Vetternwirtschaft Made in Schleswig-Holstein

  • Daniel Günther hat offenbar dafür gesorgt, dass sein Bruder in Windeseile, und unter Umgehung aller Gepflogenheiten und Beförderungsregeln, eine Blitzkarriere in der Landtagsverwaltung hinlegen konnte und dabei einen guten finanziellen Schnitt macht.


    Dass sowohl Beamtenbund als auch andere Instanzen das rügen und/oder irritiert zur Kenntnis nehmen, stört die Brüder vom Stamme Nimm offenbar in keiner Weise.


    Wie war das noch mit den besonders hervorzuhebenden Unterschieden der deutschen Ordnung und Aufrichtigkeit im Vergleich zu Bananenrepubliken und Clanwirtschaftbetrieben?


    3 Mal editiert, zuletzt von A0468 ()

  • Ach sieh mal einer an, der CDU Saubermann aus Schleswig Holstein und Vorzeigeministerpräsident der Kanzlerin...

  • Daniel Günther hat offenbar dafür gesorgt, dass sein Bruder in Windeseile, und unter Umgehung aller Gepflogenheiten und Beförderungsregeln, eine Blitzkarriere in der Landtagsverwaltung hinlegen konnte und dabei einen guten finanziellen Schnitt macht.


    Dass sowohl Beamtenbund als auch andere Instanzen das rügen und/oder irritiert zur Kenntnis nehmen, stört die Brüder vom Stamme Nimm offenbar in keiner Weise.


    Wie war das noch mit den besonders hervorzuhebenden Unterschieden der deutschen Ordnung und Aufrichtigkeit im Vergleich zu Bananenrepubliken und Clanwirtschaftbetrieben?


    Warum da der SPD ler Ralf Stegner scheinheilig staunt, verstehe ich nicht wirklich.
    Das „Pöstchen zuschieben“ ist bei allen Parteien Usus.
    Warum und nach welchen Kriterien pickt sich die Qualitätspresse (u. a. Spiegel) immer wieder nur bestimmte Personen aus dem Pool heraus?

    Einmal editiert, zuletzt von brummelbär ()

  • Was hättest denn Du - einmal beispielhaft angenommen, du wärst der verantwortliche Redakteur - bei Eingehen einer validen Information dieser Art anders gemacht?

  • Wie weit sich die politische Kaste in durchaus wesentlichen Teilen von den guten Sitten und vom politischen Anstand bereits entfernt hat, wird im konkreten Fall deutlich.


    Die Absurdität und Rechtsauffassung werden erst durch den Zusammenhang heraus gearbeitet, beispielsweise die des Landtagspräsidenten Klaus Schlie, CDU, der sich aber weniger über den Akt der Vetternwirtschaft und Selbstbedienung erbost und "entsetzt" zeigt, sondern vielmehr darüber, dass der bemerkenswerte Vorgang der Begünstigung eines Verwandten (Bruders) der Regierungschefs (Günther) - ganz im Stile der Clanwirtschaft irgendwo in den entsprechend kategorisierten Staaten - öffentlich gemacht wurde. Bemerkenswert die "Argumentation" des Landtagspräsidenten, mit der er seinem Landesvorsitzenden und Ministerpräsidenten beispringt:


    Wer's glaubt...




    2 Mal editiert, zuletzt von A0468 ()

  • Nun, so einwandfrei wie es der Herr Landtagspräsident und Parteifreund des mutmaßlich Begünstigenden darzustellen versucht, ist es nun gerade nicht gelaufen, wie jeder, der den Sachverhalt genauer analysiert, sofort erkennen kann.


    Ein ungewöhnlicher Beförderungssprung dieser Größenordnung bedarf einer genaueren Betrachtung, insbesondere dann, wenn die fachliche Eignung in Frage gestellt wird, es sich um einen möglicherweise Begünstigten des Ministerpräsidenten handeln könnte (als Bruder nahe liegend), und die Stellenausschreibung in unüblicher Weise so abgeändert und arrangiert wurde, dass sie wie maßgeschneidert für den letztlich gewählten Kandidaten daher kommt, und andere Bewerbe von vorne herein durchs Raster gefallen sind, daher gar nicht erst in die engere Auswahl gelangen konnten.
    Mit ein wenig Erfahrung und Sachverstand erlangt der Mensch im Lauf der Zeit einige grundlegende Einsichten und Erkenntnisse. Eine davon ist diese: wenn es zu viele passgenaue "Zufälle" gegeben zu haben scheint, um ganz bestimmte Menschen zu begünstigen, waren es gewöhnlich keine. ;)

    4 Mal editiert, zuletzt von A0468 ()

  • […] jeder, der den Sachverhalt genauer analysiert […]

    […] wird das böse Gefühl nicht los, dass das "Skandal"-Geschrei aus rein parteitaktischen Gründen erfolgt - gestartet von derjenigen Personen und Mandatsträgern, die in derselben Position, wie der jetzt beschuldigte Bruder des beförderten Beamten, ihren Parteifreunden Pästchen zugeschoben hätten…

  • […] Ein ungewöhnlicher Beförderungssprung dieser Größenordnung bedarf einer genaueren Betrachtung […]

    In anderen Theads ist das Thema "Politikverdrossenheit" ja gleichfalls gestreift worden, und genau diese Dauerbeschäftigung mit der "genaueren Betrachtung" von derartigen Vorgängen, lässt sicher manchen Bürger daran zweifeln, ob für die wirklichen öffentlichen Belange im Plenarsaal bisweilen auch mal ein wenig Zeit bleibt, ihnen mehr zu widmen, als ein paar Redeminuten voller Schlagwortgewölk und der in "Fraktionsdisziplin" erfolgten Abstimmung…

  • […] wird das böse Gefühl nicht los, dass das "Skandal"-Geschrei aus rein parteitaktischen Gründen erfolgt - gestartet von derjenigen Personen und Mandatsträgern, die in derselben Position, wie der jetzt beschuldigte Bruder des beförderten Beamten, ihren Parteifreunden Pästchen zugeschoben hätten…

    Das Zauberwörtchen ist hätten - Konjunktiv! Was heißt, sie haben nicht. Man kann nicht bei jeder Klage über einen Ãœbeltäter entgegnen, das sei nur taktisch, jeder, der´s gekonnt hätte, hätte er es ebenso gemacht.

  • In anderen Theads ist das Thema "Politikverdrossenheit" ja gleichfalls gestreift worden, und genau diese Dauerbeschäftigung mit der "genaueren Betrachtung" von derartigen Vorgängen, lässt sicher manchen Bürger daran zweifeln…


    Ach? Umkehr von Ursache und Wirkung als Rezept gegen Verdruss?
    Vetternwirtschaft hat die Leute schon immer genervt und ist genau die Bestätigung für die "die da oben machen doch was sie wollen"-Unmutsäußerungen.


    Und ausgerechnet die Aufklärung solcher Selbstbedienungsmentalitäten willst Du, mit dem vorgeschobenen Motiv einer angeblichen Fürsorge und Befürchtung weiter um sich greifenden Verdrusses, mit dem Mantel des Schweigens bedeckt halten? Sauber!

  • […] Vetternwirtschaft hat die Leute schon immer genervt […]

    Was "die Leute immer schon genervt" hat, ist eher die Tatsache, nicht der Vetter eines dieser Entscheider zu sein… ansonsten ist Vetternwirtschaft durchaus mehrheitsfähig.
    Der von Dir hier verlinkte Spiegel-Artikel ist eben nicht ein Baustein der […]

    […] Aufklärung solcher Selbstbedienungsmentalitäten […]

    […] sondern lediglich Teil der gespielten Aufregung, die alle politische Tätigkeit mittlerweile dominiert und selbige, kulturhistorisch betrachtet, in die Nähe der Illusionskünste rückt.

  • Was Du da schreibst sagt eine Menge aus.
    Zwar nicht wirklich zum Thema, aber über Dich - und Dein schräges Welt- und Menschenbild.

  • ROFL. Die Angelegenheit könnte doch noch interessant werden - jedenfalls hat Landtagspräsident Klaus Schlie jetzt eine Strafanzeige gegen Unbekannt aufgegeben, weil der "Whistleblower", dem die Beförderung von Tobias Rischer nicht gefallen zu haben scheint, eine strafbare Indiskretion begangen hat.

  • Auch das hat Methode. Anstatt das eigentliche Problem zu beheben und zu verurteilen, wird davon abgelenkt und derjenige der Schuld bezichtigt - wann auch zunächst in den Nebel des "Unbekannten" hinein gerufen -, der der Öffentlichkeit Kenntnis über die begangenen Unsauberkeiten verschafft hat. Meine Bemerkung dazu, wie schon an Dich gerichtet: sauber!


    Genau dieses Verhalten ist es, das alle Vorurteile und Abneigungen bestätigt, die gegenüber der politischen Kaste schwären. Um das zu verstehen bedarf es nicht einmal einer ausgeprägten Menschenkenntnis, sondern eines simplen Gespürs für richtig und falsch. Aber auch das ist eben nicht so ohne weiteres voraus zu setzen...

  • Auch das hat Methode. Anstatt das eigentliche Problem zu beheben und zu verurteilen […]

    Nun, das eigentliche Problem besteht ja hauptsächlich in der Aufregung, die parteipolitisch jeweils aufgebracht wird, um dem Kandidaten einer konkurrierenden Partei eine Blöße zu geben, die dann nicht einmal dem Whistleblower oder seiner Fraktion zugute kommt, sondern nur dem "lachenden Dritten", der AfD hilft, an Popularität zu gewinnen… wen (von den Wähler) interessiert denn die Personalie im Zusammenhang mit einer ihm de facto bislang gar nicht näher bekannten Planstelle innerhalb einer Behörde, mit der Otto Normalbürger ja eigentlich auch nie in seinem Leben zu tun haben wird?

  • Was Du damit zum Ausdruck bringst ist:


    Das Problem sei der Vorwurf der Vetternwirtschaft.
    Nicht aber die tatsächliche Vetternwirtschaft in der Politik als solche.


    Das ist eine bemerkenswerte Haltung.

  • […] Dein schräges Welt- und Menschenbild.

    Werfen wir doch zur Abwechslung mal einen Blick auf den eigentlichen Gesprächsgegenstand: Die Causa dreht sich um die Besetzung eines Abteilungsleiterpostens im Kieler Landtag - es handelt sich also um eine Tätigkeit innerhalb der Landtagsverwaltung. Die vakante Stelle ist ausgeschrieben worden, es hat sich ein geeigneter Bewerber gefunden, für den sich die die Bewerberauswahl vornehmenden Personen schließlich auch entschieden haben.
    Zuvor hatte der jetzt skandalisierte Bewerber als Pressesprecher für den Landtag gearbeitet - mit anderen Worten: Er kennt sich innerhalb des Betriebs, für den er künftig als Abteilungsleiter tätig sein soll, bereits aus, was aus praktischen Erwägungen wohl als wichtiger einzuschätzen ist, als die Formalie der üblicherweise praktizierten Beachtung der Karriereleitersprossen…

  • Du hast vergessen zu erwähnen, dass die hinsichtlich der anstehenden Besetzung der vakanten Position zugrunde liegende Stellen- und Anforderungsbeschreibung gezielt auf die anstehende Bewerbungsprozedur abgeändert und speziell auf den besagten Bewerber zugeschnitten wurde, womit eine ganze Reihe anderer Bewerber, die für den Posten aufgrund der bereits vorhandenen Voraussetzungen - hinsichtlich der Besoldungsstufen - besser geeignet waren, gar nicht mehr in den engeren Kreis der Auswahl gelangen konnten.


    Es wurde also dezidiert gezielt gerastert und ausgesiebt, um dem gewünschten Begünstigten den Weg zu ebnen. Die Ganze Wahrheit wird um einiges deutlicher und besser erkennbar, wenn alle relevanten Faktoren in die Betrachtung einfließen...;)

  • Weisst Du, Herr :substi:, ich bin davon überzeugt, dass es Dir gar nicht um die Sache geht, sondern Du nur Deiner querulantischen Neigung Befriedigung verschaffst und eine Art der prinzipiellen Oppositionshaltung kultivierst.


    Würde ich die Haltung vertreten, dass in Kiel alles rechtens gelaufen sei und die nur das machen, was möglich ist und natürlich die Leute begünstigen, die sie für begünstigenswert erachten - und wer könnte schon begünstigeswerter sein als der eigene Bruder? -, man sich zu diesem Zweck eben der Möglichkeiten bediente und sich den Vorgang so zurecht gelegt hat, wie es gut passte, um zum Ziel zu kommen..., ich bin sicher, Du würdest mir mit genau den von mir vorgetragenen Argumenten kommen und auf die allgemeine Verlotterung der Sitten, das geschmacklose inhärente Geschachere im politischen Betrieb, den Verdruss, der daraus erwächst und den berechtigten Unmut verweisen, der die Bürger angesichts solcher Unanständigkeiten befällt.
    Warum? Nein, nicht weil es Dir auf die Moral in der Sache ankäme, sondern weil Du widersprechen willst, und im Widerspruch als Selbstzweck einen Sinn siehst.
    Du, als Gesamtkunstwerk, versteht sich... ;)