Kaputtes Kosovo

  • Es gibt ein Jubiläum. 10 Jahre Unabhängigkeit des Kosovo. Gratulation? Nicht wirklich, denn dieses Land dürfte es nach Völkerrecht gar nicht geben. Aber damals sah man das wohl nicht so eng und was vielen nicht so bewußt ist, man brauchte dieses Land auch für etwas ganz anderes.


    Das wurde mir schon 2000 von Kosovaren im Kosovo erklärt. Und nicht nur von denen. Auch ein Oppositionspolitiker, den ich vom Flughafen Hannover nach München fuhr.


    So richtig verstanden hatte ich das damals nicht aber nach der Lektüre dieses Artikels, wird mir einiges etwas klarer.


    Zitat

    [FONT=&amp]Vor zehn Jahren, am 17. Februar 2008, erklärte die Republik Kosovo ihre Unabhängigkeit von Serbien. Doch bis heute ist der gesamte Norden des Landes eine Art Niemandsland: Offiziell wird das Gebiet von der nur 40 Kilometer entfernten Hauptstadt PriÅ¡tina aus verwaltet. In Wahrheit ist der Landstrich um Mitrovica herum, in dem rund 50.000 Serben leben, ein schwarzes Loch. Die Zentralregierung in PriÅ¡tina hat dort nicht viel zu melden: Auf der anderen Seite der Ibar-Brücke haben die Autos entweder gar keine oder alte jugoslawische Kennzeichen, beim Einkauf werden auch serbische Dinar als Zahlungsmittel akzeptiert, die Bewohner dürfen sogar an serbischen Wahlen teilnehmen. Als sehr speziell und prekär bezeichnet auch der Balkan-Experte Florian Bieber von der Uni Graz die Lage in und um Mitrovica herum. Ermutigt auch durch serbische Politiker, richte sich der Blick der Menschen permanent in Richtung Belgrad statt PriÅ¡tina - in der Hoffnung, dass aus der gefühlten irgendwann eine tatsächliche Grenze werden könnte:[/FONT]


    [FONT=&amp]"Das ist der entscheidende Punkt: Dass es viele Serben gibt, sowohl im Norden in den Gemeinden um Mitrovica herum und auch in Serbien selber, die hoffen, dass irgendwann eine langfristige Lösung zu einer neuen Grenzziehung führen könnte, das heißt, dass der Norden Serbien zugeschlagen werden würde und das der Deal wäre, mit dem Serbien die Unabhängigkeit des Kosovo anerkennt.[/FONT]

    http://www.deutschlandfunk.de/…ml?dram:article_id=410961


    Die ethnische Trennung von Muslime und Christen, das war es, dass unsere Völkerrechtsbieger wollten. Damals natürlich anders formuliert, gönnerhaft, großzügig. Heute scheint es niemanden zu interessieren, dass WIR dort einen Schaden angerichtet haben, vor denen einige Spezialisten damals schon gewarnt haben. Im Norden die Serben, im Süden Kosovaren (ist genau so ein Kunstbegriff wie Palästinenser!) und dazwischen Interessen islamischer Diktaturen wie Saudi Arabien. Da wir das aber als "Guten Fundamentalismus" einstufen, sind die Rufe nicht ganz so laut.


    Was ist nun das Problem mit dem Kosovo? Ein solches haben (oder hatten) nur die Serben. Und wer den Krieg verfolgt hat, der weiß welches. Und wer den Krieg verfolgt hat, der weiß auch, dass der dreckig war.
    Und dieser Schmutz haftet nur krustig an den Menschen im Kosovo, denn wir haben ja damit jetzt und heute wenig zu tun. Wenig auch in Sachen Reflektieren der Geschehnisse.


    Wo ist die Verantwortung, die WIR übernommen haben, indem wir etwas duldeten, was eigentlich rechtlich nicht möglich war? Es scheint, als würde man nun sagen: Kümmert euch um euch selbst, ihr seit jetzt Staat und wir mischen....uns nur ein, wenn wir einen Nutzen sehen."


    Wer kennt Kosovaren und wer hat sich mit ihnen über die Situation damals und heute unterhalten? Waren die 10 Jahre erfolgreich im Sinn eines funktionierenden Staates oder wurde den Menschen eine Bürde auferlegt, die sie damals noch gar nicht definieren konnten?


    War die aufgedrängte und undurchdachte Unabhängigkeit ein Fehler?

  • Ich weiß gar nicht, was du willst. Haben "wir" doch gut hinbekommen. Land zerstört, Serbenvertreibung und damit verbundene Verbrechen bis heute nicht aufgeklärt, bis 2008 mit UNMIK- Pässen ohne Relevanz rumrennen lassen, völkerrechtlicher Status bis heute nicht allgemein anerkannt (u.a. fehlen 5 EU- Mitglieder (!)), eine "uns" halbwegs genehme Regierung installiert, kein UN Mitglied... Und - natürlich - Kandidat für die EU Mitgliedschaft. Läuft!

  • Das haben WIR gemacht? Schrecklich.
    Besser, man hätte einen trump´schen Zaun drumherum gemacht und ohne jede Einmischung geschaut, wer übrigbleibt. Gell?
    Der kater ht kürzlich ausgeführt, dass man jeden in seinem Land machen lassen soll, was er will. Dazu passt Dein Satz

    Zitat

    Wo ist die Verantwortung, die WIR übernommen haben, indem wir etwas duldeten, was eigentlich rechtlich nicht möglich war?

    rein gar nicht.

  • Ich weiß gar nicht, was du willst. Haben "wir" doch gut hinbekommen. Land zerstört, Serbenvertreibung und damit verbundene Verbrechen bis heute nicht aufgeklärt, bis 2008 mit UNMIK- Pässen ohne Relevanz rumrennen lassen, völkerrechtlicher Status bis heute nicht allgemein anerkannt (u.a. fehlen 5 EU- Mitglieder (!)), eine "uns" halbwegs genehme Regierung installiert, kein UN Mitglied... Und - natürlich - Kandidat für die EU Mitgliedschaft. Läuft!


    Haben wir wunderbar hinbekommen, vorher Bürgerkrieg hinterher Frieden. Viel besser geht nicht.
    Gut, die Russen haben das im Sicherheitsrat geblockt - Scheiß drauf.
    Das einzige was wirklich noch besser gewesen wäre, wäre das Konzept auch auf den Nordkosovo anzuwenden und den bei Serbien zu belassen.


    Gruß
    Verbalwalze

  • @Walze


    Wenn du nichts weiter drauf hast, als trollig hier den Kasper zu geben, dann verpiß dich aus diesem Thema. Zu sagen hast du eh nix.


    :gaehn:

  • Ich weiß gar nicht, was du willst. Haben "wir" doch gut hinbekommen. Land zerstört, Serbenvertreibung und damit verbundene Verbrechen bis heute nicht aufgeklärt, bis 2008 mit UNMIK- Pässen ohne Relevanz rumrennen lassen, völkerrechtlicher Status bis heute nicht allgemein anerkannt (u.a. fehlen 5 EU- Mitglieder (!)), eine "uns" halbwegs genehme Regierung installiert, kein UN Mitglied... Und - natürlich - Kandidat für die EU Mitgliedschaft. Läuft!


    Man hat den europäischen NATO Partnern mal die Gelegenheit gegeben, ihre Fehler selbst zu machen. Das war schon was.
    Was hervorsticht, es gab nie ein Miteinander, sondern die Regionen wurde mehr oder weniger sich selbst überlassen. Der Kosovo war eine Region, die immer mit den Orthodoxen ihre Probleme hatte. Der Vielvölkerstaat Jugoslavien wurde auseinander gerissen und Völkerrecht nach eigenem Dünken ausgelegt. Ich lasse jetzt mal einzelne Ereignisse außer Acht, die noch zur Verschärfung der allgemeinen Lage beitrugen, denn auch diese stellen sich im Nachhinein als völlige Unfähigkeit heraus.


    Was wir heute auf diesem Gebiet beobachten können, ist das Resultat einer völlig fehlende Nachsorge, die Gebiete wieder auf Vordermann bringt und für einen EU Beitritt fit zu machen. Gut, in den reicheren Ländern fehlen dann günstige Gastarbeiter....


    Das Jubiläum erinnert mich an eins, dass man nehmen sollte, um endlich Fehler zu korrigieren oder sie zu mindest mal einzugestehen.

  • ...........Der kater hat kürzlich ausgeführt, dass man jeden in seinem Land machen lassen soll, was er will. ............................


    Genau das hat der "Kater" nirgends ausgeführt. Wo Völkerrecht und Menschenrechte mißachtet werden, Massenmord und ethnische Säuberung an der Tagesordnung sind, ist ein Eingreifen auf der Basis eines UNO/Sicherheitsratsmandats durchaus angesagt. Ansonsten hat das Prinzip der Nichteinmischung in Innere Angelegenheiten zu gelten, zudem gibt es eine ganze Palette der diplomatischen Einflußnahme, die man allerdings generell nach gleichen Maßstäben anwenden sollte, um in der Politik glaubwürdig zu bleiben.

  • Deine öfteren Ausführungen über die Nichteinmischung in Innere Angelegenheiten habe ich aber genau so wahrgenommen. Was des Eingreifens würdig ist, ist Interpretationssache.

  • Deine öfteren Ausführungen über die Nichteinmischung in Innere Angelegenheiten habe ich aber genau so wahrgenommen. Was des Eingreifens würdig ist, ist Interpretationssache.


    Nein, es ist eine Sache des Völkerrechts. Wenn der "gute" Westen es ständig bricht, braucht er sich über Nachahmer nicht beklagen.

  • Henne oder Ei...


    Nein, das trifft es nicht. Es gibt geltendes Recht. Es kommt nicht darauf an, wer es zuerst gebrochen hat. Aber es ist ein ziemlich bigottes Schauspiel, dem "guten Westen" bei der Dämonisierung des Erzfeindes zuzusehen, wenn er versucht, andere für Dinge zu verurteilen, die er ebenfalls am Fließband produziert. Das hinterlässt ein ganz übles Gschmäckle.

  • Das hinterlässt ein ganz übles Gschmäckle.


    Ja, aber gibt es, was das betrifft, überhaupt jemanden, der im Recht oder unschuldig ist?
    Wo wird denn interveniert? Wenn es den eigenen strategischen Interessen dient, sonst nirgends. In Ruanda oder Srebrenica wurde jedenfalls nicht interveniert. Gleichermaßen verkaufen nichtwestliche Akteure ebenfalls ihre Angriffskriege als Selbstverteidigung oder Intervention. Die Türken in Syrien, Russland in Georgien etc. pp.
    Ist nur eine Frage der Zeit bis China sich irgendwo präventiv "verteidigen" werden muss.
    Dieses Spiel, der jeweils anderen Seite den moralischen schwarzen Peter zuzuschieben, ist doch nur allzu durchschaubar.
    Um Recht und Gerechtigkeit geht es in der internationalen Politik nicht, ging es nie und wird es auch nie gehen.
    Wenn wir diese grundsätzliche Tatsache anerkennen, dann wird schnell deutlich, das es niemanden gibt, der unschuldig ist und sich damit moralische Bewertungsmaßstäbe weitestgehend erübrigen.

    Einmal editiert, zuletzt von A0583 ()

  • Ja, aber gibt es, was das betrifft, überhaupt jemanden, der im Recht oder unschuldig ist?...


    Unter den knapp 200 Staaten der Welt findet man sicherlich einige. Die meisten müssen allerdings eher ohnmächtig dem Treiben bestimmter Führungsnationen zuschauen.

  • Unter den knapp 200 Staaten der Welt findet man sicherlich einige. Die meisten müssen allerdings eher ohnmächtig dem Treiben bestimmter Führungsnationen zuschauen.


    Vielleicht war sogar jeder mal irgendwo, irgendwann im Recht. Aber sobald es um globale Politik geht, existieren keinerlei moralische Maßstäbe. Es geht nur darum die eigenen Interessen zu verteidigen und denen des Gegners zu schaden. Aus diesem Blickwinkel ist eigentlich alles zu betrachten, in meinen Augen.
    Niemand hat im Kosovo aus reiner Menschenfreundlichkeit interveniert.
    Wenn es nichts zu holen gibt, dann greift auch niemand ein. Wie gesagt, siehe Ruanda, siehe Srebrenica.

  • Deine öfteren Ausführungen über die Nichteinmischung in Innere Angelegenheiten habe ich aber genau so wahrgenommen. .....................


    Dann entsprechen Deine geehrten Wahrnehmungen eben nicht dem Geist dessen, was ich geschrieben habe. Z.B. habe ich die Intervention der UdSSR in Afghanistan immer verurteilt, obwohl sie sogar völkerrechtlich korrekt war, denn sie erfolgte auf Wunsch der afghanischen Regierung. Ebenso ist das Engagement Russlands in Syrien völkerrechtlich korrekt, denn Assad als syrischer legitimer Regierungschef hat es angefordert. Alle anderen Invasoren in Syrien handeln völkerrechtswidrig. Allerdings verurteile ich auch hier das ausländische Eingreifen aller, auch Russlands.

  • Dann entsprechen Deine geehrten Wahrnehmungen eben nicht dem Geist dessen, was ich geschrieben habe. Z.B. habe ich die Intervention der UdSSR in Afghanistan immer verurteilt, obwohl sie sogar völkerrechtlich korrekt war, denn sie erfolgte auf Wunsch der afghanischen Regierung.

    Wenn ein Diktator Hilfe eines anderen Landes anfordert, ist das also von haus aus völkerrechtlich korrekt. Dann sind alle Aufstände, wie verständlich auch immer, zu verurteilen und zu bekämpfen?
    Ebenso ist das Engagement Russlands in Syrien völkerrechtlich korrekt, denn Assad als syrischer legitimer Regierungschef hat es angefordert. [/quote]Aaaah ja!

  • Wenn ein Diktator Hilfe eines anderen Landes anfordert, ist das also von haus aus völkerrechtlich korrekt.


    So ist das nun einmal im Völkerrecht. So lange er keinen Genozid verübt, sind


    ... alle Aufstände, wie verständlich auch immer...


    eine innere Angelegenheit dieses souveränen Landes.


    Wer daran etwas ändern möchte, muss das Völkerrecht weiterentwickeln. Und zwar nicht einseitig wie die USA, die mal eben dem Terrorismus weltweit den Krieg erklären, was völkerrechtlich absoluter Quatsch ist.

  • ....
    Wenn wir diese grundsätzliche Tatsache anerkennen, dann wird schnell deutlich, das es niemanden gibt, der unschuldig ist und sich damit moralische Bewertungsmaßstäbe weitestgehend erübrigen.


    DAS ist astreine Relativierung. :wink5: ....also ist es schlicht egal? Bewertungen brauchen wir deshalb auch nicht und alles kann so weiter gehen. Machen ja alle und gut. Und was ist schon anerkanntes, akzeptiertes (Unterschrift) Recht? Reicht doch, wenn man sich dazu bekennt, einhalten ist überflüssig.



    Ja wo sind wir denn jetzt gelandet? Diskussionen nur im und um den Dunstkreis der Politopianer und die Außenwelt bleibt draußen?
    "Der Westen" steht als persönliche Bezeichnung derer, die man zitiert und nicht für eine Politik, der sich Staaten mehr oder weniger freiwillig fügen.


    Na gut. Wenn das der Horizont des Forums sein soll, dann ist der ganz schön eng.


    Und das nächste Volk, dass der Westen mit Augenzu vor Völkerrecht wieder in die Freiheit schickt, wird schon vor der Tür stehen. Irgendeins gibt es ja immer. Und wenn dann mal wieder ein Enklave der Russen, mit einem Bevölkerungsanteil von um die 80% völlig überraschend lieber mit Russen will, als mit Absurdistanern, dann erinnern wir uns neblig an ein Gesetz, dass man den Russen abersowasvon um die Ohren hauen kann. :lol:


    Kinners, klar geht es darum die Russen etwas besser darzustellen, als sie es verdient haben. Denn nur so ist es möglich, das Absurde zu bebildern, die Realität so zu drehen, dass sie selbst für eingefleischte Transatlantiker unverständlich wirkt.


    Und ich hätte gern Belege dafür, dass die Russen in der UKR einen Angriffskrieg geführt haben. Das wär mal ein Ding. Das kann nicht mal der UN Sicherheitsrat, ohne dabei auf gefälschte Beweise zurückzugreifen oder Indizien als Beweise umzuinterpretieren.


    Und nun wieder zum Balkan....was war denn dort der Anfang. Wer hat als erster geschossen?


    Ausgang waren Konflikte um Kohle, Kies, Schotter oder einfach GELD! Das völlig vernachlässigte zusammengebrochene Jugoslawien, ein vielvölkerstaat, wie es ihn in Europa fast nicht nochmal gibt, stritt sich innerhalb der Grenzen dieses Landes um schlichte Verteilung von Geldern. Da wurde schnell die jahrzehnte lange Unterdrückung der Identitäten zur Trumpfkarte und diese wurde nationalistisch gezogen. Sowas ist direkt vor der Haustür, ach was, direkt auf dessen Schwelle, zu Europa kein guter Sachverhalt.


    Und natürlich mußte man eingreifen. So weit so gut. Aber auch so ungeschickt. Denn "Der Westen" kannte sich in diesem Land nicht aus. Das war auch einheitlich Meinung derer, mit denen ich um 2000 rum zu tun hatte. Wie der Elefant im sprichwörtlichen Porzellanladen wurde orientierungslos agiert und Gegebenheiten und Umstände vor Ort nicht berücksichtigt.
    Fast die gleiche Arroganz, wie seiner Zeit im Orient. Grenziehung ohne Verstand und Autonomiebestrebungen wurde nur selektiv unterstützt. Und warum nun der Kosovo? Warum wurde da so agiert, wie es geschehen ist? Was sind denn Kosovaren? ....kleiner Tipp: Das Kosovo hat eine lange Grenze zum einzigen Land in Europa, dass es medial nicht gibt. Wo sehr strenge Muslime bis ins 21 JH hinein sich in Europa festgesetzt haben. Ja, Kosovaren sind eigentlich Albaner! Nur das im Norden des Landes eben Serben wohnen, so wie in der Ostukraine Russen wohnen. Und als die Autonomie beschlossene Sache war, gabs Flüchtlinge. Jede Menge. Nämlich Serben, die nicht in einem muslimischen Land leben wollten. Aus bekannten Gründen.


    Ich bewerte moralisch und nach den Möglichkeiten der internationalen Rechtssprechung. Und wenn Serben Kosovaren jagen, weil die Kohle haben, an die die Serben gern wollten (und die Kosovaren hatten durch ihre internationale Vernetzung mit anderen Muslimen und den daraus resultierenden Handelsverbindungen richtig gut Geld[und ich hab für einen Kosovaren gearbeitet und dadurch mit vielen Kontakt]). Und ich hab die Ergebnisse vor Ort betrachten dürfen. Zerbombte Wohnhäuser, zerbombte Moscheen, zerbombte Friedhöfe. Hier wurde gegen die Zivilbevölkerung vorgegangen und nicht gegen UCK Kämpfer.
    Waren die Kosovaren also unschuldig? Nö, auch nicht. Auch hier gab es schmutziges in Serie. Hat aber die Invasionstruppen der NATO nicht interessiert.


    Erst der wirklich abzusehende erstarkende Nationalismus der Serben hat die Situation eskalieren lassen. Und die Vorgeschichte kannst du gut bei WIKI nachlesen. Der Kosovo hatte ja schon zu Jugo Zeiten einen Sonderstatus (Muslime!). Serbien hat das ignoriert, weil Nationalisten nun mal für so etwas blind sind und entweder das eigene Land haben wollen oder eben morgen schon die ganze Welt. ....und wenn es nur ihre eigene kleine ist!


    Diesen Nationalismus haben WIR (nicht du) unterstützt. Wie es immer war. Denn Nationalismus ist so dermaßen Kurzsichtig, dass man doch tatsächlich denkt, man könne sowas kontrollieren. Nur wie man sieht, fliegt uns diese Duldung heute aktuell auf dem Balkan um die Ohren.


    Die aktiven Handler haben seiner Zeit in Jugoslawien so gut wie alles falsch gemacht. Wir haben eine Strategie kopiert, die noch nie funktioniert hat und das sagt mir persönlich so einiges. Es wurden Ethnien ignoriert, Regionen abgesperrt, Regionen vernachlässigt.
    Wer 2000/2001 in Montenegro war, der hatte nicht den Eindruck, dass hier mal vor kurzem Krieg gewesen sein soll. Wer an Skopje vorbei fuhr,der hatte den Eindruck, dass hier gewütet wurde, als gäbe es kein Gestern und wenn man von der Einfahrtsstraße ins Tal von Peja schaute, der konnte schön die halben Einfamilienhäuser sehen, in Teilen wieder erbaut aber noch nicht verputzt.
    Jeder, den ich traf, hatte eine Waffe dabei. Denn ab und an verschwanden Menschen immernoch und natürlich waren das nach Aussage der Kosovaren die Serben, die einfach nicht aus dem Norden abhauen wollten. ....werten darf diese Aussagen jeder selbst, Ich werte sie als das was sie sind, ein durch jahrelang geschürten Unwillen, die Völker Jugoslawien zusammen zu bringen (was bei Orthodoxen und den vorhandenen Fundamentalmuslimen (vorrangig Albaner) kaum möglich war). Das Eingreifen der NATO Truppen war deshalb auch ein Reinfall, weil man von einer Istsituation ausging, die es so nie gab.


    Intelligerterweis hätte man ja mal die Menschen selbst fragen können....so Basisdemokratisch und so... aber darum ging es ja nie.
    Denn die Ergebnisse hätte gänzlich anderes Handel bedingt, davon bin ich heute überzeugt. So wie es gemacht wurde, ist es die Schablone, die schon seit über 200 Jahren von der gleichen Seite angewendet wurde und noch heute gilt.


    Nie werde ich etwas grundsätzlich anerkennen, nur weil es alle machen. Und schon gar nicht bilde ich mir meine Meinung nach diesen Maßstäben. Und wenn alle in den Brunnen springen..........ziehe ich den Eimer hoch, damit die auch ja drin bleiben. :biggrin:

  • ................... Dann sind alle Aufstände, wie verständlich auch immer, zu verurteilen und zu bekämpfen?
    ..........................................!


    Aufstände sind eben Innere Angelegenheiten! Jedes Volk hat das Recht, seine Regierungen, die nicht funktionieren, revolutionär zu stürzen. Nur muss man das sorgfältig vorbereiten und vor allem Strategien entwickeln, wie die Revolution erfolgreich geführt werden soll und wie es nach dem Sturz der Etablierten Macht weitergeht. Wer sich da von außen einmischt und ebenfalls nur unzureichende Vorstellungen entwickelt, wie das Land nach Regimewechsel funktionieren soll, macht sich schuldig. Es gibt derzeit genügen "failed states" infolge dümmlicher westlicher Politik.

  • Und ich hätte gern Belege dafür, dass die Russen in der UKR einen Angriffskrieg geführt haben. Das wär mal ein Ding. Das kann nicht mal der UN Sicherheitsrat, ohne dabei auf gefälschte Beweise zurückzugreifen oder Indizien als Beweise umzuinterpretieren.


    • Soziale Medieneinträge von russischen Soldaten mit ukrainischem Fotohintergrund und Geotag
    • Terminale Abgänge in russischen Kasernen
    • Fotos von russischer Ausrüstung in der Ukraine
    • Zeugenaussagen der Anführer der Simulationsseparatisten ...
    • ... die selbst oft Russen sind
    • Plötzlich an der russischen Grenze aufpoppende große "Separatistenverbände"
    • Ach ja, die Vorgeschichte, das Krimzeugs mit lokalen "Separatisten" mit modernen Russenjeeps aus dem Armyshop
    • Okinal echte Russensoldaten, die im 10+ Pack festgenommen wurden und die Russland zurückhaben wollte.


    "Indizien" zum drin ersaufen.


    Ausgang waren Konflikte um Kohle, Kies, Schotter oder einfach GELD! Das völlig vernachlässigte zusammengebrochene Jugoslawien, ein vielvölkerstaat, wie es ihn in Europa fast nicht nochmal gibt, stritt sich innerhalb der Grenzen dieses Landes um schlichte Verteilung von Geldern. Da wurde schnell die jahrzehnte lange Unterdrückung der Identitäten zur Trumpfkarte und diese wurde nationalistisch gezogen. Sowas ist direkt vor der Haustür, ach was, direkt auf dessen Schwelle, zu Europa kein guter Sachverhalt.


    Und natürlich mußte man eingreifen. So weit so gut. Aber auch so ungeschickt. Denn "Der Westen" kannte sich in diesem Land nicht aus. Das war auch einheitlich Meinung derer, mit denen ich um 2000 rum zu tun hatte. Wie der Elefant im sprichwörtlichen Porzellanladen wurde orientierungslos agiert und Gegebenheiten und Umstände vor Ort nicht berücksichtigt.


    Das ist eben Quatsch, im Gegensatz zum Irak oder zu Lybien ist es gelungen das Land zu befrieden, nachhaltig. Man kann dem Westen vorwerfen. dass nicht FRÃœHER HÄRTER hingelangt wurde. Und man kann sollte außerdem den debilen Völkerrechtsfetischisten und Jugo-Multikultijüngern ankreiden, dass sie die Bosnier zwingen zusammen im einem dysfunktionalen Staat zu leben. Allerdings könnten die sich natürlich zusammentun und denen einen Strich durch die Rechnung machen.



    FUnd warum nun der Kosovo? Warum wurde da so agiert, wie es geschehen ist? Was sind denn Kosovaren? ....kleiner Tipp: Das Kosovo hat eine lange Grenze zum einzigen Land in Europa, dass es medial nicht gibt. Wo sehr strenge Muslime bis ins 21 JH hinein sich in Europa festgesetzt haben. Ja, Kosovaren sind eigentlich Albaner! Nur das im Norden des Landes eben Serben wohnen, so wie in der Ostukraine Russen wohnen. Und als die Autonomie beschlossene Sache war, gabs Flüchtlinge. Jede Menge. Nämlich Serben, die nicht in einem muslimischen Land leben wollten. Aus bekannten Gründen.


    Das ist eine dreiste Verkehrung des Verlaufs. Erstmal hat Serbien verfassungwidrig dem Kosovo die Autonomie entzogen, und die Albaner dortselbst ein ganz klein wenig unterdrückt, woraufhin die dort bei 90% Bevölkerungsanteil eine verständliche Welle gemacht haben. Auf diese Welle hat der serbische Zentralstaat keinesfalls angemessen reagiert sondern so wie schon vorher in Bosnien, mit Gehacke. Und erstmal gab es viel mehr (!) albanische Flüchlinge aus dem Kosovo, weil wie Du schon sagtest die Serben nicht in einem muslimischen Land leben wollten. Das Land wollten sie aber behalten, konsequenterweise mussten halt die Menschen weg.
    Und es ist ein Unterschied ob man selbst freiwillig geht, wenn man nicht unter einer bestimmten Bevölkerungsmehrheit leben will, oder ob man die Bevölkerungsmehrheit rausschmeißt, weil man nicht unter ihr leben will.
    Und mal ganz nebenbei, Serbien hatte ja ziemlich lange die Kontrolle und hätte problemlos den Nordkosovo behalten können. Aber sie haben den Kanal eben nicht voll genug bekommen und wenn man das zu lange macht, dann nervt das alle anderen.


    Serbien hat genau das bekommen, was es verdient hat.


    Gruß
    Verbalwalze