100 Jahre DIN

  • Ich setze das Jubiläum hier ins Recht und Gesetz, weil die Industrienormen in Verträge eingebunden und Grundlage werden.
    Gestern vor 100 Jahren wurde in Berlin das DIN gegründet, das Deutsche Institut für Normung.
    https://www.din.de/de/din-und-seine-partner/100


    Wichtig, wichtig, immer richtig und oft als deutsche Gründlichkeit belacht. Aber spätestens wenn wir z. B. eine nicht nach DIN 18065
    https://www.din.de/de/mitwirke…wdc-beuth:din21:227410112
    ausgeführte Treppe benutzen, haben wir etwas zu meckern. Wetten?
    :substi:
    Frdl. Grüße
    Christiane

  • Eine Einrichtung, zuvor ein Gedanke, die/der die Welt veränderte.
    Normierung war einer der bedeutendsten Schritte in der Folge der Industrialisierung.


    Wo zuvor jeder Produzent seinen eigenen "Standard" setzte, und nichts so recht zueinander passen wollte, gab es nach dem Einzug "der Norm" einen Referenzpunkt für alles, was in den Normenkatalog aufgenommen worden war.


    Normen sind heute nicht mehr wegzudenken, auch wenn "normal" sein nicht generell und grundsätzlich bei allen auf Gegenliebe stößt, denn irgendwie ist das dann alles auch ein bisschen durchschnittlich und klingt nach Zweitklassigkeit, im Sprachgebrauch.


    Mag ja sein, aber lieber eine durchschnittliche Schraube nach DIN, die in den normierten Dübel passt, verwenden, als mit nicht den Normen entsprechendem Material zu arbeiten, das allerdings nach DIN 9003 mit dem Testat und Prädikat "Wir arbeiten fehlerhaft" - sogar zertifiziert normiert nach DIN...;)

  • […] Gestern vor 100 Jahren wurde in Berlin das DIN gegründet, das Deutsche Institut für Normung. […]

    Zur Zeit seiner Gründung hieß diese Organisation noch Normungsausschuß der deutschen Industrie - die Umbenennung in "Deutsches Institut für Normung" erfolgte erst 1975. Interessant ist natürlich, dass die Geschichte eigentlich noch ein halbes Jahr weiter in die Vergangenheit zurückreicht, als im Mai 1917 der Normalienauschuß für den Maschinenbau gegründet wurde, um die Rüstungsproduktion zu rationalisieren… (Hinsichtlich der DIN hatte Heraklit also wieder mal Recht) Und die DIN-Normen reichen tief in unseren Alltag hinein.

  • DIN (Dean) ist mein zweiter Vorname:haha: und die Normierung bestimmter Arbeitsschritte hat seinen Ursprung schon in der Antike.Allerdings ist die Festschreibung durch Normen (Prädikate) eine Deutsche Eigenart in bester Manier.Sie kommt in ihrer Wichtigkeit gleich nach einheitlichem Längen-, Gewicht- und Zeitmaß.


    Normierungen haben die Römer über die Karthager triumphieren (Schiffbau) und die Niederländer zur reichsten Nation (ebenfalls Schiffbau) ihrer Zeit werden lassen.

    Einmal editiert, zuletzt von Schopenhauer ()

  • Eine Einrichtung, zuvor ein Gedanke, die/der die Welt veränderte.
    Normierung war einer der bedeutendsten Schritte in der Folge der Industrialisierung. ....


    Normierung ist schon viel älter! Gewichte, Längenmaße und auch Geld sind Themen, die schon viel länger normiert wurde......sogar Religion......die Normungsbehörde war dann meist der verantwortliche Staat, Fürst, o.ä......


    Dunkle Kapitel der Normierung gab es durchaus auch - so versuchte das dritte Reich eine Art Norm durchzusetzen, was die Intelligenz und Lebenswürdigkeit anbetraf.


    Normen sind Hilfsmittel - und sie müssen den Menschen dienen! Wenn das nicht mehr der Maßstab ist, gehören sie abgelöst.


    Normen sind eine Methode, um Freiheit und Selbstbestimmung zu unterstützen - in einer Welt mit mehr als einem Einwohner. Manche tun sich schwer damit, entweder den zweiten Einwohner zu akzeptieren, oder aber eine vernünftige Differenzierung zum Kommunismus hin zu bekommen.

  • Der Not gehorchend (ich lese immer häufiger, dass sich die Städte und Gemeinden über die teuren, weil DIN geschuldeten Vorgaben bei Baumaßnahmen beschweren) werden manche Normen evtl. wieder weichen bzw. aufgeweicht. Wir werden es beobachten können/müssen.


    Frdl. Grüße
    Christiane