• In wenigen Stunden ist der Brexit Realität - wie geht es dann mit der EU der 27 weiter?

    Nigel Farage hat der EU in seiner spektakulären Abschiedsrede ja gewünscht, dass der britische Austritt das Ende des europäischen Projektes ist.


    Ich schätze mal, dass man den europäischen Bundesstaat erstmal vergessen kann. Vielleicht können die einzelnen Mitgliedsländer mit Paketen unterschiedlicher Abstufungen besser leben. Eine Mitgliedschaft wie ein Leistungspaket auf Gegenseitigkeit, dessen Umfang man auch wieder ändern kann. Von Leistungspaket zu Leistungspaket sozusagen und auch leicht wieder zurück.

  • Nigel Farage hat der EU in seiner spektakulären Abschiedsrede ja gewünscht, dass der britische Austritt das Ende des europäischen Projektes ist.

    Zum Glück wird dieser nationalistische Spinner und Lügner dort nie wieder reden dürfen.

    Religion wird von den einfachen Leuten als wahr, von den Weisen als falsch und von den Herrschern als nützlich angesehen.

    Lucius Annaeus Seneca

  • Hier mal ein etwas längerer Text einer Journalistin, die seit 30 Jahren als Deutsche in GB lebte und arbeitete:


    https://www.zeit.de/politik/au…-austritt/komplettansicht

    Zitat

    ....
    Wie kann man von Steuergerechtigkeit reden, wenn man Milliarden aus der Kapitalflucht von Asien, dem Nahen Osten, Afrika und Russland über die britischen Offshore-Inseln unversteuert ins Land lässt? Wieso redet die Regierung von Chancengleichheit, wenn dieses Geld die Preise für Immobilien, Privatschulen und Universitäten so in die Höhe jagt, dass sich die Engländer ihre eigene Hauptstadt und ihre eigenen Universitäten nicht mehr leisten können?

    Religion wird von den einfachen Leuten als wahr, von den Weisen als falsch und von den Herrschern als nützlich angesehen.

    Lucius Annaeus Seneca

  • Hier mal ein etwas längerer Text einer Journalistin, die seit 30 Jahren als Deutsche in GB lebte und arbeitete:


    https://www.zeit.de/politik/au…-austritt/komplettansicht

    Aber auch für "uns" zum Nachdenken:



    "Wir haben Töchter aus Indien adoptiert. Mit ihnen habe ich den großen Unterschied zwischen Deutschland und Großbritannien erlebt. In Deutschland waren sie als Kleinkinder erst "süße Püppchen", dann wurden sie in einem Laden im Taunus angeranzt als klauende "Zigeunerkinder". Später fragte der Kinderarzt meine Tochter, ob ich sie mit Schokoladensauce eingerieben habe. Und immer, immer diese Fragerei, wo wir die Kinder "ausgeliehen" hätten, ob das etwa unsere seien? Als sich meine Tochter als Jugendliche über Jungs unterhielt, sagte ihr eine Freundin: "Der interessiert sich doch sowieso nicht für Dich. Du bist doch schwarz." In London war das anders. Niemand fragte. Wenn ich mit dem Thema Adoption anfing, hieß es: "Ach, ich dachte, Sie seien mit einem Inder verheiratet." Multikulti war selbstverständlich inbegriffen. Die Briten interessierten sich für die Welt, Nachrichten gab es im Originalton und nicht eingedeutscht wie im deutschen Fernsehen. Ich hatte das Gefühl, in der Welt zu sein. Und ich bin froh, dass ich meine Kinder in London großziehen konnte. Eine Zeit lang habe ich mich hier zu Hause gefühlt, hätte vielleicht für immer hierbleiben wollen.


    und:


    "Die Finanzkrise erschütterte das Selbstverständnis der Briten: Empire weg, Commonwealth unwichtig, die special relationship mit den USA nach dem Irakkrieg in Trümmern – und nun hing auch noch die Zukunftsindustrie der Briten am seidenen Faden. Dann kamen Beschuldigungen und Schadenfreude in der EU, allen voran aus Deutschland – oft ungerecht und unsachlich. Die Londoner City wurde zum Sündenbock für die Finanzkrise. Zu dieser Zeit erlebte ich mit Blick auf Deutschland mit Befremden das, was ich heute in Großbritannien sehe und ablehne: Populismus in den Medien und in Teilen der Politik. In Deutschland war da die Rede von den "gierigen Bonibankern" und angelsächsischen "Heuschrecken", verbunden mit dem mangelnden Sachverständnis. Dazu die ständige Hetze bis hin zur Nachrichtenverfälschung über die Europäische Zentralbank und den EZB-Präsident Mario Draghi. Während die EZB mit legitimen Mitteln der Notenbankpolitik die Währungsunion durch die schwerste Krise ihres Bestehens lotste, wurde sie – gerade von deutschen Notenbankern und Volkswirten – unterminiert, und das mit einer unerträglichen Selbstgerechtigkeit, wie ich fand. Man kam gegen diesen Populismus nicht mehr an. Ich schmiss meinen damaligen Job als Finanzkorrespondentin. Es war der Zeitpunkt, da ich innerlich auf Distanz zu Deutschland ging.

    Ich ahnte zu diesem Zeitpunkt nicht, dass mich Populismus und Verlogenheit in der Politik im Vereinigten Königreich einholen würden..."

  • Aber auch für "uns" zum Nachdenken:

    ...

    "Die Finanzkrise erschütterte das Selbstverständnis der Briten: Empire weg, Commonwealth unwichtig, die special relationship mit den USA nach dem Irakkrieg in Trümmern – und nun hing auch noch die Zukunftsindustrie der Briten am seidenen Faden. Dann kamen Beschuldigungen und Schadenfreude in der EU, allen voran aus Deutschland – oft ungerecht und unsachlich. Die Londoner City wurde zum Sündenbock für die Finanzkrise..."

    Nicht ganz zu Unrecht, aber da spielt natürlich auch ihre berufliche Vita hinein. Das Casino der Finanzjongleure als "Industrie" zu bezeichnen ist in meinen Augen ohnehin schon eine Beleidigung für alle, die wirklich etwas herstellen außer heißer Luft.

    Natürlich hat auch die deutsche Arroganz in dieser Hinsicht eine gewisse Mitschuld daran, dass einige Länder richtig in die Scheiße geritten wurden, aber der Müll, den die Londoner City zu verantworten hat ist definitiv nicht darauf zurückzuführen.


    Und was Multikulti angeht ist doch Berlin kaum anders als London, den Taunus sollte man wohl eher nicht damit vergleichen.

    Religion wird von den einfachen Leuten als wahr, von den Weisen als falsch und von den Herrschern als nützlich angesehen.

    Lucius Annaeus Seneca

  • Die Österreichische Post bringt eine Sondermarke zum Brexit:


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    Die sind wenigstens so schlau, die erst nach dem erfolgten Austritt auf den Markt zu bringen, ergeht ihnen also nicht wie bei den beiden eingestampften Exit-Münzen der Briten ...

    Religion wird von den einfachen Leuten als wahr, von den Weisen als falsch und von den Herrschern als nützlich angesehen.

    Lucius Annaeus Seneca

  • Nigel Farage hat der EU in seiner spektakulären Abschiedsrede ja gewünscht, dass der britische Austritt das Ende des europäischen Projektes ist.

    Und das wünscht nicht nur Nigel Farage, sondern in der Menge fast alle von den Brexidioten. Das ist die gleiche miese Laune wenn man einen Verein verläßt und hofft das alles zusammenbricht, weil man selbst ja nicht mehr Teil ist. Also wenn ich nicht dabei bin sollen alle anderen auch keinen Nutzen mehr haben. Im Übrigen sieht man dann auch nicht mehr so scheixxe aus. Für die eigene Zukunft ist das natürlich auch besser.

    Mich kotzt dieses Verhalten echt an.

  • Mich auch, und das ist eine exakte Analyse des ganzen Hohngeschreies wie das von Farage, dem Mann mit den zu langen Jacken oder zu kurzen Beinen. So ist es immer, wenn einer unter Absingen schmutziger Lieder eine Gruppe verlässt.



    "Oh Tor, im Unglück ist Trotz nicht förderlich!" (Sophokles: Ödipus auf Kolonos)

  • Und das wünscht nicht nur Nigel Farage, sondern in der Menge fast alle von den Brexidioten. Das ist die gleiche miese Laune wenn man einen Verein verläßt und hofft das alles zusammenbricht, weil man selbst ja nicht mehr Teil ist. Also wenn ich nicht dabei bin sollen alle anderen auch keinen Nutzen mehr haben. Im Übrigen sieht man dann auch nicht mehr so scheixxe aus. Für die eigene Zukunft ist das natürlich auch besser.

    Mich kotzt dieses Verhalten echt an.


    Mich auch, und das ist eine exakte Analyse des ganzen Hohngeschreies wie das von Farage, dem Mann mit den zu langen Jacken oder zu kurzen Beinen. So ist es immer, wenn einer unter Absingen schmutziger Lieder eine Gruppe verlässt.

    Seine Bigotterie hat er ja er ja schon lange vorher gründlich zu Schau gestellt.


    Nur bin trotzdem nicht allzu optimistisch was die weitere Zukunft der EU angeht. Ich denke leider auch das jenes Thema in Sachen politischer EInheit in nicht allzu ferner Zukunft beendet ist.

  • Die Gefahr besteht, zweifellos. Vielleicht geht die EU wieder zu den Anfängen zurück, zur Montanunion, oder EG mit Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg und den Niederlanden. Der ehemalige Ostblock schert eh´ aus.

    Und dann geht alles wieder von vorn los.



    "Oh Tor, im Unglück ist Trotz nicht förderlich!" (Sophokles: Ödipus auf Kolonos)

  • Seine Bigotterie hat er ja er ja schon lange vorher gründlich zu Schau gestellt.


    Nur bin trotzdem nicht allzu optimistisch was die weitere Zukunft der EU angeht. Ich denke leider auch das jenes Thema in Sachen politischer EInheit in nicht allzu ferner Zukunft beendet ist.

    Abwarten!Jetzt kommt die Skeptik-Phase, nachdem ohne Ende Zweifel und Gift verspritzt wurde. Hinzu kommt, dass es natürlich Probleme (die gibt es immer) gibt, welche durch die Giftspritze natürlich noch mehr Zweifel wecken.

    Wichtig ist nur, dass sie eine Flexibilität entwickeln und einen status quo nicht auf Biegen und Brechen aufrecht erhalten. Das die europäischen Staaten durch die EU international stärker sind steht außer Frage, ansonsten wäre auch Deutschland oder das "UK"ein unsinniges Projekt.

  • Die Gefahr besteht, zweifellos. Vielleicht geht die EU wieder zu den Anfängen zurück, zur Montanunion, oder EG mit Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg und den Niederlanden. Der ehemalige Ostblock schert eh´ aus.

    Und dann geht alles wieder von vorn los.

    Aus -nicht nur -meiner Sicht ist die EU viel zu schnell gewachsen.Es ging nicht schnell genug,alle möglichen Nationen mit ins Boot zu holen,selbst wenn sie Problemträger par excellence waren.Strukturen waren teilweise nicht vorhanden und wurden mit heisser Nadel nachgestrickt,Ein "Masterplan" zur Erweiterung in der gebotenen Ruhe war nicht mal im Gespräch.Dazu kommt,dass GB von Beginn an versuchte,nur seine Interessen zu bedienen ("I want my money back") und auf andere europäische Interessen nichts gegeben hat.Insofern ist der Austritt keine politische Pleite,sondern eher Anlass,das Gebilde EU doch noch einmal gründlich zu überdenken und entsprechend zu reformieren.Ohne Reformen geht diese Vision eines einigen Europa (leider!!) den Bach runter.

    Kopp hoch und wenn der Hals ooch dreckig ist!

  • In wenigen Stunden ist der Brexit Realität - wie geht es dann mit der EU der 27 weiter? Wer zahlt zukünftig den exorbitant hohen EU- Beitrag der Briten in den EU - Haushalt ein? Warum wollte eine große Mehrheit in UK den Brexit und wie kann ähnliches in Zukunft in anderen Mitgliedsstaaten verhindert werden?

    Welche grosse Mehrheit?


    Die knappe Mehrheit beruhte auf schlechte Bildung und falsche Informationen.


    Alle reden nur darueber was die EU kostet, nicht was man durch die EU verdient. Und der typische EU Einwanderer aus Osteuropa ist halt nicht der Bettler in der Fussgaengerzone.


    Wie es weiter geht wird durch Vertraege bestimmt, also abwarten.

  • Die Uhr ist abgelaufen. Großbritannien ist mit den Glockenschlägen von BIG BEN aus der EU ausgetreten.

    Auch das noch, Impeachment, Demokraten verlieren Abstimmung im US Senat. US Präsident Trump triumphiert.

    Der US-Senat entscheidet mit 51:49 Stimmen der Senatoren die Ablehnung weitere Zeugen im Impeachment

    Nun wird das Verfahren ein schnelles Ende finden - zu Gunsten des US-Präsidenten.


    Welch eine Nacht!

    Jene die aufrecht gehen, werden nur historisch hoch angesehen.

    Einmal editiert, zuletzt von Sybilla ()

  • Der US-Senat entscheidet mit 51:49 Stimmen der Senatoren die Ablehnung weitere Zeugen im Impeachment

    Nun wird das Verfahren ein schnelles Ende finden - zu Gunsten des US-Präsidenten.


    Welch eine Nacht!

    Ein Prozess,der keine Zeugen duldet: welch ein Beispiel an demokratischer Verhaltensweise!!

    Amerika,welchen Weg gehst du??

    Kopp hoch und wenn der Hals ooch dreckig ist!

  • Abwarten!Jetzt kommt die Skeptik-Phase, nachdem ohne Ende Zweifel...

    Wichtig ist nur, dass sie eine Flexibilität entwickeln und einen status quo nicht auf Biegen und Brechen aufrecht erhalten. Das die europäischen Staaten durch die EU international stärker sind steht außer Frage ....

    Ich bin da weit weniger optimistisch, eher ist das der langsam aufkommende Schwanengesang....

    Man ergibt sich nur im "stark reden" oder wie eben User Seifert anmahnte, in Forderungen nach allgemeinen Reformen der Gemeinschaft...wichtiger denn je... die aber, wie wir doch insgeheim wissen, nie kommen werden. Nie kommen können weil Reformen schon seit Jahrzehnten als Begriff für Antisozialität stehen und auch so missbraucht werden.

    International stark ? Als Absatzmarkt ja, als politischer Block kaum.

    Die EU wird sich zukünftig in politischen Abwehr bzw. Absetzkämpfen in dieser Sicht aufreiben, also kaum Kraft für eine etwaige Neuausrichtung finden die schon unter idealsten Bedingungen kaum gelingt. Während andererseits ihre Feinde wie eben Trump oder Bojo immer stärker werden.