Arbeitszeiten: fest oder flexibel?

  • Welches Arbeitszeitmodell hättet Ihr am liebsten? 0

    1. Vollzeit mit täglich festen Arbeitszeiten (0) 0%
    2. Teilzeit mit täglich festen Arbeitszeiten (0) 0%
    3. Vollzeit mit wöchentlicher Höchstarbeitszeit (0) 0%
    4. Teilzeit mit wöchentlicher Höchstarbeitszeit (0) 0%
    5. flexibel (Schichtdienst, Rufbereitschaft u.ä.) (0) 0%
    6. anderes Modell (bitte im Thread begründen) (0) 0%

    Bei Arbeitgeberverbänden mehren sich schon länger die Stimmen nach einer Flexibilisierung von Arbeitszeiten.
    Bisherige Arbeitszeiten seien zu starr, monieren sie, allen voran die DEHOGA als Interessenvertretung von Gastronomen und Hoteliers. Zwar können gerade Hotel- und Gastrobetriebe sich wohl kaum über sowieso schon gelockerte Arbeitszeitbestimmungen und mangelnden Einsatzwillen ihrer Beschäftigten beklagen, aber ginge es nach ihnen, gäbe es nur noch eine wöchentliche statt einer täglichen Höchstarbeitszeit.
    https://www.ahgz.de/news/arbei…itszeit,200012238259.html


    Angestellte sind angesichts der Realität wenig begeistert:
    http://www.spiegel.de/wirtscha…zeitgesetz-a-1014225.html


    Neu angestoßen hat die Debatte jetzt Christoph Schmidt, Vorsitzender der Wirtschaftsweisen:

    Zitat

    [FONT=&amp]Feste Bürozeiten von neun bis fünf und mit dem Verlassen des Büros ist auch wirklich Feierabend: Diese Arbeitswelt stimme nicht mehr mit der Realität einer zunehmend digitalen und vernetzten Wirtschaft überein, sagt der Vorsitzende der Wirtschaftsweisen, Christoph Schmidt. Firmen müssten im digitalisierten Wettbewerb agil sein und schnell ihre Teams zusammenrufen können, sagte der Ökonom, der das Beratergremium der Bundesregierung leitet, [/FONT]der Welt am Sonntag[FONT=&amp]. "Die Vorstellung, dass man morgens im Büro den Arbeitstag beginnt und mit dem Verlassen der Firma beendet, ist veraltet."
    [/FONT]
    [FONT=&amp]Zwar habe sich der deutsche Arbeitnehmerschutz bewährt, in der digitalisierten Welt sei er aber in Teilen zu starr, sagte Schmidt. "So brauchen Unternehmen beispielsweise Sicherheit, dass sie nicht gesetzwidrig handeln, wenn ein Angestellter abends noch an einer Telefonkonferenz teilnimmt und dann morgens beim Frühstück seine Mails liest." Das würde nicht nur den Firmen helfen, sondern auch den Mitarbeitern, die mit der digitalen Technik flexibler arbeiten könnten. [/FONT]


    Weiterlesen: http://www.sueddeutsche.de/wir…en-tag-veraltet-1.3745642
    http://www.spiegel.de/karriere…ht-stunden-a-1177741.html


    Schmidt sagt zwar auch, es gehe nicht um eine verdeckte Ausweitung von Arbeitszeiten, aber Gewerkschaften befürchten genau das - und für meine Begriffe zu Recht.


    Wie seht Ihr das? Und welches Arbeitszeitmodell würdet Ihr bevorzugen, gesetzt den Fall, Ihr hättet die Wahl? Für diejenigen, die das aus verschiedenen Gründen nicht (mehr) betrifft: wie hättet Ihr es Euch gewünscht?

    4 Mal editiert, zuletzt von A0067 () aus folgendem Grund: Links eingefügt

  • ......


    Schmidt sagt zwar auch, es gehe nicht um eine verdeckte Ausweitung von Arbeitszeiten, aber Gewerkschaften befürchten genau das - und für meine Begriffe zu Recht.


    Wie seht Ihr das? Und welches Arbeitszeimodell würdet Ihr bevorzugen, gesetzt den Fall, Ihr hättet die Wahl? Für diejenigen, die das aus verschiedenen Gründen nicht (mehr) betrifft: wie hättet Ihr es Euch gewünscht?


    Ich bin da mit mir selbst nicht ganz einig. Gut organisiert kann eine flexible Arbeitszeit etws positives sein, weil man privates mit dienstlichem individuell gestalten kann.


    Andererseits ist zu erwarten, dass solche Konstrukte von den AG's schamlos ausgenutzt werden.


    Just in Time...das ist für mich, als Logistiker kein Fremdwort. Mehr als drei Jahre hatte ich tagsüber den Nahverkehr und Nachts den Fernverkehr koordiniert. Hat meine Beziehung fast geschreddert, weil nächtliches vibrieren des Telefons nicht nur mich, sondern auch meine Holde weckte.


    Nie wieder!


    Klar ist "just in time" immer ein Garant für gute Preise und damit verbunden auch gute Verdienste. Nur sind die privaten Konsequenzen meist drastischer, als die Vergütung.


    Eien Flexibilisierung kann nur in Absprache und Ãœbereinkunft mit dem AN statt finden. Wenn es aber eine Einseitigkeit zu Lasten des ANs gibt, dann geht das Ding in die Hose! ...früher oder später.


    Die aktuelle Forderung geht mir zu sehr in die falsche Richtung, weil sie ohne den AN selbst definiert wird.
    Selbst bin ich ein Fan der individuellen Regelungen. Sie müssen aber immer den aktuellen Anforderungen des ANs enntsprechen und nicht den Anforderungen des AGs.


    Ein NoGo ist für mich der Urlaub. Wer sich in einem solchen befindet, der sollte sich nicht mit seinem Job befassen, denn dann ist das Prinzip des Urlaubs hinfällig. Ständige Erreichbarkeit schafft Stress. Dieser ist selten von Vorteil für die Betroffenen.
    Und wenn allein der Profit solche Verhältnisse fördert, sollte man eh vorsichtig sein, was Veränderungen angeht.


    Job und Privatleben sind selten einvernehmlich vereinbar. Abstriche sollte jeder mit sich selbst und denen, die einem umgeben, vereinbar sein. Wer sich hingibt, sollte sich allerdings nicht beschweren, wenn sein Privatleben den Bach runter geht.


    mfg

  • ...
    Wie seht Ihr das? Und welches Arbeitszeitmodell würdet Ihr bevorzugen, gesetzt den Fall, Ihr hättet die Wahl? ...


    Du hast noch ein Modell vergessen, welches ich schon etliche Jahre habe - Gleitzeit.
    Ich kann jederzeit einen Gleittag nehmen, wenn ich Zeit angesammelt habe. Ich muss mindestens 4 Stunden anwesend sein, wenn ich auflaufe und ich kann Samstags arbeiten um auf meine 40 Wochenstunden zu kommen. Ich muss die 40 Stunden aber nicht einhalten. Ich darf mit dem Stundenkonto nur nicht zu weit ins Minus oder ins Plus kommen. Da sind Grenzen eingezogen.


    Real arbeite ich Samstags so gut wie nie weil ich WE haben will. Ich mache das nur wenn es organisatorisch Sinn macht. Es gibt aber Leute die Samstags gerne kommen. Ich komme morgens früh, weil sonst der Parkplatz weg ist und gehe früh, damit ich noch was vom Tag habe. Natürlich würde das so wie ich das handhabe in der Gastronomie nicht akzeptiert werden. So etwas geht nur innerhalb eines ausreichend bestückten Teams. Ist das Team schlecht bestückt, dann wird Flexibilität ausgenutzt. Ich kenne die Verhältnisse in der Gastronomie, weil mein Vater so ein Geschäft betrieben hat. Ich wollte da nie arbeiten. Der schlechteste Tarif und die beschissensten Arbeitszeiten. Kein Anreiz für mich. Da muss man schon Idealist sein oder das einfach mögen.


    Diese Initiativen von Arbeitgeberverbänden und Wirtschaftswaisen wenn sie nicht Bofinger heißen betrachte ich mit äußerstem Misstrauen. Die Motivation dort ist immer und zu sagen wir mal 85% Arbeitnehmerrechte zu beschneiden und die Lebensumstände von Arbeitnehmern unsicherer und prekärer zu machen.

  • Sofern gewährleistet ist, dass jedes Telefonat außerhalb der Kernarbeitszeiten, das E-Mails checken (berufliche Mails) zu Hause, der Anruf des Chefs am Abend minutiös und immer als echte Arbeitszeit, besser als Mehrarbeit mit Zuschlag gewertet werden, wäre es ja für manche Sparten, die auf solche Flexibilität angewiesen sind, ok. Das steckt aber nicht hinter dem Ansinnen des Gehirnwaisen.

  • Ich darf in meinem Betrieb kommen und gehen wann und wie ich will - muss keine Schichtarbeit leisten. Als staatlich geprüfte "Eule" kommt mir diese Art von Arbeitszeit sehr entgegen. Menschen die früh aufstehen können, sollten auch entsprechend ihrer inneren Uhr arbeiten dürfen. Und solche wie ich, die erst ab 10:00 Uhr aufwachen, entsprechend später. Deshalb bin ich für flexible Arbeitszeiten, sodass jeder seinem Biorhytmus entsprechend arbeiten darf.


    Menschen mit Familie sollten allerdings weniger arbeiten dürfen, um mehr Zeit mit der Familie verbringen zu können. Weniger Urlaub, Feiertage und Freizeit bedeutet nicht automatisch auch mehr Produktivität (von Kreativität mal ganz zu schweigen). Eine Generation von verlorenen Kindern kann keine GEsellschaft gebrauchen. Das Thema "Schlüsselkinder" war schon zu meiner Schulzeit noch ein Thema. Das muss in Zeiten von Extremisten auch nicht sein.

  • Ich bin zwar selbstständig, kann aber auch nicht arbeiten, wann immer ich will. Es gibt Aufträge, für die ich die Nacht durcharbeiten muss, und an normalen Tagen muss ich dann parat sein, wenn meine Gesprächspartner auch da sind - glücklicherweise passen mir deren Zeiten sehr gut. Ich kann da also nicht mitreden, habe aber, als der Unternehmer sich vernehmen ließ, man müsse den Arbeitnehmer die gelegenheit einräumen, auch mehr zu arbeiten, als bislang erlaubt, um damit auch mehr zu verdienen, sofort daran gedacht, dass er die Sache mit dem Mehrverdienst à la longue nicht so ernstnehmen wird - immerhin wird schon jetzt in den Unternehmen, die ich kenne, geradezu davon ausgegangen, dass eine Arbeit durchgezogen wird, Zeit hin oder her.


    Ein Freund von mir, der in einem amerikanischen Unternehmen in London arbeitet, kann mehrmals im Monat homeoffice machen, es wird aber sehr genau darauf geachtet (was auch die Kollegen schon tun!), dass er wirklich daheim am Computer erreichbar ist und mit Geschäftspartnern kommuniziert.

  • Flexible Arbeitszeiten müssen aber auch mit den Ansprüchen der Geschäftspartner zusammen passen.
    Pauschal geht da schon mal gar nix.


    Dürfte aber logisch sein. Denn zB kann keiner der Fahrer unserer LKWs bestimmen oder sich aussuchen, wann er fahren will. Das sollte schon zu den Öffnungszeiten der Betriebe und Geschäfte sein. :wink5:


    Demzufolge kann sich der Disponent seine Zeiten nicht frei aussuchen, denn der ist ja an die Zeiten seiner Fahrer gebunden.


    Es gibt Bereiche, die sind für dieses Konstrukt nicht geeignet, weil zu viele in der Kette dieses Individualismus eingebunden sind und sich darauf einstellen müßten. Flexibilität kann dadurch auch ganz neue Probleme schaffen.


    Da, wo es geht, soll es auch gemacht werden. Geschäftszeiten der Unternehmen haben aber auch einen Sinn. Sie definieren die Zeit, in der ANs für ein Unternehmen ihre Arbeitskraft zur Verfügung stellen. Das generiert Zeiten, die ein Mensch in "privat" und "dienstlich" trennen kann und den daraus entstehende Rhythmus/Planungssicherheit. Auch das kann Vorteile für den AN haben.


    Und letztlich bedeutet Flexbilität auch Einschränkung. Ob nun für sich selbst oder für Geschäftspartner, hängt von der Organisation ab. Denn niemand kann zu solch Flexibilität gezwungen werden.

  • ...
    Es gibt Bereiche, die sind für dieses Konstrukt nicht geeignet, ...


    ...


    Flexibel kann also nur heißen - Kürzer !


    Das einzige was es bringt ist die 35 Stundenwoche bei vollem Lohnausgleich. Oder der Wechsel von 40/35 auf 25/15 und wieder zurück ohne beim Arbeitgeber betteln zu müssen, also einen Anspruch darauf von Teilzeit auf Vollzeit wechseln zu können, wenn es dem Arbeitnehmer passt. Die restlliche Flexibilität ist durch das Arbeitsumfeld bedingt. Manchmal geht viel, manchmal ist es recht starr.


  • Dürfte aber logisch sein. Denn zB kann keiner der Fahrer unserer LKWs bestimmen oder sich aussuchen, wann er fahren will. Das sollte schon zu den Öffnungszeiten der Betriebe und Geschäfte sein. :wink5:


    Auf lange Sicht erledigt sich das Thema: dann befahren die LKW Kunden voll autonom (Post wird dann per Drohne zugestellt).

  • Ich bin für möglichst kurze und möglichst flexible Arbeitszeiten bei möglichst viel "Home Office" (das schont auch die Umwelt). Mein bevorzugter "Arbeitsplatz" sieht so aus:




    Außerdem denke ich, dass wir angesichts zunehmender Automatisierung und Digitalisierung unbedingt vom auf lange Sicht gesehen unerreichbaren "Ideal" der "Vollbeschäftigung" wegkommen sollten. Es sollte nicht mehr mit einem Stigma behaftet sein, sich längere Phasen seines Lebens 'nur' weiterzubilden, Kinder zu erziehen oder auch einfach nichts zu tun (letztlich arbeitet ohnehin jeder von uns immerwährend in Form der stetig ablaufenden Stoffwechselprozesse seines Körpers :wink5:). Wäre das völlig normal, fiele es auch nicht mehr ganz so schwer, sich vom herrschenden "Arbeitsethos" (also Arbeit als Wert an sich, statt als Mittel zum Zweck zu betrachten) zu lösen. :)

  • Auf lange Sicht erledigt sich das Thema: dann befahren die LKW Kunden voll autonom (Post wird dann per Drohne zugestellt).


    :lol: ....und wer läd ab? Der Empfänger? :smilielol5: ...Utopie kann gerne gesponnen werden, was davon wirklich in der Praxis machbar ist, sei mal dahin gestellt. Flexibler wird es dadurch auch nicht, denn Baumärkte werden ihre Öffnungszeiten nicht den Wunschlieferzeiten der Zusteller anpassen.


    Und was die Drohnen angeht, nur mal ein Beispiel.


    Ein Zustellfahrer bei DPD hat pro Schicht zwischen 100 und 120 Zustellungen auf dem Auto (sprich Stopps). Wieviele Drohnen sollen da durch unsere Städte fliegen, die auch noch eine Zustellbestätigung vom Kunden bekommen? Wo wollen die 100 Pakete transportieren oder soll es jedes einzeln sein? ....Utopie! Ich gehe ja davon aus, dass Pakete in Zukunft gebeamt werden. Scotti, schon das Paket zugestellt? .....ach ja, Packstationen. Weißt du wieviel Beschwerden es hagelt, wenn Zusteller ein Paket in einem Späti deponieren, weil der Kunde nicht zu hause ist?


    All solche Visionen lenken nur von der eigentlichen Problematik ab. Versender wollen ihre Waren so billig wie möglich verschicken. Da bleibt für die Zustellung durch einen realen Menschen wenig übrig. Unsere 23 Touren für den DPD hier in Leipzig werfen eine Marge von 10 -15% ab. Da sind aber noch keine Regressansprüche für beschädigte Waren oder Strafen für nicht geschaffte Zustellungen (die eine Kurierfahrt erfordern) mit drin. Reich wird man damit nicht und wenn man gut ist, finanziert man damit einen administrativen Posten. Das war es aber auch schon.


    In solchen Fahrzeugen, sei es LKW oder Transporter, werden noch sehr lange Menschen sitzen. Sehr lange!

  • Flexibel kann also nur heißen - Kürzer !


    .....


    4,5 h Fahrzeit, 45 Min Pause, 4,5 h Fahrzeit. Sind 9 3/4 h reine Arbeitszeit für jeden Kraftfahrer. Europäisch geregelt durch AETR! So flexibel, wie ein DB Fahrplan spontan ist. Und kürzer geht da auch nicht.


    Es sind die Ausnahmen, die die Regel bestätigen. :wink5:


  • In solchen Fahrzeugen, sei es LKW oder Transporter, werden noch sehr lange Menschen sitzen. Sehr lange!


    Ich habe vollstes Verständnis dafür, dass du das - berufsbedingt - sagen (und glauben) musst, haha. :wink5:


    Was die Post anbetrifft, sollten sich Drohnen und autonome Fahrzeuge die Fracht je nach Sperrigkeit aufteilen.


    Was das Empfangen der Lieferung betrifft, kann die Fracht, wenn es sich um sperrige Güter handelt, von autonomen Gabelstaplern in die Lagerhallen transportiert werden. :)


    Die Mülltonnen werden sicher auch früher oder später von selbstfahrenden Müllabfuhren eingesammelt.


    Wir alle leben halt relativ kurz, aber abgesehen vom "wann genau", bin mir ziemlich sicher, dass es so kommen wird (allerdings ziemlich sicher nicht in Deutschland zuerst).


  • All solche Visionen lenken nur von der eigentlichen Problematik ab. Versender wollen ihre Waren so billig wie möglich verschicken. Da bleibt für die Zustellung durch einen realen Menschen wenig übrig. Unsere 23 Touren für den DPD hier in Leipzig werfen eine Marge von 10 -15% ab. Da sind aber noch keine Regressansprüche für beschädigte Waren oder Strafen für nicht geschaffte Zustellungen (die eine Kurierfahrt erfordern) mit drin. Reich wird man damit nicht und wenn man gut ist, finanziert man damit einen administrativen Posten. Das war es aber auch schon.


    Ich muss es leider noch schreiben, aber gerade die Paket-Zustelldienste sind mittlerweile so unglaublich schlecht, dass man allen Beteiligten (sowohl den äußerst schlecht bezahlten Zustellern als auch den zunehmend frustrierten Kunden) nur wünschen kann, dass sich in dieser Branche etwas ganz grundlgened ändert.

    Einmal editiert, zuletzt von jaki01 ()

  • Ich habe vollstes Verständnis dafür, dass du das - berufsbedingt - sagen (und glauben) musst, haha. :wink5:


    ....


    Es ist eine realistische Einschätzung der gern eingeworfenen Vorstellungen von Menschen, die nicht wissen, wie die Sache funktioniert.


    1. ist es laut Gesetz nicht möglich, autonomes Fahren ohne Menschen zu realisieren. Bedeutet: Es muß immer einer drin sitzen, der notfalls in das Geschehen eingreifen kann.


    2. wird oft an Stellen angeliefert, wo ein abladen mit was auch immer nicht möglich ist. Da muß Manneskraft oder Frauenpower ran!


    3. Die Umstellungen bei den Empfängern würden Kosten verursachen, die schon heute vernachlässigt werden. Teuer, kaum realisierbar und besser oder schneller gehts halt auch nicht.


    Das größte Problem ist aber die Thematik: Regress! Wer soll denn den Schaden, der durch die Transportkette entstanden ist begleichen? Der autonome LKW oder der Transportführer.... wer ist das eigentlich und wer beläd solche LKWs, wer übernimmt die Verantwortung? Wer tauscht Transpotmittel (Gitterboxen oder Europaletten)? ...und, und, und....


    Nö Jacki, lass dir diesen Bären nicht aufbinden. Autonom bleiben nur unsere Linken :wink5: und Verkehr sollte immer etwas mit Menschen zu tun haben, auch der auf der Strasse. :biggrin:

  • 4,5 h Fahrzeit, 45 Min Pause, 4,5 h Fahrzeit. Sind 9 3/4 h reine Arbeitszeit für jeden Kraftfahrer. Europäisch geregelt durch AETR! So flexibel, wie ein DB Fahrplan spontan ist. Und kürzer geht da auch nicht.


    Es sind die Ausnahmen, die die Regel bestätigen. :wink5:


    Das ist doch wunderbar Gunny :sifone: Dann hat der Fahrer seine Wochenarbeitszeit bei 35 Stunden Woche nach guten 3,5 Tagen erreicht und sich ein schönes langes WE verdient ^^ Das freut uns doch und den Arbeitgeber erst... :biggrin:


  • 1. ist es laut Gesetz nicht möglich, autonomes Fahren ohne Menschen zu realisieren. Bedeutet: Es muß immer einer drin sitzen, der notfalls in das Geschehen eingreifen kann.


    Das ist einer der Gründe, warum ich glaube, dass Deutschland sicher kein Vorreiter autonomer Mobilität sein wird. Aber wenn man dann hier irgendwann realisiert hat, was in Kalifornien oder China so alles geht, wird man umdenken (müssen).



    2. wird oft an Stellen angeliefert, wo ein abladen mit was auch immer nicht möglich ist. Da muß Manneskraft oder Frauenpower ran!


    Solange es nötig ist, müssten bei solchen Zustellungen eben Menschen dabei sein. Allerdings ist das für mich das stichhaltigste Argument gegen eine Vollautomatisierung der Zustellpraxis. Mal sehen, wie es gelöst werden wird.



    3. Die Umstellungen bei den Empfängern würden Kosten verursachen, die schon heute vernachlässigt werden. Teuer, kaum realisierbar und besser oder schneller gehts halt auch nicht.


    Umstellen kostet immer. Das ist so ähnlich wie bei der Umstellung auf die Produktion von Elektroautos. Dafür werden an anderer Stelle irgendwann Kosten gespart (Elektroautos bestehen aus weniger Teilen, Batterien werden immer billiger, bei den Zustelldiensten müssten viel weniger Löhne gezahlt werden).



    Das größte Problem ist aber die Thematik: Regress! Wer soll denn den Schaden, der durch die Transportkette entstanden ist begleichen?


    Das mit dem Transport beauftragte Unternehmen?


    Ich glaube, wir müssen ein paar Jahre warten und dann diese Diskussion noch einmal aufgreifen, weil dann vielleicht schon etwas besser absehbar sein wird, in welche Richtung sich die Branche entwickelt.

    2 Mal editiert, zuletzt von jaki01 ()

  • Nur weiß jeder, dass die Arbeitgeber gerade in dem Bereich tricksen, was das Zeug hält, z. B. indem Ladezeiten als Ruhepause gelten.

  • Was das Aufkommen an Postzustellungen betrifft, hoffe ich sehr, dass es bald deutlich zurückgehen wird. Viel zu viele deutsche Unternehmen versenden immer noch jeden Kleinkram (selbst Briefe, die keine kritischen Daten enthalten) per Post. Es läuft dann so, dass ich z. B. eine Anfrage per E-Mail schreibe und bekomme die Antwort dann auf Papier. Was für eine Verschwndung von Papier und sonstigen Resourcen!


    Sorry: wollte das eigentlich unter meine andere Antowort hängen, um zu viele Kurzposts zu vermeiden, habe aber versehentlich auf "Zitieren" geklickt, so dass es ein eigenständiger Text geworden ist ...