Marxismus

  • Gibt es jetzt nicht viel mehr grundbesitzende ossis als zur ddr-zeit?


    [Edit], es gab in der DDR fast keine privaten Grundbesitz und nur schlecht geführte Grundbücher. Das ändert nichts daran das die Masse und die Filetstücken an die Wessis gingen. Welcher Ossi hatte denn bis 1990 (außer Handwerkern) das Gedl dafür zusammen.


    [Edit: Ironie erschließt sich nicht immer jedem sofort. Das ist aber kein Grund, jemanden abzuwerten.]

    Einmal editiert, zuletzt von Müllers Esel ()

  • Gute frage! Welche ossis hatten den geld, häuser, datschen, westgeld, volvos, auslandsreisen etc?


    Wieder einmal das Beweis , das du keine Ahnung vom Leben in der Ex- DDR hast.
    Ich konnte mir keinen Bonzen-Volvo leisten ,aber schon einen gebrauchte Lada, Häuser gab es nicht zukaufen (Ausnahmen Eigenheime mit Kinderförderung jedoch ohne Eigentum von Grund und Boden. Ins Ausland Polen, CSSR , Ungarn und Bulgarien bin ich auch im Urlaub fahren (musst dafür wie heute auch sparen) . Datsche hatte ich nicht, da hätte ich auf Urlaub verzichten müssen.
    Westgeld ich hatte keine Verwandten und Wechselstuben gab es nicht.

  • .............. es gab in der DDR fast keine privaten Grundbesitz und nur schlecht geführte Grundbücher. ....................


    Das ist nachweislich falsch! Die DDR hat die Besitzverhältnisse an Grund und Boden nie aufgehoben, Ausnahme war die Bodenreform und die Enteignung der als Kriegsverbrecher eingestuften Personen. Das Bodenreformland ging in den Privatbesitz der "Neubauern" über. Die Grundbücher wurden exakt weitergeführt. In Erbschaftsfällen wurden alle möglichen Erben ermittelt und das Erbe exakt übertragen. Für Erben im Ausland wurde das Erbe verwaltet und die Pachtgebühren auf ein Sperrkonto nach Abzug von Steuern und Verwaltungskosten übertragen. Die Eigner konnten bei Reisen in die DDR darüber verfügen. Und mit dem überarbeiten Kataster nach der Mittelmaßstäblichen Standortkartierung war fast jeder Quadratmeter Grund und Boden sowie seine Nutzungsart erfasst.

  • Da staune ich aber: Verwandte von mir haben ein sehr schönes Jugendstil-Haus in Jena, das seit Urzeiten der Familie gehört hatte, das sie aber vor Jahren vom Staat "zurückkaufen konnten", und zwar nur deshalb, weil der Hausherr, anders als der Rest der Familie, ein Regimefreund war, ich weiß aber nicht, in welcher Art und welcher Position, jedenfalls "familiär intern umstitten". Dass man sein eigenes Haus zurückkaufen muss, ist irgendwie etwas seltsam.

  • Da staune ich aber: Verwandte von mir haben ein sehr schönes Jugendstil-Haus in Jena, das seit Urzeiten der Familie gehört hatte, das sie aber vor Jahren vom Staat "zurückkaufen konnten", und zwar nur deshalb, weil der Hausherr, anders als der Rest der Familie, ein Regimefreund war, ich weiß aber nicht, in welcher Art und welcher Position, jedenfalls "familiär intern umstitten". Dass man sein eigenes Haus zurückkaufen muss, ist irgendwie etwas seltsam.


    Du brauchst nicht staunen, das war in der DDR System (aber nur für treuen Bürger) und heute System wer das Geld hat.

  • Da staune ich aber: Verwandte von mir haben ein sehr schönes Jugendstil-Haus in Jena, das seit Urzeiten der Familie gehört hatte, das sie aber vor Jahren vom Staat "zurückkaufen konnten", und zwar nur deshalb, weil der Hausherr, anders als der Rest der Familie, ein Regimefreund war, ich weiß aber nicht, in welcher Art und welcher Position, jedenfalls "familiär intern umstitten". Dass man sein eigenes Haus zurückkaufen muss, ist irgendwie etwas seltsam.


    Wenn der Einzelfall rechtlich umstritten war, müßte man die Details genau kennen, um ihn zu beurteilen. Enteignungen fanden i.d.R. bloß bei Kriegsverbrechern statt, andere wurden nach geltendem Recht entschädigt, die Bodenreform betraf Großgrundbesitzer und Großbauern, insbesondere, wenn sie mit dem Regime des Dritten Reiches kollaboriert hatten.

  • Wenn der Einzelfall rechtlich umstritten war, müßte man die Details genau kennen, um ihn zu beurteilen. Enteignungen fanden i.d.R. bloß bei Kriegsverbrechern statt, andere wurden nach geltendem Recht entschädigt, die Bodenreform betraf Großgrundbesitzer und Großbauern, insbesondere, wenn sie mit dem Regime des Dritten Reiches kollaboriert hatten.


    Es gab aber auch den indirekten Zwang. Es gab Eigentümer besonders von Bürgerhäusern die erhielten zur Werterhaltung keine Baumaterial und am Ende verschenkten sie die Häuser an den Staatn
    Oder in der Höhe von Betrieben gab es da das Jahr 1972 als alles bisherigen Unternehmer gezwungen wurde zuzustimmen sich auf die staatliche Beteiligung (51 %) mit geringer Abfindung einzulassen. Es hat sich kaum einer geweigert und die meisten Inhaber wurde als Betriebsleiter beschäftigt.

  • Es gab aber auch den indirekten Zwang. Es gab Eigentümer besonders von Bürgerhäusern die erhielten zur Werterhaltung keine Baumaterial und am Ende verschenkten sie die Häuser an den Staatn
    Oder in der Höhe von Betrieben gab es da das Jahr 1972 als alles bisherigen Unternehmer gezwungen wurde zuzustimmen sich auf die staatliche Beteiligung (51 %) mit geringer Abfindung einzulassen. Es hat sich kaum einer geweigert und die meisten Inhaber wurde als Betriebsleiter beschäftigt.


    Wer in der DDR gelebt hat, weiss um die Unterschiede von Recht lt. Gesetzgebung und praktiziertem Recht. Auch um die Fehler in der Politik, die letztendlich zum Zusammenbruch des Systems geführt haben.

  • Wer in der DDR gelebt hat, weiss um die Unterschiede von Recht lt. Gesetzgebung und praktiziertem Recht. Auch um die Fehler in der Politik, die letztendlich zum Zusammenbruch des Systems geführt haben.

    Dann lies bitte unter diesem Blickwinkel Deinen Beitrag 204 noch einmal.

  • Wer in der DDR gelebt hat, weiss um die Unterschiede von Recht lt. Gesetzgebung und praktiziertem Recht. Auch um die Fehler in der Politik, die letztendlich zum Zusammenbruch des Systems geführt haben.


    Das könnte ich glatt unterschreiben.


    Gruß
    Verbalwalze

  • Dann lies bitte unter diesem Blickwinkel Deinen Beitrag 204 noch einmal.


    Daran ist nichts falsch. Einzelfälle sind nicht geeignet das Gesamtbild in der Rechtspraxis zu beurteilen. Wer heute in der BRD nicht genügend Geld vorhalten kann, um sich durch die Instanzen zu klagen, eventuell bis zum EUGH, der hat auch wenig Chancen zu seinem Recht zu kommen.

  • Wer in der DDR gelebt hat, weiss um die Unterschiede von Recht lt. Gesetzgebung und praktiziertem Recht. Auch um die Fehler in der Politik, die letztendlich zum Zusammenbruch des Systems geführt haben.


    Ich erkenne aber auch heute Unterschiede zwischen Recht und Gerechtigkeit !