Wie wäre es mit Steuererhöhungen jetzt?

  • … die Frage ist: Wie viel Bürokratie kann und will man sich leisten?


    Diese Frage ist untergeordnet. Die Grundfrage ist, wieviel Macht dürfen jene zuerkannt bekommen, die im Auftrag der Bürger den Staat zu führen haben, wie ist die Gewaltenteilung durchgesetzt und welche Verantwortlichkeit für das Handeln von staatlichen Führungspersonen wird festgelegt, wessen Interessen werden vorrangig vertreten oder gilt das Interesse eines jeden Bürgers gleich???

  • ....Wie viel Bürokratie kann und will man sich leisten?


    Gute Frage.
    Unser Bundeshosenanzug meint, es liegt nicht am Geld, dass viele Vorhaben nicht umgesetzt werden. Es liegt an unzureichendem Personal in den Kommunen. Und von wem wurden die jetzt kaputtgespart?


  • Merkel muss abgewählt werden und wir müssen eine völlig andere Politik praktizieren, um wieder auf soliden Beinen zu stehen.


    Wer,bitte schön,von den hier agierenden Parteien ist denn überhaupt in der Lage,die entsprechenden Ideen zu entwickeln?
    Vom Durchsetzen will ich erst garnicht anfangen.....

  • Wer,bitte schön,von den hier agierenden Parteien ist denn überhaupt in der Lage,die entsprechenden Ideen zu entwickeln? Vom Durchsetzen will ich erst garnicht anfangen.....


    Genau das ist die grundlegende Frage, womit sich der Einfluss der Wähler bei der Bundestagswahl auf die Politik, die anschließend ausgeführt wird, gegen NULL bewegt. Die Demokratie wird zur Farce. Andererseits könnte man ja mal mehrheitlich Die Linke wählen und die nächsten vier Jahre erproben, was sich real besser machen lässt, danach kann man wieder neu entscheiden, wenn die auch nur Mist bauen. Die Schröder- und Merkel-Jahre haben wir ja überstanden, schlimmer kann es mit den Linken auch nicht werden.


  • Lieber BudSpencer !


    Nein - wirklich! Ich will keineswegs dir irgendetwas wegbesteuern, was du ja so wie viele hunderttausend anderer ganz persönlich so optimiert haben, wie es halt die aktuelle Gesetzgebung irgendwie hergibt.


    Nein - das will ich nicht!


    Worüber ich rede ist zunächst einmal eine theoretische, aber gleichwohl wichtige, Diskussion darüber, was gesamtgesellschaftlich richtig und gerecht wäre (WÄRE!).


    Was mir persönlich völlig klar ist, ist das ein Ergebnis der theoretischen Diskussion auch noch umgesetzt werden muss. Allen Bestandsbetroffenen sollte dabei auch aus grundsätzlichen rechtlichen Ãœberlegungen heraus Bestandsschutz gewährt werden.


    Wenn ich mal rein hypothetisch und theoretisch annehme, dass wir einen Staat HÄTTEN, der bei der Besteuerung das Vermögensprinzip konsequent anwendet, dann wäre klar, dass dieser Staat andere Wirkmechanismen im Detail entwickeln würde. Ein Beispiel dafür sind die Rentenansprüche. Es gibt schon auch Gründe dafür, warum die Rentenansprüche derzeit irgendwo zwischen 40% und 60% des letzten Nettos liegen.....in einer Gesellschaft, die konsequent nach Vermögen besteuert, wäre das aber inakzeptabel - die müsste ein Rentensystem haben, welches in aller Regel auch die Renten in Höhe der letzten Einkommen durch Erwerbsarbeit bereit stellt - und zwar BRUTTO.


    Ich erwähne dies nur exemplarisch - weil ein Umstieg auf eine Gesellschaft, in der konsequent das Vermögensprinzip bei der Abteiligkeit zur Staatsfinanzierung genutzt wird, deutlich anders aussehen muss, als dies heute üblicherweise der Fall ist.


    Ein Umstieg von HEUTE auf Vermögensbesteuerungsprinzip ab Morgen ad hoc ist insofern auszuschließen, und wäre auch nicht meine Empfehlung! Eine solche Veränderung wäre schädigend auch für die Demokratie, weil hier Veränderungsprozesse angestoßen würden, die ungerechtfetigterweise und relativ zufällig Gewinner und Verlierer generieren würden. Und noch dramatischer: Das in durchaus für jeden einzelnen Fall dramatischem Ausmaß!


    Hier zählt für mich: Alle Menschen, die sich heute auf ein Regelwerk eingelassen haben, sollten Bestandsschutz genießen!


    Es kann nicht sein, dass der Gesetzgeber lang wirkende Regeln irgendwann mal so ändert, dass sich das Verhalten der Betroffenen im Nachgang negativ auswirkt.......hier haben alle Betroffenen Bestandsschutz verdient!



    Ich habe insofern auch bisher nicht über den Ãœbergang geredet - sondern darüber, was theoretisch richtig wäre. Wenn ausreichend viele Menschen das theoretisch richtige gleichartig einschätzen, wird die Politik sich diesem widemen müssen - und dann auch Ãœbergangsszenarien definieren müssen.


    Also - insofern Entwarnung! Ich will nicht an deine Rente, an deine Finanzplanung u.ä.!


    Ich möchte aber gerne in die Diskussion einsteigen, welche gesellschaftlichen Bedingungen für den Beitrag zur Finanzierung des Staatshaushaltes gerechter empfunden werden - und was man vermeiden sollte.


    Um zur Diskussion einen Startpunkt zu liefern, habe ich die Theorie eingekippt, dass die Staatsfinanzierung sich aus grundsätzlichen Ãœberlegungen heraus daran orientieren sollte, welche Vermögenswerte jeder Einzelne hat.


    Nicht mehr - und nicht weniger.



    Wäre mein Ansatz mehrheitsfähig, müsste noch immer entschieden werden, wie wir von dem heutigen Modell zu einem kommen, was dann dem neuen Modell entspricht - und DANN muss auch geklärt werden, welche Bestandsmodelle finanziell geschützt werden sollten.



    Ich bin klar ein Fan davon, dass staatliche Veränderungen nicht dazu führen dürfen, dass insbesondere langfristige Finanzierungsentscheidungen des Einzelnen zu dramatischen Benachteiligungen führen, weil sich die gesamtgesellscahftliche Einschätzung verändert hat.


    Bestandsschutz ist mir hier an der Stelle wichtig - aber gleichwohl halte ich das derzeit existente System für Suboptimal. In diesem Sinne setze ich mich für Veränderungen ein - gleichwohl ist mir wichtig, dass bei langfristiger Bindung des Einzelnen diesem auch Bestandsschutz durch den Gesetzgeber garantiert wird.

  • Wenn der Staat gesunde Etatüberschüsse erzielt, ist das durchaus gut. Nur wenn eine "Schwarze Null" produziert wird, indem man notwendige Investitionen nicht durchführt, die Leistungen des Staates stetig absenkt, die Sozial-und Rentensysteme plündert, die Kommunen am Hungertuch nagen lässt und die Kultur auf Sparflamme einstellt, Bildung nur noch für Wohlhabende zugänglich werden lässt, sich aber stetig die Diäten erhöht und Privilegien ausbaut, so ist ein solcher Staat nicht für den Bürger vertrauenswürdig. Deutschland hat über 5 Billionen Euro reale Staatsschulden und ein Investitionsdefizit von rund einer weiteren Billion Euro. Und technologisch sowie im Wertschöpfungsbereich bleiben wir jedes Jahr weiter zurück, wie die Krise der Autoindustrie zeigt, nachdem wir in anderen Schlüsselindustrien längst nicht mehr das Weltniveau bestimmen.
    Merkel muss abgewählt werden und wir müssen eine völlig andere Politik praktizieren, um wieder auf soliden Beinen zu stehen.


    Auch ich bin kein Fan von Merkel.....trotzdem sage ich dir auch mal klar, dass im internationalen Vergleich Deutschland ziemlich gut dasteht - und das nicht erst seit gestern, sondern schon viele Jahre ! Es geht immer auch besser - keine Frage! Die meisten anderen Staaten aber haben sich die letzten 15 Jahre international und im Vergleich nicht wirklich besser entwickelt als Deutschland.


    Das kann und darf nicht zufrieden stimmen - aber es relativiert doch deutlich die immer wieder überzogenen Ansprüche an die Politik.


    Meine persönliche Empfehlung für die Thematik der Staatsschulden wäre, diese Grundsätzlich zu verbieten. Ich halte Staatsschulden für einen fehler, weil durch die Möglichkeit der Staatsschulden die Wirkung auf jeden Einzelnen verschleichert wird. Deshalb setze ich persönlich mich dafür ein, dass Staaten das Recht verlieren, längerfristige Schulden einzugehen. Stattdessen setze ich auf das unpopuläre Konstrukt der Bürgerschulden - was faktisch die Staatsfinanzierungsproblematik in das Bewußtsein der Wähler bringen würde.


    Das halte ich für erstrebenswert.



    Mit Frau Merkel ist eine solche Politik nicht machbar - ich kämfpe deshlab für andere Mehrheiten - aber realitisch betrachtet deuten viel darauf hin, dass Merkel auch die nächsten 4 Jahre Kanzlerin sein wird. Ganzu gleich ob in der großen Koalition, oder mit Schwarz-Gelb oder Schwarz-Grün.



    Nicht, weil ich das für gut finde, oder das gut wäre ------ sondern weil die Anzeichen darauf hindeuten, dass es so kommen wird. Und: Ich würde das persönlich nicht gut finden - aber eine Katastrophe für die Demokratie wäre es auch nicht.


    Meine Meinung.

  • Anders als ein Unternehmen der Privatwirtschaft hat der Staat wohl kaum die Möglichkeit, unrentable "Betriebsteile" outzusourcen… die Staatsfinanzierung balanciert also ständig zwischen Aufgabenerfüllung, Versprechungen und Symbolpolitik. Das Interesse des Staates müsste ja darin bestehen, seine Bürger in den Stand zu setzen, Nettoeinzahler zu sein, also mehrheitlich als aus eigener Kraft ihren jeweiligen Lebensunterhalt bestreiten zu können… was aber streben Wirtschafts- und Geldpolitik an? Der Zeitpunkt für Steuererhöhungen ist immer ungünstig.


    Die Mehrheiten der Regierung werden in Deutschland durchaus demokratisch ermittelt. Damit aber auch, wieviel Themenstellungen privatwirtschaftlich oder öffentlich organisiert werden. Ich bin persönlich nicht immer glücklich damit, was da entschieden wird - ich erkenne aber an, dass ausreichend viele der Mitwähler das anders sehen.


    Wir haben in Deutschland auch deshalb eine Verschuldung in der Höhe wie wir sie haben, weil nicht ausreichend viele Wähler hier in die Opposition gegangen sind. Warum auch immer......



    Die Konsequenzen aus dieser Politik haben wir gemeinsam zu tragen - weil wir die Beschlüsse gemeinschaftlich getroffen haben.
    Mir persönlich schmeckt das nciht - ich persönlich hätte vieles anders organisiert....nur ist das wenig relevant. Die gesellschaftlichen Mehrheiten sind so, wie sie sind.


    Die Frage, ob meine persönliche Sichtweise die bessere ist, kann ich subjektiv klar beantworten. Objektiv aber nicht. Objektiv ist die Demokratie hier das Instrument, was zum Interessensausgleich gentzt werden sollte.

  • Die Deutschen zahlen genug oder sogar mehr als genug nicht nur an Steuern, sondern auch an Abgaben und Gebühren. Was einfach nicht mehr stimmt, ist der Umgang des Staates mit dem ihn anvertrauten und verwalteten Kapital/Geld.


    Vorsicht mit solche pauschalierten Aussagen.


    DIE DEUTSCHEN gibt es einfach nicht. Einige zahlen mehr, andere weniger. Worüber wir gerne streiten können ist, wie hoch der Staatshaushalt insgesamt tatsächlich sein sollte. Meiner Ansicht nach (und dafür habe ich gute Argumente) sollte der Staatshaushalt deutlich größer werden als er heute ist. Gerade auch, weil wir heute ziemlich widersprüchliche Ansätze im Bereich der sozialen Versicherungen haben.



    Ich empfehle zunächst eine sehr theoretische Grundhaltung einzunehmen, was wäre das richtige Kriterium, wieviel jeder von seinem Vermögen, seinem Einkommen etc. zur Staatsfinanzierung beitragen sollte.....


    Wenn das geklärt ist, empfehle ich den Einstieg in die Diskussion, wie wir vom aktuelen Szenario zum Zielszenario kommen.



    Unterm Strich ist insbesondere der deutsche Staat weitaus besser als sein Ruf!

  • Vorsicht mit solche pauschalierten Aussagen. ...............................!


    Im Durchschnitt zahlen die Deutschen, insbesondere der sogenannte Mittelstand zuviel an Steuern und Abgaben. Dass einige zuwenig Steuern zahlen müssen, ist grundsätzlich richtig. Genau so richtig ist jedoch, dass der Staat mit dem ihm zur Verfügung gestelltem Geld nicht haushälterisch und verantwortungsvoll umgeht. Darüberhinaus sind die Besteuerung internationaler Konzerne, Banken und Kapitalgesellschaften völlig unzureichend, lassen zu viele Optionen der Steueroptimierung zu und verletzen das Prinzip der Gleichbehandlung, weil mittelständische und kleine Unternehmen sowie Freiberufler solche Möglichkeiten nicht eingeräumt bekommen. Darüber hinaus schränkt der Staat die Leistungen für die Bürger stetig ein. Ein freiheitlicher Rechtsstaat hat allen Bürgern zu dienen, nicht nur die Interessen der 5 % Reichen und die der diätenverzehrenden Politikerkaste sowie der Bürokratie zu bedienen.

  • ... verletzen das Prinzip der Gleichbehandlung, weil mittelständische und kleine Unternehmen sowie Freiberufler solche Möglichkeiten nicht eingeräumt bekommen. ...


    Nicht zu vergessen, dass die von Dir genannten "Benachteiligten" sogenannte Gestaltungsmöglichkeiten haben, von denen gewöhnliche Arbeitnehmer auch wieder nur träumen können. Auch die praktizierte Besteuerung des Ertrages oder der Einkünfte ist keineswegs wirklich gerecht.


    Indirekte Steuern auf den Verbrauch gekoppelt mit der von Dio genannten automatisch erhobenen Mikrosteuer auf alle elektronischen Transaktionen und Barabhebungen sind wahrscheinlich vom Gerechtigkeitsstandpunkt gesehen besser.

  • Nicht zu vergessen, dass die von Dir genannten "Benachteiligten" sogenannte Gestaltungsmöglichkeiten haben, von denen gewöhnliche Arbeitnehmer auch wieder nur träumen können. Auch die praktizierte Besteuerung des Ertrages oder der Einkünfte ist keineswegs wirklich gerecht.


    Indirekte Steuern auf den Verbrauch gekoppelt mit der von Dio genannten automatisch erhobenen Mikrosteuer auf alle elektronischen Transaktionen und Barabhebungen sind wahrscheinlich vom Gerechtigkeitsstandpunkt gesehen besser.


    Ich halte den Steuerabzug bei Arbeitnehmern direkt über die Unternehmen auch für ungerecht. Sie sollten erst mit der Jahressteuererklärung Steuern zahlen müssen und ebenso wie Freiberufler nur ab einem bestimmten Jahreseinkommen quartalsweise eine Steuervorauszahlung leisten müssen. Bei indirekten Steuern bin ich auch der Auffassung, das eine grundsätzlich Ãœberarbeitung nötig ist, die alle Waren des Grundbedarfs, wie Nahrungsmittel, Milch, Arzneimittel und medizinische Hilfsmittel grundsätzlich steuerfrei stellt.

  • Im Durchschnitt zahlen die Deutschen, insbesondere der sogenannte Mittelstand zuviel an Steuern und Abgaben. Dass einige zuwenig Steuern zahlen müssen, ist grundsätzlich richtig. Genau so richtig ist jedoch, dass der Staat mit dem ihm zur Verfügung gestelltem Geld nicht haushälterisch und verantwortungsvoll umgeht. Darüberhinaus sind die Besteuerung internationaler Konzerne, Banken und Kapitalgesellschaften völlig unzureichend, lassen zu viele Optionen der Steueroptimierung zu und verletzen das Prinzip der Gleichbehandlung, weil mittelständische und kleine Unternehmen sowie Freiberufler solche Möglichkeiten nicht eingeräumt bekommen. Darüber hinaus schränkt der Staat die Leistungen für die Bürger stetig ein. Ein freiheitlicher Rechtsstaat hat allen Bürgern zu dienen, nicht nur die Interessen der 5 % Reichen und die der diätenverzehrenden Politikerkaste sowie der Bürokratie zu bedienen.


    Und wer genau ist dieser STAAT?
    Solange wir Staatsbürger im Rahmen unseres Grundgesetzes nicht unserer Bürgerpflicht nachkommen, und durch die Wahlen für eine bessere Politik sorgen, können wir uns doch wohl kaum herausreden.


    Und komm mir nicht mit dem Pauschalfrustrationsargument - dass du sowieso nichts ändern kannst.......
    Wenn auf einer Straße dir auf deiner Fahrbahn permanent andere entgegen kommen, dann kannst du getrost davon ausgehen, dass die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass nicht diese vielen die Geisterfahrer sind, sondern dass du auf der falschen Spur bist......


    Der freiheitliche Staat ist das Ergebnis unseres politischen Systems - und hat die Regelungen herausgebracht, die wir heute haben. Wir Bürger hatten jetzt schon auch ein paar Jahrzehnte Zeit um andere Politiker und andere Sichtweisen nach vorne zu bringen, wenn wir das nicht geschafft haben, dann wohl auch deshalb, weil unsere Meinungen dazu nicht von der Mehrheit geteilt wurden.


    Als Demokraten müssen wir dann auch in gewissem Umfang anerkennen, dass wir es nicht geschafft haben Mehrheiten zu organisieren, die für Kleinunternehmen bessere Konditionen schaffen. Nicht der anonyme Staat schränkt die Möglichkeiten von Freiberuflern und kleinen Unternehmen ein - es sind die Bürger dieses konkreten Staates, die immer wieder Parteien wählen, die genau solche Politik machen.


    Wir können das ändern - brauchen aber einen gewissen Durchhaltewillen, und viel Ãœberzeugungsarbeit, um die Mehrheiten nachhaltig anders zu gestalten.


    ich sage nicht, dass dies leicht ist - ich sage aber klar, für die bestehenden politischen Verhältnisse und die bestehenden Gesetze kann ich keinen einzigen Bürger wirklich aus der Pflicht entlassen. Die Verantwortung für die Verhältnisse, wie wir sie aktuell haben, tragen schon auch wir!

  • Nicht zu vergessen, dass die von Dir genannten "Benachteiligten" sogenannte Gestaltungsmöglichkeiten haben, von denen gewöhnliche Arbeitnehmer auch wieder nur träumen können. Auch die praktizierte Besteuerung des Ertrages oder der Einkünfte ist keineswegs wirklich gerecht.


    Indirekte Steuern auf den Verbrauch gekoppelt mit der von Dio genannten automatisch erhobenen Mikrosteuer auf alle elektronischen Transaktionen und Barabhebungen sind wahrscheinlich vom Gerechtigkeitsstandpunkt gesehen besser.


    Ja, was nicht gerecht ist - da sind wir alle schnell mit dabei. Da finden wir jeden Tag tausende Dinge, die anders gemacht werden sollte.....man (!) sollte sie anders machen....und konkret sollte etwas.....irgendwie.....anders gemacht werden.


    Spannend wird es erst, wenn es konkret wird. WAS GENAU sollte denn geändert werden, damit es gerecht wird?


    Wie sieht die gerechte Staatsfinanzierung aus?

  • ...


    Wie sieht die gerechte Staatsfinanzierung aus?


    Ja genau, das wäre doch ein viel besserer Threadtitel gewesen. :biggrin:


    Ich habe ja nun auch einen Vorschlag gemacht und nicht nur "man sollte" in den Raum geschmissen. Die Mikrosteuer auf alle Transaktionen ist doch ein höchst interessanter Gedanke, aber öffentlich ist das noch viel weniger ein Thema wie die Atue-Vermögensteuer. :wink5:


  • Spannend wird es erst, wenn es konkret wird. WAS GENAU sollte denn geändert werden, damit es gerecht wird?


    Z. B. dass Politiker für fahrlässige (oder bewusste) Steuerverschwendung (ich erspare es mir jetzt, die hinglänglich bekannte, endlose Liste an Projekten aufzuführen, wo gnadenlos Steuergelder versenkt wurden) genauso haften sollten wie andere Menschen für Steuerhinterziehung, dass Bürger (vor allem die dort wohnenden) gefragt werden, ob ein enorme Summen an Steuergeldern verschlingendes Politikertreffen, wie ein G20-Gipfel, mitten in Hamburg stattfinden soll. Kurz: wer andere zur Steuerzahlung verpflichtet, sollte besser kontrolliert werden, was er damit macht.
    Außerdem sollten Politiker sich nicht so oft samt Gefolge durch die Gegend fahren lassen, sondern auf moderne Technologie (Videokonferenzen) setzen. Der Bundestag sollte verkleinert statt immer weiter ausgedehnt werden.
    Bürokratiemonster wie das Arbeitsamt sollten abgeschafft und durch simple Online-Suchportale ersetzt werden.
    Die Einkommensteuererklärung müsste radikal vereinfacht werden. Ich würde alle Absetzmöglichkeiten streichen, was eher Ärmeren zugute käme, da diese weniger abzusetzen haben, den dadurch erzielten staatlichen Gewinn würde ich für Steuersenkungen einsetzen.


    Der Staat nimmt bereits jetzt enorme Mengen an Steuergeldern ein, schafft es aber nicht, sinnvoll damit zu haushalten.


    Ich kenne deine Art, sehr umfangreich und ausführlich zu antworten und kann nicht versprechen, die Zeit aufzubringen, die Diskussion dann weiterführen zu können. Aber vielleicht beleben meine Anregungen die Diskussion ja dennoch - du hast gefragt, ich habe geantwortet. :)

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  • Ja genau, das wäre doch ein viel besserer Threadtitel gewesen. :biggrin:


    Ich habe ja nun auch einen Vorschlag gemacht und nicht nur "man sollte" in den Raum geschmissen. Die Mikrosteuer auf alle Transaktionen ist doch ein höchst interessanter Gedanke, aber öffentlich ist das noch viel weniger ein Thema wie die Atue-Vermögensteuer. :wink5:


    Also - ich bin ja vor allem dafür, dass sich die Gesamtbesteuerung am Vermögensanteil orientiert - das ist schon noch mal was anderes als die Vermögenssteuer. Eine alleinige Vermögenssteuer ist aus vielerlei Gründen keine gute Idee!


    Die Transaktionssteuer ist durchaus eine gute Idee - auch weil sie einiges an den kaputten Aktienmärkten entschleunigen würde. Meiner Ansicht nach sollte man das auch dann effektiv umsetzen können, wenn man es nur in der EU oder nur im Euroraum macht. Dies könnte auch helfen, Blasenbildungen zu vermeiden. hier bin ich dann wieder dein Fan :D

  • Z. B. dass Politiker für fahrlässige (oder bewusste) Steuerverschwendung (ich erspare es mir jetzt, die hinglänglich bekannte, endlose Liste an Projekten aufzuführen, wo gnadenlos Steuergelder versenkt wurden) genauso haften sollten wie andere Menschen für Steuerhinterziehung, dass Bürger (vor allem die dort wohnenden) gefragt werden, ob ein enorme Summen an Steuergeldern verschlingendes Politikertreffen, wie ein G20-Gipfel, mitten in Hamburg stattfinden soll. Kurz: wer andere zur Steuerzahlung verpflichtet, sollte besser kontrolliert werden, was er damit macht.
    Außerdem sollten Politiker sich nicht so oft samt Gefolge durch die Gegend fahren lassen, sondern auf moderne Technologie (Videokonferenzen) setzen. Der Bundestag sollte verkleinert statt immer weiter ausgedehnt werden.
    Bürokratiemonster wie das Arbeitsamt sollten abgeschafft und durch simple Online-Suchportale ersetzt werden.
    Die Einkommensteuererklärung müsste radikal vereinfacht werden. Ich würde alle Absetzmöglichkeiten streichen, was eher Ärmeren zugute käme, da diese weniger abzusetzen haben, den dadurch erzielten staatlichen Gewinn würde ich für Steuersenkungen einsetzen.


    Der Staat nimmt bereits jetzt enorme Mengen an Steuergeldern ein, schafft es aber nicht, sinnvoll damit zu haushalten.


    Ich kenne deine Art, sehr umfangreich und ausführlich zu antworten und kann nicht versprechen, die Zeit aufzubringen, die Diskussion dann weiterführen zu können. Aber vielleicht beleben meine Anregungen die Diskussion ja dennoch - du hast gefragt, ich habe geantwortet. :)


    Dein Appell, die Steuerverschwendung anzugehen, kann ich gut nachvollziehen, halte es aber für weltfremd, tatsächlich zu erwarten, dass es dazu kommt. Im Internationalen Vergleich ist die Steuerverschwendung Deutschlands gar nicht so arg miserabel. Und auch in Firmen und sogar in Privathaushalten sind Fehlinvestitionen, Ineffizienz und Verschwendung zu einem gewissen Grad normal.
    Auch mich ärgert jeder einzelne verschwendete Cent an Steuergeldern - realistisch betrachtet ist aber zu erwarten, dass der Staat hier nicht wirklich besser agiert, als das, was sonst in der Wirtschaft auch üblich ist.
    Und: Die von dir eingeforderte Kontrolle ist nicht für Umme zu haben. Nicht nur dass sie hohe Kosten generiert - sie kostet vor allem auch Zeit.
    Kontrolle führt nicht zwingend zu mehr Effizienz - und Ganzheitlich damit auch nicht zu geringeren Kosten.


    Klar - auch ich bin der Meinung, dass viele Steuermilliarden ganz anders ausgegeben werden sollten....das größte Problem dabei ist aber, dass 80 Millionen Bundesbürger sich nicht einig sind, wie und wofür.....
    Was die einen für notwendig halten, das ist für die anderen Verschwendung.


    Nimmt unser Staat zu viel ein? Oder doch zu wenig? Was wäre richtig?


    Und ja - erst mal Danke dafür, dass du versucht hast, in dieser schwierigen Materie sachlich zu antworten.
    Ich bin kein Fan der 144-Zeichen-Wahrheiten.....schon gar nicht im Steuersystem, welches real mehrere 10.000 Seiten allein nur für die zugehörigen Gesetze hat.

  • Dein Appell, die Steuerverschwendung anzugehen, kann ich gut nachvollziehen, halte es aber für weltfremd, tatsächlich zu erwarten, dass es dazu kommt. .................................


    Allein eine materielle Verantwortlichkeit für Politiker und Beamte, Staatsbedienstete würde erheblich dazu beitragen, dass diese ihre Entscheidungen sorgfältiger hinterfragen. Dazu brauchte es keiner erneuten Kontrollorgane, die Rechnungshöfe und Staatsanwälte genügen. Wenn Merkel z.B. für die Schäden beim Hamburger Gipfel, die absehbar waren, persönlich haftbar gemacht würde, könnte sie bis zum Ende ihrer Tage mit Hartz IV Einkommen auskommen müssen. Solche Ãœberlegungen hätten bewirkt, dass in einem sozialen Brennpunkt mit Sicherheit kein "Gipfel" stattgefunden hätte.

  • Und wer genau ist dieser STAAT?
    Solange wir Staatsbürger im Rahmen unseres Grundgesetzes nicht unserer Bürgerpflicht nachkommen, und durch die Wahlen für eine bessere Politik sorgen, können wir uns doch wohl kaum herausreden.........................!


    Das ist soweit alles richtig, was Du schreibst, nur erlaubt eben unser Wahlsystem und das Parteiengesetz, das geklüngelt und manipuliert wird, unser Bildungssystem schult nicht das Denken, sondern kreiert vorwiegend Fachidioten, die durchaus manipulierbar sind, die sich wenig um die Zusammenhänge der Politik kümmern, geschweige denn die Verflechtungen der Macht durchschauen. Es ist kein Wunder, wenn seit Jahrzehnten die fast gleichen Politikertypen gewählt werden. Politiker haben zwar selten ein positives Image, gewählt werden sie dennoch. Zuerst wäre es erforderlich, dass es bei Wahlen keine Listenplätze geben dürfte. Dann müsste es Möglichkeiten geben, Politiker, die Ihre Wahlmandate nicht im Interesse der Wähler wahrnehmen, abzuwählen, auch in der Legislaturperiode. Und einen Fraktionszwang dürfte es auch nicht geben! Und vor Wahlen dürften keine Wahlprognosen veröffentlicht werden, denn die nehmen der Opposition die Chancen, niemand wählt Parteien, die lt. Prognose unter die 5-Prozent Klausel fallen.

  • […] Außerdem sollten Politiker sich nicht so oft samt Gefolge durch die Gegend fahren lassen, sondern auf moderne Technologie (Videokonferenzen) setzen. […]

    Bürgernähe zeigte so ein Politiker nicht gerade, wenn er sich so völlig in Plenarsaal, Ausschüsse oder Videokonferenzen zurückzöge…

    […] Der Bundestag sollte verkleinert statt immer weiter ausgedehnt werden. […]

    Die Frage ist, ob so ein kostenminimierendes Ein-Mann-Parlament wirklich noch die vielfältigen Bürgerinteressen zu repräsentieren imstande wäre.

    […] Bürokratiemonster wie das Arbeitsamt sollten abgeschafft und durch simple Online-Suchportale ersetzt werden. […]

    Und diese Onlineportale, meinst Du, wären imstande, Arbeitslosen die Unterstützung zu gewähren bzw. zu zahlen? Was ist mit Arbeitslosen, die Vermittlungshemmnisse aufweisen? Was mit jenen, die ohnehin bei mehreren Behörden Anträge zu stellen gezwungen sind, weil beispielsweise deren ALG-1-Anspruch unterhalb des ALG-2-Regelsatzes liegt? Ãœbrigens: Arbeitsämter gibt's ohnehin seit Jahren nicht mehr - und die Bürokratie ist zum größten Teil dem Gesetzgeber zu verdanken.

    […] Die Einkommensteuererklärung müsste radikal vereinfacht werden. Ich würde alle Absetzmöglichkeiten streichen, was eher Ärmeren zugute käme, da diese weniger abzusetzen haben, den dadurch erzielten staatlichen Gewinn würde ich für Steuersenkungen einsetzen. […]

    Das Steuerwesen ist deswegen hier in Deutschland überdurchschnittlich kompliziert, um gewissen Ungerechtigkeiten vorzubeugen… der Freiberufler braucht schon diese Abschreibungsmöglichkeiten seiner beruflichen Aufwendungen, die wiederum seine privates Einkünfte mindern… auch Rentner bzw. Pensionäre unterliegen ja erheblichen gesetzlichen Abzügen, die nochmals zu versteuern ungerecht wäre. Eine pauschale "Vereinfachung" des Steuerrechts würde manch einen um seine Existenz bringen - und ich spreche hier nicht hauptsächlich von Steuerberatern/Steuerfachgehilfen/Finanzbeamten…