Parteien unter der Lupe - SPD

  • Na dann rechne doch mal vor, wie sich das bei der Zahnarztgattin so verhält.

    Ist ganz einfach. Die Zahnarztgattin, die ihr Leben lang z.B. als Helferiin in der Praxis halbtags gearbeitet hat, würde von der Respekt-Rente profitieren, selbst wenn ihr Mann aus der Versorgungskasse für Ärzte eine monatliche Rente von 4.500€ bezieht.


    Ob man da nun dafür oder dagegen ist, eine Bedürftigkeitsprüfung vorzuschalten ist jedem selbst überlassen.

    Libertarismus. Eine einfältige rechte Ideologie, die sich ideal für diejenigen eignet,

    die nicht in der Lage oder nicht bereit sind, über ihre eigene soziopathische Haltung hinauszusehen.

    * Iain Banks

  • Na dann rechne doch mal vor, wie sich das bei der Zahnarztgattin so verhält.


    Wär mal gut zu wissen.


    mfg

    Zahnarztgattin arbeitet nach der Kitazeit ihrer Kinder zwei Stunden am Tag in der Praxis mit oder in der Boutique ihrer Freundin, um sich nicht zu langweilen, kommt auf 35 anrechenbare Jahre, aber nur auf 500 Euro eigener Rente. Ehegatte steuert 4000 Euro Privatrente aus der Zahnarztpraxis bei plus 3 Häuser mit Mieteinnahmen. Zahnarzrgattin bekommt nach SPD Modell hohen Rentenzuschlag. Nur 0,5% der Rentner sind es, die vom SPD Modell mehr Grundrente bekommen, sie gehören zu den armen Rentnern. Während viermal so viele Rentner davon profitieren, die aktuell nicht von Altersarmut betroffen sind. Denn es gibt keine Bedürftigkeitsprüfung beim SPD Modell.

  • Ist ganz einfach. Die Zahnarztgattin, die ihr Leben lang z.B. als Helferiin in der Praxis halbtags gearbeitet hat, würde von der Respekt-Rente profitieren, selbst wenn ihr Mann aus der Versorgungskasse für Ärzte eine monatliche Rente von 4.500€ bezieht.


    Ob man da nun dafür oder dagegen ist, eine Bedürftigkeitsprüfung vorzuschalten ist jedem selbst überlassen.

    Bedürftigkeit sollte bei einer Rente nur in so fern eine Rolle spielen, wenn Renten zusammen gerechnet werden. Also eine eingeschränkte Bedürftigkeitsprüfung wäre schon sinnvoll. Nur eben nicht wie die bei H4. Warum sollte ein Rentner auch seine Ersparnisse verbrauchen, bevor er eine Rente bekommt?

    Das Gleichsetzen mit H4 und Rente bei der Prüfung der Bedürftigkeit ist mMn definitiv dämlich und entwürdigend.


    Mal davon ab, nix ist schon in trockenen Tüchern und beschlossen schon mal gar nichts. Da ist noch Platz für Vorschläge und Hinweise. Frage ist nur, wie gehen die Politniks damit um und wie soll eine sinnvolle Regelung an die Parteiprogramme angepasst werden? ;)


    Hier wird genauso ideologisiert, wie es fast überall passiert. Erbärmlich ist das.


    mfg

  • Ah OK, aber dazu hätte ich dann doch gern eine Quelle.


    Hältst du das vorgeschlagene Modell für ein endgültigen und unverrückbaren Vorschlag oder ist das eher ein Diskussionsvorschlag, an dem noch gefeilt werden kann?

  • Bedürftigkeit sollte bei einer Rente nur in so fern eine Rolle spielen, wenn Renten zusammen gerechnet werden. Also eine eingeschränkte Bedürftigkeitsprüfung wäre schon sinnvoll. ...

    Es ist doch heute schon so, dass man der Rentenkasse alle sonstigen Einkünfte mitteilen muss, und zwar unaufgefordert. Zwar aus anderen Gründen, aber da gehört nur ein einziger Punkt dazu:

    Das Familieneinkommen. Überschreitet das einen relativ großzügigen Freibetrag, gibt es eben die Zusatzrente nicht.Trennt sich das Paar muss das der Rentenkasse halt mitgeteilt werden - inkl. Angaben über Versorgungszahlungen des Ex-Ehepartners.

    Libertarismus. Eine einfältige rechte Ideologie, die sich ideal für diejenigen eignet,

    die nicht in der Lage oder nicht bereit sind, über ihre eigene soziopathische Haltung hinauszusehen.

    * Iain Banks

  • Vor ein paar Jahren las ich bei statista.com, dass bei etwa 4000 Euro monatlichem Netto bereits die 3% höchsten Einkommensbezieher beginnen. Wenn man sich klar macht, dass die Entscheider der SPD überwiegend zu den 2% Reichsten im Land gehören, dann wird auch verständlich, dass sie überwiegend ihre eigene Einkommenskaste bedienen wollen. Rentnerhaushalte, die es sich während der Erwerbszeit leisten konnten, von überwiegend einem hohen Einkommen zu leben, was dazu führt, dass der andere Ehepartner nur geringe Rentenabwartschaften erwarb. Die SPD Führung spekuliert natürlich darauf, dass der pseudosoziale Anstrich, den man dem eigenen Grundrentenmodell verbal verpasst, von der Masse nicht rechtzeitig durchschaut wird.

  • Zufällig findet sich gerade heute ein entsprechender Artikel bei Spon:


    http://www.spiegel.de/wirtscha…ber-welche-a-1256209.html


    Zitat


    Die "Respekt-Rente" ist also - entgegen Heils Behauptung - in erster Linie kein Mittel zur Bekämpfung von Altersarmut.

    ....

    In der Konsequenz würde die "Respekt-Rente" also auch vielen Rentnern zugutekommen, die eigentlich ausreichend abgesichert sind - während viele Altersrentner in der Grundsicherung leer ausgehen, weil sie weniger als 35 Versicherungsjahre aufweisen.

    Libertarismus. Eine einfältige rechte Ideologie, die sich ideal für diejenigen eignet,

    die nicht in der Lage oder nicht bereit sind, über ihre eigene soziopathische Haltung hinauszusehen.

    * Iain Banks

  • Wer bei dem Thema nicht nur die SPD Propaganda und/oder Artikel in der taz nur diagonal gelesen hat, der weiß, dass von diesem Grundrentenmodell aktuell 500.000 Rentner profitieren würden, aber darunter nur 100.000 Rentner sind, die zusätzliche Leistungen aus Steuermitteln erhalten, weil die Rente nicht reicht. Das Modell begünstigt in erster Linie Rentnerhaushalte vom Typ Edmund Stoiber, wo die Frau kaum eigene Ansprüche erwerben musste. Gegen einen Rentenaufschlag der ledig gebliebenen, alleinerziehenden Mutter, die sich zusätzlich mit ein paar Stunden bei Aldi an der Kasse etwas dazu verdiente, hätte niemand etwas einzuwenden.

  • Da Renten eine Versicherungsleistung ist stellt sich auch die Frage, ob eine zugesprochene Höhe dann überhaupt von dem EK abhängig gemacht werden darf. Bei Transferleistungen ist das was anderes.

    Ist mir schon klar, dass die Gesetze meist so gebogen werden können, bis alles passt.

    Und es ist mir auch klar, dass die "Rentenkürzungen" letztlich Enteignung ist und eigentlich nicht sein dürfte.

    http://www.sozialpolitik-aktue…PDF-Dateien/abbVIII37.pdf

    https://www.boeckler.de/21385_21388.htm


    Da es sich aber um das gemeine Volk handelt, redet da, wie auch bei der Arbeitslosenversicherung, natürlich keiner von Enteignung.

    Die gibt es nur, wenn es den Großverdienern an die Wäsche gehen soll.


    Von da her ist im Grunde die Ek-unabhängige Rente völlig korrekt.

    Die Politik hat die Rentenkassen jahrzehntelang geplündert und bestohlen (700 Milliarden)

    https://www.stern.de/politik/d…zeche-zahlen-7348362.html

    https://rentnerbetrug.wordpres…n-rentenkassen-gestohlen/


    Nun meinen sie - eigentlich zu recht - dass sie dies wieder ausgleichen müssen.

    Was soll man denn sagen wenn Schröder noch laut in die Welt ruft, wie stolz er ist, dass DE den größten Niedriglohnsektor in der EU geschaffen hat.:evil:

    Da kann man sich nur an den Kopf fassen. Die denke eben alle nur 1-2 Legislaturperioden voraus. Bis dahin sind sie saniert mit ihren Pensionen und Pöstchen.


    Da die Renten auch noch bei den ach so zuverlässigen und deckungskapitalträchtigen Privatbanken "sicher" angelegt wird, konnte da ja gar nichts schief gehen.

    https://archiv.bundesregierung…erung-ihr-geld-an--412608


    Im Grunde müsste für alle Jahrgänge, das Rentenniveau nachträglich angepasst und nachgezahlt werden.

    Und diesen Billiglohnscheiß müssten sie neben den Subventionen durch Aufstockung auch wieder für Hartz IV in die Rentenkasse zahlen.

    Das würde ein bisschen was abfedern. Langzeitarbeitslose bekommen mitunter z. B. keine Reha mehr und keine Anwartschaftszeiten.

    Wenn also ein 50 J. schon 30 J. geklebt hat und dann langzeit in H4 rutscht, der kann gar nicht mehr 35 Rentenjahre erwerben, weil die Zeit des H4 unter den Teppich fällt. Wird ja nix mehr in die Rente eingezahlt und nicht mal als Ausfallzeit angerechnet.


    Es lebe das Eigentor!! Nach mir die Sintflut, sollen sich doch die späteren Regierungen mit dem Problem rumschlagen <X


    https://www.ihre-vorsorge.de/n…lose-weiter-gesunken.html

    Zitat

    Wer nach dem Auslaufen des Arbeitslosengelds dagegen "Hartz IV" benötigt, ist für die Rente seit 2005 deutlich schlechter gestellt. Zunächst galten für Betroffene 400 Euro als fiktiver Monatsverdienst, aus dem sich die Rentenansprüche errechneten, ab 2007 dann 205 Euro. Seit Anfang 2011 gilt die Zeit des Arbeitslosengeld-II-Bezugs nicht mehr als Pflichtversicherungszeit. Rentenbeiträge führt der Bund für Betroffene seither nicht mehr ab.

    Die geburtenstarken Jahrgänge 1962/63 ? gingen bisher bei allen verbessernden Änderungen im SGB leer aus.

    Ich z. B. profitiere auch nicht von der "Mutterrente" da mein Sohn 1993 geboren ist es die nur bis 1992 gibt.


    TM, gegen Rentenbetrug und versteckte Enteignung des Souveräns

  • Dei SPD vertritt in der Sozialpolitik bisher die Haltung, dass für jeden Euro, den man einem Armen gibt,

    mindestens 3-4 Euro einem Reichen aus der Staatskasse geschenkt werden muss.

    Bist du der Meinung, das ist etwas SPD spezifisches?

    Ulrike Herrmann: Anfang und Ende des Kapitalismus


    TM, die behauptet, dass das auf das Konto des neoliberalen Raubtierkapitalismus geht

  • Ist ganz einfach. Die Zahnarztgattin, die ihr Leben lang z.B. als Helferiin in der Praxis halbtags gearbeitet hat, würde von der Respekt-Rente profitieren, selbst wenn ihr Mann aus der Versorgungskasse für Ärzte eine monatliche Rente von 4.500€ bezieht.


    Ob man da nun dafür oder dagegen ist, eine Bedürftigkeitsprüfung vorzuschalten ist jedem selbst überlassen.

    …...und wat is mit "Mütterrente"??

    Kopp hoch und wenn der Hals ooch dreckig ist!