Flüchtlingskrise in Venezuela

  • Laut UN haben bereits 2,3 Millionen Flüchtlinge das Land verlassen, vor allem in Richtung Brasilien. Die größte Flüchtlingskrise in der Geschichte Südamerikas. Das brasilianische Militär soll nun die Grenzen absichern und die Flüchtlinge schützen. Es hat auch bereits fremdenfeindliche Ãœbergriffe in Brasilien gegeben.
    Wie lange wird das noch so weitergehen? Wie lange kann Maduro sich noch halten?


    Brasilianer greifen Flüchtlingscamps an


    Zitat

    Tausende Venezolaner sind in den vergangen Monaten über Brasilien aus ihrem Land geflohen. In der brasilianischen Grenzstadt Pacaraima wurden nun zwei Flüchtlingslager überfallen.

    https://www.tagesschau.de/ausl…ezuela-brasilien-101.html


    Brasilien schickt Soldaten an venezolanische Grenze


    Zitat

    [FONT=&amp]Präsident Temer erklärte nach einer Kabinettssitzung in Brasilia, der Einsatz im nördlichen Bundesstaat Roraima solle zunächst zwei Wochen dauern. In der Region war es vor zehn Tagen zu fremdenfeindlichen Ãœbergriffen gegen venezolanische Migranten gekommen.[/FONT]


    [FONT=&amp]Insgesamt sind nach Angaben der Vereinten Nationen in Venezuela bislang 2,3 Millionen Menschen wegen der dortigen wirtschaftlichen und politischen Krise in andere südamerikanische Länder geflohen.[/FONT]


    https://www.deutschlandfunk.de…e.html?drn:news_id=919055

  • Es ist ein Trauerspiel, wie die Möglichkeiten, die ja zweifellos in Venezuela vorhanden waren, zwischen Dilettantismus und Interessenkonflikten zerrieben wurden. Da hat sich niemand mit Ruhm bekleckert. Die ausländischen Einflussnahmen auf die Kräfte des Landes sind ein wesentlicher Teil der Ursprünge dieser Misere. Egal wer heute oder morgen ans Ruder kommt, ist im Grunde nichts anderes als ein weiterer Passagier auf einem steuerlos mit Ruderschaden aufs Riff zutreibenden Tankers.
    Wenn da nicht eine große Lösung mit vielen einvernehmlichen Beteiligten gefunden wird, geht die ganze Region womöglich in Flammen auf. Die Brasilianer, und alle anderen Nachbarländer, wären gut beraten, dabei zu helfen, eine Stabilisierung herbei zu führen.
    Ich bin mir allerdings auch sicher, dass es Interessengruppen gibt, die genau diese Stabilisierung verhindern wollen, weil sie nur auf die Ölreserven Venezuelas scharf sind. "Kollateralschäden" und zivilisatorische Tragödien waren und sind denen seit jeher sowas von...

  • ....Ich bin mir allerdings auch sicher, dass es Interessengruppen gibt, die genau diese Stabilisierung verhindern wollen, weil sie nur auf die Ölreserven Venezuelas scharf sind. "Kollateralschäden" und zivilisatorische Tragödien waren und sind denen seit jeher sowas von...


    Ich denke nicht, dass es so einfach ist:


    http://www.spiegel.de/spiegel/…las-maduro-a-1207606.html


    Zitat

    In Venezuela hungert das Volk, während sich Minister, Generäle und Richter bereichern. Unsere Autoren haben monatelang recherchiert, wie der Präsident seine Regierung und das Militär in ein Drogenkartell umgebaut hat.


    Ob dieser Knoten mit friedlichen Mitteln alleine zu lösen sein wird?

  • Es ist ein Trauerspiel, wie die Möglichkeiten, die ja zweifellos in Venezuela vorhanden waren, zwischen Dilettantismus und Interessenkonflikten zerrieben wurden. Da hat sich niemand mit Ruhm bekleckert. Die ausländischen Einflussnahmen auf die Kräfte des Landes sind ein wesentlicher Teil der Ursprünge dieser Misere. Egal wer heute oder morgen ans Ruder kommt, ist im Grunde nichts anderes als ein weiterer Passagier auf einem steuerlos mit Ruderschaden aufs Riff zutreibenden Tankers.
    Wenn da nicht eine große Lösung mit vielen einvernehmlichen Beteiligten gefunden wird, geht die ganze Region womöglich in Flammen auf. Die Brasilianer, und alle anderen Nachbarländer, wären gut beraten, dabei zu helfen, eine Stabilisierung herbei zu führen.
    Ich bin mir allerdings auch sicher, dass es Interessengruppen gibt, die genau diese Stabilisierung verhindern wollen, weil sie nur auf die Ölreserven Venezuelas scharf sind. "Kollateralschäden" und zivilisatorische Tragödien waren und sind denen seit jeher sowas von...


    Das ist kein Dilettantismus, das ist Korruptions-Sozialismus gewesen, repräsentiert durch Chavez, der das Glück hatte noch rechtzeitig zu sterben, bevor es zu deutlich geworden ist, wer es vergeigt hat und Maduro.


    Diejenigen, die vor den Korruptionssozialisten an der Macht waren, sind gegangen, als sie demokratisch verloren haben. Die Korruptionssozialisten machen das natürlich nicht und zerstören das Land - gesellschaftlich und volkswirtschaftlich.


    Im Ãœbrigen gibt es keine Interessengruppen, die da Instabilität haben wollen. Wozu soll das gut sein?


    Gruß
    Verbalwalze

  • ...Im Ãœbrigen gibt es keine Interessengruppen, die da Instabilität haben wollen. Wozu soll das gut sein?..


    Zum Kohle machen ist Instabilität in diversen ökonomischen Bereichen durchaus hilfreich.

  • Es ist ein Trauerspiel, wie die Möglichkeiten, die ja zweifellos in Venezuela vorhanden waren, zwischen Dilettantismus und Interessenkonflikten zerrieben wurden.


    Ich verstehe wirklich nicht, wie man ein derartig reiches Land so an die Wand fahren kann. Klar, ich weiss, die südamerikanischen Länder haben alle ähnliche Probleme mit Gewalt, Drogen und Korruption. Aber Venezuela könnte so reich wie Saudi-Arabien oder Qatar sein, angesichts seiner Rohstoffvorkommen. Da muss auch wirklich eine gehörige Portion Dilettantismus im Spiel sein.

    Einmal editiert, zuletzt von A0583 ()

  • Ich verstehe wirklich nicht, wie man ein derartig reiches Land so an die Wand fahren kann. Klar, ich weiss, die südamerikanischen Länder haben alle ähnliche Probleme mit Gewalt, Drogen und Korruption. Aber Venezuela könnte so reich wie Saudi-Arabien oder Qatar sein, angesichts seiner Rohstoffvorkommen. Da muss auch wirklich eine gehörige Portion Dilettantismus im Spiel sein.


    Warum haben es eigentlich die eher rechten Regierungen bis zum Jahr 1999 nicht gebacken bekommen, aus diesem Schatz ein Land mit genügend Wohlstand für alle Bürger zu machen?
    Weil sie genauso korrupt sind und sich die Taschen gefüllt haben.

  • Das die rechten Militärjuntas in Südamerika die Grundlagen für diverse Katstrophen und für den Linksruck in Südamerika gelegt haben, ist klar. Aber es muss doch irgendwo mal Licht am Ende des Tunnels zu sehen sein.

  • Das die rechten Militärjuntas in Südamerika die Grundlagen für diverse Katstrophen und für den Linksruck in Südamerika gelegt haben, ist klar. Aber es muss doch irgendwo mal Licht am Ende des Tunnels zu sehen sein.


    Licht am Ende eines Tunnels könnte dann sichtbar werden, wenn alle Bevölkerungsteile gemeinsam dafür sorgen, diesen begehbar zu halten. Das war aber im Fall Venezuela schon von Beginn an nicht so gedacht von Seiten der Besitzenden. Von Putsch bis Sabotage taten die Entmachteten alles, um die Regierung von Chavez zu Fall zu bringen.


    Das entschuldigt allerdings keineswegs das, was sich seitdem dort entwickelt.

  • Ich verstehe wirklich nicht, wie man ein derartig reiches Land so an die Wand fahren kann. Klar, ich weiss, die südamerikanischen Länder haben alle ähnliche Probleme mit Gewalt, Drogen und Korruption. Aber Venezuela könnte so reich wie Saudi-Arabien oder Qatar sein, angesichts seiner Rohstoffvorkommen. Da muss auch wirklich eine gehörige Portion Dilettantismus im Spiel sein.


    Wenn Venezuela sich wie Saudi Arabien etc. den Interessen der USA untergeordnet hätte, wäre es wohl ein reiches Land. Aber man muss nur die Politik der USA gegenüber dem Iran gegenwärtig betrachten, um zu erkennen, wie man Staaten in den Kollaps treibt, um Regimewechsel zu erreichen und Dominanz über die Rohstoffe zu sichern. Das bei Venezuela politischer Dilettantismus dazu kommt, wird deutlich, wenn man Chavez oder Maturo hinsichtlich ihrer Führungsqualitäten analysiert.

  • Warum haben es eigentlich die eher rechten Regierungen bis zum Jahr 1999 nicht gebacken bekommen, aus diesem Schatz ein Land mit genügend Wohlstand für alle Bürger zu machen?
    Weil sie genauso korrupt sind und sich die Taschen gefüllt haben.


    Wie hat es die linke Regierung geschafft, noch drastisch schlechtere Ergebnisse zu erzielen, als die rechten Regierungen?


    Korrupt ist verkraftbar, inkompetent nicht.


    Gruß
    Verbalwalze

  • Das die rechten Militärjuntas in Südamerika die Grundlagen für diverse Katstrophen und für den Linksruck in Südamerika gelegt haben, ist klar. Aber es muss doch irgendwo mal Licht am Ende des Tunnels zu sehen sein.


    Das finde ich ist der richtige Vorwurf, den wirklichen Schaden, den eine nicht erfolgreiche rechte Regierung anrichtet. Einen Kurswechsel nach links, dann geht es erst richtig los.
    So a la Sarko ...


    Gruß
    Verbalwalze

  • Das finde ich ist der richtige Vorwurf, den wirklichen Schaden, den eine nicht erfolgreiche rechte Regierung anrichtet. Einen Kurswechsel nach links, dann geht es erst richtig los.
    So a la Sarko ...


    Gruß
    Verbalwalze


    Naja, wenn du Todesschwadrone, Bürgerkrieg oder Konzentrationslager a la Pinochet, bei gleichzeitiger Verarmung der Massen als Geplänkel wertest, dann hast du Recht. Der Linksruck hatte ja einen Hintergrund. Rechts war krachend gescheitert, bei massivem Blutvergiessen und auch die Reformen der Chicago Boys musste man in die Schublade "gescheitert" einbuchen.
    In Wahrheit nehmen sich die autoritäre Rechte und die autoritäre Linke nichts.

  • Licht am Ende eines Tunnels könnte dann sichtbar werden, wenn alle Bevölkerungsteile gemeinsam dafür sorgen, diesen begehbar zu halten. Das war aber im Fall Venezuela schon von Beginn an nicht so gedacht von Seiten der Besitzenden. Von Putsch bis Sabotage taten die Entmachteten alles, um die Regierung von Chavez zu Fall zu bringen.


    Chavez hat schlicht keine Lizenz über Putschversuche rumzuplärren. Und diese total unwichtig/überflüssigen Reichen, kaum erhöht man denen die Steuern und drischt auf sie ein, schon funktionieren sie nicht mehr richtig - RAAABÄÄÄÄÄH.



    Zitat von Diogenes2100

    Das entschuldigt allerdings keineswegs das, was sich seitdem dort entwickelt.


    :talktalk:
    Noch ein netter Disclaimer, weil es nun gar zu Scheiße ist.
    Die haben das Land komplett runiniert. Gesellschaftlich und volkswirtschaflich. Venezuela wäre besser dran, wenn man Chavez an die Wand gestellt hätte. So isses.


    Gruß
    Verbalwalze

  • Chavez hat schlicht keine Lizenz über Putschversuche rumzuplärren. Und diese total unwichtig/überflüssigen Reichen, kaum erhöht man denen die Steuern und drischt auf sie ein, schon funktionieren sie nicht mehr richtig - RAAABÄÄÄÄÄH.


    So ist das egoistische Pack eben gestrickt. So lang man sich die Taschen füllen kann ist es scheißegal, wie arm die Leute auf dem Land sind, ob die über die Runden kommen geht den rechten Eliten am Arsch vorbei.


    Der Fehler der meisten linken Regierungen ist es, nicht die gesamte Oberschicht an die Wand zu stellen, die sich vorher die Taschen gefüllt hat.

  • Der Fehler der meisten linken Regierungen ist es, nicht die gesamte Oberschicht an die Wand zu stellen, die sich vorher die Taschen gefüllt hat.


    So sind sie nun mal die linken Menschenrechtssimulanten. Maske runtergefallen oder runtergeschmissen.


    Nicht das dadurch irgendwas für den Rest besser würde, aber die Blutrunst gestillt und natürlich eine dämliche Ausrede. Die Ausrede, dass die keine Leistung bringen, behält man natürlich, diese Sabogenten, quasi der Griff aus dem Grab.


    Die unsichtbare Hand ist hinter Euch her und ihr könnt NICHTS dagegen machen.


    Gruß
    Verbalwalze

  • So sind sie nun mal die linken Menschenrechtssimulanten. Maske runtergefallen oder runtergeschmissen.


    Als Antwort auf deine Aufhängphantasien war das voll im Rahmen.


    Die unsichtbare Hand ist hinter Euch her und ihr könnt NICHTS dagegen machen.


    Du glaubst dieses Märchen immer noch?


    :rofl: :rofl: :rofl: :rofl: :rofl:

  • Als Antwort auf deine Aufhängphantasien war das voll im Rahmen.


    Selbstverständlich für jeden, der Kollektivstrafen gegen Personengruppen aufgrund von Zugehörigkeit für sinnvoll hät, im Gegensatz von Sanktionen gegen Einzelpersonen.



    Zitat von Diogenes2100

    Du glaubst dieses Märchen immer noch?


    :rofl: :rofl: :rofl: :rofl: :rofl:


    Selbstverständlich glaube ich an dieses Bild, in dem Sinne, dass bisher NIEMAND die genaue Funktionsweise von Volkswirtschaft(en) entschlüsselt hat, und ganz besonders weit weg ist diejenige politische Richtung, die es wirklich jedesmal vergeigt hat.


    Gruß
    Verbalwalze

  • Selbstverständlich für jeden, der Kollektivstrafen gegen Personengruppen aufgrund von Zugehörigkeit für sinnvoll hät, im Gegensatz von Sanktionen gegen Einzelpersonen.


    Lol, hier spricht der Verteidiger der Menschenrechte persönlich - unter Ausblendung der Massenmorde sämtlicher Rechtsregime, so lang die Wirtschaft brummt.


    Selbstverständlich glaube ich an dieses Bild, ...


    Glaube ist auch das einzige, was marktreligiösen Fanatikern bleibt.