Es darf nicht jedermann streiken

  • https://www.juris.de/jportal/p…hten%2Fzeigenachricht.jsp
    Ein niedergelassener Kassenarzt darf nicht während der Sprechstunden seine Praxis abschließen, um zu streiken. Auch nicht nach Vorankündigung. So das Bundessozialgericht in Kassel.
    Weil ein Arzt seine Vergütung mit seiner Selbstverwaltung aushandeln muss. Wenn diese Selbstverwaltung nicht für eine angemessene Vergütung sorgt, darf ein selbständiger Arzt also nicht streiken, sondern muss Schiedsgerichte anrufen, die aus Kassen und Kassenärztlicher Vereinigung bestehen.. Dieses Konstrukt aus Selbstverwaltung und selbständiger Arbeit am Patienten funktioniert nur solange, wie angemessen vergütet wird. Dass bei Nichtfunktionieren ein selbständiger Arzt nicht frei ist, weil er von den Kassen bezahlt wird und nicht streiken darf, wie jeder von uns und auch angestellte Ärzte in den Zentren und Krankenhäusern dies sehr wohl dürfen, habe ich nicht gewusst.
    Der Kläger will vor unser Verfassungsgericht ziehen und vor den europäischen Gerichtshof.


    Frdl. Grüße
    Christiane

  • Ich halte dieses Urteil für falsch, sowie diese Limitierung schon lange für einen Fehler innerhalb dieses Systems. Niedergelassene Ärzte dünnen ohnehin mehr und mehr aus, wenn es keine ausgesucht nachgefragten besonderen Disziplinen mit einer Praxis in Großstädten-Mitte sind.

  • Was bedeutet es?



    Der Qualifikation, dem Aufwand, dem Risiko (sowohl medizinisch als auch unternehmerisch) entsprechend. Ein Kassenarzt hat keinen Anspruch auf eine angemessene Vergütung. Lt. Rechtsprechung Bundessozialgericht hat ein Kassenarzt lediglich Anspruch auf einen angemessenen Anteil an der Gesamtvergütung. Soll heißen, er ist abhängig, ob unsere gesetzlichen Krankenkassen genügend überweisen. Die haben eigene Interessen und Patient und Arzt „spüren“ es deutlich.


    Frdl. Grüße
    Christiane

  • Der Qualifikation, dem Aufwand, dem Risiko (sowohl medizinisch als auch unternehmerisch) entsprechend. Ein Kassenarzt hat keinen Anspruch auf eine angemessene Vergütung. Lt. Rechtsprechung Bundessozialgericht hat ein Kassenarzt lediglich Anspruch auf einen angemessenen Anteil an der Gesamtvergütung. Soll heißen, er ist abhängig, ob unsere gesetzlichen Krankenkassen genügend überweisen. Die haben eigene Interessen und Patient und Arzt „spüren“ es deutlich.


    Frdl. Grüße
    Christiane


    Ob es ratsam sei, das Adjektiv "angemessen" unter heranziehung desselbigen Adjektivs "angemessen" zu erklären, das wäre zu hinterfragen, da sich hierdurh die Erklärung aufhebt ("kalt ist es dann, wenn es kalt ist").


    Es sagt nichts aus, weder in diesem noch sonstigen Zusammenhang, da es je nach Betrachtung ausgelegt wird/würde.


    Bevor ich meine Frage stellte warf ich einen Blick auf Synonyme, und da es hier ums bezahlen geht, auf diese:


    Bedeutung: bezahlbar [a]
    angemessen, erschwinglich, preisgünstig, preiswert, billig, geordnet, mäßig, ordentlich, sicher, solid, zivil

    Einmal editiert, zuletzt von Nachbar () aus folgendem Grund: Tastatur verselbständigte sich: Synnonyme > Synonyme

  • Wir scheinen, schon am am Recht dazu, zu scheitern.


    Frdl. Grüße
    Christiane


    Deutschland gehoert zu den "streikaermeren" Laender. Was ich ganz vermisse, das Recht fuer politische Streiks. Der Politik Signale zu senden hilft, wenn auch die Streiks nur von kurzer Dauer sind.
    Nur bei dem Drang zur Solidaritaet in Deutschland? Streiks gelten doch meist nur persönlichen Vorteilen. Die vielen Einzelgewerkschaften sprechen Baende. In Deutschland bedeutet doch Streik oft Kampf zwischen Gewerkschaften um Mitglieder zu ziehen. Aber Solidaritaet? Wer in Deutschland den Hintern im Trockenen hat wuerde wohl kaum fuer sozial schwaecher Gestellte streiken.

  • […] Ein niedergelassener Kassenarzt darf nicht während der Sprechstunden seine Praxis abschließen, um zu streiken. […]

    Logisch. Erstens ist auch ein Kassenarzt kein Angestellter der Krankenkasse, zweitens zählt zu seinen vertraglichen Verpflichtungen die Sicherstellung der medizinischen Versorgung der pflichtversicherten Bevölkerung. Wo ist jetzt das Problem?

  • Zwei der drei Hausärzte meines Heimatdorfes, in Gemeinschaftspraxis,
    schließen häufiger ihre Praxis für ein oder zwei Tage,
    um zu einer Hausärztedemo zu gehen. Sie kündigten das auch meist so an.

  • Logisch. Erstens ist auch ein Kassenarzt kein Angestellter der Krankenkasse, zweitens zählt zu seinen vertraglichen Verpflichtungen die Sicherstellung der medizinischen Versorgung der pflichtversicherten Bevölkerung. Wo ist jetzt das Problem?


    Unter anderem dort, wo niedergelassene Ärzte z. B. bereits Anfang Oktober ihre vergütungsgesicherte Grenze ihrer Bezüge über ein willkürlich darüber installiertes Punktekonto per anno erreicht haben und folglich im letzten Quartal umsonst arbeiten sollen. Was sie fast alle auch zähneknirschend tun, um ihre notdürftigen Patienten nicht im Stich lassen zu müssen. Dieses Vergütungssystem ist bereits in seinen Strukturen insuffizient konstruiert. Ein wesentlicher Grund auch, weshalb es immer weniger Hausärzte insbesondere in den ländlichen Regionen gibt. Hausgemachtes Problem.

  • In einer Welt wie dieser erwarte ich von jedermann, jederfrau Streik!


    So sehr ich deine Erwartung teile, die deutschen Gartenzwerge sind darauf abgerichtet viel Stinkeauto zu fahren
    dafür im Rest ihres Lebens das Radfahrprinzip anzuwenden,: Nach oben buckeln, nach unten bzw. zur Seite treten.
    Viele lassen sich im Lohn drücken, maulen schlimmstenfalls innerlich und versuchen ihren Verlust dadurch zu kompensieren
    indem sie billigst einkaufen, was bedeutet, dass deswegen andere noch ärmere Schweine noch massiver ausgebeutet werden müssen.


    Streiken Fehlanzeige.


    Nicht mal zur der Erkenntnis, dass er satt verarscht wird, ist der normal deutsche Gartenzwerg fähig,
    die dumme Merkelmuss lässt immer noch erzählen dass es allen angeblich gut gehen würde
    ohne dass ihr deswegen die Gülle hektorliterweise in ihre dumme Fresse geschleudert wird.


  • Leider, doch ist es die korrekte Wiedergabe des Alltäglichen,wie der hochaktuelle Artikel unterstreicht:



    Jeder Zehnte bekommt in Deutschland Sozialhilfe
    28.11.2016
    https://www.neues-deutschland.…tschland-sozialhilfe.html

    Zitat

    Zahl der Leistungsbezieher hat sich auf rund 975.000 verdreifacht / Jeder dritte Erwerbslose kann sich Dinge des täglichen Lebens nicht leisten

  • Das ist ja ein seltsames Zahlendurcheinander:

    […] Jeder Zehnte bekommt in Deutschland Sozialhilfe
    28.11.2016 Zahl der Leistungsbezieher hat sich auf rund 975.000 verdreifacht / Jeder dritte Erwerbslose kann sich Dinge des täglichen Lebens nicht leisten […]

    Wenn sich die Zahl der Leistungsbezieher auf 975.000 verdreifacht hat, können's vorher blo 325.000 gewesen sein… und wenn jeder Zehnte Sozialhilfe bezieht (Sozialhilfe ist eben kein Arbeitslosengeld). müsste erst einmal die Basis genannt werden - jeder zehnte Bundesbürger? Dann wären's über 8 Millionen… und wenn jeder dritte Erwerbslose sich die Dinge des täglichen Lebens nicht leisten können, dann sind's immerhin noch zwei von drei Erwerbslosen, die damit keine Probleme zu haben scheinen.

  • Das ist ja ein seltsames Zahlendurcheinander: Wenn sich die Zahl der Leistungsbezieher auf 975.000 verdreifacht hat, können's vorher blo 325.000 gewesen sein… und wenn jeder Zehnte Sozialhilfe bezieht (Sozialhilfe ist eben kein Arbeitslosengeld). müsste erst einmal die Basis genannt werden - jeder zehnte Bundesbürger? Dann wären's über 8 Millionen… und wenn jeder dritte Erwerbslose sich die Dinge des täglichen Lebens nicht leisten können, dann sind's immerhin noch zwei von drei Erwerbslosen, die damit keine Probleme zu haben scheinen.


    Ich habe nur einen Artikel eingepflegt, SIE sind jedoch der Meinung, dass es "nicht so schlimm sein könne".


    Bitte, Reden beeindrucken nicht.
    Leben Sie einfach so, wie diese in Armut Lebenden, und berichten Sie darüber.


    Ein Hinweis zusätzlich für den Interessierten:


    Laut der angesehenen Wochenzeitung "Zeit" vom 22.11.2016 stieg der Anteil derer von Armut bedrohten Mitbürger, ausgehend vom Indexjahr, auf ca. 176%.


    Vergleichszeitraum wären die 10 Jahre rückwirkend:


    Anstieg des Armutsrisikos ...


    • für Vollzeitbeschäftigte im Vergleich zu 2006 von 4 auf 7,1 Prozent
    • bei Teilzeitbeschäftigten liegt es doppelt so hoch und zwar bei 14,5 Prozent
    • am höchsten ist demnach das Risiko für befristet Beschäftigte: Fast ein Fünftel – 18,1 Prozent


    Inzwischen soll es auch Untersuchungen über die Lebensdauer hierzu geben: Lebenserwartung ca. 10 Jahre weniger.

    Einmal editiert, zuletzt von Nachbar ()

  • Zehn was weniger? Zehn Jahre? Zehn Prozent der statistisch durchschnittlichen Lebenserwartung?


    Danke für den Hinweis, mein Post wurde um die irrtümlich ausgelassene Angabe korrigiert.
    Hierüber erfolgen die Angaben jedoch in Jahren, in Prozenten habe ich es noch nirgends gelesen.

  • Logisch. Erstens ist auch ein Kassenarzt kein Angestellter der Krankenkasse, zweitens zählt zu seinen vertraglichen Verpflichtungen die Sicherstellung der medizinischen Versorgung der pflichtversicherten Bevölkerung. Wo ist jetzt das Problem?


    Na, in erster Linie dahingehend, dass Patient = gesetzlich Versicherter nicht versteht, dass bzw. warum niedergelassener Vertragsarzt „verärgert“ ist und sich, wenn vielleicht noch nicht umgehend körperlich, aber doch innerlich vom Vertrauensverhältnis Arzt – Patient verabschiedet. Wird spätestens wenn die sogen. geburtenstarken Jahrgänge alt sind und oft auf der ärztlichen Fußmatte stehen müssen ein arges Problem. Dann dürfen wir relative Unabhängigkeit teuer bezahlen, neben unseren Pflichtbeiträgen, meine ich.
    Ein Streik warnt und zeigt auf und gibt uns Gelegenheit, zu unterstützen oder eben auch nicht.


    Frdl. Grüße
    Christiane