Parteien unter der Lupe - SPD

  • Es ist ja eigentlich noch schlimmer. Es gab schon einmal eine Andrea, in Hessen, Nachname Ypsilanti, die ein Hoffnungsträger war und die krachend gescheitert ist. Sie schaffte es, bei der Landtagswahl 2008 das Ergebnis für die SPD von 29 % auf fast 37 % zu steigern, nur 0,1% hinter der CDU. Einer ihrer Vertrauten war Hermann Scheer, ein Experte in Sachen erneuerbare Energien. Allerdings reichte es nur für eine rot-grüne Minderheitsregierung; Ypsilanti musste sich von der Linkspartei dulden lassen, die FDP war zu einer Koalition nicht bereit. Einen Tag vor ihrer Wahl zur Ministerpräsidentin haben dann vier SPD-Abgeordnete ihr Gewissen entdeckt und sich entschieden, Ypsilantis Kurs nicht zu unterstützen. Damit war Ypsilanti Geschichte ; bei der Neuwahl ein Jahr später verlor die SPD 13 %.


    Das ist kein Einzelfall. In Schleswig-Holstein und in Niedersachsen gab es ähnliche Vorfälle.

  • So ist es, ich habe den Fall Ypsilanti nicht vergessen.

    Es gibt auch Parteien, die aus Angst vor dem Tod Selbstmord begehen. Und das tun sie, indem jede Gliederung zur Sicherheit eine andere Todesart wählt.

  • Biky hat´s schon gesagt: Die klassische Klientel gibt es nicht mehr - wer will heute noch zu den "kleinen Leuten" zählen? Vielmehr ist es doch so, dass die, die (sich!) früher zur SPD-Klientel zählten, heute meinen, wenn sie die Union wählen, gehören sie irgendwie auch zu den Großkopferten. Oder sie wählen hirnlos gleich die AfD, weil die ja auf jeden Fall mal "dagegen" ist und man es "denen da oben" mal so richtig zeigt.

    Es kommt darauf an, was man unter dem klassische Klientel versteht. Manch ein klassischer Beruf ist nicht mehr oder kaum noch vertreten, aber "kleine"Leute gibt es nach wie vor und das zudem in wachsendem Ausmaß. Die Betrachtung, wer zu diesen kleinen Leuten denn noch gehören möchte, die sehe ich als müssig. Wer zu einem Niedriglohn arbeiten muss, alleinerziehend die sozialen Härten zu spüren bekommt oder mit kleiner Rente auskommen muss, der hat andere Sorgen als sich seinen Status schön träumen zu können.


    Dieses neue Proletariat ist nicht das Klientel der SPD, weil diese Verräter mit ihrer asozialen Agenda-Politik dazu beigetragen haben erst dieses neue Proletariat zu einer neuen festen Größe zu machen.

  • Es kommt darauf an, was man unter dem klassische Klientel versteht. Manch ein klassischer Beruf ist nicht mehr oder kaum noch vertreten, aber "kleine"Leute gibt es nach wie vor und das zudem in wachsendem Ausmaß. Die Betrachtung, wer zu diesen kleinen Leuten denn noch gehören möchte, die sehe ich als müssig. Wer zu einem Niedriglohn arbeiten muss, alleinerziehend die sozialen Härten zu spüren bekommt oder mit kleiner Rente auskommen muss, der hat andere Sorgen als sich seinen Status schön träumen zu können.


    Dieses neue Proletariat ist nicht das Klientel der SPD, weil diese Verräter mit ihrer asozialen Agenda-Politik dazu beigetragen haben erst dieses neue Proletariat zu einer neuen festen Größe zu machen.

    Das ist richtig, doch nach der Definition ist der Begriff "Proletariat" heute viel breiter anzuwenden als nur die Benachteiligten unserer Gesellschaft darunter einzuordnen. Wenn z.B. die Firma eines kleinen oder mittleren Unternehmers zu 80/90 % der Bank gehört, er mit jeder Steuerforderung oder bei Auftragsflaute ins Prekariat befördert werden kann, so ist sein "Besitz an Produktionsmitteln", also seine Stellung dazu, aus der sich die Einordnung zum Proletariat ableitet, so, dass auch er Proletarier ist. Und wenn auch Angestellte durchaus gut vergütet werden, sind sie dennoch Proletarier, wenn sie nicht in größerem Umfang Aktien am Unternehmen halten oder eben umfassend Kapital besitzen, das ihre gesellschaftliche Stellung in einer höheren Gesellschaftsklasse untermauert.

  • Produktionsmittel - was soll das sein? Anteile an einem Unternehmen? Aktien? Von Monsanto? :lach-m:


    Jeder Angestellte, dessen Arbeit "gut vergütet wird", hat die Möglichkeit zur Kapitalbildung via Wohneigentum - muss ja nicht hier sein, hier isses jetzt zu teuer, da hätte man früher aufstehen müssen. Und ob man durch eine Eigentumswohnung oder ein Stück Land in eine höhere Gesellschaftsklasse aufsteigt, sei noch dahingestellt. Ich jedenfalls definiere Proletariat nicht nur besitzabhängig.

  • Produktionsmittel - was soll das sein? […]

    Nanu? Gab's an Deiner Schule keinen Geschichts- oder Sozialkundeunterricht, und so wurde niemals ein Textauszug aus den Werken Karl Marx' im Unterricht ausgeteilt? Produktionsmittel, das sind Arbeit, Boden, Kapital - also Grundbesitz (Boden), der nötige Geldbesitz, eine Geschäftsidee in die Realität umzusetzen (Start- bzw. Betriebskapital) und die zur Betriebsaufnahme nötige Manpower (Arbeit) anzuheuern…

  • Nanu? Gab's an Deiner Schule keinen Geschichts- oder Sozialkundeunterricht, und so wurde niemals ein Textauszug aus den Werken Karl Marx' im Unterricht ausgeteilt? Produktionsmittel, das sind Arbeit, Boden, Kapital - also Grundbesitz (Boden), der nötige Geldbesitz, eine Geschäftsidee in die Realität umzusetzen (Start- bzw. Betriebskapital) und die zur Betriebsaufnahme nötige Manpower (Arbeit) anzuheuern…

    Zitat Loriot:"Ach was!"

    Kopp hoch und wenn der Hals ooch dreckig ist!

  • Produktionsmittel - was soll das sein? ............

    Wenn Du die Definition und Termini nicht kennst, kann ich Dir kaum helfen. Es geht auch nicht nur um den Besitz von Produktionsmitteln sondern auch um die Stellung zu diesen. Insofern gibt es auch so etwas wie eine bürokratische Bourgeoisie.

    Und eine Eigentumswohnung oder ein Eigenheim ist kein Kapital sondern nur Besitz, wenn sie noch der Bank gehören, ist selbst der Besitzstatus fraglich.