Was ist Moral?

  • Moral ist das Gegenteil vom Zweck, der die Mittel heiligt. Der wichtigere Begriff hinter diesen Gegensätzen lautet Verantwortung.
    So kann moralisches Handeln unverantwortlich sein. Zweifelhafte Mittel können aber auch einem verantwortungsvollen Zweck dienen.

  • Vermutlich kommt es darauf an wie man Verantwortung definiert.
    Kannst Du ein Beispiel für Deine These nennen?


    Für das erste denke ich an Themen wie "Patientenverfügung", "Organspende", immer dort, wo Entscheidungen eines Individuums nicht mehr widerrufbar sind. ZB ein naher Verwandter ist hirntot und hat einen Organspendeausweis, gelangt aber in die Hände eines Arztes, der möglicherweise in den illegalen Organhandel verstrickt ist.
    Für das zweite denke ich zum Beispiel an Attentate auf Hitler, durchaus zweifelhafte Mittel aber für einen verantwortungsvollen Zweck.

  • Was ist eigentlich Moral?


    Moral ist in vielen Fällen ein theoretisches Fundament zur Erhöhung der Durchsetzungsfähigkeit der Interessen der gesellschaftlich dominierenden Schicht.

  • Moral ist eine zeit- und ortsbedingte Sichtweise zur Beurteilung menschlichen Handelns!


    Es gibt also Deines Erachtens keine universelle Moral, d.h. nichts, was einem "weltweiten" Anspruch genügen würde
    bzw. unabhängig von lokaler und epochaler Zuordnung die Mehrheit der Menschheit teilt(e)?

  • Moral ist eine zeit- und ortsbedingte Sichtweise zur Beurteilung menschlichen Handelns!

    Es wäre noch der Nachweis zu erbringen, inwieweit Moral von der geo- oder topographischen Lage und Gestaltung des Lebensumfeldes abhängt; moralische Idealvorstellung sind ja zumeist eher eine von Philosophen erdachte oder auch von Theologen vorgegebene Richtschnur sittlichen Empfindens, die das menschliche Miteinander erträglicher machen soll; der sich daraus ergebende Wertekanon wird dennoch im Alltagsleben zumeist recht leger ausgelegt. Moral, könnte man sagen, ist die Anwendung gegenseitiger Wertschätzung und Achtung - und wie sich zeigt, handeln die Menschen zumeist, als hielten sie diese gesellschaftlich doch anerkannten Moralvorstellungen doch stets für überschätzt…

  • Vielleicht ist Moral am Ende nicht viel mehr als der Zeigefinger, mit dem der Mensch auf andere zeigt.

  • Es gibt also Deines Erachtens keine universelle Moral, d.h. nichts, was einem "weltweiten" Anspruch genügen würde bzw. unabhängig von lokaler und epochaler Zuordnung die Mehrheit der Menschheit teilt(e)?


    Da das Leben von Menschen weltweit viel weniger Unterschiede aufweist, als üblich gedacht wird, gibt es auch Grundzüge moralischen Verhaltens und Denkens, wo durchaus weltweit ähnliche Vorstellungen vorherrschen, z.B. bei Inzestverbot, bei Tötungstabus, Achtung vor dem Leben etc.

  • Eine taugliche Basis für Moral - abseits religiöser und zeitgeistiger Dogmen - ist der kategorische Imperativ.

  • Eine taugliche Basis für Moral - abseits religiöser und zeitgeistiger Dogmen - ist der kategorische Imperativ.



    Das Fressen kommt vor der Moral.
    Das wusste schon der Immanuel,
    als er seine Metaphysik relativierte,
    nachdem sie den kirchlichen Moralhütern
    nicht sehr genehm war.

  • Ihre eigene Positionierung steht Ihnen im Sinne des KI frei.
    Was nichts daran ändert, vielmehr unterstützt, dass der KI inhaltlich eine gute Richtschnur ist.

    2 Mal editiert, zuletzt von A3243 ()

  • Moral,…Sitten, Gebräuche, Wertevorstellungen, temporär begrenzt, subjektiv begrenzt und dem ständigem Wandel unterworfen. Sinnlose Debatte. Moralitäten sind subjektive, vergängliche Momentaufnahmen. Auch der KI Kants löst das nicht auf.


    Menschen sind anders. Die meisten sind jeweils anders.

  • Da ist ein Gynäkologe nicht bereit, Abtreibungen nach der „Beratungslösung“ (es geht ihm nur darum) vorzunehmen. Er ist mit dieser Einstellung engagiert worden und hat auch diese Einstellung auf seine Abteilung übertragen. Die Klinikleitung hat sich damit einverstanden erklärt.
    https://www.landeszeitung.de/b…chefarzt-verlaesst-klinik
    Nach der öffentlichen Empörung trennt man sich im beiderseitigen Einverständnis und die Klinik bietet wieder brav den „Service“ an. Die Landesregierung hat finanziellen Druck auf die Privatklinik ausgeübt.
    http://www.ndr.de/nachrichten/…an-Klinik-,klinik330.html
    Ich meine, das Thema passt zu Herrn Kant wie so schnell kein zweites. Vom Einzelschicksal, vom Selbstanspruch, zur Selbstbestimmung des Einzelnen über die Beeinflussung durch die „Regierung“ zum (hier in diesem Fall nur gefühlten) Gesetz.
    Der finanzielle Mangel bzw. der finanzielle Druck hebelt Herrn Kant aus.


    Frdl. Grüße
    Christiane