Arbeitszeiten: fest oder flexibel?

  • Sie liegt aber nicht ganz falsch, wenn sie der Meinung ist, dass Unternehmen bei bestimmten Kunden lieber Verluste einfahren als den Kunden als solchen zu verlieren. Ausgeglichen werden die Verluste dann durch die Gewinne an der "normalen" Kundschaft. Und diese Strategie kann durchaus geplant sein.

  • Das sind doch Ausnahmefälle, die Miriam zur Regel erklärt. Der Allgemeingültigkeitsanspruch ist dabei das eigentliche Problem.
    Eine vorübergehende Delle in den Erträgen kann ich zum Erhalt einer Geschäftsbeziehung mal kalkulieren, aber eben nur begrenzt. Meist ist aber der Verzicht das bessere Geschäft, und das kommt immer wieder vor. Man sieht sich ja mehrfach und die Rollen wechseln...


    Wenn das Defizit systemisch wird, ist das auch das Ende der Vernunft und letztlich könnten dann alle zuhause bleiben. Und das ist dann das Ende des Geschäfts. Was nützen Kunden, bei denen ich meine Arbeit auch noch selbst bezahle?
    Das ist ja so, als würde ein AN dafür bezahlen, um arbeiten zu dürfen... sich Arbeit "kaufen"...
    Geht's noch... :wink5:


    Und wenn mir ein Kunde in einem Geschäft das Fell über die Ohren ziehen will und sich durchsetzt, weil ich mitspiele, lasse ich das irgendwann mal retoure laufen. Reziprozität. Das geht natürlich nicht bei Monopolen. Das ist das Problem mit Monopolen, weshalb ich sie auch bekämpfe, wo ich kann.

    4 Mal editiert, zuletzt von A3243 () aus folgendem Grund: t

  • Für die meisten Menschen ist Arbeit eine Notwendigkeit, um sich ernähren zu können, ein Dach über dem Kopf zu haben und sich zu kleiden. Wenn etwas übrig ist, werden individuelle oder familiäre Wünsche erfüllt.
    Aus der privilegierten Sicht eines Privilegierten über die real erforderlichen Anstrengungen der fundamentalen Bedürfnisbefriedigung der weit überwiegenden Mehrheiten zu philosophieren, ist pikant.


    Wer es sich leisten kann, geht dem nach, was als "Berufung" empfunden wird.
    Manche können sich einen Status erarbeiten, der ihnen dies gestattet. Doch nicht arbeiten zu müssen, um tun zu können, wonach es den Meschen gelüstet, ist nur den wenigsten vorbehalten. .....


    Dem stimme ich vollumfänglich zu - und gerade weil ich das auch so sehe, fordere ich deshalb, dass die Politik die Aufgabe haben muss, mehr Menschen die Freiheit zu geben, das tun zu können, wofür sie "brennen".


    Ein bedingungsloses Grundeinkommen wäre ein Schritt in diese Richtung!
    Das relativiert dann aber auch die Thematik der Arbeitszeiten.....

  • Sie liegt aber nicht ganz falsch, wenn sie der Meinung ist, dass Unternehmen bei bestimmten Kunden lieber Verluste einfahren als den Kunden als solchen zu verlieren. Ausgeglichen werden die Verluste dann durch die Gewinne an der "normalen" Kundschaft. Und diese Strategie kann durchaus geplant sein.


    Das geschieht sehr viel häufiger als Ihr denkt und ist nicht primär Strategie der Unternehmen, sondern dem Umstand zu verdanken, dass nur wenige sehr große Kunden einen sehr hohen Anteil des Absatzes ausmachen. In bestimmten Branchen braucht man diese Absätze der Großen unbedingt, um das komplette Netz einigermaßen finanziert zu bekommen, sodass am Ende im Konkurrenzkampf um diese großen Kunden der Preis unter die „Produktionskosten“ rutscht.

  • Jahrzehntelang haben Vertreter der Arbeiter um regelmäßige Arbeitszeiten gekämpft , weil nun die Unternehmer (besser habgierige Manager) die Verbesserung der Gewinn bei den AN sehen sollen es alle abnicken.
    Da ich gerade im Krankenhaus war stelle ich mir gerade eine Krankenschwester , Arzt oder Ärztin nach 14 Stunden vor.


    Und noch eins wollen die Unternehmen erreichen, dann werde auch alle Zuschläge wegfallen.


  • Der Ansatz nur Arbeit zu schaffen für die sich Menschen finden, die sie sehr gerne machen und die restliche Arbeit an Maschinen zu delegieren, ist also wesentlich sinnvoller als die Arbeit flexibel zu gestalten.


    Absolut, wobei sich beides aber ja nicht ausschließt: Natürlich will ich etwas machen, was mir gefällt, aber sogar auch wann es mir gefällt und dann am liebsten gleich noch von wo aus es mir gefällt! ("Sonst noch Wünsche?" "Ähm ... vorerst nicht - ich meine abgesehen davon, dass ich gut davon leben können will." ;))