Und bist du nicht willig…

  • So brauch ich Gewalt. Und zwar legitimiert durch einen kirchlichen Mann.


    <<Nach Ansicht des Erzbischofs von Toledo, Braulio Rodriguez Plaza, sind Frauen selbst schuld, wenn sie von ihren Männern körperlich misshandelt werden. Häusliche Gewalt habe ihren Ursprung darin, dass Frauen ihren Männern nicht gehorchten oder gar um eine Scheidung bäten.


    Diesen bemerkenswerten Erklärungsansatz für das Phänomen "Häusliche Gewalt" verkündete Erzbischof Rodriguez seiner Gemeinde in einer Predigt am 27. Dezember in Toledo. Aber auch ein Gegenmittel hatte der Erzbischof im Angebot: "Frauen können verhindern, dass sie geschlagen werden, indem sie einfach das tun, was die Männer von ihnen verlangen."
    In Spanien starben im Jahr 2015 56 Frauen an den Folgen häuslicher Gewalt. <<


    http://hpd.de/artikel/12617

    Nachdem der Blödmann – sorry, aber ist/wäre einer, der so etwas von sich gibt – berechtigterweise von einem Shitstorm der Empörung heimgesucht wurde, erklärte er: Man habe ihn falsch verstanden etc….Und „disputata“ schrieb von einer Fälschung.


    http://disputata.de/die-luege-der-bischof-die-frauen


    Wie auch immer! Anlass jedoch, so denke ich, einmal über das Bild der Frau in der christlichen Gesellschaft nachzudenken. Ãœber diejenige in der muslimischen Gesellschaft wird genug geredet. Aber warum in die Ferne schweifen…. Bei uns liegt auch eine Menge im Argen.


    „Althergebrachtes“ – das war schon immer so. Also sprach Zarathustra: Gehst du zum Weibe, vergiss die Peitsche nicht. ;-(


    Aber man muss wohl viel weiter zurückgehen, um Gewachsenes deutlich zu machen. Zum einen auch die Angst des Mannes vor dem Matriarchat. In Europa und Vorderasien fand man den Kult hinsichtlich der „großen Göttin“, die in dreierlei Gestalt eine weibliche Kraft darstellte, die allumfassend und alldurchdringend auf der Erde galt. Eine Göttin als „Dreigestirn“, bestehend aus der atmosphärischen Göttin im Himmel, einer Fruchtbarkeitsgöttin auf Land und Meer und einer jugendlichen Dritten auf der Jagd. Desweiteren fand sich in der Unterwelt noch die Todesgöttin, bereit, alles Leben in ihrem Schoß aufzunehmen, aufzulösen und wieder neu erstehen zu lassen.
    Wie man sieht, hatte „Frau“ für alles gesorgt. Und war für alles verantwortlich. Zu viel für „Mann“. :bounce:


    Somit wurde schon im Alten Testament bei der für ihn geschaffenen Gefährtin von der „Männin“ gesprochen. ;-)


    Nach diesem kurzen Ausflug zurück in die Gegenwart. Wie viel Schuld hat die Kirche – und hat sie diese überhaupt – an dem heutzutage noch nicht gleichem Bild von Mann und Frau?

  • Richtig, auch bei uns liegt vieles im Argen. Deswegen ist die Frage berechtigt, "warum in die Ferne schweifen.?"
    Nur: wo gibt es "die Frau" im Christentum? Der Erzbischof von Toledo und seine Rede sind bestimmt nicht repraesentativ fuer "das Christentum". muss er auch als ein Repraesentant verstanden und ob seiner Rede kritisiert werden.
    In Spanien starben 15 Frauen an haueslicher Gewalt - ich nenne das maennliche Gewalt wie es sie leider ueberall auf der Welt gibt.
    Aber sehr gut, dass Sie es ansprechen, denn maennliche Gewalt in islamisch gepraegten Laendern wird immer der Religion zugesprochen, warum sollte man nicht das gleiche tun in christlich gepraegten Laendern.?
    Und nun moechte ich aber doch in die Ferne schweifen, wo die Gesellschaft tatsaechlich noch christlich gepraegt ist, ganz anders als in Europa. Ich meine einige suedamerikanischen Laender. Dort liegt so vieles im Argen, dass es Aufgabe der Kirche waere, Missstaende anzusprechen - aufzuklaeren,um eine Aenderung zu bewirken.
    Jeder kehre naemlich erst mal vor der eigenen Tuer.

  • Richtig, auch bei uns liegt vieles im Argen. Deswegen ist die Frage berechtigt, "warum in die Ferne schweifen.?"
    Nur: wo gibt es "die Frau" im Christentum? Der Erzbischof von Toledo und seine Rede sind bestimmt nicht repraesentativ fuer "das Christentum". muss er auch als ein Repraesentant verstanden und ob seiner Rede kritisiert werden.
    In Spanien starben 15 Frauen an haueslicher Gewalt - ich nenne das maennliche Gewalt wie es sie leider ueberall auf der Welt gibt.
    Aber sehr gut, dass Sie es ansprechen, denn maennliche Gewalt in islamisch gepraegten Laendern wird immer der Religion zugesprochen, warum sollte man nicht das gleiche tun in christlich gepraegten Laendern.?
    Und nun moechte ich aber doch in die Ferne schweifen, wo die Gesellschaft tatsaechlich noch christlich gepraegt ist, ganz anders als in Europa. Ich meine einige suedamerikanischen Laender. Dort liegt so vieles im Argen, dass es Aufgabe der Kirche waere, Missstaende anzusprechen - aufzuklaeren,um eine Aenderung zu bewirken.
    Jeder kehre naemlich erst mal vor der eigenen Tuer.




    Nun sieht es offenbar die Kirche als ihre vordinglichste und "vornehmste" Aufgabe an, die Menschen zu "missionieren". Zu bekehren. Damit sich die Ärmsten der Armen an einem "ora et labora" ergötzen und aufrecht erhalten können.... ;-(


    Ganz übel ist auch, dass die katholische Kirche nicht gegen die Verstümmelung von Mädchen in afrikanischen Ländern vorgeht. Ganz im Gegenteil.
    Der humanistische Pressedienst berichtete vor einiger Zeit:


    << [...]
    Abgesehen von vereinzelten Ausnahmen, wird die FGM von der katholischen Kirche weltweit geduldet. Offensichtlich wird das Recht der Mädchen auf körperliche und psychische Unversehrtheit den Kircheninteressen in den betroffenen Gebieten untergeordnet.
    Ein mexikanischer Priester und die Ordensschwestern der Olchekut Supat Catholic Church in Lenkisem werden beschuldigt, die Mädchenbeschneidung zu unterstützen, obwohl diese als schwerwiegende Verletzung der Kinder- und Frauenrechte gilt. Die Kirche liegt in einer abgelegenen Gegend etwa 20 Kilometer vom Amboseli Nationalpark entfernt.
    Die Kirche fördert die FGM, indem sie den Familien bei den Vorbereitungen der “Beschneidungs-Zeremonie†hilft, Wasser, Holz, aber auch Nahrungs- und Geldmittel zur makabren „Feier“ beisteuert. (...)


    Der Priester und die Nonnen der Olchekut Supat Catholic Church/ Diözese von Ngong sollen sich uneinsichtig zeigen und seien sich keiner Schuld bewusst. Bei persönlichen Gesprächen mit Anti-FGM-Aktivisten rechtfertigen sie ihre Vorgehensweise unter Berufung auf kulturelle und religiöse Gegebenheiten.
    Der mexikanische Priester weigert sich, die Anstrengungen gegen die Mädchenbeschneidung mitzutragen und erklärt, "die Kirche habe ihre eigenen Verpflichtungen ... und werde sich nie gegen die Kultur einer lokalen Gemeinschaft wenden ... Als Ausländer respektiere er die Rituale und den Glauben dieses Volkes...“


    [...]
    Obwohl auch in Deutschland die Bewegung gegen die FMG seit den späten 1990er Jahren wächst, bleibt die hiesige katholische Kirche untätig und schweigt sich zum Thema aus. Es konnten keinerlei offiziellen Stellungnahmen, Erklärungen oder Aktionen in Erfahrung gebracht werden, die die Mädchenbeschneidung verurteilen oder zu Gegenmaßnahmen aufrufen. <<


    http://hpd.de/node/9927


    Die katholische Kirche ist zynisch. Und verantwortungslos.
    Aber es sind ja NUR Frauen. ;-(

  • Das erstaunt mich nun wirklich, naemlich dass die FGM weltweit von der katholischen Kirche geduldet wird.
    War es nicht erst kuerzlich hier in diesem Forum, als behauptet wurde, dass es ein vornehmliches Problem der islamischen Welt ist.?


    Ich betrachtete es schon immer als ein vornehmlich afrikanisches Problem und dass es die Aufgabe der religioesen Fuehrer, die grossen Einfluss haben, ist, Aufklaerung zu betreiben - anstatt diese zu dulden.

  • Das erstaunt mich nun wirklich, naemlich dass die FGM weltweit von der katholischen Kirche geduldet wird.
    War es nicht erst kuerzlich hier in diesem Forum, als behauptet wurde, dass es ein vornehmliches Problem der islamischen Welt ist.?


    Ich betrachtete es schon immer als ein vornehmlich afrikanisches Problem und dass es die Aufgabe der religioesen Fuehrer, die grossen Einfluss haben, ist, Aufklaerung zu betreiben - anstatt diese zu dulden.



    Terre des Femmes schreibt:


    <<
    Eritrea ist eines der Länder mit einer sehr hohen Verbreitung der weiblichen Genitalverstümmelungen. In Eritrea wird FGM (= Female Genital Mutilation = weibliche Genitalverstümmelung) von allen Ethnien und Religionsgemeinschaften praktiziert.
    Neben fast 100% der muslimischen Bevölkerung praktizieren knapp 90 % der Katholiken und über 80 % Mitglieder anderer christlicher Konfession FGM. <<


    Somit kommt die Ausrede, man wolle sich nicht in kulturelle Belange alnderer einmischen auch nicht zum Tragen.



    Alleine die Tatsache eines Kondomverbots in afrikanischen Ländern, wo Aids grassiert, ist an Menschenverachtung nicht zu übertreffen. Es soll da "Enthaltsamkeit" geübt werden.
    Und einfache Menschen, die dann zum "allein selig machendem christlichem Glauben" - Ironie - bekehrt wurden, die wollen alles richtig machen. Gott könnte sonst zürnen. Also keine Kondome.


  • Welches ist nun tatsaechlich die rueckstaendigste Religion?

  • Lass mich nachdenken ...


    Die Christen?


    :smilielol5:


    Sie meinten wohl eher das Christentum. Der Katholizismus, der fuer die Geburtenkontrolle, fuer des Kondomverbot steht, ist nur ein Teil des Christentums. Insofern wuerde ich sagen, dass Sie falsch tippten.

  • Die allerwenigsten solche Taten werden in unseren Landen von Menschen verübt,
    welche sich dem aktiven Christentum (und der Kirche) verschrieben haben.
    Sondern meist von den anderen.

  • Die Verstümmelungen müssen aufhören, auch die Beschneidung von Jungs ist für mich ein Thema.