Der leidige Buchhandel

  • Was niemand braucht und niemans will, sind zwei durchaus unterschiedliche Dinge. Ob das >Lesen an Bedeutung verliert, ist auch nicht ausgemacht, die Leut´ lesen evtl nur nicht, was Du gern liest.

    Aber wurscht - verharre in Deinem Hochmut, vllt ist er das Einzige, was Du hast.

  • […] verharre in Deinem Hochmut […]

    Aber gern doch! Heute ist übrigens eine weitere Zierde für meinen Bücherbestand eingetroffen: James Hay Stevens 1953 erschienener Überblick über die Geschichte und Entwicklung aeronautisch funktioneller Formgebung ("The Shape of the Aeroplane") - das jetzt mir gehörende Exemplar ist, weil nach heutiger Ansicht veraltet, aus der Flying College Library der Royal Air Force aussortiert worden.

  • […] Ob das >Lesen an Bedeutung verliert, ist auch nicht ausgemacht […]

    Tatsache ist, dass weniger gelesen wird, und dass quer durch die Gesellschaft die Fähigkeit, geschriebene Texte zu verstehen, arg nachgelassen hat… Auch Pädagogen ist das schon aufgefallen. Und wie versucht sich die Leseförderung Aufmerksamkeit zu verschaffen? Indem sie das Buch im Rahmen von Events der Öffentlichkeit vorstellt, also im allgemeinen Geflimmer zur Nebensächlichkeit degradiert.

  • Aber gern doch! Heute ist übrigens eine weitere Zierde für meinen Bücherbestand eingetroffen: James Hay Stevens 1953 erschienener Überblick über die Geschichte und Entwicklung aeronautisch funktioneller Formgebung ("The Shape of the Aeroplane") - das jetzt mir gehörende Exemplar ist, weil nach heutiger Ansicht veraltet, aus der Flying College Library der Royal Air Force aussortiert worden.

    Und das Vergnügen verdoppelt sich für Dich, weil Du es hier niederschreiben konntest.

  • Etwas […]

    […] hier nieder[zu]schreiben […]

    […] steht jedem registrierten Nutzer zu; themenbezogen sollte es allerdings sein, und zu den wesentlichen Vorzügen eines Buches zählt, dass es das Wissen oder einen Gedanken, der zum Zeitpunkt seiner Niederschrift wichtig erschien, fixiert und die Zeit überdauern lässt. Das Buch ist also eine Art Zeitmaschine, während die Buchproduktion der Gegenwart lediglich einen Kostümfundus für die Darstellung früherer Epochen bereitstellt…

  • Auf DVDs.

    Die DVD's werden natürlich die nächsten Jahrhunderte überdauern, woll....weil die ja qualitativ so toll haltbar sind.....

    Allemagne? C'est un grand Bordel néolibéralement conservateur Merkel'scher l'empreinte


    AMERIKA......oder..... Alles was die Welt nicht braucht....oder....Spiel nicht mit den Schmuddelkindern....


    Manchmal gibt es Situationen nur zu lesen, nur nachzudenken und dann einfach zu schweigen.:lach-w::uglybrav:

  • Und das Vergnügen verdoppelt sich für Dich, weil Du es hier niederschreiben konntest.

    Ich habe diesen unkonstruktiven, niedergeschriebenen Seitenhieb auch verstanden....du driftest mittlerweile mehr und mehr ins persönliche ab....

    Allemagne? C'est un grand Bordel néolibéralement conservateur Merkel'scher l'empreinte


    AMERIKA......oder..... Alles was die Welt nicht braucht....oder....Spiel nicht mit den Schmuddelkindern....


    Manchmal gibt es Situationen nur zu lesen, nur nachzudenken und dann einfach zu schweigen.:lach-w::uglybrav:

  • […] du driftest mittlerweile mehr und mehr ins persönliche ab....

    ArgoNaut versteht Onlineforen halt eher als Kommunikation auf "Beziehungsebene", es geht ja um den persönlichen Meinungsaustausch… als ich noch im SPIEGEL-Leserforum aktiv war (so ungefähr von 2006 - 2011), wollten die meisten anderen Teilnehmer das Gespräch ja auch auf Namedropping ihrer Lieblingsautoren (meist ohnehin dem schulischen Bildungskanon entsprechend oder die Erfolgsschriftsteller der letzten ca. 90 Jahre nennend) beschränken.

    Es ist ja verständlich, dass in der aktuellen Buchproduktion so gern das Lesen überhaupt als angenehme Freizeitbeschäftigung thematisiert wird, offenbar muss der Leser von heute genau daran beständig erinnert werden… die meiste Belletristik von heute reflektiert, ohne Kritik daran zu üben, den Umgangston, die Alltagssprache - oder sie schwelgt in Zeit- und Lokalkolorit früherer Zeiten, wie sie auch in Theater, Film und Fernsehen aus heutiger Sicht dargestellt werden…


    Der literarische Wert im Œuvre der meisten Schriftsteller versteckt sich spurenelementähnlich dosiert und verteilt - weswegen der ihn aufspüren wollende Leser sich auf wenige Autoren zu beschränken genötigt ist, deren jeweiliges Werk er dann um so aufmerksamer durchforstet. Hinzu kommt dann als "Begleitlektüre" die derjenigen Bücher, die Einfluss auf ihren selbst zum Schriftsteller gewordenen einstigen Leser ausgeübt haben.

  • Vor allem werden selbstredend für DVDs in hundert Jahren noch Abspielgeräte vorhanden sein, genau wie jedes heutige Tablet ja ein 5,25 Zoll Diskettenlaufwerk eingebaut hat…

    Wenn natürlich eure Lebenserwartung in die Jahrhunderte geht, solltet ihr auf Mikrofilm umsteigen.

    Von einem digitalen Speichermedium kann man sich bei Bedarf jederzeit und relativ schnell eine Kopie machen.

  • […] Von einem digitalen Speichermedium kann man sich bei Bedarf jederzeit und relativ schnell eine Kopie machen.

    Die Einrichtung von Archiven ist übrigens gerade deswegen erfolgt, weil das Gedächtnis der Menschheit die Lebensspanne des einzelnen Menschen überdauern sollte…und auch Mikrofilme/Mikrofiches erfordern Lesegeräte - der auf digitale Medien fixierte Mensch wird mit derartigem Gerät nichts anzufangen wissen, und wie Du selbst unbedacht geschrieben hast, hapert's in unserer heutigen Zeit (und sicher auch in künftigen Jahrzehnten) damit, den Bedarf der Aufbewahrung überhaupt wahrzunehmen…


    Da der Karteikasten als veraltet angesehen wird, ergeht's den Aufbewahrungssystemen für Mikrofilme/Microfiches ebenso; zur Zeit des Siegeszugs dieser Techniken, gab die platzsparende Lagerung gegenüber den Originaldokumenten den Ausschlag - die Digitaltechnik ist natürlich noch platzsparender… und im Zeitalter der "Kosten/Nutzenrechnung" werden Archive nach und nach dazu übergehen, zu selten nachgefragte Bestände für entbehrlich zu halten - Bibliotheken machen dies ja längst vor.


    Wenn ich daran zurückdenke, dass ich im Sommer 1990 in der Niedersächsischen Landesbibliothek in Hannover im damaligen auf Karteikarten manuell getippten Bestandskatalog ein Buch aus dem Jahre 1821 gefunden und mir zur Ansicht habe im Lesesaal vorlegen lassen.… selbst die Bibliothekarin staunte nicht schlecht, als sie feststellen musste, dass das Buch in diesen bald 170 Jahren nicht ein einziges Mal angefordert worden war - der Blattschnitt musste von einem Bibliotheksmitarbeiter erst noch aufgeschnitten werden, damit ich's lesen konnte.

  • Die Einrichtung von Archiven ist übrigens gerade deswegen erfolgt, weil das Gedächtnis der Menschheit die Lebensspanne des einzelnen Menschen überdauern sollte…

    Ist nun aber schon ein ziemlicher Gedankensprung vom Landkarten Schwarz am Kornmarkt in Frankfurt zu den professionell betriebenen Archiven. Und

    der auf digitale Medien fixierte Mensch

    wird mit Sicherheit noch in der Lage sein, sich beispielsweise ein Dia anzuschauen. Aber wer

    den Bedarf der Aufbewahrung überhaupt wahrzunehmen

    nicht imstande ist, hat wahrscheinlich nichts, was sich aufzubewahren lohnt ...

  • Ist nun aber schon ein ziemlicher Gedankensprung vom Landkarten Schwarz am Kornmarkt in Frankfurt zu den professionell betriebenen Archiven. […]

    Keineswegs. Günter Hake hat 1977, was fünf Jahre später in sein Standardwerk über die Kartographie eingeflossen ist, sehr zutreffend formuliert, dass jene ihrem Benutzer die vergangene, gegenwärtige oder geplante Wirklichkeit möglichst zutreffend vermitteln solle… Landkarten und Atlanten sind also DOKUMENTE erster Güte, In einer Zeit aber, in der an aktuell nicht mehr "gültigem" Kartenmaterial keinerlei Interesse mehr besteht, klafft bereits ein kulturanthropologischer Riss auf - eine kollektive Gedächtnislücke gewissermaßen. Und wenn schon der Sortimentsbuchhandel nur, was aktuell auf dem Markt ist, bereithält, müsste doch eigentlich die Bedeutung von Antiquariaten wachsen - ich hatte gerade heute Gelegenheit einen Blick in einen dieser im öffentlichen Raum aufgestellten Büchertausch-Schränke zu werfen. Darin standen praktisch nur Tivialliteratur, ein Bildband und ein Kochbuch… und so gut wie kein Titel mochte auch nur zwanzig Jahre alt sein - ortsfeste Antiquariate m. Schaufenster und einzelhandelsüblichen Öffnungszeiten sind überaus rar geworden. Insofern kommt Otto Normalleser auch nicht mehr in den Sinn, was abseits vom aktuellen Sortiment dereinst doch um Leser buhlte und womöglich sogar Breitenwirkung erzielte…


    Übrigens: Die Diaschauen, die der computeraffine User von heute so anschaut, sind Bilddateien - ein richtiges Dia verlangt einen Projektor, und die Analogfotografie ein langsam sterbendes Hobby ist, weswegen auch die Fotofachgeschäfte von der Bildfläche verschwunden sind, würde ich nicht ausschließen, dass auch die optische Industrie eine Produktreihen bereits eingestellt hat…

  • In einer Zeit aber, in der an aktuell nicht mehr "gültigem" Kartenmaterial keinerlei Interesse mehr besteht,

    muss ein Einzelhändler, der nur altes Zeug verkauft, zwangsläufig pleite gehen. Diese Zeiten gab es allerdings immer.

    ich hatte gerade heute Gelegenheit einen Blick in einen dieser im öffentlichen Raum aufgestellten Büchertausch-Schränke zu werfen. Darin standen praktisch nur Tivialliteratur, ein Bildband und ein Kochbuch…

    Vielleicht, weil die Leute die wertbeständigen Sachen behalten wollen?

    Die Diaschauen, die der computeraffine User von heute so anschaut, sind Bilddateien - ein richtiges Dia verlangt einen Projektor

    Es gibt auch handliche Diabetrachter, da muss man nur in der Lage sein, einen Stecker in die Steckdose zu schieben und reinzugucken. Glaub mir, das schafft jeder.

  • Als […]

    […] Einzelhändler, der nur altes Zeug verkauft, […]

    […] war Landkarten Schwarz in Frankfurt am Main nun wirklich nicht anzusehen - er führte aktuelles Kartenmaterial, und das Geschäft ist nicht pleite, sondern gibt zum Jahresende auf. So ein Laden hinterlässt eine Lücke, gewissermaßen eine offene Wunde im Stadtbild. Die sich daraus ergebende Narbe wird jedoch weit über die Stadtgrenzen hinausreichen.

  • Ich habe diesen unkonstruktiven, niedergeschriebenen Seitenhieb auch verstanden....du driftest mittlerweile mehr und mehr ins persönliche ab....

    Yepp, aber der :substi: reizt mich halt mit seinen Rundum-Seitenhieben gegen praktisch jeden, den er für klotzköpfig hält, weil er seinen Geschmack nicht teilt.

    Übrigens wird er dann auch persönlich. Aber wurscht.