Sprichwort: Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott.
    Oder: Jeder ist sich selbst der Nächste und seines Glückes Schmied.
    Oder: Der Mensch denkt und Gott......ja, was tut der? "Lenkend" eingreifen und sagen, wie eingang: Hilf dir selbst...
    So würde ich Sie verstehen.

  • Wieviele Blödquatsch-Stränge sollen eigentlich noch eröffnet werden?
    Dafür gibt es den POTT.

  • Wieviele Blödquatsch-Stränge sollen eigentlich noch eröffnet werden?
    Dafür gibt es den POTT.



    Wenn Sie etwas zu simpel gestrickt sind und mit meinen Themen im Forum "Religion" oder "Philosophie" nichts anfangen können, dann bleiben Sie vorzugsweise in Ihrem "Pott" - oder wo auch immer.
    Sie machen Ihrem Nicknamen alle Ehre.


  • Könnte es @Ennos nicht vielmehr um den weitverbreiteten irrigen Anspruch vieler Menschen unterschiedlicher Religionen und Kulturen an einen offensichtlich „heterogenen“ Gott handeln, dessen Existenz – ohnehin außerhalb jeglicher menschlich wissenschaftlicher Beweiskraft - noch nicht einmal einvernehmlich unter den verschiedensten menschlichen Glaubensrichtungen als solcher gleich anerkannt wird? Die Erwartungshaltungen der Menschen als Boden der Existenz Gottes, wie auch immer er bezeichnet sei?


    Jene, die ihren Gott als Kaugummi-Automaten betrachten, „werfe die Münze in den Schlitz Deiner Wünsche, unten das Schubfach herausgezogen und alles wird gut“?
    Oder jene, die sich selbst zum Opfer machen, im Diesseits dem Blute dienen, im Jenseits die „Erfüllung“ erwartend?
    Oder jene Hoffenden, die durch ihr Leben gehen und immer hoffen, hoffen, hoffen, dass es „mit Gottes Hilfe“ niemals zu Ende gehe?

  • Religion ist der Ersatz der Menschen für ihr Eingeständnis, dass sie es nicht besser wissen.


    Letzten Endes aber geht es eigentlich um etwas ganz anderes! Es geht um die Frage, ob unser Leben, unser Universum und der ganze Rest einen Sinn machen - oder alles nur schnöder Zufall ist. Wenn letzteres der Fall ist, ist der IS-Terrorist inhaltlich nicht besser oder schlechter als Mutter Theresa. Es ist beliebig!


    Mit dem menschlichen Wissen können wir heute nicht entscheiden, ob alles einen Sinn macht oder nicht. Wenn es keinen Sinn macht, macht es halt keinen Sinn, dann ist eh alles beliebig. Macht es aber einen Sinn - dann ist die Frage, WARUM?


    Wir haben als Menschen mehr zu verlieren, wenn wir uns für "Es macht keinen Sinn" entscheiden, es aber dann doch einen Sinn macht. Umgekehrt, verlieren wir wenig, wenn wir annehmen, es macht einen Sinn, wenn es keinen macht.


    Also ist es sinnvoll, davon auszugehen, dass es einen Sinn macht.


    Nehmen wir aber den Sinn als Prämisse an - dann ist die Frage, welchen Sinn es macht. Man kommt dann philosophisch in der Folge auf Dinge wie die Menschenrechte und vieles mehr.....
    Schwierig wird es, die gängigen Weltreligionen mit diesem sehr grundsätzlichen Ansatz in Einklang zu bringen. Im Anbetracht der Größe des Universums ist es aber auch verdammt schwer sich vorzustellen, dass ein wie auch immer geartetes höheres Wesen sich auf einem eigentlich nicht sonderlich besonderem Sonnensystem einschießt......und befremdlich wird es, wenn man dann annimmt, dass dieses Wesen sich nicht nur genau dem einen Planeten nähert, sondern dort auch noch eine Spezies aussucht, und von dieser Spezies noch detailliert unterscheidet, ob es sich um jemanden handelt, der zu einer bestimmten Bevölkerungsgruppe gehört oder auch nicht.. und das noch, wo sich doch über die Generationen hinweg die Menschen untereinander beliebig mischen.....


    Die typischen Weltreligionen haben ein Problem, wenn sie sich auf diese Art und Weise rechtfertigen sollen, warum wir genau an sie glauben sollen! Die asiatischen Varianten sind etwas besser aufgestellt, als die Religionen, die uns den einen Gott verkaufen - der in der Praxis aber nur dann ins Weltgeschehen eingreift, wenn irgendwer auf die Idee kommt, ein Ereignis diesem Gott zuordnen zu wollen.


    Religionen die vor allem mit Belohnungen im Jenseits Werbung machen, sind wenig seriös. Damit lässt sich Sklaverei munter verkaufen........und die Ungerechtigkeit im Diesseits rechtfertigen. Den Betroffenen Opfern hilft das wenig.....


    Religion, die den Menschen hilft, muss als Lebenstipps geben, die im Diesseits helfen. Das erfüllen die derzeitigen Weltreligionen faktisch nicht - weshalb wir locker davon ausgehen können, dass alle diese Religionen weit mehr die Antwort auf Unwissen früherer Zeiten sind, als tatsächlich eine gute Erklärung für Gott.


    Ich bestreite nicht, dass eine gut ist, für unsere Existenz einen Sinn an zu nehmen! Wahrscheinlich macht es auch Sinn, an einen Gott zu glauben. Wenig Sinn kann ich darin sehen, sich für diesen Gott in die Luft zu sprengen! Zumal niemand authentisch sein Erlebnis erläutern kann, dass die erhoffte Belohnung im Jenseits tatsächlich auch eingetreten ist.....


    Die üblichen Weltreligionen sind deshalb aus meiner Sicht in wesentlichen Teilen Volksfrömmigkeit - und damit unreflektierter Quatsch!


    Ich bestreite nicht, dass es einen Gott gibt - oder einen Sinn! Ich kann nur nicht erkennen, dass irgendwer auf der Welt ganz real so eng in Kontakt mit diesem Gott steht, um daraus ableiten zu können, was gut oder schlecht für uns Menschen ist.


    Umgekehrt aber kann man sehr wohl ableiten: Wenn unser Leben einen Sinn macht - dann macht es keinen Sinn, unser Leben zu vernichten. Wenn Menschen auftreten und warum auch immer anderen meinen Schaden zu wollen - dann liegen sie definitiv falsch! DAS wäre eine Religion, die ich für vernünftig halten könnte.


    Religion 9.0.

  • Religion ist eine mögliche Antwort auf die Frage, woher der Mensch kommt, warum er ist und nicht
    nicht ist, und ein Mittel gegen das Erschrecken darüber, daß man in einem Universum lebt, das kein
    Interesse hat an einem selbst, an der Gattung Mensch, ja noch nicht einmal an diesem unwichtigen
    Sonnensystem, zu dem der kleine Planet Erde gehört. Angesichts dessen lädt die Religion den
    Menschen mit Bedeutung auf, sie erklärt seine Existenz als von einem höheren Willen gewollt. Als
    solches hat Religion ihre Berechtigung.
    Andererseits muß man erkennen, daß Religion zu einer bestimmten Entwicklungsstufe des
    Menschengeschlechts gehört. Sie ist die Antwort auf die oben gestellten Fragen, wie sie auf einer
    bestimmten Stufe der Menschheitsentwicklung möglich und angemessen war. Heute scheinen wir
    am Ende dieser Epoche zu stehen; wie sterbende Sterne kurz vor ihrem Ende noch einmal als weiße
    Riesenzwerge gleißend aufleuchten, strahlen zur Zeit Religionen unter anderem noch einmal in der
    Form ihrer jeweiligen Fundamentalismen und in ihren Rückzugsgefechten auf.
    Nebenbemerkung: Der Mensch kann sich nur für so etwas tolles halten, weil er nichts anderes außer
    sich kennt. Aber er kann nicht im kosmischen Maßstab ausschließen, daß er nur eine winzig kleine
    Nummer ist. Und selbst hier auf der Erde ist es eher ein Definitionsprozeß als irgend etwas anderes.
    Denn was würde ein Tausendfüßler anführen, wenn er sich als die Krone der Schöpfung etablieren
    wollte? Eben. Und schon sieht der Mensch ziemlich dumm aus.
    Das Problem ist nur, daß die Fragen, auf die Religion eine probate Antwort war, nicht mit ihr
    untergehen. Die Entzauberung der Welt, wie sie Max Weber als Signum der Moderne ausgegeben
    hat, läßt den Menschen unbehaust in einer entzauberten Welt zurück und macht ihn angreifbar für
    vielerlei Scharlatanerien und Heilsversprechen.
    Man kann ohne weiteres dazu auch die politischen Weltverbesserungslehren des 19. und
    20.Jahrhunderts zählen, ob sie nun wie der Nationalsozialimus quasi religiös das Geschick des
    Menschen an das ewige Raunen und Wabern des Blutes und der (arischen) Rasse bindet - so ein
    Quatsch: wenn es in den Blutgefäßen rumort, sollte man zum Arzt gehen, aber nicht in den Krieg
    ziehen! - oder ob sie das Paradies auf Erden mit ebensolchem religiösen Impetus als nicht zu
    vermeidende Folge der Klassenzustände seiner Gegenwart prognostiziert. Denn das ist der
    eigentliche Sündenfall des Marxismus, daß er Geschichte auf ein dürres Konstrukt dürrer
    Entwicklungsgesetze der Geschichte einkocht und dabei seinen eigenen Ausgangspunkt verrät, daß
    die Geschichte der Menschheit nämlich immer noch harte Arbeit ist und von den Menschen selbst
    unternommen werden muß. Also die Propagierung des Menschen als den Herrn seines Geschickes
    und seine gleichzeitige Abdankung und Absetzung. Was vor allem mit dem Namen Lenin verbunden
    ist.
    Bergson hat den Menschen das „fabulierende Wesen“ genannt. Wo er Recht hat, hat er recht. Denn anderes bleibt dem Menschen letztendlich nicht übrig: er schafft sich Geschichten. Bilder, Symbole, Mythen und Theorien, die ihm das Ãœberleben ermöglichen. Nur „wahr“ sind all diese Verrichtungen nicht. Sie sind historische Phänomene und funktionieren bestenfalls, solange sie funktionieren; wenn ihre Geschichte abgelaufen ist, werden sie durch bessere ersetzt.


  • Heute scheinen wir am Ende dieser Epoche zu stehen; wie sterbende Sterne kurz vor ihrem Ende noch einmal als weiße Riesenzwerge gleißend aufleuchten, strahlen zur Zeit Religionen unter anderem noch einmal in der
    Form ihrer jeweiligen Fundamentalismen und in ihren Rückzugsgefechten auf.


    Das ist zwar ein schöner Vergleich, aber "Weiße Zwerge" besitzen nur eine eher geringe Leuchtkraft. Du meinst vermutlich "Rote Riesen". :)


    Abgesehen davon hoffe ich sehr, dass es tatsächlich nur Rückzugsgefechte sein werden ...

  • Das ist zwar ein schöner Vergleich, aber "Weiße Zwerge" besitzen nur eine eher geringe Leuchtkraft. Du meinst vermutlich "Rote Riesen". :)

    Wirklich? Dann habe ich mich vertan.

  • Die Menschen der "Urzeiten" und später hatten eigentlich alle keine Probleme mit ihrem Glauben. So lange es "Götter" gab und diese nicht zugunsten eines Einzigen sterben mussten. Ersetzt wurden in den drei monotheistischen Religionen. Die "Gottesdiktatur".


    <<Das große unsagbare Ãœbel im Mittelpunkt unserer Kultur ist der Monotheismus. Aus einem barbarischen bronzezeitlichen Text, der unter dem Namen Altes Testament bekannt ist, haben sich drei menschenfeindliche Religionen entwickelt: das Judentum, das Christentum und der Islam. Es sind Himmelsgott-Religionen. Sie sind im wahrsten Sinne des Wortes patriarchalisch – Gott ist der allmächtige Vater-, und deshalb werden Frauen in den Ländern, die von dem Himmelsgott und seinen himmlischen männlichen Vertretern heimgesucht waren, 2000 Jahre lang verachtet. <<(Gore Vidal)



    "Es gibt zwischen Himmel und Erde mehr Dinge, als sich eure Schulweisheit erträumt." Der Meinung des Horatio im Hamlet bin ich auch. Die Geschichte des undurchlässigen Vorhangs. Der Glauben, der in Hoffnung mündet, lässt ein wenig "Licht" durchschimmern. Dass genau dahinter die Frage des "Sinns" beantwortet werden könnte/wird...?


    Das große Problem der Theodizee wird demnach die Menschheit weiter beschäftigen.
    Ich denke, der wirklich ehrliche und wahre Glaube ist derjenige des Agnostikers. Der zwar nicht "Fisch, nicht Fleisch" scheint, da er sich nicht definitiv entscheidet. Er lässt sich alle Möglichkeiten auf, denn er weiß, dass er nicht(s) weiß! Nicht wissen kann.


    Richard Dawkins fasst die Erkenntnisse und Einstufungen der verschiedenen Glaubenscharakteristika zusammen. Derjenigen in einen "Superorganismus Eingebundenen":


    a)stark theistisch, Gotteswahrscheinlichkeit 100 %, oder nach C.G.Jung:
    "Ich glaube nicht , ich weiß"


    b)Sehr hohe Wahrscheinlichkeit knapp unter 100 %.De facto theistisch. "Ich kann es nicht sicher wissen, aber ich glaube fest an Gott und führe mein Leben unter der Annahme, dass es ihn gibt."


    c)Höher als 50 %, aber nicht besonders hoch. Fachsprachlich : agnostisch, mit Neigung zum Theismus. "Ich bin unsicher, aber ich neige dazu an Gott zu glauben."


    d)50 %. Völlig unparteiischer Agnostizismus."Gottes Existenz und Nichtexistenz sind gleich wahrscheinlich".


    e)Unter 50 %, aber nicht sehr niedrig. Fachsprachlich: agnostisch mit Neigung zum Atheismus."Ich weiß nicht ob Gott existiert, aber ich bin eher skeptisch."


    f)Sehr geringe Wahrscheinlichkeit, knapp über 0. De facto atheistisch. "Ich kann es nicht sicher wissen, aber ich halte es für unwahrscheinlich, dass Gott existiert, und führe mein Leben unter der Annahme, dass es ihn nicht gibt."


    g)Stark atheistisch."Ich weiß, dass es keinen Gott gibt, und bin ebenso davon überzeugt, (wie Jung weiß) dass es ihn gibt.


    So bleibt eigentlich nur à la "Alter Fritz": Ein jeder soll nach seiner Facon selig werden.
    Gute Ratschläge oder Belehrungen, was und ob jemand glauben soll oder nicht, die sind müßig zu geben. Sie sind sogar als anmaßend zu bezeichnen.
    Das Wirtschaftsunternehmen "Kirche" ist anmaßend. Denn es handelt mit des (nackten) "Kaisers Kleidern".

  • Ersetzt das Wort "Gott" mit den Begriffen " Präsident " " Bundeskanzler ".
    Welcher Glaube eröffnet sich da?

  • Wenn Sie etwas zu simpel gestrickt sind und mit meinen Themen im Forum "Religion" oder "Philosophie" nichts anfangen können, dann bleiben Sie vorzugsweise in Ihrem "Pott" - oder wo auch immer.
    Sie machen Ihrem Nicknamen alle Ehre.


    Wenn der Sinn hinter allem sein soll, mich mit deinen mentalen Minderleistungen beschäftigen zu sollen, dann hätten wir also einen Sinn gefunden, wenn "Sinn" etwas wäre, das man nicht so wichtig nehmen darf, damit das auch in die Klatschspalten passt.
    Ein Krückstock, den man gleichwie durch Anspucken zum Einknicken bringen kann.

    Einmal editiert, zuletzt von Müllers Esel ()

  • Ersetzt das Wort "Gott" mit den Begriffen " Präsident " " Bundeskanzler ".
    Welcher Glaube eröffnet sich da?


    Die Vizepräsidenten sind die Einpeitscher?

  • Wenn der Sinn hinter allem sein soll, mich mit deinen mentalen Minderleistungen beschäftigen zu sollen, dann hätten wir also einen Sinn gefunden, wenn "Sinn" etwas wäre, das man nicht so wichtig nehmen darf, damit das auch in die Klatschspalten passt.
    Ein Krückstock, den man gleichwie durch Anspucken zum Einknicken bringen kann.

    Dein Name stimmt. Du bist ein Esel. Und zwar zweifach: Erstens weil Du nicht kapierst, daß die Frage nach der Religion und ob sie noch gebraucht wird, eine Kardinalfrage der Moderne ist, und zweitens, weil Du unfähig bist, einfach mal die Klappe zu halten, wenn ein Thema Dich übersteigt.

    Einmal editiert, zuletzt von Anakoluth ()


  • Danke fuer die kurze Zusammenfassung.
    Ansonsten wuerde ich es wie Einstein halten.

  • Ersetzt das Wort "Gott" mit den Begriffen " Präsident " " Bundeskanzler ".
    Welcher Glaube eröffnet sich da?


    Kein wirklicher, denn wer Politikern glaubt ist dumm.

  • "Gottglauben – Krückstock oder Rettungsanker?" ist die Ãœberschrift.


    Die Antwort: Weder noch sondern vielmehr der Rückfall in dumpfe, archaische Formen der menschlichen Entwicklung. Die Aufgabe von Aufklärung und Ratio. Der Aufbruch zurück ins Mittelalter.

  • "Gottglauben – Krückstock oder Rettungsanker?" ist die Ãœberschrift.


    Die Antwort: Weder noch sondern vielmehr der Rückfall in dumpfe, archaische Formen der menschlichen Entwicklung. Die Aufgabe von Aufklärung und Ratio. Der Aufbruch zurück ins Mittelalter.


    Das ist nicht logisch. Denn es gibt ja durch den existierenden Gottglauben von Menschen keinen Rückfall in "dumpfe, archaische Formen der menschlichen Entwicklung". Das wäre nur so, falls die Menschen bis dato nicht geglaubt hätten und dies nun urplötzlich tun würden. Also ein "back to roots".
    Aber die Wurzeln sind nun einmal vorhanden und nicht verfault.
    Und "Aufklärung"? Wie kann man bei einem "Glauben" eine Aufklärung betreiben, die nicht vermessen wäre? Denn der "Aufklärer" ist schließlich im Falle der Frage der Existenz Gottes genau so dumm oder schlau wie der beabsichtigt "Aufzuklärende".