Wolkenkuckucksheim Volkswirtschaft - Wachstum durch Schulden

  • Der Autor beschreibt keine Kausalität, sondern eine Faustformel. Das ist eine grobe Annäherung. Und - du darfst gerne anderer Meinung sein - aber allgemein ist bekannt, dass bei normalem Umfeld sowohl die Faustformel, als auch deren Umkehrung hinreichend gute Näherungen sind.


    Ich habe im Eingangsbeitrag vorgerechnet, dass die Umrechnung nicht stimmt.
    Die Frage, die Du auch nicht beantwortet hast, glaubst Du, dass D sich mit 2% Kreditaufnahme 4% Wachstum kaufen kann? Wenn nicht, war es das mit der Umkehrung.
    Wenn man die Zahlen des Autors ansetzt, kann man Wachstum gratis, ohne Nebenwirkungen kaufen, unbegrenzt. Offensichtlich ist das totaler Quatsch.


    Nochmal die Rechnung 1% Wachstum schafft 0,5% Mehreinnahmen und 0,5% Mehrausgaben sollen 1% Wachstum schaffen.
    Wenn das stimmt kann man im ersten Jahr den Kredit komplett zurückzahlen und das Wachstum einschieben.


    Zitat von Atue

    Nicht mehr - und nicht weniger! Klar - jeder der diese Faustformel auseinandernehmen will, wird das leicht fertig bringen. Nur - ich hatte es schon geschrieben - es handelt sich um eine Kolumne, nicht um einen wissenschaftlichen Aufsatz. Ein gebildeter Leser sollte mit diesem Umstand schon umgehen können, und dann auch wissen, wie hier eine Faustformel zu verstehen ist.


    Ja sollte man, als billige Propagandalüge, der man auf keinen Fall glauben sollte.


    Zitat von Atue

    Die Schuldensituation sieht in jedem Land durchaus verschieden aus. Japan ist stark an der eigenen Bevölkerung verschuldet - weshalb die hohe Schuldenquote kein großes Problem ist.


    Das ist sehr wohl ein Problem, wenn nämlich jemand das geliehene Geld zurückhaben will. Stell Dir mal vor, da ist eine alternde Bevölkerung, deren Pensionen sind in Staatspapieren des eigenen Landes angelegt und das kann nicht zahlen, wie die sich dann ärgern ...
    Da sind Auslandsschulden fast schon besser, wenn man den Schuldenschnitt durchsetzen kann, ärgern sich andere.


    In schwächeren Ländern wie beispielsweise Griechenland, reden die Schuldner inzwischen schon sehr kräftig mit. Das Demokratieproblem zu leugnen geht also ganz sicher für die meisten Problemländer dieser Welt einfach an der Realität vorbei.


    Zitat von Atue

    Dass du hier sogar beschreibst, dass die Demokratie selbst eine Gefahr wäre, halte ich für eine sehr merkwürdige Sichtweise, die man eigentlich nur haben kann, wenn man nicht die Menschen in den Mittelpunkt seines Denkens stellt, sondern vielleicht die Börsen oder die Banken. Tatsächlich ist es aber so, dass unsere gesamte Wirtschaft keinen Selbstzweck hat - sondern allein dazu da ist, den allgemeinen Wohlstand zu mehren.


    Das Problem ist, dass die Leuten solchen Scharlatanen wie jenem Kolumnisten glauben und sich dieses Schlangenöl welches Konsum auf Kredit ist, applizieren bzw. von Politikern applizieren lassen. Dann wollen sie die Konsequenzen nicht tragen.


    Kredit, der nicht betriebswirtschaftlich volltragend investiert ist, führt unweigerlich zu weniger Konsum oder Investitionen - später.



    Zitat von Atue

    Fazit: Ich bleibe dabei - die Ausgaben des Staates nach oben zu bringen ist äußerst leicht - einen ausgeglichenen Haushalt zu führen ist hingegen viel schwieriger, weil viele Positionen in Haushalten in langfristigen Verpflichtungen festgelegt sind - variabel ist immer nur ein relativ kleiner Teil des Haushaltes.


    Da hast Du recht, und deshalb ist überaus dumm und destruktiv solche verlogenen und/oder inkompetenten Kolumnen zu verbreiten.


    Gruß
    Verbalwalze




  • Ich denke, im Kern sind wir bei der Bewertung nicht so arg weit auseinander. Im Detail ein wenig - weil ich in dieser Kolumne von einem intelligenten Leser erwarte, dass er die Pauschalierungen erkennt, und einschätzen kann.
    Du weist berechtigterweise darauf hin, dass da zunächst ein Artikel steht, der nicht so ganz die Wahrheit beschreibt, sondern vor allem Populismus verbreitet.


    Ich verstehe das Problem was du beschreibst - teile sogar weitgehend deine Einschätzung bezüglich der Qualität des Artikels - sage aber auch, dass ein Land mit Meinungsfreiheit so etwas aushalten muss. Ich kenne auch weitaus schlimmere Artikel - und auch die muss man irgendwie ertragen, obwohl man mit gesundem Menschenverstand die Hetze und den Populismus locker erkennen kann.


    Letzten Endes ist das beste Rezept gegen solche Artikel vor allem eine gute Bildung!

  • Ich denke, im Kern sind wir bei der Bewertung nicht so arg weit auseinander. Im Detail ein wenig - weil ich in dieser Kolumne von einem intelligenten Leser erwarte, dass er die Pauschalierungen erkennt, und einschätzen kann.
    Du weist berechtigterweise darauf hin, dass da zunächst ein Artikel steht, der nicht so ganz die Wahrheit beschreibt, sondern vor allem Populismus verbreitet.


    Ich verstehe das Problem was du beschreibst - teile sogar weitgehend deine Einschätzung bezüglich der Qualität des Artikels - sage aber auch, dass ein Land mit Meinungsfreiheit so etwas aushalten muss. Ich kenne auch weitaus schlimmere Artikel - und auch die muss man irgendwie ertragen, obwohl man mit gesundem Menschenverstand die Hetze und den Populismus locker erkennen kann.


    Letzten Endes ist das beste Rezept gegen solche Artikel vor allem eine gute Bildung!


    Kein Missverständnis, ich bin dafür das jeder, auch dieser gequirlte Scheiße von diesem Format schreiben darf. Nur kann ich mich so schwer entscheiden, ob es deprimierender ist, der glaubt das, oder der lügt anderen die Hucke voll in vollem Wissen um den Mist.


    Gruß
    Verbalwalze

  • Deutliche Ausgaben insbesondere für Bildung sind keine Betriebskosten sondern eine Investition. Denn unser Bildungssystem ist so runtergerockt, das es in weiten Teilen neu aufgestellt werden muss.


    Es sei denn, unser Bildungssystem ist dafür vorgesehen, kritikunfähige Konsumenten zu erziehen, während die Elite ihre Bildung selbst bezahlt und in einem von der übrigen Bevölkerung sorgfältig isolierten Universum konserviert.