Der leidige Buchhandel

  • Aber kannste nich im Buch nachlesen,was in so'nem Fall zu tun wäre??

    Richtig: Ratgeber sind eine feste Größe im gegenwärtigen Buchsortiment. Ob man nachlesen kann, was aktuell an Ernährungsprinzipien empfohlen wird, oder wie man sich mit Taschenmesser und Seil- oder Drahtschlinge auf der einsamen Insel behelfen kann, wenn man grad mit'm Flugzeug abgestürzt ist, und als einziger Überlebender die Zeit bis zum nächsten vorbeikommenden Besucher zu überbrücken hat…

  • Manchmal frage ich mich, was alberner ist - die moderne Kunst oder der Versuch, sie zu erklären ...

    Ob das noch im alten Forum oder schon hier war, weiß ich nicht mehr, aber wir hatten einen Film, in dem ein jünger Mann eine so gelehrte und umfangreiche wie völlig ernsthafte, unironische Einführung in ein Kunstwerk gab, das danach zu besichtigen war. Nach der langen Einführung sah man das Kunstwerk - einen Dunghaufen, Pferdemist im Korb sozusagen.


    Das einzige Kunstwerk war tatsächlich das Referat. Damit wird :substi: immer noch aufgezogen (zugegeben hauptsächlich von mir), aber ich weiß nicht mehr, wie und ob er sich damals geäußert hat. Ist schon lange her und man wird alt.

  • […] ich weiß nicht mehr, wie und ob er sich damals geäußert hat. […]

    Das kann ich Dir sagen: Da mein damaliger Heimcomputer wegen veralteten Betriebssystems und ebenso veralteten Browsers zahlreiche URLs nicht mehr anzuzeigen erlaubte und insbesondere Videos anzuschauen unmöglich gemacht hat, hatte ich auf besagtes Video auch nicht geantwortet. Was Dich ja nicht daran hindert, Dein einmal geprägtes Vorurteil laufend gegen mich hier in Deine Beiträge einzustreuen…


    Als ich letzten Mittwoch jedenfalls die Zentralbücherei, nach ihrem Selbstverständnis also die größte und bedeutendste Volksbücherei am Standort Hamburg, besucht habe, und feststellen musste, dass die ständigen Umsortierungen auch das anwesende Personal überforderten, und welche Bücher den diese städtische Bildungseinrichtung aufsuchenden Personen vorenthalten bleiben, weil sie im Bestand fehlen, während sie andererseits, wären sie vorhanden, wohl dennoch nicht nachgefragt würden, sehe ich weiterhin schwarz für die ganze Branche.

  • Einspruch: Ich habe kein Vorurteil Dir gegenüber.


    Es ist wahrlich ein Jammer, wenn Bücher aus dem Bestand wegen der Umsortierungen im Bestand fehlen, andererseits, wenn sie eh´nicht nachgefragt werden, ist es vielleicht wurscht.

  • […] wenn sie eh´nicht nachgefragt werden, ist es vielleicht wurscht.

    Wenn einer Zeitgenossenschaft Bücher wurscht sind, sobald sie älter als ein Vierteljahr sind, sowieso nicht nachgefragt werden nicht am Vorabend des Bibliotheksbesuchs grad im Fernsehen aus prominentem Mund empfohlen wurden, dann stimmt hinsichtlich der Lesebedürfnisse grundsätzlich etwas nicht. Aktualität ist kein literarische Qualitätskriterium, Aktualität ist für die Tagespresse relevant. Und es wäre Aufgabe des Bibliothekspersonals den (mehrheitlich unbewussten) Bildungsbedarf der Bibliotheksbesucher hinsichtlich der ihnen nicht bekannten Bücher wahrzunehmen und nachzubessern.


    Aber bedauerlicherweise ist auch das literarische Leben heutzutage auf Events fixiert, und die Lesung eines Krimiautors mit simultaner Verkosten des passenden Weins zum jeweiligen Schauplatz des gerade vorgetragenen Mordfalls würde beim Publikum sicher besser ankommen, als der Rat einer Bibliothekarin, im Lexikon mal nach den vergessenen Persönlichkeiten unserer vielhundertjährigen Kunstgeschichte zu schauen, deren Bilder in den Depots der großen Kunstsammlungen verstauben, weil das Massenpublikum sich an immer denselben Berühmtheiten zu delektieren wünscht…

  • Aber bedauerlicherweise ist auch das literarische Leben heutzutage auf Events fixiert, .......

    Das ist wohl wahr.

    Gilt auch für Filme - der allwöchentliche Filmpreis irgendeiner Art und Landschaft wird verliehen.


    Aber hier geht es um Bücher.

    Ich kaufte mir ein Radio, was auch Internet kann. 20 x 10 Zentimeter groß.

    Ich stellte es ins Bücherregal.

    Und da passierte es: Halldor Laxness "Islandglocke" war da plötzlich.

    Und ich hatte nach locker 30 Jahren wieder Appetit darauf.

    Ein Event also.

  • Wenn einer Zeitgenossenschaft Bücher wurscht sind, sobald sie älter als ein Vierteljahr sind, sowieso nicht nachgefragt werden nicht am Vorabend des Bibliotheksbesuchs grad im Fernsehen aus prominentem Mund empfohlen wurden, dann stimmt hinsichtlich der Lesebedürfnisse grundsätzlich etwas nicht. Aktualität ist kein literarische Qualitätskriterium, Aktualität ist für die Tagespresse relevant. Und es wäre Aufgabe des Bibliothekspersonals den (mehrheitlich unbewussten) Bildungsbedarf der Bibliotheksbesucher hinsichtlich der ihnen nicht bekannten Bücher wahrzunehmen und nachzubessern.

    Wo hat denn gestanden, dass diese Bücher, die derzeit nicht nachgefragt und immer umgeräumt werden, älter sind als ein Vierteljahr? Aus Deinem Link ging das nicht hervor. Vielleicht wurden sie lediglich, wie alt auch immer, nie nachgefragt. Vielleicht sind sie einfach schlecht. Niemand - ich betone: niemand - liest Bücher auf den bloßen Verdacht hin, dass sie gut sein könnten. Auch von fehlender Aktualität habe ich in Deinem Link nichts gelesen, vielleicht sind es neuere Bücher, für die sich aber niemand interessiert. So etwas soll es geben...

  • Und da passierte es: Halldor Laxness "Islandglocke" war da plötzlich.

    Und ich hatte nach locker 30 Jahren wieder Appetit darauf.

    Ein Event also.

    Wie's Leben so spielt :Wohnzimmerrenovierung,nötig war's,den Bücherschrank nebst Inhalt zu entfernen.Beim Wiedereinräumen tauchten Schätze auf -jetzt lese ich Goethe,die Leiden des jungen Werther.Dostojewski wartet und auch noch Böll und Grass.

    Krass !

    Kopp hoch und wenn der Hals ooch dreckig ist!

  • […] Aus Deinem Link ging das nicht hervor. […]

    Aus welchem Link? Die letzten neun Beiträge meinerseits in diesem Thread sind, mit Ausnahme eines Hinweises auf die Lebensdauer von Satelliten, vollständig linkfrei, und der im selbstgeschriebenen Text über den jüngsten Zentralbibliotheksbesuch erwähnte ausdrücklich den Thieme-Becker, und dessen Druckversion wie im Präsenzbestand der sonstigen Leihbücherei entspricht der Ausgabe von1950, auch wenn es jüngere Druckausgaben gibt…

  • Über Greta gibt es ja diverse Bücher. Eines hat mir gefallen:

    Das meinst du doch nicht ernst....

    Du hast dir tatsächlich das Greta Buch gekauft?

    Na, jetzt wird mir so einiges klar.....:party: Tätäääää, Tätääää, Tätäääää....

    Allemagne? C'est un grand Bordel néolibéralement conservateur Merkel'scher l'empreinte


    AMERIKA......oder..... Alles was die Welt nicht braucht....oder....Spiel nicht mit den Schmuddelkindern....



  • Da hast du wieder nix kapiert :auweja:: Es gefällt mir wegen des Covers. :clown2:


    Aber ich kann dir dieses Buch empfehlen.

    Zitat

    Vor der Veröffentlichung dieses Buchs haben wir festgelegt, dass das Geld, das wir damit eventuell verdienen, an Greenpeace, WWF, die Institution für tiergestützte Pädagogik und Therapie Lära med djur, den Schwedischen Naturschutzverein und dessen Jugendumweltorganisation Fältbiologerna, den Verein für Menschen mit Beeinträchtigungen Kung över Livet, Kinder in Not und die Tierschutzorganisation Djurens Rätt geht.

    Das ist doch genau deine Wellenlänge. :):):)

  • Da hast du wieder nix kapiert :auweja: : Es gefällt mir wegen des Covers.

    Ja genau...das hätte ich jetzt auch gesagt, Pursche....aus der Nummer kommst du nicht mehr raus.....:lach-m:

    Allemagne? C'est un grand Bordel néolibéralement conservateur Merkel'scher l'empreinte


    AMERIKA......oder..... Alles was die Welt nicht braucht....oder....Spiel nicht mit den Schmuddelkindern....



  • Die Krisenbranche rund um Buchdruck und -handel macht sich so langsam lächerlich. Es ist kaum ein Jahr her, dass der Rowohlt Verlag mit der Trennung von seiner bisherigen Verlagsleiterin und Cheflektorin für Rummel sorgte, und man überraschend Florian Illies diesen Posten übernehmen ließ - und schon jetzt trennen sich beider Wege - wie man liest, will Illies doch lieber schreiben - zumal sein bekannter Name ja Verkaufszahlen garantiert.

  • Im Berliner Tagesspiegel wird o.g. Ankündigung zum Herbst den Rowohlt-Verlag wieder zu verlassen, in überaus nachvollziehbarer Weise nach ihrem Motiv hinterfragt. Auch die Berliner Zeitung erkennt, dass Rowohlt (Holtzbrinck) jetzt ein Problem hat… leider ist die gesamte Bücherbranche ein Trümmerhaufen, und so hatte die Geschäftsleitung des Verlags erhofft, mit dem Bestsellerautor an der Spitze einen Zugewinn an Publicity zu sichern.

  • Im Berliner Tagesspiegel wird o.g. Ankündigung zum Herbst den Rowohlt-Verlag wieder zu verlassen, in überaus nachvollziehbarer Weise nach ihrem Motiv hinterfragt. Auch die Berliner Zeitung erkennt, dass Rowohlt (Holtzbrinck) jetzt ein Problem hat… leider ist die gesamte Bücherbranche ein Trümmerhaufen, und so hatte die Geschäftsleitung des Verlags erhofft, mit dem Bestsellerautor an der Spitze einen Zugewinn an Publicity zu sichern.

    Sind das etwa Krokodilstränen um einen Autor, der den Hedonismus der Generation Golf schon im Jahr 2000 treffsicher aufs Korn nahm? Jener Generation, die heute in den entscheidenden Positionen dafür verantwortlich ist, diesen Hedonismus zu verteidigen?

    Religion wird von den einfachen Leuten als wahr, von den Weisen als falsch und von den Herrschern als nützlich angesehen.

    Lucius Annaeus Seneca

  • Sind das etwa Krokodilstränen um einen Autor, der den Hedonismus der Generation Golf schon im Jahr 2000 treffsicher aufs Korn nahm? […]

    Wieder mal falsch geraten… Illies ist mit seinem berühmten Romanerstling lediglich auf den damaligen Erfolgszug des Popromans aufgesprungen, und er hat damit letztlich des Buches gesellschaftliche Stellung als Modeaccessoir und Wegwerfprodukt gefestigt … wenn er jetzt noch den Rowohlt-Verlag in die sein schriftstellerisches Schaffen accompagnierende Bedeutungslosigkeit hinabgestoßen haben sollte, wirddas seinen Marktwert als Autor wohl nicht steigern.