Spiegelgate

  • https://www.google.com/url?sa=…Vaw3VXa_9Vja6NlJiGKqRskQA


    Mein Kommentar zur Sache


    Damit bekommt das Wort "Lügenpresse" eine ganz neue Dimension. Warum? Weil dieser Herr "Journalist" ja über Jahre hinweg für verschiedenste Zeitungen Artikel verfasste und diese veröffentlicht wurden. Obendrein gab es noch Preise, ergo eine Lobhudelei für angeblichen Qualitätsjournalismus der nie stattfand.


    Damit stellt sich die berechtigte Frage, wie über mehr als ein Jahrzehnt hinweg die Qualitätskontrolle in allen Medien versagen konnte. Wurde auch hier von "Investoren" durch Druck auf Belegschaften mit der Absicht des jetzigen Ergebnisses, einer kollektiven Unglaubhaftigkeit, kaputtgespart, um in Zukunft diese lästigen Schreiberlinge endgültig zu diskreditieren?


    Hat am Ende die "Schwarmintelligenz" der Bürger instinktiv Dinge bemerkt ohne sie gezielt auf den Punkt artikulieren zu können?


    Viele berechtigte unbequeme Fragen und es werden noch viele folgen, wir stehen erst am Anfang eines Prozesses der Bewertung unserer deutschen Medienqualität. Es ist unglaubhaft ein einzelner Journalist hat gepfuscht, die Wahrheit ist eher, viele sind aus Eitelkeiten und Arroganz erheblich am Pfusch beteiligt.


    In politischen Foren mit entsprechenden Rubriken finden sich massenhaft Beispiele wie politisch missliebige Lösungsvorschläge zu Finanzierungsthemen, gerechtere Steuererhebung etc. konsequent in Medienforen wegzensiert werden. Der Medienapparat posaunt mit allem was man hat immer nur Lobbyistenmeinung auf allen Kanälen rauf und runter. Bürgermeinung wird mit vorgefertigter Fragestellung von Anfang an in eine genehme Richtung bugsiert, in Talkshows werden die Stichworte geliefert um Lobbymeinung zu verbreiten.


    Bürger untereinander sind sich aber schon längst auf einem ganz anderen Level politisch einig zur Situation. Interessiert nur den politischen Elfenbeinturm nicht im geringsten. Von ungefähr kommen aber die Ergebnisse für die AfD und deren Zulauf absolut nicht.


    Vielleicht ist es ja jetzt an der Zeit endlich mal als gesetzlich besonders geschützte Institution mal wieder seiner waren Aufgabe nachzukommen. Mehr unbequeme Berichterstattung für politisch agierende zum Wohl der Bürger unseres Europa und weniger dem Verkauf von Lobbyistenwünschen zu dienen. Am Ende klappt es dann womöglich wieder mit zahlenden Kunden und Abokündingen mit dem Hinweis auf zu "tendenzielle Berichterstattung" bleiben dann auch aus.


    Aus meiner Sicht der Dinge ist der jetzige Gau die Chance unsere westliche Wertedemokratie gegen Populisten und Demagogen durch konsequente Selbstreinigung zu verteidigen und zu retten. Journalisten und Journalistinnen werdet endlich wieder richtig unbequeme Fragensteller und demaskiert endlich diese Selbsbedienung an unseren Steuergeldern durch Lobbyseilschaften zu unser aller Schaden, dies ist eure eigentliche verdammte Pflicht, egal wie unangenehm das auch sein mag, Märchenstunde war gestern.


    Habe die Ehre
    DB


    :winken:


    PS: Dieser Kommentar wurde von mir am 19.12.2018, 19:47 an spon_kultur@spiegel.de gesendet.


    Information für die Redaktion, mein ADBLOCKER bleibt auch in Zukunft für ihre Zeitschrift und alle anderen aktiviert, egal wie oft sie dessen Abschaltung durch ihre Schnüffelsoftware anfordern. Es sollte das Relotiusionieren bei neuen Beiträgen ebenfalls vermieden werden.

    5 Mal editiert, zuletzt von Durch Blick ()

  • Zum Fall Relotius erzählt der Kollege Juan Moreno, der letztlich den Stein ins Rollen brachte, wie er darauf gekommen ist, dass in den Geschichten von Relotius eine Menge freihändig Erfundenes verarbeitet wurde.
    http://www.spiegel.de/video/betrugsf...-99023682.html


    Was man daraus lernen kann ist, dass es eben immer der Aufmerksamkeit der Menschen im Umfeld bedarf, und auch einer Portion Skepsis, die anscheinend in dem Hype um dem vorgeblichen Shooting-Star Relotius komplett verloren gegangen war.


    Morena war kaum mit Relotius bekannt und hatte sich noch seine professionelle Distanz bewahrt, fand das Unglaubwürdige unglaubwürdig und hinterfragte das, was andere unkritisch als unzweifelhaft angesichts der handelnden Person angesehen haben.


    Das ist lehrreich. Und sicherlich nicht nur im und für den Zusammenhang mit Medien.

    Einmal editiert, zuletzt von A0468 ()

  • ....................Vielleicht ist es ja jetzt an der Zeit endlich mal als gesetzlich besonders geschützte Institution mal wieder seiner waren Aufgabe nachzukommen. Mehr unbequeme Berichterstattung für politisch agierende zum Wohl der Bürger unseres Europa und weniger dem Verkauf von Lobbyistenwünschen zu dienen. ................................


    Wie soll das gehen bei 4 bis 5 Monopolgruppen der Medien, die in ihrem Sinne wirken und damit keinesfalls die "Vierte Gewalt" im Interesse unabhängiger Information des demokratisch gesinnten Bürgers ausüben???????????????? Freie, unabhängige Journalisten sind fast ausgestorben, wer in den Medienkonzernen aangestellt ist, unterliegt deren Diktat.

  • Es ist doch ein wirklich bemerkenswertes Phänomen, fast schon theaterbühnenreif als Sketchparade, dass diejenigen, die selbst den größten Mist verzapfen und auf Propagandasprüche, Propaganda-Medien und Propagandisten verweisen, selbst Propaganda verbreiten, dem Rest der Welt unterstellen und vorhalten, dass die viel zu sehr von Propaganda indoktriniert und daher unfrei und unfähig sind, um sich überhaupt ein vernünftiges Urteil bilden zu können. :bounce:


    Und nur dort, wo die Unfreiheit top-down verordnet und Fake-News für die Welt gewissermaßen aus dem Nichts geschöpft werden, herrscht die echte publizistische Freiheit und werden korrekte Zustandsberichte verfasst.


    Das ist so irre, dass es schon wieder saukomsich ist...:hehehe::jumper:

    Einmal editiert, zuletzt von A0468 ()

  • 4 bis 5 Monopolgruppen


    Wie gut, dass hier niemand auf Vollautomatik fast 30 Jahre alte Bullshit-Bingo-Platze verballert, die in sich widersprüchlich ist, weil man ja ein denkender Mensch ist.


    Gruß
    Verbalwalze

  • Journalisten und Journalistinnen werdet endlich wieder richtig unbequeme Fragensteller und demaskiert endlich diese Selbsbedienung an unseren Steuergeldern durch Lobbyseilschaften zu unser aller Schaden, dies ist eure eigentliche verdammte Pflicht, egal wie unangenehm das auch sein mag, Märchenstunde war gestern.


    Und wenn es so aussieht als mächte das einer, dann stellst Du Deine Qualitätskontrolle ab.


    Gruß
    Verbalwalze

  • Man sollte da mal fair bleiben.


    Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass tatsächlich in irgendeiner Redaktion alle Berichte verifiziert werden. Also Interviewpartner von einer zweiten Person kontaktieren lassen und die finale Fassung noch einmal bestätigen. Ortsbeschreibungen mit Google Earth verifizieren. Alles nachrechnen. Das gibt ein richtig schönes 1984-STASI-Feeling und kostet wirklich eine Menge Kohle, auch wenn es interessant wäre, mal zu sehen, was da wirklich alles auffliegt. Nur sollte der SPIEGEL nicht so tun, als hätten sie da eine relevante Qualitätskontrolle.
    Wenn man sich nicht doof anstellt und ausgerechnet einen Interviewpartner mit aggressiver Marketingabteilung hinhängt, dann geht das eine ganze Weile gut.


    Und einige, die sich hier jetzt aufblasen checken ja auch nichts gegen, was ihr bevorzugtes Idiotenblog so raushaut.


    Was ich am lustigsten finde, wie der SPON das jetzt ausschlachtet, um noch einmal Welle zu machen.


    Gruß
    Verbalwalze

  • Diese "Affaire" nimmt inzwischen groteske Züge an.
    Alleine die quasi als publizistische Selbstentleibung daher kommende Vermarktung und darum herum gruppierte Inhaltsgenese im SPIEGEL und bei SPON, viele Seiten lange Eigendokumentation und "Recherche", mit dem immer gleichen Tenor... "da haben wir wohl nicht richtig aufgepasst, aber irgendwas ist ja immer...und keiner kann dem anderen in den Kopf schauen...".
    Das ist schon ein saftiges Ausschlachten eines Themas, das eigentlich ganz anders anzugehen wäre.


    Einerseits haben die Macher des SPIEGEL, und anderer Medien, den Anspruch, die besten "Geschichten" zu erzählen, es werden "Geschichten" von Jurys bewertet und ausgezeichnet, die eine besondere Tiefe in den erzählerischen Details mit der Kunst des Entwerfens von Sprachbildern verknüpfen, eine Nähe gestalten, die ein Mitleben, nicht nur Mitlesen, ermöglichen, es wird ein besonderer Anspruch erhoben, wie eine "Geschichte" sein soll und daherkommen muss - der SPIEGEL-Stil ist ja ein Markenzeichen -, und andererseits werden täglich aktive Spins medial entwickeln, aufgearbeitet, weiter gereicht und damit gezielt Stimmungen aufgegriffen und weiter transportiert, um einen deutlich erkennbaren Narrativ als roten Faden zu kultivieren.
    Wie soll das eigentlich noch konsistent zum Auftrag und Anspruch der wahrheitsgetreuen Nachrichtenberichterstattung einher gehen können?


    Kann nicht, soll vermutlich auch nicht. Zudem: Menschen wollen belogen werden.
    Jeder kann das überprüfen. Insbesondere in der Weihnachtszeit wäre es möglich, zu einer bitteren Erkenntnis zu kommen. Zu erkennen, am konkreten Beispiel zu sehen, was wirklich ist.
    Dann könnte man das auch schreiben, das, was wirklich ist: Menschen wollen belogen werden.


    Lieber einer gut gemachten Lüge nachlaufen, als die hässliche oder nüchterne Wahrheit wissen.


    Eine Lüge, die größte jemals erzählten und die vermutlich am längsten mit Bestand weiter erzählte Lüge ist... die Weihnachtsgeschichte.
    Von vorne bis hintern ausgedacht und erlogen, mit kirchlicher Macht festgeklopft und den Leuten im "Christentum" als Doktrin übergestülpt, in der Moderne aufgegriffen von der Advertising-Branche, um zum erfolgreichsten Verkaufsevent umfunktioniert zu werden, das man sich nicht besser hätte wünschen können.


    Wenn man sich das alles einmal vor Augen hält, ist es im Grunde doch entlarvend, wie sehr wir wollen, dass uns jemand eine Geschichte erzählt, die uns die Wahrheit vergessen lässt.
    Der Weihnachtsmann, Santa Claus, wurde von Coca Cola 1931 aus der Werbetaufe gehoben.
    Coca Cola kokettiert damit, dass sie den Weihnachtsmann nicht erfunden haben, denn den hätten die Holländer, als New York noch Nieuw Amsterdam hieß, als Sinterklaas importiert... und CC den nur ein wenig "amerikanisiert"...
    Eine tolle Lügengeschichte. Und so telegen...:santa: ;)


    Die ganze Weihnachtsgeschichte hat es nie gegeben, ist gewissermaßen das Produkt eines frühgeschichtlichen Identitätsdiebstahls, auf dessen Narrativ eine Religionsgemeinschaft gebaut wurde und eine Kirche ihre Produkte unters Volk brachte und das Volk dazu, die Schatzkammern der katholischen Kirche zu füllen.
    Und diese Geschichte ist bis heute valide.
    Ein Phänomen. Eine umfassende Lüge domestiziert noch immer die halbe Welt. Und selbst dann, wenn sie "aufgeklärt" wird, wollen die Menschen die Wahrheit gar nicht wissen, sondern "glauben" lieber, was andere Ihnen auf die Hucke lüge.
    Das ist sie, die traurige Rückseite der Wahrheit.


    Fazit: Menschen wollen die Wahrheit gar nicht wissen und erkennen - Korrektur, nur eine sehr geringer Bruchteil der Menschen interessiert sich für die Wahrheit. Die meisten sind viel zufriedener damit, dass ihnen eine passend zurecht gelogene Version der "Wahrheit" erzählt wird, mit der sie sich wohl fühlen können. Eine 'gute' Lüge.

    6 Mal editiert, zuletzt von A0468 ()

  • Zum Fall Relotius ist ein eine nette Zusammenfassung des grundlegenden Wandels medialer Berichterstattung und des Selbstverständnisses der Presse in der taz erschienen, die die naheliegende Frage aufwirft, wie sich's auf die Branche insgesamt auswirken wird…

  • An dieser Stelle - und auch schon im Faden über den Wandel der Medien - ist ja bereits einiges von größerer Tiefe dazu angemerkt worden...


    Es ist vor dem Hintergrund des Kerns der "Affaire" auffallend, dass Du, der Du im Grunde einen ganz ähnlichen strukturellen "Stil" als Dein höchstes Kredo zu sehen scheinst, nicht auf den Gedanken kommst, die eigentliche Ãœberlegung aufzugreifen und zu beleuchten, um die es geht.
    Nein, keine Sorge, als 'Schönschreiber' sehe ich Dich nicht. Du bist erkennbar keiner. Das fällt ja vermutlich allen auf, die Deine Texte überfliegen. Aber das gründliche Lesen um des Inhalts willen lohnt sich ja meist nicht. Zu beliebig.
    Du bist eher der schreibende Drechsler, der Inhalte, Sachverhalte, Argumentationen, Standpunkte und auch Fakten beliebig durcheinander würfelt und so zurecht legt, dass am Ende die gedrechselte Form, als Form der Satzkonstrukte und der gewissermaßen zurecht geschliffenen gewünschten Botschaft, Form, der der ganze Aufwand nur dient, einen Halt findet. Schreiben als Selbstzweck, nicht, um (korrekte) Inhalte zu transportieren.
    Das kling bei Dir nicht schön oder geschmeidig, sondern eher eckig - aber die Intention ist doch eine ganz ähnliche: es geht um die Form, um der Form willen. Der Inhalt ist nur Mittel zum Zweck.
    Und deshalb sind die Ergebnisse auch ernüchternd.


    Wenn das Treibende, das System, erst durchschaut und erkannt wird, ist es schnell nur noch Wortabfall. Wie bei Relotius. Da bleibt nichts übrig, an das es sich lohnt, mehr als nur einen bedauernden Gedanken, der verschwendeten Zeit hinterhertrauernd, zu verlieren.


    Was bleibt von Relotius?
    Das vergeudete Talent, dass es ja ganz offensichtlich gibt - bestenfalls.
    Ich empfinde es bedauerlich und auch inzwischen leicht unanständig, dass DER SPIEGEL, aufgrund eines simplen Betrugs, der in gewisser Weise sogar erbeten, mindestens aber begünstigt und gefördert worden ist, durch die Teilnahme am Wettlauf um die 'Schönschreiber', geblendet durch die eigene Begeisterung, alle Regeln ausser Acht lassen konnte, ohne korrigierende Instanzen, ohne Skepsis, ohne Sorgfalt... - nun einen jungen talentierten Menschen, der nur die Wünsche des Systems befriedigte, dazu aber zu Mitteln griff, die betrügerisch waren, zur journalistischen Todesstrafe, im besten Fall zu "lebenslänglich", verurteil - und zwar allein aus Rache.


    Der Rache eines beleidigten Patriarchen, dem ein Subalterner die Frau hinter dem Rücken besprungen hat.
    Und nun wird vor aller Welt ein Exempel statuiert. Nicht alleine wegen des Deliktes, nicht in angemessener Form und mit ausgewogenem Strafmaß, sondern aus dem gekränkten Stolz eines eitlen Herren, der sich in blinder Wut als maßloser Wüterich aufführt und so tut, als würde damit der Gerechtigkeit gedient.


    Anders kann ich das inzwischen nicht mehr interpretieren.
    Pfui ist das.

    2 Mal editiert, zuletzt von A0468 ()

  • […] Anders kann ich das inzwischen nicht mehr interpretieren. […]

    Der Schaden für Presse, Journalismus und Medien insgesamt ist nicht zu bezweifeln - dennoch hat Relotius lediglich marktkonform gehandelt - und bei aller medialen Aufregung über den nunmehr aufgedeckten Skandal darf man beinahe erwarten, dass, sobald wieder Gras über die Sache gewachsen ist, ein Relotius-Preis für imaginative Reportagen ausgelobt werden wird - so ähnlich, wie ja auch das Pressefoto des Jahres und ähnliche Erzeugnisse lediglich einer politisch gewollten Gefühlsduselei das nötige Futter beimischen.

  • Wie gut, dass hier niemand auf Vollautomatik ..............................


    Dir scheint nicht bekannt zu sein, dass auch in einem Monopol durchaus Gruppierungen mit eigenen Interessen tätig sein können, wie auch in Parteien verschiedene Flügel sich herausbilden. Dass in Europa die "Freien Medien" monopolisiert sind, ist eine Tatsache. Und auch weltweit werden die Nachrichtenagenturen von wenigen Kapitalstrukturen beherrscht, die keinesfalls im Interesse der Menschheit aktiv sind, sondern systemrelevant agieren, um den Massen den Nebel der "Freiheit" vorzugaugeln.

  • ...Und auch weltweit werden die Nachrichtenagenturen von wenigen Kapitalstrukturen beherrscht, die keinesfalls im Interesse der Menschheit aktiv sind, sondern systemrelevant agieren, um den Massen den Nebel der "Freiheit" vorzugaugeln.


    Dazu ergänzend:


    Der eigentliche diktatorische Kern des Neokapitalismus ist die von Hayek und seinen Geistesgenossen abgelehnte Art jeglicher Autorität. Die Ungleichheit von Wohlstand, in seinem Kern richtig, aber die gleichzeitig geforderte Ungleichheit von Rechten als unabdingbares Merkmal eines erfolgreichen Marktsystems zu etablieren bedeutet im Marxschen Sinne Kapitaldiktatur. Es konterkariert das gleiche Recht für alle und ist damit der Totengräber jeglicher Demokratie. Allen die diese Monstranz des Marktes vor sich her tragen sei gesagt: Wir sind der Souverän und wir werden uns unsere Freiheit zurückholen. Der erste Schritt: Verbot jeglicher Schnüffelsoftware die im Hintergrund Daten generiert, die persönliche Eigenschaften und Verhaltensweisen sowie Daten zu Bekanntschaften und Freunden einsichtig an Firmen weiterleiten, eingeschlossen das Verbot des Datenverkaufs oder sonstiger nicht genehmigter Weitergabe an Dritte. Bei Zuwiederhandlung Mindeststrafe Einzug von 50% des Kapitals der Firma sowie gleichzeitig auch 50% des privaten Vermögens aller beteiligten Personen. Ja es muss richtig weh tun wenn die Menschheit ihre Freiheit behalten möchte.
    Wer für sich bevorzugendes Recht etabliert hat und weiter über Lobbyismus die rechtliche Unfreiheit vieler zum eigenen immensen Vorteil, nicht nur finanzieller Natur, weiterhin etablieren möchte, muss mit allen Mitteln daran gehindert werden. Diese Geister zeichnen für den Zustand auf diesem Planeten verantwortlich, wie und warum er sich so darstellt ist realer Ausdruck dieser kranken Psychen. Es ist angesichts der atomaren Bedrohung die diese Machthaber zur Disziplinierung der Massen weltweit eben wieder aufbauen klar ersichtlich wie man sich an alles krallt. Eines haben solcherlei Geister im Laufe der Menschheitsgeschichte noch nie verstanden, man kann Fortschritt nicht zurückdrehen. Wer es versucht wird hinweggefegt, das ist das eigentliche Gesetz des Lebens und damit des Marktes.
    In einer globalisierten Wissensgesellschaft werden Manipulation sehr schnell aufgedeckt, agierende Personen verschleissen bei Lügereien sehr schnell, was politisch eben schmerzlich erkennbar wird. Man kann Milliarden von kommunizierenden Gehirnen eben nicht mehr einfach etwas vorgaukeln und glauben damit durchzukommen. Je eher jeder Einzelne versteht welches hohe Maß an die individuelle Integrität, Ethik und moralischem Handeln diese neue Situation stellt, desto besser für unsere Weltgesellschaft.
    Unsere jetzt erreichte Technologie zeigt jedem ganz deutlich, wir sind mit einem von Resourcen begrenzten relativ kleinen Raumschiff um die Sonne im Universum unterwegs und sollten schnellstens mal grundsätzlich politisch klären, wer auf wieviel dieser Resourcen zu seinen Lebzeiten "Anspruch" hat. Eine Rechtsungleichheit kann es in diesem Zusammenhang, wie von Neokapitalisten gefordert und in den letzten Jahrzehnten praktiziert, wie die politisch instabielen Auswirkungen überall zeigen, auf jeden Fall nicht geben,
    auch wenn sie mit Atomkrieg drohen nicht.


    Habe die Ehre
    DB


    :seeya:


    PS: Ein Frohes und Gesundes Neues Jahr an alle Foristen.

  • Der Fall Relotius beschert der Presse, ihren "Machern" und ihren dankbaren Lesern ein aufwendiges Nachspiel - in der Frankfurter Rundschau beschäftigt sich ein in den letzten Tagen erschienener Leitartikel mit dem Problem, dass es keine absolute Objektivität gäbe. Im Grunde haben die Fiktionen Claas Relotius genau jene subjektive Sicht, die dem Zeitgeist entspricht, auf jene Wirklichkeit, über die Medien aktuell berichten, jeweils personifiziert… das Weltgeschehen hat in seinen Artikeln ein Gesicht bekommen, und die hierzulande mehrheitsfähige oder offiziell gewünschte Meinung zu den gerade aktuellen Vorgängen und Krisengebieten wurde uns aus dem Munde eines unmittelbar Betroffenen souffliert… ganz so, wie beim Klimagipfel von dieser schwedischen Schulschwänzerin.

  • Das ist im Kern richtig, nur hat Relotius vorgegeben, Reportagen zu schreiben. Er hätte ein Buch schreiben sollen mit erkennbar fiktiven Reisen, dann wäre es kein Betrug gewesen.


    Was die schwedische Schulschwänzerin betrifft, so bin ich völlig Deiner Meinung. Ich komm ja aus der Werbung und mich schaudert die allgemeine Ergriffenheit bei einer so gnadenlos kitschigen Vorstellung.

  • […] mich schaudert die allgemeine Ergriffenheit bei einer so gnadenlos kitschigen Vorstellung.

    Aber diese allgemeine Ergriffenheit ist in Zeiten der emotionalen Prioritäten die erste Bürgerpflicht… in gewisser Weise ist der im Augenwinkel seine Tränen zerdrückende Errgriffenheitsbürger die logische Antipode zum Wutbürger.


    Und nein: Als Buchveröffentlichung hätten die fiktiven Reportagen ein weit kleineres Publikum erreicht - als Bestandteil eines wöchentlich erscheinenden Nachrichtenmagazins von einiger Geltung war diese Offenlegung der Leichtgläubigkeit von Lesern und Berufskollegen genau am richtigen Ort platziert.

  • ...als Bestandteil eines wöchentlich erscheinenden Nachrichtenmagazins von einiger Geltung war diese Offenlegung der Leichtgläubigkeit von Lesern und Berufskollegen genau am richtigen Ort platziert.

    Finde ich nicht, es war im höchsten Maße illoyal. Als vom Spiegel bezahlter Schreiber ist es nicht seine Aufgabe, die Kollegen bloßzustellen und schon gar nicht die Leser zu täuschen, die angesichts einer 60 Leute starken Rechercheabteilung mit Fug und Recht davon ausgehen dürfen, dass die Fakten geprüft wurden. Seine Motivation war auch nicht, die Leichtgläubigkeit der Leser zu demonstrieren, er wollte lediglich auf billige Weise seine Reportagen placieren und Ruhm ernten. In gewisser Weise ein Guttenberg der Medienlandschaft.

  • Finde ich nicht, es war im höchsten Maße illoyal. […]

    Nun, schuldig sind dann ja alle: Die Leser, die derartige Stories durch ihr Kaufverhalten honorieren, der Chefredakteur, der dergleichen Lügengebäude durchgehen lässt, und der auch bei Äußerung erster redaktionsinterner Zweifel am Wahrheitsgehalt seinen Starreporter gewähren ließ, die Honoratioren, die die Arbeiten des Herrn Relotius mit Preisen zusätzlich als Musterbeispiele journalistischer Tätigkeit ausgezeichnet haben…

    […] Seine Motivation war auch nicht, die Leichtgläubigkeit der Leser zu demonstrieren, er wollte lediglich auf billige Weise seine Reportagen placieren und Ruhm ernten. […]

    Ãœber die eigentliche Motivation des Herrn Relotius ist bislang nicht viel veröffentlicht worden - sein Erfolg jedenfalls verlangte doch, dass er genau in der bewährten Weise weitermachen müsse… und klug genug ist er, dann auch den Schluss zu ziehen, dass der Markt exakt diese kleine "Korrektur" des Wahrheitsanspruchs verlangt - selbst wenn er beim Spiegel mit sofortiger Wirkung ausgeschieden ist, wird's doch nicht lang dauern, bis er ein Buch über genau diese heuchlerische "Bruderschaft" seiner Berufskollegen, denen diese Mischung aus Fakt und Fiktion gar nicht dreist genug sein konnte, um gefeiert zu werden - und nach "Aufdeckung" Bestürzung zu mimen und "Skandal" zu schreien…

    […] In gewisser Weise ein Guttenberg der Medienlandschaft.

    Auch Guttenberg galt ja auf politischem Parkett einst als Ãœberflieger - Blender erfreuen sich der stärksten Publikumsgunst. Und als Doktorand der Verfassungsgeschichte lag es ja in der Natur der Sache, dass er sich weitestgehend auf bereits publizierte Quellen verlassen musste - natürlich hätte sein Doktorvater ihn darauf hinweisen können, dass schon das Promotionsthema wenig geeignet sei, darauf basierend einen akademischen Titel zu erwerben, aber selbst die Disputation ist er ja klaglos bestanden, ohne dass das Plagiat jemandem aufgefallen wäre.

  • Nun, schuldig sind dann ja alle: Die Leser, die derartige Stories durch ihr Kaufverhalten honorieren, der Chefredakteur, der dergleichen Lügengebäude durchgehen lässt, und der auch bei Äußerung erster redaktionsinterner Zweifel am Wahrheitsgehalt seinen Starreporter gewähren ließ, die Honoratioren, die die Arbeiten des Herrn Relotius mit Preisen zusätzlich als Musterbeispiele journalistischer Tätigkeit ausgezeichnet haben…

    Du unterstellst also Absicht?