Die Islamisierung des Nahen Ostens - und die Ursprünge des arabischen Frühlings

  • Das Thema ist ja sehr umfassend und immer wieder Objekt hitziger Debatten, daher möchte ich dazu meine persönliche Analyse zum Besten geben.


    Anfangen möchte ich mit diesem Video, das gut veranschaulicht, was sich im Nahen Osten in den letzten 50-60 Jahren verändert hat. Der ägyptische Präsident lacht über die Vorstellung, das Frauen Kopftuch tragen müssen. Eine absurde Vorstellung für viele Ägypter, in der damaligen Zeit.



    Die meisten haben die Fotos aus Afghanistan, dem Irak, der Türkei und vielen anderen Ländern aus der Zeit gesehen, auf denen Frauen Miniröcke trugen, keine Kopftücher, geschweige denn Burkas zu sehen waren und die Religiösität eher ein Nischendasein fristete. Heute würden in praktisch jedem islamischen Land des Nahen Ostens religiöse Parteien absolute Mehrheiten gewinnen. Das haben wir in Ägypten gesehen, im Irak, in Tunesien, in der Türkei und in Syrien oder Libyen wäre es nicht anders.
    Was ist passiert?


    1. Westliche/östliche Aussenpolitik


    Die westliche/östliche Aussenpolitik, zurückreichend bis um die Jahrhundertwende des 19. und 20. Jahrhunderts, hat viele sehr toxische Grundlagen für die politischen Entwicklungen im Nahen Osten gelegt. Seit der Zunahme der Bedeutung des Öls, spätestens seit der Umstellung der britischen Flotten von Kohle auf Öl, der Produktion von Plastik und des massiven Aufkommens an Autos, hat das globale Interesse an der Region massiv zugenommen.
    Es wurden künstliche Grenzlinien gezogen, Marionetten installiert, die ihre Länder zugunsten westlicher Petroleumfirmen ausbluten ließen. Versuche, die Einnahmen zu nationalisieren wurden blutig im Keim erstickt, beispielsweise im Iran unter Mossadegh oder im Irak unter General Qasim, die beide mit Hilfe des CIA gestürzt wurden.
    Die Diktaturen die folgten und von Ost wie West unterstützt wurden, stärkten die islamistischen Bewegungen unfreiwillig.
    Zudem wirkten militärische Interventionen wie ein Brandbeschleuniger. Der sowjetische Einmarsch in Afghanistan (dort wurde Al-Qaida von Veteranen der Muslimbrüder aus der Taufe gehoben), Irak 2003, der US-Einmarsch in Afghanistan etc.
    Die militanten, islamistischen Widerstandskämpfer wurden jedes mal stärker und mit ihnen radikalisierte sich auch die Bevölkerung. Im Irak traf sich die Führungsschicht des IS in einem US-Amerikanischen Hochsicherheitsgefängnis und knüpfte dort erste Verbindungen, im Jahr 2006.
    Auch die rücksichtslosen Bombenkampagnen, besonders der USA, haben zu einer starken Radikalisierung innerhalb der Bevölkerungen geführt.
    Das Festhalten an und das Hochrüsten (z.B. wurden die berüchtigten Giftgas-Angriffe auf die Kurden im Irak, durch Saddam Hussein, mit Hubschraubern amerikanischen Fabrikats durchgeführt) blutrünstiger Diktaturen, haben die Islamisten in den Mainstream gespült und dafür gesorgt, dass sich die Gesellschaften stark islamisiert haben.
    Der Westen und die Sowjetunion haben hier versagt und zur Misere stark beigetragen.


    2. Saudi-Arabien


    Hier spielt auch der Westen oder besser das gesamte Ausland eine Rolle. Saudi-Arabien ist größter Exporteur von Terrorismus und Fanatismus. Der Wahhabismus ist eine Herrschaftsideologie, die Saudi-Arabien exportiert, um sich in anderen Ländern Einfluss zu sichern. Ausgehend von den Moscheen und Universitäten, haben sie sich so Einfluss gesichert.
    Die Radikalisierung des Islams in Indonesien bspw. geht auf eine Saudi-Arabisierung der Lehrstätten in Indonesien zurück. Mit deren Geldern wurden die Schulen und Lehrer bezahlt und somit bestimmten sie auch den Lehrplan.
    Dieses Bild zeigt sich vielerorts. Auch in Ägypten haben sie starken Einfluss und waren die Königsmacher von al-Sissi, da sie um jeden Preis verhindern wollten, dass ein demokratisches Experiment in ihrem Nachbarland gelingt.
    Das Misslingen demokratischer Experimente, stärkt wiederum die Konkurrenz Saudi-Arabiens, die Muslimbrüder und all ihre Terrorableger.
    Auch hier ist das zugrundeliegende Ãœbel das Öl, ohne das Saudi-Arabien praktisch nichts vorzuweisen hätte.
    Ohne Petrodollars aus Saudi-Arabien, wären die salafistischen Bewegungen weltweit nicht so stark, wie sie es heute sind.


    3. Arabische Diktaturen


    Die arabischen Diktaturen haben allesamt versagt. Auch wenn vielerorts zu Beginn die Zeichen auf Modernisierung standen, erwies sich das zuletzt als Trugschluss. Oftmals stützten sich die Regime auf kleine Eliten in den Städten und entfremdeten sich von den Mehrheiten auf dem Land, die oftmals sehr traditionell lebten und mit einer kompromisslosen Reformierung von oben nichts anfangen konnten. Die Diktatoren, die oft im Westen studierten oder westlich sozialisiert waren, hatten keine Verbindung zu ihrem Volk.
    Die Regime versuchten in der Regel mit Gewalt ihre Herrschaft zu stützen und bereicherten sich maßlos, während die Bevölkerungen verarmten und die Gesellschaften verwahrlosten. Saddam Hussein, Ghaddafi, die Assads, Reza Pahlavi oder Habib Bourguiba bauten beispiellose Polizeistaaten auf, während ihre Frauen in Paris shoppen gingen, die Kinder an Elite-Unis studieren gingen und die Bevölkerung Not litt. Einer der Söhne von Saddam Hussein soll etwa 1000 Autos besessen haben.
    Ihre Unterstützung war zum Ende hin dermaßen rückläufig, das ein Ghaddafi oder ein Assad ohne massive Söldnerarmeen aus dem Ausland, kaum hätten Widerstand leisten können.
    Zählt man all diese Diktaturen zusammen, haben sie Millionen von Menschen auf dem Gewissen.
    Selbiges kann man den Militär-Eliten in der Türkei vorwerfen. Auf einen hochrangigen General geht der Spruch zurück: "Das Militär ist dazu da, um den Staat vor dem Volk zu schützen." In dieser Mentalität spiegelt sich der ganze Kern des Problems wieder.
    Auch wenn die Türkei ein Sonderbeispiel darstellt, hat die Religiösität in all diesen Ländern in den letzten 50 Jahren dramatisch zugenommen. Spürbar und sichtbar.
    Die islamistische Ideologie geht auf das 19. Jahrhundert zurück und war zuerst als antikoloniale Bewegung gestartet.
    Im 20. Jahrhundert wurde sie jedoch ebenfalls zum Sammelbecken der Opposition in den arabischen Ländern und radikalisierte sich. Je härter die Staaten gegen sie vorgingen, desto mehr radikalisierten sie sich und desto mehr Zulauf erhielten sie. Aus den ägyptischen Folterknästen stammt die Ideologie der Muslimbrüder, aus denen die Hamas, Al-Qaida und zum Schluss der IS hervorgingen. Das Versagen der arabischen Nationalisten in Ägypten hat diese Ideologie hervorgebracht und in die Welt getragen.
    Alle Regime mussten zuletzt Zugeständnisse machen und sogar Saddam Hussein präsentierte sich kurz vor seinem Ende als eifriger Muslim, der er vorher nie war. Religiöse Parteien sind vielerorts zu Massenbewegungen mit Potential zu absoluten Mehrheiten geworden.
    Korruption, Gewalt, Armut, Reformstau und auch die Agitation der islamistischen Parteien haben dazu geführt, dass der arabische Sozialismus und Nationalismus tot ist und westliche/östliche Systeme als gescheitert und als Einfallstor für korrupte Handlanger des Auslands betrachtet werden.
    Hier öffnen die islamistischen Bewegungen aller Couleur ihre Arme für die Bevölkerung, die dieses Angebot oft dankend annimmt.
    Hass auf die alltägliche Gewalt, die Massenexekutionen, die Gleichgültigkeit der Regime ihrer Bevölkerung gegenüber, so wie die bittere Armut und das Elend vielerorts, haben eine extrem explosive Stimmung erzeugt.
    In diese Stimmung fiel der arabische Frühling und konnte zum Flächenbrand werden, weil eine ganze Reihe von Ländern von diesen Problemen betroffen war.
    Die Assads, Husseins, Pahlavis etc. haben dieses Problem und die Revolution durch ihr Versagen verursacht.


    Wie seht ihr das?

    5 Mal editiert, zuletzt von A0583 ()

  • Schwieriges Thema ...:
    "Die arabischen Diktaturen haben allesamt versagt."


    Sie mögen versagt haben, wurden aber allesamt durch noch Schlechteres ersetzt (sofern sie bereits ersetzt wurden). Viele dieser Länder sind in zahllose Stämme und religiöse Gruppierungen zersplittert, die sich sofort bekriegen, wenn sie nicht von 'jemandem' unter Kontrolle gehalten werden. Saddam Hussein war zweifellos ein grausamer Diktator, aber das alltägliche Leben im Irak funktionierte mehr oder weniger gut. Wer ihn nicht kritisierte, hatte (soweit ich das beurteilen kann) normalerweise nur wenig zu befürchten. Menschen, auch Frauen, studierten ...
    Wer einen solchen Diktator entfernt, und sich nicht vorher verdammt gut überlegt, wie er die dadurch entfesselten Kräfte konstruktiv in den Neuaufbau einbindet und womit er das nun entstandene Vakuum auszufüllen gedenkt, verschlimmert die Situation oft unggewollt dramatisch. Das gilt nicht nur für den Irak.


    Die Frage ist, wie/ob solche Gesellschaften darauf vorbereitet werden können, ohne Diktator auszukommen, ohne sofort das Opfer religiöser und anderer Fanatiker zu werden?

  • Saddam Hussein war zweifellos ein grausamer Diktator, aber das alltägliche Leben im Irak funktionierte mehr oder weniger gut.


    Ja, jenseits der Massenverhaftungen und Exekutionen. Ich habe meine Abschlussarbeit über Saddam Hussein geschrieben und Recherchen in arabischen Orginalquellen betrieben. Er war ein absolut psychpathischer, widerwärtiger Serienmörder. Und ein Großteil seiner Familie auch.
    Der Irak hatte Ruhe unter ihm. Friedhofsruhe. Weil eigentlich kein Tag verging, an dem jemand nicht ermordet wurde.
    Die Frage, die ich mir stelle ist, in wie weit ist das erstrebenswert? Oder in wie weit macht ihn das besser als Psychpathen, die wegen der Religion jeden Tag Menschen umbringen? Wenn jemand ein Massemmörder ist, ist das Motiv dann noch wirklich entscheidend?
    Ist es wirklich ein Unterschied, wenn der IS aus religiösem Wahn 10 Menschen tötet oder Saddam, weil er eine Familie, die ihre Tochter nicht als Sexobjekt für seine Söhne hergeben will, erschiessen lässt. Wer ist der größere Psycho? Schwer zu sagen.
    Vor allem im angesicht dessen, das diese Diktaturen das Volk in die Arme dieser Extremisten getrieben haben.



    Wer einen solchen Diktator entfernt, und sich nicht vorher verdammt gut überlegt, wie er die dadurch entfesselten Kräfte konstruktiv in den Neuaufbau einbindet und womit er das nun entstandene Vakuum auszufüllen gedenkt, verschlimmert die Situation oft unggewollt dramatisch. Das gilt nicht nur für den Irak.


    Die USA haben über sowas überhaupt nicht nachgedacht. Das CIA hat Saddam mit den Namen kommunistischer Aktivisten versorgt, damit er sie umbringen kann. Sie haben ihn während des Krieges mit dem Iran beliefert und wollten das er gewinnt. Und als er in Bezug auf Kuwait durchdrehte, haben sie ihn abgesägt.
    Aber Saddam hatte während der gesamten Zeit, mit einer Mehrheit von Schiiten zu tun, von denen er einen signifikanten Teil umbringen oder inhaftieren liess. Das Land brodelte. Und als die USA ihn entfernten, entfernten sie den Deckel auf dem Kochtopf, der den Kochtopf zum kochen brachte.



    Die Frage ist, wie/ob solche Gesellschaften darauf vorbereitet werden können, ohne Diktator auszukommen, ohne sofort das Opfer religiöser und anderer Fanatiker zu werden?


    Wie siehst du das für Indonesien? Die Saudi-Arabisierung des Landes hat dem Land geschadet. Können die das hinkriegen?

    2 Mal editiert, zuletzt von A0583 ()


  • Die Frage, die ich mir stelle ist, in wie weit ist das erstrebenswert?


    Nein, natürllich nicht.



    Oder in wie weit macht ihn das besser als Psychpathen, die wegen der Religion jeden Tag Menschen umbringen? Wenn jemand ein Massemmörder ist, ist das Motiv dann noch wirklich entscheidend?


    Es geht mir nicht darum, dass Saddam Hussein moralisch besser gewesen wäre als z. B. IS-Terroristen. Ich denke nur, dass es im Land noch funktionierende Infrastruktur gab, Schulen, Geschäfte ...



    Das Land brodelte. Und als die USA ihn entfernten, entfernten sie den Deckel auf dem Kochtopf, der den Kochtopf zum kochen brachte.


    Auch wenn es schwerfällt, das zu akzeptieren, aber vielleicht hätte man das Land besser sich selbst überlassen, bis die Bevölkerung selbst es geschafft hätte, sich des Diktators zu entledigen? Ich weiß es nicht, aber ich tendiere zu dieser Ansicht.



    Wie siehst du das für Indonesien? Die Saudi-Arabisierung des Landes hat dem Land geschadet. Können die das hinkriegen?


    Auch das kann ich nicht beantworten. Viele Indonesier sind so erschreckend unpolitisch (ich meine damit noch erschreckend unpolitischer als viele Deutsche). Sie kennen sich mit Schauspielern und Promis aus, diskutieren über religiöse Fragen, aber wirklich drängende Themen wie Umweltschutz oder eine Modernisierung des Landes tangieren sie nicht. Das liegt einerseits an der langen Kolonialzeit, während der vieles, nicht nur Materielles, zerstört worden ist, an der Armut vieler Menschen, die gar keine Zeit haben, an anderes als ihr Ãœberleben zu denken, andererseits auch an den Medien des Landes. Schalte den Fernseher ein und du wirst von irgendwelchem Trash oder Soap-Operas erschlagen. Das Internet funktioniert teilweise nicht zuverlässig, und aufgrund bestimmter Vergünstigungen, nutzt eine Mehrheit ohnehin vor allem Facebook (erstaunlicherweise ist die Provinz Aceh allerdings inzwischen zu einem regelrechten Steemit-Zentrum geworden - Kryptowährungen verschaffen möglicherweise eine gewisse Autonomie vom ungeliebten Rest des Landes).
    Vor diesem Hintergrund sind ohnehin eher unpolitische Menschen leicht beeinflussbar. Andererseits mögen viele Indonesier Musik, Tanz, feiern ... was in ziemlichem Gegensatz zu einer 'saudi-arabischen' Lebensweise steht. Die Frage nach der Zukunft Indonesiens kann ich nicht guten Gewissens beantworten, da spielen zu viele verschiedene Parameter eine Rolle.

  • Schwieriges Thema ...:...."Die arabischen Diktaturen haben allesamt versagt.".........................


    Die Ursachen für die Entwicklungen in den Muslimischen Staaten muss man in den Ereignissen vor dem Ersten Weltkrieg suchen, u.a. auch in der Rivalität des Dt. Reiches, Großbritanniens und Frankreichs um Einflussnahme im Osmanischen Reich, das sich im Stadium des Verfalls befand. Hinzu kam der aufkommende Zionismus, der zum Sikes-Picot-Abkommen und zur unseligen Balfour-Deklaration führte. Eine vernünftige Dekolonialisierung der islamisch geprägten Kolonien fand nicht statt. Statt dessen zogen die Kolonialmächte willkürlich Grenzen für ihre zukünftigen Einflusszonen und spielten die einzelnen Stämme gegeneinander aus, auch die Zionisten und Araber wurden aufeinander gehetzt und nach Jahrtausenden friedlichen Zusammenleben von Juden und Arabern kam es zur Feindschaft, die bis heute stetig eskaliert wird. Nationale Befreiungsbewegungen wurden militärisch niedergeschlagen, Despoten als hörige Vasallen des Westens installiert, damit man im Westen die Schuld für die Zustände auf "Einheimische" übertragen konnte. Hinzu kam eine Konfrontation mittels einer Ideologie, die besagte, dass die Völker der ehemaligen Kolonien nicht reif seien, sich selbst zu regieren. Im Ersten und Zweiten Weltkrieg rekrutierte man sogar Soldaten aus den Kolonien, um sie für imperialistische Interessen auf den Schlachtfeldern zu verheizen. Danach waren allerdings alle Versprechen hinsichtlich Unabhängigkeit und Dekolonialisierung vergessen, einzig den Zionisten gewährte man den Staat zulasten der arabischen Bevölkerung Palästinas. Jordanien, Saudi Arabien, Ägypten, Irak, Syrien etc. wurden infolge der Ergebnisse der beiden Weltkriege zwar formal unabhängige Staaten, an die Stelle des Konialismus traten allerdings die moderen, subtileren Unterdrückungsmethoden des Neokolonialismus. Und da die UdSSR im Ergebnis des II. Weltkriegs Weltmacht geworden war, der Kalte Krieg begonnen hatte, wurden die islamischen Staaten zugleich Aufmarschgebiet für den ideologischen Krieg der Systeme. Dass in den islamisch geprägten Staaten mit ihren feudalistischen, vorkapitalistischen Gesellschaftsstrukturen keine Basis für sozialistische Ideen gegeben war, übersah man im Osten. Also konnten die Baath-Bewegung und ähnliche intellektuelle Vorstellungen nur diktatorisch umgesetzt werden. Auch die PLO war eher eine weltliche Vereinigung des Widerstands. Als deren Erfolge im Kampf gegen die Zionistische Okkupation ausblieben, entstand die Hamas als religiöse Truppe, analog die Hisb Allah im Libanon oder eben die Muslim Brüder in den verschiedenen Staaten. Die islamische Befreiungsideologie, die Identifizierung der Massen mit ihrer Religion war eines der Ventile, die man dem Neokolonialismus entgegensetzen wollte. Eine Islamistische Indoktrination der Islamischen Staaten, angeführt von Saudi Arabien, kann ich nicht erkennen. Dass von den USA, Israel und den westlichen Mächten der Konflikt zwischen Saudi Arabien und dem Iran angeheizt wird, man Sunniten und Shiiten gegeneinander ausspielt, ist eine Tragik für die betroffenen Völker. Es bedarf eine völligen Neuorientierung der westlichen Politik im Nahen und Mittleren Osten, einer Deeskalation und aktiven Befriedungspolitik, die zugleich Chancen schafft, dass sich zivile Entwicklungsprozesse entfalten können und demokratische Verhältnisse von unten aus den Völkern herausbilden können.


  • Eine Islamistische Indoktrination der Islamischen Staaten, angeführt von Saudi Arabien, kann ich nicht erkennen.


    In Indonesien ist z. B. sehr wohl zu beobachten, wie immer mehr Menschen das saudi-arabische Frauenbild (Vollverschleierung) idealisieren. Als ich vor kurzem einen Artikel darüber schrieb, dass derzeit in Saudi-Arabien die entsprechenden Kleidervorschriften gelockert werden, waren es viele Indonesier, die das gar nicht verstehen wollten, weil offensichtlich von Saudi-Arabein finanzierte Koranschulen dort genau das Gegenteil predigen ...
    Inzwischen gehört es in bestimmten Kreisen zum guten Ton mindestens einmal im Leben in Mekka gewesen zu sein. Meine Frau sagt, dass das früher nicht so war. In teureren Hotels sieht man relativ viele saudi-arabische Geschäftsleute und politische Delgationen samt den dazugehörigen vollverschleierten Frauen.
    Auch wenn diese im öffentlichen Leben Indonesiens zu beobachtenden Veränderungen keine Beweise sind, spricht vieles für eine gezielte Beeinflussung seitens Saudi-Arabiens.


    Hier noch ein Bericht über den Einfluss Saudi-Arabiens auf Indonesien.

  • In Indonesien ist z. B. sehr wohl zu beobachten, wie immer mehr Menschen das saudi-arabische Frauenbild (Vollverschleierung) idealisieren. Als ich vor kurzem einen Artikel darüber schrieb, dass derzeit in Saudi-Arabien die entsprechenden Kleidervorschriften gelockert werden, waren es viele Indonesier, die das gar nicht verstehen wollten, weil offensichtlich von Saudi-Arabein finanzierte Koranschulen dort genau das Gegenteil predigen ...
    Inzwischen gehört es in bestimmten Kreisen zum guten Ton mindestens einmal im Leben in Mekka gewesen zu sein. Meine Frau sagt, dass das früher nicht so war. In teureren Hotels sieht man relativ viele saudi-arabische Geschäftsleute und politische Delgationen samt den dazugehörigen vollverschleierten Frauen.
    Auch wenn diese im öffentlichen Leben Indonesiens zu beobachtenden Veränderungen keine Beweise sind, spricht vieles für eine gezielte Beeinflussung seitens Saudi-Arabiens.


    Hier noch ein Bericht über den Einfluss Saudi-Arabiens auf Indonesien.


    Der Einfluss Saudi Arabiens ist gegeben, doch zwischen Islamismus und Islam, selbst wahhabistischen Islam sind erhebliche Unterschiede zu verzeichnen. Und derzeit öffnet sich Saudi Arabien eher, wobei ich nicht verkenne, wie die konservativen Kreise dort die Entwicklung noch behindern können. Absolut negativ ist derzeit die Außenpolitik des saudischen Königshauses mit der Konfrontation zum Iran, dem Krieg im Yemen und der völlig abwegigen Annäherung an das zionistische Regime Israels.

  • Eine Islamistische Indoktrination der Islamischen Staaten, angeführt von Saudi Arabien, kann ich nicht erkennen.


    Doch, die gibt es, ganz eindeutig. Mal ganz abgesehen davon, das Saudi-Arabien der mit Abstand größte Geldgeber für Terrororganisationen ist.


    INDONESIEN: Die schleichende Islamisierung



    Zitat

    Was drittens auch daran liegt, dass der Islam bereits seit den siebziger und achtziger Jahren und dann noch einmal verstärkt seit der Demokratisierung des Landes von saudi- und golfarabischen Interpretationen der Religion beeinflusst wird.


    Das wiederum hat seine Ursache einerseits in den vielen, vor allem weiblichen indonesischen Gastarbeitern in Saudi-Arabien, die bei der Rückkehr in die Heimat die dortige puritanische Interpretation des Islams mitbringen. Es gibt aber auch direkte Einflussnahmen sowohl des Staats Saudi-Arabien als auch durch private saudi- und golfarabische Geldgeber vor allem für islamische Gemeinden, Schulen und Pesantren (eine Art religiöser Internate in Indonesien). Wenn in solchen Einrichtungen der Wahhabismus gepriesen wird, gibt es keine toleranten Lehrer, die für einen Aufschrei sorgen. Was zumindest mit erklären könnte, warum laut einer repräsentativen Umfrage aus diesem Jahr gut sieben Prozent der Oberschüler in den Städten Jakarta und Bandung Zustimmung zu den Zielen der Terrororganisation IS bekundeten.


    Die saudi-arabische Botschaft in Indonesien ist in der Vergangenheit nicht davor zurückgescheut, in religionspolitischen Fragen direkt zu intervenieren. Belegt ist etwa, dass sie nachdrücklich darauf gedrängt hat, die zahlenmäßig unbedeutende Ahmadiyya-Sekte in Indonesien für unislamisch erklären zu lassen. Das geschah 2008 und gilt als Mitauslöser für eine zunehmende, auch gewalttätige, Feindschaft gegenüber Ahmadiyya-Gläubigen und anderen islamischen Abweichlern. Zuletzt wurden 2011 in der Provinz Banten mehrere Ahmadiyya von einem aufgehetzten Mob zu Tode geprügelt.
    Der saudi- und golfarabische Einfluss hat nicht allein, aber doch wesentlich zu einer insgesamt konservativeren, zu kleineren Teilen auch fundamentalistischen und reaktionären, zu noch einmal sehr viel kleineren Teilen auch terroristischen Interpretation des Islams in Indonesien beigetragen.


    http://www.faz.net/aktuell/feu…donesien-13688333-p3.html


    Saudi-Arabiens salafistischerBildungsexport radikalisiert Indonesiens Muslime


    Zitat

    Saudi-Arabien ist der größte islamische Bildungsanbieter weltweit. Die Lehrinhalte propagierenneben dem Salafismus und der Diffamierung anderer Glaubensgemeinschaftenein positives Image des Königreichs und können religiöse Konflikte intensivieren, soauch in Indonesien.


    https://www.uni-marburg.de/fb0…iter-en/seeth/gigasau.pdf


    Wie Saudi-Arabien deutschen Salafismus finanziert


    Zitat

    Die meisten dieser Prediger kommen aus Saudi-Arabien oder haben enge Verbindungen dorthin. Das ist kein Zufall. Saudi-Arabien ist das Mutterland des Wahhabismus – jener islamischen Reformbewegung, die zur wichtigsten Wurzel des Salafismus wurde. Seit mehr als 50 Jahren verbreiten saudische Geistliche ihre Lehren – weltweit. Im Rücken haben sie großzügig finanzierte staatliche Institutionen. Al-Arifi zum Beispiel ist Professor an der König-Fahd-Universität in Riad. Und die sponsert das Sendungsbewusstsein ihres Dozenten.


    https://www.welt.de/politik/au…alafismus-finanziert.html


    Afrikas Islam: Spielball der Saudis


    Zitat

    Reiche Saudis investieren Millionen in den Bau von Moscheen in Afrika. Ihnen wird vorgeworfen, durch radikale Prediger die Region zu destabilisieren. Dabei geht es längst nicht mehr nur um die Missionierung Afrikas.


    http://www.dw.com/de/afrikas-i…all-der-saudis/a-41263558


    Das muss mit sofortiger Wirkung unterbunden werden, möglichst in der gesamten EU.



    Es bedarf eine völligen Neuorientierung der westlichen Politik im Nahen und Mittleren Osten, einer Deeskalation und aktiven Befriedungspolitik, die zugleich Chancen schafft, dass sich zivile Entwicklungsprozesse entfalten können und demokratische Verhältnisse von unten aus den Völkern herausbilden können.




    Ich bin für die maximalstmögliche Heraushaltung aus den Geschehnissen dort unten und dafür neutrale Beziehungen zu allen Staaten zu halten.
    Assad oder die Saudis wären schon längst Geschichte, vielleicht sogar die Ayatollahs im Iran.

  • Deutschland wird für junge Indonesier immer attraktiver, unter anderem weil sie gezielt von Unternehmern im Hotelgewerbe und Pflege angeworben werden, eine Ausbildung bekommen und Geld verdienen, was sie unter anderem ihren Familien zukommen lassen.


    Eventuell ändert dies ja ihre Perspektive.

  • Das Thema ist ja sehr umfassend und immer wieder Objekt hitziger Debatten, daher möchte ich dazu meine persönliche Analyse zum Besten geben.


    Anfangen möchte ich mit diesem Video, das gut veranschaulicht, was sich im Nahen Osten in den letzten 50-60 Jahren verändert hat. Der ägyptische Präsident lacht über die Vorstellung, das Frauen Kopftuch tragen müssen. Eine absurde Vorstellung für viele Ägypter, in der damaligen Zeit...VZ


    Die Entwicklung ist wohl unverkennbar und hat währscheinlich ähnliche Ursachen wie die im Westen aufkommende Nationalisierung und "Identitätsfindung".Laufen die Sachen aus dem Ruder und ist die Orientierung gestört, dann reagieren die Menschen auf diesem Planeten in ihrem (psychischen) Stress wohl ähnlich.Sie orientieren sich an hirarchischen Strukturen die ein klares Weltbild versprechen und eine starke Gruppenzugehörigkeit.Sie ziehen sich in ein klar definiertes Schneckenhaus zurück.
    Das sie dadurch die Situation noch verschlimmern und alles verlieren können ist da ersteinmal nebensächlich.


  • Deutschland wird für junge Indonesier immer attraktiver, unter anderem weil sie gezielt von Unternehmern im Hotelgewerbe und Pflege angeworben werden ...


    Bei den deutschen VISA-Bedingungen kann ich mir nicht vorstellen, dass da viel draus wird.
    Wenn dann so ein Indonesier z. B. seine Ehefrau nachholen will, sind Bürokratie und die deutschen Ängste, jemand könnte für immer hier bleiben wollen, wieder Hemmnis Nummer eins.


    Gerne lasse ich mich aber durch konkrete Zahlen eines Besseren belehren.

  • Bei den deutschen VISA-Bedingungen kann ich mir nicht vorstellen, dass da viel draus wird.
    Wenn dann so ein Indonesier z. B. seine Ehefrau nachholen will, sind Bürokratie und die deutschen Ängste, jemand könnte für immer hier bleiben wollen, wieder Hemmnis Nummer eins.


    Gerne lasse ich mich aber durch konkrete Zahlen eines Besseren belehren.


    Es ging eher um Jugendliche, die in einigen Gegenden D den massiven Mangel an Auszubildenden decken und gleichzeitig einen Beruf erlernen.Ich habe darüber letztens eine Reportage gesehen wo ein Unternehmer selbst aktiv wurde und mittlerweile von anderen angesprochen wird ihnen bei der Anwerbung zu helfen.Wie viele das sind kann ich dir nicht sagen, aber die Unternehmer warten nicht mehr auf die Politik (in der Not), sondern werden selbst aktiv.
    Ob diese Jugendlichen hierbleiben nach ihrer Lehrzeit kann ich dir nicht sagen.Aber wenn sie nach Indonesien zurückgehen mit einem erlernten Beruf und einer anderen Perspektive kann das Indonesien sicherlich auch nicht schaden- denke ich.
    Das wäre auch ein Konzept für junge Afrikaner, die in ihrem Land dann etwas aufbauen können.Plus die Verbindungen, die D dann zu diesen Menschen (wirtschaftlich) in deren Ländern hätte.Ich finde das einen guten Ansatz.

  • Ja, die Unternehmen geben oft ihr Bestes, aber der Staat tut alles, um es ihnen zu verleiden.


    Wenn ich das schreibe, empfinde ich heute noch Bitterkeit wegen der elendigen Prozedur, die damals meine heutige Frau durchlaufen musste, bevor sie mich besuchen und später heiraten durfte (aber dieses Fass wieder aufzumachen, passt nicht besonders gut in diesen Thread).


    Prinzipiell sehe ich es auch positiv, wenn wirklich Indonesier hier ausgebildet werden.

  • die islamisierung des nahen osten ????
    ich versteh die überschrift nicht, hätte sie nicht heissen müssen:
    die islamisierung des westen, genauer, die islamisierung von weiten teilen von europa?

  • ..................... Mal ganz abgesehen davon, dass Saudi-Arabien der mit Abstand größte Geldgeber für Terrororganisationen ist........................................Ich bin für die maximalstmögliche Heraushaltung aus den Geschehnissen dort unten und dafür neutrale Beziehungen zu allen Staaten zu halten..........................


    Den ersten Satz wage ich zu bezweifeln, zumal jeder Staat auch das Recht hat, seine Interessen zu verfolgen und bei weitem nicht alles Terrororganisationen sind, die bei uns unter diesem Terminus laufen. Nationale Befreiungsbewegungen sind völkerrechtlich legitim. Zudem hat jedes Volk auch das Recht, seine innere Staatsordnung selbst zu bestimmen. Desweiteren werden diverse Organisationen vom Westen auch benutzt, um Staaten sowie deren Ordnung zu destabilisieren, danach jedoch fallen gelassen und zu Terrororganisationen erklärt, wie z.Z. die Kurden, die der türkischen Armee weitgehend wehrlos überlassen werden.


    Deutschland kann sich nicht aus den Beziehungen zu den islamischen Staaten heraushalten. Dazu sind wir viel zu stark sowohl historisch als auch aus der heutigen Interessenlage heraus involviert. Ohne den von den dt. Faschisten begangenen Holocaust hätten die Zionisten nie Palästina in der Form okkupieren können. Und das Verhältnis zu den orientalischen Staaten wird durch die einseitige dt. und westliche Unterstützung für Israel erheblich belastet. Immerhin ist für ein exportorientiertes Land, wie Deutschland der Orient ein Markt mit über 200 Millarden Euro Potential. Die gegen Iran verhängten USA-Sanktionen haben Deutschland erheblich geschadet, während US-Konzerne über Drittstaaten die Sanktionen unterlaufen und das Geschäft übernommen haben. Deutschland und Europa haben kein Interesse an destabilisierten Staaten im Nahen und Mittleren Osten sowie Nordafrika. Wir brauchen diese Märkte als kaufkräftige Märkte, wir brauchen dort nachhaltige Entwicklung, Kooperationsbeziehungen, um die unerwünschte Migration zumindest zu verlangsamen. Wir brauchen auch keine Kriege dort, die einzig die geostrategischen Interessen der USA bedienen, Europa aber schwächen, weil es mit den negativen Folgen zu kämpfen hat. Und wir dürfen nie vergessen, aus USA-Sicht ist Europa als geeinte Union eine Herausforderung, die deren Führung nicht wünschenswert erscheint, sondern als Konkurrenz begriffen wird.

  • die islamisierung des nahen osten ????
    ich versteh die überschrift nicht, hätte sie nicht heissen müssen:
    die islamisierung des westen, genauer, die islamisierung von weiten teilen von europa?


    Dann lies nochmal genau den Eingangsbeitrag und befrei dich von pawlowschen Reflexen.

  • die islamisierung des nahen osten ????................................


    Der Nahe Osten wurde im 7. Jh. unserer Zeitrechnung erfolgreich für den Islam gewonnen. Eine Islamisierung europäischer Regionen verlief erst erfolgreich, bis die Reconquista in Spanien die muslimische Herrschaft beendete und in Südosteuropa die Türken zurückgedrängt wurden, somit seit etwa dem 18. Jh. stetig ihren Einfluss verloren und zu Beginn des 20 Jh. zum "Kranken Mann" am Bosporus degenerierten, wodurch sie den Kolonialmächten Europas und später den USA das Feld freimachten, im Nahen und Mittleren Osten schamlos und mit brachialer Gewalt ihre Grossmachtinteressen umzusetzen.
    Eine Islamisierung Europas ist weitgehend chancenlos, da die Masse der Europäer nicht mehr religiös fanatisch ist und sich keineswegs dem Islam als offen erweist. Die muslimische Einwanderung ist zu marginal, um das zu verändern, zumal die offizielle Politik eher als islamfeindlich zu bezeichnen ist und derzeit massiv Islamophobie befördert.

  • Den ersten Satz wage ich zu bezweifeln, zumal jeder Staat auch das Recht hat, seine Interessen zu verfolgen und bei weitem nicht alles Terrororganisationen sind, die bei uns unter diesem Terminus laufen. Nationale Befreiungsbewegungen sind völkerrechtlich legitim. Zudem hat jedes Volk auch das Recht, seine innere Staatsordnung selbst zu bestimmen. Desweiteren werden diverse Organisationen vom Westen auch benutzt, um Staaten sowie deren Ordnung zu destabilisieren, danach jedoch fallen gelassen und zu Terrororganisationen erklärt, wie z.Z. die Kurden, die der türkischen Armee weitgehend wehrlos überlassen werden.


    Dann sollte sich Saudi-Arabien nicht überall mit seinen Geldern einmischen und diesen Prozess in seinem Sinne manipulieren. Siehe Ägypten, Indonesien, Irak, Jemen, etc. Das ist eben der Punkt des Ganzen, es gibt mindestens vier bedeutende Akteure in der Region, die die Geschehnisse versuchen in ihrem Sinne zu beeinflussen, mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg und nicht nur einen undurchsichtigen, allmächtigen Strippenzieher.
    Im Grunde hast du ja Recht, was eine Terrororganisation ist, ist Ansichtssache. Auch der IS sieht sich selber nicht als Terrororganisation, sondern sie sehen sich als rechtschaffene Freiheitskämpfer.
    Saudi-Arabien hat jedoch eine lange Geschichte diese Art von Freiheitskämpfern finanziell und materiell über geheime Kanäle oder Spendenfonds zu unterstützen. Dazu zählen mindestens der IS, Al-Qaida, die Taliban und die Hamas, sowie diverse salafistische Gruppen weltweit, unter anderem das "Lies" Projekt in Deutschland. Hast du dich mal damit befasst, was das für radikale Idioten sind?
    Natürlich kannst du jetzt wieder damit kommen, dass jede Gruppierung und jedes Land das Recht hat seine Interessen mit jeglicher Form von Gewalt und Manipulation zu verteidigen, wie du das bei Russland oder hier Saudi-Arabien machst. Das gilt dann aber auch für die USA, Israel und die Cosa Nostra und es gibt denen dann nichts mehr vorzuwerfen, von deiner Seite aus.
    Fakt ist jedenfalls: Saudi-Arabien ist eine treibende Kraft dahinter, den radikalen und militanten Islam in der Welt zu fördern.
    Und das muss unterbunden werden, ich glaube da sind sich eigentlich alle einig, sogar Russland, der Westen und die meisten Muslime.



    Deutschland kann sich nicht aus den Beziehungen zu den islamischen Staaten heraushalten. Dazu sind wir viel zu stark sowohl historisch als auch aus der heutigen Interessenlage heraus involviert. Ohne den von den dt. Faschisten begangenen Holocaust hätten die Zionisten nie Palästina in der Form okkupieren können. Und das Verhältnis zu den orientalischen Staaten wird durch die einseitige dt. und westliche Unterstützung für Israel erheblich belastet. Immerhin ist für ein exportorientiertes Land, wie Deutschland der Orient ein Markt mit über 200 Millarden Euro Potential. Die gegen Iran verhängten USA-Sanktionen haben Deutschland erheblich geschadet, während US-Konzerne über Drittstaaten die Sanktionen unterlaufen und das Geschäft übernommen haben. Deutschland und Europa haben kein Interesse an destabilisierten Staaten im Nahen und Mittleren Osten sowie Nordafrika. Wir brauchen diese Märkte als kaufkräftige Märkte, wir brauchen dort nachhaltige Entwicklung, Kooperationsbeziehungen, um die unerwünschte Migration zumindest zu verlangsamen. Wir brauchen auch keine Kriege dort, die einzig die geostrategischen Interessen der USA bedienen, Europa aber schwächen, weil es mit den negativen Folgen zu kämpfen hat. Und wir dürfen nie vergessen, aus USA-Sicht ist Europa als geeinte Union eine Herausforderung, die deren Führung nicht wünschenswert erscheint, sondern als Konkurrenz begriffen wird.


    Sich herauszuhalten, muss ja nicht heissen keine Beziehungen zu halten. Handel muss und soll betrieben werden. Ich will nur keine politische Einmischung dort, genau wie ich jede politische Einmischung hier nicht will.
    Ich will keine Diktaturen fördern, die den radikalen Islam legitimieren und stärken.
    Die Länder müssen sich selber regulieren, gleichzeitig muss Europa seine Aussengrenzen befestigen und zur Not auch verteidigen. Es braucht eine klare Linie in der Asylpolitik (ich habe grundsätzlich nichts dagegen Flüchtlingen zu helfen, nur Merkels Wischi-Waschi geht gar nicht) und eine gemeinsame Aussenpolitik. Beides ist leider nicht in Sicht und letzeres würde Russland mehr stören als die USA. Daher unterstützen sie ja konsequent europafeindliche, nationalistische Parteien.
    Ein handlungsunfähiger Hühnerhaufen von Nationalstaaten ist Putin lieber, als ein Europa, das gemeinsam eine Linie fährt.
    Ich will auch, dass die Muslime in Deutschland ihren Islam in Deutschland lernen und nicht von Dittib, Mili Görüs oder saudischen Predigern beigebracht bekommen, die sie aufhetzen.
    Das muss aufhören und unterbunden werden. Keine Finanzierung aus dem Ausland, keine nicht in Deutschland lizensierten Prediger mehr. Keine fünfte Kolonne Erdogans oder der Saudis. Das wäre ein Anfang.

    3 Mal editiert, zuletzt von A0583 ()

  • Saudi-Arabien hat jedoch eine lange Geschichte diese Art von Freiheitskämpfern finanziell und materiell über geheime Kanäle oder Spendenfonds zu unterstützen. ..............die Hamas, ..............., unter anderem das "Lies" Projekt in Deutschland. ........................dass jede Gruppierung und jedes Land das Recht hat seine Interessen mit jeglicher Form von Gewalt und Manipulation zu verteidigen, wie du das bei Russland oder hier Saudi-Arabien machst. ......................


    Man sollte bei Saudi Arabien wohl doch unterscheiden, was der saudische Staat offiziell finanziert und unterstützt oder was einzelne reiche Saudis an Unterstützung leisten. Bei Soros hast Du keinerlei Probleme, wenn der staatsfeindliche Aktivitäten finanziert, ebensowenig bei den Rothschilds oder Rockefellers. Zudem habe ich in keinem meiner Beiträge irgendwelche Gewalt oder Manipulation unterstützt, ganz im Gegenteil. Die Hamas findet auch keine saudische Unterstützung, ebensowenig die Hisb Allah oder die Huthis, hier werden Muslime im Interesse einer "teile und herrsche-Politik" im Auftrag der USA und Israels aufeinander gehetzt, um die islamischen Staaten zu schwächen und diesen Teil der Welt zu beherrschen.

  • Man sollte bei Saudi Arabien wohl doch unterscheiden, was der saudische Staat offiziell finanziert und unterstützt oder was einzelne reiche Saudis an Unterstützung leisten. Bei Soros hast Du keinerlei Probleme, wenn der staatsfeindliche Aktivitäten finanziert, ebensowenig bei den Rothschilds oder Rockefellers.


    Du widersprichst dir selber. Bei den Saudis und Russland ist das alles ok. Bei den USA, Israel oder Soros ist das alles nicht ok. Da spricht deine absolute, kompromisslose und offensichtliche Parteilichkeit aus dir.
    Und ja, ich habe damit kein Problem, wenn jemand Stiftungen finanziert, die die Menschen über Demokratie, Menschenrechte u.ä. informieren und ausbilden, was von autokratischen Regierungen mit "Terror" gleichgesetzt wird, weil es ihre Propaganda konterkariert.
    Damit tatsächliche Terroristen und Fanatiker zu unterstützen, wie Saudi-Arabien, damit habe ich wirklich ein Problem.
    Wenn ein Soros den Zugang zu Universitäten für mittellose Studenten kostenlos macht oder Stiftungen finanziert, die Demokratie und Menschenrechte fördern, dann ist mir das lieber als wenn jemand Al-Qaida finanziert, ganz richtig.
    Aber klar, die jüdischen Weltverschwörer und Kapitalisten sind schlimmer als tatsächliche Autokraten und Terroristen. :zwink:


    Zudem habe ich in keinem meiner Beiträge irgendwelche Gewalt oder Manipulation unterstützt, ganz im Gegenteil.


    Doch, hast du, weiter oben.

    Den ersten Satz wage ich zu bezweifeln, zumal jeder Staat auch das Recht hat, seine Interessen zu verfolgen und bei weitem nicht alles Terrororganisationen sind, die bei uns unter diesem Terminus laufen.


    Was du als "Interessen verfolgen" bezeichnest, ist im Falle Saudi-Arabiens der Terrorexport.



    Die Hamas findet auch keine saudische Unterstützung, ebensowenig die Hisb Allah oder die Huthis, hier werden Muslime im Interesse einer "teile und herrsche-Politik" im Auftrag der USA und Israels aufeinander gehetzt, um die islamischen Staaten zu schwächen und diesen Teil der Welt zu beherrschen.


    Schon wieder. Alles im Auftrag der USA und Israels. Die Araber/Muslime sind niemals nicht eigenständige Akteure, mit eigenständiger Machtpolitik, sondern alles wird von den USA, Israel und Soros gelenkt.
    Und ihr fragt ernsthaft wo hier die Verschwörungstheorien sein sollen. :lach-m:


    Der Konflikt zwischen den Sunniten und Schiiten in Saudi-Arabien und Jemen ist bald 1000 Jahre alt.
    Das ist nur 'ne neue Runde.
    https://de.wikipedia.org/wiki/…ie_jemenitischen_Zaiditen


    Zur Hamas und Saudi-Arabien:


    Saudi-Arabien spendet eine Milliarde Dollar


    http://www.sueddeutsche.de/pol…milliarde-dollar-1.483605

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