Die Mentalität des Vergessens, der Umgang mit der Geschichte und der Wandel von Freizeit- und Konsumgewohnheiten

  • Skater beschädigen Treppenstufen? […]

    Hamburgs Stadtplaner bevorzugen oftmals Baumaterialien geringerer Eignung für den ihnen zugewiesenen Verwendungszweck… der "Prachtboulevard" von nicht mal einem halben Kilometer Länge sah im Entwurfsstadium doch prachtvoller aus, als nach einigen Jahren Alltagsnutzung. Dies wird sich übrigens auch unter'm aktuellen Stadtbaudirektor nicht ändern, der orientiert sich jetzt an Computerdarstellungen, wie's mal aussehen soll…

  • Jetzt hab ich Deinen Link tatsächlich mal gelesen, und da sieht die Sache natürlich (!) etwas anders aus. Die Stadtverwaltung hatte sich tatsächlich für einen falschen, weil schönen und etwas empfindlicheren Boulevard-Belag entschieden, dabei aber nicht vorhergesehen, dass der Pöbel den Boulevard wie seine Wohnküche benutzt und mit allem verschmutzt, was des Menschen Auswurf so sein kann. Schweinestall kann man gar nicht dazu sagen, denn gute Landwirte achten sehr auf Sauberkeit im Stall.

    In dem Artikel ist auch ein Bild zu sehen, man möchte meinen, die Leute, die den Jungernstieg nutzen, brächten eigens ihren Müll von daheim mit. Hamburgs Stadtplaner haben den Fehler gemacht, nicht vorherzusehen, was für ein unerzogenes Pack den Jungfernstrieg zur Partymeile macht.



    "Oh Tor, im Unglück ist Trotz nicht förderlich!" (Sophokles: Ödipus auf Kolonos)

  • Hamburgs Stadtplaner bevorzugen oftmals Baumaterialien geringerer Eignung für den ihnen zugewiesenen Verwendungszweck… der "Prachtboulevard" von nicht mal einem halben Kilometer Länge sah im Entwurfsstadium doch prachtvoller aus, als nach einigen Jahren Alltagsnutzung.

    Okay, aber ihre Schlamperei können sie doch nicht den Skatern in die Schuhe schieben! :(

    Das Rumhacken auf Minderheiten war in Schland schon immer Tradition.

  • Jetzt hab ich Deinen Link tatsächlich mal gelesen […]

    Das ist ja grandios… im öffentlichen Raum "empfindlichere" Straßenbelagsmaterialien einzusetzen bedeutet ja wohl, zu verkennen, in welcher Zahl voraussichtlich Passanten darüber hinweglaufen werden, und wen man, wo doch die Aufenthaltsqualität stadtplanerisch angestrebt wird, zum Verweilen dort anregt… und wenn, der schönen Aussicht auf die Binnenalster wegen, zahlreiche Coffee-to-go- und Take-away-food-Versorgungsmöglichkeiten platziert sind, muss man sich über den fast zwangsläufig anfallenden Restmüll, der auch schon mal neben den städtischen Auffangbehältern landet, wundern.

  • Okay, aber ihre Schlamperei können sie doch nicht den Skatern in die Schuhe schieben! […]

    Nun war in der damaligen Stadtplanung gar nicht vorgesehen, dass dort, zwischen Alsterpavillon und Anlegestelle der Alsterschifffahrt überhaupt geskatet wird… dass ein Platz mit einzelnen und breit angelegten Treppenstufen allerdings Skater anlockt und BMX-Radler anlockt, hätte (auch bei Zurkenntnisnahme der Situation in anderen "Weltstädten") der Stadtentwicklungsbehörde durchaus bekannt sein dürfen…

  • Das ist ja grandios… im öffentlichen Raum "empfindlichere" Straßenbelagsmaterialien einzusetzen bedeutet ja wohl, zu verkennen, in welcher Zahl voraussichtlich Passanten darüber hinweglaufen werden, und wen man, wo doch die Aufenthaltsqualität stadtplanerisch angestrebt wird, zum Verweilen dort anregt… und wenn, der schönen Aussicht auf die Binnenalster wegen, zahlreiche Coffee-to-go- und Take-away-food-Versorgungsmöglichkeiten platziert sind, muss man sich über den fast zwangsläufig anfallenden Restmüll, der auch schon mal neben den städtischen Auffangbehältern landet, wundern.

    Du hast offenbar nicht gelesen, was sonst noch alles - außer Food-Verpackungen - auf dem anfangs schönen Pflaster landet.



    "Oh Tor, im Unglück ist Trotz nicht förderlich!" (Sophokles: Ödipus auf Kolonos)

  • Jetzt hab ich Deinen Link tatsächlich mal gelesen, und da sieht die Sache natürlich (!) etwas anders aus. Die Stadtverwaltung hatte sich tatsächlich für einen falschen, weil schönen und etwas empfindlicheren Boulevard-Belag entschieden, dabei aber nicht vorhergesehen, dass der Pöbel den Boulevard wie seine Wohnküche benutzt und mit allem verschmutzt, was des Menschen Auswurf so sein kann. Schweinestall kann man gar nicht dazu sagen, denn gute Landwirte achten sehr auf Sauberkeit im Stall.

    In dem Artikel ist auch ein Bild zu sehen, man möchte meinen, die Leute, die den Jungernstieg nutzen, brächten eigens ihren Müll von daheim mit. Hamburgs Stadtplaner haben den Fehler gemacht, nicht vorherzusehen, was für ein unerzogenes Pack den Jungfernstrieg zur Partymeile macht.

    Naja.... allerdings ist es aber auch falsch zu behaupten die einen kommen nicht mehr weil die anderen da sind. Der Forist der dieses hier oft genug mit solchen Artikeln zu belegen versucht irrt natürlich gewaltig. Das einstige Publikum welches diese "Einkaufstempel" mit obenligenden Gourmetabteilungen wie eben Alsterhaus etc. einst goutierten, die umliegenden Passagen bevölkerten oder auch in besagte Musikalien/Hifigeschäfte strömte, das gibt es nicht mehr. Das ist nicht mehr da. Ebenso die weißbehandschuhten Omas die in den nahegelegenen Cafe mit Alsterblick verschwunden sind. Gestorben. Weg.

    Dazu kommen die jetzt völlig veränderten Seh, Hör und Essgewohnheiten, neben dem Verkaufsgebahren an sich.


    Und, die sogenannte Innenstadt, egal ob in HH oder sonstwo hat ebenso seit Jahrzehnten doch die umliegende Konkurrenz aus den Stadtteilen bekommen, mit fast exakt den gleichen Angeboten....


    Meine Herren, das muss doch irgendwann mal verdaut bzw. durchgedrungen sein.


    Und wenn sich dann noch jahrelang ohne Aufsicht dort ein jugendliches Feierpublikum an besagtem Platz dort versammelt, es niemanden interessiert, ja sorry....

  • Nun war in der damaligen Stadtplanung gar nicht vorgesehen, dass dort, zwischen Alsterpavillon und Anlegestelle der Alsterschifffahrt überhaupt geskatet wird… dass ein Platz mit einzelnen und breit angelegten Treppenstufen allerdings Skater anlockt und BMX-Radler anlockt, hätte (auch bei Zurkenntnisnahme der Situation in anderen "Weltstädten") der Stadtentwicklungsbehörde durchaus bekannt sein dürfen…

    So sieht es aus. Es zählt eben nicht was vorgesehen ist, sondern was in der Realität passiert. :)

    Das gilt übrigens in sehr vielen Zusammenhängen, aber wird oft ignoriert, und hinterher wird rumgeheult.

  • Naja.... allerdings ist es aber auch falsch zu behaupten die einen kommen nicht mehr weil die anderen da sind. Der Forist der dieses hier oft genug mit solchen Artikeln zu belegen versucht irrt natürlich gewaltig. Das einstige Publikum welches diese "Einkaufstempel" mit obenligenden Gourmetabteilungen wie eben Alsterhaus etc. einst goutierten, die umliegenden Passagen bevölkerten oder auch in besagte Musikalien/Hifigeschäfte strömte, das gibt es nicht mehr. Das ist nicht mehr da. Ebenso die weißbehandschuhten Omas die in den nahegelegenen Cafe mit Alsterblick verschwunden sind. Gestorben. Weg.

    Dazu kommen die jetzt völlig veränderten Seh, Hör und Essgewohnheiten, neben dem Verkaufsgebahren an sich.

    Imho bist Du es, der gewaltig irrt. Dieses Publikum gibt es tatsächlich noch, wenn vllt auch wegen der Online-Möglichkeiten nicht im früheren Maße. Was es nicht mehr gibt, ist die Oma mit weißen Handschuhen, die hat es schon in meiner Kindheit nicht mehr gegeben.

    Das für Einkaufstempel mit Gourmet-Abteilung geeignete Publikum sieht nur anders aus als früher und wird vllt von Dir deshalb nicht erkannt. Es kann durchaus auch in Lauf-Klamotten auflaufen, denn was es nicht mehr gibt, ist die Ehrfurcht des Publikums vor den Hochpreisläden. Die werden als Lieferanten betrachtet und weiter nix.



    "Oh Tor, im Unglück ist Trotz nicht förderlich!" (Sophokles: Ödipus auf Kolonos)

  • Das für Einkaufstempel mit Gourmet-Abteilung geeignete Publikum sieht nur anders aus als früher und wird vllt von Dir deshalb nicht erkannt. Es kann durchaus auch in Lauf-Klamotten auflaufen, denn was es nicht mehr gibt, ist die Ehrfurcht des Publikums vor den Hochpreisläden. Die werden als Lieferanten betrachtet und weiter nix.

    Da hast Du mich falsch verstanden. Das Publikum welches in diese ( vermeintlichen ) Gourmetabteilungen in die Innenstadt, zumal in eben solche (ehemaligen ) Hamburger Instutionen wie das Alsterhaus pilgert gibt es nicht mehr. Und um die geht es.

    Das kaufkräftige und in "Laufklamotten" bekleidete Publikum sitzt jetzt viel gemütlicher bei der Poletto in Eppendorf ( gehobener Stadtteil ) vor oder im Laden. Fürs gleiche Geld. Das ist der Unterschied. Hatten wir schon mal bei den Bekleidern. Der Ritus dahin zugehen als Status ist weggebrochen.

    Das "man geht da oder dort hin um was zu zeigen.." hat sich verändert. Bsp. "mein" Schuster der Schuhe maßanfertigt ( kann ich mir nicht leisten ) und richtig was zutun hat.

  • Da hatte ich dich wirklich mißverstanden, sorry.

    Ok. Aber auch nochmal, die "sterbenen" Innenstädte auf das online konsumieren oder jetzt on top Korona etc. zu schieben greift zu kurz. Hier in HH haben sich diverse Stadtteile gemausert, d.H. es sind vielfach neue oder andere Einzelfachgeschäfte neben den üblichen Dependancen entstanden. Und jeder Winkel, auch hier hat durch solche Marktbeherrscher wie Otto ( ECE) sein eigenes Einkaufszentrum erhalten. Also, warum sollen Otto Normalo noch dahin pilgern wo Sie nur den fast gleichen Salat in einem sogenannten "Flagship store" präsentiert bekommen ?

    Und natürlich ist dann auch für Inhaber geführte Geschäfte wie etwa https://www.abendblatt.de/wirt…nzelhandel-Insolvenz.html Schluss weil sich das Konsumentenverhalten, selbst bei denen die es sich leisten können, verändert hat. Die Zeiten wo man Bettwäsche teuer und vor allen viel gekauft hat sind auch definitv vorbei.

  • Wenn die Wohnungen zu teuer sind, dann ist der Vermieter automatisch gezwungen mit dem Mietpreis runterzugehen. Leerstand ist auf jeden Fall ungünstiger für ihn.

    So einfach ist das heute nicht mehr.


    Leerstand in Frankfurt: Eigentumswohnungen als lukrativer Wertspeicher

    Zitat

    Die Gründe für den Leerstand in Frankfurt sind zahlreich. Bei neu gebauten Eigentumswohnungen aber steckt Kalkül dahinter.

    ...

    Sebastian Schipper, Professor für Stadtforschung am Institut für Humangeographie an der Frankfurter Goethe-Uni, befasst sich seit Jahren mit dem Thema Wohnen. „Eigentumswohnungen funktionieren zunehmend als Wertspeicher“, sagt er. Eine vermietete Wohnung verliere deutlich an Wert. Da die Wertsteigerung einer Immobilie deutlich lukrativer ist, als Mieteinnahmen und etwaige Scherereien mit Mietern, bleiben die Wohnungen nach dem Erwerb einfach leer stehen.

    ...

    Viele Wohnungen, die in den exklusiven Wohngegenden Frankfurts wie dem Westend entstehen, sind allerdings so teuer, dass sie über Mieteinnahmen gar nicht mehr refinanzierbar sind. Sie bleiben daher gleich ganz leer und dienen eben als Wertspeicher oder Abschreibeobjekt. 447769020-aeroplane-vampir-valve-japan-jrgqkk03-28582770f290.jpg752423593-mache-caps-kick-jrgqkk03-312678f9ef15.jpg591549086-peers-ich-undo-jrgqkk03-cf8a937b5a59.jpg294616908-yoga-name-ehe-jrgqkk03-471d58af066e.jpg

    Nicht umsonst spricht man bei Wohneigentum von "Betongold".

  • Das halte ich für eine falsche Taktik, denn Abschreibungen müssen auch immer Werte in Form von generierbaren Einnahmen gegenüberstehen. Sowas ist nur kurzfristig möglich. Zudem kann sich das Blatt leicht wenden, wenn z. B. Büroraum in Wohnraum umgewandelt wird und plötzlich viel davon auf dem Markt ist.



    "Oh Tor, im Unglück ist Trotz nicht förderlich!" (Sophokles: Ödipus auf Kolonos)

  • So einfach ist das heute nicht mehr.

    In der Tat, denn eine nichtvermietete Wohnung verliert erst recht an Wert. Vor allem, wenn man im oberen Preissegment agiert. Da fragen potentielle Mieter fast immer nach dem Vormieter. Und wenn du denen sagst, dass die Bude seit 5 Jahren leer steht, dann hörst du nie wieder was von denen.


    Btw, ich bin selber Vermieter, daher kenne ich die Klagen meiner Kollegen. Wer das Immobiliengeschäft als Business betreibt um richtig Schotter zu machen, der kommt kaum um einen Herzinfarkt herum.

  • So lange warten die Leute wahrscheinlich gar nicht. In Frankfurt beispielsweise sind die Immobilienpreise in einem Jahr um 10% gestiegen.

    Ist die Frage, ob diese 10% den Mietausfall eines ganzen Jahres ersetzen können. Kann klappen, bei super-teuren Wohnungen in besonders begehrter Lage. Aber im Normalfall wohl eher nicht.

  • ....Zudem kann sich das Blatt leicht wenden, wenn z. B. Büroraum in Wohnraum umgewandelt wird und plötzlich viel davon auf dem Markt ist.

    Wenn man sich so umhört, wird genau das wohl in den nächsten Jahren vermehrt auftreten. Wenn regelmäßig ein Drittel der Beschäftigten nicht mehr im Büro erscheinen muss sondern im Homeoffice sitzt, werden viele Büroflächen überflüssig.

    „Fürchte nicht menschlich zu sein, fürchte, nicht menschlich zu sein.“

    (Manfred Hinrich)