Vetternwirtschaft Made in Schleswig-Holstein

  • Du hast vergessen zu erwähnen, dass die hinsichtlich der anstehenden Besetzung der vakanten Position zugrunde liegende Stellen- und Anforderungsbeschreibung gezielt auf die anstehende Bewerbungsprozedur abgeändert und speziell auf den besagten Bewerber zugeschnitten wurde […]

    Ich habe diesen geäußerten Vorbehalt nicht vergessen, ich hielt es lediglich nicht für nötig, selbige Behauptung nochmals zu wiederholen, nachdem sie in mehreren auch in den Beiträgen zu diesem Thread verlinkten Informationsquellen, bereits mehrmals erwähnt wurde.

  • […] wer könnte schon begünstigeswerter sein als der eigene Bruder? […]

    Ach, weißt Du, es gibt auch Brüder, bei denen der eine dem anderen nicht das Schwarze unter den Fingernägelnt gönnen würde…
    Ganz abgesehen davon, dass die Beförderung bereits im August stattgefunden haben soll, die Aufregung darum aber erst jetzt nach dem SPD-Wahlergebnisdebakel in Bayern und in Hessen Fahrt aufgenommen hat… das sieht doch ein wenig nach nachholendem Wahlkampf aus, gell? Die unterschiedlichen Nachnamen der beiden Brüderchen lassen zudem annehmen, dass es sich eher um Stiefbrüder handelt. Die Wikipedia spart jedenfalls schon mal Kindheit und Elternhaus Daniel Günthers aus.

  • […] Es wurde also dezidiert gezielt gerastert und ausgesiebt, um dem gewünschten Begünstigten den Weg zu ebnen. […]

    Zumindest wird aktuell dieser Eindruck erweckt - und weil von zehn weiteren Bewerbern drei weiblich sind und einer schwerbehindert ist, eröffnen sich ja jetzt die wunderbarsten Optionen, gegen die Bewerberauswahl zu klagen - wahrscheinlich wird's jetzt Jahre dauern, bis der Posten überhaupt wieder besetzt werden kann. (Insofern könnte man ihn ja gleich aus Sparsamkeitsgründen komplett streichen, denn wenn das Kieler Landesparlament arbeitsfähig ist, obwohl der Posten de facto dann ja unbesetzt bleibt, ist der Stein des Anstoßes ja irgendwie entbehrlich)

  • Die unterschiedlichen Nachnamen der beiden Brüderchen lassen zudem annehmen, dass es sich eher um Stiefbrüder handelt. Die Wikipedia spart jedenfalls schon mal Kindheit und Elternhaus Daniel Günthers aus.

    Man kann ja auch anderswo seine Infos holen, nämlich bei der Berichterstattung über die Mauschelei: Tobias Rischer ist kein Stiefbruder, sondern hat von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, den Nachnamen seiner Frau anzunehmen.

  • Man kann ja auch anderswo seine Infos holen, nämlich bei der Berichterstattung über die Mauschelei […]

    Kann man, sicher. Ist es nicht seltsam, dass die Beförderung im August erfolgte - und die Aufregung Anfang November einsetzt, weil ein Vertreter des Beamtenbundes meint, dass der von ihm vertretene Verband da ein Mitspracherecht habe?
    Dieser Kai Tellkamp will also partout einen Skandal aus einem bislang unbeanstandeten Routinevorgang inszenieren - der ganzen Berichterstattung nach scheint sich keiner der zehn abgelehnten Bewerber, die nicht einmal zum persönlichen Vorstellungsgespräch eingeladen wurden, bislang beschwert zu haben… wer will sich also profilieren?
    Aber in Einem hast Du recht: Ganz versteckt kann man in einer Nachricht vom Namenswechsel des Bruders lesen.

  • Kann man, sicher. Ist es nicht seltsam, dass die Beförderung im August erfolgte - und die Aufregung Anfang November einsetzt, weil ein Vertreter des Beamtenbundes meint, dass der von ihm vertretene Verband da ein Mitspracherecht habe?
    Dieser Kai Tellkamp will also partout einen Skandal aus einem bislang unbeanstandeten Routinevorgang inszenieren - der ganzen Berichterstattung nach scheint sich keiner der zehn abgelehnten Bewerber, die nicht einmal zum persönlichen Vorstellungsgespräch eingeladen wurden, bislang beschwert zu haben… wer will sich also profilieren?
    Aber in Einem hast Du recht: Ganz versteckt kann man in einer Nachricht vom Namenswechsel des Bruders lesen.



    Es gibt einen Spruch:"Du stehst auf der Antwort und kannst sie nicht erkennen, selbst wenn sie Dich beisst."
    Das ist offensichtlich nicht als Lob und Anerkennung gedacht und gemeint.
    Dabei muss jemand an dich und deinesgleichen gedacht haben.


    Du schreibst 'die Antwort' sogar selbst auf, und kannst (oder willst) sie doch nicht erkennen.
    Da ist dann, nach all den bereits erbrachten Hinweisen, alles weitere Bemühen vermutlich auch vergebens.
    Und wer den Kern der Dinge nicht erkennen will, sondern den eigentlichen Punkt mit allerlei Nebengekröse - auch noch falsch konstruiert - zuzukleistern bemüht ist, zeigt, woran KEIN Interesse besteht: zu sehen und darzustellen was WIRKLICH ist und worin in der Sache die TÄTSACHLICHE Problematik verankert ist.


    Dass viele Bewerber erst gar nicht eingenladen wurden, ist Teil des Vorwurfs.
    Dass sie von den Gründen nichts wussten und deshalb auch nicht von sich aus aktiv wurden, weil sie ja mit einem ordentlichen Verfahren rechnen können mussten, ist ebenfalls Teil des Problems, und kann daher nicht Teil der Begründung sein, wie jeder wissen sollte.


    Brisant wurde das auslösende Ereignis ja erst durch den Umstand, dass ein Insider die Öffentlichkeit informierte. Dass das erst zwei Monate nach dem Ereignis statt fand, kann viele Gründe haben. Der nahe liegendste Grund ist der, dass solche Erkenntnisse nicht am selben Tag offen zutage treten, an denen das Ereignis statt fand, sondern erst jemand darüber stolpern und sich ein Bild davon machen musste, was da eigentlich tatsächlich geschehen ist, was, je nach Rahmenbedingungen und Umstand, ohne Weiteres ein paar Wochen dauern kann, will man nicht unterstellen, dass es professionelle Gründler gibt und hier vermutet werden, die mit hoch gekrempelten Ärmeln ein paar Tage lang vor aller Augen verschwitzt die Archive durchwühlen, um das zu finden, was gesucht wird.


    Wir haben Anfang November, die Geschichte war bereits am 26. Oktober in der Berichterstattung. Es waren also gerade mal zwei Monate und längstens ein paar Tage vergangen. Ein völlig unverdächtiger Zeitraum, und auch anschließend gab es nichts, was auf einen konstruierten Skandal deuten würde. Auffallend ist aber, dass sich die Parteien gegenseitig im Grunde weitgehend durch duldendes Schweigen decken. Die haben schließlich alle das gleiche müffelnde Haut Gout an sich haften, was die Vetternwirtschaft angeht. Da nehme ich niemanden aus, das ist unter jeder Fahne und in allen Farben das gleiche Spiel, das als Verhalten im Amt unanständig ist und beim Bürger Unmut erzeugt. Zu Recht!


    Im Umstand der Öffentlichmachung, solchen sich verselbständigenden Gebarens, nun sehr angestrengt und beflissen anmutend, eine sinistere Verschwörung derjenigen, die das der Öffentlichkeit zur Kenntnis gegeben haben, herbei schreiben zu wollen, und einen schrägen Eindruck über die Tatsache der Veröffentlichung legen zu wollen, nicht aber den Stein des Anstoßes zu hinterfragen, sondern diese Postenhuberei und Begünstigungen sogar zu verteidigen, ist schon bemerkenswert und hat angesichts der TATSACHEN einen gewissen donaldesken Beigeschmack.
    Vetternwirtschaft, Begünstigung, Vorteilsgabe- und nahme etc. sind im übrigen strafbewehrte Vergehen. Kein wunder, dass die interessierten Kreise das klein zu schreiben beflissen sind, denn sie machen es ja gewohnheitsmäßig. Alle.


    Dadurch wird es aber nicht besser.

    3 Mal editiert, zuletzt von A0468 ()

  • […] Dass sie von den Gründen nichts wussten und deshalb auch nicht von sich aus aktiv wurden, weil sie ja mit einem ordentlichen Verfahren rechnen können mussten, ist ebenfalls Teil des Problems […]

    Geht es um Besetzung eines einzelnen Arbeitsplatzes, ist es eigentlich nicht unüblich, gehen mehrere Bewerbungen ein, nicht jeden Bewerber zum Vorstellungsgespräch einzuladen - vor allem nicht, wenn bereits ein geeigneter Kandidat gefunden ist…
    Und sollten Absagen in schriftlicher Form an die sich vergeblich beworben habenden Bewerber verschickt worden, werden darin nur die üblichen Floskeln genannt sein - dieser Kai Tellkamp vom Beamtenbund ist also lediglich erpicht darauf, ein Exempel zu statuieren, weil er zur Bewerberauswahl nicht befragt worden ist - und dem unbekannten Whistleblower, der ersterem jetzt einen Anlass geliefert hat, sich aufzuspielen, ging es vor allem darum, die Kieler Jamaica-Koalition in einen Shitstorm zu ziehen - man darf also davon ausgehen, dass jene Person der Opposition zumindest nahesteht.

  • Die verteidigst mit Floskeln einen Vorgang, den ich als Vetternwirtschaft kategorisiere.
    Deine "Begründung" ist fomalistisch-oberflächlich argumentiert und macht es - das eigentlichen Problem - nicht besser, sondern ist Symptom genau der bezeichneten schwärenden Eiterherde: die Einführung und Verselbständigung des Unanständigen in die Normalität des Betriebs.
    Denn hier geht es ja gerade nicht um ein ordentliches Verfahren, sondern darum, dass eine Stellenbeschreibung so zugeschnitten wurde, dass alle anderen Bewerber ausgeschlossen wurden, um den einen, gewünschten, Bewerber formal korrekt selektieren zu können.


    Und Dir kommt das alles völlig normal vor? Wenn Du das Problem dabei tatsächlich nicht zu erkennen vermagst, kann ich Dir nicht weiter helfen.

  • Der konstruierte Skandal basiert auf der Beanstandung, es seien […][quote='PrometheusXL','http://politopia.de.w018f524.kasserver.com/forum/index.php?thread/&postID=995409#post995409'][…] fomalistisch-oberflächlich[e] […][/QUOTE[[…] Usancen nicht eingehalten worden. Wie viele Vorstellungsgespräche abzuhalten ist ein Arbeitgeber verpflichtet, wenn er bereits beim ersten eingeladenen Kandidaten überzeugt ist, den richtigen Mann für den Job gefunden zu haben? Zumal, wenn selbiger bereits als Pressesprecher im selben Haus tätig gewesen ist und auch künftig die öffentliche Darstellung im Sinne des Dienstherrn zu seinem Aufgabengebiet gehört…
    Leider gehört die Skandalisierung mittlerweile zum politischen Geschäftsalltag - und ist's ja ein gefundenes Fressen, wenn ausgerechnet der Bruder (und Parteigenosse) des Ministerpräsidenten vom Landtagspräsident Klaus Schlie in ein Amt eingesetzt wird, über dessen Besetzung er Kraft seines Amtes letztlich entscheidet… die Bereitschaft der Öffentlichen Meinung, sogleich "Skandal" zu schreien, ist vorhersehbar. Aber Schlie ist, von Amts wegen, genötigt, mit dem Kandidaten, den er auf jenem Posten künftig antrifft, recht eng zusammenzuarbeiten. Da wird er ohnehin bevorzugen, der und dessen Arbeitsweise ihm bereits vertraut ist. Ungeachtet der fachlichen oder laufbahnbedingten Qualifikation der sonstigen Bewerber.

  • Nun ja, halten wir fest, dass du alles für völlig in Ordnung hältst und in meiner Wertewelt andere Maßstäbe gelten.

  • Nun ja, halten wir fest, dass du alles für völlig in Ordnung hältst und in meiner Wertewelt andere Maßstäbe gelten.

    Diese Maßstäbe Deiner Wertewelt hast Du gerade ja im Thread "das Forum" recht deutlich ausgebreitet - auch dort ist es ja jetzt zu einer Indiskretion gekommen, die Du dort ablehnst, jedoch in diesem Thread zugrundeliegenden Fall als untadelig betrachtest…


    Bleiben wir aber ruhig in Kiel: Die Nachrichtenflut von der Förde her drängt die doch aktuellere Koalitionspartnersuche in Wiesbaden ein wenig in den Hintergrund… vorrangig geht's aber wohl darum, Daniel Günthers öffentliches Ansehen in Misskredit zu bringen. Wer könnte daran bloß Interesse haben? Und da ja auch noch die Neuwahl eines Parteivorsitzenden ansteht, ist so ein Skandälchen immer als ausschlaggebender Stimmungswandler geeignet.