Das bedingungslose Grundeinkommen

  • Die Einsparung von Kosten für die meisten öffentlich Bediensteten wird erst realisiert, wenn diese gestorben sind, weil sie Rechtsansprüche haben, die weit über einem möglichen BGE liegen und auch nicht zwingend davon abhängig sind, dass der Staat ihnen im Gegenzug Arbeit abverlangt. Selbst die durchschnittlichen Pensionsansprüche liegen deutlich über dem BGE.

  • Man könnte die Angestellten des öffentlichen Dienstes natürlich auch sinnvollerer Verwendung zuführen, als arme Bürger zu schikanieren.

    Religion wird von den einfachen Leuten als wahr, von den Weisen als falsch und von den Herrschern als nützlich angesehen.

    Lucius Annaeus Seneca

  • Wenn du mit "teuer" die Personalkosten meinst, dann frag ich einfach mal, wer solch Leitungen denn so bekommt und was der mit dem Geld so macht?


    Außerdem wird auch eine recht zeitnahe "Ersparnis" ignoriert. Das frei gewordene Personal bei einer entbürokratisierten Variante kann an anderer Stelle seine Kompetenz anbringen.

    Wer in Grenzen denkt, denkt begrenzt.

  • Ich war ja vor Jahren mit der Ex-Politopianerin "Delphin" bei einem Vortrag von Götz Werner.

    Es gab durchaus einige Punkte, die mich nicht überzeugten.

    Die Finanzierung gehörte wahrlich nicht dazu. Geld gibt es genug zu verteilen. Und hier rede ich ausnahmsweise mal nicht vom Luftgeld, sondern von der realen Wertschöpfung, die die Genossinnen und Genossen des Dt. Proletariats zuzügl. der steuerbegünstigten steuerfreien "Roboterpopulation" ausreichend erwirtschaften. Flösse dies nicht in die falschen Kanäle, lässt sich das BGE locker finanzieren!


    Was mir Bauchschmerzen macht beim BGE, dass - zwar eher wenige - aber diverse Arbeiten dann evtl. doch nicht mehr, oder in gringerem Umfang gemacht werden.

    Ich denke da an schmutzige unangenehmere Jobs wie z. B. Kanalreinigung.

    Auch wird eine Altenpflegerin, die bisher Vollzeit arbeiten musste um die Familie durch zu bekommen, sicher die Stunden abbauen, wenn sie mit Teilzeit genug Geld hat. Kann aber sein, dass einige den Job für ein paar Std. machen und dann kein Notstand mehr besteht. Schwierig abzuschätzen. Es braucht eben auch Mut neue Wege zu gehen und Visionen zu leben.


    Und ich glaube auch daran, dass sich Arbeit verteuern würde. Denn wenn die AG statt nur die Gewinne abzugreifen selbst Hand anlegen müssten, raffen sie endlich mal, dass sie Angestellte brauchen die die Arbeit erledigen.

    Wenn keiner mehr unbedingt arbeiten muss, bekommen wir endlich wieder einen Arbeitnehmrmarkt und die AG müssen betteln und gut bezahlen, damit der Laden weiter läuft.


    TM, überzeugt, dass die Wirtschaft nicht zusammenbrechen würde, da trotzdem noch genug arbeiten gehen werden.

  • Wenn du mit "teuer" die Personalkosten meinst, dann frag ich einfach mal, wer solch Leitungen denn so bekommt und was der mit dem Geld so macht?


    Außerdem wird auch eine recht zeitnahe "Ersparnis" ignoriert. Das frei gewordene Personal bei einer entbürokratisierten Variante kann an anderer Stelle seine Kompetenz anbringen.

    Sicher kann man die Leute andere Arbeiten machen lassen, für die man außerdem zusätzliche Kosten für die Qualifizierung ausgeben muss, wenn man nicht gerade gehobene Beamtendienste zum Toilettenputzen einsetzen will. Aber das ist dann halt keine Einsparung, die man auf die Berechnung des BGE ansetzen darf. Es ist überhaupt kein Weniger an Kosten. Jede Firma, die so vorgehen würde, wäre in 3 Monaten pleite. Man gibt staatliches BGE an Menschen, die ohne dies schon das Zigfache haben und finanziert das damit, dass man die Ausgaben der entsprechenden Staatsdiener erhöht und diese in irgendwelche nicht näher benannte Jobs setzt? Da werden sich einige in die Krankheit flüchten, was zusätzlich Geld kostet.

  • Mich stört nur der Bezug zu "Firma". Eine Firma im wirtschaftlichen Sinn ist ein Gewinnbringendes Unternehmen. Eine Volkswirtschaft ist das nicht. Deshalb mag ich persönlich auch solche Vergleiche nicht, denn sie verwässern die Fronten und Grundfunktionsprinzipien.


    Darum ja mein Verweis. Solch "Einsparungen" "rechnen" sind in einer Volkswirtschaft immer! Denn die ist nicht auf kurzfristige Gewinne angewiesen, die sie ihren Anlegern und Investoren jährlich präsentieren müssen. Dien einzigen, die wirklich Angst vor solch einem Einkommen (egal wie man es nun nennt oder wie es letztlich gestaltet wird), sind die Unternehmer. Denn nun bekommen sie die Konkurrenz, die sie immer herbeireden aber im Heute definitiv so nicht existent ist.

    Wer in Grenzen denkt, denkt begrenzt.

  • Dien einzigen, die wirklich Angst vor solch einem Einkommen (egal wie man es nun nennt oder wie es letztlich gestaltet wird), sind die Unternehmer. Denn nun bekommen sie die Konkurrenz, die sie immer herbeireden aber im Heute definitiv so nicht existent ist.

    Die einzigen, die Angst haben müssen, sind die Menschen in den bisherigen unteren Einkommensgruppen.

    Die Reichen haben keine Angst. Die sind ja sogar oft dafür, wie man liest.

    Götz Werner am wenigsten, denn der weiß, dass es sich vor allem für sein persönliches Bankkonto sehr rechnen würde.

  • Nur wenn man es falsch angeht müssen die unteren Einkommensgruppen wirklich Angst haben.


    Bei der ganzen Diskussion wird eines immer vollkommen außer acht gelassen:


    Wenn ich jedem Bundesbürger 1000€ in die Hand drücke, sind die ja nicht weg. Der eingebildete Kostenblock von 80 Mrd. pro Monat wird immer so dargestellt, als ob sich dieses Geld Monat für Monat in Rauch auflösen würde. Und alleine daran kann man schon sehen, dass die Gegner des Grundeinkommens nicht die geringste Ahnung davon haben, wie eine Volkswirtschaft funktioniert.


    Religion wird von den einfachen Leuten als wahr, von den Weisen als falsch und von den Herrschern als nützlich angesehen.

    Lucius Annaeus Seneca

    2 Mal editiert, zuletzt von Diogenes2100 ()

  • Das Video erzählt eine lustige Geschichte, nicht wahr? 5 Menschen sind ihre Schulden los, und am Ende hat niemand einen Cent verloren. Ist schon witzig, wie das funkltionieren kann, oder?

    Religion wird von den einfachen Leuten als wahr, von den Weisen als falsch und von den Herrschern als nützlich angesehen.

    Lucius Annaeus Seneca

  • In der STEEM-Community wird derzeit ein SBI (STEEM Basic Income) getestet: Durch Upvotes, STEEM-Transfers und Delegation von STEEM-Power reicherer User erhält der Account @steembasicincome die Mittel, viele kleine Accounts regelmäßig upzuvoten. Jeder User kann mittels Zahlung von einem STEEM andere User als Empfänger des SBI registrieren, die dann auch SBI erhalten (Bedürftigkeit wird nicht geprüft).

    Sorry für die in der Kürze wohl nur unzureichende Erklärung. Wer es genauer wissen will sollte sich die FAQ des Projekts zu Gemüte führen.


    Auf jeden Fall ist es Interessant, dass hier eine Art 'BGE' innerhalb einer weltweiten Online-Community getestet wird, nicht in einem einzelnen Staat ... Derzeit ist es allerdings so, dass die Empfänger pro Monat nur (umgerechnet) einige Dollar erhalten (was in Ländern wie Venezuela gar nicht sooo wenig ist). Mit wachsender STEEM-Power des SBI-Accounts könnte das aber mit der Zeit deutlich mehr werden. Ein wie ich finde spekulatives aber doch sehr interessantes Experiment. :)

  • Und in Italien wird das Bürgergeld eingeführt. Habt ihr gar nicht mitgekriegt. Mal sehen ob das ein Erfolg wird. Es scheint aber mit der heißen Nadel gestrickt, ungerecht und schlecht vorbereitet zu sein. Könnte gut nach hinten losgehen und das wäre dann schlecht für alle die darauf hoffen.

    Ich sag mal ganz provokant. Italien ist so hoch verschuldet, da kann man auch mal einen riskanten Versuchsballon abschicken.

    Und unter dem sicheren seeehr breiten Schirm der EU dürfen Banken und Volkswirtschaften ja auch mal bankrott gehen.


    TM, gespannt, was daraus wird