Vizeweltmeister bei den Abgaben

  • Es steht dir frei, in ein dir genehmes Land auszuwandern.


    Es soll tatsächlich Länder geben die sich so einer Solidargemeinschaft entsagen.


    Sie brauchen als Raucher einen Stent ? Dann bitte die 17 Mille für die OP direkt auf den Tisch.


    Frühchen ? Herzlichen Glückwunsch. Was, sie haben keine 130-140 tsd. für die überlebenswichtige Behandlung ? Ja, dann suchen Sie sich einen der Pappkartons aus....

  • Man kommt nicht mal mit einem Bruttogehalt von 120.000€/anno auf eine Belastung von über 50%. […]

    Gefühlt ist es immer die Hälfte, die futsch ist, bevor man an den frei verfügbaren Teil seines Einkommens gelangt… deswegen freut sich seit den 80er Jahren (-> Ära Kohl) die Presse, uns kurz vor Herbstanfang auf den Titelseiten ihrer Erzeugnisse mitzuteilen, dass erst jetzt der Teil des Jahr beginne, an dem man von seinem Geld selbst 'was habe… darin, zu wenig vom Einkommen frei verfügbar zu haben, darf sich Otto Spitzenverdiener mit Otto Geringverdiener "solidarisch" fühlen…

  • Man kommt nicht mal mit einem Bruttogehalt von 120.000€/anno auf eine Belastung von über 50%. Jammern auf höchstem Niveau. Und wenn man privat versichert ist, was ja wohl in dieser Gehaltsklasse die meisten sein dürften, nicht mal auf 45%.


    Das ist erst mal richtig, doch bezieht es sich nur auf die Einkommenssteuer. Umsatzsteuern, sonstige Verbrauchssteuern, Energiesteuern etc. kommen drauf. Wer privat versichert ist, zahlt nochmals rund 8000 Euro/pro Kopf im Jahr, wenn er einen vernünftigen Versicherungsschutz haben will. Hinzu kommt dann noch die private Rentenversicherung mit etwa 12 000 Euro pro Kopf/a. Und geht mit der freiberuflichen oder unternehmerischen Tätigkeit was schief, landet man in der Sozialhilfe, unabhängig davon, ob man zuvor Millionen Euro Steuern gezahlt hat.

  • ... dass erst jetzt der Teil des Jahr beginne, an dem man von seinem Geld selbst 'was habe… darin, zu wenig vom Einkommen frei verfügbar zu haben, darf sich Otto Spitzenverdiener mit Otto Geringverdiener "solidarisch" fühlen…


    Was ja nun nichts daran ändert, dass es so ist. Genau so wie es wohl Fakt ist, dass laufend darüber geredet wird, wo und wie man den Bürger noch ein bisschen schröpfen kann - anstatt regelmäßig auch mal eine Kritik der Ausgabenseite durchzuführen. Da schreit dann sofort die Lobby auf. Von wegen alternativlos und so.

  • Das ist erst mal richtig, doch bezieht es sich nur auf die Einkommenssteuer. Umsatzsteuern, sonstige Verbrauchssteuern, Energiesteuern etc. kommen drauf. Wer privat versichert ist, zahlt nochmals rund 8000 Euro/pro Kopf im Jahr, wenn er einen vernünftigen Versicherungsschutz haben will. Hinzu kommt dann noch die private Rentenversicherung mit etwa 12 000 Euro pro Kopf/a. Und geht mit der freiberuflichen oder unternehmerischen Tätigkeit was schief, landet man in der Sozialhilfe, unabhängig davon, ob man zuvor Millionen Euro Steuern gezahlt hat.


    Ja, ich leide richtig mit mit diesen Menschen, die über 120k Brutto verdienen. Die armen Schweine.


    Vor meinen OPs hatte ich jahrelang zwischen 130-150.000 Umsatz aus Dienstleistungen p/a, ich hab mich auch so richtig arm gefühlt. Mindestens ein Drittel unserer Lebenshaltungskosten lief übers Geschäft, das betraf die Autos, Versicherungen, ein Teil der Miete, versteuert wurde davon nicht mal die Hälfte.
    Wo ich dir absolut zustimme: Wer durch Schicksalsschläge wie z.B. Gesundheitsprobleme in Hartz IV rutscht, wie es auch mir 3 Jahre lang erging (nach über 30 Jahren ohne einen Tag arbeitslos gewesen zu sein), ist eine arme Sau. Das liegt aber eher an der miesen Ausgestaltung dieses Schandgesetzes, unzureichenden Schonvermögen und der Verfolgungsbürokratie.


    Ich kann über diejenigen, die mit über 100k brutto noch über Steuern und Abgaben jammern nur lachen.


    Zitat

    "Ich zahle gerne Steuern, denn damit kaufe ich mir Zivilisation."
    *Oliver Wendell Holm Jr., Richter am Obersten Gerichtshof und Republikaner


    Dieses Zitat ist 80 Jahre alt, stammt also aus einer Zeit, in der dieser Herr mit einem Spitzensteuersatz jenseits von 75% bedacht war.


  • Ich habe nur einen Fakt dargestellt, ohne den zu werten! Allerdings sehe ich es nicht als leistungsgerechte und leistungsfördernde Politik an, wenn heute jemand mit den 1,5 fachen Durchschnittseinkommen schon in den Bereich der höheren Steuerprogression der Einkommenssteuer kommt, während das zu Anfängen der BRD erst bei den 15 fachen Einkommen der Fall war.

  • Ich habe nur einen Fakt dargestellt, ohne den zu werten! Allerdings sehe ich es nicht als leistungsgerechte und leistungsfördernde Politik an, wenn heute jemand mit den 1,5 fachen Durchschnittseinkommen schon in den Bereich der höheren Steuerprogression der Einkommenssteuer kommt, während das zu Anfängen der BRD erst bei den 15 fachen Einkommen der Fall war.


    Und ich finde, dass man diese Zeiten einfach nicht vergleichen kann. Nur ein kleines Beispiel:


    Herzkrankheiten - damals starb man einfach dran. Heute gibt es künstliche Herzen, Transplantationen, Bypass-OPs, minimalinvasive Techniken, eine um den Faktor 1000 bessere Diagnostik.


    Irgendwer muss das halt bezahlen.

    Einmal editiert, zuletzt von Diogenes2100 ()

  • Und ich finde, dass man diese Zeiten einfach nicht vergleichen kann. Nur ein kleines Beispiel:


    Herzkrankheiten - damals starb man einfach dran. Heute gibt es künstliche Herzen, Transplantationen, Bypass-OPs, minimalinvasive Techniken, eine um den Faktor 1000 bessere Diagnostik.


    Irgendwer muss das halt bezahlen.


    Das wird nicht aus Steuern bezahlt, die Gesundheitssysteme könnten wesentlich effizienter finanziert werden, wenn man weniger Bürokratie hätte und den Pharmakonzernen ordentlich die Bilanzen kontrollieren würde, was allerdings eine weltweite Kooperation der Staaten voraussetzt. Zudem ist die Produktivität erheblich gestiegen und mindestens 50 % der Staatsbürokratie sind völlig überflüssig. Würden diese Fachkräfte produktiv eingesetzt, könnten alle in Luxus leben.

  • Und ich finde, dass man diese Zeiten einfach nicht vergleichen kann. Nur ein kleines Beispiel:


    Herzkrankheiten - damals starb man einfach dran. Heute gibt es künstliche Herzen, Transplantationen, Bypass-OPs, minimalinvasive Techniken, eine um den Faktor 1000 bessere Diagnostik.


    Irgendwer muss das halt bezahlen.


    Völlig unstrittig. Nach einem Narkosezwischenfall der Ehefrau habe ich für ein paar Intensivstation- Stunden rund 1000 Euro bezahlt. Zu Recht, natürlich! Eine Woche später kam Post: Sorry, wir haben noch was vergessen! Noch mal knapp 1000 Euro für ein Qualitätssicherungszentrum Herz bla irgendwas. Hallo??!! Und das ist auch nur ein einfaches Beispiel, dem ich noch weitere zufügen könnte.

  • ...Zudem ist die Produktivität erheblich gestiegen und mindestens 50 % der Staatsbürokratie sind völlig überflüssig. Würden diese Fachkräfte produktiv eingesetzt, könnten alle in Luxus leben.


    Das einzige, was beim weiteren Eindampfen der "überflüssigen Staatsbürokratie" passieren würde, wäre eine Erhöhung der Arbeitslosenzahl bei gleichzeitiger, weiterer Verschlechterung der Arbeitsbedingungen im öffentlichen Dienst.
    Wir sind schon jetzt ein Land mit extrem niedriger öffentlicher Beschäftigung. Selbst in den so kapitalistischen USA arbeiten mehr Menschen im öffentlichen Dienst.
    Was sollen da erst die Skandinavischen Länder machen, mit fast drei Mal so hoher öffentlicher Beschäftigung?

  • Das einzige, was beim weiteren Eindampfen der "überflüssigen Staatsbürokratie" passieren würde, wäre eine Erhöhung der Arbeitslosenzahl bei gleichzeitiger, weiterer Verschlechterung der Arbeitsbedingungen im öffentlichen Dienst.
    Wir sind schon jetzt ein Land mit extrem niedriger öffentlicher Beschäftigung. Selbst in den so kapitalistischen USA arbeiten mehr Menschen im öffentlichen Dienst.
    Was sollen da erst die Skandinavischen Länder machen, mit fast drei Mal so hoher öffentlicher Beschäftigung?



    Dann muss man sich auch nicht über eine sogenannte "Rentnerschwemme" aufregen, wenn eine Gesellschaft es nicht fertig bringt, die in ihr lebenden begabten Menschen im erwerbsfähigen Alter produktiv zu beschäftigen. Auch über zu wenig Wertschöpfung sollte man nicht sich beklagen, ebensowenig, dass zu wenig Geld da sei, um notwendige sinnvolle Projekte zu finanzieren. Es ist einfach Staatsversagen, politisches Versagen, wenn die Verantwortlichen ihren Aufgaben nicht gerecht werden, sowohl auf staatlicher , wie auch auf wirtschaftlicher Führungsebene!

  • Wir sind schon jetzt ein Land mit extrem niedriger öffentlicher Beschäftigung. Selbst in den so kapitalistischen USA arbeiten mehr Menschen im öffentlichen Dienst.
    Was sollen da erst die Skandinavischen Länder machen, mit fast drei Mal so hoher öffentlicher Beschäftigung?


    Das ist aber auch nur mit statistischen Taschenspielertricks so. Klar, wenn alle ausgegliederten GmbHs rausfallen....


    Im übrigen bin ich der Meinung, dass der Staat nur in einem eng begrenzten Rahmen als Arbeitgeber aufzutreten hat. Verwaltung, Polizei, Feuerwehr, Bildung etc. Und das nicht unter falscher Flagge.


  • Was sollen da erst die Skandinavischen Länder machen, mit fast drei Mal so hoher öffentlicher Beschäftigung?


    Es liegt noch mehr in oeffenticher Hand, Krankenhaeuser, Pflegeeinrichtungen, .......

  • Es liegt noch mehr in oeffenticher Hand, Krankenhaeuser, Pflegeeinrichtungen, .......


    Nun ist die öffentliche Hand nicht mit Staatsbürokratie identisch. Ich sehe sie unter produktiven Dienstleistungen eingeordnet, ebenso Grundlagenforschung, Bildungswesen oder Polizei, Müllabfuhr, Wasserwerke, Umweltschutz, Infrastruktur etc.

  • Nun ist die öffentliche Hand nicht mit Staatsbürokratie identisch. Ich sehe sie unter produktiven Dienstleistungen eingeordnet, ebenso Grundlagenforschung, Bildungswesen oder Polizei, Müllabfuhr, Wasserwerke, Umweltschutz, Infrastruktur etc.


    Dio hat von oeffentlicher Beschaeftigung allgemein geschrieben, nicht Verwaltung. Bei uns ist die Privatisierung noch lange nicht so weit wie in Deutschland, gluecklicherweise.