Umgangsformen

  • Umgangsformen verändern sich.
    Heute lief mit dieser Cartoon über den Weg...
    Wie ist das mit den Umgangsformen? Sind die wirklich auf dem absteigenden Ast?
    War es "früher" besser? Wenn ja, inwiefern? Falls nicht, warum erscheint es so?
    Sind Umgangsformen überkommen oder werden wir nur alt?


    Ist das Fernsehen "schuld"? Oder ist es das Internet, als Formen- und Benimmschmelzofen?
    Werden die Kids womöglich tatsächlich durch die Dauerberieselung immer hohler, wie es bereits unsere Eltern, die der ersten Fernsehgeneration, vorausgesehen haben?

    Einmal editiert, zuletzt von A3243 ()

  • Umgangsformen verändern sich.
    ...
    Wie ist das mit den Umgangsformen? Sind die wirklich auf dem absteigenden Ast?
    War es "früher" besser? Wenn ja, inwiefern? Falls nicht, warum erscheint es so?
    Sind Umgangsformen überkommen oder werden wir nur alt?


    ...


    Sie sind ja lustig Herr Konrad. Sie geben die Antwort gleich im ersten Satz selbst und stellen dann lauter überflüssige Fragen zur klaren Antwort. :p


    Aber gut. Ich will mal nicht so sein und über gutes Benehmen reden. ;)


    Gutes Benehmen setzt Moralvorstellungen vorraus. Und da hatten wir ja schon, dass die Moral der jeweiligen Gesellschaft den Rahmen gibt. Das ist schon mal grundsätzlich in uns verankert. "Gutes" Benehmen ist demnach je nach Zeitalter unterschiedlich.

  • Manche Menschen scheinen einfach "vergessen" zu haben, wie das geht.
    Hatte gerade einen dieser unerfreulichen PN-Verkehre mit einem, der gar nicht versteht, warum er ein Problem darstellt, indem er sich dumm stellt. Das offen zu Schau getragene Unverständnis ist inzwischen aufgrund des betriebenen Aufwand der Erklärungsversuche so unhöflich, dass ein Schlag ins Gesicht dagegen wie eine kollegiale Geste daher käme.

  • Wie groß ist die Schnittmenge zwischen gutem Benehmen und politcal correctness?


    Beide sind Verhaltensweisen, die sich aus der Notwendigkeit ergeben, in einer Gesellschaft zu bestehen und dabei Gesicht zu wahren.

  • [...]


    Das offen zu Schau getragene Unverständnis ist inzwischen aufgrund des betriebenen Aufwand der Erklärungsversuche so unhöflich,


    [...]


    Willst Du Dir neben Deinen eigentlichen Aufgaben im Forum noch weiterhin die des Sonderpädagogen für betreutes Posten ans Bein binden? Auch Langmut kann eine begrenzte Ressource sein ...

  • Manche Menschen scheinen einfach "vergessen" zu haben, wie das geht.
    Hatte gerade einen dieser unerfreulichen PN-Verkehre mit einem, der gar nicht versteht, warum er ein Problem darstellt, indem er sich dumm stellt. Das offen zu Schau getragene Unverständnis ist inzwischen aufgrund des betriebenen Aufwand der Erklärungsversuche so unhöflich, dass ein Schlag ins Gesicht dagegen wie eine kollegiale Geste daher käme.


    Na gut, ich wollte es erst nicht tun, aber jetzt nehme ich die Steilvorlage mal mit, ohne dass Du speziell gemeint bist.


    Zu gutem Benehmen, wie ich es verstehe, gehört auch dass man mühsam eingesetzte Moderatoren, die sich offensichtlich Mühe geben, nicht in die Pfanne haut wenn sie Entscheidungen treffen die man selbst nicht getroffen hätte. Gutes Benehmen wäre gewesen den Neuen beizustehen. Das hatte ich zum Beispiel den Beiden versprochen, als sie antraten obwohl ich es eigentlich nicht gut fand, dass die Zwei es machten und so habe ich mich später auch verhalten. Das ist gutes und verlässliches Benehmen. Das anpinkeln war ganz grundsätzlich und völlig ohne auf das hin und her einzugehen einfach schlechtes Benehmen. :p


    Wie Du siehst, kommen wir da auf ein ziemlich schwieriges Feld, außer Dir geht es nur um miese Ausdrucksweise. Aber Du hast es ja erweitert. Es geht ja mindestens auch noch um vorsätzliches Dummstellen. :cool:

  • Sie sind ja lustig Herr Konrad. Sie geben die Antwort gleich im ersten Satz selbst und stellen dann lauter überflüssige Fragen zur klaren Antwort. […]

    Inwiefern formuliert die fragenauslösende Feststellung der Empfindung […]

    Umgangsformen verändern sich. […]

    […] die Antwort[en], warum dies so ist?


    Es gab doch da mal ein paar Zeilen Brechts über die Stachelschweine als Allegorie auf das menschliche Bedürfnis nach zwischenmenschlicher Wärme und gleichzeitiger Distanzwahrung… das rechte Maß der gesellschaftlichen Umgangsformen zu finden entspräche ja dem Kern der hier angestoßenen Fragestellung, wobei die in Jahrhunderten geübte Unterwürfigkeit der Bevölkerungsmehrheit gegenüber den privilegierten Ständen im Zeitalter der gesetzlich festgelegten Gleichheit aller bei gleichzeitigem Aufruf, sich der Eigenverantwortung bewusst zu sein, naturgemäß den rauheren Umgangston unter seinesgleichen gewissermaßen gesellschaftsfähig gemacht hat. Hinzu kam im Zuge der in der zweiten Hälfte der 1960er Jahre sich ausbreitende Wunsch nach frei ausgelebter civil disobedience.
    Das Fernsehen reflektierte nur (mit Verzögerung) den O-Ton des Alltags, was zugleich die Ausbreitung jener weniger förmlichen Umgangsformen, die sich zeitgleich auch in der salopper werdenden Kleidung ausdrückte, und in jüngerer Zeit als "scripted reality" erst so richtig zelebriert wird… dennoch haben doch "Benimmschulen" u.ä. Kursangebote starken Zulauf, so dass sich gewissermaßen ein neuer Berufszweig gebildet hat, was doch bestens in eine Zeit passt, die die Nachholung der redensartlichen "guten Kinderstube" gewerbsmäßig betreibt.
    So bleiben die feinen Unterschiede gewahrt - und gleichzeitig werden sie den Marktgesetzen unterworfen…

  • Nobody is perfect, Buddy. Es gibt auch unhöfliches Fallenstellen und Strippenziehen im Hintergrund, das durchaus als schlechtes Benehmen bezeichnet werden kann. Es ist eben alles eine Frage der Betrachtungsweise und des Standpunktes, den der Wertende wann und aus welchen Gründen einnimmt. Manche Dinge sind viel komplexer, als sie zu sein scheinen.
    Und schlechtes Benehmen kann auch darin bestehen, das nicht anzuerkennen und nicht zu akzeptieren, sondern nur das eigene Süppchen weiterhin am köcheln halten zu wollen, die wahren Sachverhalte aus reiner Selbstsucht als unwichtig erscheinen zu lassen und die wahren Verursacher nicht benennen zu wollen, um nur ja den Anlass nicht zu verlieren, denjenigen, die zunächst völlig sinnlos ausgebootet wurden, hinterher auch noch wiederholt einen reinzuwürgen zu können... ;)

    4 Mal editiert, zuletzt von A3243 () aus folgendem Grund: B

  • Nobody is perfect, Buddy. Es gibt auch unhöfliches Fallenstellen und Strippenziehen im Hintergrund, das durchaus als schlechtes Bbenehmen bezeichnet werden kann. ...


    Das ist genauso wahr und ich werde hier nicht im Einzelnen auf die Sache eingehen, wenn dann möglichst abgehoben, so wie jetzt. Vom Naturell her bin ich auch wenig nachtragend und schon gar nicht lange nachtragend. Leider ist ja mein Versuch einen Schlussstrich zu ziehen nicht besonders glücklich gewesen, wohl weil so vieles nachgetragen wird. Da kann man dann wenig machen.



    Und schlechtes Benehmen kann auch darin bestehen, das nicht anzuerkennen und nicht zu akzeptieren, sondern nur .... um nur ja den Anlass nicht zu verlieren, denjenigen, die zunächst völlig sinnlos ausgebootet wurden, hinterher auch noch wiederholt einen reinzuwürgen zu können... ;)


    Auch das ist schlechtes Benehmen. Wenn wir so weiter machen, bekommen wir noch eine moralische Liste zusammen. :zigtwink:

  • ...dennoch haben doch "Benimmschulen" u.ä. Kursangebote starken Zulauf, so dass sich gewissermaßen ein neuer Berufszweig gebildet hat, was doch bestens in eine Zeit passt, die die Nachholung der redensartlichen "guten Kinderstube" gewerbsmäßig betreibt.
    So bleiben die feinen Unterschiede gewahrt - und gleichzeitig werden sie den Marktgesetzen unterworfen…


    Du redest jetzt von sowas Substi ? Kann man hier natürlich auch machen.



    Ich hätte ja eigentlich Loriot nehmen müssen, aber das sähe dann so verstaubt aus... :nosee:

  • Nobody is perfect, Buddy. Es gibt auch unhöfliches Fallenstellen und Strippenziehen im Hintergrund, das durchaus als schlechtes Benehmen bezeichnet werden kann. Es ist eben alles eine Frage der Betrachtungsweise und des Standpunktes, den der Wertende wann und aus welchen Gründen einnimmt. (...)
    Und schlechtes Benehmen kann auch darin bestehen, das nicht anzuerkennen und nicht zu akzeptieren, sondern nur das eigene Süppchen weiterhin am köcheln halten zu wollen (....)


    So ist es.


    Zitat von BudSpencer

    Das ist genauso wahr und ich werde hier nicht im Einzelnen auf die Sache eingehen, wenn dann möglichst abgehoben, so wie jetzt. Vom Naturell her bin ich auch wenig nachtragend und schon gar nicht lange nachtragend.(..)


    Der zweite Satz widerspricht gewissermaßen dem ersten, aber wie auch immer: angesichts des offenkundigen Aussprachebedarfs über Interna schlage ich vor, das Thema ins Private zu verschieben. Alles andere und weiteres fiele für mich unter schlechtes Benehmen. :cool:

  • ...


    Der zweite Satz widerspricht gewissermaßen dem ersten, aber wie auch immer: angesichts des offenkundigen Aussprachebedarfs über Interna schlage ich vor, das Thema ins Private zu verschieben. Alles andere und weiteres fiele für mich unter schlechtes Benehmen. :cool:


    Es scheint sich zu widersprechen, aber wie immer gibt es Ausnahmen. :cool:


    Da der Anlass ja sowieso intern war, finde ich auch dass der Thread dorthin gehört.

  • Das Thema muss nicht ins Private. Wenn es nicht privat wird, ist alles gut.
    Es müsste nur davon abgesehen werden, das noch weiter ins Private zu manövrieren. Das Wesentliche ist doch schon deutlich geworden und trifft im Ãœbrigen überall zu, denn diese Verhaltensweisen sind ja keine Einzel- oder Sonderfälle, sondern Teil des Problems, das mit der Ãœberschrift eingeklammert wird.
    Es darf aber gerne davon abgesehen werden, Dinge, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind, zu vertiefen. Das Thema als solches - die Umgangsformen - ist ein eher allgemeines, das mit zu viel Detailverliebtheit ohnehin nur unvollkommen bedient werden kann.


    Kürzlich hatte ich auch ein nettes Erlebnis auf dem Wochenmarkt, als ich an einem Gemüsestand darauf wartete an die Reihe zu kommen und mich ein paar Zentimeter nach rechts bewegte, um mir die Auslage anzusehen, stellte sich eine ältere Dame links neben mich, in Richtung des Anfangs der Warteschlange, und schaute völlig ungeniert unschuldig aus ihrem Mantel,... als ob ich nicht bemerken würde, dass sie versuchte, einen Platz zu gewinnen. Ich grinste die nette Standinhaberin an und sie grinste zurück, dann schauten wir beide die Dame an und die wurde dunkelrot. Ich hätte mich auf den Boden werfen können. Ich hab dann der Guten den Vortritt gelassen, aber nicht, ohne ihr zu sagen, da sie ja offensichtlich viel weniger Zeit hätte, als jemand, der mal eben zwischendurch zum Einkaufen geht, sei das in Ordnung...


    Schlechtes Benehmen ist kein Alleistellungsmerkmal der Twitter-, Facebook-, Youtube- und Netflix-Generation.
    Was die können, können so manche Alte schon lange....;)

  • Es scheint mindestens Einigkeit darüber zu bestehen, dass dieses Forum nicht ausschließlich deshalb besteht, um schlechtes Benehmen auszuleben.


    Das ist doch schon eine Basis, aus der sich was machen lässt, oder?

  • [...]


    Ich hab dann der Guten den Vortritt gelassen, aber nicht, ohne ihr zu sagen, da sie ja offensichtlich viel weniger Zeit hätte, als jemand, der mal eben zwischendurch zum Einkaufen geht, sei das in Ordnung...


    [...]


    Schlechte Umgangsform wäre gewesen, den gewährten Vortritt angesichts ihres fortgeschrittenen Alters unter Hinweis auf ihre überschaubare Restlebenserwartung zu kommentieren.

  • Ein Hyper-Sensibelchen hätte allerdings auch auf die Idee kommen können, dass ich nicht nur das knapp bemessene Zeitfenster der Mittagspause im Sinn gehabt haben könnte...
    Aber, dass die Gute so sensibel ist, konnte ich aufgrund der gezeigten Umgangsformen ja mit hinreichender Sicherheit ausschließen. :flööt::erol:

    2 Mal editiert, zuletzt von A3243 ()

  • Jetzt stelle ich mal eine Situation hier ein und wünsche mir, dass alle hier Beteiligten ihren Senf dazu geben:


    Vor ein paar Tagen war ich mit einer mir geschäftlich wichtigen und auch netten Dame beim Mittagessen in einem Lokal, in dem man an einem langen Tresen sitzt und die Zubereitungen beobachten kann. An langen Tresen hat man ja keinen Tisch für sich und deshalb die direkten Nachbarn an der Naht. Mein direkter Nachbar war ein freundlicher älterer Herr, der, als unser Essen kam, freundlich "Guten Appetit!" sagte. Nun ist das bei uns daheim unüblich, aber mancherorts gute Sitte. Ich hab mich artig bedankt, und als sein Hirschgulasch kam, ebenfalls "Guten Appetit" zu ihm gesagt. Er dankte sehr erfreut und sagte, dass er am Herbst die Wildgerichten besonders mag, ich hab ihm beigepflichtet und mich dann meiner Dame wieder zugewandt. Später sagte sie mir, sie habe den Mann als aufdringlich betrachtet und sich gewundert, dass ich sein "Guten Appetit" ohne Not erwidert habe. Wir seien ja schließlich nicht seine Essgesellschaft gewesen. Und überhaupt - "guten Appetit"...


    Nun würde ich gern wissen, wie Ihr darüber denkt. Ich selbst hätte, auch wenn er "An Guadn" gesagt hätte, auf jeden Fall genau so geantwortet, denn der Mann hat mir nichts getan und nicht etwa beim Turteln gestört. Allerdings bin ich der Meinung, dass meine Begleiterin es an guten Manieren hat fehlen lassen, weil sie, wenn auch freundschaftlich verbrämt, doch Kritik an meinem Benehmen geübt hat. Sprecht an...

  • Jetzt stelle ich mal eine Situation hier ein und wünsche mir, dass alle hier Beteiligten ihren Senf dazu geben:
    (...)
    Nun würde ich gern wissen, wie Ihr darüber denkt. Ich selbst hätte, auch wenn er "An Guadn" gesagt hätte, auf jeden Fall genau so geantwortet, denn der Mann hat mir nichts getan und nicht etwa beim Turteln gestört. Allerdings bin ich der Meinung, dass meine Begleiterin es an guten Manieren hat fehlen lassen, weil sie, wenn auch freundschaftlich verbrämt, doch Kritik an meinem Benehmen geübt hat. Sprecht an...


    Finde ich reichlich steif von der guten Dame. Zwar hat sie recht, dass "Guten Appetit" in feiner Umgebung unüblich ist, aber so wie Du die Szenerie beschreibst, war das recht locker. Da fände ich es unhöflich, nicht genau so freundlich zu reagieren wie der Herr neben Dir.


    Dass sie Dich hinterher indirekt gemaßregelt hat .. nun ja. Da würde ich drüber stehen. Manche finden es anscheinend notwendig, auch dann den kleinen Finger abzuspreizen, wenn es deplaziert ist. Solche Damen kenne ich auch. Nix sagen, nur wundern (oder auch nicht). ; )