Klare Worte, so oder so....

  • Als Schröder das forderte, war der real existierende Sozialismus noch nicht krachend zusammengebrochen. Man sollte also erwarten, statt einer Neuauflage längst gescheiterter Ideen ("die sind das nur falsch angegangen" - lächerlich!) mal eine wirklich neue Vision zu hören zu bekommen. Aber weit gefehlt!

    Der real existierende Sozialismus war nichts weiter als ein staatlicher Kapitalismus, vergleichbar beispielsweise mit den Landesbanken bei uns, die wie private Banken am großen Rad drehen wollten und krachend gescheitert sind.

    Es ging und geht bei Schröder und Kühnert nicht um Verstaatlichung. Das Zauberwort bei Schröder hieß "Vergesellschaftung". Ich kann mich noch gut an ein Radiointerview erinnern, als ein neunmalkluger Reporter Schröder fragte, ob er den Rundfunk auch vergesellschaften wolle, und der ihm erst einmal erklären musste, dass der Rundfunk das bereits ist. (Ok, damals gab es keine Privaten.)

    Seitdem hat sich der Staat mehr und mehr aus seiner Verantwortung verabschiedet, sein Tafelsilber verscheuert und damit erst Probleme geschaffen in Form von prekären Arbeitsverhältnissen bei vormals staatlichen Betrieben, Armut bei Rentnern, Problemen im Gesundheitssystem und bei der Bahn sowie Wohnungsnot. Und dank der Privaten haben Rundfunk und Fernsehen ein nie geahntes Niveau erreicht.

  • Als wenn es um 50 oder 100 dieser genannten Leute gehen würde! Da soll man vernünftig besteuern und gut. Oder meinetwegen Linien der steuerlich - betriebswirtschaftlichen Absetzbarkeit für das jeweilige Unternehmen einziehen. So what? Ich dachte da eher an Ärzte, Forscher, Erfinder, Ings und Unternehmer, denen auf Grund eines unendlichen Regelungswahns und darauf basierender Bürokratie zunehmend die Luft abgeschnitten wird. Und genau die sind es ja, die zunehmend das Land verlassen.

    Ärzte gehen nicht nach England oder USA, sondern nach Schweden oder in die Schweiz, nicht wegen des Regelungswahns bei uns, sondern weil sie dort besser bezahlt werden bei weniger Stress. Forscher gehen hauptsächlich in die USA - allerdings häufig nur für eine begrenzte Zeit -, weil es dank der Nazis heute dort mehr Möglichkeiten gibt als bei uns (den Rückstand, für den die Nazis gesorgt haben, konnten wir nicht mehr aufholen) und weil sich internationale Erfahrung im Lebenslauf besser macht (letzteres gilt auch für viele Manager in Führungspositionen). Unternehmer verlassen unser Land und sind auch schon reumütig zurück gekehrt, als sie gemerkt haben, dass billige Arbeitskräfte und Sozialdumping nicht alles ist, sondern dass man auch eine funktionierende Infrastruktur braucht, die bei uns mit Steuern bezahlt wird.

  • Der real existierende Sozialismus war nichts weiter als ein staatlicher Kapitalismus, vergleichbar beispielsweise mit den Landesbanken bei uns, die wie private Banken am großen Rad drehen wollten und krachend gescheitert sind.

    Wie bringst du staatlichen Kapitalismus mit real existierender Planwirtschaft zusammen?


    Das Zauberwort bei Schröder hieß "Vergesellschaftung".

    Und er meinte damals damit nichts anderes als heute Kevin: Verstaatlichung oder höchstens Genossenschaften.

  • Wie bringst du staatlichen Kapitalismus mit real existierender Planwirtschaft zusammen?

    Was hast du gegen Planwirtschaft? Überall in der Wirtschaft muss man planen, in Firmen genauso wie in Staaten. In der DDR hieß das Fünfjahresplan, bei Opel zu GM-Zeiten Business Plan.

    Planwirtschaft für die DDR-Wirtschaft ist ohnehin der falsche Begriff. Es handelte sich um eine Mangelzentralverwaltungswirtschaft. Mehr war dort auch gar nicht möglich angesichts des Drucks durch die SU. Es gab nie eine Chancengleichheit zwischen der von den USA aufgepäppelten BRD und der von der UdSSR ausgebeuteten DDR, insofern ist ein Vergleich der Systeme unsinnig. Auffällig ist, dass mit dem Zusammenbruch der Sowjetdiktatur die soziale Marktwirtschaft in der BRD ihr Adjektiv verloren hat. Und damit fingen die Probleme an, die ich oben aufgezählt habe.

    Und er meinte damals damit nichts anderes als heute Kevin: Verstaatlichung oder höchstens Genossenschaften.

    Von Verstaatlichung war nicht die Rede, aber der Streit um Begriffe ist nur akademisch; es wird sich bei uns eh nichts ändern. Dass Privatisierung nicht immer das Gelbe vom Ei ist, haben allerdings schon andere Länder schmerzlich erfahren müssen.

  • Wie bringst du staatlichen Kapitalismus mit real existierender Planwirtschaft zusammen?

    Sehr gut. Jedes Unternehmen praktiziert in gewisser Weise Planwirtschaft, nennt sich nur anders.

    Religion wird von den einfachen Leuten als wahr, von den Weisen als falsch und von den Herrschern als nützlich angesehen.

    Lucius Annaeus Seneca

  • Sehr gut. Jedes Unternehmen praktiziert in gewisser Weise Planwirtschaft, nennt sich nur anders.

    Planwirtschaft ist nicht, wenn ein Unternehmen sagt: "Wir bauen jetzt mal dies, weil...". Planwirtschaft ist, wenn der Staat sagt: "Betrieb, du hast dies zu bauen. 5000 Stück.". Oder das zweckmäßigerweise gleich in seinen Betrieben so macht.

  • Was hast du gegen Planwirtschaft? […]

    An der Berufsschule (Westdeutschland, frühe 80er Jahre) habe ich gelernt, dass der Terminus "Planwirtschaft" nicht zutreffend sei - schließlich lässt sich Wirtschaft ohnehin nicht planlos betreiben - uns wurde für die in den Staaten des Ostblocks übliche Methode als Zentralverwaltungswirtschaft vorgestellt.

  • An der Berufsschule (Westdeutschland, frühe 80er Jahre) habe ich gelernt, dass der Terminus "Planwirtschaft" nicht zutreffend sei - schließlich lässt sich Wirtschaft ohnehin nicht planlos betreiben - uns wurde für die in den Staaten des Ostblocks übliche Methode als Zentralverwaltungswirtschaft vorgestellt.

    Ja, und ich habe noch "Mangel" davor gesetzt.

  • Wie bringst du staatlichen Kapitalismus mit real existierender Planwirtschaft zusammen?...............................

    Der Ostblock war vom Staatskapitalismus vollinhaltlich geprägt! Nur hatten wir keine privatwirtschaftliche Bourgeoisie sondern eine bürokratische Bourgeoisie in Form der Funktionäre in Partei und Staat. Und ein Streikrecht gab es auch nicht, mit dem sich das arbeitende Volk wehren konnte. Soziale Wohltaten gab es nur, wenn der Unmut in der Bevölkerung zu groß wurde. Der größte Widerspruch des Systems bestand darin, dass man aus wirtschaftlicher Sicht umfassende Bildung benötigte, die auch realisierte, doch dann, wenn die Menschen ihren Kopf benutzten und dialektisch logisch die Grenzen des Systems analysierten, sie automatisch zu Gegnern eben dieser bürokratischen Bourgeoisie wurden, denn ein sich entwickelnder Sozialismus bedarf umfassender Demokratie sowie eben der Negation der Negation zugunsten des gesellschaftlichen Fortschritts.

  • ................... Auffällig ist, dass mit dem Zusammenbruch der Sowjetdiktatur die soziale Marktwirtschaft in der BRD ihr Adjektiv verloren hat. ........................

    Womit der Beweis geführt ist, dass die BRD eben doch die von mir erwähnte Schaufensterfunktion hatte, die hier vehement bestritten wird. Und auch in der DDR gab es ähnliche Aspekte, denn der Lebensstandard war gegenüber dem der UdSSR und anderer Ostblockstaaten erheblich höher.

  • Na den hat sie sich wirklich verdient......


    Zitat


    Christine Prayon erhielt den Dieter-Hildebrandt-Preis der Stadt München, prangert den Ausstieg der Stadt aus dem Open-Source-Projekt LiMux an und spendet das Preisgeld an die Free Software Foundation Europe

    https://www.heise.de/tp/featur…-die-Zukunft-4422201.html


    Großartige Frau und tiefgründige Kabarettistin. :thumbup:


    mfg

    Wer in Grenzen denkt, denkt begrenzt.

  • Dann schau mal: Bayer, BMW und RWE sind allesamt Werte, die im DAX geführt werden, also ist's jedem uneingeschränkt geschäftsfähigen Bürger möglich, durch Aktienkauf Mitbesitzer zu werden… dummerweise ist den meisten Kleinaktionären viel zu anstrengend, auf den jährlichen Hauptversammlungen eine Weisung zu geben - und schlimmer noch: Er könnte von den anderen Aktionären überstimmt werden…

    Es ist aber schon bekannt, dass es unterschiedliche Aktien gibt?

    Nur Stammaktienhalter haben devinitiv etwas zu Melden. Risikokapitalaktien, Vorzugsaktien für Firmenmitglieder sind immer in Vorschriften eingebunden. Es ist ergo irreführend zu sagen als Aktienbesitzer ist man automatisch Miteigentümer. Dem ist devinitiv nicht so.

    Selbst Stammaktienhalter sind bei gewollter Veräußerung ihrer Aktien an Vorschriften gebunden, diese einfach so auf den Markt werfen geht devinitiv nicht.

    Da gibt es Vorkaufsrechte und vieles mehr, alles zum Schutz der eigentlichen Eigentümer.

    Also möchte ich doch sehr darum Bitten hier keine Fake-News zu verbreiten.


    Schon mal etwas von ClassA, B oder C Aktien vernommen?

    :hut:

    Leben und Leben lassen.

    Bevor isch misch uffresch isses mir lieber egal.

  • Na das war bestimmt eine nette Veranstaltung.


    https://www.heise.de/tp/news/K…Sprechblasen-4425550.html


    Zitat


    Ungewöhnlich besetzte Podiumsdiskussion zur EU-Wahl an der TH Köln

    Eine Woche vor der EU-Wahl hatte AStA der Technische Hochschule Köln zu einer Podiumsdiskussion für Talkshow-Verhältnisse ungewöhnliche Gäste geladen. Statt das Podium nach dem üblichen Parteienproporz zu bestücken, bestand dieses zur Hälfte aus Vertretern von disruptiven Kleinparteien, die keiner Lobby und keiner politischen Farbenlehre verpflichtet sind, nämlich die beiden EU-Abgeordneten Martin Sonneborn (PARTEI) und Prof. Bernd Lucke (Liberal-Konservative Reformer (LKR)) sowie Marie-Isabelle Heiss (VOLT). Demgegenüber fehlten (nicht wirklich) auf dem Podium Grüne, Linkspartei, Piraten, FDP und AfD.

    mfg

    Wer in Grenzen denkt, denkt begrenzt.