• Du spielst auf das sogenannte Stockholm-Syndrom an, welches aber übertragen werden kann auf viele gesellschaftliche und psychosoziale Zustände. Wir im Westen leiden ja eher unter einer Form, welche man "post-capitalism-rationalisation" nennen könnte.

    All die Opfer, all die Ausgebeuteten, Verarmten und Hungernden, die Bürgerkriege und Kriege, welche das westliche System produziert lässt man einfach vollkommen außer Betracht und tröstet sich damit, dass es für viele ja auch langsam, sehr langsam besser wird.

    Religion wird von den einfachen Leuten als wahr, von den Weisen als falsch und von den Herrschern als nützlich angesehen.

    Lucius Annaeus Seneca

  • Wir sind ja fast ein Baujahr, also hab ich die Panzer nicht erlebt. Ich kenne nur die Erzählungen meiner Oma, die in Quedlinburg zuerst den Einmarsch der Amis erlebt hat und wie sie menschenverachtend Dosen in die Masse warfen und sich freuten, wenn einer so ein Ding in die Fresse bekam.

    Sie hat von Vergewaltigungen erzählt und wie diejenigen, die sich darüber empörten behandelt wurden. Die Täter aber unbehelligt blieben.


    Als dann die Russen kamen, schlossen alle ihre Töchter in den Keller ein. Dann sahen sie, wie die Russen Feldküchen aufbauten und gesittet Essen verteilten. Dann kam es zu zwei Vergewaltigungen durch Rotarmisten. Die wurden von der Kommandantur vor Ort standesrechtlich erschossen.


    Mir taten die in der DDR stationierten Soldaten nur leid. Denn die hatten nix zu lachen. ..arme Schweine!

    Was mir aber später mächtig imponierte, war der Abzug nach der Wende.

    Den hab ich live mitbekommen, weil die Bahnhöfe, in denen das Material von der BW eintraf auch jene waren, die zur Verladung der russischen Ausrüstung dienten.

    Da kam es sogar zu kurzen Gesprächen und was ich mitbekommen habe war, dass viele es schade fanden, dieses Land zu verlassen. ...Daswidanja Drusja... ein Lächeln und eine Träne im Knopfloch.


    Fand ich gut, traurig war ich nicht. Egal. Man kann dazu stehen wie man will und jede mag seine persönlichen Grunde für das eine oder andere haben. Fakt ist: Sie haben Wort gehalten und sind gegangen.


    Die US Truppen sind heute noch da und bringen uns mit ihren Aktionen (Ramstein) sogar in eine gefährliche Situation. Abzug? Fehlanzeige! Auch deren Atomwaffenschrott ist immer noch hier.

    Und nun schau, wie hörig unsere Politik immer noch ist.


    Warum wurden eigentlich die Russen nicht zu den D-Day Feiern eingeladen? ...


    mfg

    Wer in Grenzen denkt, denkt begrenzt.

  • Nun ja, die Amis sind immer noch da, weil sie zur Nato gehören. Oder nicht?

    Und dass die Russen nicht zu D-Day-Feiern eingeladen wurden, mag daran liegen, dass sie einen Teil der besiegten Deutschen hernach eingeschlossen haben.

  • ..................Und dass die Russen nicht zu D-Day-Feiern eingeladen wurden, mag daran liegen, dass sie einen Teil der besiegten Deutschen hernach eingeschlossen haben.

    Seltsamerweise waren sie zuvor bei allen Siegesfeiern eingeladen wurden. Und die Besatzungszonen sowie die Teilung Deutschlands waren Ergebnisse von Jalta und Potsdam. Da brauchte MAN(der Westen) die Russen noch. Mit 27 Millionen Toten trugen sie die Hauptlast an der Zerschlagung des dt. Faschismus. Die Zweite Front wurde zugesagt, aber so lange verzögert, bis den Westmächten klar wurde, dass bei weiterem Abwarten die Rote Armee an Frankreichs Grenzen stehen würde. Und historische Berichte über das Benehmen der westlichen Truppen in Deutschland tauchten erstmals wohl in den 90er Jahren auf als einige Archive geöffnet worden sind.

  • Wann denn "zuvor"? Wir sind übrigenbs wieder im falschen Strang - nicht dass uns zizou wieder an den Ohren nimmt.

    Nun gehören die Briten ja auch in die Reihe der Siegermächte und der Brexit wäre sogar eine Angelegenheit, sich aus dieser Phalance zu verabschieden, wenn man es richtig betrachtet. Soweit ich es verfolgt habe, waren nach der Wende Gorbatschow, Jelzin und auch Putin zu diversen Siegesfeiern eingeladen und anwesend. Und auch westliche Repräsentanten waren in Moskau eingeladen, um die Paraden auf dem Roten Platz mit abzunehmen.