Die Mentalität des Vergessens, der Umgang mit der Geschichte und der Wandel von Freizeit- und Konsumgewohnheiten

  • Kojo nennt es Umerziehung, ich nenne es Veraenderung der Gesellschaft.


    Eigentlich nichts Neues und so alt wie die Menschheit.


    "Umerziehung" gab es allerdings auch in Deutschland, 1933 - 45, nach 45 die Entnazifizierung und da war noch 1990.


    Da sollte ich dabei helfen aus Stalinisten aufrichtige Demokraten zu machen. :saint:

  • Kojo nennt es Umerziehung, ich nenne es Veraenderung der Gesellschaft....

    Die Gefahr lauert an einer ganz anderen Stelle als Kojo vermutet, und sie kommt auch aus einer ganz anderen Richtung:


    Zitat


    Jeder sechste Deutsche findet ein Social-Scoring-System nach chinesischem Vorbild gut


    "Dieses Konzept findet mit 46 Prozent im Milieu der Performer den größten Anklang", sagt Manfred Tautscher, Geschäftsführer des SINUS-Instituts. "Diese wirtschaftsnahe und effizienzgetriebene Leistungselite ist äußerst fortschrittsoptimistisch und schätzt es sehr, wenn das Leben durch technischen Fortschritt vereinfacht wird.

    Fürchtet die sogenannten "Eliten" und die, welche sich für solche halten.

    Religion wird von den einfachen Leuten als wahr, von den Weisen als falsch und von den Herrschern als nützlich angesehen.

    Lucius Annaeus Seneca

  • Die Bevormundung und Umerziehung der Deutschen geht weiter:

    Fürst von Hindenburg hat in der dt. Geschichte wohl kaum eine überragend positive Rolle gespielt. Neben der Schlacht von Tannenberg im I. Weltkrieg war er es als Reichspräsident, der Hitler zum Reichskanzler ernannte. Seine Bildung dürfte auch nicht überdurchschnittlicch ausgefallen sein, denn seine Lieblingslektüre war bekanntlich das "Exerzierreglement des Preussischen Heeres".

    Ob man deshalb einen Damm nach der Insel der "Reichen & Schönen" nach ihm weiter benennen sollte, entzieht sich meiner Kenntnis.

  • Paul von Hindenburg, die Front im Blick aus sicherer Entfernung:



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    Sein Wahlspruch, Orginalzitat:


    Der Krieg bekommt mir wie eine Badekur !!!



    Diese Badekur für den einfachen, deutschen Proleten sah so aus :



    1096402262_c743251f62_z.jpg?zz=1


    oder mit etwas Glück:



    remarque02.jpg?w=150&h=131


    und mehr....


    Bild%20146-1972-062-01_web.jpg



    Das zum Thema "Hindenburg Damm".


    Es gibt Millionen gleichwertiger deutscher Namen die für die Bezeichnung dieses Dammes dienen können.


    Referenz hierzu die diesbezüglichen Gefallenenlisten....

  • Auch im stark von Touristen durchströmten Bereich zwischen Dom und Römer in der Frankfurter Innenstadt lässt sich die strukturelle Verödung nicht aufhalten oder verschleiern - sieben Monate nach der hoffnungsvollen Geschäftseröffnung schließt der erste Laden, der das Altstadtquartier aufwerten sollte, schon wieder.

    Wie aus dem Artikel heraus zu lesen ist war wohl die Platzwahl mit den angebotenen Waren nicht unbedingt übereinstimmend. Das gibt es überall, speziell dort wo ein Viertel ( Neusprech = Quartier ) gerade erst entstanden ist. Und in diesem Fall, wen sieht es tagsüber in solche ein Potemkinsches Dorf ?


    Hier in HH machen ja auch diverse ambitionierte "Neuladenbesitzer" und Gastronome diese Erfahrung in der sogenannten Hafencity.

  • Und schon immer ersten Satz wurde das Dilemma aufgezeigt

    "Der Laden ist schwer zu finden".


    Und ganz im Ernst - hat die Betreiberin keine Standortanalyse gemacht? Oder hat sie wirklich geglaubt, dass Touristen bei ihrem Marsch der Sehenswürdigkeiten bei ihr einkehren, um ausgefallene Schlüpfer käuflich zu erwerben?

    Laut einer Studie ist einer vom fünf AfD-Wählern genau so dumm wie die anderen Vier

  • Und schon immer ersten Satz wurde das Dilemma aufgezeigt

    "Der Laden ist schwer zu finden".


    Und ganz im Ernst - hat die Betreiberin keine Standortanalyse gemacht? Oder hat sie wirklich geglaubt, dass Touristen bei ihrem Marsch der Sehenswürdigkeiten bei ihr einkehren, um ausgefallene Schlüpfer käuflich zu erwerben?

    Einerseits, ja... allerdings lässt sich sowas immer leicht sagen. Bei uns gegenüber, direkt in einem Wohnviertel hat nach 40 Jahren eine Bäckerei ( die eigentlich nur als Verkaufsdependenance diente ) im Sommer aufgegeben. Diese hatte jahrelang nur noch am 1/2 Tag geöffnet, die nahen Schülerströme versiegten, die Alterstruktur bei uns veränderte sich und die Oldies die fast täglich frische Brötchen holten waren irgendwann auch nicht mehr da.

    Ausserdem veränderte sich auch der Qualitätsanspruch, die 2 Supermärkte in Laufnähe boten Ihre Aufbackprodukte zu einem konkurrenzlos billigen Preis an. Um für einen Euro mehr solch ein geschäft zu unterstützen ( es wenigstens versuchen ) haben wohl recht wenige heute einen Sinn...

    Jetzt, analog zu unserer Bequemlichkeit ( Samstag/Sonntags "frische Brötchen" ) wurde - mit viel Liebe und handwerklichen Geschick ein kleines Cafe an selber Stelle eröffnet. Ich befürchte aber das die Besitzer/Pächter, ein ausländisches Ehepaar (?) es sehr schwer haben werden an diesem Standort

    zu "überleben". Wir wünschen es Ihnen, zumal es eine wirkliche Bereicherung in unserer Ecke darstellen würde... - alle Läden die geschlossen haben wurden durch Architekturbüros, Pflegedienste, Yoga etc. ersetzt - aber die Konkurrenz in der nahen Einkaufstrasse ist groß....

  • Und schon immer ersten Satz wurde das Dilemma aufgezeigt "Der Laden ist schwer zu finden". […]

    Der Witz an solchen Altstadtquartieren ist ja gerade, dass die zahlreichen und engen Gässchen einladen, sie beim Stadtbummel einfach mal zu erkunden - im Schnoor (Bremen) wird es kaum leerstehende Geschäftsräume geben, und Frankfurt, Messe- und Weltstadt, zieht doch eigentlich Shopping-Touristen an. Abgesehen davon hätten ja Touristinformation oder Quartiersmanament einen kleinen Faltplan über die in den Gassen zu entdeckenden Läden drucken lassen können.

  • Und schon immer ersten Satz wurde das Dilemma aufgezeigt

    "Der Laden ist schwer zu finden".


    Und ganz im Ernst - hat die Betreiberin keine Standortanalyse gemacht? Oder hat sie wirklich geglaubt, dass Touristen bei ihrem Marsch der Sehenswürdigkeiten bei ihr einkehren, um ausgefallene Schlüpfer käuflich zu erwerben?

    "Es gibt zu wenig "normale" Kunden". Was sind normale Kunden in einer Altstadt die hauptsaechlich vom Tourismus lebt?


    Irgendwie hat die Frau bei ihrer Ausbildung geschlafen. Ich muss mein Betrieb dem Bedarf der Umgebung anpassen, und nicht umgekehert.

  • Ist schon kacke, wenn man zwischen 5 und 10 Millionen Konsumenten finanziell an die ganz kurze Leine legt - das macht sich dann unter anderem auch im Ladensterben bemerkbar.

    Religion wird von den einfachen Leuten als wahr, von den Weisen als falsch und von den Herrschern als nützlich angesehen.

    Lucius Annaeus Seneca

  • Auch im stark von Touristen durchströmten Bereich zwischen Dom und Römer in der Frankfurter Innenstadt lässt sich die strukturelle Verödung nicht aufhalten oder verschleiern - sieben Monate nach der hoffnungsvollen Geschäftseröffnung schließt der erste Laden, der das Altstadtquartier aufwerten sollte, schon wieder.

    In der Braubachstraße musste vor ein paar Jahren wegen der enormen Bauarbeiten und dem dadurch bedingten Ausbleiben der Kunden ein Geschäft schließen, das wunderschöne Lampen und Spiegel verkaufte.

  • In der Braubachstraße musste vor ein paar Jahren wegen der enormen Bauarbeiten und dem dadurch bedingten Ausbleiben der Kunden ein Geschäft schließen, das wunderschöne Lampen und Spiegel verkaufte.

    Ging meinem Bruder so. Parkmoeglichkeiten weg und das Geschaeft hinterm Bauzaun nicht mehr sichtbar. Umsatz mehr als halbiert

  • Ist schon kacke, wenn man zwischen 5 und 10 Millionen Konsumenten finanziell an die ganz kurze Leine legt - das macht sich dann unter anderem auch im Ladensterben bemerkbar.

    Ich würde mal eher sagen das es ziemlich Kacke ist das Abertausende jeden Tag Ihren Hintern nicht mehr hochbekommen (um einen Ladengeschäft aufzusuchen ) und jeden Gammel nur noch via Amazon und sonstige Versender zu Ihrer eigenen Haustür bestellen.

    Das jenes natürlich saumässig die Umwelt belastet und tausendfach Sklavenjobs hinterherzieht ( sonst amortisiert sich unter anderen diese Versandscheisse gar nicht ) geht diesen Millionen von Nutzern am Arsch vorbei.

  • Ich würde mal eher sagen das es ziemlich Kacke ist das Abertausende jeden Tag Ihren Hintern nicht mehr hochbekommen (um einen Ladengeschäft aufzusuchen ) und jeden Gammel nur noch via Amazon und sonstige Versender zu Ihrer eigenen Haustür bestellen.

    Das jenes natürlich saumässig die Umwelt belastet und tausendfach Sklavenjobs hinterherzieht ( sonst amortisiert sich unter anderen diese Versandscheisse gar nicht ) geht diesen Millionen von Nutzern am Arsch vorbei.

    Meinst du es wäre besser, wenn weitere Millionen in die verstopften und größtenteils sterbend langweiligen, von internationalen Ketten zugepflasterten Innenstädte gurken? Dass bei der Lohnsituation dringend staatliches Handeln erforderlich ist, sehe ich natürlich, aber mir ist es lieber, 3 Fahrzeuge von Paketdiensten fahren rum als 150 zusätzliche PKW.

    Religion wird von den einfachen Leuten als wahr, von den Weisen als falsch und von den Herrschern als nützlich angesehen.

    Lucius Annaeus Seneca

  • Meinst du es wäre besser, wenn weitere Millionen in die verstopften und größtenteils sterbend langweiligen, von internationalen Ketten zugepflasterten Innenstädte gurken? Dass bei der Lohnsituation dringend staatliches Handeln erforderlich ist, sehe ich natürlich, aber mir ist es lieber, 3 Fahrzeuge von Paketdiensten fahren rum als 150 zusätzliche PKW.

    150 ? Allein die würde ich wohl allein locker in meinem Quartier hier in HH zählen können. An einem Vormittag. Und die "langweiligen" Ketten sind auch Folge einer sich verändernen Kaufkultur und da können sich viele, ganz viele Verbraucher an die eigene Nase fassen. Jeder kann mit seinem Geldbeutel abstimmen was er will, egal wie groß dieser ist. Zum Thema Jobs sichern, zum Thema Umwelt, nachhaltige Ernährung etc. Und auch nein, dafür muss ich nicht in den hypen Biosupermarkt, dafür nicht in irgendeinen stylischen Start-up Laden wo es angstfrei gestrickte Juteprodukte auf teuer gibt oder zu Manufaktum und ähnliches... Ich verändere nicht damit die Welt, oder drehe das große Rad aber man trägt seinen Teil dazu bei.

    Nur haben eben zu viele Leute keinen Bock drauf, lamentieren ist geiler, nicht nachdenken beim Einkauf Und nein, nochmal dafür muss ich nicht reich sein, nur ein bisschen Gehirnschmalz und vor allen den Arsch hochkriegen. Will ich Beratung, Menschenkontakt, lokale Läden unterstützen muss man sich halt mal auch ein bisschen Mühe geben.

    Ich fahre dafür auch mal für ne Stunde hin und zurück durch Hamburg, weil es mir gefällt wie man mir mit Sachverstand und Expertise auch bei Kleinigkeiten in einem der immer weniger werdenen Fachgeschäften hilft.

  • Tja, wie die Abstimmung mit den Füßen und dem Geldbeutel gelaufen ist, sehen wir ja am heutigen Zustand. Und der wird sich kaum zurück drehen lassen, egal was die Leute machen. Wenn die Ketten merken, dass Artikel X von einem Start-Up hipp ist, nehmen die entsprechenden Ketten diesen in ihr Sortiment auf. Bio gibt es bei Aldi, Lidl und jedem anderen Supermarkt, der Bioladen hier im Ort mit regionalen Produkten hat im Laufe der letzten 5 Jahre zwei Mal den Inhaber gewechselt, beide Vorgänger sind pleite gegangen. Mal schauen, wie lang der 3. sich hält.


    Mal ganz abgesehen davon, dass die Früchte, die er im Angebot hat, teilweise 3x so teuer sind wie bei Edeka. Beide Male Bio.

    Religion wird von den einfachen Leuten als wahr, von den Weisen als falsch und von den Herrschern als nützlich angesehen.

    Lucius Annaeus Seneca

  • Tja, wie die Abstimmung mit den Füßen und dem Geldbeutel gelaufen ist, sehen wir ja am heutigen Zustand. Und der wird sich kaum zurück drehen lassen, egal was die Leute machen. ...

    Natürlich ist der Zug im Großen und Ganzen abgefahren. Nur nochmal, hier hat die Lethargie, sprich die Entscheidung des bequemsten Wegs entscheiden.