Arbeitszeiten: fest oder flexibel?

  • :lol: Ja, schön wärs!


    Nur das wird 5 Tage durch gezogen. ...


    Ja Du lachst. Du denkst in den Dir vorgegebenen Schemata und siehst keinen Ausweg. Dein ganzes Umfelt ist praktisch ein großes TINA. Möge die eiserne Lady mit Dir sein... :smilewinkgrin:


    Der gute Keynes hat orakelt dass wir im Jahre 2028 nur noch 15 Stunden pro Woche arbeiten müssten. Leider sieht es nicht so aus als würde er Recht behalten, was ja wirklich unglaublich ist :biggrin: aber dass eine Flexibilisierung - und der ganze Home Office Kram gehört dazu - weit weniger bringt als eine Reduzierung der Wochenstunden weiß man schon länger.


    http://www.wiwo.de/erfolg/beru…-falle-sind/19790934.html


    Ja liebe Gemeinde. So sieht es aus. Lieber 6 Stunden als 8 Stunden, Lieber 30 als 40 in der Woche... Es sollte ordentlichen Arbeitnehmervertretern völlig egal sein dass die Arbeitgeber dann jammern, weil das alles viel zu teuer ist. Das ist das Ziel, was angestrebt gehört, für das es sich zu kämpfen lohnt. Die IG-Metall kämpft für 28...


    http://www.deutschlandfunk.de/…ml?dram:article_id=400869


    Kein Sand in die Augen von Arbeitgebern mit flexiblen Arbeitszeiten um dann wenig geschützten Arbeitnehmern die gewonnene Zeit wieder zu stehlen. Klare Kante, besser weniger Wochenstunden als flexible Augenwischerei.

  • Ja Du lachst. Du denkst in den Dir vorgegebenen Schemata und siehst keinen Ausweg. ......


    Och, ich sehe da schon Lösungen. Nur ist das im Heute eben nicht realistisch.


    Und glaub mir, ich würde gern in 30 Wochenstunden das gleiche wie jetzt verdienen. Hätte ich überhaupt kein Porb mit.
    Dafür zu "kämpfen" lohnt immer. Sollte ja auch der Weg sein.


    Wenn das für Unternehmer finanzierbar wär (in naher Zukunft), dann kann, bei finanzieller Unabhängigkeit, das auch umgesetzt werden. Sitzen aber den Unternehmern Finanziers/Anleger im Nacken, dann denke ich, dass ein mehr an finanziellen Möglichkeiten eher die Taschen/Konten dieser Nutznießer füllen, als das es beim AN landet. :wink5:

  • So lange die Altersversorgung weltweit von Kapitalerträgen aus Kapitalanlagen (Verzinsung aus angelegtem Kapital) abhängig gemacht wird, ist das alles illusorisch. Die Kapitalvertreterseite wird immer, wenn es machbar ist, auf die Kostenbremse treten und die Effizienzkarte (Leistung per Einheit) spielen. Das bedeutet im Klartext, das Ziel besteht darin, die Löhne runter zu drücken und die faktische Arbeitszeit rauf zu setzen. Die gerade populäre Benennung spielt dabei keine Rolle. Die tatsächlich Entwicklung ist die, dass unbezahlte Ãœberstunden in vielen Firmen die Regel sind und erwartet werden. Das Endspiel um die weniger werdenden Arbeitsplätze des Planeten hat gerade erst begonnen.

  • Das Endspiel um die weniger werdenden Arbeitsplätze des Planeten hat gerade erst begonnen.


    Du unterschätzt völlig die Kreativität des Menschen, neue Arbeit zu erfinden.


    Mehr als 70% der Jobs die wir heute kennen, gab es 1900 nicht. Mehr als 90% der Jobs, die wir heute haben, gab es 1500 nicht.
    Und selbst wenn es sie gab, waren diese dramatisch einfacher und längst nicht so diversifiziert, wie dies heute der Fall ist.
    Selbst wenn es so wäre, dass 2200 90% der heute existierenden Jobs von Maschinen erledigt würden - kann man locker davon ausgehen, dass die Menge an Jobs, die es dann geben wird, zu einem sehr hohen Prozentzahl heute noch nicht mal als Aufgabe bekannst sind.


    Allein im Bereich der Pflege werden in Deutschland in den nächsten 50 Jahren noch locker 1-2 Millionen Jobs entstehen, die es heute noch nicht gibt, ohne die wir aber nicht mehr leben werden wollen. Selbst und gerade mit den Mitteln der Technik und der KI wird dies so sein - weil wir uns mit Technik vor allem immer mehr Möglichkeiten schaffen. Mehr Möglichkeiten bedeutet aber gerade auch, dass mehr Jobs entstehen können, wenn die poltiischen Rahmenbedingungen passend gestaltet werden. Und es spricht alles dafür, dass dies so kommt!


    Die weltweit notwendige Menge an Arbeitszeit um in den nächsten 100 jahren die Herausforderungen der Energiewende, des Klimawandels, des sozialen Ausgleichs, des Bevölkerungsanstiegs, der hoffentlich zunehmenden Demokratisierung, des medizinischen Fortschritts, des lebenslangen Lernens, der technischen Bereitstellung des Internets überall und auf vielerlei Arten etc. etc. etc... zu begleiten - das liefert so viele Arbeitsstunden, dass locker die nächsten 150 Jahre auch bis zu 15 Milliarden Menschen in Vollbeschäftigung bei einer 40h-Woche leben könnten - auch wenn wir noch so viele Technik und KI einsetzen werden.



    Die eigentliche Herausforderung ist, eine Politik zu finden, die gesellschaftlich akzeptiert sich darum kümmert, dass diese erkennbaren Beschäftigungsfelder entstehen und ausreichend in den Finanz- und Wirtschaftskreislauf eingebunden werden. Und das sozial gerecht, und weltweit.


    Hier sehe ich großes Potential für Technik und KI, dass diese dazu führen kann, dass wir dies besser in den Griff bekommen.


    Unser Problem wird nicht sein, dass uns die Arbeit ausgeht - allenfalls, dass unsere Politik die neuen Herausforderungen nicht schnell genug in der Legislative, Exekutive und Judikative begleitet, so dass der notwendige Wandel und gesellschaftliche Ausgleich hinreichend Schritt halten kann.

  • Ja, und 91% aller modernen Operationmethoden waren 1350 noch nicht einmal erdacht; und rund 97% aller alten Menschen bekamen 1672 keine Rente, auch weil sie das Rentenalter gar nicht erreichten und selbst wenn ..., und 1820 hatte 100% der Farmer in den USA noch keine automatisierten Landmaschinen... und in New York fuhr keine Subway vor 1904.
    Wusstest Du, dass das Vulkanisationsverfahren, mit dem aus Kautschuk Gummi wird, 1839 von Charles Goodyear entwickelt wurde? Davor gab es viel weniger Ersatzreifen aus Gummi in den Automobilen, nämlich 0%. In dem Jahr betrug übrigens der Anteil aller Smartphones am gesamten Telefonmarkt ebenfalls 0% und wenn im nächsten Sommer gleichzeitig mehr als 60 Expeditionsgruppen den Aufstieg zum Everest angehen wollen, gibt es lange Warteschlangen an den Flaschenhälsen. Und wusstest Du, dass im Mittelalter in Deutschland mehr Menschen verhungert sind, als durch Ãœbergewicht starben, oder von Autos überfahren wurden? Wusstest Du das?


    Es ist ein Fakt, dass es unheimlich viel nützliches Wissen gibt, das in unserer Zukunftsbetrachtung und der vergleichenden Analyse der Zusammenhänge total unnütz ist, weil es mit der Realität, um die es dabei geht, so gut wie nichts zu tun hat.
    Es ist eben nicht alles ein guter Vergleich, was auffallend hinkt.


    Fakt ist nämlich auch, dass die Industriearbeit in sich entwickelnden Wirtschaften gesetzmäßig rückläufig ist. Früher wechselten die im sekundären Sektor frei gesetzten Menschen vorzugsweise in den tertiären Sektor, die Verwaltungen, die Dienstleistungen... Doch auch das ist dank der sich entwickelnden Digitalisierung - Industrie 4.0 - bereits heute schon absehbar bald obsolet. Und wir können ja nicht alle zu Facility-Managern, Raum- und Altenpflegern oder Straßenkehrern machen...

    Maschinen lösen immer mehr die Handarbeit ab. Früher - damals, aus deinem Geschichtenfundus - waren es die Webmaschinen, die den heimischen Webstuhl ersetzten...usw.
    Auch in der Landwirtschaft ist das ein Fakt.
    Ergebnis: immer weniger Menschen produzieren immer mehr Güter, Produkte und Erträge.
    Das wird in eingeweihten Kreisen "Produktivitätssteigerung durch Automatisierung" genannt.


    Und wenn diese Entwicklungen ungebrochen weiter gehen - und nichts spricht dagegen - werden viele der heute arbeitenden Menschen bald einfach nicht mehr gebraucht, um die Produkte herzustellen, die Du und ich kaufen. Das nennt der Fachjargon "Automatisierung".


    Würde heute in D ein Werk für die Montage von Smartphones erstellt, würde dort bei gleicher Produktivität nur ein Bruchteil der Menschen arbeiten, wie es heute noch in China der Fall ist.
    Der Grund dafür, dass Apple in China produzieren lässt? Die Werke stehen bereits und Arbeit ist in China (noch) 'billiger' als der Umstieg auf vollautomatisierte Produktionsstraßen. Diese Investitionen werden sich aber nach den bekannten Gesetzmäßigkeiten bei der Planung von neuen Produktionsanlagen auf dem heutigen Stand der Fertigungstechnik entsprechend schnell amortisieren. Es ist eine Frage des Break-Even.


    Stand heute stimmt die Billige-Hand-Rechnung also noch, für den Bestand, deshalb wird sich vorerst bei Foxconn, solange keine anderen Erfordernisse den Prozess beschleunigen, erstmal noch nichts ändern, also in der Montage noch die Menschen weiterhin in entsprechend großer Zahl ausgebeutet und verschlissen, damit Apple die höchstmögliche Marge mit dem iPhone erzielen kann.


    Doch wenn das in einer nicht zu fernen Zukunft politisch unkorrekt werden sollte und sich deshalb die Verbraucher an der Ladenkasse zu Wort melden, sich dies im Absatz bemerkbar macht, ist es auch egal, wo ein neues automatisiertes Werk gebaut wird, das könnte auch in GB sein. Die werden Apple sicher mit Kusshand Vorzugskonditionen anbieten, die die Investition rentabel werden lassen, um ihre Verluste nach dem Brexit wieder rein zu holen. Und Apple hat die Pläne für diese Optionen ganz sicher bereits in den Schubladen der entsprechenden Fachabteilungen liegen.


    Es gibt unzählige vergleichbare Beispiele, die aufgelistet werden können...
    Du lebst offenbar ohne jede Not, was gut für Dich und die Deinen ist, und baust auf das Prinzip Hoffnung. Doch was macht ein chinesischer Wanderarbeiter, wie ernährt dieser seine Familie einen Monat lang, und alle darauf folgenden.... allein mit Hoffnung auf die Zukunft? Oder wie verhält sich ein Inder, wenn die Karavanen der Heuschrecken weiter gezogen sind...?

    29 Mal editiert, zuletzt von A3243 ()

  • Aktuell bekomme ich hautnah mit, wie schwierig feste (Vollzeit-)Arbeitszeiten sein können. Bestimmt werde ich mir in der nächsten Zeit Gedanken über dieses Thema machen. :thinking-020:


  • Wie seht Ihr das? Und welches Arbeitszeitmodell würdet Ihr bevorzugen, gesetzt den Fall, Ihr hättet die Wahl? Für diejenigen, die das aus verschiedenen Gründen nicht (mehr) betrifft: wie hättet Ihr es Euch gewünscht?


    Ich bevorzuge feste tägliche Arbeitszeiten und eine klare Trennung zwischen Arbeit und Freizeit. So lässt sich die freie Zeit am besten planen. Momentan arbeite ich zwar in wöchentlich wechselnden Schichten, aber da die einem festen Rhythmus folgen würde ich das nicht als flexibel betrachten. Eine Zeit lang habe ich auch mal in 10-Stundenschichten bei einer 4-Tage-Woche gearbeitet. War zwar schön, die Freitage frei zu haben, aber dafür haben sich die Arbeitstage ziemlich hingezogen. 8-Stundentage reichen mir völlig, danach ist der Akku leer, aber ich weiß auch, dass es Leute gibt, die problemlos länger arbeiten können.


    Dennoch finde ich Herrn Schmidts Einwurf blödsinnig. Wenn in einem Unternehmen regelmäßig außerhalb der regulären Arbeitszeiten wichtige Meetings und Konferenzen stattfinden, ist die naheliegendste Lösung, dass man mehr Leute einstellt so dass die zeitlichen Lücken gefüllt werden können. Ist doch kein Problem.

  • Ja, und 91% aller modernen Operationmethoden waren 1350 noch nicht einmal erdacht; ....


    Es gibt unzählige vergleichbare Beispiele, die aufgelistet werden können...
    Du lebst offenbar ohne jede Not, was gut für Dich und die Deinen ist, und baust auf das Prinzip Hoffnung. Doch was macht ein chinesischer Wanderarbeiter, wie ernährt dieser seine Familie einen Monat lang, und alle darauf folgenden.... allein mit Hoffnung auf die Zukunft? Oder wie verhält sich ein Inder, wenn die Karavanen der Heuschrecken weiter gezogen sind...?


    Ich bestreite zu keinem Zeitpunkt, dass es derzeit und auch in der näheren Zukunft Arbeitslosigkeit und auch Disruptive Prozesse im Arbeitsmarkt gibt und geben wird. Was ich bestreite ist, dass wir nicht genügend Arbeit haben!


    Wenn du mal nicht hier unterwegs bist, dann geh doch mal vor die Tür und mach dir mal ganz naiv Notizen, was dir überall rund um dich herum auffällt, was mal "einer" erledigen müsste......
    Nimm dann diese Liste und schreib mal auf, wieviele Stunden du schätzt, dass an Arbeitsleistung eingebracht werden müssten, damit nur diese Arbeiten erledigt werden, die derzeit zum Erledigen da sind - die aber dennoch nicht gemacht werden.....


    Nimm mal an - du wärest arbeitslos geworden, weil du durch eine KI ersetzt wurdest.....dann hättest du doch Zeit, um mal anzufangen, diese Liste abzuarbeiten......


    Ok - ob das auch bezahlt wird......aber! Da sind wir dann bei der politischen Fragestellung, ob wir den CHANGE-Prozess, der am Arbeitsmarkt stattfindet, auch adäquat begleiten. Das ist eine politische Fragestellung - also auch eine Fragestellung, ob wir es uns als Gesellschaft leisten wollen.....
    Es ist keine Fragestellung, dass wir genügend Arbeit für alle hätten.



    Ob die, die beschäftigt werden, einen ausreichenden Lohn bekommen - ist eine politische Fragestellung, und keine, ob wir genügend Arbeit haben. Das kann man gestalten.


    Ob die typische - biologisch bedingte Arbeit von Frauen Kinder zu bekommen - bezahlt wird, oder nicht im Geldkreislauf integriert ist - das ist eine politische Fragestellung - keine, ob wir genügend Arbeit haben.....


    Mindestens 90% er Jobs die wir heute kennen gab es vor 200 Jahren noch nicht. Gehen wir mal davon aus, dass mindestens 90% der Jobs, die wir in 200 Jahren haben werden, es heute noch nicht gibt......
    Wenn du davon sprichst, dass viele Menschen in Deutschland und weltweit ohne Arbeit leben oder Angst um ihren job haben - das ist Politik! Das KANN man auch anders gestalten.
    Es mangelt nicht an Arbeit - allenfalls an Gestaltungswillen.



    Nähere dich mal aus einer anderen Perspektive - rechne mal die Stunden/Tage/Monate/Jahre zusammen, die an Arbeitsleistung benötigt wird, wenn man den Klimawandel tatsächlich ernsthaft auf 2 Grad beschränken möchte. Addiere die notwendigen Arbeitsleistungen hinzu, wenn wir konsequent die Ausbildung und Erziehung von Kindern einerseits professionell begleiten, und dann im Alter das Problem der Versorgung von alten Menschen konsequent innerhalb des Geldkreislaufes gestalten.
    Wie viel Arbeitskraft ist permanent notwendig, um unsere Erde nachhaltig zu bewirtschaften?
    Wie viel Arbeitskraft ist notwendig, wenn wir auf der Konsumebene gleichzeitig noch immer individuellere Angebote für jeden Einzelnen im Radio, Fernsehen, Zeitung, etc. etc.etc. vorlegen wollen?


    Der Arbeitslose in der Lausitz sagt nichts darüber aus, ob es prinzipiell ausreichend viel zu tun gäbe.....
    Wenn es aber prinzipiell ausreichend viel zu tun gibt - dann ist der Rest eine Aufgabe der Politik und kein gottgegebenes Problem.

  • Ich bevorzuge feste tägliche Arbeitszeiten und eine klare Trennung zwischen Arbeit und Freizeit. So lässt sich die freie Zeit am besten planen. Momentan arbeite ich zwar in wöchentlich wechselnden Schichten, aber da die einem festen Rhythmus folgen würde ich das nicht als flexibel betrachten. Eine Zeit lang habe ich auch mal in 10-Stundenschichten bei einer 4-Tage-Woche gearbeitet. War zwar schön, die Freitage frei zu haben, aber dafür haben sich die Arbeitstage ziemlich hingezogen. 8-Stundentage reichen mir völlig, danach ist der Akku leer, aber ich weiß auch, dass es Leute gibt, die problemlos länger arbeiten können. ...


    Du trennst scharf zwischen Arbeit und Freizeit......


    Nachvollziehbar - aber künstlich.
    Machst du in deiner Freizeit nur Sachen, die keine Arbeit sind?


    Denk mal an Kindererziehung, denk an die Trainer vom Sportverein, denk mal daran, wenn du den Fahrer für eine ehrenamtliche Veranstaltung machst, denk mal ans Blutspenden, denk an die Pflege von Kranken oder Alten Menschen... ... ..



    Vor vielen Jahren (200 und mehr) war die Denke nicht so, dass man streng zwischen Arbeit und Freizeit getrennt hat. Das ist erst mit der zunehmenden Industrialisierung üblich geworden. Tatsächlich sprechen wir heute regelmäßig dann von Arbeit, wenn diese Entlohnt wird. Dabei arbeiten wir permanent......


    Götz Werner (dm-drogerie markt) empfiehlt eine andere Sichtweise:
    Wir gehen nicht arbeiten, um entlohnt zu werden - sondern wir brauchen ein Einkommen, um uns das arbeiten leisten zu können.


    Gerade in einer Welt, in der immer mehr Jobs automatisiert werden können - lohnt es doch mal darüber nachzudenken, was wir Menschen tatsächlich machen WOLLEN.
    WARUM gehen wir arbeiten?


    Wenn die Antwort ist, dass wir arbeiten gehen, damit wir uns das Leben leisten können.....dann ist diese antwort nicht nachhaltig. Denn: Gerade solche Arbeiten werden immer mehr Maschinen leisten.
    Tatsächlich ist aber Arbeit weit mehr als nur der Versuch, für das Geleistete von einem anderen Geld zu bekommen.....


    Ob dies gelingt ist vor allem eine Frage der Politik!

  • Wenn die Antwort ist, dass wir arbeiten gehen, damit wir uns das Leben leisten können.....dann ist diese antwort nicht nachhaltig. Denn: Gerade solche Arbeiten werden immer mehr Maschinen leisten.
    Tatsächlich ist aber Arbeit weit mehr als nur der Versuch, für das Geleistete von einem anderen Geld zu bekommen.....


    Ob dies gelingt ist vor allem eine Frage der Politik!



    Für die meisten Menschen ist Arbeit eine Notwendigkeit, um sich ernähren zu können, ein Dach über dem Kopf zu haben und sich zu kleiden. Wenn etwas übrig ist, werden individuelle oder familiäre Wünsche erfüllt.
    Aus der privilegierten Sicht eines Privilegierten über die real erforderlichen Anstrengungen der fundamentalen Bedürfnisbefriedigung der weit überwiegenden Mehrheiten zu philosophieren, ist pikant.


    Wer es sich leisten kann, geht dem nach, was als "Berufung" empfunden wird.
    Manche können sich einen Status erarbeiten, der ihnen dies gestattet. Doch nicht arbeiten zu müssen, um tun zu können, wonach es den Meschen gelüstet, ist nur den wenigsten vorbehalten.
    Nestbau und soziale Familien- und Kontaktpflege sind keine Arbeit, das Heranschaffen der Nahrung und des Baumaterials dagegen schon.
    Wer andere für sich arbeiten lassen kann, ist in der Lage, sich vollauf der Bedürfnisbefriedigung am oberen Ende der maslowschen Pyramide zuwenden zu können. Doch wovon reden wir dann?


    "Echte" (abhängige) Arbeit für andere ist für gewöhnlich Mittel zum Zweck.
    Erst die gesellschaftliche Logik macht Arbeit zum höheren Selbstzweck im Dienst eines noch höheren Anspruchs. Das ist, unabhängig von der Ideologie, ein Top-Down-Mantra.

    Je weiter unten desto weniger interessieren die Bedürfnisse des Individuums in der Wertebetrachtung. Und je weiter oben, desto weniger wird im gesellschaftlich nützlichen Sinn tatsächlich gearbeitet.


    Das Ganze ist gegliedert durch ein ordnendes Prinzip, ein ideologisch-hierarchisches Konstrukt, das Herrschaft ermöglich und legitimiert und einen quasi-gesetzmäßigen Anspruch rechtfertigen soll.
    Diese Ideologie ist nicht politisch, sondern hierarchisch, und gilt überall dort, wo ein (gesellschaftliches) Oben und das Unten in Pyramidenform oder auch als Zylinder definiert wird.


    Simpel ausgedrückt und auf das Wesentliche eingedampft, ist die Rede nach wie vor von den gleichen alten Regularien. Es dominiert immer noch die archaische Grundordnung, die sich aus der Entwicklung von herrschenden Hierarchien überliefert hat: die einen arbeiten sich den Buckel krumm, entrichten "den Zehnten" jeweils "nach oben" - ob sie etwas abgeben können oder nicht-, obwohl wir heute bereits erheblich höhere Abgabenquoten standardmäßig abführen müssen, und am oberen Ende werden die sprichwörtlichen Coupons geschnitten und auf dem Olymp an unverdientem Vermögen, dem von anderen erarbeiteten Wohlstand, in Saus und Braus gelebt.


    Da der obersten Kaste auch die Medien und die Politik im Wesentlichen "gehören", wird entsprechend euphemisiert und die Legende weiter getragen. Es werden Geschichten erzählt und Konflikte geschürt, die Beherrschten fein säuberlich in Gruppen gegliedert und revolvierend gegeneinander gehetzt.
    Denn wenn diejenigen, die ihr Leben lang buckeln, ohne etwas zusammen bekommen zu könne, sich dessen und der Gesamtlage bewusst und einig würden, bekämen die Minderheiten ganz oben auf dem Geldberg möglicherweise schnell ganz kalte Füße. Also müssen Gedanken und Ideen kanalisiert werden. Und das wird getan, damit die Gliederung nicht aus den Fugen gerät.


    Wenn ich selbst arbeite, dann kann ich das glücklicherweise für mich tun. Daher bin auch ich privilegiert.
    Und weil ich tue, was mir gefällt, arbeite ich auch gerne.
    Wenn ich allerdings die Scheixxe von anderen Leuten wegwischen müsste, nur, um nicht obdachlos zu werden und zu verhungern, sähe das ganz anders aus.

    11 Mal editiert, zuletzt von A3243 () aus folgendem Grund: Korrektur

  • ...
    Und weil ich tue, was mir gefällt, arbeite ich auch gerne.
    ...


    Das ist das Wesentliche, die Quintessenz von allem was über Arbeit je geschrieben wurde und geschrieben werden wird, denn:


    Wenn ich etwas gerne oder sogar sehr gerne mache, dann ist es keine Arbeit !


    Der Ansatz nur Arbeit zu schaffen für die sich Menschen finden, die sie sehr gerne machen und die restliche Arbeit an Maschinen zu delegieren, ist also wesentlich sinnvoller als die Arbeit flexibel zu gestalten. Die Wirtschaft könnte problemlos die Rente mit 80 einführen. :cool:

  • Rechne mir das mal vor. Am Beispiel eines Kaffeevollautomaten und eines Mittelklasse-Smartphones - bitte mit Quellenangaben.


    Ich bin durchaus daran interessiert, Deinen Goldesel zu kaufen, wenn er seriös kalkuliert und substanziell durchdacht ist.


    Da gibt es gar nichts zu rechnen.
    Der Logistiker zahlt dabei bewusst drauf.
    Wir reden hier nicht von Kaffeeautomaten und Smartphones,
    sondern von Sparten, in denen eine komplette Netzabdeckung
    organisiert werden muss. Das ist beim Strom nicht anders.
    Auch da zahlen die Großkunden keine kostendeckenden Preise.

  • Zum Thema Arbeitszeit fällt mir eine öffentliche Debatte aus den dunklen Jahren der sogenannten neoliberalen Sprachdominanz unter der Kanzlerschaft Gerhard Schröder ein.


    Damals war Herr Hundt Arbeitgeberpräsident. Die OECD veröffentlichte eine Studie zu den Arbeitszeiten innerhalb der OECD Länder. Herr Hundt zitierte damals in den Medien diese Studie, allerdings auf sehr unseriöse Weise. Auch hier versagten unsere Journalisten, wie so oft. Denn wenn sie ihre Arbeit könnten, dann hätten sie Herrn Hundt seine Lügen nur so um die Ohren gehauen.


    Die genannte Studie veröffentlichte unter anderem die durchschnittlichen Jahresarbeitszeiten in den einzelnen OECD-Ländern, wies aber bereits im Vorwort darauf hin, dass sich diese Ergebnisse nicht zu einer Art Länderranking bzw. Benchmark eigneten.


    Genau das tat aber Herr Hundt, und zwar öffentlich unwidersprochen, weil niemand aus der Presse sich inhaltlich mit dieser Studie beschäftigte, sondern nur mit den Ãœberschriften.


    Deutschland lag im hintersten Drittel der OECD-Länder, was die durchschnittliche Höhe der Jahresarbeitszeiten betrifft. Herr Hundt begann damals eine Debatte nach dem Motto Deutschland sei dauerhaft nicht ausreichend international wettbewerbsfähig, wenn man nicht die Arbeitszeiten erhöhen würde. Er meinte natürlich ohne mehr Lohn.


    Die genannte Studie kam nach meiner Erinnerung genau in der Phase heraus, als die Agenda 2010 sehr heiß debattiert wurde, es die sogenannten Montagsdemonstrationen vor allem in den neuen Bundesländern gab, nach Schröders Agendarede und noch vor Umsetzung im Jahr 2005.


    Die Argumentation des Arbeitgeberpräsidenten war natürlich Wasser auf die Mühlen dieser Debatte und quasi eine Unterstützung der Ideologie von Clement und Schröder, nach dem Motto "die Deutschen seien faul geworden, man müsse so langsam mal wieder Grenzen ziehen".


    Hätte man sich dieses seltsame Ranking genauer angesehen, dann hätte man festgestellt, dass die ersten drei Plätze von Griechenland, Portugal und Spanien eingenommen wurden, drei Länder, die vor allem damals weit davon waren, international in der gleichen Liga wie Deutschland zu spielen. Und diese Länder sollen unsere Vorbilder sein?
    Währenddessen lagen ökonomisch starke Länder wie die Niederlande neben Deutschland ebenfalls im hintersten Drittel.


    Die Sache lässt sich sehr einfach erklären. Länder wie Griechenland, Spanien und Portugal waren noch sehr stark in der Tradition verhaftet, dass das Familienoberhaupt mit seiner Vollzeitstelle die Familie zu ernähren hatte, während die Frau oft zuhause blieb.


    Exportstarke Länder wie NL oder DE hatten allerdings früh erkannt, dass ein gewisser Anteil an Teilzeitstellen zu einem Wettbewerbsvorteil führt, weil er die Stückkosten senkt.


    Wenn in einem Unternehmen zwischen 10 und 14 Uhr doppelt so viel Arbeit anfällt als 8-10/14-16 Uhr, dann macht es natürlich Sinn, einen Teil der Arbeitnehmer nur zwischen 10 und 14 Uhr zu beschäftigen und nicht alle in Vollzeit.
    Bei den genannten südeuropäischen Ländern war das natürlich nicht so. Da beschäftigte man quasi alle in einem 8 Stunden Tag, was zur Folge hatte, dass einige nur 4 Stunden Arbeit hatten, aber trotzdem 8 Stunden bezahlt bekamen. Vereinfacht gesagt.


    Natürlich sind die Stückkosten bei einem Unternehmen geringer, das in einem solchen Fall mit einer ausreichenden Anzahl Teilzeitbeschäftigter arbeitet.


    Ein gewisses Maß an Teilzeitbeschäftigung ist also ein Wettbewerbsvorteil.


    In Ländern wie Deutschland war so etwas auch recht leicht durchzusetzen, weil damals selbst von Arbeitnehmer- und Gewerkschaftsseite her, die Arbeitgeber öffentlich gedrängt wurden, mehr Teilzeitstellen anzubieten.


    In sehr vielen deutschen Familien arbeitet ein Erwachsener Vollzeit und der andere Partner, der sich um Haus und Kinder mehr kümmert, viele Jahre lang Teilzeit. Es gibt also einen Markt für solche Beschäftigungsmodelle.


    Die Probleme mit solchen Mischmodellen entstehen aber in unserem Land eher langfristig. Was geschieht, wenn der langjährig teilzeitbeschäftigte Partner wieder Vollzeit arbeiten will und kann und wenn er kein adäquates Angebot mehr bekommt? Was geschieht, wenn die Partner sich trennen oder scheiden lassen in Sachen Rente für den langjährig teilzeitbeschäftigte Partner?


    Das sind die Fragen, welche das aufwirft und welche politisch gelöst werden müssen.

  • Da gibt es gar nichts zu rechnen.
    Der Logistiker zahlt dabei bewusst drauf.


    Grundgütiger. Da gibt es nicht zu rechnen? Du hast vom echten Leben und wirtschaftlichem Handeln offenbar so viel Ahnung wie die Katze meines Nachbarn von Schrödinger.
    Wie soll man überhaupt noch etwas ernst nehmen, was von Dir kommt?
    Bei all dem Käse, den Du hier hinterlässt?

  • Grundgütiger. Da gibt es nicht zu rechnen? Du hast vom echten Leben und wirtschaftlichem Handeln offenbar so viel Ahnung wie die Katze meines Nachbarn von Schrödinger.
    Wie soll man überhaupt noch etwas ernst nehmen, was von Dir kommt, bei all dem Käse, den Du hier hinterlässt?


    Hast Du meinen Beitrag nicht verstanden?

    2 Mal editiert, zuletzt von A3243 () aus folgendem Grund: überflüssiges Wort entfernt

  • Das wird es sein.
    Dabei bist Du ein so ausgezeichneter Beiträger. :lol:


    @Konrad: Vielleicht verstehst Du es so?


    An Märkten, von denen wir hier reden, gibt es traditionell eine Dreiteilung in Sachen Absatzmenge:
    1. Ca. 40 Großkunden generieren ein Drittel des Absatzes
    2. Ca. 2000 kleine und mittelständige Unternehmen generieren ein weiteres Drittel des Absatzes
    3. 82 Millionen Bürger generieren ein drittes Drittel des Absatzes

    Das ist nicht an jedem solchen Markt in genau dieser Einteilung so. Aber das Prinzip gilt fast überall bei Netzmärkten.



    Kundensegment 1. zahlt keine kostendeckenden Tarife, Kunde 2. zahlt gerade so kostendeckende Tarife, Kunde 3. zahlt Tarife, die zu etwa 100% Gewinn im Vergleich zu den Kosten führen.
    Kunde 3. subventioniert also im Grunde die Rabatte von Kunde 1.
    Die Unternehmen brauchen in solchen Sparten eine möglichst hohe Netzabdeckung, weil eine solche die Stückkosten reduziert. Deshalb wird am meisten um Kunde 1. geworben, der sich seiner Machtsituation durchaus bewusst ist, zumal Kunde 3. ohnehin kein Wettbewerber eines freien Marktes ist, sondern meist das nehmen muss, was er angeboten bekommt.

  • Ich befasse mich gewerblich mit solchen Märkten und Geschäftsvorfällen - schon seit Jahrzehnten.
    Ich kaufe Ware ein und dann wird diese Ware direkt expediert, oder umverpackt und weiter gehandelt.


    Wenn Du tatsächlich hier zum Besten geben willst, dass ein Marktteilnehmer gewissermaßen gewerblich vorsätzliche und systematische Verluste anstrebt, weißt Du offensichtlich gar nichts.
    Natürlich kann es einmal vorkommen, dass eine bestimmte Konstellation zu einem taktischen Manöver - beispielsweise zu Promotionszwecken - genutzt wird, auch gibt es alle möglichen Unsinnigkeiten von besonders "Schlauen", die meinen, sie könnten mit Defiziten Gewinne erzielen, aber denen werden üblicherweise die Gesetzmäßigkeiten der Zahlen in überschaubaren Zeiträumen durch die normative Kraft des Faktischen eingebleut.


    Im Normalfall besteht Unternehmertum darin, Gewinne zu erzielen. Wer etwas anderes erzählt, ist ein Spinner.
    Und die sind ja weit verbreitet und wissen grundsätzlich alles, vor allem aber besser. Da werden Sachverhalte nicht richtig erfasst, Grundlagen fehlen und Zusammenhänge nicht erkannt, und schwups, haben wie einen Stammtischexperten, der sich sein stammtischweites Weltbild zusammen reimt. Das ist ja nichts wirklich Neues.


    Generell: Niemand verkauft vorsätzlich und ohne Not Ware, die nicht kostendeckend kalkuliert wurde, es sei denn, es steht eine Promotionsabsicht als Dooropener dahinter. Das einzig wirklich Entscheidende im Handel sind der mittelfristige Deckungsbeitrag an den Gemeinkosten und der durchschnittliche Rohertrag (Marge/Quote) je Stück.
    Am Ende und unter dem Stich muss sich ein Handel lohnen. Das ist altes Kaufmannswissen, und wenn Du nur ein wenig davon verstündest, wäre es nicht nötig, Dich darauf hinzuweisen. Um Deine wilden Fantasien fachgerecht zu begründen, fehlt es Dir ganz offensichtlich am Futter profunden Wissens, Du Geschichtenerzähler.
    Don't mess with a Pro. :wink5:

  • .....Generell: Niemand verkauft vorsätzlich und ohne Not Ware, die nicht kostendeckend kalkuliert wurde, es sei denn, ..


    .. zum Zwecke der Geldwäsche. Derartige Unternehmen sind aber ohnehin nur für eine kurze Lebenszeit konzipiert.

  • Eben, das sind keine normalen Unternehmen, die als sinnvolles Beispiel dienen können.
    Miriams "Thema" war/besagte etwas völlig anderes.
    Es sieht so als, als ob er noch nie etwas von Wertschöpfungsketten gehört hat ... :wink5:
    Das ganze Konstrukt von Miriam ist ein Nachweis von Unwissen.
    Ausnahmen bestätigen nur die Regel.

    3 Mal editiert, zuletzt von A3243 ()