Trump meets Kim

  • Offen gestanden bin ich unschlüssig, was ich davon halten soll.
    Einerseits ist es offensichtlich, dass beide das gut brauchen konnten. Der eine, um von sich selbst ein besseres Bild in die Öffentlichkeit zu bringen und den Nixon der Neuzeit zu geben; der andere, weil seinem Land und ihm als Diktator nun sprunghafte Aufwertung auf Augenhöhe der Weltmacht zuteil wurde. Kim "is al realy goof man." Da fehlen mir nun doch fast die Worte, dass ein US-Präsident sich innerhalb so kurzer Zeit so oft häuten und komplett neu erfinden kann...


    Was vor geraumer Zeit noch als Treppenwitz der Geschichte betitelt worden wären, wenn das jemand vorausgesagt hätte. Ist nun gelebte Realität. Verrückt, aber Tatsache.


    Das eigentlich Verblüffende daran ist, dass es ein Erfolg ist - egal wie es weiter geht. Win-Win-Win.
    Ob Dealmaker oder Dealbreaker. Das kann nur eine prinzipienloser Charakter wie Trump, der nach allen Seiten offen und biegsam zu sein scheint, so machen. Der hat keine Standpunkte und Prinzipien, gegen die er nicht an kann, also kann er im Umkehrschluss alles machen - und auch am nächsten Tag wieder vergessen haben, oder abstreiten, dass es je statt gefunden hat.


    Und das Publikum kann angesichts dieser Auflösung aller bekannten Grundlagen für ein berechenbares Weltbild nur staunend den Kopf schütteln. Verrückte Welt.

    Einmal editiert, zuletzt von A0468 () aus folgendem Grund: e

  • Finde noch keine Quelle, aber anscheinend sieht die Vereinbarung wohl so aus:


  • Aich wenn ich die Bild nicht mag so findest du die Vereinbarung doch in deren Live Ticker.


    Bild über Reuters

  • Ich bin mir fast sicher, dass Dumpy sich nicht darüber im Klaren ist, dass er implizit den Abzug aller Atomwaffen aus Südkorea zugesagt hat.

  • Finde noch keine Quelle, aber anscheinend sieht die Vereinbarung wohl so aus:


    Die Hintertürchen stecken im Detail:


    Zitat

    In Bestätigung der Panmunjom-Erklärung vom 27. April 2018 verpflichtet sich die DVRK, auf eine vollständige Entnuklearisierung der koreanischen Halbinsel hinzuarbeiten.


    In Anerkennung, dass das Gipfeltreffen zwischen den USA und der DVRK [....] die jahrzehntelangen Spannungen und Feindseligkeiten zwischen den beiden Ländern überwindet und eine neue Zukunft öffnet, verpflichten sich Präsident Trump und der Vorsitzende Kim Jong Un, die Bestimmungen in dieser gemeinsamen Erklärung vollständig und zügig umzusetzen. Die Vereinigten Staaten und die DVRK verpflichten sich, zum frühestmöglichen Zeitpunkt von US-Außenminister Mike Pompeo und einem hochrangigen DVRK-Beamten geleitete Folgeverhandlungen zur Umsetzung der Ergebnisse des US-DVRK-Gipfels abzuhalten.


    Keine konkreten Termine, nichts weiter, stattdessen vermutlich eine Reihe von Workshops, die je nach Gusto eines der beiden Machthaber stattfinden oder abgesagt werden und irgendwann Ergebnisse liefern oder auch nicht.


    Ich sehe das alles noch skeptisch. Weltmännisch und angemessener wär's gewesen, Südkorea mit ins Boot zu nehmen. DAS hätte ich als Leistung verbucht!


    Klar wäre das sehr viel schwieriger und langwieriger geworden, aber so wirkt es eher wie eine 2 Man-Show zweier Autisten, die es nötig haben und sich aufwerten wollten.

  • Ich bin mir fast sicher, dass Dumpy sich nicht darüber im Klaren ist, dass er implizit den Abzug aller Atomwaffen aus Südkorea zugesagt hat.



    http://www.atomwaffena-z.info/…17342e5efd/suedkorea.html


    Südkorea lehnt Vorschläge der USA, einen Atomwaffenstützpunkt in Südkorea aufzubauen ab unter dem Verweis auf die Erklärung über die Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel. Es gibt an, durch die Atomwaffen der USA ausreichend gegen die Bedrohung von Nordkorea geschützt zu sein. Im Dezember 2016 stimmte Südkorea gegen die UN-Resolution über Verhandlungen für ein Atomwaffenverbot und nahm an diesen Verhandlungen über das Verbot 2017 auch nicht teil. Als Grund hierfür nannte das Land die absolute Notwendigkeit US-amerikanischen Atomwaffen für seine Sicherheit.



  • Das Ganze war eine Propagandaveranstaltung zweier, die sich damit selbst eine Plattform geschaffen haben, um Boden gut zu machen, der nichts kostet.


    So unverbindlich freundlich wie es formuliert ist, stellt es aber immerhin doch einen Fortschritt gegenüber den Status der Androhung gegenseitiger Auslöschung dar.

  • So unverbindlich freundlich wie es formuliert ist, stellt es aber immerhin doch einen Fortschritt gegenüber den Status der Androhung gegenseitiger Auslöschung dar.

    Was Trump betrifft, ist so etwas aber immer nur der Status der Stunde und kann sich blitzschnell ändern.
    Kim erscheint als der Gerissenere, der erkannt hat, wie man diesen gelben Hohlkopf behandeln muss.

  • Was Trump betrifft, ist so etwas aber immer nur der Status der Stunde und kann sich blitzschnell ändern.
    Kim erscheint als der Gerissenere, der erkannt hat, wie man diesen gelben Hohlkopf behandeln muss.


    Man könnte auch sagen Trump ist hier etwas weniger destruktiv und dafür engagierter, da Korea keine Erfolgsgeschichte früherer Präsidenten ist und Obama hier auch keine Karten hat- ganz im Gegenteil zu Obama.
    Er legt alles in Schutt und Asche, wo frühere Präsidenten und das "Establishment" glänzten (z.B. Europa/China) und Erfolge feierten und trumpft auf wo es vorher nichts zu holen gab.Die personifizierte Antipode.

  • T(r)ump ist ja sogar in der PK darauf eingegangen, wie schön die Strände Nordkoreas seien und geradezu nach schönen Hotels für Tourismus schreien. Der Mann ist als Verkäufer in eigener Sache in diese Treffen gegangen, da kann man eigentlich ziemlich sicher sein. Er führte das sogar näher aus: man müsse das aus der Sicht eines Grundstücks-Investors betrachten, unberührte Strände zwischen China und Südkorea... was da alles geht...


    Im Grunde erleben wir derzeit eine Bankrotterklärung der amerikanischen Aussenpolitik. Was Trump gemacht hat, ist, bei allem Wohlmeinen hinsichtlich der Deeskalation, eher dumm als clever. Er kommt in die USA mit leeren Händen zurück, aber hinter dem Rücken zählt er vermutlich schon das Geld, das ihm als Möhre vor die Nase gehängt wurde. Der kleine Dicke hat den tumben Bären ausgetrickst, wie es vorhergesehen wurde. Da hilft jetzt auch das Schönreden nichts. Ein wenig schadenfroh bin natürlich. Die Chinesen sind zufrieden, die Südkoreaner auch und der dumme Blonde mit dem langen Schlips glaubt gewonnen zu haben.
    Ist ja irgendwie auch ganz witzig.

  • Ich denke eher, dass die Südkoreaner innerlich am kochen sind. Genauso wie die Japaner. Wenn Trump die Militärmanöver aussetzt bzw. nicht mehr weiterführt, weil diese "Kriegsspiele" wie er sie nennt, nur Geldverschwendung sind bedeutet das automatisch weniger US-Truppen in der Region. Denn an den Manövern nahmen nicht nur ständig dort stationierte Einheiten und Verbände teil, sondern auch eigens herangeschaffte.
    Damit wird ein wenig mehr Raum geschaffen für das nach Dominanz in diesem Raum strebende China. Macht sich jetzt Unsicherheit breit, schlägt diese über kurz oder lang auch auf die Wirtschaft durch, und damit träfe Trump wiederum Südkorea und Japan, die er genauso wegen unfairem Verhalten kritisiert wie die EU oder Kanada.

  • Interessant wie Trump alle Diktaturen mit Samthandschuhen anfässt, befreundete Demokratien aber schädigt und attackiert.

  • Und damit ist er der dumpfhirnige Schüler seines Lehrers Steve Bannon, der genau das ganz offiziell im Sinn hat. Nur merkt der Trottel das gar nicht und glaubt, geistige Souveränität zu besitzen.
    Man könnte "armes Amerika" sagen, wüsste man nicht, dass der Mann von der Hälfte der Wähler an die Macht gebracht wurde und von mindestens einem Drittel noch bewundert wird.

  • Und damit ist er der dumpfhirnige Schüler seines Lehrers Steve Bannon, der genau das ganz offiziell im Sinn hat. Nur merkt der Trottel das gar nicht und glaubt, geistige Souveränität zu besitzen.
    Man könnte "armes Amerika" sagen, wüsste man nicht, dass der Mann von der Hälfte der Wähler an die Macht gebracht wurde und von mindestens einem Drittel noch bewundert wird.


    Ich bin auf den Showdown gespannt. Sowohl bei den Wahlen im November, als auch in Bezug auf Mueller. Da wird sich zeigen, wer aus welchem Holz geschnitzt ist.

  • Ich wäre vorsichtig, Trump zu unterschätzen. Er ist unkonventionell und folgt in keinster Weise den politischen sowie diplomatischen Gepflogenheiten. Er lässt sich von Emotionen treiben. Und dennoch bezweifel ich, dass er "dumpfhirnig" ist.
    Mit Teilen seiner Politik hat er offensichtlich Erfolg und kann Bewegung in viele Situationen bringen.

  • Trumps Anwalt wird nun wohl gegen ihn auspacken. Die Anwaltskanzlei, die ihn vertritt, will ihn als Klienten nicht mehr haben.
    Das Gros der 3,7 Millionen Dokumente, die geschreddert und wieder zusammengefummelt oder direkt beschlagnahmt wurden, werden im Prozess zugelassen und unterliegen nicht der Verschwiegenheitspflicht/dem Anwaltsgeheimnis, hat eine Richterin geurteilt.
    Da dürften so einige Kracher dabei sein.
    Das dürfte bisher der härteste Schlag für Trump sein, denn Cohen weiss vermutlich so ziemlich alles und er wird alles tun, um seinen Hintern vor einer langen Gefängnisstrafe zu retten. Es gibt eben keine Ehre unter Dieben.

    Einmal editiert, zuletzt von A0583 ()

  • Ich wäre vorsichtig, Trump zu unterschätzen. Er ist unkonventionell und folgt in keinster Weise den politischen sowie diplomatischen Gepflogenheiten. Er lässt sich von Emotionen treiben. Und dennoch bezweifel ich, dass er "dumpfhirnig" ist.
    Mit Teilen seiner Politik hat er offensichtlich Erfolg und kann Bewegung in viele Situationen bringen.

    Das kann er, aber er kann mit dem Hintern einreißen, was er mit den Tweets erreicht hat. Und so langsam wird sich herumsprechen, dass er nicht vertragstreu ist, das halte ich für verheerend, auch für Amerika.

  • Ein Dealmaker und Gschaftlhuber, dem man in geschäftlichen Belangen nicht weiter trauen kann, als Dumpy die Air Force One werfen kann, erfüllt eher die Charaktermerkmale eines Cheaters. Und wer will mit stadtbekannten Galgenvögeln schon öfter als unvermeidbar Geschäfte machen?