George Soros

  • Es ranken sich ja viele Verschwörungstheorien um George Soros und er ist eine Hassfigur der anti-globalistischen Rechten von Ungarn, über Russland, bis in die USA, sogar bei der israelischen Rechten. Nicht zuletzt auch, weil er Jude ist (ausserhalb Israels wird er dafür gehasst). Und Milliardär.
    Aber was ist dran an den Verschwörungstheorien? Ist überhaupt etwas dran?


    Zitat

    Für den milliardenschweren Investor und Philanthropen George Soros war es ein arbeitsreiches Jahr. Seit Anfang 2017 hat er in Syrien einen chemischen Angriff vorgetäuscht, Trump-Protestmärsche in Washington finanziert, den „Soros-Plan“ zur Ãœberschwemmung Ungarns mit Flüchtlingen ersonnen, in Mazedonien einen Regierungswechsel erzwungen, Israels Premierminister unterminiert und mehrere wichtige Berater im Weißen Haus feuern lassen. Nicht schlecht für einen Mann von 87 Jahren.
    All die genannten Aktionen sind natürlich Verschwörungstheorien. Doch die Tatsache, dass sie im Laufe dieses Jahres aufgekommen sind — und allesamt den Namen Soros aufweisen, — ist mehr als ein Kuriosum. Es bringt etwas Entscheidendes und Besorgniserregendes über die Weltpolitik zum Ausdruck.


    http://www.businessinsider.de/…r-die-weltpolitik-2017-10


    Was wir wissen ist (ich lasse mal Wikipedia sprechen, unbedingt den ganzen Absatz auf der Orginalseite lesen, wer über Soros nicht im Bilde ist):


    Zitat

    Seit den 1970er Jahren tritt Soros als Philanthrop in Erscheinung. Als Gründer, Förderer und Vorsitzender der Open Society Foundations und der Soros Foundation half Soros schwarzen südafrikanischen Studenten, die University of Cape Town zu besuchen, und unterstützte die Central European University finanziell. Mit seiner Förderung der Idee der „offenen Gesellschaft“ nimmt Soros Bezug auf ein Konzept von Karl Popper. Die Gesamtsumme seiner Spenden wurde 2007 von Time auf 6 Milliarden US-Dollar geschätzt


    https://de.wikipedia.org/wiki/…nd_politisches_Engagement


    Meine Meinung:


    Soros dient heutzutage als Ersatzprojektion für die jüdische Weltverschwörung. Er setzt sich für Demokratie, Chancengleichheit, gegen Rassismus und für liberale Gesellschaften ein. Und er hat als Milliardär auch die Mittel um spürbar etwas zu bewegen. Er bezieht sich dabei auf die Lehren, die er aus dem Holocaust gezogen hat.
    Die Tatsache, das er sowohl bei der israelischen Rechten, aber auch der amerikanischen Rechten verhasst ist, sowie eigentlich allen nationalistischen Gruppen weltweit, spricht Bände.
    Er setzt sich für all das ein, was diese verachten. Er verkörpert das Bild des gierigen,reichen, kosmopolitischen Juden, das diese Gruppen so abgrundtief hassen.
    Was denkt ihr?

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  • Es ranken sich ja viele Verschwörungstheorien um George Soros ...
    Was denkt ihr?


    Ich denke, dass er in der Ukraine über seine Stiftungen kräftig mitgemischt hat und auch Einfluss auf die Regierungsbildung (der Antirussischen) genommen hat. Ich denke außerdem, dass er aus familiärem Hintergrund das Sowjetreich und Russland hasst. Ich denke auch noch, dass er die "offene Gesellschaft", die er über seine Stiftungen verkauft strategisch absichtlich gegen die "geschlossenen Gesellschaften" platziert und agieren lässt. Ich denke auch noch, dass ihm dabei Sozialpolitik und Sicherheit am Arsch vorbei gehen und er dabei genau die "Freiheit" meint, die alle Neolibs meinen.


    Aus diesem Grund würde ich lieber darauf verzichten, dass sich solche Leute wie Soros aus ihrer privaten Ecke und aus ihrer privaten Macht und Weltanschuung heraus in die Politik und das Schicksal von millionen Menschen einmischen, wobei mir durchaus klar ist dass genau das dauernd passiert. Soros macht das nur mit offenem Visier, was ihn schon wieder besser macht als die meisten anderen von der Sorte.

  • Ich denke, dass er in der Ukraine über seine Stiftungen kräftig mitgemischt hat und auch Einfluss auf die Regierungsbildung (der Antirussischen) genommen hat. Ich denke außerdem, dass er aus familiärem Hintergrund das Sowjetreich und Russland hasst. Ich denke auch noch, dass er die "offene Gesellschaft", die er über seine Stiftungen verkauft strategisch absichtlich gegen die "geschlossenen Gesellschaften" platziert und agieren lässt. Ich denke auch noch, dass ihm dabei Sozialpolitik und Sicherheit am Arsch vorbei gehen und er dabei genau die "Freiheit" meint, die alle Neolibs meinen.


    Aus diesem Grund würde ich lieber darauf verzichten, dass sich solche Leute wie Soros aus ihrer privaten Ecke und aus ihrer privaten Macht und Weltanschuung heraus in die Politik und das Schicksal von millionen Menschen einmischen, wobei mir durchaus klar ist dass genau das dauernd passiert. Soros macht das nur mit offenem Visier, was ihn schon wieder besser macht als die meisten anderen von der Sorte.


    Wenn er neoliberal ist, warum hat er sich dann gegen die Bushs und Trump positioniert?


    Ich meine ja, er fördert Stiftungen, die die Demokratie und offene Gesellschaft fördern. Daran sehe ich erstmal nichts schlimmes. In den USA ist er unter den üblichen Verdächtigen dafür ebenso verhasst, wie unter russischen Nationalisten oder israelischen.
    Ich erkenne nicht, das er Russland gezielt angreift. Er macht dort das, was er überall tut.
    Seine Stiftungen wurden dort des Landes verwiesen, weil sie sich mit den Verbrechen der Sowjets befasst haben.

  • Ist er wirklich nur ein Philantroph?


    https://de.wikipedia.org/wiki/…ciety_Foundations#Ukraine

    Zitat

    Teil des OSF-Netzwerks ist die International Renaissance Foundation, welche sich nach eigener Aussage für eine demokratische und pluralistische Gesellschaft in der Ukraine einsetzt.[4] Sie wird aber auch von der Mir & Co Foundation als Geldgeberin genannt, die laut Selbstdarstellung militärische Unterstützung leistet: „Helping Armed Forces of Ukraine, National Guard of Ukraine, Special Operation Forces and volunteers.“ Dabei wird auch die Versorgung mit Ausrüstung und Munition genannt.

  • Nicht auszuschliessen, das er auch andere Wege beschreitet. Was allerdings auszuschliessen ist, ist das er im Auftrag der US-Regierung handelt.
    Oder irgendwelcher Zionisten, für den Kater.
    Er unterstützt die Palästinenser mit viel Geld. Was ihn in Israel ebenfalls zum Hassobjekt macht.

  • Beispiel:



    Milliardär Soros will Bush los werden

    Zitat


    Soros sagte der "Washington Post", dass die Bush Regierung von einer "rassistischen Ideologie" geleitet sei, die zu einem Missbrauch der US-Macht im Umgang mit anderen Völkern führe. Den amerikanischen Präsidenten bezeichnete der 74-jährige Milliardär als "Gefahr für die Welt". Um ihn los zu werden, spendete Soros fünf Millionen Dollar an die linksgerichtete Organisation MoveOn.org.


    http://www.spiegel.de/wirtscha…-los-werden-a-273699.html


  • Da steht, das Hillary Clinton ihn um Rat gefragt hat. Nicht umgekehrt.
    Spricht erstmal nicht dafür, das er in deren Dienst steht.
    Er hat auch eine Pro-Snowden Petition gestartet und an Obama gerichtet. Sich gegen Trump und Bush betätigt. Das klingt nicht nach einem US-Schergen.


    Heise haut hier genau in die Kerbe der internationalen Rechten, die Demokratisierung und Öffnung der Gesellschaft, als Verschwörung der Finanzeliten gegen die Identität und Souveränität der Nationalstaaten brandmarken.
    Sein Engagement für die Demokratie und Bürgerrechte, sei nur ein Vehikel um die Nationalstaaten zu schwächen und ihm und den anderen Eliten weitgehend ungehindert zu ermöglichen spekulativen Geschäften nachzugehen. Ihm, der mit 87 den Großteil seines Vermögens gespendet hat.
    Ab dem Punkt wird das Argument etwas fragwürdig, in meinen Augen.
    Er hat sich gegen das Apartheids-Regime engagiert, für die Rechte der Palästinenser, für eine humane Behandlung der Flüchtlinge 2016 (weshalb Orban ihm vorwirft, er wolle Ungarn islamisieren, absurd), für Whistleblower, für den Schutz des demokratischen Votums in der Ukraine vor russischen Aggressionen etc.(wobei ich den Teil Munition zu liefern auch fragwürdig finde, Versorgung von Kriegswaisen und Verwundeten dagegen nicht).
    Weder macht das aus neoliberaler Sicht Sinn, noch hinsichtlich der Vertretung von US-Interessen, denen seine Taten ja auch oft genug zu widerlaufen.. Er hat mit seiner Tätigkeit schon so ziemlich jedem vor den Kopf gestossen.
    Das das sicher nicht alles perfekt ist und sich die Frage stellt, warum jemand überhaupt mit Spekulation so reich werden kann (grundsätzlich), ändert nichts daran, dass es gut ist dieses Geld für die Förderung offener Gesellschaften und der Demokratie auszugeben. Aus meiner Sicht jedenfalls. Ein Nationalist wird das natürlich als Bedrohung ansehen und das tun sie ja auch.
    Grundsätzlich sehe ich die Tatsache, das die nationalistische Fraktion keines Landes der Welt ihn mag, ihn teils sogar fanatisch hasst und unzählige Verschwörungstheorien andichtet (siehe Eingangsbeitrag), erstmal als Punkt für ihn an. Er muss etwas richtig machen und einen wunden Punkt bei denen treffen.

  • ...
    Ich erkenne nicht, das er Russland gezielt angreift. Er macht dort das, was er überall tut.
    Seine Stiftungen wurden dort des Landes verwiesen, weil sie sich mit den Verbrechen der Sowjets befasst haben.


    Ich brauche keine Milliardäre, die mir einen neuen kalten Krieg vor die Haustür herbeidirigieren. Ich will das nicht noch einmal.


    Die Freiheit des Einzelnen auf Kosten der Schwächung des Staates. Deregulierung, Privatisierung (der zweite Link von Diogenes). Er erweckt den Eindruck, er wäre ein Guter, aber er ist ein Feind staatlicher Eingriffe. Und das bedeutet dann nichts anderes als Oligarchie, denn der Kapitalismus mündet losgelassen automatisch dort. Es ist egal, ob er selbst tatsächlich etwas Gutes will. Er hilft mit, die Demokratie in eine Oligarchie zu verwandeln. Die offene gesellschaft ist nur ein Hebel dafür. Wenn es hier knallt, weil der kalte Krieg heiß wird, dann sitzen Leute wie George Soros schon längst dort wo es friedlich geblieben ist. Egal in welcher Nation. Hauptsache sie ist offen für alle und natürlich für Weltbürger wie ihn. Er kann sich mit seinen Bodyguards sowieso Alle vom Leib halten, egal welcher Fraktion.

  • Ich brauche keine Milliardäre, die mir einen neuen kalten Krieg vor die Haustür herbeidirigieren. Ich will das nicht noch einmal.



    Es ist sehr unwahrscheinlich, dass ein kalter oder heisser Krieg durch die Demokratisierung oder Liberalisierung der Länder entsteht. Verantwortlich dafür ist traditionell eher nationalistische Großmannssucht. Rohstoffmangel ist ebenfalls ein häufiger Grund oder Mafiosis die sich an ihren Thron klammern.
    Das zwei Demokratien noch nie miteinander Krieg geführt haben, ist ja auch bekannt.
    Darüber gibt es auch Statistiken. Je weiter die Vernetzung der Staaten voranschreitet, desto weniger Kriege gibt es, das ist seit Jahrzehnten eine kontinuierliche Entwicklung (vor allem auch in der EU). Liberale Demokratien haben die Welt friedlicher gemacht.



    Die Freiheit des Einzelnen auf Kosten der Schwächung des Staates. Deregulierung, Privatisierung (der zweite Link von Diogenes). Er erweckt den Eindruck, er wäre ein Guter, aber er ist ein Feind staatlicher Eingriffe. Und das bedeutet dann nichts anderes als Oligarchie.
    Es ist egal, ob er selbst tatsächlich etwas gutes will. Er hilft mit, die Demokratie in eine Oligarchie zu verwandeln. Die offene gesellschaft ist nur ein Hebel dafür. Wenn es hier knallt, weil der kalte Krieg heiß wird, dann sitzen Leute wie George Soros schon längst dort wo es friedlich geblieben ist. Egal in welcher Nation. Hauptsache sie ist offen für alle und natürlich für Weltbürger wie ihn. Er kann sich mit seinen Bodyguards sowieso Alle vom Leib halten, egal welcher Fraktion.


    Ich lese da folgendes heraus: Das Problem sind nicht die Oligarchen oder Warlords, die bereit sind für ihren Machterhalt gegen Demokratisierung und Liberalisierung in den Krieg zu ziehen, sondern jene, die sich im Sinne dessen mit ihnen anlegen und sie in Frage stellen (das ist die einzige Schlussfolgerung, die ich dem entnehmen kann). Im Moment ist es ja eher so, dass die Oligarchen Soros am meisten hassen. Das ist deiner Logik folgend ein Oxymoron. Als Verfechter des Recht des Stärkeren, wäre er deren natürlicher Verbündeter. Aber das ist nicht das wofür er sein Vermögen ausgegeben hat.

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  • Es ist sehr unwahrscheinlich, dass ein kalter oder heisser Krieg durch die Demokratisierung oder Liberalisierung der Länder entsteht. ...

    :talktalk: Theoretisch. De facto steuern wir darauf zu. Das müsste so nicht ablaufen.



    Ich lese da folgendes heraus: Das Problem sind nicht die Oligarchen oder Warlords, die bereit sind für ihren Machterhalt gegen Demokratisierung und Liberalisierung in den Krieg zu ziehen, sondern jene, die sich im Sinne dessen mit ihnen anlegen und sie in Frage stellen (da ist die einzige Schlussfolgerung, die ich dem entnehmen kann). Im Moment ist es ja eher so, dass die Oligarchen Soros am meisten hassen. Das ist deiner Logik folgend ein Oxymoron. Als Verfechter des Recht des Stärkeren, wäre er deren natürlicher Verbündeter. Aber das ist nicht das wofür er sein Vermögen ausgegeben hat.


    Er hat ja sogar ausgesprochen, dass seine Klasse am gewinnen ist. Frag Georg Schramm. :p


    Er verhält sich nicht so, als wäre er ein Ritter der Oligarchie. So ähnlich habe ich es ja gesagt, bevor Du mir das Wort im Munde herumgedreht hast. Er tut so als wäre er ein Guter, ich schätze aber es kommt etwas Schlechtes dabei heraus. Das ist ganz unabhängig davon was echte Kämpfer der Oligarchie so treiben.

  • Generell ist man wohl gut beraten, allen, die mit besonderem Sendungsbewusstsein einer Mission zu folgen den Anschein machen, mit Skepsis und einer ordentlichen Portion Misstrauen zu begegnen. Denn Sendungsbewusste sind meistens gegenüber ihren Kritikern intolerant und bereit, über die Rechte der anderen einfach mit dem Stiefel hinweg zu marschieren. Das gilt für alle Feldpostnummern. Und je mächtiger und einflussreicher die Einzelnen sind, desto mehr tendieren sie zum Absolutismus.


    Andererseits bedeutet das nicht, dass ich Soros alle guten Absichten absprechen, oder alles was er tut und unterstützt in Bausch und Bogen pauschal verdammen würde.
    Sein Geld würden vermutlich alle nehmen, die es gut brauchen können. Also ist es im Einzelfall für die bedachten Partikularinteressen ein Gewinn, dass es Soros und Co. gibt. Und wenn in Ländern, in denen die Freiheit eher als Lippenbekenntnis und in propagandischtischen Sonntagsreden vor kommt, die Gruppen, die sich darum bemühen, für mehr Demokratie und Freiheit die Basis zu legen und ein Bewusstsein in der Bevölkerung überhaupt erst einmal zu wecken und zu verankern, Soros' Geld das erst möglich macht, bin ich dafür, es zu nehmen. Das ist allemal besser, als keine Mittel zu haben um diese Prozesse in Gang zu setzen und die Unfreiheit totalitärer Regimes zu überwinden. Gleiches Recht für alle.

    2 Mal editiert, zuletzt von A3243 () aus folgendem Grund: Form

  • :talktalk: Theoretisch. De facto steuern wir darauf zu. Das müsste so nicht ablaufen.


    Weiss nicht genau was du meinst. Wo läuft die Liberalisierung und Demokratisierung von Ländern auf Krieg hinaus und warum?
    Und was müsste anders sein?




    Er hat ja sogar ausgesprochen, dass seine Klasse am gewinnen ist. Frag Georg Schramm. :p


    Er verhält sich nicht so, als wäre er ein Ritter der Oligarchie. So ähnlich habe ich es ja gesagt, bevor Du mir das Wort im Munde herumgedreht hast. Er tut so als wäre er ein Guter, ich schätze aber es kommt etwas Schlechtes dabei heraus. Das ist ganz unabhängig davon was echte Kämpfer der Oligarchie so treiben.


    Wo habe ich was verdreht, ich habe die einzig mir logische Schlussfolgerung daraus gezogen.
    Demokratische Bewegungen zu fördern, verursacht Krieg, weil die betroffenen Warlords und Oligarchien darauf eben keine andere Antwort haben als Krieg. Also sollte man eben lieber einknicken um Krieg zu vermeiden.
    Wenn sie bei Wahlen gewinnen würden, dann würden sie ja offene Wahlen zulassen.
    Es macht in meinen Augen keinen Sinn, dass seine Grasswurzel-Arbeit vor allem in Gebieten, die nicht demokratisch sind, die Demokratie in eine Oligarchie verwandeln sollen. Im Gegenteil, die Oligarchien wehren sich mit Händen und Füssen gegen seine Aktivitäten und dichten ihm so ziemlich jedes noch so absurde Teufelszeug an (er ist Sozialist, Kapitalist, will die Islamisierung, ist ein Feind des Islam etc. alles und das Gegenteil auch). Das besagt auch schon etwas.
    Und die Aktivitäten von Soros sind nun nicht hauptsächlich im wirtschaftlichen Bereich vorzufinden, so das man vermuten könnte, das er irgendeiner Finanzmafia zur Macht verhelfen will.
    Er steht eher für das Konzept des freien kosmopolitischen Individuums mit denselben Grundrechten weltweit, gegenüber dem nationalen Volkskörper (soll keine Naziassoziation sein, auch wenn es so klingt), der sich vor allem als Abgrenzung aller anderen begreift. Mir persönlich sagt ersteres zu jedem Zeitpunkt eher zu (in Maßen, man kann nämlich nicht alles gleich machen, ich bin kein Sozialist). Die besonders Paranoiden vermuten halt, dass eine Welt, die nicht von Stacheldraht, Selbstschussanlagen und Säbelrasseln geprägt ist, direkt eine Welt mit einer Weltregierung ist, die von einer dunklen Finanzelite regiert wird und das Soros dafür kämpft.
    Als ob sowas machbar wäre und als ob es nur Extreme gibt.
    Wenn, dann würde ich Soros eher vorwerfen, das er zu naiv ist, in so einem Unterfangen. Ich sehe jedoch nicht wie er davon profitiert, sich mit jedem anzulegen. Auch über den IWF hat Soros in den letzten Jahrzehnten nicht viel Gutes zu berichten und ihn für den Ruin vieler Länder, inklusive Russland, verantwortlich gemacht.

    4 Mal editiert, zuletzt von A0583 ()

  • Generell ist man wohl gut beraten, allen, die mit besonderem Sendungsbewusstsein einer Mission zu folgen den Anschein machen, mit Skepsis und einer ordentlichen Portion Misstrauen zu begegnen.


    Naja sicher. Ich habe mich bis vor ein paar Tagen gar nicht so ausführlich mit ihm befasst gehabt.
    Mir fiel dann vor allem auf, mit welcher Intensität der überall gehasst wird. Ãœberall, von bestimmten Gruppen.
    Es gibt kein Land, das ihm zugeneigt ist oder für das er arbeitet. Sondern exakt immer dieselbe Gruppe, die national/religiösen/rechten/Konservativen inklusive der Querfront, die Angst vor der Weltherrschaft der Finanzelite hat, aber ihren Sozialismus mit Verschwörungstheorien und/oder Antisemitismus vermischen. Ein Jude mit viel Geld aus dem Finanzgeschäft, da klingelt bei manchen direkt der Pawlow.
    Und die Intensität des Hasses hat mich aufhorchen lassen. Dies und die Absurdität einer Vielzahl der Vorwürfe.
    Er mischt im Syrienkrieg mit, sabotiert Trump, zettelt mit links überall Revolutionen an (arabischer Frühling, Ukraine), will Ungarn islamisieren, ist Feind Israels, ist in den Putsch in der Türkei verwickelt etc. Ist der Superman oder wie? Nur die Allernaivsten glauben, das ein Mann alleine das Weltgeschehen kontrollieren kann.
    Er muss bei den Menschen, die diesen Gruppen angehören, etwas triggern. Was die Absicht seiner Aktivitäten betrifft, so ist bei mir die Jury noch nicht durch. Aber es gibt einige, an denen ich keinen Gewinn für ihn, ausser für das Allgemeinwohl erkennen kann (bspw. Kampf gegen die Apartheid in Südafrika).
    Wenn er für Stiftungen die Flüchtlingen helfen, Rassismus gegen Roma bekämpfen, den Palästinensern helfen, Schwarzen in Südafrika zu Bildung verhalfen, Verbrechen der Sowjetunion aufklären, das imperialistische Vorgehen der Neocons in den USA kritisieren angefeindet und gehasst wird, dann hat dieser Gegenwind schon einen üblen Beigeruch. Es ist kein Beweis, aber schon sehr auffällig.

    2 Mal editiert, zuletzt von A0583 ()

  • Soros ist natürlich der perfekte Sündenbock und ein ideales Ziel für alle möglichen Vorurteile, den Hass auf Reiche, die sich mit ihrem Geld Einfluss erkaufen können, und es auch noch tun, für die politische Kaste weil er ein Nonkonformist und nicht-steuerbarer Eigenbrötler ist, für die Autoritären, weil er liberal und freiheitlich ist, für die Muslime, weil er Jude ist, für die Sozialisten, weil er Kapitalist ist und für die Liberalen, weil er selbst zwar den Kapitalismus nutzt, um seinen Reichtum zu mehren, diesen aber verwendet, um gegen das eigene Lager zu wettern und seine Kaste anzuklagen, die Welt gegen die Wand zu fahren und den ökonomischen Liberalismus, der in Wahrheit nur Egoismus und Gier verkörpert, verurteilt.
    Wenn alle gegen einen wettern, und zwar aus unterschiedlichen Gründen und immer in den Bereichen, wo die Wetterer ihre Blinden Flecken haben, kann nicht alles falsch sein, was derjenige macht, gegen den das allseitige Gezeter geht.

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  • Im Grunde wären alle Zeterer gerne selbst ein Soros, unter dem Motto "Wenn ich der König der Welt wäre, dann würde ich..."

  • Weiss nicht genau was du meinst. Wo läuft die Liberalisierung und Demokratisierung von Ländern auf Krieg hinaus und warum?
    Und was müsste anders sein?


    Zunächst mal auf einen kalten Krieg wegen der Aktionen in der Ukraine. Nenne es so oft Liberalisierung und Demokratisierung wie Du willst, mit ist eine diplomatische Entspannungspolitik im Osten lieber.



    Wo habe ich was verdreht, ich habe die einzig mir logische Schlussfolgerung daraus gezogen.
    Demokratische Bewegungen zu fördern, verursacht Krieg, weil die betroffenen Warlords und Oligarchien darauf eben keine andere Antwort haben als Krieg. Also sollte man eben lieber einknicken um Krieg zu vermeiden.
    ...


    Ich habe gesagt, dass ich es nicht akzeptiere, wenn sich Privatpersonen in die inneren Angelegenheiten eines Landes einmischen, noch dazu auf eine Weise die in kriegerischen Auseinandersetzungen mündet. Außerdem habe ich gesagt, dass Soros dem neoliberalen Ideal, der frei herummarodierenden Konzerne und Kaptalmärkte den Weg bereitet. Das lasse ich mir auch nicht mit Hilfe von Warlords ausreden oder mit dem versteckten Vorwurf deren Argumente zu übernehmen.

  • Zunächst mal auf einen kalten Krieg wegen der Aktionen in der Ukraine. Nenne es so oft Liberalisierung und Demokratisierung wie Du willst, mit ist eine diplomatische Entspannungspolitik im Osten lieber.


    Ja, aber die militärische Eskalation ging ja da ganz klar von Russland aus. Die Ukrainer wollten nur demokratische Selbstbestimmung und das ihrem Votum nach Zuwendung zu Europa folge geleistet wird, weshalb Janukowitsch aus dem Amt gejagt wurde. (Und ja, in der Ukraine haben die Amerikaner unabhängig davon mitgemischt, kein gute Idee, aber das hat augenscheinlich mit Soros nichts zu tun)
    Im Endeffekt läuft es darauf hinaus, das du sagst, das wenn jemand eskaliert, man klein beigeben sollte. Das sehe ich nicht so. Dann kann ja jeder kommen und durch die Gegend drohen um seine Ziele zu erreichen.
    Ich finde es viel besser wenn unabhängigen Stiftungen sich für sowas engagieren, als staatliche Akteure wie die USA, die nur ihren eigenen Vorteil und Profit im Sinn haben. Warum sollte man Menschen nicht dabei helfen an Bildung zu gelangen und ein Bewusstsein für demokratische Selbstbestimmung und Grundrechte zu entwickeln?
    Das ist ja das, was die Warlords stört, nicht irgendwelche Märkte.



    Ich habe gesagt, dass ich es nicht akzeptiere, wenn sich Privatpersonen in die inneren Angelegenheiten eines Landes einmischen, noch dazu auf eine Weise die in kriegerischen Auseinandersetzungen mündet. Außerdem habe ich gesagt, dass Soros dem neoliberalen Ideal, der frei herummarodierenden Konzerne und Kaptalmärkte den Weg bereitet. Das lasse ich mir auch nicht mit Hilfe von Warlords ausreden oder mit dem versteckten Vorwurf deren Argumente zu übernehmen.


    Ich konnte jetzt noch keinen Hinweis darauf entdecken, dass Soros sich für herummarodierende Konzerne und unregulierte Kapitalmärkte einsetzt. Das ist halt der generische Vorwurf, der schnell an einem ehemaligen Hedgefondsmanager kleben bleibt, selbst wenn nichts dran ist.
    Wie trägt der Einsatz für Prostituierte in Uganda dazu bei? Die Förderung von Universitäten? Organisationen zu unterstützen, die einen Boykott gegen Israel fordern, aufgrund seiner Politik gegenüber den Palästinensern?
    Im Endeffekt läuft es darauf hinaus zu sagen: Was interessiert mich das Elend der anderen.
    Ich persönlich bin dafür, nicht vor polternden und säbelrasselnden Warlords einzuknicken, nur weil die mit Krieg drohen. Und ich bin auch gegen staatlich gelenkte militärische oder anderweitige Eingriffe weltweit, wie es die USA so häufig tun.
    Aber nur um mit irgendeinem Land bessere Beziehungen zu haben, bin ich nicht Willens vor diesem zu kriechen.
    Die Bürger in den entsprechenden Ländern sollen ruhig etwas über Demokratie und Grundrechte erfahren und dann selber entscheiden.

  • Ja, aber die militärische Eskalation ging ja da ganz klar von Russland aus. Die Ukrainer wollten nur demokratische Selbstbestimmung und das ihrem Votum nach Zuwendung zu Europa folge geleistet wird, weshalb Janukowitsch aus dem Amt gejagt wurde. (Und ja, in der Ukraine haben die Amerikaner unabhängig davon mitgemischt, kein gute Idee, aber das hat augenscheinlich mit Soros nichts zu tun)...


    Ich denke schon dass Soros Stiftungen mit dem Maidan etwas zu tun hatten, aber das ist ja nur ein Beispiel. Du findest das richtig, weil Du es richtig findest dass Privatpersonen wenn sie reich genug sind, die für Dich "richtige Gesinnung" in die Welt hinaustragen. Ich finde das nicht richtig und ich finde es gefährlich. Wenn ich es gefährlich finde, sagst Du mir ich bin ein Feigling. Also gut. Dann lass die privaten Stiftungen der Konzerne überall auf der Welt die Bevölkerung aufwiegeln damit die dann "das Richtige" tut. Ich bin mal gespannt auf das Ergebnis und wie viele offene Gesellschaften wir anschließend haben und wie viele failed states und kalte Kriege.



    Ich konnte jetzt noch keinen Hinweis darauf entdecken, dass Soros sich für herummarodierende Konzerne und unregulierte Kapitalmärkte einsetzt. Das ist halt der generische Vorwurf, der schnell an einem ehemaligen Hedgefondsmanager kleben bleibt, selbst wenn nichts dran ist.
    Wie trägt der Einsatz für Prostituierte in Uganda dazu bei? Die Förderung von Universitäten? ...
    Ich persönlich bin dafür, nicht vor polternden und säbelrasselnden Warlords einzuknicken, nur weil die mit Krieg drohen. Und ich bin auch gegen staatlich gelenkte militärische oder anderweitige Eingriffe weltweit, wie es die USA so häufig tun.
    Aber nur um mit irgendeinem Land bessere Beziehungen zu haben, bin ich nicht Willens vor diesem zu kriechen.
    Die Bürger in den entsprechenden Ländern sollen ruhig etwas über Demokratie und Grundrechte erfahren und dann selber entscheiden.


    Du willst dass private Konzerne eingreifen, aber Staaten sollen das nicht tun. Ich will dass überhaupt keiner irgendwo eingreift, wo er nichts zu suchen hat. Bildung und Wissen zu verbreiten ist in Ordnung und wünschenswert, aber als außenstehende Partei Regime-Changes zu treiben, ist anrüchig und verdächtig und eigenen Interessen dienend und führt immer zu Konflikten und Problemen. Und außerdem hat es natürlich niemand nötig vor irgendwelchen Warlords zu kuschen. Ich hätte dem IS schon wesentlich früher die Grenzen aufgezeigt und zwar massiv. Sich mit Russland oder Atommächten anzulegen ist aber eine andere Nummer und da gehe ich nicht mehr so ohne weiteres mit. Mach da bitte einen Unterschied oder ich klinke mich aus.

  • Wenn man immer nur von den extremst negativen möglichen Folgen ausgeht, die jedes Tun nach sich ziehen kann, sollte man eigentlich das Haus gar nicht mehr verlassen, obwohl, ob das tatsächlich eine Lösung ist? Immerhin, unsere Fach-Statistiker werden das bestätigen können, die weitaus meisten Unfälle...


    Meines Erachtens nach sind Privatpersonen in erster Linie einmal Individuen, die ihrem eigenen Anspruch und Möglichkeiten nach aktiv werden können, dürfen und sollen - oder es lassen. Je nach Gusto.
    Die einen gehen bei Demonstrationen mit, schließen sich internationalen Organisationen an und retten Wale gegen japanische Schlachtkreuzer und deren Jagdkommandos; andere erklettern sich eine bessere Aussicht auf die Welt, indem sie Schornsteine erklimmen und Plakate aufhängen, andere meinen, es reicht ein paar Unterschriften auf geduldigem Papier zu hinterlassen, und wieder andere sind der Auffassung, zuschauen und kommentieren sei die beste aller Optionen.


    Dann gibt es auch noch diejenigen, die ihren Ãœberzeugungen und Auffassungen mittels Vergabe von Mitteln an Organisationen Ausdruck verleihen. Die einen Spenden an Parteien, die anderen an NGOs, wieder andere den Kirchen und Glaubensgemeinschaften, damit die "das Wort" in die Welt tragen können, natürlich "das richtige" Wort der "richtigen" Konfession. Alles ganz öffentlich.


    Kurzum, es gibt so etwas wie "privat" in der Meinungsäußerung von Individuen nicht. Jeder ist ein Individuum mit allen Rechten, die das Gebot der freien Meinungsäußerung und freien politischen Betätigungsmöglichkeiten innerhalb der gegebenen Ordnung mit sich bringen. Und wenn jemand in einer Diktatur die unterdrückte Meinungsäußerung "befreien" hilft, sollte der Maßstab gelten, der innerhalb der unterdrückten Menschen angelegt wird - und zwar von denen. Wenn in Nazi-Deutschland die Juden von Aussen Unterstützung erhalten hätten, wenn potente Gruppen die Machenschaften der Nazis offen gelegt hätten, wäre damals vermutlich einiges in andere Bahnen gelenkt worden.
    Wenn oft genug mit den Fingern auf die Schergen und deren Befehlshaber gezeigt wird und alle wissen, dass das Regime eines von Schlächtern und Unmenschen ist, Geld fließt, um dagegen anzukämpfen, halte ich das, vor den geschichtlichen Hintergründen, zunächst einmal für eine gute "Einmischung".
    Die offensichtliche Unterscheidung ist die, ob die handelnden Individuen ein Amt bekleiden, was sie dann wieder einschränkt, weil das Amt Regularien mit sich bringt und die "persönliche" Einschätzungen und Handlungsoptionen hinter der "offiziellen" Lesart und Positionsbestimmung zurück stehen lässt.



    Dann gibt es natürlich auch die legitime Haltung, auf all das zu pfeifen, weil man um den eigenen Pelz fürchtet und der einem nun einmal näher ist, als der Nachbarn Wohnung, die gerade geräumt wird, nachdem die Bewohner "abgereist" sind...
    Aber darum sollen sich mal schön die anderen kümmern ...., ich schau mir das vom Sofa aus an und kommentiere dann fachkundig.
    Auf die eine oder andere, weitgehend selbst bestimmte, Art und Weise, findet irgendwann ein jeder zu seiner individuellen Bestimmung... ;) :erol:

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