Die Mentalität des Vergessens, der Umgang mit der Geschichte und der Wandel von Freizeit- und Konsumgewohnheiten

  • Mittlerweile? Jugendliche randalieren machmal. […]

    Jugendlich randalieren manchmal - im Gegensatz zu "früher" sind die daraus entstehenden Schäden (für die Allgemeinheit) jedoch gewachsen. Und wenn Überlegungen angestellt werden, das Wahlalter herabzusetzen, weil Jugendliche ja schließlich über die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, unter denen ihre Zukunft sich gestalten soll, mitbestimmen sollen, dann sollten sie Funktion, Wert und Nutzen von Infrastruktur, Ordnungshütern und Rettungsdiensten wenigstens verstehen können… mittlerweile ist es doch so, dass selbst Feuerwehr und Rettungssanitäter ihrer Arbeit nicht mehr nachgehen können, ohne belästigt zu werden - und wenn schon den Anweisungen eines Bademeisters nicht gehorcht wird, dann wird sich daran so schnell auch nichts bessern.

  • Weil Jugendliche im Düsseldorfer Rheinbad randalieren, schließt TUI seine Beratungsstationen an deutschen Flughäfen. Interessante Korrelation, vielleicht gar eine Art Schmetterlingseffekt? Aber deine Verknüpfung zwischen den Randalierern und der Herabsetzung des Wahlalters ist doch arg konstruiert: Deine "Kulturbereicherer" hätten mit ziemlicher Sicherheit kein Wahlrecht.

  • […] Es gibt zu viele Menschen.

    Sicher. Aber dennoch scheint ihre Zahl nicht auszureichen, die im Stadtbild vorhandenen Versorgungsmöglichkeiten existenzerhaltend zu frequentieren… wie ich am gestrigen Abend gelesen habe, hat letztens nach nicht mal einem Jahr eine unweit des Spritzenplatzes gelegene Pizzeria geschlossen - und etwa einen Monat zuvor ein langgedienter Frühstücksbrötchenverkauf wenige Schritte vom U- und S-Bahnhof Berliner Tor…

  • Das kann man bedauern, allerdings haben sie wegen ihrer oft etwas esoterischen Ausrichtung und der hohen Preise nie dazu beigetragen, das Bewusstsein für Bio-Ware bei Lebensmitteln und Kosmetika zu steigern, Sie waren immer eine Nische.

  • Natürlich gab es früher mehr Verkaufsstellen. Wer naturbelassene Lebensmittel wollte, hat sie nur da bekommen, heute hat jeder Supermarkt solche Ware.

    Mir ging es nicht um billig oder teuer - die Reformhäuser waren teuer im Vergleich zu den damaligen Läden -, aber sie hatten eben dieses Körner-Image und haben es nicht vermocht, Otto Normalverbraucher an sich zu binden, nicht mal, als die Öko-Welle begann und es überall "Körner" gab. Reformhäuser hatten ein verstaubtes Image, auch die, die es heute noch gibt.

  • Natürlich gab es früher mehr Verkaufsstellen. […]

    Bedenkt man, dass die in Reformhäusern verkauften Waren seinerzeit ein Nischenprodukt waren, währen gluten- und lactosefreie, in biodynamischen Anbau erzeugte und mehrfach zertifizierte Fleischersatzprodukte derzeit der Renner sind, müssten die vorhandenen Reformhäuser doch eigentlich eher Kundenzulauf verzeichnen…

  • Reformhäuser waren und sind bis heute etwas für Besserverdienende, denn die Preise dort haben es in sich. Jetzt, wo das Angebot der Reformhäuser kein Nischenangebot mehr ist und viele Waren auch woanders gekauft werden können, rennen ihnen die Kunden weg. Übrig bleiben alte Menschen, die seit Jahrzehnten dort bestimmte Produkte kauften und nicht über die Mobilität verfügen, sich woanders umzuschauen.

    Die Reformhäuser haben die Entwicklung der letzten Jahre einfach verschlafen.

  • Reformhäuser waren und sind bis heute etwas für Besserverdienende, denn die Preise dort haben es in sich. Jetzt, wo das Angebot der Reformhäuser kein Nischenangebot mehr ist und viele Waren auch woanders gekauft werden können, rennen ihnen die Kunden weg. Übrig bleiben alte Menschen, die seit Jahrzehnten dort bestimmte Produkte kauften und nicht über die Mobilität verfügen, sich woanders umzuschauen.

    Die Reformhäuser haben die Entwicklung der letzten Jahre einfach verschlafen.

    Man darf aber nicht vergessen das jene es waren die überhaupt auf Nachhaltig und Gesund gesetzt haben, also ein 1/2 Jahrhundert bevor jemand hier etwas mit dem Begriff Bio anfangen konnte. Das war auch früher schon eine noch schwierigere Haltungs und Lebensfrage wer dort sein Geld gelassen hatte... Bei uns hieß es immer da kaufen nur die Omas mit Dutt, gesunden Schuhen und Lodenjacke.... also Waldorfschüler...


    Und heute ? Ist wahrscheinlich so wie mit dem "Foodtruck" versus Imbisswagen... beide bieen das gleiche.

    Denn's ist halt hiper als das etwas betuliche Reformhaus....

  • Ja, das stimmt alles. Aber: Ich war bis vor ca. zwei/drei jahren auch regelmäßige Kundin eines Reformhauses und kaufte da zwei, drei Produkte, die es woanders nicht gab. Zunehmend habe ich mich aber über die teilweise völlig überzogenen Preise geärgert. Oder darüber, dass in einem Laden fünf Verkäuferinnen anwesend waren, die sich um alles gekümmert haben, nur nicht um die Kunden. Um 9, wenn der Laden öffnete, haben die fünf Damen erst einmal gemächlich damit angefangen, alles aufzubauen, die Waren vor die Tür zu stellen, das Brot ins Regal zu legen usw. usf.

    Ausschlaggebend für mein Wegbleiben war aber folgendes: In der regelmäßig erscheinenden Reformhauszeitung hatte ein langjähriger und beliebter Autor verkündet, Homosexualität sei gegen die Natur des Menschen und die Natur würde das über die Zeit schon richten. Die Geschäftsleitung dieser Reformhauskette wurde daraufhin mit Beschwerden von Kunden und auch einigen Herstellern überflutet. Im Ergebnis durfte der Autor in der Reformhauszeitung nicht mehr publizieren. Auch wenn ich die Aussage des Autors nicht teile, fand ich das anmaßend und übertrieben. Das Verhalten der Hersteller "Wenn der noch weiter schreibt, kündigen wir die Verträge mit euch.", fand ich eine Frechheit.

    Alles zusammen und die Tatsache, dass ich meine Produkte inzwischen auch woanders beziehen kann, führten dazu, dass ich da nie wieder was gekauft habe. Inzwischen hat der Laden übrigens zugemacht ...

  • In der regelmäßig erscheinenden Reformhauszeitung hatte ein langjähriger und beliebter Autor verkündet, Homosexualität sei gegen die Natur des Menschen und die Natur würde das über die Zeit schon richten. Die Geschäftsleitung dieser Reformhauskette wurde daraufhin mit Beschwerden von Kunden und auch einigen Herstellern überflutet. Im Ergebnis durfte der Autor in der Reformhauszeitung nicht mehr publizieren. Auch wenn ich die Aussage des Autors nicht teile, fand ich das anmaßend und übertrieben.

    Ich finde diese Reaktion angemessen. Der Hauptzweck der kostenlosen Zeitung ist Werbung und Kundenbindung, und mit einem solchen Inhalt wird eher das Gegenteil erreicht.