Parteien unter der Lupe - Bündnis 90/Die Grünen

  • Ich kenne einen, der beruflich andauernd im Flugzeug sitzt, und zwar um beispielsweise von München nach Düsseldorf oder Berlin zu kommen. Er macht sich als Vielflieger enorm wichtig, überall und bei jedem, aber seit ich ihm vorgerechnet habe - anhand von Bundesbahn-Plänen - wieviel schneller er mit Bahn und Taxi dort ist, wo er hin will (es sei denn, nur zum anderen Flughafen, und wegen der Kontrollen selbst dann), kann er mich nicht mehr leiden.

    Ich kenne das Gegenteil. Ein Bekannter von mir ist FAE bei einem Chiphersteller und reist durch ganz Europa, um Kunden vor Ort zu beraten und zu unterstützen. Er würde liebend gern fliegen, weil er glaubt das würde schneller gehen, aber sein Brötchengeber bezahlt nur das Bahnticket.


    Ich werde ihm mal diesen Artikel zeigen: https://green-lifestyle-magazi…hneller-als-das-flugzeug/

    :)

  • Viele Leute würden lieber fliegen, das liegt aber an diesem ganzen Getue um das Fliegen herum. Dabei gibt es kaum was Unbequemeres als Flugzeug Holzklasse. Ich muss immer einen der Außensitze nehmen, aber aufpassen, dass die Stewardessen nicht über meine Beine fallen: "Söhööör, excuse me please..."

         



    Höflichkeit ist wie ein Luftkissen - scheinbar ist nichts drin, aber es mildert die Stöße.

  • Viele Leute würden lieber fliegen, das liegt aber an diesem ganzen Getue um das Fliegen herum. Dabei gibt es kaum was Unbequemeres als Flugzeug Holzklasse. Ich muss immer einen der Außensitze nehmen, aber aufpassen, dass die Stewardessen nicht über meine Beine fallen: "Söhööör, excuse me please..."

    Kurzstreckenfluege, nein Danke. Ist zuviel Aufwand. Da sitze ich lieber 5 Stunden entspannt im Zug.

    "Unsere Antwort ist mehr Demokratie, mehr Offenheit und mehr Humanitaet" ( J. Stoltenberg nach den Terroranschlaegen)

  • Bist Du der Ansicht, ich sollte besser erst nach Paris fahren, und von da aus nach London?

         



    Höflichkeit ist wie ein Luftkissen - scheinbar ist nichts drin, aber es mildert die Stöße.

  • Ich halte Umweltschutz für wirklich sehr wichtig, aber die jeweiligen Maßnahmen dürfen nicht dazu führen, dass die Gesamtbelastung für viele Menschen einfach zu hoch wird.

    Ich denke, es gäbe im Gegenzug, um Belastungen durch Umweltschutzmaßnahmen abzumildern, viele Möglichkeiten, den Bürger in Bereichen zu entlasten, die gar nichts direkt mit Umweltschutz zu tun haben, z. B. wenn es um Steuern und Gebühren aller Art geht, wie beispielsweise die Grundsteuer, die zwangsweise zu entrichtende Rundfunkgebühr und vieles mehr.

    Ausweislich des Wahlprogramms ist das aber alles nicht vorgesehen. Ganz im Gegenteil, im Programm stehen ja noch viele weitere finanzintensive Vorhaben. On Top kommt Corona- Nachbereitung und die immer noch schwelende letzte Finanzkrise. Am Ende wird passieren, was bisher immer passiert ist. Man wird der unteren und mittleren Gruppe der Mittelschicht in die Tasche greifen. Es gibt schlicht keine Möglichkeit zu irgendeiner Form von Entlastung. Es geht nur um andere Umverteilung. Und Verschleierung von Kosten natürlich.


    Diese Skepsis teile ich nur zum Teil. Als dereinst Pferdekutschen durch Automobile ersetzt wurden, fand man auch nicht sofort ein perfekt ausgebautes Tankstellennetz vor, das musste erst aufgebaut werden ... und wurde es. Ich sähe da mittelfristig in der Kombination aus immer besser werdenden Akkus (Buddy nannte mich ja schon Verkäufer chinesischer Autos, weil ich in diesem Zusammenhang immer BYD erwähnen muss), einem gut ausgebauten Ladestationennetz und einem mit Energie vorangetriebenen Ausbau des Schienennetzes kein wirklich so großes Problem. Klar, das muss man dann alles auch machen, und ich hoffe, Grün wird hier liefern.

    Die Situation ist mit der damaligen aber nur sehr eingeschränkt vergleichbar. Heute gibt es für jeden Anwendungsbereich und für jede Gehaltsklasse das passende Kfz. Natürlich nicht unbedingt in neu und mit allem Komfort, aber es gibt eines. Das wird sich bei Beibehaltung des derzeitigen Kurses innerhalb der nächsten 10 Jahre erledigt haben. Einen Neuwagen kann sich der Normalbürger aus dem unteren Gehaltssegment dann nicht mehr leisten. Und einen Verbrenner auf Grund der Betriebsstoffkosten auch nicht mehr. Da hilft auch BYD nicht. Das ist ein strukturelles Problem mindestens der nächsten 10 oder 15 Jahre. Und es hat weitere Folgen.


    Was den Schienenverkehr betrifft: Das ist eben doch ein großes Problem. Erstens ein planungsmäßiges, zweitens ein finanzielles und drittens eines von Ressourcen. Planung bis Fertigstellung jetzt > 25 Jahre, bei Beschleunigung auch noch > 15 Jahre. Nur zur Erinnerung. Im Güterverkehr fehlen Umschlagplätze. Die entstehen auch nicht von selbst. Wenn man mal einen Platz dafür gefunden hat. Auch die Reaktivierung stillgelegter Strecken mit Planbetrieb in der Fläche ist so eine Selbstlüge. Entwidmete stehen eh nicht zur Verfügung, da stehen heute Gebäude drauf oder es sind Radwege draus gemacht worden.


    Da bin ich etwas zwiegespalten. Ich finde es wichtig, Natur erleben zu dürfen, muss mich aber leider viel zu oft wahnsinnig über Leute ärgern, die im Wald ihren Müll abladen, ihren Dreck in Flüsse kippen und ihren Hundekot direkt vor unserem Gartentor liegen lassen.

    Rund die Hälfte der Landfläche Deutschlands ist heute irgendein Schutzgebiet. Tendenz steigend. Der Müll landet trotzdem dort. Aber die Nutzung verteilt sich auf eine kleinere Fläche bei steigender Bevölkerungszahl. Mehr Schutzgebiete scheint da nicht zielführend.

  • Das nächste Problem wird Mobilität. Ausweislich des Programms wird die zwangsläufig wie deutlich eingeschränkt, ohne dass zeitgerecht auch Alternativen bereitstehen würden. Das schränkt ja nicht nur die Möglichkeit ein, zu angemessenem Preis und in akzeptabler Zeit von A nach B zu kommen, sondern es zieht einen großen Rattenschwanz anderer Beschränkungen nach sich.

    Die Grünen haben in rund 40 Jahren selten bis gar nicht erkennen lassen, dass ihnen soziale Gerechtigkeit ein wirkliches Anliegen wäre. Wo hat sich ein Gründer jemals von der asozialen Agenda-Politik distanziert, welche die die Grünen politisch mit auf den Weg gebracht haben?


    Die Fahrpreise im ÖPNV sind abseits von Zeitfahrkarten, Gruppenfahscheinen, Job- und Studententickets ein tariflicher Horror. Wer alleine und spontan als Mensch, der sonst das Auto nutzt, eine Taste auf den Fahrkartenautomaten drückt bekommt da meist einen Preis serviert, der dafür sorgt dass das Abenteuer ÖPNV meist ein eimaliges für den derart betroffenen Mitbürger bleibt.


    Die Grünen sollten das wissen, es interessiert sie meist nur nicht. Umweltschutz hört bei denen bei PV-Anlage auf dem Carport ihres Eigenheims auf.

  • Die Fahrpreise im ÖPNV sind abseits von Zeitfahrkarten, Gruppenfahscheinen, Job- und Studententickets ein tariflicher Horror. Wer alleine und spontan als Mensch, der sonst das Auto nutzt, eine Taste auf den Fahrkartenautomaten drückt bekommt da meist einen Preis serviert, der dafür sorgt dass das Abenteuer ÖPNV meist ein eimaliges für den derart betroffenen Mitbürger bleibt.

    Freu Dich doch das Du überhaupt einen Fahrkartenautomaten vor Dir hast. Das fällt in sehr vielen Regionen Deutschlands schon jetzt völlig flach. Da brauche ich nicht mal in die Untiefen Meckpomm's oder Brandenburg eintauchen, das geht schon im Dörflichen irgendwo zwischen HH und Bremen los. Das ist... nix. Wenn dort der ÖNVP nicht drastisch ausgebaut ( und ebenso drastisch subventioniert ) wird bei der zukünftig geplanten Verteuerung des Individualverkehrs ist dort noch mehr Totentanz. Aber vielleicht ist das ja auch gewollt bzw. wenn man da nachhakt ist man relativ planlos.

    Die Grünen sollten das wissen, es interessiert sie meist nur nicht. Umweltschutz hört bei denen bei PV-Anlage auf dem Carport ihres Eigenheims auf.

    ..nichtmal das. Die progressiven unter denen haben und brauchen keinen Carport weil Sie meist städtisch in hippen, gut situierten Wohnquartieren verweilen, meist im Eigentum mit viel Wohlfühlambiente und halt nicht in den Suburbs oder den 70er Jahre Siloghettos die jetzt gerade etwas aufgehübscht werden. Und da diese auch meist urban in einen der Vorzeigeloftbüros arbeiten oder sonstwie mit was klimaneutrales Start-uppiges sind jene auch mobil immer am Puls der Zeit.

    Demokratie ist die schlechteste aller Regierungsformen – abgesehen von all den anderen Formen, die von Zeit zu Zeit ausprobiert worden sind

  • "Grün wählen, Schwarz ärgern"


    Besser kann man die "Grünen" mit ihrer verlogenen Politik nicht entlarven. Frau Dr. Wagenknecht hat es auf den Punkt gebracht. sie währe die Politikerin, der ich das Kanzleramt zutraue und die ich wählen würde, könnte ich den Kanzler direkt wählen!:):):):thumbup::thumbup:<3:!::!::!:

  • Ausweislich des Wahlprogramms ist das aber alles nicht vorgesehen. Ganz im Gegenteil, im Programm stehen ja noch viele weitere finanzintensive Vorhaben. On Top kommt Corona- Nachbereitung und die immer noch schwelende letzte Finanzkrise. Am Ende wird passieren, was bisher immer passiert ist. Man wird der unteren und mittleren Gruppe der Mittelschicht in die Tasche greifen. Es gibt schlicht keine Möglichkeit zu irgendeiner Form von Entlastung. Es geht nur um andere Umverteilung. Und Verschleierung von Kosten natürlich.

    Die "Corona-Nachbereitung" und Finanzkrisen haben nichts speziell mit den Grünen zu tun.

    Ich sehe derzeit auch keine aktuelle Finanzkrise. Allerdings dürfte die Inflation zukünftig stärker werden, was aber nichts mit den Grünen zu tun hat.

    Ansonsten glaube ich nicht, dass im Falle einer Grünen Regierung alles zusammenbricht. In Baden-Württemberg ist auch nicht alles zusammengebrochen. Da wird m. E. der Teufel an die Wand gemalt.

    Ich vermute übrigens eher, dass den Reichen und der oberen Mittelschicht, die dann als 'reich' bezeichnet werden wird, in die Tasche gegriffen wird, um die untere Mittelschicht und Geringverdiener besser stützen zu können. Die 'Halbreichen' werden es überleben, aber es ist gut möglich, dass es tatsächlich (noch) schwerer werden wird, sich ein gewisses Vermögen zu erarbeiten und es dann auch zu behalten. Ich sähe lieber einen sparsameren, schlanken, möglichst digitalen und neuen Technologien gegenüber aufgeschlossenen Staat mit möglichst niedrigen Steuersätzen für alle (langfristig gesehen hoffe ich sogar, dass es aufgrund von mit Smart Contracts ausgestatteter Blockchaintechnologie gar keine Parteien und Berufspolitiker mehr geben muss und wird - der Bürger wird direkt auf der Blockchain sicher identifiziert und über diverse Projekte abstimmen können). Das ist auch ein Grund dafür, weshalb ich selbst die Grünen wahrscheinlich nicht wählen werde, obwohl ich sie verglichen mit CDU und SPD bevorzuge.

    Die Situation ist mit der damaligen aber nur sehr eingeschränkt vergleichbar. Heute gibt es für jeden Anwendungsbereich und für jede Gehaltsklasse das passende Kfz. Natürlich nicht unbedingt in neu und mit allem Komfort, aber es gibt eines. Das wird sich bei Beibehaltung des derzeitigen Kurses innerhalb der nächsten 10 Jahre erledigt haben. Einen Neuwagen kann sich der Normalbürger aus dem unteren Gehaltssegment dann nicht mehr leisten. Und einen Verbrenner auf Grund der Betriebsstoffkosten auch nicht mehr. Da hilft auch BYD nicht. Das ist ein strukturelles Problem mindestens der nächsten 10 oder 15 Jahre. Und es hat weitere Folgen.

    Ehrlich gesagt finde ich das jetzt auch gar nicht sooo schlimm, wenn nicht mehr jeder mindestens zwei Autos hat: ;) Musste früher jeder Mensch ein Auto und einen Fernseher besitzen, hat eben heute jeder ein Smartphone und einen Laptop samt schnellem Internet. Die Prioritäten verschieben sich, die Arbeitswelt verändert sich. Ich fände es wirklich begrüßenswert, wenn auch ohne Corona-Druck immer mehr Menschen von zu Hause aus arbeiten würden (schau doch mal wie ich dekadenter Mensch z. b. am liebsten 'arbeite'). Es ist eben so, dass nicht jeder denselben Freiheitsbegriff hat. Für mich bedeutet 'Freiheit' z. B. jederzeit mit Menschen auf der ganzen Welt kommunizieren zu können. Ich fliege in der Regel nicht nach Indonesien, um dort die Familie meiner Frau zu treffen, sondern ich chatte mit ihnen! Das ist ein früher ungekanntes Maß an Freiheit. Ich gestehe dir natürlich zu, dass es deine Freiheit ist, dich ins Auto zu setzen und eine lange Strecke zu fahren. Ist OK. Aber ich habe trotzdem den Eindruck, dass sich in der Breite die Prioritäten verschieben und es für viele Menschen mittlerweile schlimmer wäre, kein Internet mehr zu haben als kein Auto.

    Es wird natürlich immer Menschen geben, die auf ein Fahrzeug wirklich angewiesen sind ... Da muss man halt Lösungen finden, die Firma einen Dienstwagen stellen etc. Abgesehen davon sind neue Technologien immer teuer und verbilligen sich mit wachsender Stückzahl (da gehe ich auch im Falle von Elektroautos und ihren Komponenten jede Wette ein).

    Aber letztlich - und das ist m. E. der Knackpunkt - ist es unausweichlich, sich vom Verbrenner zu verabschieden, und wer sich nicht schnell genug Alternativen zuwendet, wird in technologischer Hinsicht abgehängt. Ich sehe es also nicht so, dass jemand, der darauf drängt, sich diesen alternativen Technologien (insbesondere der Akku-Entwicklung) zuzuwenden, die deutsche Autoindustrie zerstört, sondern dass er sie mittelfristig gesehen sogar rettet!

    Was den Schienenverkehr betrifft: Das ist eben doch ein großes Problem. Erstens ein planungsmäßiges, zweitens ein finanzielles und drittens eines von Ressourcen. Planung bis Fertigstellung jetzt > 25 Jahre, bei Beschleunigung auch noch > 15 Jahre. Nur zur Erinnerung. Im Güterverkehr fehlen Umschlagplätze. Die entstehen auch nicht von selbst. Wenn man mal einen Platz dafür gefunden hat. Auch die Reaktivierung stillgelegter Strecken mit Planbetrieb in der Fläche ist so eine Selbstlüge. Entwidmete stehen eh nicht zur Verfügung, da stehen heute Gebäude drauf oder es sind Radwege draus gemacht worden.

    Ich sehe es auch als einen großen Fehler an wie die Bahn kaputtgespart wurde. Jetzt haben wir den Salat! Aber den Kopf in den Sand zu stecken nutzt ja nichts ...

    Rund die Hälfte der Landfläche Deutschlands ist heute irgendein Schutzgebiet. Tendenz steigend. Der Müll landet trotzdem dort. Aber die Nutzung verteilt sich auf eine kleinere Fläche bei steigender Bevölkerungszahl. Mehr Schutzgebiete scheint da nicht zielführend.

    Andererseits ist Deutschland eines der dichtbesiedeltsten und zugebautesten Länder Europas! Insofern halte ich es tatsächlich für wichtig, die wenigen noch relativ naturbelassenen Orte zu schützen. Wenn der Müll dann trotzdem dort landet, spricht das ja leider nur dafür, dass die bestehenden Gesetze besser durchgesetzt werden müssten. Ansonsten könnte man ja auch analog argumentieren, Geschwindigkeitsbegrenzungen könne man gleich weglassen, wenn sich niemand daran halte ...

    Viele der "Schutzgebiete" verdienen ihren Namen ja auch nicht wirklich: In einem normalen profanen Landschaftsschutzgebiet geht jeder ein und aus, wie es ihm beliebt und kontrolliert wird da meiner Erfahrung nach meist gar nix. Wenn man sich darauf konzentriert, wo wirklich etwas geschützt wird, relativiert sich die Aussage, halb Deutschland sei ein Schutzgebiet.

  • Die "Corona-Nachbereitung" und Finanzkrisen haben nichts speziell mit den Grünen zu tun.

    Ich sehe derzeit auch keine aktuelle Finanzkrise. Allerdings dürfte die Inflation zukünftig stärker werden, was aber nichts mit den Grünen zu tun hat.

    Ansonsten glaube ich nicht, dass im Falle einer Grünen Regierung alles zusammenbricht. In Baden-Württemberg ist auch nicht alles zusammengebrochen. Da wird m. E. der Teufel an die Wand gemalt.

    Die Grünen können da schon mit dafür. Stichwort EU. Vor allem aber wollen sie doch regieren. Dazu haben sie von dem auszugehen, was sie tatsächlich vorfinden. Nicht von dem, was sie gerne hätten. Es klafft nun mal eine sehr große Lücke zwischen dem, was sie haben wollen und dem, was sie tatsächlich zur Verfügung haben. Sowohl finanziell als auch technologisch. Zum Teil hapert es schon an ganz einfacher Mathematik, nicht nur bei Annalena. Natürlich wird nicht schlagartig alles zusammenbrechen. Wobei, BaWü ist da wohl ein schlechtes Beispiel. Der Chef hat rein praktisch wenig von dem getan, was im Wahlprogramm steht...


    Ehrlich gesagt finde ich das jetzt auch gar nicht sooo schlimm, wenn nicht mehr jeder mindestens zwei Autos hat: ;) Musste früher jeder Mensch ein Auto und einen Fernseher besitzen, hat eben heute jeder ein Smartphone und einen Laptop samt schnellem Internet. Die Prioritäten verschieben sich, die Arbeitswelt verändert sich. Ich fände es wirklich begrüßenswert, wenn auch ohne Corona-Druck immer mehr Menschen von zu Hause aus arbeiten würden (schau doch mal wie ich dekadenter Mensch z. b. am liebsten 'arbeite'). Es ist eben so, dass nicht jeder denselben Freiheitsbegriff hat. Für mich bedeutet 'Freiheit' z. B. jederzeit mit Menschen auf der ganzen Welt kommunizieren zu können. Ich fliege in der Regel nicht nach Indonesien, um dort die Familie meiner Frau zu treffen, sondern ich chatte mit ihnen! Das ist ein früher ungekanntes Maß an Freiheit. Ich gestehe dir natürlich zu, dass es deine Freiheit ist, dich ins Auto zu setzen und eine lange Strecke zu fahren. Ist OK. Aber ich habe trotzdem den Eindruck, dass sich in der Breite die Prioritäten verschieben und es für viele Menschen mittlerweile schlimmer wäre, kein Internet mehr zu haben als kein Auto.

    Mit zwei Autos kann man zwangsläufig nicht zur gleichen Zeit fahren. Muss man sich auf Grund laufender Kosten auch erst mal leisten können. Ökonomisch Sinn macht das nur bei Elektroautos und bei solcher Verwendung, wo das Auto nach kurzer Zeit nicht mehr so besonders aussieht. Das ist ja aber nur ein Nebenschauplatz. Das wesentliche Aussage hatte ich geschrieben: Dieser Staat funktioniert Stand heute nur, weil es MIV gibt. Und das funktionieren bezieht sich nicht nur auf den Fakt, dass Menschen regelmäßig zur Arbeitsstätte gelangen müssen. Das ist ja nur ein kleiner Teil dieses Funktionierens. Wenn man etwas, was für das Funktionieren der Gesellschaft wichtig ist, abschaffen oder grundsätzlich verändern möchte, dann muss man schon darlegen können, wie das glaubhaft ersetzt werden soll. Die Haltung: Wir machen das jetzt erst mal teuer damit die Leute dann mehr Geld haben noch teureres zu kaufen, ist jedenfalls nicht diese Lösung.

    Andererseits ist Deutschland eines der dichtbesiedeltsten und zugebautesten Länder Europas! Insofern halte ich es tatsächlich für wichtig, die wenigen noch relativ naturbelassenen Orte zu schützen. Wenn der Müll dann trotzdem dort landet, spricht das ja leider nur dafür, dass die bestehenden Gesetze besser durchgesetzt werden müssten. Ansonsten könnte man ja auch analog argumentieren, Geschwindigkeitsbegrenzungen könne man gleich weglassen, wenn sich niemand daran halte ...

    Na ja, zugebaut? 2016 waren um die 15% der Landfläche bebaut, einschl. Verkehrswege. Und die Durchsetzung der Schutzgebietsverordnungen? Schon mal versucht, in der Sächsischen Schweiz Wanderwege zu verlassen oder zu Boofen? Da wirst du genau wie an der oberen Oder viele neue Leute kennenlernen...