Wenn die Flüchtlinge "weg" sind, was dann?

  • Sollte diese Ãœberschrift Hoffnung und Zuversicht ausstrahlen, dann ist sie gründlich misslungen.


    Nicht nur der Seehofer und sein bayrisches Bauerntheater haben gelernt, dass sich mit einem gepflegten Feindbild vortrefflich Politik machen lässt.


    Aber jedes Feindbild verblasst irgendwann, jedoch nicht die Sucht der Volkstribunen nach dem feuchtwarmen Gefühl von Macht und Vergöttertwerden rund um die Stellen, wo es besonders schön ist. Was bringt da wieder Schwung in den darbenden einschlägigen Hormonhaushalt? Genau, ein neues Feindbild.


    Wen hätten wir denn da im Angebot?


    - Den Andersdenkenden
    - Den Andersseienden
    - Den Andersglaubenden
    - Den politisch verdächtigen Nachbarn
    - Den Gewerkschafter
    - …


    Nein, nein, nein, die haben wir nicht im Angebot:


    - Die gesellschaftsspaltenden Umverteiler
    - Die Steuerdiebe
    - Die Finanzindustrie
    - Die Immobilienfonds
    - Die Nahrungsmittelmultis
    - Die Waffenhändler
    - …


    Die sind Nutznießer einer verängstigten Bevölkerung, denn nur so geraten sie nicht in den Fokus bürgerlichen Zorns und sind um so eher bereit, die Volkstribunen an Stellen zu streicheln, wo es schön ist.


    Ja, ja, Volkstribun ist ein bombensicheres und kreatives Geschäft, und vielleicht erweitern sie ihr Portfolio noch um Bewährtes aus der Geschichte:


    - Bücherverbrennungen
    - Wiedereinführung der Todesstrafe
    - Die eine oder andere Kriegsbeteiligung
    - ...


    Die Zeiten sind spannend geworden, und die Volkstribunen hocken längst nicht mehr nur in den Schmuddelecken am Rand des politischen Spektrums.

    Einmal editiert, zuletzt von Wieben Klas ()

  • Die Flüchtlinge werden nicht "weg" sein. Zudem gibt es in Europa kaum einen Staat, der in den letzten fünfhundert Jahren nicht durch massive Bevölkerungbewegungen verändert wurde, nachdem auch in den tausenden Jahren zuvor immer die Ethnien sich vermischt haben. Deutschland allerdings hätte längst ein Einwanderungsgesetz haben müssen. Zudem wäre es Pficht der Regierungen gewesen, in der Außen- und Entwicklungspolitik Maßnahmen einzuleiten, die eine konzertierte Aktion zur Beendigung der internationalen Krisen durch die wirtschaftlich entwickelteren Staaten beinhalten, die zielgerichtet auf Friedenslösungen orientiert und im Verbund mit der UNO auch Frieden schaffen. Die EU muss sich endlich zusammenfinden, eine gemeinsame Außen- Wirtschafts- und Sicherheitspolitik verfolgen sowie sich von den USA emanzipieren.

  • Kein Flüchtling soll weg - es soll nur nach EU-Recht geschaut werden, wer noch rein darf....:phew:


    Wie schön, wenn ein Pamphlet gleich mit Fake-News beginnen.

  • Kein Flüchtling soll weg - es soll nur nach EU-Recht geschaut werden, wer noch rein darf....:phew:


    Wie schön, wenn ein Pamphlet gleich mit Fake-News beginnen.


    Wäre schön, wenn das nach EU-Recht gemacht, und dieses nicht durch Affen wie Söderhofer mit einem (immer noch geheimen) Masterplan offensichtlich gebrochen würde.

  • Man könnte einige der Probleme mit den bereits angekommenen Flüchtlingen lösen, wenn man das Bleiberecht an die Bemühungen koppeln würde, sich zu integrieren, die Sprache zu lernen und einen Beruf auszuüben. Dass immer wieder voll integrierte, sich selbst erhaltende Flüchtlinge, auch Jugendliche kurz vor dem Abitur, abgeschoben werden, ist so dumm, dass einem die Luft wegbleibt.

  • "Weg" steht nicht umsonst in Anführungszeichen. "Weg" heißt: "Im öffentlichen Bewusstsein verblasst", und die Frage lautet: "Was setzen die Volkstribunen an ihre Stelle, um der Bevölkerung ihre widerliche Volksfürsorge andienen zu können?"


    Ein wenig mehr Feinmotorik kann beim Lesen mitunter hilfreich sein.

  • "Weg" steht nicht umsonst in Anführungszeichen. "Weg" heißt: "Im öffentlichen Bewusstsein verblasst", und die Frage lautet: "Was setzen die Volkstribunen an ihre Stelle, um der Bevölkerung ihre widerliche Volksfürsorge andienen zu können?"


    Ja, nee, ist klar....


    So wie es auch vor 2015 am laufenden Bändchen ständig "Andersdenkende" waren, die durch das grundgesetzliche BRD-Dörfchen getrieben wurden, um die widerliche Volksseele zu befriedigen.

  • Soll Deine Gegenrede bedeuten, dass Deutschland gegen den Trumpismus, Erdoganismus, Orbánismus, Putinismus und andere vergleichbare "-ismen" immun ist?


    Seehofer und seine Höflinge sind dabei, erfolgreich das Gegenteil zu beweisen.

  • Soll Deine Gegenrede bedeuten, dass Deutschland gegen den Trumpismus, Erdoganismus, Orbánismus, Putinismus und andere vergleichbare "-ismen" immun ist?


    Seehofer und seine Höflinge sind dabei, erfolgreich das Gegenteil zu beweisen.


    Nö.


    Meine "Gegenrede" soll bedeuten, dass du hier diverse nebelkerzenverhangene Pseudo-Scheiterhaufen hinzimmerst.


    Wenn die Flüchtlinge "weg" sind, bringt die Hatz auf Gewerkschafter den Hormonhaushalt der Volksseele ins Gleichgewicht?


    Gewerkschafter???


    Nee, lass mal.
    Den Kampf musst du alleine ausfechten.

  • Zwei Fragen:


    1. Funktionieren die "-ismen"?
    2. Was außer den Flüchtlingen kann noch Ziel werden?


    Die "-ismen" haben ohne Zweifel Konjunktur und begeisterte Väter, sogar Mütter.


    Es fällt mir scher zu glauben, dass mit den Flüchtlingen auch die "-ismen" verschwinden, denn deren Väter und Mütter bleiben und begehren Erfolg durch diese, aber ohne Ziel kein Erfolg.

    Einmal editiert, zuletzt von Wieben Klas ()

  • Zwei Fragen:


    1. Funktionieren die "-ismen"?
    2. Was außer den Flüchtlingen kann noch Ziel werden?


    Die "-ismen" haben ohne Zweifel Konjunktur und begeisterte Väter, sogar Mütter.


    Zwei Gegenfragen eines "begeisterten" Vaters:


    1. Funktionieren "-ismen" nicht immer? Im Zweifel sogar, um schräge Eingangsbeiträge zu vernebeln?


    2. Wenn die Flüchtlinge "weg" sind, muss meine 13-jährige Tochter dann Ãœbergriffe "andersdenkender Gewerkschafter" fürchten?

  • ....2. Wenn die Flüchtlinge "weg" sind, muss meine 13-jährige Tochter dann Ãœbergriffe "andersdenkender Gewerkschafter" fürchten?


    Die größten Gefahren lauern noch immer im familiären Umfeld und im Freundeskreis.

  • Die größten Gefahren lauern noch immer im familiären Umfeld und im Freundeskreis.


    Danke für diese Weisheit.


    Ich schließe jedesmal die stahlblauen Augen, schlucke dreimal trocken und leite mit eben diesem Spruch meine Verfahren nach §§ 174 ff StGB ein.


    Rotzverdammich: Ich kann mich den Klugscheißern nicht anschliessen......

  • Funktioniert als eines der vielen Beispiele für dasselbe Muster der Erdoganismus?


    Er funktioniert und sucht und findet ständig neue "den Westen" empörende Betätigungsfelder. Die Opfer haben ihre Arbeit verloren oder sind ins Gefängnis gewandert ohne rechtsstaatliches Gehör zu finden. Erdogan ist solch ein "Vater", der sogar die Wiedereinführung der Todesstrafe gefordert hatte und so erhebliche Teile der Volksseele zum Glühen brachte.


    Das lässt sich auch für andere derartige "-ismen" durchdeklinieren, sogar für welche, die in unserer europäischen Nachbarschaft oder sonst wo im "Westen" vorkommen.


    Die Ãœberlebensfrage der "-ismen" lautet: "Wenn ein Betätigungsfeld uninteressant geworden ist, welches wird als nächstes ins Visier genommen?"

  • "Wenn die Flüchtlinge "weg" sind, was dann?"


    Dann haben wir ein großes Problem weniger und können die dadurch eingesparten Milliarden weitaus sinnvoller für diverse andere Dinge einsetzen.

  • Dann sollten nach dieser Logik auch die Le Pens, Wilders, Straches usw. obsolet sein.


    Kann da was dran sein, oder suchen sie sich neue Betätigungsfelder, um die Volksseelen bei Laune zu halten?

  • "Wenn die Flüchtlinge "weg" sind, was dann?"


    Dann haben wir ein großes Problem weniger und können die dadurch eingesparten Milliarden weitaus sinnvoller für diverse andere Dinge einsetzen.


    Na klar, darauf haben wir schon lange gewartet, endlich mal eine Gelegenheit, Geld sinnvoller einzusetzen. Was habe wir darauf gewartet, es gab schließlich keine Zeit vor 2015. Aber endlich wird sie anbrechen, diese glorreiche Zeit, in der 'wir' Sinnvolles mit all dem Geld anfangen können, das dann plötzlich zur Verfügung stehen wird, und heute einfach nicht da ist - es sei denn, es kommt die nächste Bankenkrise, dann werden die Karten freilich neu gemischt... :$::daumenhoch:

    2 Mal editiert, zuletzt von A0468 () aus folgendem Grund: n

  • "Dann sollten nach dieser Logik auch die Le Pens, Wilders, Straches usw. obsolet sein."


    Warum denn ?
    Gibt noch genug Probleme in der EU und in anderen Bereichen (Kriminalität etc.)

  • Na klar, darauf haben wir schon lange gewartet, endlich mal eine Gelegenheit, Geld sinnvoller einzusetzen. Was habe wir darauf gewartet, es gab schließlich keine Zeit vor 2015. Aber endlich wird sie anbrechen, diese glorreiche Zeit, in der 'wir' etwas Sinnvlles mit all dem Geld anfangen könne, das dann plötzlich zur Verfügung stehen wird, und heute einfach nicht da ist - es sei denn, es kommt die nächste Bankenkrise, dann werden die Karten freilich neu gemischt... :$::daumenhoch:


    Dann wedeln wir mit den Scheinen, um die Kapitalflüchtlinge wieder zurück zu holen.


    Diese Migration ist schon ein spaßiges Phänomen: Einmal wollen wir Flüchtlinge nicht mehr haben, dann wieder doch …


    … spannende Zeiten.