Parteien unter der Lupe - CDU

  • Der "Klassenfeind" schläft nie! Kann man gut erkennen, wenn man gestern die Wertungen der Demonstrationen in den Medien über Kuba und Südafrika vergleicht, oder Haiti mit einbezieht! im Kapitalismus ist der freiheitsfeindliche Mob, der aufbegehrt und in Kuba sind es "Hungernde Freiheitshelden", die selbst im Fernsehen sehr wohlgenährt erscheinen, nachdem Trump Kuba mit noch massiveren Sanktionen wirtschaftlich in die knie zu zwingen versucht hat, als alle US Regierungen zuvor und ein Herr BIden diese Politik weiter verfolgt!:thumbdown::thumbdown::thumbdown::evil::evil::evil::!:

    Da ist der Kamm so groß wie eine Harke die Du über den Scheitel fährst.


    Haiti ist eine Melange aus Korruption, kriminellen Banden, ausländischer Beeinflussung und einen ermordeten Präsidenten der nur per Dekret regiert hat weil auch unter seiner Mithilfe die letzten Wahlen verhindert wurden. Haiti hat zu allerst ein internes gesellschaftliches Problem was geändert werden muss.


    Und weil der Ex-Päser Jacob Zuma der Korruption überführt wurde ( von wem ? Von einem südafrikanischen Gericht ) wurde laufen seine Anhänger ( auf Geheiß ) Amok.... das hat mit dem bösen Westen nix zu tun.


    Tja.. und Kuba... auch wenn das alles richtig ist was die diversen Blokaden seitens der USA ( und durch Bolsonaro, denn Brasilien hat das für die Futtermittelwirtschaft wichtige Soja gestoppt ) betrifft ist jedem wohl klar das nach dem Abgang der Castro's das Ende der institutionaliserten Revolution begonnen hat. Die durch Corona weggebliebenen Touristen und die dadurch fehlenden, so wichtigen Devisen sind nur der letzte Tropfen gewesen...

    Da braucht es echt nicht viel Überzeugungskraft.

    Demokratie ist die schlechteste aller Regierungsformen – abgesehen von all den anderen Formen, die von Zeit zu Zeit ausprobiert worden sind

  • Das weiß sogar ich, dass es zunächst nur um eine Verbesserung der Verhältnisse ging, aber sehr bald war das sehr vielen nicht genug. Warum? Weil das Vertrauen in die "herrschende Klasse" fehlte, weil viele fürchteten, nach einigen Erleichterungen würde sehr bald das Rad zurückgedreht, die Erfahrung hatte man ja schon mal gemacht.

    Solche Sätze wie "Erst als die DEMOS von konservativen Kreisen gekapert wurde" ist genau der Sprech, der einsetzt, wenn man der Entwicklung die Legitimation entziehen will, dann sind es immer irgendwelche Bösewichte - vulgo konservative Kreise, weil die anderen ja gesellschaftlich so fortschrittlich waren -, die unbedingt die Guten schädigen wollen.

    Ich kann dir wirklich nur empfehlen, mal ein paar Bücher von Zeitzeugen und Insidern zu lesen.

    Eigentlich sollte der Coup der CDU mittlerweile bekannt sein, der sich des Tenors der Demos bemächtigte und aus "Wir sind DAS Volk!" eben jenes unsägliche "Wir sind EIN Volk!" machte. Ab da waren die Demos nur noch die Bühne der Unionsppolitiker, vor allem der Westpolitiker, die sich massiv in den DDR Wahlkampf einmischten. Knallhart kalkuliert und durchgezogen.

    Politisch war auch die Fiskale Abwertung geplant, damit der Ruf nach der D-Mark lauter wird.

    BILD tat was es immer tat und leistete mit ihrem seriösen Journalismus reichlich Unterstützungsarbeit.


    mfg

  • Immer diese bösen Mächte... Es mag sein, dass die CDU das Wörtchen "das" in "ein" umgewandelt hat, aber das hätten die Tausenden ja nicht aufzugreifen brauchen. Das taten sie aber, und ich weiß aus Gesprächen, dass nicht wenige DDR´ler auch genau das wollten, sofort mit der BRD zusammengehen, weil sie sich davon versprachen, dass nichts rückgängig gemacht werden kann. Die Russenpanzer Jahre zuvor waren nicht vergessen. "Sofortiger Zusammenschluss, denen ist nicht zu trauen!" habe ich damals oft gehört.

    "Politisch war auch die Fiskale Abwertung geplant..." ist natürlich auch Unsinn. Es kann ja einer lange planen, aber die DDR war ein eigenständiger Staat, dem egal sein konnte, was ein Grüppchen herumplant. In Wahrheit waren alle von der Entwicklung in der DDR mit dem Demos völlig überrascht. Man traut unseren Parteipolitikern viel zu viel zu, wenn man glaubt, das sei knallhart durchgezogen gewesen. Wenn es jetzt Publikationen gibt, die das behaupten, sag ich nur, dass Papier geduldig ist und man alles zusammenschreiben kann.

    Aber natürlich ist das Narrativ von der eiskalten Übernahme weniger schmachvoll für die, die die DDR gerne behalten hätten.

         



    Höflichkeit ist wie ein Luftkissen - scheinbar ist nichts drin, aber es mildert die Stöße.

  • Argo, du bringst etwas durcheinander, weil du leider nicht ganz verstehst was ich meine.

    Du hast einigen Nachholbedarf, was die Aufarbeitung der "Wiedervereinigung" angeht.

    Ich kann dir wirklich nur empfehlen, einiges an Literatur zu lesen.

    ...allein schon das Mißverständnis Währungsreform. Natürlich war das Ganze eine gewollte Abwertung.

    Und weil es verschiedene Umrechnungen gab, standen eben Betriebe durch verteuerte Materialkosten und natürlich die schlagartig gestiegenen Lohnkosten von einem Tag zum anderen mit dem Rücken zur Wand.

    Politisch geplant, gewollt und umgesetzt. Also Begründung: Die Menschen auf der Straße wollten es so. Leider wollte eben das zu diesem Zeitpunkt noch kaum einer, erst danach wurde ein Spruch spruchreif, der auch aus der Promoschmiede der Bild kam. ....also wenn die nicht kommt, dann gehen wir zu ihr!


    Ich habe die ganze Zeit damals sehr intensiv und hautnah miterlebt. Wenn jetzt noch Tagestouristen den geschichtlichen Ablauf diktieren wollen, von gewissen Abläufen nicht mal die Zeitachse richtig auf die Reihe kriegen, interpretieren, was die Menschen damals auf der Straße eigentlich wollten und sich nicht mal die Mühe machen heutige Aufarbeitungen und Zeitzeugenberichte zu lesen, um ihr verschobenes Zeitgefühl gerade zu rücken, dann ist genau das wieder ein Fall, wo ein Wessi einigen vielen erklären will, wie es richtig gelaufen ist. Danke, ich schrieb schon mal, dass ich das jetzt seit 30 Jahren immer weider erlebe und so langsam davon echt genug hab.


    Und bitte, es gibt nicht "Den Osten!"

    Auch in der DDR gab es Unterschiede in den Gegenden. Deshalb sind ja auch die Erfahrungen, die hier ab und an eingebracht werden etwas unterschiedlich. Allein diese kleine Differenzierung schein einige Wessi nicht mal zu verstehen, weil sie wohl naiv davon ausgehen, dass alles in der DDR gleich war.


    Und hier mal ein netter Artikel.

    https://www.nachdenkseiten.de/?p=74186

  • Immer diese bösen Mächte... Es mag sein, dass die CDU das Wörtchen "das" in "ein" umgewandelt hat, aber das hätten die Tausenden ja nicht aufzugreifen brauchen. Das taten sie aber, und ich weiß aus Gesprächen, dass nicht wenige DDR´ler auch genau das wollten, sofort mit der BRD zusammengehen, weil sie sich davon versprachen, dass nichts rückgängig gemacht werden kann. Die Russenpanzer Jahre zuvor waren nicht vergessen. "Sofortiger Zusammenschluss, denen ist nicht zu trauen!" habe ich damals oft gehört.

    "Politisch war auch die Fiskale Abwertung geplant..." ist natürlich auch Unsinn. Es kann ja einer lange planen, aber die DDR war ein eigenständiger Staat, dem egal sein konnte, was ein Grüppchen herumplant. In Wahrheit waren alle von der Entwicklung in der DDR mit dem Demos völlig überrascht. Man traut unseren Parteipolitikern viel zu viel zu, wenn man glaubt, das sei knallhart durchgezogen gewesen. Wenn es jetzt Publikationen gibt, die das behaupten, sag ich nur, dass Papier geduldig ist und man alles zusammenschreiben kann.

    Aber natürlich ist das Narrativ von der eiskalten Übernahme weniger schmachvoll für die, die die DDR gerne behalten hätten.

    Die Wenigsten wollten die DDR behalten, aber wir wollten im Osten auch nicht das alte überkommene System der alten BRD übergestülpt bekommen und zur Kolonie des Großkapitals des Westens werden! Wir wollten Eine Wiedervereinigung auf Augenhöhe, die Herausbildung eines real demokratischen Staats mit einer neuen, vom ganzen Volk legitimierten Verfassung, der eine progressive Friedenspolitik betreibt und nicht die Nato an die Grenzen Russlands vorrücken lässt, sowie einen neuen Kalten Krieg befördert.:):):):!:

  • Na gut, jeder hat seine eigenen Erfahrungen, und ich werde mich künftighin da heraushalten, weil ich keine Literatur über diese Zeit lesen möchte. Denn: Was soll das? Es ist nun mal geschehen wie es geschehen ist, jeder sieht es anders, auch die Autoren, aber jetzt haben wir das Leben von heute, und jeder hat die Möglichkeit, sein Bestes daraus zu machen.


    Aber eins dürfte klar sein: Es waren nicht sehr viele, die das System der alten BRD auf keinen Fall übergestülpt bekommen wollten, denn sonst wären nicht so viele mit fliegenden Fahnen nicht nur politisch gen BRD gelaufen, denn es herrschte die ganz große Angst, dass die Russen sich den Abfall nicht gefallen lassen würden. An diese Angst werdet Ihr Euch sicher noch erinnern, wenn Ihr persönlich sie vllt nicht hattet. Die war ja auch durchaus real. Denn "die Herausbildung eines real demokratischen Staats mit einer neuen, vom ganzen Volk legitimierten Verfassung," usw. wäre nicht schnell genug gegangen. Vielleicht hätten die Russen gar nicht gehandelt, aber die Angst war real und beruhte auf Erfahrungen, auch wenn die Fünfziger eine andere Zeit waren.

         



    Höflichkeit ist wie ein Luftkissen - scheinbar ist nichts drin, aber es mildert die Stöße.

  • Wer ist denn "wir"? Ihr wart doch politisch so ungmein gebildet, oder?

    Im Übrigen ging es den meisten nicht um Politik, sondern Reisenkönnen und Lebensstandard. Und nicht mehr ausschließlich die Klappe halten müssen.

    Die Frage nah dem "wir" kann man berechtigt stellen. Gerne wird nämlich das "wir" für eine private Sichtweise in Beschlag genommen, die nicht wirklich mit der Wirklichkeit derjenigen zusammengeht, die da mit dem "wir" in Beschlag genommen werden sollen.


    Putzigerweise betreibst du dann selber das, was du moniert, wenn du den Ossis in deinem zitierten Beitrag unterstellen willst, dass es den meisten davon nicht um Politik, sondern Reisenkönnen und Lebensstandard gegangen wäre.


    Wer oder was sagt dir, dass das so war?


    Mich widert es an, wenn uns von oben erzählt wird, was das Volk, also "wir" denken und was wir uns wünschen würden. Da kommt nämlich meistens nur das. was die da oben gerne hätten. Do war es auch bei der "Wiedervereinigung" Die Ossis bekamen das, was reiche Wessis wollten, der Rest dufte zusehen bzw. für diese Politik bezahlen.

  • Mich widert es an, wenn uns von oben erzählt wird, was das Volk, also "wir" denken und was wir uns wünschen würden. Da kommt nämlich meistens nur das. was die da oben gerne hätten. Do war es auch bei der "Wiedervereinigung" Die Ossis bekamen das, was reiche Wessis wollten, der Rest dufte zusehen bzw. für diese Politik bezahlen.

    Dass Dich das, wie die, die Deiner Meinung sind, ärgert, verstehe ich.

    Nur hat die Mehrheit der "Wessis" andere Erfahrungen gemacht und kann z. B. Deinen letzten Satz überhaupt nicht verstehen: Die Ossis bekamen, was reiche Wessis wollten...

    Wenn diese sehr simple Meinung vorherrschend sein sollte, war die Wiedervereinigung ein Riesenfehler, den aber die "Ossis" gemacht haben, denn ich erinnere mich, dass angesichts der langanhaltenden Proteste zumindest die "Ossis", die ich kenne, befürchteten, dass die Russen dem ein Ende bereiten und einmarschieren würden.


    Es ist schade, dass sich so viele "Ossis" anscheinend in Gesamtdeutschland nicht wohlfühlen und immer noch irgendwie diskriminiert fühlen. Man hätte die Wiedervereinigung verhindern müssen - wenn möglich, ohne Einmarsch der Russen. Lafontaine wollte zwei deutsche Staaten, ich hab das immer falsch gefunden, aber er hatte recht. Die Österreich-Lösung: Die Österreicher können die Wessis auch nicht leiden.

    Billiger wär´s auch gewesen.

         



    Höflichkeit ist wie ein Luftkissen - scheinbar ist nichts drin, aber es mildert die Stöße.

  • Es ist schade, dass sich so viele "Ossis" anscheinend in Gesamtdeutschland nicht wohlfühlen und immer noch irgendwie diskriminiert fühlen.

    Wieso fühlen? Wir werden diskriminiert. Da brauchst du dir nur mal ein paar Statistiken anzuschauen, wer im Osten das Sagen hat.

    https://de.statista.com/statis…den-neuen-bundeslaendern/



    Wenn diese sehr simple Meinung vorherrschend sein sollte, war die Wiedervereinigung ein Riesenfehler, den aber die "Ossis" gemacht haben

    da antworte ich mal mit einem Text aus einem Link, den du mal lesen solltest. Das Buch dazu willst du ja nicht lesen, so wie ich verstanden hab. Hoffentlich überlastet dich der Absatz nicht:

    Zitat


    In diesem Kapitel unternimmt Daniela Dahn unter anderem den Versuch, aus ihrer subjektiven Sicht zu erklären, wie der Meinungsumschwung der DDR-Bürger*innen vom November 1989 bis zum März 1990 zustande kam. Denn im Dezember 1989 sprachen sich in einer Umfrage des SPIEGEL noch 71 Prozent der DDR-Bevölkerung deutlich für einen souveränen DDR-Staat aus. Bis zu den ersten freien Volkskammerwahlen am 18. März 1990 drehte sich die Meinung um 180 Grad, nunmehr wollten über 50 Prozent der Bürger*innen eine sofortige Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten. Daniela Dahn untersucht, wie in jener kurzen, aber atemberaubenden Zeitspanne die öffentliche Meinung „mit großem Tamtam und Tabus“, nämlich aus ihrer Sicht mit vermeintlichen Falschmeldungen, in eine Richtung gewendet wurde, die eher den Interessen des Westens entsprochen habe. In ihrer Analyse damaliger Medien stellt sie das gängige Narrativ der Wende, dass die Mehrheit der Ostdeutschen die Einheit sehnsüchtig herbeisehnte, infrage. Anhand der von ihr ausgewählten Beispiele kommt Daniela Dahn zu Urteilen, die nicht unbedingt von allen geteilt werden.

    https://www.bpb.de/geschichte/…iela-dahn-tamtam-und-tabu


    Frau Dahn ist eine sehr interessante Persönlichkeit. Seit den ersten Protesttagen ist sie politisch tätig und nach der Wende hat sie verantwortungsvolle Posten übernommen.

    Sie analysiert sehr gut und recherchiert knallhart.

    "TamTam und Tabu" ist eines ihrer besten Bücher. Lesenswert!


    mfg

  • Die Wenigsten wollten die DDR behalten, aber wir wollten im Osten auch nicht das alte überkommene System der alten BRD übergestülpt bekommen und zur Kolonie des Großkapitals des Westens werden!

    Lol., Genau überkommen....Überkommen war das ganze Gedöns der Genossen und Kampfbrigaden, des Plansolls, der Kombinate und der Traktoristen und diese spießige Einfalt um diese ganzen Bonzen und das Einheitspartei Blabla.

    Das war schon lange vor 89 feddich, das war lächerlich bis zum feinsten beschützt von Ihrer NVA Plaste.

    Das Großkapital, meine Fräse, unter dem hat hier keiner gelitten, höchstens wenn es mal nix neues von dem Gunther Sachs aus St. Moritz zu berichten gab...Meine Herren Großkapital...wie sahen den Schwerin, Rostock, Wismar etc. und andere Städte den aus ..da war nix, nicht mal Alugeld...Kleinstkapital so abgewrackt war das...Jaja, die böse Knute...;(;(<X sieht man jetzt, so im Vergleich...

    Btw , ohne "Großkapital" kein Toyota...

    Demokratie ist die schlechteste aller Regierungsformen – abgesehen von all den anderen Formen, die von Zeit zu Zeit ausprobiert worden sind

  • Ob sich im Herbst 89 in der noch existierenden DDR wirklich viele Leute mit der Frage des "richtigen" Systems beschäftigt haben bezweifele ich.Als ich ab Mitte 90 in Potsdam und Neuruppin tätig wurde,merkte ich nur so viel:"das Volk"war "scharf" auf die West-D-Mark und Reisen.Meine ostdeutschen Kolleginnen und Kollegen genossen die Fahrten nah Spanien,Holland oder in die Schweiz und kamen,dank "West-Devisen" mit Taschen von Dingen wieder,die der alte Staat nur mit Mühen oder überhaupt nicht beschaffte. Oder aber dem Normalbürger vorenthielt.Kurz: die Frage der Lebensqualität schie ihnen im System BRD weitaus besser gelöst,als im System Sozialismus.

    Und: meckern war plötzlich nicht mehr so risikobehaftet wie vor'm November 89

    Im Übrigen bin ich der Meinung,dass die Verlobungszeit viel zu kurz war,man hätte später miteinander ins Bett gehen können,ohne dass der Spaß zu kurz gekommen wäre.

  • Na gut, jeder hat seine eigenen Erfahrungen, und ich werde mich künftighin da heraushalten, weil ich keine Literatur über diese Zeit lesen möchte. Denn: Was soll das? Es ist nun mal geschehen wie es geschehen ist, jeder sieht es anders, auch die Autoren, aber jetzt haben wir das Leben von heute, und jeder hat die Möglichkeit, sein Bestes daraus zu machen.


    Aber eins dürfte klar sein: Es waren nicht sehr viele, die das System der alten BRD auf keinen Fall übergestülpt bekommen wollten, denn sonst wären nicht so viele mit fliegenden Fahnen nicht nur politisch gen BRD gelaufen, denn es herrschte die ganz große Angst, dass die Russen sich den Abfall nicht gefallen lassen würden. An diese Angst werdet Ihr Euch sicher noch erinnern, wenn Ihr persönlich sie vllt nicht hattet. Die war ja auch durchaus real. Denn "die Herausbildung eines real demokratischen Staats mit einer neuen, vom ganzen Volk legitimierten Verfassung," usw. wäre nicht schnell genug gegangen. Vielleicht hätten die Russen gar nicht gehandelt, aber die Angst war real und beruhte auf Erfahrungen, auch wenn die Fünfziger eine andere Zeit waren.

    Die Russen hatten unter Gorbatschow mit sich zu tun, zudem hatte er das Regime der DDR längst aufgegeben und auf geeintes Deutschland gesetzt, das aus der historischen Erfahrung sich nicht wieder gegen die UDSSR bzw. Russland instrumentalisieren lassen würde, worin er sich allerdings massiv irrte und über den Tisch ziehen liess!:(:(:(:!:

  • Dass Dich das, wie die, die Deiner Meinung sind, ärgert, verstehe ich.

    Nur hat die Mehrheit der "Wessis" andere Erfahrungen gemacht und kann z. B. Deinen letzten Satz überhaupt nicht verstehen: Die Ossis bekamen, was reiche Wessis wollten...

    Wenn man etwas nicht versteht, dann bedeutet das nicht, dass das was man nicht versteht nicht wahr wäre.


    Ossis (wie auch die normalen Wessis) bekamen und bekommen das, was reiche und deswegen mächtige Akteure wollen. So war und ist das im Kapitalismus. Der Niedergang der DDR war für die eigentlichen Strippenzieher ein willkommener Anlass dafür um in neokolonialer Manier das neu angeschlossene Land und dessen Bevölkerung für die eigenen Interessen enteignen und versklaven zu können. Neue Märkte, Volksvermögen zum Schnäppchenpreis und frisches Blut für den westdeutschen Arbeitsmarkt um die dortigen Löhne drücken und die Arbeitnehmerschaft gegeneinander ausspielen zu können.


    Verkauft wurde diese Abzocke vom Bimbes-Helmut & Co natürlich ganz anders ("blühende Landschaften"), obwohl von Anfang hätte klar sein sollen, dass der westliche Weg im Osten zu einer gigantischen Arbeitslosigkeit führen könnte. Die Ossis wurden mit Bananen, Blechautos (wobei das Blech oft sehr oxydiert war)

    und der Westmark geködert, die möglichen Nachteile dieser Politik wurden verschwiegen.

    Wenn diese sehr simple Meinung vorherrschend sein sollte, war die Wiedervereinigung ein Riesenfehler, den aber die "Ossis" gemacht haben, denn ich erinnere mich, dass angesichts der langanhaltenden Proteste zumindest die "Ossis", die ich kenne, befürchteten, dass die Russen dem ein Ende bereiten und einmarschieren würden.


    Meine Meinung ist nicht simpel im Gegensatz zu dem Wiedervereinigungstrallala der Gewinner.


    Den Anschluss, so wie er erfolgte, sehe ich als Fehler, da es da nie wirklich um eine faire Partnerschaft ging. Es war als ob ein armes junges Bauermädchen einen alten Milliardär heiratet - der Alte bezahlt und bestimmt, die Junge lässt sich bezahlen und bestimmen.


    Dabei hätte es sehr wohl Alternativen gegeben, die auch in dem engen Zeitfenster von 1990 und folgende Jahre hätten umgesetzt werden können. Unterschiedliche Optionen des Zusammengehens beider deutschen Staaten waren übrigens vom Grundgesetz der BRD mit Artikel 146 des Grundgesetzes und Art.23 vorgesehen.


    Zitat

    Artikel 146 sah die Ausarbeitung einer neuen Verfassung durch eine Verfassungsgebende Versammlung vor. Die neue für ganz Deutschland gültige Verfassung sollte dann einem Volksentscheid unterworfen werden und durch diese Neukonstituierung das Grundgesetz ablösen.


    Art.23 eröffnete der Deutschen Demokratischen Republik (im folgenden: DDR) die Möglichkeit, als Ganzes bzw. die fünf wiederherzustellenden Länder auf dem Boden der DDR jeweils für sich zur Bundesrepublik Deutschland beizutreten, was eine Einbeziehung der DDR in den Geltungsbereich des Grundgesetzes bedeutete.

    https://www.grin.com/document/3038


    Diese seit Jahrzehnten angedachte Wahlfreiheit stand aber spätestens dann nicht mehr zur Disposition als die Volkskammerwahl im März 1990 Kräfte an die Macht brachte, die dann einem quasi bedingungslosen Anschluss der DDR den Weg ebneten. Wirklich gefragt wurde das Volk nie, die Wessis vor dem 03.10.1990 überhaupt nicht und die Ossis wurden mit viel Blendwerk geködert. Die Ernüchterung erfolgte zumindest für die von Anfang an in Kauf genommenen Verlierer einer Einheit, die nie wirklich eine war und bis heute nicht ist.


    Zitat

    Es ist schade, dass sich so viele "Ossis" anscheinend in Gesamtdeutschland nicht wohlfühlen und immer noch irgendwie diskriminiert fühlen. Man hätte die Wiedervereinigung verhindern müssen - wenn möglich, ohne Einmarsch der Russen. Lafontaine wollte zwei deutsche Staaten, ich hab das immer falsch gefunden, aber er hatte recht. Die Österreich-Lösung: Die Österreicher können die Wessis auch nicht leiden.

    Billiger wär´s auch gewesen.


    Es ist wirklich schade, dass sich so viele "Ossis" anscheinend in Gesamtdeutschland nicht wohlfühlen und immer noch diskriminiert fühlen. Du jammerst da aber über Folgen, deren Ursachen du übersiehst.


    Die Verlierer der "Einheit" wurden und werden nicht "irgendwie", sondern knallhart konkret diskriminiert - sei es durch Arbeitslosigkeit, miese Jobs, keine wirkliche Mitsprache und Reduzierung der staatlichen Fürsorge. Das konnte und kann dazu führen, dass sich nicht wenige fremd im eigenen Land fühlen und dass viele neue imaginäre Mauern ein Land durchkreuzen, das nie wirklich zu einer echten Einheit gefunden hat. Zu der letzteren gehört nämlich schon etwas mehr als dass die meisten Bürger/innen eine Plastikkarte mit dem Gummiadler bei sich tragen.

  • Da werden sicherlich die Versicherungen schneller aktiv als alle anderen und das ist schade. Jeder Flecken in Deutschland ist kartographiert in Höhe, Vegetation und Bodenbeschaffenheit.


    Es müssten jetzt eigentlich Geologen, Meteorologen und Biologen eine Karte in 3D für D entwickeln in denen diese und zukünftige Wetterereignisse Beachtung finden und in denen man mittels unterschiedlicher Variablen Simulationen ablaufen lassen kann, um zu sehen was passiert. Gleichzeitig könnte man berechnen welche Maßnahmen von Nöten sind, um die Gefahren zu entschärfen.

    Dies wäre ein perfektes Einsatzgebiet für Supercomputer und künstliche Intelligenz, um eine updatefähige Gefährdungskarte für D zu erstellen.


    Wir sollten jetzt damit anfangen.

  • Wir sollten jetzt damit anfangen.

    Supercomputer? Künstliche Intelligenz? Neue Institute?? Das wäre der Grüne Weg. Allerdings gibt es das ja alles schon, Und in jedem vernünftigen Bundesland sind die entsprechenden Karten jederzeit frei abrufbar. Für mich sieht das so aus, wenn man Extremhochwasser anklickt:



    Quelle


    Rein praktisch sieht das dann so aus:



    (Blick von OSO über die Brücke links in der Karte nach WNW; Hochwasser 08/2010)


    Jeder kann also wissen, ob er betroffen sein kann. Übrigens nicht nur aus den Karten, sondern auch aus den Ereignissen der Vergangenheit. Und wenn das Rote schon in der Karte an der Haustür kratzt sollte klar sein, dass es in Zeiten des Klimawandels haarig werden könnte. Ich mein, so schwer ist das ja nicht. Zumal es (in vernünftigen Gemeinden) auch Ortschronisten gibt, die sehr genau über Ereignisse der Vergangenheit Auskunft geben können. Jedes neue Bauprojekt, was daran irgendwas ändern könnte, durchläuft in DE eine Prüfung hinsichtlich der Umweltauswirkungen. Dafür bezahlen wir sogar Menschen und das nicht schlecht. Wenn Häuser in Kiesgruben gespült werden, hat das wohl nicht funktioniert.


    Und dann wäre da noch die Merz- Forderung, mit der er ja nicht allein dasteht. Wie soll denn das gehen? Selbst Dörfer wurden in DE nun mal an Bachläufen errichtet und sind dann historisch gewachsen. Wenn man alle eventuell künftig Betroffenen umsiedeln möchte, muss halb Deutschland umgesiedelt werden. Wohin eigentlich?

  • Supercomputer? Künstliche Intelligenz? Neue Institute?? Das wäre der Grüne Weg. Allerdings gibt es das ja alles schon, Und in jedem vernünftigen Bundesland sind die entsprechenden Karten jederzeit frei abrufbar. Für mich sieht das so aus, wenn man Extremhochwasser anklickt:

    Eben. Ja und die Nachtigall... lächerlicher wird es ja wenn man sich jetzt für eine Warn-app stark macht bzw. was den Geneigten als erstes dazu einfällt... ist natürlich wesentlich schlanker als das was man früher abgebaut und rationalisiert hat. Warn-app....:head:

    Demokratie ist die schlechteste aller Regierungsformen – abgesehen von all den anderen Formen, die von Zeit zu Zeit ausprobiert worden sind

  • Natürlich gibt es diese Karten, wie ich ja schon schrieb.Sie sind aber nicht dynamisch und schon gar nicht interdisziplinär.


    Dies ist ein Einsatzgebiet, in dem Supercomputer absolut Sinn machen und in der Meteorologie auch schon Verwendung finden. Aber das entscheidende ist die Verknüpfung verschiedener Faktoren denen man bestimmten Stress-Szenarien aussetzt.

    Dafür bedarf es auch keines neuen Instituts, wir haben genügend Institute in Deutschland (mit Weltruf). Aber es bedarf einer Aufgabenstellung und eines Teams.

    Im Übrigen betrifft dies nicht nur Überflutungen, sondern auch Hitzewellen, wo dann natürlich auch die Grundwasserspiegel und der gesamte Wasserkreislauf mit einbezogen würden.

    Bei solchen Berechnungen zeigen solche Computer dann ihre volle Leistungsfähigkeit. Ein Mensch oder mehrere Menschen kommen da langsam an ihre Leistungsfähigkeit.


    In der Eifel ist eine Burg betroffen, die steht dort seit 800 Jahren. Es ist also ein Update erforderlich, denn vorher waren derlei Ereignisse nicht bekannt und schon gar nicht wissen wir für alle Regionen wie sich die Sache verhält wenn die Wetterkapriolen noch schlimmer werden. Der Rechner kann aber verschiedene Szenarien durchspielen und Wahrscheinlichkeiten geben. Der Argwohn gegen die Wissenschaft in diesem Forum läßt mich manchmal echt erstaunen.

  • Warn-app.... :head:

    Man will vor allem die Warn-BC- SMS. Jeder im Funknetz im Abdeckungsbereich des Mastes angemeldete kriegt die dann halt. Geht aber nicht, wegen Datenschutz oder so. Anderswo funktioniert das freilich. Auch Sirenen funktionieren übrigens anderswo.


    Die Apps sind nicht die Lösung, sondern das Problem. Erstens benutzen sie schon mal zu wenige. Und dann wäre da noch die Tatsache, dass die Meldungen zu Extremwetter und Co zu inflationär erscheinen und das angekündigte Ereignis meist nicht eintritt. Vor was wurde da nicht schon alles gewarnt... 10 cm Schnee im Winter. 30° im Sommer als Extremwetter. Schwere Gewitter, von denen dann in der Region letztlich keiner was sieht. Mit der Folge, dass das dann niemand mehr ernst nimmt. Und ganz nebenbei: Wie gut in solchen Fällen der digitale Schrott für den Rest selbst in "Friedenszeiten" mit Vorbereitungszeit und ohne Hektik funktioniert, hat man dann ja am letzten Warntag gesehen. Und da ging es nur um das einfache Auslösen von ein paar Sirenen (die es hier noch gibt) durch die Rettungsleitstellen.

  • Ob ein Dorf, wie Schuld, über Nacht zu einem Teil weg gespült wird, kann auch eine App oder eine Warnung kaum beeinflussen! und beim 30 min. Vorwarnung muss man froh sein, wenn man sein Leben retten kann!