Wolkenkuckucksheim Volkswirtschaft - Wachstum durch Schulden

  • Wir geben uns mal exemplarisch den hier
    http://www.spiegel.de/wirtscha…ch-kolumne-a-1101917.html


    Und jetzt rechnen wir mal ein wenig rum ...

    Nach einer groben Faustregel sinkt das Staatsdefizit automatisch um einen halben Prozentpunkt, wenn die Wirtschaft um einen Prozentpunkt schneller wächst als üblich. Entsprechendes gilt umgekehrt zum Negativen.


    Hier wird einfach mal satt die Kausalitätsrichtung umgedreht. Warum sinkt das Staatsdefizit um etwa einen halben BIP-Punkt, wenn das BIP um einen Prozentpunkt steigt.
    Weil viele Staaten eine Staatsquote von (naja grob) 40% haben und dann bei einem Prozentpunkt ca. 0,4% Mehreinnahmen reinkommen.
    Andersrum funktioniert es nicht, eine Steigerung des Staatsdefizits um einen halben BIP-Punkt bringt kein Wachstum von einem Prozent.


    Das wäre nämlich ein wunderbares Perpetuum Mobile.
    Wir leihen uns ein halbes BIP-Prozent, erzielen ein Prozent BIP-Wachstum, kassieren die 40% Staatsquote von dem einen % und haben 0,4% Mehreinnahmen, die zahlen wir mal gleich wieder zurück. Aber das wird ja kein totales Strohfeuer sein, oder? also lassen wir mal 25% des Wachstums ins nächste Jahr überrollen. Davon kassieren wir wieder 40% Staatsquote, das ist dann 0,1 BIP-%, womit wir im zweiten Jahr die Schulden komplett zurückzahlen. Da können wir uns für die 3 Maastricht-% glatt Wachstum von 6% nicht leihen, sondern kaufen. Nur der doofe Schäuble verhindert das.


    Und wenn man es jetzt noch schafft gar nicht erst weiter nachzudenken, dann kann man verhindern sich so viele doofe Fragen zu stellen wie ...

    • Glaubt man wirklich, dass z.B. Frankreich vier schöne Wachstumprozentpunkte für nur weitere Schuldenprozente erzielen könnte?
    • Glaubt man wirklich, dass D jetzt vier weitere Wachstumsprozentpunkte erzielen könnte für zwei Masstrichtkonforme Schuldenprozente?
    • War das Wachstum vor dem gar garstigen Schäuble bei hoher Schuldenaufnahme besser?
    • Ist die französische Volkswirtschaft so rottig, dass sie bei Streichung der Neuverschuldung gleich um volle 8% absaufen würde?
    • Hat Deutschland nicht gerade Wachstum und soll man nicht bei Wachstum eigentlich die Schulden abbauen?


    Davon bekommt man ja Kopfschmerzen von der Fragerei


    Gruß
    Verbalwalze

  • ....Hat Deutschland nicht gerade Wachstum und soll man nicht bei Wachstum eigentlich die Schulden abbauen?
    ....


    Schulden im Wachstumsfalle abbauen wird dann schwer, wenn zugleich Steuer- und Abgabensätze reduziert werden, bzw auf eine Phase der Steuersatzreduzierung keine Wiederanhebung erfolgt.

  • Die Schulden des Einen sind das Vermögen des Andern. Deutschland sollte also Vermögen vernichten ^^

  • Wolkenkuckucksheim Betriebswirtschaft der Banken


    Maroden Staaten Kredite andrehen, die von vornherein faul sind und die Volkswirtschaften zum Begleichen der Verbindlichkeiten nötigen unter Hinweis auf die Systemrelevanz der Banken. Die Realwirtschaft - das ist jeder von uns - steht dann mal wieder für die Hazardeure in der Finanzwirtschaft ein.

  • Schulden im Wachstumsfalle abbauen wird dann schwer, wenn zugleich Steuer- und Abgabensätze reduziert werden, bzw auf eine Phase der Steuersatzreduzierung keine Wiederanhebung erfolgt.


    Das stimmt absolut nicht, denn wenn eine Volkswirtschaft infolge von Kreditaufnahme überpropotional qualitativ und produktiv wächst, ist es durchaus möglich sowohl die Kredite zu tilgen als auch das allgemeine Lebensniveau zu heben. Wenn allerdings Kredite nur in den Konsum fließen oder unproduktive Bereiche aufblähen, ist eine vernünftige Etatfinanzierung nicht realisierbar. Und hohe Steuern sind immer kontraproduktiv. Kein Mensch strengt sich an, wenn die Steuern das Ergebnis auffressen und zugleich, wie derzeit in Deutschland die Leistungen des Staates für die Masse der Steuerzahler immer geringer ausfallen und der Staat sogar die Sozialsysteme zur Finanzierung mißbraucht.

  • Das stimmt absolut nicht, denn wenn eine Volkswirtschaft infolge von Kreditaufnahme überpropotional qualitativ und produktiv wächst, ist es durchaus möglich sowohl die Kredite zu tilgen als auch das allgemeine Lebensniveau zu heben. Wenn allerdings Kredite nur in den Konsum fließen oder unproduktive Bereiche aufblähen, ist eine vernünftige Etatfinanzierung nicht realisierbar. Und hohe Steuern sind immer kontraproduktiv. Kein Mensch strengt sich an, wenn die Steuern das Ergebnis auffressen und zugleich, wie derzeit in Deutschland die Leistungen des Staates für die Masse der Steuerzahler immer geringer ausfallen und der Staat sogar die Sozialsysteme zur Finanzierung mißbraucht.


    Du unterstellst hier, dass steigende Steuersätze das allgemeine Lebensniveau senken. Das ist aber Blödsinn. Beides ist möglich. Die allgemeine Lebenssituation kann sich je nach Art der Erhebung und je nach Verwendungszweck bei steigenden Steuern durchaus auch verbessern. Aber darum ging es in meiner Aussage nicht. Wenn die Einnahmeseite des Staates mit jeder kleinen Wachstumsblüte weiter geschwächt wird, dann reicht das Wachstum bei Unterschreitung eines bestimmten Einnahmelevels nicht mehr aus, um Schulden zu tilgen.

  • Ich könnte es zwar auch beantworten, die passende Antwort hat aber schon jemand im Spiegel gegeben:


    http://www.spiegel.de/wirtscha…ch-kolumne-a-1101917.html


    Das glaube ich mal nicht, denn ich kann mir nicht vorstellen, das Du passende Antworten gesucht und gefunden hast, wenn Du noch nicht einmal gemerkt hast, dass das die Quelle ist auf die ich ursprünglich geantwortet habe.



    Ach ja und eine Antwort auf fünf konkrete Fragen ist auch nicht so einfach.
    Hiermit fordere ich Dich heraus, finde eine Antwort auf nur eine meiner Fragen und falsifizier mich. Alternativ finde eine eigene Antwort.


    Gruß
    Verbalwalze

  • Schulden im Wachstumsfalle abbauen wird dann schwer, wenn zugleich Steuer- und Abgabensätze reduziert werden, bzw auf eine Phase der Steuersatzreduzierung keine Wiederanhebung erfolgt.


    Siehste mal, der Schäuble kann sogar was Schweres.
    Es geht.
    Mit mehr Wachstum als die ganzen Schuldenschleudern.
    Seltsam.


    Aber ich würde es wirklich mal begrüßen, wenn mal jemand konkrete Fragen beantworten würde.


    Gruß
    Verbalwalze

  • Die Schulden des Einen sind das Vermögen des Andern. Deutschland sollte also Vermögen vernichten ^^


    Nein, die Anleger sollen sich was anderes suchen. Oder warten bis wir auf so 40 BIP-% runter sind, dann bin ich nämlich für Haltekurs, solange man vernünftige Investitionen findet, die sich selbst tragen, dass wäre dann der revolvierende Fonds von unserer Miezekatze, 40% Schulden, die immer wieder zum Wohle aller investiert werden und die genug Luft lassen, mal in einer Rezession 20% draufzuhauen, ohne dass einem die Hütte anfängt zu brennen.


    Gruß
    Verbalwalze

  • Wolkenkuckucksheim Betriebswirtschaft der Banken


    Maroden Staaten Kredite andrehen, die von vornherein faul sind und die Volkswirtschaften zum Begleichen der Verbindlichkeiten nötigen unter Hinweis auf die Systemrelevanz der Banken. Die Realwirtschaft - das ist jeder von uns - steht dann mal wieder für die Hazardeure in der Finanzwirtschaft ein.


    Die maroden Staaten drehen eher den Banken die Kredite an, die dürfen sie nämlich als "risikofrei" vergeben ohne dafür Eigenkapital nachweisen zu können. Die Banken sind hier NICHT schuld, dass ist eine ganz bestimmte Sorte Politiker, die von volkswirtschaftlichen Wirrbirnen beraten wird, die als Nautiker auch dann noch Konterfluten empfehlen würden, wenn das Wasser schon am Steuerrad schwappt.



    Gruß
    Verbalwalze


  • Mit den Zinszahlungen aus der EU sprich mit dem Schuldendienst anderer lässt sich natürlich fein protzen. Als wenn es nur das Mini-Wachstum wäre. Du Träumer!


  • Zunächst einmal: das, was du für Kausalitäten hältst sind im besten Fall Korrelationen. Dein begrenzter Horizont versucht auch, eine Regel abzuleiten aus Vorgängen, die im Einzelfall vielleicht zutreffen mögen, aber nie und nimmer als allgemeingültig angesehen werden können, dazu ist das Thema Volkswirtschaft schlicht zu komplex.
    Und nun kannst du schön weiter Kausalitäten aus statistischen Lügengebilden ziehen.

  • Die maroden Staaten drehen eher den Banken die Kredite an, die dürfen sie nämlich als "risikofrei" vergeben ohne dafür Eigenkapital nachweisen zu können. Die Banken sind hier NICHT schuld, dass ist eine ganz bestimmte Sorte Politiker, die von volkswirtschaftlichen Wirrbirnen beraten wird, die als Nautiker auch dann noch Konterfluten empfehlen würden, wenn das Wasser schon am Steuerrad schwappt.



    Gruß
    Verbalwalze


    Schon wären wir wieder an einem Punkt, an dem jede weitere Diskussion hinfällig ist. Eine einseitige Bewertung verursacht ein einseitiges Ergebnis. Dein Ergebnis!

  • Schon wären wir wieder an einem Punkt, an dem jede weitere Diskussion hinfällig ist. Eine einseitige Bewertung verursacht ein einseitiges Ergebnis. Dein Ergebnis!


    Extra für Dich habe ich jetzt mal jede Piekserei aus den nach wie vor völlig unbeantworteten Fragen herausgenommen.



    • Glaubt man wirklich, dass z.B. Frankreich vier schöne Wachstumprozentpunkte für nur weitere Schuldenprozente erzielen könnte?
    • Glaubt man wirklich, dass D jetzt vier weitere Wachstumsprozentpunkte erzielen könnte für zwei Masstrichtkonforme Schuldenprozente?
    • War das Wachstum vor dem chäuble bei höherer Schuldenaufnahme besser?
    • Ist die französische Volkswirtschaft so schlecht, dass sie bei Streichung der Neuverschuldung gleich um volle 8% absaufen würde?
    • Hat Deutschland nicht gerade Wachstum und soll man nicht bei Wachstum eigentlich die Schulden abbauen?
    • Nenne ein Land, dass hohes Wachstum bei hoher Verschuldung erzielt hat, in den letzten 25 Jahren
    • Wenn das nicht geht, dann eben in den letzten 50 Jahren, aber warum hat es dann seit 25 Jahren nicht mehr funktioniert


    Gruß
    Verbalwalze

  • Extra für Dich habe ich jetzt mal jede Piekserei aus den nach wie vor völlig unbeantworteten Fragen herausgenommen.



    • Glaubt man wirklich, dass z.B. Frankreich vier schöne Wachstumprozentpunkte für nur weitere Schuldenprozente erzielen könnte?
    • Glaubt man wirklich, dass D jetzt vier weitere Wachstumsprozentpunkte erzielen könnte für zwei Masstrichtkonforme Schuldenprozente?
    • War das Wachstum vor dem chäuble bei höherer Schuldenaufnahme besser?
    • Ist die französische Volkswirtschaft so schlecht, dass sie bei Streichung der Neuverschuldung gleich um volle 8% absaufen würde?
    • Hat Deutschland nicht gerade Wachstum und soll man nicht bei Wachstum eigentlich die Schulden abbauen?
    • Nenne ein Land, dass hohes Wachstum bei hoher Verschuldung erzielt hat, in den letzten 25 Jahren
    • Wenn das nicht geht, dann eben in den letzten 50 Jahren, aber warum hat es dann seit 25 Jahren nicht mehr funktioniert


    Gruß
    Verbalwalze


    Auf den fünften Punkt habe ich geantwortet. Unbeantwortet ist diese Frage also nicht und völlig unbeantwortet schon gar nicht.

  • Die maroden Staaten drehen eher den Banken die Kredite an, die dürfen sie nämlich als "risikofrei" vergeben ohne dafür Eigenkapital nachweisen zu können. Die Banken sind hier NICHT schuld, dass ist eine ganz bestimmte Sorte Politiker, die von volkswirtschaftlichen Wirrbirnen beraten wird, die als Nautiker auch dann noch Konterfluten empfehlen würden, wenn das Wasser schon am Steuerrad schwappt.



    Gruß
    Verbalwalze


    Bedeutet also, dass die Banken und deren doch immer so gut funktionierende Nachrichtendienste über keine Fachleute verfügen, die solch offensichtliche Risiken schlicht übersehen.


    Da scheinen sich eher Kaffesatzleser und Glaskugelgucker an die Hand zu nehmen, um durch den dunklen Wald zu laufen.

  • Du unterstellst hier, dass steigende Steuersätze das allgemeine Lebensniveau senken. Das ist aber Blödsinn. Beides ist möglich. Die allgemeine Lebenssituation kann sich je nach Art der Erhebung und je nach Verwendungszweck bei steigenden Steuern durchaus auch verbessern. Aber darum ging es in meiner Aussage nicht. Wenn die Einnahmeseite des Staates mit jeder kleinen Wachstumsblüte weiter geschwächt wird, dann reicht das Wachstum bei Unterschreitung eines bestimmten Einnahmelevels nicht mehr aus, um Schulden zu tilgen.


    Von steigenden Steuersätzen habe ich nichts gesagt. Wenn z.B. die Einkommenssteuer von 10 % auf 15 % steigt, dafür der Staat entsprechende Leistungen bietet, ist das akzeptabel. Wenn allerdings eine Grenzbelastung mit Steuern und Abgaben in Deutschland 55 bis 60 % des Einkommens der Mittelschicht wegsteuert, die Sozialsysteme immer weniger Leistungen bieten, die gesetzliche Rente heute noch nicht mal mehr das Sozialhilfeniveau übersteigt, so ist das erheblich demotivierend. Zudem sind die Steuereinnahmen derzeit so hoch wie nie, das Problem des Staates ist die Ausgabenseite.

  • Bedeutet also, dass die Banken und deren doch immer so gut funktionierende Nachrichtendienste über keine Fachleute verfügen, die solch offensichtliche Risiken schlicht übersehen.


    ....

    Wozu brauchen die Fachleute? Da wird einfach Steuerzahlergeld reingekippt in solche Löcher. Notfalls nimmt man dafür noch einen weiteren Kredit auf, den man dann einfach Bürgschaft nennt, damit es nicht so auffällt.

  • Wozu brauchen die Fachleute? Da wird einfach Steuerzahlergeld reingekippt in solche Löcher. Notfalls nimmt man dafür noch einen weiteren Kredit auf, den man dann einfach Bürgschaft nennt, damit es nicht so auffällt.


    Die wichtigsten Mitarbeiter der Banken sind derzeit wohl die Computerspezialisten. Wenn deren Arbeit schlecht ausfällt, gehen ganze Systeme krachen. Und die Ebene der Vorstände und Aufsichtsräte hat wohl nur im Einzelfall entsprechende Kenntnisse, um umfassende Schäden präventiv zu verhindern.